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hellsten Schein die italienischen Farben Rot-Weiß- Grün. Die Straße gleicht einer schmalen, aber sehr tiefen' Bühne, in deren Hintergrund sich der Mar­morbrunnen des Börsenplatzes erhebt. Das M a - rinearsenal trug am Tage die Worte REX DUX in schwarzen Buchstaben, jetzt leuchtet die Schrift, und das Hakenkreuz, das über der Mitte der Fassade hängt, flimmert auf weiß-rotem Grunde, ein gewaltiges Transparent. Wenn der Führer von der Flottenparade zur Stadt zurückkehrt, wird er von einer Leuchtschrift begrüßt, die weithin über das Meer hinaüsstrahlt:Heil Hitler!" Sie ist das Zeichen, unter bem. sich Neapel rüstet, Adolf Hitler mit den Ehren eines Herrschers zu empfangen.

Zukunft 14 Schillinge wöchentlich, während sie für öie Offiziere auf 55 Schilling wöchentlich festgesetzt worden ist. Den mit dem 45. Lebensjahr aus dem Heeresdienst Ausgeschiedenen ist weiterhin die Mög­lichkeit einer Zivilbeschäftigung gegeben, wobei das Kriegsministerium für die Unterbringung ber ehemaligen Heeresangehörigen Sorge trägt.

Keine Erweiterung der Bündniö- pflichten des Kleinen Verbandes.

Belgrad, 3. Mai. (Europapreß.) Das Organ be$ jugoslawischen Innenministers Dr. Koroschetz, der LaibacherSlovenec", weist alle Gerüchte zurück, die von einem beabsichtigten Vorschlag der Tsche­choslowakei auf der am 4. Mai in Sinaia be­ginnenden Konferenz des Kleinen Ver­bandes wissen wollten, die B ü n d n i s p f l ich - ten des Klein-Verbandes, hie ausschließlich den Fall eines ungarischen Angriffs beträfen, auf an­dere Möglichkeiten auszudehnen. Die Konferenz von Sinaia könnte Vorschläge dieser Art nicht in Erwägung ziehen, weil die Bündnis- pflichten bis ins einzelne festgelegt seien und die internationale Lage eine Belastung mit weiteren Verp lichtungen nicht zulasse. Man erwarte vielmehr von en Besprechungen in Sinaia eine bedeutende E n t pannungder Lage und eine Verbesserung der Zusammenarbeit der Staaten des Kleinverban- des mit ihren Nachbarn.

Oie Deutschen in Argentinien konnten amt. Mai nicht feiern.

Paris, 3. Mai. (DNB.) Unter den neuen Er­lassen befindet sich auch ein Gesetz, das außer­ordentliche Kredite .für die Landes­verteidigung bis 4 712 500 000 Fr. vorsieht. Zn dem Bericht des Ministerpräsidenten heißt es: Es fei notwendige ine größere Anzahl von Reserveoffizieren in den aktiven Dien st einzustellen. Auch die Effektiv- bestände der Luftwaffe und der Kriegs- marine müßten angesichts der internationalen Lage wesentlich erhöht werden. Auch die " Verteidigung der französischen U e b e r f e « b e = sitzungen müßte verstärkt werden. Hinsichtlich des Flottenbauprogramms sieht der Erlaß vor, daß der Kriegsmarineminister ermächtigt ist, noch vor dem 31. Dezember 1939 außer den bereits im Finanzgesttz verabschiedeten Einheiten zwei Li­nienschiffe, einen Kreuzer und sieben Unter­seeboote auf Kiel zu legen. Ferner sollen H i l f s - schiffe im Umfange von 24 000 Tonnen sowie drei Petroleum-Tankschiffe gebaut werden. Der Kriegsmarinemimster ist ferner ermächtigt, für das Flottenbauprogramm 1938 bis einschließlich 1942 eine Gesamtsumme von fünf Milliarden Franks außerhalb des gewöhnlichen Kriegsmarinehaus­halts auszugeben. Alle diese Einheiten ebenso rote die im Finanzgesetz vom Dezember 1937 aufge­führten Schiffe müssen bis spätestens März 1942 in D i e n st g e ft e 111 sein

Buenos Aires, 3. Mai. (DNB.) Seitens der deutschen Botschaft und ber Lanbesgruppenleitung mußte bie geplante Kunbgebung der deutschen Volksgenossen anläßlich des Nationalfeiertages des deutschen Volkes abgesagt werden, da die ar­gentinische Regierung u. a. das Zeigen ber deutschen Symbole unterbunden hatte. In einem Erlaß war bestimmt worden, daß ledig­lich argentinische Flaggen gezeigt werden dürften. Darüber hinaus hat die Postverwaltung die Uebertragung amtlicher Feiern von Ausländern über argentinische Sender, ferner die Uebertragung ausländischer Hymnen. Märsche und Tänze, die alsPropaganda politischer ober sozialer Ideen" gelten könnten, untersagt.

Eröffnung der Großen Empire-Aus­stellung in Glasgow.

Die Große Empire-Ausstellung in Glasgow würbe burch bas englische Königspaar feierlich eröffnet. An ber Eröffnungsfeier nahmen zahlreiche führende Männer des öffentlichen Ledens in England und mehrere Minister teil. Etwa 100 000 Manschen hatten sich eingefunden, die dem König und der Königin begeisterte Huldigungen darbrach- ten. Die Ausstellung gibt einen Abriß des Schaf­fens aller Weltreichsteile auf sämtlichen Gebieten des öffentlichen Lebens Die Vorarbeiten für diese Schau erstreckten sich über Jahre und waren noch 1937 durch Streiks bedroht. Man erwartet, daß die aus 100 Pavillons bestehende Schau, deren Zusam­menstellung mehr als zehn Millionen Pfund (rund 125 Mill. RM.) gekostet hat, von 20 Millionen Menschen besucht werden wird. Voraussichtlich wird die Empire-Schau bis zum 20. Oktober geöffnet bleiben.

. Bei der Eröffnung hielt König Georg bie Ein- weibungsrebe, in ber er auf bie Bedeutung ber Ausstellung für bas brit'sche Weltreich hinwies. Hunbert Pavillons, angefüllt mit Höchstleistungen englischer Hanbfertigkeit, seien errichtet worben, was um so bemerkenswerter sei, als über Schottland noch immer Wolken inbustriellen Tiefstandes schweb­ten. Die Ausstellung zeuge von dem Arbeitsfleiß der schottischen Bevölkerung. Jeder inländische und ausländische Besucher werde sicher beeindruckt sein von dem, was die Ausstellung biete. Jedenfalls werde Schottland alles tun. um die Besucher, in*» besondere diejenigen aus dem Ausland, auf das wärmste willkommen zu heißen.

Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Spalten ber Pariser Frühpresse sind mit ausführ­lichen Berichten gefüllt über bie Ankunft Adolf Hitlers in Rom unb feinen Empfang.Der trium­phale , Einzug. bes Führers in Rom"Die enthusiastische Begrüßung des Führers durch das italienische Volk"Der prunkvolle Empfang des faschistischen Italiens für den deutschen Führer" Ein grandioses Lichtfest Roms für den Führer Adolf Hitler", fo lauten bie Ueberfchriften ber Pariser Blätter.

Es fei feenhaft gewesen, schreibt derJour", man habe ben Eindruck gehabt, daß dieser Anblick bie grandioseste Ehrung für einen aus­wärtigen Staatsmann überhaupt fein könnte. Man könne hierin den Wert erkennen, den man ber Achse BerlinRom, ber Verbindung der beiden Nationen und ihre^c Regime beimeffe. Die italienische Presse unterftreidje einmütig diese Soli­darität unb betone gleichzeitig, daß die Achse bem Frieben unb ber Zusammenarbeit diene.Petit Journal" sagt, niemals seit Menschengedenken'habe man in Rom dergleichen wie gestern erleben kön­nen. Tausende und aber Tausende von Arbeitern, Ingenieurep, Architekten und Handwerkern hätten Vorbereitungen für die Illumination, für die Aus­schmückung Unb Beflaggung getroffen. Ein Meer von Hakenkreuzfahnen, von Trikoloren, von Stan­darten und Bannern mit dem Wappen bes Königs, dem Liktorenbündel ober.dem Hakenkreuz schmücke die Ewige Stadt. Dieser Dienstagabend fei e i n Tag von altrömischer Größe gewesen. Be­sonders imponierend hat dem Berichterstatter d i e Jugend, die wieder ein Ideal habe unb einen hohen Glauben an bie Stärke ihres Landes besitze.

Figaro" schreibt: Beifall ohne Ende habe die königliche Kalesche vom St. Pauls-Tor bis zum l Quirinal begleitet. Auf der Piazza Venezia habe dieser Beifall seinen Höhepunkt erreicht. Vor dem Victor-Emanuel-Denkmal hätten die Balilla unb I

Der^orso Umberto in Neapel hat für den Führerbesuch ein befonbers festliches Gepräge erhalten. 90 Pylonen mit ben Emblemen des Dritten Reiches und des fafchistischen Italiens schmucken die Straßen und werden bei Dunkelheit durch 570 besondere Lampen anaeftrablt. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Ein Tag alirömischer Größe."

Oie pariser preffe im Banne des Firhrerbesuches.

Sie wird vielleicht ihre Haltung gegenüber General Franco revidieren, was ihr schon jetzt Angriffe der Linken einträgt.

In ben mitteleuropäischen Fragen will Frankreich weiterhin seinen Einfluß geltend machen. Aber es ist zu bemerken, baß in dem vor- dringlichsten Problem biefes Teiles von Eurova, ber fubetenbeutfchen Frage, der fronzö- fische Stanbpunkt sich gegenüber ber Haltung Eng­lands nicht hat durchsetzen können. Frankreich erregt sich über dieIbbertreibung des Selbst, bestimmungsrechts der Völker" zugunsten der Su­detendeutschen, aber es hat wenigstens nach ben bis jetzt befanntgeroorbenen Berichten nicht ben englischenEmpirismus", Yen fühlen Wirklichkeits- finn der Engländer, erschüttern können, der in die­sen Fragen objektiv siebt. Der franwsilche Nationa­lismus möchte diese Dinge am liebsten rein macht- politisch beurteilen und siebt in ber Tschechoslowakei fo etwas wie benstrategischen Schlüssel Eurovas", " ohne baß man sich bis jetzt banon Rechenschaft ablegt, daß ein Einaeben auf öie Wünsche ber Sudetendeutschen gefährlichen Zündstoff aus der Welt schäften würbe. Daß die von Westen kommende Vermsttlunastätiakeit in Berlin non England allein ausgeübt wirb, ist unter diesen Umständen sicherlich ein aroßer Vorteil. In Prag gehen Frankreich und England gemeintem vor, und man braucht wohl fein großer Prophet zu fein, um anmnehmen baß die von Enaland ausgehenden Ratschläge zur Mäßi- gung in Prag nachhaltiger sein werden, als die von Paris kommenden. Immerhin bat man auch in Paris die Mitteilungen des englischen^ Arbpster- abgeorbneten Henderson verzeichnet: daß. die sudetendeutschen Forderungen viele vernünf­tige Punkte enthalten, fienberfon hebt auch hervor, daß auch die ungarische und die nolnische Minderheit auf ähnliche Berücksichtigung Anspruch erheben.

Wenn gesagt worben ist, baß die tschechoslowa­kische Frage ein Prüfstein für bie deutsche Friedensliebe sein werbe, so läßt sich dasselbe mit noch viel größerer Berechtigung

Aeue Kredite für die französische Aufrüstung

Verstärkung der Luftflotte und Kriegsmarine.

stattsinden. Schon an diesem Abend leuchten die haushohen gläsernen. Säulen an den Seiten des Platzes. Im Hintergründe der Rundbau von San Francesco di Paola, deren Kuppel angestrahlt ist, davor die Holzgerüste der Tribünen, an deren Verkleidung immer noch gearbeitet wird. Links und rechts der leuchtenden Kuppel eiye un- gemein schöne Farbenwirkung: die Hakenkreuz­fahnen wechseln mit goldenen Liktorenbeilen auf schwarzem Grunde ab. Die V i a D e p r e t i s , die vom Hafen in den Mittelpunkt der Stadt führt, sieht märchenhaft aus. Die bunten Flächen, die kulissenartig die ganze Straßenflucht begleiten, sind jetzt von Lichtrampen, erleuchtet und zeigen im

ländische Hilfe zurückgegriffen werden müs­sen. Seit Antritt feines Postens habe er von den ihm zur Verfügung stehenden drei Milliarden für 1,6 Milliarden Franken Flugzeug-Aufträge ver­geben. Eine besondere Betreuung will der Minister noch 'dem .Volksflugzeugwesen dadurch schenken, daß die Werbung unter der französischen Bevölkerung verstärkt wird. Mit dem Aushebungs­büro für die JÖuftftreitfräfte fei ein Abkommen ge­schlossen worden, damit sämtliche Besitzer eines Volksflugscheines sofort eingegliedert wer­den könnten.

Langftiflige Dienstpflicht im englischen Heere.

London, 3. Mai. (Europapreß.) Im Zuge der von Kriegsminister Hore-Belisha vor einem Jahr eingeleiteten englischen H e e r e s r e f o r m. ist

die faschistische Jugend ihre Banner geschwenkt unb die Soldaten ihr Gewehr präsentiert. .^Journal" erklärt, bas römische Genie in ber Inszenierung habe sich voll unb ganz an biesem granbiofen Fest­abend entfaltet. Der Beifall für ben Führer sei gewaltig gewesen. Das römische Volk sei begeistert, diese größte Persönlichkeit ber Gegenwart persön­lich vor sich zu sehen, ber Abenb bes 3. Mai 1938 werbe tief in das Gebächtnis ber Römer eingeprägt bleiben. Der bem Quay b'Orsay nahestehenbePe­tit P a r i s i e n" schreibt, daß bie Begegnung in Rom geeignet feiji werbe, bie Entspannung zu förbern. Der Duce habe gewünscht, baß Italien biese Tage als F e st t a g e verlebe, zugleich aber auch als ein Versprechen für ben Frieben erachte.

Starker Eindruck in London.

London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Triumphfahrt des Führers wird von der englischen Presse in größter Aufmachung geschildert. Die Be­richte füllen ganze Spalten der Zeitungen. Der triumphale Empfang durch die gemalfigen Massen ber Bevölkerung hat bie Presse sichtlich beeindruckt. Die Blätter bringen bereits Bilder vön den groß­artigen Empfangsfeierlichkeiten. DieTimes" weist besonders auf die Herzlichkeit der Begrüßung durch den König unb Kaiser hin. Be­sonderen Eindruck hat auf den Berichterstatter bes Blattes bie pr-achtvolle Ausschmückung ber Ein­fahrtsstraßen gemacht. Die Festbeleuchtung habe einen gerabezu überwältigenden A n - blick geboten. Der Berichterstatter desDaily Telegraph" schreibt, daß noch niemals in moderner Zeit Rom einen ausländischen Be­sucher fo großartig empfangen habe, wie ben Führer des Deutschen Reiches. Hundert­tausende von Italienern hätten die Straßen umsäumt unb ben Führer mit Jubel begrüßt.

Luftfahrtminister Guy la Chambre gab ber Presse seine Pläne für Neuorbnung ber Militär- unb Zivil-Luftfahrt 'bekannt. Er beabsichtige nicht, eine Schauluftflotte zu schaffen. Dor allem komme es ihm auf bie Qaulität ber Flugzeuge an. Es werbe deshalb ein Plan zur besseren Ausnützung ber Flugzeugfabriken ausgearbeitet. Wenn sich die an den Plan geknüpften Hoffnungen bis zum Früh-

nun auch in ber Festsetzung ber langfristigen Dienst­pflicht unb bes Berforgungsschemas eine Äenberung geschaffen worben. Ab 4. Mai 1938 können sich junge Englänber zwischen 18 und 24' Jahren für 21 Jahre für ben,Militärbien st ver­pflichten. Die bisherige Höchstgrenze betrug Zwölf Jahre. Das Alter, bis zu bem Verpflichtungen (bis zu zwölf Jahren) einge(fangen werden können, ist auf dreißig Jahre heraufgesetzt worden. Weiter wird den für jroölf Jahre verpflichteten Offizieren und Mannschaften die Möglichkeit gegeben, nach Ablauf der Dienstzeit weitere neun Jahre beim Militär zu bleiben, jedoch nur dann, wenn die Verpflichtung bis zum 24. Lebensjahr eingegan­gen worden ist.

Um die soziale Stellung der englischen Heeres­angehörigen zu heb^n, hat der Kriegsminister gleich- an den Plan geknüpften Hoffnungen bis zum Früh-1 zeitig eine Äenberung im Besoldungswesen jahr 1939 nicht erfüllen sollten, werde auf aus - > eingefuhrt. Die niedrigste Pension beträgt in

Die Entente Eordiale.

Von unserem G. F.-Kon espondenten.

Pans, 1. Mai.

Die Neuschaffung der englisch- franzö. sischen (Entente Eordiale die das Er­gebnis des zweitägigen Besuchs der französischen Minister in London ist, wird hier als ein persön­licher Ersola von Daladier und Bonnet betrachtet. Besonders die Volkstümlichkeit des Mmifterpräsi- denten und langjährigen Kriegsministers Dala­dier, desStiers von Camargue", ist in raschem Steifen begriffen. Die Verstärkung der außen­politischen Stellung Frankreichs, die, wie man hofft, sich aus der Vereinbarung des militärischen und diplomatischen Aktionsprogramms mit England er­geben müsse, ist aber nach allgemeiner Ansicht nur ein Teilproblem der großen, umfassenden Aufgabe, bie dem Kabinett Daladier gestellt ist, desRedesfement", der Wiedergutmachung vieler Sünden, die in den Zeiten ber Volksfrontregierun- gen auf politischem und finanziellen Gebiet began­gen worden sind und die das politische Ansehen Frankreichs geschwächt hatten. Die Meinungen gehen höchstens darüber auseinander, ob die inner- politische Wiederaufrichtung, die Verstärkung ber Arbeitsdisziplin unb-bes Arbeitsertrages, befonbers in ben Rüstungsbetrieben, bie Wieberherstellung des finanziellen Gleichgewichts u. a. m., bie Vor­aussetzung bilben soll für «ine Kräftigung bes außenpolitischen Ansehens, für bie Bannung man- cher von außen brohenben Gefahrenmomente, ober ob bie Reihenfolge umgekehrt fein soll. Aus jeben Fall ist bie Entente Corbiale mit England jetzt eingeschaltet in den Kreis dieser Erwägungen und soll bereits in kurzem praktische Ergebnisse erzielen.

Sicherlich hat England die jetzt einsetzende Ent­wicklung stark gefördert. Es ist ein offenes Geheim­nis, daß Lloyd George und Winston Chur­chill, besonders der letztere, bei ihrer Anwesenheit in Paris Ende März den Ausgang der Dinge nach­haltig beeinflußt und an dem Zustandekommen ber Regierung Daladier einen starken Anteil gehabt haben. Der Gedanke der gemeinsamen Eng­lisch-französischen Lustrüstun gen wurde damals von Churchill lanciert, denn nach feiner Auf­fassung braucht England einen starken militärischen Verbündeten auf dem Festland.Auf welcher Seite der Barrikade man auch in London stehen mag, das eine weiß man, daß Frankreich die Ge­schicke und die Zukunft Großbritanniens in seinen Händen in den Händen seiner Armee, wenn man so will hält", fo drückte sich jetzt eine Pariser politische Veröffentlichung aus. Die eng­lisch« Anregung fiel in Frankreich um so mehr auf fruchtbaren Boden, als sich der deutsch-österreichische Anschluß gerade während der Anwesenheit der eng­lischen Politiker vollzogen hatte. Vom Standpunkt der alten Kabinettspolitik aus mußte diese Tatsache als eine Schwächung des französischen Prestiges aufgefaht werden. 75 Millionen gegen 40 Millionen so lautete die jetzt immer häufiger aufgestellte Rechnung, die sich mit phantasievollen Ausblicken auf ein weiteres Vordringen des deutschen Einflusses in Mittel- und Osteuropa verbindet.

Erst die Zukunft kann erweisen, ob die Ergebnisse die jetzt mögliche Analyse der Londoner Beschlüsse rechtfertigen werden. In England hat man unter» trichen, daß es sich bei den getroffenen Verein­barungen nicht um ein militärisches Bündnis handle. Es gebe keinen Vertrag für eine gegenseitige Hilfeleistung. Ader so argumen­tiert man anderseits in Frankreich die prak­tische Bedeutung der Entente Eordiale unb ihr Geist erhebe sie über alle grunbsätzlichen Dis­kussionen und Erörterungen ber Terminologie. Die Tatsache ber gemeinfamen General st abs- befpred) ungen ist an sich schon ein Vorgang von weitreichender Bebeutung, man weiß, baß solche Besprechungen die Handlungen der Regierun­gen ebenso stark und noch mehr beeinflussen können, als politische Abkommen, besonders wenn solchen Besprechungen praktische Maßnahmen wie gemeinsame Flugzeugbestellungen usw. auf bem Fuß folgen. Ob die Entente Corbiale zu einem Friedensinstrument.werden wird, ob von der Achse London Paris stabilisierende und beruhigende Wirkungen ausgehen werden, oder ob das Gegenteil der Fall sein wird, das wird zu einem großen Teil von dem Geist abhängen, mit dem man sich dieses Werkzeuges bedienen wird. In den Fragen, die Spanien, das Mittelmeer und alle im Verhältnis zu Italien in Betracht kommenden »me betreffen, hat Frankreich unter dem Ein-

nglands eine Haltung eingenommen, die einer internationalen Beruhigung ohne weiteres zustatten kommen kann. Die französische Reaierung -7 fo wird versichert wird noch innerhalb von vierzehn Tagen ihren Botschafter in Rom ernennen.

rarnpen angestrahlt, an den Beleuchtungen der Pfeiler wird noch gearbeitet.

(Es ist Feiertagsstimmung in Neapel. Die Haus­besitzer und Ladeninhaber stehen auf den Straßen unb beraten mit Malern unb Maurern, was noch zu bessern wäre. Die hohe Säule auf bem Bahn­hofsvorplatz, bie etwa Größe unb Form ber römi- ichen Trajanssäule erhält, ist noch nicht fertig. Ge­iste beuten an, wie bie Fassabe bes Bahnhofs er­höht werben soll. Die Abler, bie auf etwa breifeig Meter hohen grauen Säulen am Hafen stehen, werben eben geweißt. Auf bem Corso Umberto werben Ballen von Fahnentüchern abgelaben. Was aber viel mehr bedeutet als ber offizielle Schmuck der Stabt, ist bie herzliche Freube ber Neapolitaner, ihre rege Anteilnahme an allen Dingen, bie sich auf bie Festlichkeiten beziehen, ihre Gastfreunbschaft unb stete Bereitheit. Wenn man feinen Stabtplan entfaltet, ist sofort jemanb ba unb will Auskunft geben. Wirb man als Deutscher er­kannt, fragt sogleich jemand:Was wollen Sie wissen? Kann ich Ihnen helfen?" Und sie verab­schieden sich:Auf Wiedersehen!" Immer wieder wird es spürbar: Zwischen bem Reich und bem Imperium flutet ein heißer Strom gegenseitiger herzlicher Freundschaft.Es ist gewiß kennzeichnenb, daß man jetzt überall jenes Plakat sieht, das den Kopf des Duce neben bem bes Führers zeigt, mit ben Worten Mussolinis als Unterschrift:...ein gemeinsamer, unerschütterlicher Wille, die Güter der Zivilisation zu bewahren, zu verteibigen, zu vermehren..."

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Gestern abenb war in einigen Straßen und auf den Plätzen Generalprobe für die Festbeleuch­tung. Die Mütter heben ihre Bambini in die Höhe, sie nehmen die Knaben und Mädchen auf die Schultern und zeigen ihnen die weißstrahlenden Adler, die golden leuchtenden Liktorenbündel, bie silbern emporsteigenben Fontänen:Sieh, sieh bir bas an!" So werben diese Kinder dereinst doch noch die Erinnerung an ein gleißendes, glitzerndes, flim­merndes Schauspiel mit sich tragen, sie werden noch oft daran denksn müssen, und sie werden erzählen: So ist es damals gewesen, als ber beutsche Führer Abolf Hitler zu uns nach Napoli kam!

Nicht alle, bie Zehntaufende, bie an biesem Abenb die Straßen beleben, werben ben Führer sehen können, aber fie wollen sich wenigstens vorstellen können, wie sich die Akte des grandiosen politischen Schauspiels entwickeln werden. Auf der- Piazza del Plebiscito wird eine große Kundgebung