Ausgabe 
4.4.1938
 
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Zwei neue Rheinbrücken dem Verkehr übergeben.

Speyer, 3. April. (DNB.) Die Gaue Saar- Pfalz und Baden haben am Sonntag durch die 'm feierlichen Staatsakten vollzogene Ein­weihung der neuen Rheinbrücken bei Speyer und Karlsruhe zwei geschichtlich und verkehrspolitisch bedeutsame Ereignisse begehen können. Der Bau dieser Rheinbrücken, seit Jahr­zehnten eine bittere Notwendigkeit, durch die klein­staatliche Zersplitterung und Uneinigkeit aber nie über das Stadium der Erörterungen und Berhand- lungen hinausgekommen, konnte erst nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus tatkräftig in Angriff genommen werden. Zur Feier in der Speyerer Festhalle waren u. a. unter den zahlreichen Ehrengästen Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden, Siebert und Köhler erschienen. Der Reichsverkehrsminister durchschnitt das die Fahrbahn der neuen Brücke überspannende breite Band, worauf die Eröffnungssahrt erfolgte. Am Nachmittag gegen 16 Uhr trafen, von Speyer kom­mend die zu der Weihe der neuen Karlsruher Brücke geladenen Festteilnehmer am alten Bahn­hof Maxau ein. Eine Ehrenkompanie der Wehr­macht und Ehrenformationen der Partei waren auf­marschiert. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller schritt mit den Ministerpräsidenten Siebert und Köhler die Fronten der Ehrenkompanie und der Ehrenformationen sowie des Bahnschutzes ab wor­auf der Präsident der Reichsbahndirektion Karls­ruhe, Dr. Roser, dem Reichsverkehrsminister die Fertigstellung der neuen Brücke meldete. Nach einem von einem Arbeiter' vorgetragenen Kern­spruch übermittelte Ministerpräsident ' Köhler na­mens der badischen Regierung herzliche Grüße. Reichsverkehrsminister Dr. D o r p m ü l l e r teilte mit, daß nunmehr eine weitere Rheinbrücke, die Autobahnbrücke, nördlich von Mannheim in An­griff genommen werde.

Die Festteilnehmer begaben sich dann zu den bei­den mit geschmückten Lokomotiven bespannten Zü­gen zur Fahrt über die alte Schiffs- b r ü d e. Um 16.52 Uhr setzte sich der letzte Zug über die alte Brücke in Fahrt. Böllerschüsse wurden von den vor der Brücke haltenden reich beflaggten Schiffen abgegeben, Sirenen heulten und sandten damit diesem letztenZügle" einen Abschiedsgruß zu. Dann wurde die Schiffsbrücke abgefahren. Bon Wörch, der ersten Station am pfälzischen Ufer aus fuhr hierauf der Sonderzug in langsamer Fahrt 3 u r neuen Brücke. Die Lokomotive zerriß hier ein über den Schienenstrang gespanntes weißes Band. Die Brücke war frei zur Fahrt, die an den neuen Bahnhöfen der Karlsruher Vororte vorbei wieder zur Gauhauptstadt zurückführte. V

Frankreichs Präsident fordert Selbstdisziplin derpreffe.

Nicht persönliche Interessen, sondern Dienst am Vaterland.

Paris, 4. April. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident der Republik sprach auf einem Bankett über die Pflichten des Journalisten für eine wahrheitsgetreue Berichterstattung. Seien Sie gewissenhaft um die Wahrheit besorgt, vermeiden Sie peinlich st die lieber« treibung, die unbedeutende Ereignisse entstellt und Erregung in eine schon zu sehr zu Angst und Unruhe neigende Öffentlichkeit trägt, hüten Sie sich vor Skandalmacherei und Dilettan­tismus, der den gesunden Menschenverstand und die Vernunft der Leser verwirrt. Beweisen Sie, daß einzig die Arbeit die Quelle allen Reichtums und Glückes ist. Der redliche Journalist müsse sich, so fährt Lebrun dann fort, eine freiwillige Disziplin auferlegen und Ungerechtigkeit und Haß meiden, lieber seine per­sönlichen Interessen, über die Interessen seiner Zei­tung und seiner Partei, wie über seine Leidenschaft müße der Journalist immer den Dien st am Vaterland stellen.

Frauen-HmrichlimgenmMoskau

Streng geheim und ohne Gerichtsverfahren.

Riga, 2. April. (DNB.) Wie man hier aus zu­verlässiger Quelle erfährt, sind in Moskau vor kur­zem die Frauen von elf früherenSow- j e t g e w a l t i g e n wegen Spionagever­dachtes hingerichtet worden. Darunter be­finden sich die Frau des vor wenigen Wochenver­schwundenen" Sowjetmarschalls und stellvertreten­den Kriegskommissars Jegorow, die Frau des Marschalls B u d j o n n y , die Frau des ehemaligen Volkskommissars für Volksbildung Bubnow, die Frau des im letzten Moskauer Prozeß erschossenen früheren Volkskommissars für Außenhandel R o - s e n g o l z, die Frau des seit mehreren Monaten verhafteten Volksmissars für Handel Weizer, die Frau des bereits im Juni v. I. erschossenen Armee­kommandanten Kork und andere.

Die Frauen Jegorows, Budjonnys und Rosengolz> stammten aus bekannten Familien des früheren russischen Adels. Die Einzelheiten dieser furchtbaren Affäre werden streng geheimgchalten- Es heißt, daß die elf genannten Frauen nicht einmal vor ein Gericht gestellt worden seien, son­dern auf Grund eijier S o n d e r o e r f ü g u n g der GPU. hingerichtet wurden. Marschall Jego­row sei sofort entfernt worden, nachdem seine Frau die man übrigens früher bei offiziellen Anlässen häufig zu Gesicht bekam als Spionin verhaftet wurde Nur der bekannte bolschewistische Marschall Budjonny, seit der Bürgerkriegszeit wohl die po­pulärste Figur der Roten Armee, der gegenwärtige Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks ist, ist vorläufig trotz der Erschießung seiner Frau in seinem Amt belassen worden.

Russischer Geheimsender wird in polen gehört.

Warschau. 3. April. <DNB.) Der russisch- Ge- heimsender, der seit einiger Zeit stalinfeindliche Sen­dungen verbreitet, war auf der Wellenlänge 29 bis 30 in der letzten Nacht wieder tätig. Die Sendung wurde mit den Worten eingeleitet:Hallo, hier spricht Moskau, sie hören den Verband der Befreie r." Die Sprecherin des Geheimsenders erklärte:Wir können dieses Leben und den wahn­sinnigen Terror Stalins nicht mehr länger vertra­gen. Wir wollen keine Sklaven bleiben." Weiter wurde mitgeteilt, daß die Sendungen auf der Welle 29 bis 32 iim 23.30 Uhr MEZ. fortgesetzt werden.

Student im Dritten Reich!

Von K. Kugelmann, Gaustudenienführer Hessen-Nassau.

NSG. Zwei große, selbstgeschaffene Organisatio­nen wirken im Studententurn unserer Zeit, der NSD.-Studentenbund und die Deutsche Studentenschaft (DSt.). Die SSt., entstan­den aus dem Fronterleben des Weltkrieges, ist die große Selbstverwaltungsform des Studententums, die Zusammenfassung aller deutschen Studenten der Hoch- ^ind Fachschulen. Ihr bewegender Motor ist der NSD.-Studentenbund, der neben seiner eigenen Erziehungsarbeit auch die vielfältigen Arbeitsfor­men der Studentenschaft wieder aufgebaut und mit neuem Leben erfüllt hat.

Schon beim Eintritt ins Studium ist der er­zieherische Wille dieser Organisation entscheidend. Die DSt. hat von sich aus zuerst den Arbeitsdienst zur Voraussetzung des Studiums gemacht, und schon 1933 die st u d e n t i s ch e Arbeitsdienst- p flicht eingeführt. Die Ableistung eines halb­jährigen Dienstes in der Gemeinschaft ist auch heute noch Pflicht für alle Studenten. Diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen keinen Arbeitsdienst leisten können, find verpflichtet, im studentischen Ausgleichsdienst an anderer Stelle ihren Kräften entsprechend zu dienen, ehe sie ihr Studium aufnehmen dürfen.

So ist bereits beim Zugang zürn Studium eine Schranke der Leistung aufgestellt. Eine andere Schranke aber hat das Studententurn beseitigt: Geldbesitz bedeutet höute keine Voraussetzung des Studiums mehr. Der auf Grund feiner politischen und geistigen Haltung fähige junge Mensch kann studieren, auch wenn ihm von Haus aus die Mittel dazu fehlen. Grundlage dieses Erfolges bildet we­sentlich die Tatsache, daß die vielen bestehenden Un­terstützungseinrichtungen, Gebührenerlaß, Stipen­dien, Reichsförderung des Studentenwerks, nicht mehr planlos nebeneinander arbeiten, sondern in Zusammenarbeit mit der Studentenführung und unter Zugrundelegung ihrer Beurteilung plan­mäßig die Würdig st en fördern. Das End­ziel wird sein, daß Förderung nicht mehr eine Frage der Bedürftigkeit, sondern eine Anerkennung d e r Leistung ist. Das Ausmaß der Förderungs­möglichkeiten erhellt aus dem Beispiel, daß allein das Studentenwerk an der Universität Frankfurt am Main in diesem Winter 220 Studenten mit einer Summe von 47 000 Mark gefördert hat.

Nur. eine Schwierigkeit verhindert noch, daß jeder

Das Wiener Haus-, Hof - und Staatsar­chiv, das im Gebäude des ehemaligen Bundes­kanzleramtes untergebracht ist, gehört zu den be­deutendsten Studienstätten Europas: Hier kann man vergangene Geschichte unmittelbar erleben. Das Schicksal von zehn Jahrhunderten findet seinen Nie­derschlag in unzähligen Akten, Briefen, Staatsdoku­menten,' von denen nur der geringste Teil aus­gestellt ist.

Die ä l t e st e Urkunde, die es bewahrt, ist ein schon ziemlich zerstörtes Pergament aus dem 9. Jahrhundert. Es wurde im Jahr 816 in Aachen ausgefertigt und bestätigt dem Erzstift Salzburg die schon verliehene Immunität und den Schutz des Königs. Als Unterschrift trägt es in lang nach oben gezogenen, schon erblaßten Lettern den Namen Hludovicus". Kaiser Ludwig der Fromme, Karls des Großen Sohn, schrieb hier seinen Namen.

Von Friedrich II., dem staufischen Kaiser, von dem in DantesDivina Commedia" die Rede ist, und dessen rotes Porphyr-Grabmal im Dom zu Palermo steht, stammt ein Dokument, das in der- Welt einzigartig ist: die erste auf Papier geschrie­bene Urkunde eines deutschen Kaisers. Sie wurde im Jahr 1228 ausgefertigt und enthält den Auftrag an den Erzbischof von Salzburg und den Herzog von Oesterreich, einen zwischen dem Kloster Göß und dem Herzog von Kärnten ausgebrochenen Streit zu schlichten. Der Kaiser hatte den damals neuen Schreibstoff, den die Araber von den Chine­sen übernommen hatten, vermutlich in dem mauri­schen Sizilien kennengelernt und statt des Perga­ments für Dokumente eingeführt, denen keine allzu große Wichtigkeit zukam.

Auch die größte Fälschung der öster­reichischen Geschichte ist hier aufbewahrt. Herzog Rudolf der Stifter ließ das sogenanntePrivile­gium Minus", das Kaiser Friedrich Barbarossa 1156 der Mark Oesterreich ausgestellt hatte, durch ein neues Dokument ersetzen, dasPrivilegium Majus" heißt. Es enthält eine viel größere Unab­hängigkeit vom Reich als früher. Die große goldene Bulle, die dem Pargament anhängt, ist echtes kaiser­liches Siegel: sie stammt von der ursprünglichen Urkunde und wurde einfach auf die neue über­tragen.

Von den Seltenheiten aus der Zeit der Refor­mation fällt vor allem das Studienheft des Kaisers Maximilian I. auf, worin er Notizen für seinen berühmten autobiographischen RomanWeißkunig" eintrug, den Albrecht Dürer illustrierte. Dazu bemerkt der den Kaiser begleitende Sekretär, daß diese Notizen arti Maria-Magdalenen- Tag 1499 während einer Fahrt auf dem Bodensee nahe von Lindau von seinem Herrn aufgeschrieben wurden.

Besonderer Seltenheitswert kommt auch dem Einblattdruck Martiü Luthers zu, den er selbst herausgegeben hat. Im Oktober 1517 schlug Luther die 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Schloß, kirche, die gegen die Ablaßpredigten des Domini­kaners Tetzel gerichtet waren. Don diesem ältesten Thesendruck, der den authentischen Text enthält, sind nur noch drei Exemplare in der Well nach­weisbar: sie befinden sich außer in Wiep in der Preußischen Staatsbibliothek von Berlin und im Britischen Museum zu London.

Ein anderes Dokument führt in die dramatischen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges. Gordon, der Stadtkommandant von Eger, der die Offiziere Wallensteins zu dem berüchtigten Bankett in der Burg eingeladen hatte und später selbst auf die Gäste mit dem Schwert eingedrungen war, teilt Kaiser Ferdinand die Einzelheiten der Ermordung des großen Feldherrn mit, an der er selbst nicht beteiligt war. Die reichlichen Korrekturen des dra­matischen Briefes stammen von der Hand des Gene­rals Piccolomini, der sich in der Aufregung des weltgeschichtlichen Augenblickes nicht Zeit ließ, eine neue saubere Abschrift für seinen Herrn anzu­fertigen, sondern das Konzept, wie es war, persön­lich überbrachte. So haftet an diesem einzigartigen

begabte junge Volksgenosse die Hochschule besuchen kann, die Frage der Vorbildung. Die Forde­rung der Reifeprüfung als Voraussetzung des Hoch­schulbesuchs entspringt der Notwendigkeit einer allen gemeinsamen wissensmäßigen Grundlage. Aber auch dieses Hindernis wird beseitigt. In zunehmen­dem Maße wird der Zugang bewährter Fachschüler zur Hochschule erleichtert. Darüber hinaus gehen bereits jetzt 100 ehemalige Volksschüler durch die V o r st u d i e n a u s b i l d u n g # ber Reichsstuden­tenführung, die ihnen in zweijährigem Kurs die Voraussetzung für den Hochschulbesuch gibt und ihnen restlos das Studium ermöglicht.

Der junge Student tritt freiwillig in die Kame­radschaften des NSD. - Studentenbundes ein. In ihm wird er zum weltanschaulich festen, cha­rakterlich und haltungsmäßig, klaren und wissen­schaftlich strebenden Mann erzogen. Die politische Erziehung hat als wesentlichstes Element das Er­lebnis im Land - und Fabrikdienst. Da gehen die Studenten für vier Wochen in den Osten des Reiches zur Erntehilfe oder verschaffen durch ihre Arbeit in der Fabrik einem Volksgenossen einige Wochen zusätzlichen Urlaub. 1000 Studenten meldete der Gau Hessen-Nassau im vergangenen Jahr zum Einsatz, 1000 Studenten lernten in ihrer Arbeit die Not der Ostmark kennen und wurden einheitlich im grenzpolitischen Kampf ausgerichtet.

Nach dreisemestriger Bewährung in der Kame­radschaft, in der keineswegs das Studium vernach­lässigt wird, wendet sich der Student nun ganz der wissenschaftlichen Arbeit zu. Ohne Ueber- heblichkeit sucht er doch bereits als Lernender den Zugang zu selbständiger geistiger Arbeit. In den Arbeitsgemeinschaften der Fachschaft setzt er sich mit den Problemen der Wissenschaft seiner Zeit aus­einander. Ziel und Ergebnis dieses Strebens ist der Reichsberufswettkampf der deutschen Stu­denten. In mannschaftsmäßiger Arbeit werden selbstgestellte wissenschaftliche Aufgaben politischer Zielsetzung bearbeitet und gelöst. 15 000 Studenten haben in diesem Winter über 600 Arbeiten im RBWK. eingereicht davon 40 aus dem Gau Hessen-Nassau und wie im Vorjahre wird der größte Teil davon auswertbar sein. Aus eigener Verantwortung heraus arbeiten so die Studenten an dem Ziel, politischen und leistungsmähig hervor­ragenden Nachwuchs zu erziehen.

Dokument gleichsam noch die Spur von Wallen­steins Ermordung.

Die Sammlung enthält auch eine Reche historisch berühmter Abschiedsbriefe. In der Nacht vom 26. auf den 27. November 1780 schreibt Maria Theresia an ihren Sohn Leopold, den Groß- Herzog von Toskana, von ihrem Krankenlager aus. Sie tröstet ihn wegen ihres schlechten Befindens und segnet ihn und seine Familie. Die mütterliche Schrift scheint völlig ungebrochen. Am Abend des 29. November ist sie bann geftorben.

Ein anderes Blatt enthält die Bitte Andreas Hofers an Erzherzog Johann, ihm in letzter Stunde zu helfen. Der Brief ist vom 26. Januar 1810 datiert, die Schrift von seinem Vertrauten Sweth. Das Siegel stellt einen bärtigen Bauern­kopf dar. Am 28. Januar um 4 Uhr früh wurde der Tiroler Freiheitsheld in seinem Versteck auf der Almhütte aufgegriffen und drei Wochen später zu Mantua erschossen.

Vom 13. Juni 1890 flammt ein Brief des ein­stigen Erzherzogs Johann Orth an feine Mutter. Er schreibt von Ensenada, südöstlich von Buenos Aires, wohin er mit seinem SeglerMar- guerita" gekommen ist. Heber das nächste Reiseziel berichtet Orth in italienischer Sprache:Anfangs Juli werden wir, wenn alles erledigt sein wird, die Reise fortsetzen; nun folgt das schwierigste Stück der Fahrt, nämlich die Umschiffung des Kap Horn, das fast immer van Weststürmen, also entgegen­gesetzt unserer Fahrtrichtung, umbraust ist. Geht's gut, werden wir in zwei Monaten in Valparaiso sein." An Bord befand sich auch seine Geliebte, Milli Stubel. Dieser Brief war sein letztes Schreiben. Seitdem blieb er verschollen. Im Juni 1911 wurde er für tot erklärt.

Verschiebung der Volks-, Berufs- und Betriebszählung.

Berlin, 2. April. (DNB.) Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist die ursprünglich für den 17. Mai 1938 angeordnete Volks-, Berufs- und Be­triebszählung mit Rücksicht auf die Wiedervereini­gung Oesterreichs mit dem Deutschen Reich sowie die Vorbereitung der Abstimmung und der Neichs- tagswahl verschoben worden. Die alljährlich stattfindende Badenbenutzungserhebung wird unter Verwertung der Vorerhebung im alten Reichsgebiet im Juni 1938 durchgeführt. Nähere Weisungen an die mit der Durchführung des Zählungswerkes beauftragten Verwaltungsbehörden ergehen in Kürze.

Umlage der neuen Grundsteuer.

Berlin, 1. April. (DNB.) Die Grundver­mögen s ft e u e r , die nach der Preußischen Aus­führungsverordnung zum Reichsmietengesetz zum Teil auf die Mieter umgelegt werden konnte, ist am 1. April durch die neue Grund st euer ersetzt. Zur Anpassung an die neue Rechtslage hat der Arbeitsminister eine Verordnung erlassen. Hiernach kann die Grundsteuer in der gleichen Höhe u m g e I e g t werden, w i e bisher die Grundver­mögenssteuer. Dabei ist es unerheblich, ob die neue Grundsteuer im Einzelfall höher ober niebric:r ist als bie frühere Grundoermögenssteuer.

Fünf Jahre

stabile Brot- und Butterpreise.

WPD. Der Brotpreis ist in Deutschland seit 1933 stabil geblieben. In der gleichen Zeit stieg er in ber Schweiz um 14 o. H., USA. um 17 v. H., Kanada um 25 v. H., England um 27 v. H., Frankreich um 31 v. H., Dänemark um 32 o. H. Der Futterpreis stieg in Kanada um 15 o. H., in Dänemark um 24 o. H., in Frankreich (seit 1935) um 27 v. H. und in den USA. um 53 v. H.

Aus aller Welt.

Wilhelm Gustloff" rettet englische Matrosen aus Seenot.

3n ber Nacht zum Montag geriet ber eng­lische FrachtdampferPegaway" auf der höhe von Terschelling, einer ber holländischen Küste vorgelagerten Insel, in schwere Seenot Auf die SOS-Rufe des Dampfers eilte das &b SchiffW ilhelm Gustloff" zu Hilfe und nahm gegen acht Uhr mitteleuropäischer Zeit die Besatzung des Engländers, etwa 17 Mann, an Bord. Die Rettungsarbeiten waren bei dem star­ken Seegang außerordentlich schwierig.

Weitere Ehrungen für Graf von der Schulenburg.

Der Führer Hal dem ^-Obergruppenführer Gene­ral Graf Friedrich von der Schulen- burg in Würdigung seiner Verdienste anläßlich seines 50jährigen Militärjubiläums das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, verliehen. Der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Philipp Bouhler, überreichte dem verdienten Offizier die hohe Auszeichnung im Auftrage des Führers. Im Rahmen einer kurzen Feier übermittelte der Chef des General ft abes des Heeres, "General- der Artillerie Beck, im Moltke-Zimrner des Reichs­und preußischen Ministeriums des Innern Graf von der Schulenburg die Glückwünsche des Heeres, in­sonderheit des Generalstabes, und überreichte ihm die Urkunde über seine Charakterverleihung als General der Kavallerie.

Flugstützpunkt wird Wahllokal.

Der schwimmende FlugstützpunktFriesen- land", ber an ber brasilianischep Küste bie Flug^ sicherung für die deutsche Transozean-Luftpoststrecke DeutschlandSüdamerika durch führt, wurde von der Deutschen Lufthansa der Auslandsorgani­sation als Wahlschiff für'den 10. April zur Verfügung gestellt. DieFriesenland" wird nach dem Abschuß des Dornier-Flugbootes mit der für Europa bestimmten Post den Hafen von Re­cife anlaufen und dort bie beutschen Reichs­angehörigen an Bord nehmen. Die Wahlzettel und die sonstigen nötigen Unterlagen für die Wahl werden auf dem üblichen Luftpostweg derFrie­senland" übermittelt, so daß trotz der Kurze ber Zeit die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlhand­lung Tausende von Kilometern fern der Heimat er* möglich! wird.

Feuer auf dem Rennplatz Daglfing.

Während des Trabrennens in Daglfing bei Mün­chen brach auf der Haupttribüne des Rennplatzes ein Brand aus, der sich bei dem starken Weststurm rasch ausbreitete und in kurzer Zeit die ganze aus Holz erbaute Tribüne erfaßte. Wie wir erfahren, ist das Feuer in den im Erdgeschoß gelegenen Wirt­schaftsräumen entstanden.

Schweres Unglück beim Autorennen in Italien.

Während des 12. Internationalen lau« sendmeilen-Rennens ereignete sich neben kleineren Unfällen leider auch ein schwerer Unglücks­fall. Der Lancia von Bruzzo und.Mignanego fuhr um 17.15 Uhr in Bologna auf der Geraden zwi­schen Porta Zambori und Porta Mascarella in vol­ler Geschwindigkeit inöie dichten Zuschauer- re ih e n, da der Fahrer aus unbekannten Grün­den die Herrschaft über den Wagen verlor. Neun Zuschauer wurden getötet, während 18 ver­letzt wurden, darunter mehrere schwer. Die beiden Fahrer sind gleichfalls schwer verletzt.

kommende Schachturniere.

Beim Großdeutschen Schachbund sind für bie Meisterschaft von Deutschland die vom 24. Juli bis 7. August 1938 in Bab Oeynhausen mit 16 Teilnehmern ausgetragen wird, aus 18 ßanbesJ» oerbänben 60 Meldungen eingegangen, von denen jedoch nur 40 angenommen werden können. Zur Ausscheidung sollen drei Zonenturniere durchgeführt werden. Das erste findet vom Kar- freifag, 15. April, bis Sonntag, 24. April, in Heilbronn mit 12 Spielern statt. Die beiden anderen finden um Pfingsten statt. Die ersten Meisterturniere des Jahres werden um die Mai- Juni-Wende in Bad Elster und Ende Juni i n Bad Harzburg ausgetragen.

Gold im Werte von 15 Millionen Lei nach Frankreich verschoben.

Der Bukarester Polizei war es in ber letzten Zeit ausgefallen, daß unter den illegalen Gold- unb Devisenhänblern auf ber sogenannten Schwarzen Börse große Geschäfte mit Goldmünzen getätigt wurden. Als Käufer entdeckte man bas Bankhaus Oarlifteanu, das, wie sich herausstellte, das Gold für einen gegenwärtig in Paris weilenden Direktor der Internationalen Schlafwagen-Gesellschaft namens Flavian aufkaufte und über bie Grenze nach Paris schmuggelte. Garlisteanu, der Mitinhaber der Bank Zahareanu und der Buchhalter der Bank, der Jude Trachtenberg, wurden verhaftet. Bis­her soll bereits Gold im Werte von 15 Millionen Lei nach Frankreich geschmuggelt wor­den sein. In die Angelegenheit ist auch der frühere Justizminister X u n i verwickelt.

69 Gebäude unb bie Kirche in einer slowakischen Gemeinbe abgebrannt

29 Wohnhäuser, 40 Wirtschaftsgebäude und ein großer 'Wald fielen in der slowakischen Gemeinde Reouci südwestlich von Kaschau einem Brande zum Opfer. Das Feuer entstand im Kirch­turm und griff mit ungeheuerer Schnelligkeit auf die Kirche und die Häuser über. Aus den brennen­den Gebäuden konnte nicht einmal bas Notwen­digste gerettet werden. In vielen Stallungen ver­brannte das Vieh. Feuerwehr und Militär standen dem Brande machtlos gegenüber, da das Wasser fehlte. Sechs Personen wurden schwer verletzt.

Bauunglück in einem englischen Badeort.

In dem englischen Badeort Blackpool stürzte in dem im Bau befindlichen neuen Kasinoge- bäube ein 100 Tonnen schwerer Zementfuß- hoben ein und begrub mehrere Arbeiter unter sich. Vier der verschütteten Arbeiter konnten nur tot geborgen werden, zwei weitere Arbeiter wurden schwer verletzt.

Reue Weltrekorde Stoppanis.

Der bekannte italienische Rekordflieger Stop- pani hat auf der viermal durchflogenen 500 Kilo­meter langen Rundstrecke Santa Marinella NeapelMonte CavoSanta Marinella mit einem breimotorigen Wasserflugzeug die internatio­nalen Klassenrekorde für Wasser­flugzeuge mit einer Nutzlast von 2000, 1000 sowie 500 Kilogramm und ohne Nutzlast über 1000 und 2000 Kilometer, die ihm am 20. März von dem deutschen Piloten R i tz mit einem Heinkel-Wasser- flugzeug über ber Ostsee mit 331 bzw. 329 st/km entrissen worden waren, wieder an sich gebracht, lieber 1000 Kilometer erreichte Stoppani 403,424 st/km, über 2000 Kilometer 399,644 st/km.

Das Wiener Hans der Urkunden.

Oesterreichs Geschichte in Dokumenten.

Von Anion Melahari.