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Nr. M Erster Blaff

188. Zahrgang

Mittwochs. Mai«

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Des Führers Einzug in Rom.

Fubelstürme der ganzen iialienischen Nation begleiteten den Führer auf seiner Fahrt zur Ewigen Stadt.Festlicher Empfang durch den König und Kaiser und den Duce am Bahnhof. Triumphzug zum Quirinal durch Mauern begeisterter Menschen.

Vom Brenner nach Bologna.

Die Lombarden umjubeln den Führer.

3m Sonderzug des Führers, 3. Mai. lDNB.) Nach dem Brenner folgen mir der grünlich schimmernden Eisack. Strahlender Sonnenschein überflutet die Landschaft. Rechts und links der Bahn erheben fich die Berge der Hauptkette der Alpen. Wieder und wieder bieten sich malerische Ausblicke schneebedeckter Gipfel und wuchtiger Berg- massive, die zu uns herübergrüßen. Plastisch heben sich die zackigen Gipfel gegen den stahlblauen Him­mel ab. Bald treten Vie Berge zurück. Die ersten Boten des Südens grüßen uns: Pinien und Zypressen. Die gut bestellten Gärten, die großen Kraft- und Jndustriewerke zeugen für den Auf­bauwillen des neuen Imperiums. Besonders festlich hat fich Bozen zum Empfang des Führers ge­schmückt. Tausende begeisterter Menschen jubeln dem Führer zu, als der Zug langsam durch den Bahn­hof fährt. Die Sirenen der Fabriken heulen zum Gruß. Geschwader der italienischen Luftwaffe don­nern dicht über den Zug hinweg. Den prächtigen Hintergrund bilden die steilen und wuchtigen Dolo- mitenzackett des Rosengartens.

3n Trient empfängt uns brausender Jubel einer vieltausendköpfigen Menge. Wie in allen Or­ten, durch die wir fahren, grüßen Ehrenabordnun­gen der 'italienischen Wehrmacht und der faschisti­schen Bewegung den Führer des Dritten Reiches. Ohne Halt geht die Fahrt im unteren Etschtal wei­ter über Rovereto, vorbei an der historischen Berner Klause der alten FesfuNgsstadt B e - rona entgegen. Empfangen von einem Orkan von Jubelrufen und Musikklängen, von einem Meer von Häkenkreuzbannern und italienischen Flaggen, fährt der Zug des Führers ein. Inmitten der faschi­stischen Abordnungen steht in brauner Uniform eine kleine Gruppe von Mitgliedern der Auslands- organifation Die ersten auslandsdeutschen Volksgenossen, die den Führer auf feiner Jtalien- reise grüßen. Der Führer steht am Fenster seines Wagens und dankt immer wieder bewegt nach allen Seiten für die stürmischen Huldigungen. Der Bürgermeister der Stadt übergab dem Führer als Geschenk eine kunstvolle Wiedergabe des Denkmals des Fürsten Can Grande della Scala.

Dann ging die Fahrt weiter hinein in die frucht­bare sich in' unendlicher Weite ausbreitende lom­bardische Ebene, in ein lachendes Land mit lachenden Menschen. Wir fahren über das breite Bett des Po Mit viel Fleiß und Sorgfalt bewirt­schaften die uns freudig zurufenden Bauern ihre Felder, aber groß ist der Ertrag ihrer Mühe. Das kleinste Fleckchen dieser gesegneten Erde lohnt über­reich die aufgewandte Arbeit. Soweit; das Auge sieht, steht die Frucht in saftigem Grütt. Durch die Provinz Modena geht es bei leuchtendem Sonnen­schein, vorbei an Doriern und Flecken mit fröhlich winkenden und rufenden Menschen weiter nach Bologna, wo der Sonderzug zehn Minuten Aufenthalt nehmen wird. Borne Balilla, dann Jungfaschisten, Schwarzhemden, in zwanzigfachen Gliedern gestaffelt. Alle Spitzen der Partei, der Wehrmacht und der Behörden unter Führung der Präfekten auf dem mit roten Teppichen bedeckten Bahnsteig harren des Zuges. Einen Ehrenplatz nimmt die deutsche Kolonie ein. Während des zehn Minuten dauernden Aufenthaltes verlaßt der Führer dem Zug, hegrüßt unter tosendem Bei­fall der unübersehbaren Massen den Präfekten und schreitet dann die Front der auf dem Bahnsteig stehenden Ehrenformationen ab. Unter immer neuem Jubel und den Gängen der Nationalhym­nen verläßt der Zug des Führers langsam um 14.28 Uhr den Bahnhof.

Durch die Toskana nach Rom.

Die Fahrt geht dann weiter. Wieder fahren mir durch ein Meer von Fahnen, wieder begleitet den Führer der Jubel der italienischen Bevölkerung,, d:e teilweise in dichten Reihen den ®l5jen5I^!raU9 säumt, um den Schöpfer des neuen Deutschlands zu sehen. Bis Florenz verhindern viele Tunnels die Sicht, aber in den kurzen Zwischenräumen wirkt dann die Sinfonie von Sonnenlicht und Fah­nen und Girlanden um so eindrucksvoller. Einige Tunnels sind innen, sogar beleuchtet und prangen gleichfalls im reichen Flaggenschmuck Kilometer- lang begleiten gleich einem unendlichen Filmstreifen Tausende und aber Tausende von Plakaten mit In­schriften wieHeil Hitler!",Evviva il Re ed Im- peratore!,Evviva il Duce!Asse RomaBer- lino!, sowieEs lebe der Nationalsozialismus, es lebe der Faschismus!" die Strecke, ehe wir dann Florenz erreichen. Der Kopfbahnhbf Florenz wird umfahren, und ohne Halt geht es weiter. Die flachen Fabrikdächer tragen ein engmaschiges Netz von deutschen und italienischen Fahnen. Gleich rie­sigen Teppichen hängen lange Fahnentücher von den Häusergiebeln bis auf die Straße herab. Jetzt ist der Arno unser Begleiter, dessen breites Bett aber nur eine schmale Wasserrinne aufweist. Alte Burgen tauchen in . der jetzt ungemein - reizvollen Landschaft auf, gekrönt mit deutschen und italieni­schen Fahnen, und bann kommt nach Arezzo der Trijimener See. der im riesigen Halbkreis,

von hohen Bergen umgeben, seine kriegerische Ver­gangenheit kaum ahnen läßt. C h i u s i ist fast nicht wiederzuerkennen in einem Wald von Fahnen und Girlanden. Jetzt haben wir den Tiber zum Ge­leit bis Rom. Viele Hunderte Meter lang spannen sich von Baum zu Baum Girlanden. Wir nähern uns Orcieto. Hoch in den obersten Zweigen der Bäume hat die Jugend die Fahnen angebracht, denn zeitweise versperrt ein hoher Bahndamm die Sicht, und keine Gemeinde will in diesem edlen Wettstreit der Dörfer und Städte hinter dem Nach­barn zurückstehen. Für eine kurze Strecke erfreut das blaffe Grün der Bäume und Sträucher das Auge, zeugt weicher Blütenschmuck von der Frucht­barkeit Toskanas. Je mehr wir uns der Haupt­stadt des Faschismus nähern, um so farbenpräch­tiger das Bild. Ein riesiges TransparentL a Provincia di Roma saluta Hitler (Die Provinz Rom grüßt Hitler). In M o n t e Ro­tonda, 38 Kilometer vor der italienischen Haupt­stadt, ist letzter Aufenthalt. Hier steigen vom zweiten Sonderzug der Stellvertreter des Führers und die anderen Reichsminister mit ihrer Beglei-

HerzlicherÄnpsangamBahnhos.

Monarch und Duce

heißen den Führer willkommen.

Rom,»3. Mai. (DNB.) Der stundenlange Auf­marsch zum Empfang des Führers und Reichs- kanzlers in der Hauptstadt des Faschismus ist mit jener Ordnung und Pünktlichkeit erfolgt, die das faschistische Italien feit langem auszeichnet. Schon eine Stunde vor der Ankunft des Führers ist die Ehrenformation, bestehend aus einem Gre- nadi e r b a t a i 11 o n , in der festlich erhellten Längshalle des Ostia-Bahichofes mit der Regiments­fahne angetreten. Ihr gegenüber stand die schwarze Front der Leibstandarte, als der Duce um 20 Uhr in der Uniform des Ehrenkorporals der Faschistischen Miliz in Begleitung des Außenmini­sters Graf C i a n o erschien und unter den Klän­gen der Giovinezza die Front abschritt. Bereits vorher waren in der von einer mit Hakenkreuzen geschmückten Germania beherrschten Empfangshalle die Mitglieder der deutschen Botschaft in der neuen Diplomatenuniform erschienen. Ferner hatten sich vom Diplomatischen Korps der japa­nische Botschafter und die Gesandten von Ungarn, Jugoslawien, National- fpanien und Mandschukuo eingefunden. In rascher Folge waren auch sämtliche Mit­glieder der Regierung, Vertreter des Großen Rates des Faschismus, des Partei­direktoriums und hohe Offiziere der Wehr­macht erschienen.

20.20 Uhr erschien Seine Majestät der König und Kaiser in der Uniform des vor wenigen Wochen für ihn und den Duce geschaffenen Ranges des Ersten Marschalls des fajchistr-

tung in den Zug des Führers über, um mit ihm gemeinsam am Einzug in Rom teilzunehmen. Be­reits vorher waren der deutsche Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, der Landesgrup­penleiter Italien der AO. der NSDAP., Ettel, und Generalkonsul Bene- Mailand zugestiegen. In der letzten halbe stunde der Fahrt ist bereits die Dunkelheit hereingebrochen. Freudenfeuer lodern jetzt von allen Hügeln, die von einer Un­menge von Fackelträgern Leben und Gestalt erhal­ten. Das dichte Spalier ist von einem magischen Schein zahlloser bengalischer Lichter und einem Kranz von Fackeln überzogen. Bäuerinnen in ihren malerischen Trachten führen während des kurzen Aufenthaltes in Monte Rotondo Volkstänze vor dem Wagen des Führers auf, werfen Blumen über Blumen in den Zug und verleihen in ihrer scharmanten Art dem buntbelebten Bild einen be­sonderen Reiz. Immer dichter werden die Reihen der längs der Schienenstränge stehenden Menschen, bis bann der Zug kurz vor 20.30 Uhr in die tag­hell erleuchtete Halle des neuen römischen Bahn­hofes Ostiense einfährt.

scheu Imperiums. In Begleitung der Staatssekretäre der Wehrmacht schreitet der König und Kaiser unter den Klängen des Königsmarsches die Ehrenforma­tion ad. Kurz vor 20.30 Uhr, während die Kamera­leute ihre Apparate bereits in Gang fetzen, tritt Seine Majestät Viktor Emanuel III., immer in an­geregter Unterhaltung mit dem Duce und mit dem Grafen Ciano, unmittelbar an den Bahnsteig vor.

Die letzten scharfen Kommandos werden gt- geben. Die Truppen präsentieren. Als der Wagen des Führers unmittelbar vor der Empfangshalle halt, entsteigt ihm A d o i ? hi11er, öer das Abxeichen des Ehrenkorporal z angelegt hatte und den Ehrendolch der Mw; trug. Der Führer wird sofort vom König und Kaiser in deutscher Sprache begrüßt. Dann heißt der Duce mit lebhaftem Gruß und Handschlag den Führer willkommen. Nach, dem auch der italienische Außenminister Graf Eiano den Führer begrüßt hat, stellt der König und Kaiser dem Führer in der Emp­fangshalle die Vertreter des Diplomatischen Korps vor. Unter den Klängen der deutsche Hymnen schreitet Adolf Hitler dann die Ehrenkompanie ab und grüßt die alte ehrwürdige Fahne des Grenadierregiments und die Fahne der Leibstandarte des Duce mit er­hobener Rechten.

Nach dem Abschreiten der Ehrenfront stellt der König und Kaiser dem Führer die Marschälle de Bono und B a d o g l i o vor. Dann fährt die offene königliche G a l a k a r o f f e vor, die der Führer und der König und Kaiser sofort besteigen, während in die Klänge des von dem Musikkorps Ifcer Carabinieri gespielten Marsches sich brausender

Die Ankunst in Rom.

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Unser Bild gibt einen Ausschnitt aus dem Stadtplan von Rom mit dem Ankunftsbahnhof, dem neuen Ostia-Bahnhof, und der Triumphstraße (durch Pfeile gekennzeichnet) zum Quirinal. Nahe der Cestiuspyramide liegt die Porta San Paolo, zu der die neuangelegte Adolf-Hitler- Straße vom Bahnhof führt. (Scherl-Bilderdienft-M.)

Die Fahne des Spahi-Regiments aus Libyen vor den^Eingangsfor zum Balilla-Lager. (Scherl-M.)

Beifallssturm für die Staatsoberhäupter mischt. Vor und hinter der königlichen Karosse, die sich so­fort in Bewegung fetzt, trabt je ein Zug der könig­lichen Leibkürafsiere. Bei der Abfahrt des Führers und des Königs und Kaisers bleibt der Duce auf dem Bahnhof zurück und grüßte jeden einzelnen Wagen des langen Festzuges mit herzlicher Geste.

Die Ehreikeskorte.

An der Spitze ein Vorreiter in rotem Frack, weißen Hosen und schwarzem Zylinder. Die Trom­peten der Königskürassiere schmettern, gleichzeitig setzen die Musikkapellen mit den deutschen und ita-_ tienischen Nationalhymnen ein. Die Kolonne der' 15 Wagen eröffnet ein Wagen, in dem der Zere­monienmeister des Königlichen Hoßes, Graf Giriodi, ferner Admiral Bonetti, General­adjutant des Königs und Kaisers, Korvettenkapitän v. Puttkamer, Adjutant des Führers, und Leonardi, Flügeladjutant des Königs und Kaisers Plmz nahmen. Dann gliedert sich eine Schwadron der Königskürassiere an. Nun folgt d i e Königliche Galakutsche mit dem Führer und de,n König und Kaiser.-In Äer ersten Kutsche des Gefolges haben Platz genommen: Reichsaußen­minister v. Ribbentrop: Außenminister Graf Ciano: ferner Graf Mattioli-Pasgualin: Chef des Zivilen Kabinetts des Königs und Kaisers; General Marchese Afinari di Bernezzo, erster Adjutant des Königs und Kaisers. Zweite Kutsche: der Stellvertreter 6es Führers, ReichsmiNister R u - dvlf Heß; der Sekretär der Faschistischen Partei, Minister Starace; der Chef der Reichskanzlei, Reichsminister Dr. Lammers; Admiral Salza, Ge- neroladjutant des Königs und Kaisers und Chef der Königlichen Mission, die dem Führer als Ehren­dienst beigegeben ist. Dritte Kutsche: Botschafter' von Mackensen, Botschafter Attolico und Graf Murari della Corte Bra', Mitglied der Königlichen Mission. Vierte Kutsche: Reichsminister Dr. Goebbels; Minister Alfieri; General der Artil­lerie Keitel; Reichsleiter B o uh 1 e r. Fünfte Kuffche des Gefolges: Reichsminister Frank; Staatssekretär Fhr. v. Weizsäcker; Unterstaatssekre­tär beim italienischen Ministerpräsidium, Medici del Vascello, und Unterstaatssekretär des italienischen Außenministeriums, Bastianini. Sechste Kutsche: Reichsleiter Amann; Reichsführer ff Himm - l e r; Unterstaatssekretär im Innenministerium Bus- farini; ferner General Graf Solaro del Borgo, Oberstallmeister des Königs und Kaisers. Siebte Kutsche des Gefolges: Reichspressechef Dr. Diet­rich; Gauleiter Staatssekretär Bohle; Chef des Protokolls von Bülow-Schwante, und fein italieni­scher Kollege Cortini. Achte Kutsche des Gefolges: Oberguartiermeister Generalleutnant v. Stülp- nagel; Obergruppenführer und Chefadjutant des Führers, Brückner; General Graf Guriri und Zeremonienmeister Graf Suardi.

Die Stadt Rom grüßt den Führer

Die Wucht und der Zauber einer zweieinhalb­tausendjährigen Geschichte erfüllte den Augenblick, als dem Führer an der Porta San Paolo vor der Pyramide des Casus Cestius der Willkom­mensgruß der Stadt Rom entboten wurde. Neben dem Chor der Porta Ostienfis des alten Rom, durch das schon vor Jahrtausenden der Verkehr nach Ostia, dem Seehasen Roms, flutete, ist in die alte aurelianische Stadtmauer eine breite Bresche ge­schlagen worden, in die die neuangelegte Via 1 e Adolfo Hitler einmündet. Vor dem hier ent­standenen weiten Platz war ein festliches von zwei wuchtigen Säulen überragtes Podium errichtet wor­den. Zwischen zwei Pylonen und vor einem Dier- türmen-Hintergrund stand die breite Figur der säugenden Wölfin, das Sinnbild dieser Ewigen Stadt. Für st Piero Colonna, der Gou­verneur von Rom, erwartete hier den Füh­rer. Aus beiden Seiten des Podiums hatten in den alten historischen Kostümen 22 Mitglieder derGe­treuen des Kapitols" als Bannerträger mit den Fahnen der alten römischen Stadtteile Aufstellung genommen. Im Hintergrund loderten auf der Stadt-