Nr. 103 Dritter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Mittwoch, 4. Mai 1938
Rekioratsübergabe Sei der Universität Gießen.
Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger gibt den Studenten die Parole: Nur Leistung und Können führen zum Erfolg!
Am gestrigen Dienstagmittag fand in der prächtig geschmückten Aula der Universität die., feierliche Uebergabe des Rektorats der Ludwigs-Universität Gießen von Professor Dr. Baader durch Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger an den neuernannten Rektor Professor Dr. Seifer statt.
Mit Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger waren der stellv. Gauleiter Linder, Staatssekretär Reiner und weitere führende Persönlichkeiten der Gauleitung erschienen; aus dem Kreise Wetterau war als Vertreter der Partei Kreisleiter Backhaus mit einer Anzahl führender Männer der Bewegung und ihrer Gliederungen erschienen. Die Wehrmacht war durch den Standortältesten Generalleutnant Oßwald vertreten, der von zahlreichen Offizieren des Standortes begleitet war. Ferner hatten sich viele Vertreter von Behörden, weitere Gäste aus dem Kreise der Gießener Bevölkerung und'natürlich Angehörige der Universität in großer Zahl eingefunden.
Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger wurde von der großen Festgemeinde, die den weiten Raum der Aula bis zum letzten Platze füllte, herzlich begrüßt. Nach dem Einzug der Fahnengruppe mit den Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen leitete ein Musikstück die Feierstunde ein. Danach folgte der
Jahresbericht des scheidenden Aettors Pros. Dr. Baader.
mefter. Im Sommersemester 1937 wurden 142 Studierende, im Wintersemester 1937/38 — 200 Studierende von der Grundausbildung erfaßt. Die Beteiligung am freiwilligen Sportbetrieb nach vollendeter Grundausbildung vom 4. Semester ab ließ auch in den beiden letzten Semestern zu wünschen übrig. Insgesamt wurden im pflichtmäßigen und freiwilligen Sportbetrieb etwa 30 v. $). der Studierenden erfaßt.
Das Studentenwerk Gießen berichtet, daß die Beanspruchung des Studentenhauses in der abgelaufenen Zeit sehr rege war. An dieser Stelle sei allen herzlicher Dank gesagt, die ihre Anteilnahme an den Aufgaben des Studentenwerks durch eine Erhöhung ihrer laufenden Zuschüsse unter Beweis gestellt haben. Für Förderung stellte das Studentenwerk bereit im SS.'1937 = 11 599 Reichsmark, im WS. 1937/38 — 15 621 RM, für den Gesundheitsdienst waren es im SS. 1937 = 4417 RM., im WS. 1937/38 = 3747 RM.
Die Ludwigs-Universität Gießen hat auch in diesem Jahre für viele wertvolle G es ch e n k e zu danken und über sie zu berichten. An erster Stelle soll hier nochmals die Robert- und Emmy Sommer-Stiftung erwähnt werden, die der am 2. Februar 1937 verstorbene Geheime Medizinalrat Professor Dr. Robert Sommer und seine am 28. August 1935 bereits dahingeschiedene Gattin Emmy, geb. Schäfer, zugunsten der Ludwigs-Uni
versität errichtet haben. Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf rund 14 000 RM. Auch im abgelaufenen Jahre sind der Universitäts-Bibliothek wieder viele wertvolle Geschenke zuteil geworden.
Einer Anzahl Kliniken und anderer Universitäts- Institute wurden im verflossenen Jahre ebenfalls zahlreiche wertvolle Geschenke zur Förderung der Wissenschaft zugewandt. Nach dem Bericht des Rektors sind als Stifter insbesondere die Firma L e i tz in Wetzlar, die Gießener Hochschulgesellschaft und eine Reihe von Volksgenossen von Gießen in den Vordergrund getreten.
Die Preisaufgaben.
Am Schlüsse seines Berichtes gab der Rektor das Ergebnis der akademischen Preisaufgaben für das Jahr 1937/38 bekannt. Den vollen Preis für die von der Veterinärmedizinischen Fakultät gestellte Aufgabe erhielt cand. mea. vet. Fritz Willmes, Gießen, Am Steg 1. Den vollen Preis für die von der Philosophischen Fakultät I. Abt. gestellte Preisaufgabe erhielt Kurt Rudolf Jäger, Gießen, Asterweg 71. Den Diez-Preis für romanische Philologie erhielt der Studienassessor Heinrich G e s s e r in Seligenstadt.
Damit beendete der Rektor seinen Bericht. Zum Schlüsse legte er die Amtskette des Rektors in die > Hand des Reichsstatthalters zu'ück.
(Sauleiter Reichsstatthalter Sprenger
Einleitend wies der Rektor darauf hin, daß das Winter-Semester 1937/38 in einem Kleindeutschen Reich beendet wurde, das Sommersemester 1938 aber mit Stolz und Dankbarkeit für den Führer eröffnet wird, der uns das Großdeutsche R^ i ch bescherte. Der aufrichtige Gruß der Universität gelte deshalb mit besonderer Verehrung dem Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger als dem ersten Vertreter von Partei und Staat, dem treuen und tapferen Vorkämpfer einer Weltanschauung, unter deren Fahnen das deutsche Wunder sich vollzog. Weiter bewillkommnete der Rektor die Vertreter der Wehrmacht, insbesondere Generalleutnant Oßwald, und bei dieser Gelegenheit sprach er feinen Dank aus für die kameradschaftliche Haltung, die die Universität jederzeit beim Offizierkorps gefunden hat. Der Gruß des Rektors galt ferner den Vertretern der Schulen und Behörden sowie allen Freunden der Universität.
Nach der Ehrung der Toten der Universität trug der Rektor die Einzelheiten des umfangreichen G e - schäftsberichts vor. Aus diesen Mitteilungen entnehmen wir u. a. folgende, bisher noch nicht bekannte Angaben:
lieber den Besuch der Ludwigs-Universität ist zu berichten: Im Sommersemester 1937 ließen sich einschreiben 675 Studierende, 38 Gasthörer und Gasthörerinnen, zusammen 713; im Wintersemester 1937/38 betrug die Besucherziffer 659 Studierende, 47 Gasthörer und Gasthörerinnen, zusammen 706.
Infolge Erreichung der Altersgrenze endeten mit dem Schluß des Sommersemesters 1937 Lehrberechtigung und Lehrauftrag des ordentlichen Honorarprofessors Dr. August Freiherr von Gall. Der Reichsstatthalter in Hessen sprach Professor von Gall im Namen des Reichserziehungsministers seinen Dank für die dem Reiche geleisteten Dienste aus.
Infolge Erreichung der Altersgrenze wurde mit Ablauf des Monats März 1938 der ordentliche Professor für Physiologie Dr. Karl Bürk er von den amtlichen Verpflichtungen entbunden. Für das Sommersemester 1938 ist Professor Dr. Bürker mit der vertretungsweisen Wahrnehmung des bisher innegehabten Lehrstuhls beauftragt worden.
Der ordentliche Professor für innere und gerichtliche Veterinärmedizin Dr. Heinrich Jakob von der Holländischen Gesellschaft für Tierheilkunde (Maatfchappij voor Diergeneeskunde) ist wegen seiner bedeutenden wissenschaftlichen Arbeiten zum korrespondierenden Mitglied ernannt worden.
Der entpflichtete Professor Dr. Wilhelm Z w i S. ist zum Vizepräsidenten des 3. Internationalen Kongresses für Mikrobiologie in Neuyork ernannt worden. x
Professor Dr. Bolz wurde in den Reichsfachbeirat des Schmiedehandwerks in der Reichsdienst- ftelle des deutschen Handwerks berufen.
Der Präsident des Deutschen Auslandsinstitutes und Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart hat den ordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik Dr. Gerhard Pfähler in den Wissenschaftlichen Rat des Deutschen Auslandsinstituts berufen. Professor Pfähler hat unsere Universität am 31. März 1938 verlassen, um einem Rufe an die Universität Göttingen zu folgen.
Der ordentliche Professor für mittlere und neuere Kunstgeschichte Dr. Christian Rauch ist durch den Reichsstatthalter in Hessen im Juni 1937 zum Vorsitzenden des Denkmalrat-Ausschusses für die Baudenkmäler in Oberheffen bestellt worden
Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederher- stelluna des Berufsbeamtentums vom 7. Aprll 1933 wurde der ordentliche Profesor Dr. Karl Vietor durch Erlaß vom 10. Juli 1937 in den Ruhestand versetzt. Professor Dr. Walther Rehm von der Universität München erhielt den Auftrag, vom 1. November 1937, ab die durch das Ausscheiden des Professors Vietor freigewordene Professur für deutsche Philologie, insbesondere neuere Literaturgeschichte, vertretungsweise zu übernehmen
Der ordentliche Professor für Botanik Dr. Ernst K ü st e r wurde von der Akademie der Wissenschaften in Wien zum korrespondierenden Mitglied^ der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse gewählt.
Für die Zeit vom 1. April 1937 bis 31. März 1938 wurde Professor Dr. Gustav Baader zum Rektor unserer Universität ernannt.
Der Prorektor Professor Dr. Hummel ist auf feinen Wunsch mit Ende März 1937 aus feinem Amte, das er drei Jahre verwaltete, ausgeschieden. Ihm wurde der Dank für seine langjährige Amtsführung ausgesprochen. Zu seinem Nachfolger 'st ab 1 April 1937 der ordentliche Professor Dr. Fritz Hildebrandt bestellt worden. „ .
lieber die Arbeit des Instituts für Leibesübungen ist folgendes zu berichten: Das Hauptgewicht der körperlichen Erziehung lag bei ber Grundausbildung der ersten bis dritten Se-
nahm nunmehr aus der Hand des scheidenden Rektors die Amtskette in Empfang und dankte dem bisherigen Rektor, Prof. Dr. Baader, mit herzlichen Worten dafür, daß er während eines Jahres die Weiterentwicklung der Universität in seine für- sorgende Hand genommen habe. Es sei nicht leicht, einem solchen Amt in jeder Weise gerecht zu werden auf dem Wege aus der Vergangenheit über einen kurzen Zeitabschnitt der Gegenwart hin zur Zukunft. Er habe dem Wunsche des scheidenden Rektors dieses Amt nur für ein Jahr zu übernehmen Rechnung getragen. Dann sagte der Gauleiter u. a. weiter:
Halten wir uns vor Augen, daß zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine tiefe Kluft liegt. Ehedem galt es an den deutschen Universitäten, Wissen zu.vermitteln. Den Ausschlag gab für den Studenten, daß er viel Wissen in sich auf- gespart hatte. Das mag für die damalige Zeit richtig gewesen sein. Mit der nationalsozialistischen Revolution wurden aber neue Maßstäbe angelegt.
Wissen allein genügt jetzt nicht mehr!
Gerade in Gießen ist in glänzender Weise erwiesen worden, daß wir ein Zeitalter abgeschlos- s e n haben und im Werden epi es neuen Zeitalters begriffen find. Hier haben die Dozenten und die. Studenten durch ihre eigenen Taten bewiesen, daß sie vorwärts drängen wollen und der neuen Zeit Verständnis entgegenbringen. So ist hier oft
die kraftstrotzende jugendliche Art der Studentenschaft mit der mehr hinhaltenden Art der Dozentenschaft aufeinandergestoßen, aber immer wieder hat es sich gezeigt, daß die Erfahrungen des Alters und das Verständnis der Jugend in treuer Zusammenarbeit etwas hervorgebracht haben, das der Gegenwart Rechnung trägt.
Daher kann ich auch Ihnen (zu dem scheidenden Rektor gewandt) herzlich danken für die treuen Dienste, die Sie für die Universität geleistet haben.
Zu dem neuen Rektor Prof. Dr. S eis er gewandt sagte der (Bauleiter weiter: Sie übernehmen nun die Würde des Rektors, und auch Ihnen darf ich sagen, die Zeit ist nicht abgeschlossen und sie wird auch nicht abgeschlossen sein.
Der Student, de/ heule auf die Universität kommt, hat andere Vorstellungen vom Leben. Ehedem kam er von der Schule her zur Universität. Heute kommt er über die HI., den Arbeitsdienst und das Heer, er ist zum Wanne herangereift, wenn er zur Universität kommt. Er ist sich der ungeheuren Opfer bewußt, die
das ganze deutsche Volk für seinen Werdegang bringt, und er ist sich bewußt, daß er seine ganze Kraft in den Dienst dieses Volkes zu stellen hat.
So wünsche und hoffe ich, daß Sie nach einem Jahr berichten können, daß auch das Institut für Leibesübungen einen hundertprozentigen Erfolg hat. Der Student soll nicht nur nach reinem Wissen streben, sondern er soll auf der Unterlage aufbauen, die er von der HI., dem Arbeitsdienst und der Wehrmacht erhalten hat, sie soll er vertiefen und erweitern. Der Führer hat einmal gesagt, daß e i n charakterfester gesunder deutscher Mensch mehr bedeutet, als hundert geistreiche Schwächlinge. Auf dieser Grundlage muß jeder Student sein Studium betreiben. Daß dies von der Universität Gießen gefördert wird, ist mir bewußt.
Ich nehme daher heute Veranlassung, der gesamten Dozentenschaft der Universität Gießen meinen Dank auszusprechen für die gute Arbeit seit der nationalsozialistischen Revolution.
Ich richte aber auch an d i e Studenten die Mahnung: Seid Euch Eurer Aufgabe stets voll und ganz bewußt! Ihr habt den Willen, durch Euer Studium eine Stellung zu erarbeiten, die Ihr im Interesse des deutschen Volkes nutzbringend und wertvoll ausfüllen sollt. Daß Ihr hierhergekommen seid, ist bereits ein positiver Crwlg.
Berufen seid Ihr alle, ob Ihr auserwählt werdet, liegt nur an Euch.
So wünsche ich, Magnifizenz, daß es Ihnen vergönnt sein möge, während einer langen Reihe von Jahren die nationalsozialistischen Grundsätze in der Studentenschaft zur Weiterbildung zu bringen, damit jeder einzelne Student weiß und es darauf anlegt, daß
allein Leistung und Können
ihm den Weg frei machen zu feiner Laufbahn. (Stürmischer Beifall.)
Studentenführer Frank
entbot nun zunächst dem (Bauleiter Reichsstatthalter Sprenger besonderen Gruß. Dann sagte er u. a. weiter:
Heute ist es für die Universität eine Lebensnot- wendigkeit, wie auch eine selbstverständliche Pflicht, ihr gesamtes Wirken und Schassen nur unter einen Gesichtspunkt zu stellen, die völkische Ausbauar'beit mit allen Kräften zu fördern. Wird heute von dem deutschen Arbeiter
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(Bauleiter Reicksstatthalt->r Sprenger legt dem neuen Rektor Professor Dr. Seifer die Amtskette uw Unser Bild zeigt: Im Vordergrund: in der Mitte der Gauleiter, rechts der bisherige Rektor Professor Dr. Baader, links mit der Amtskette der neue Rektor Professor Dr Seiler In der ersten Reihe sitzend von links nach rechts: ganz links an der Ecke der Adjutant des Gauleiters Dr. H i l d e b r a n d t (früher Kreisleiter in Gießen), Daneben nach dem Mittelgang zu, Staatssekretär Reiner, stellvertretender Gauleiter Linder. An der anderen Seite der ersten Sitzreihe neben dem Mittelgang Kreisleiter B a ck h aus, ganz rechts in der ersten Sitzreihe der Standortälteste Generalleutnant Oßwald.
(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)
ein erhöhtes Maß von Leistung verlangt, so gilt dies erst ^recht für die Stätte, die den deutschen Geistesarbeiter, Erfinder und Forscher ausbilden soll. Und in der Tat können wir von unserer kleinen Universität mit Stolz sagen, daß sie im Rahmen der Aufgaben, die an die Universitäten Deutschlands gestellt worden sind, ihren Mann gestanden hat^
(Erinnern wir uns an den dritten Reich sq berufswettkampf, wo eine Anzahl Gemeinschaftsarbeiten der Gießener Studenten ausgezeichnet wurden. Ganz besonders freue ich mich, daß die Arbeit der landwirtschaftlichen Fachschaft mit dem Thema „Bodenuntersuchungen und Düngungsversuche in Reinhardshain zum Zwecke der Ertragssteigerung", das uns in der Zeit des Dierjahres- planes als besonders wichtig erscheint, von der Reichsstudentenführung als Gausiegerarbeit erklärt worden ist.
Weiterhin kann ich Ihnen heute schon mitteilen, daß, soweit jetzt feststeht, eine Arbeit der Veterinärmedizin-Studenten mit dem Prädikat „wertvoll" und als b e st e Arbeit der fünf in Deutschland bestehenden Veterinärmedizinischen Fakultäten bezeichnet worden ist.
Wie ich soeben von der Reichsstudentenführung erfahre, ist die Arbeit der Volkswirte mit Dem Thema: „Untersuchungen über Die Ausbaumöglichkeiten der deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen auf Grund einer Fachschaftsfahrt nach Oesterreich im Sommersemester 1937" Reichsbeste geworden.
Ich möchte ali dieser Stelle den Kameraden sowie den Herren Professoren, die als wissenschaftliche Berater in uneigennütziger Weise ihre Arbeit zur Verfügung gestellt haben, für diese Leistungen danken. *
Die Universität Gießen ist klein und in unserem Gau auf engem Raum mit vielen Hoch- und Fachschulen konzentriert. Um so größer ist die Leistung der Gausiegermannschaft und der Kameraden der veterinärmedizinischen Fachschaft zu bewerten.
Diese Siege sollen zum neuen Reichsberufswettkampf, der demnächst vom Reichsstudentenführer feierlich verkündet wird, ein A n °>
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sporn sein, und wir hoffen, daß unser Gauleiter im nächsten Jahr wiederum eine Gießener Mannschaft äls Sieget beglückwünschen kann.
Die Themen, die in Zukunft wieder im Reichsberufswettkampf gestellt werden, dienen in ihrer letzten Auswertung der Volksgesamtheit, und die Erkenntnisse, die aus der freiwilligen, wissenschaftlichen Arbeit gezogen werden, dienen sämtlich der einen großen Zentralaufgabe, die uns Deutschen heute gestellt ist:
TNitzuarbeiten an der Gestaltung der Lebensordnung des deutschen Volkes. Was kann es für deutsche Menschen der heutigen Zeit Schöneres geben, als einen kleinen Teil zum Aufbau unseres großen Vaterlandes beigetragen zu haben.
Gewiß, nicht jede Arbeit kann eine Siegerarbeit werden, aber durch die intensive Beschäftigung mit der Wissenschaft werden Kräfte wach, die vielleicht bis dahin brach lagen, und es ist eine alte Erkenntnis, daß Menschen immer an ihrem Werk wachsen. Es werden Der Wissenschaft vom Staat im Reichs- berufswettkampf Aufgaben gestellt. Der Staat zeigt den Weg und deutscher Geist wird diese Ausgaben lösen, die jeweils im Brennpunkte unserer völkischen Aufbauarbeit liegen. Erfindungen werden zum großen Teil aus der Notwendigkeit heraus geboren, dadurch, daß Forscher an Aufgaben Herangehen, die sie zunächst für eine Unmöglichkeit gehalten haben.
Der schönste Sinn aber des Reichsberufswettkampfes, wertvoller als der materielle Nutzen, den er bringt, ist für den deutschen Studenten das Bewußtsein, in einer kämpfenden Volksgemeinschaft einen Stoßtrupp zu bilden, dessen Einsatz, wie die gesamte studentische Arbeit, auf der Freiwilligkeit beruht. *
Mögen sich für den nächsten Reichsberufswettkampf wieder eine große Anzahl freiwilliger Kameraden finden, denen das Bewußtsein, Aktivisten zu fein, mehr bedeutet als materieller Nutzen.
Der Redner sprach sodann über den studentischen Einsatz bei der Volkstumsarbeik in den Grenzgebieten des deutschen Ostens, die dazu bestimmt ist, zwischen diesen Gebieten und dem Reich ein dauerndes Band herzustellen.
Weiter beschäftigte er sich mit der Formung des Willens zur studentischen Einsatzbereitschaft durch die Kameradschaften und mit den Beziehungen zwischen den Studenten- kameradschaften und den Alt-Herren- Verbänden. In diesem Zusammenhang sagte er u. a.: Nachdem verschiedene Alt-Herren-Verbände ihre Häuser unseren Kameradschaften zur Verfügung gestellt haben, ist dieses Ziel leichter zu verwirklichen, und wir hoffen, daß bald alle Kameradschaften in der glücklichen Lage find, em Haus als Mittelpunkt zu haben, wo Alte Herren und junge Kameraden sich zu einer Lebensgemeinschaft zusammenschließen, und alle aufbauwilligen Kräfte zusammengefaßt werden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal darauf Hinweisen, daß nach einer Verordnung des Reichsstudentenführers vom 15. Mai ab die Verhandlungen mit den Alt-Herren- Verbänden, die bis zu diesem Zeitpunkt keine Erklärung ihrer Mitarbeit im NSDStB. abgegeben haben, abgebrochen werden. Ich glaube und hoffe, daß kein Alt-Herren-Verband in Gießen uns feine Mitarbeit versagen wird, denn wir kämpfen ja alle für ein Ziel, das über den persönlichen Interessen steht. Eine Zusammenfassung aller Kräfte in der heutigen Zeit ist notwendig. Der Nationalsozialismus führt feine großen Erfolge auf die Konzentration aller Kräfte zurück! Es erübrigt sich, nach dem 15. Mai weiterhin über dieses Thema zu sprechen.
Im weiteren Verlaufe seiner Ansprache lenkte er die Aufmerksamkeit auf Fragen der Ausbildungsverkürzung und Verbesserung der sozialen Lage Der Jung-Aka,


