Ausgabe 
4.3.1938
 
Einzelbild herunterladen

Die Lebensgesetze der deutschen Nation.

Alfred Rosenberg auf einer Kundgebung der Berliner Iustizbeamten.

13 Adolf-Hitler-Gchitter des Gaues Heffen-Raffau. NSG. Am 20. April entsendet der Gau Hessen- Nassau die er st en Pimpfe auf die Adolf- Hitler-Schule. Dreizehn zwölfjährige Jungen werden zunächst einberufen. Sie gehören, solange unser Gau noch keine eigene Adolf-Hitler-Schule be­sitzt. der Adolf-Hitler-Schule Sa ar Pfalz an. die jetzt auf der Ordensburg Sonthofen im Allgau untergebracht wurde, da sie noch im Bau ist. Die künftigen Adolf-Hitler-Schüler werden aus 43 Pimpfenausunserem Gau ausgesucht, die in einem Auslese-Lehrgang in der Gebiets­führerschule Christian Crößmann bei Nieder-Walluff am Rhein zusammengezogen sind. Diese 43 Pimpfe wurden bereits aus 150 ausgemustert, die aus den Orten des Gaues Hessen-Nassau von den Ortsgruppenleitern in Zu­sammenarbeit mit den zuständigen Jungvolkfuhrern als Adolf-Hitler-Schüler oorgeschlagen waren, dann von den Kreisleitungen und später von der Gau­leitung und der Gebietsführung der HI. gesichtet wurden. In der Gebietsführerschule bleiben sie zehn Tage. Am Schluß des Lehrganges wird Gauleiter Sprenger auf Vorschlag der Gebietsführung die 13 Pimpfe für die Adolf-Hitler-Schule auswählen. Um die wirklich besten und fähigsten jungen Men­schen herauszusuchen, wurden die fünf besten Jung­bannführer des Gaues eingesetzt, die die Jungen in Gruppen betreuen. Der Schulleiter ist ein Pädagoge: Ziel des Ausleselehraanges ist, die Jungen herauszusinüen, die neben Mut, Entschlossen­heit und Anlage zur Führereigenschaft die Fähig­keit zur geistigen Hochleistung besitzen.

Der Dienst verläuft so, wie er im Jungvolk ge­tan wird. Die Jungen treiben Sport, Gelände­spiele werden durchgeführt und zwischendurch findet gruppenweise Unterricht statt, oder es wird schnell eine Nachschrift geschrieben. In diesem Dienstver­lauf werden die Jungen nach allen Gebieten hin scharf beobachtet, um sich ein genaues Urteil machen zu können. Als Vertreter der Presse die Gebiets- sührerschule besuchten, bauten die Jungen gerade Zelte auf. Der Führer ließ den Pimpfen freie Hand und beobachtete, wer aus sich heraus das .Kommando" übernimmt, mit Umsicht an die Kame­raden Anweisungen gibt und dadurch Führereigen- schasten zeigt. Der Unterricht gestaltet sich meist als Frage- und Antwortspiel. Im Wechseln der Gebiete zeigt sich die geisttge Beweglichkeit und das Mit­denken.

Die 43 Jungen des Auslese-Lehrganges setzen sich aus allen Bevölkerungsschichten zusammen. Da die Ausbildung auf den Schulen des Führers keinen Pfennig kostet, hat der Nationalsozialismus ver­wirklicht, daß auch dem begabten Kind nicht mit irdischen Gütern gesegneter Eltern der Besuch hoher Schulen möglich ist. Fast alle Pimvfe stammen aus kinderreichen Familien. Ein Bewerber für die Adolf-Hitler-Schule zählt noch neun Geschwister. Ein neuer Beweis dafür, daß aus kinderreichen Fami­lien die meisten geisttg hochwertigen Menschen her­vorgehen.

Kundgebungen in Graz.

Ein englischer Angenzeugenbericht.

London, 3. März. (DNB.) In diesen Tagen weilte, wie bereits gemeldet, der Bundesminister für Inneres und Sicherheitswesen, Dr. Seyß-Jn- quart, in Graz, wo er Besprechungen mit Ver­tretern des Volkspolitischen Referats und führenden Mitgliedern der nationalsozialisttschen Bewegung hatte. Die Anwesenheit von Dr. Seyh-Jnquart hatte sich schnell in Graz herumgesprochen, und bald strömten in größeren Zügen aus der Stadt die Menschen vor das Haus von Professor Dardieu, wo der Bundesminister als Gast weilte. Wie sich derDaily Telegraph" von seinem Wiener Korrespondenten berichten läßt, kam es dabei zu großen spontanen Kundgebungen. Fackeln und Hackenkreuzbanner seien von der Menge getragen worden, während junge Männer die Auf­rechterhaltung der Ordnung übernommen hätten. Dor dem Hause von Professor Dardieu hätten die Tausende Heilrufe auf Adolf Hitler aus­gebracht, und unter Rusen wieHeil Seyß-Jnquart! Ein Volk, ein Reich! Heil Deutsch­land!" sei die Menge an dem Hause vorbeige­zogen. Nach dem Bericht des englischen Blattes er­klang immer wieder das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Schließlich zeigte sich Seyß-Jn- quart am Fenster, von der Menge mit jubelnden Zurufen begrüßt. Wieder sei das Horst-Wessel-Lied angestimmt worden. Bei dem Schlußvers sei der Jubel der Menge diesmal zu einer leidenschaftlichen Freudenkundgebung geworden. Weiter hebt das englische Blatt in' seinem Augenzeugenbericht vor allem die glänzende Disziplin hervor und betont, daß die Kundgebungen der Freude bei den älteren Männern und bei den Bauern nicht weniger leid-n- schaftlich gewesen seien als bei der Jugend. Sie seien glücklich gewesen, einer Idee zujubeln zu können.

Or. Jury

(eife( den VereinDeutsche Nühne".

Wien, 3. März. (DNB.) Der Stellvertreter des Bundesleiters des Dolkspolitischen Referats, Staats­rat Dr. Jury, hat den Vorsitz des Vereins Deutsche Bühne" übernommen. Der Verein bemühte sich bisher vergeblich, eine Konzession für ein auf völkischer Grundlage stehendes Theater zu erhalten. In den Wiener Neuesten Nachrichten" erklärt Dr. Jury, daß der Gründung eines repräsentattven Theaters in Wien hohe Bedeutung zukomme, sei doch tue Pflege volksdeutscher Kultur im Sinne des Programms von Berchtesgaden.

Deutsch-nordische

Derkebrsbespreckmngen.

Berlin, z. März. ($31$.) Korprsührer Hühn- lein eröffnete im Deutschen Auslandsklub in An­wesenheit von Vertretern der Kraftfahroerbände Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Finnlands und Hollands die deutsch-nordischen Der- kehrsbesprechungen. Dieser Gedankenaus­tausch zwischen Fachleuten auf dem Gebiete des Verkehrs von Ländern, die unmittelbar aneinander grenzen, könne nur dazu beitragen, die im inter­nationalen Gremium zur Debatte stehenden Pro­bleme rascher voranzutreiben; die Motorisierung schreite in raschem Tempo vorwärts, mit diesem Tempo gelte es Schritt zu hatten. Die Formalitäten des Grenzübertritts müßten beseitigt werden. Weiter werde das Ziel angesttebt, daß t n allen Ländern nach denselben Regeln gefahren wird, die Beschilderung und Markierung der Straßen nach den glei­chen Grundsätzen durchgesührt wird und die Richt'

Berlin, 3. März. (DNB.) Die gesamte Ber­liner Justizbeamtenschaft vereinte sich im Sportpalast zu einer Kundgebung, bei der man neben dem Reichsjustizminister Dr. Gärtner den Staatssekretär im Reichsjustizministerium Staatsrat Dr. Freister, den Präsidenten des Volks­gerichtshofes, Dr. T h i e r a ck , den Präsidenten des Kammergerichtes, Hölscher, Oberreichsanwalt P a r e y , sowie zahlreiche Berliner Rechtsanwälte und Handelsrichter sah.

Reichsleiter Rosenberg hielt eine Ansprache, in der er auf den Versuch einging, das Kirchenrecht über das Staats- und Dolksrecht zu setzen. Das Mittelalter habe einmal eine zentrale Lebensgcstal- tung besessen, die zwar zerbrochen sei, jedoch in vielen Punkten noch als Tradition und Anspruch weiterwirke. Erst heute sei nach dem Auseinander­reißen des Lebens in viele Sondergebiete wieder ein zentrales Lebensgefühl entstan­den, das die auseinanderstrebenden Tendenzen zusammenführe. Aus diesem zenttalen Lebensgefühl ein Volksrecht zu gestalten, gehöre mit zu den größten Aufgaben, die unserer Epoche gestellt seien. Grundsätzlich könne hier nur folgendes erklärt werden:Wer die Interessen einer Volksgesamtheit nicht anerkennt, kann auch den Schutz dieser Ge­samtheit nicht in Anspruch nehmen." Das müsse aelten gegenüber Einzelpersonen, gegenüber Klas­sen, gegenüber Konfessionen.

Reichsleiter Rosenberg führte dann eine große Anzahl von Stimmen Kirchenrechtler an, welches die Konkordate nur als päpstliche Privi­legien kennzeichnen und ausdrücklich und amtlich erklären, daß solche Privilegien auch stets der Ver­fügungsgewalt des Papstes unterworfen blieben, der allein die autoritative Jnterpretton darüber besitze. Ohne je das persönliche metaphysische Bekenntnis des einzelnen beschränken zu wollen, müsse gefor­dert werden, daß hier die Lebensgesetze der

In den nächsten Tagen werden in allen Lichtspiel­theatern Deutschlands Bilder von den großen R o - senmontagszügen zu sehen sein, die in den karnevalistischen Gauen Deutschlands, insbesondere in Süd- und Westdeutschland, während der ver­gangenen Fastnachtszeit sorgsam vorbereitet mur­ren, um in einem prunkvollen Umzug den Höhe­punkt des Faschings zu bringen. Es ist begreiflich, daß die Teile Deutschlands, die den Karneval als Volksfest nicht kennen oder höchstens ein vereins­mäßig geschlossenes Maskenfest im Laufe des Win­ters feiern, dem großartigen karnevalistischen Pomp und seinem Trubel ziemlich verständnislos gegen­über stehen. Karnevalsfeste sind zu sehr mit der Wesensart der Bevölkerung und mit Traditionen verbunden, als daß man sie morgen oder übermor­gen nachahmen könnte. Der nüchterne und sachliche Norddeutsche mag den Karneval alsgewollte Un- innmacherei" bezeichnen; es sei aber demgegenüber festgestellt, daß der Karneval durchaus nichtge­macht" ist, sondern in den Landesteilen, wo er be­heimatet ist, aus der Volksseele schöpft und insofern durchaus echt und urwüchsig wirkt. Ein Karnevals­programm kann man nicht zusammensuchen, son­dern es muß sich von selbst aus dem Humor, Dem Einfallsreichtum seiner Gestalter ergeben.

Nachdem der süd- und westdeutsche Karneval in den unruhigen Zeitläuften des Weltkrieges und der nachfolgenden Periode sehr viel von seiner Origi­nalität und Urwüchsigkeit eingebüßt hatte, bemüht man sich heute mehr denn je darum, dem Karneval in den Gauen unseres Vaterlandes, in denen er von alters her zu Hause ist, alle Förderung an- aedeihen zu lassen. Es ist derBund Deutscher Karneval" gegründet worden, und erfreulicherweise geben sich die bekannten Hochburgen des deutschen Karnevals wie München, Mainz, Düsseldorf, Köln, Münster (Wests.) sowie die vielen kleineren und größeren Städte in diesem weiten Landschaftsraum alle Mühe, den Karneval dem deutschen Empfinden entsprechend zu gestalten und chm gleichzeitig eine gewisse künstlerische Note zu geben, so daß sich da­mit schon eine große Zugkraft für den Fremden­verkehr eingestellt hat.

In diesem Jahre war die Besucherziffer in den bekannten Karnevalsstädten teilweise doppelt so groß wie 1932. Namentlich das angrenzende Aus­land hat sich sehr stark beteiligt. Aus Holland und Belgien kamen viele Tausende von Gästen nach Köln, Düsseldorf und Münster. Aber auch in karne­valsfremden deutschen Gauen erweist sich der Fa­sching immer mehr als ein Magnet ersten Ranges, was daraus hervorgeht, daß aus den Reicbsbahn- direktionen von Bremen, Hamburg und Kassel eine

Knien für den Anruf der Polizei, des Arztes oder der technischen Hilfe und vor allen Dingen alle ge­setzlichen Bestimmungen und Fahrvorschriften inter­national an geglichen werden, wie dies heute für die Seefahrt eine Selbstverständlichkeit be­deutet.

Kleine politische Nachrichten

Der Führer und Reichskanzler empfing den auf Heimaturlaub befindlichen deutschen Ge­sandten in La Paz (Bolivien) Dr. Wendler zur Abmeldung vor seiner Wiederausreise.

Reichsminister Rust besichtigte am 2. März das Staatliche Friedrich-Wilhelm-Gymnasium m A l t e n- burg i. Th. Nach der Besichtigung versammelte er das Lehrerkollegium und gab ihm Richtlinien für die Arbeit in der neuen Schule.

Reichsstatthalter R i t t e r v o n E p p, der auf Ein­ladung des Luftmarschalls B a l b o wahrend seines Aufenthaltes in L i b y e n neben den Sehenswurdlg- teilen der Hauptstadt auch landwirtschaftliche und archäologische Zentren Westlibyens besichtigte, hat mit dem italienischen Dampfer©artbalbi Tripolis wieder verlassen. Am Hafen hatten sich führende Persönlichkeiten von Partei, Staat und Wehrmach eingefunden sowie deutsche Touristen, die General von Epp einen herzlichen Abschied bereiteten.

An der Wiener Technische »Hoch sch u l e fand die Promotton des ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Herbert H o o v e r zum Ehren- doktor der technischen Wissenschaften hatt.

deutschen Nation von allen Deutschen über jedes Sonderinteresse gestellt würden. Diese notwendige Forderung des Nationalsozialist mus sei nicht etwa Böswilligkeit oder Religions- feindlichkeit, sondern nur die Anerkennung der ®c> setze des Lebens. Wer sich diesen Gesetzen aber entziehen wolle, den müsse einmal die Rache der Natur treffen in Form von Bastardierung, da­mit verbunden Charakterlosigkeit, das Hervortreten weltfremder Systeme, schließlich die Revolte des Verbrechertums und der Untergang der gan­zen Kultur selbst. Diese Diagnose habe der Na­tionalsozialismus bereits 1919 gestellt. Sie habe sich heute angesichts der offenkundigen Moskauer Herausforderung schon für die ganze Welt richtig erwiesen. Deutschland marschiere heute an der Spitze in der Selbstbesinnung der Völker auf das Recht einer neuen, ihrer Art gemäßen politischen Willensbildung und damit auf ein ihrer Art ent­sprechendes Rechtswesen.

Reichsminister Dr. Gärtner dankte Reichs­leiter Rosenbera. In einer Zeit, in der es dem na­tionalsozialistischen Staat gelungen sei, nicht nur die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, sondern in der bereits ein Mangel an Arbeitskräften fühlbar werde, fei es notwendig, die Intensität und die Qualität der Leistung zu steigern. Darum müsse unser Nach­wuchs erzogen werden zu verantwortungsbewußter Arbeit und zum Können Aber nicht nur zu einem Können um seiner selbst willen, sondern zu Kön­nern, die die großen Gedanken von Ehre und Treue, von Sauberkeit und Reinheit als D i e n st am Recht und an der Gemeinschaft zu wahren fähig feien, um sich des deutschen Volkes und feiner Vergangenheit würdig zu zeigen; des deutschen Volkes, dem das Selbstbewußtsein wieder- gegeben zu haben der Führer in feiner großen Reichstagsrede mit Stolz als sein Werk habe be­zeichnen können.

aroße Anzahl vollbesetzter Sonderzüge in die west­fälischen Lande nach Münster fuhr. Ebenso regi­striert man in den Rheinlanden und in den süd­deutschen Gauen einen auffallend großen Zuzug aus solchen Landgebieten, in denen der Karneval keine l^sonders große Form besitzt.

Abgesehen von dieser verkehrswirtschaftlichen Be­deutung sind die zahlreichen karnevalistischen Ver­anstaltungen, die am 11. November beginnen und unter ständiger Steigerung bis zum Aschermittwoch dauern, eine Wirtschaftsankurbelung größten Aus­maßes. In den beiden letzten Karnevalswochen ist es so, daß zumindestens jeden zweiten Abend in den einzelnen Städten große Fesllichkeiten unter dem Motto des Karnevals stehen. Die Rosenmontags­züge, die Humor und Witz verkörpern und alle öffentlichen Fragen zum Gegenstand besonderer Ausmachung nehmen, verbinden sich mit einem er­heblichen Kostenaufwand. Daraus ergibt sich für weite Geschäftskreise eine Haupteinnahmequelle des Winters. Es sei nur beiläufig erwähnt, daß für den karnevalistischen Schmuck, für die Kleidung und insbesondere für die vielerlei Scherzartikel eine In­dustrie tätig ist, die Hunderttausenden von Volks­genossen Arbeit und Brot besorgt, gar nicht zu re­den, von der großen Fachgruppe des Gaststätten­gewerbes, dessen Angestellte in dieser Zeit einen wesentlichen Prozentsatz ihres Jahreseinkommens finden.

Die überfchäumende und mitreißende Lebens­freude der Fastnacht bringt es aber auch mit sich, daß in diesen Wochen selbst der sparsame und zu­rückgezogen lebende Bürger aus sich heraus geht und mit vollen Händen Geld ausgibt. Der Karneval ist somit ein Fest, das das Geld buchstäblich unter die Leute bringt, das jenen Rhythmus im Wirt­schaftsgeschehen entstehen läßt, der zur Heben brücfung ruhiger Geschäftsperioden vorteilhaft bei­trägt. Man mag vom Gesichtspunkt des karnevals­fremden Nord- und Ostdeutschen den Sinn des kar­nevalistischen Treibens als Volksbrauch vielleicht nicht verstehen, man wird aber doch anerkennen müssen, daß sich mit dem Fasching die Ankurbelung einzelner wirtschaftlicher Gruppen und eine gewisse Belebung und Anfeuerung der geistigen Elastizität verbindet. Jedenfalls wäre es ganz unangebracht, bei Karneoalsfesten nur mit warnend erhobenem Finger auf die angeblich gefährdete Moral hinzu­weisen und die realen Werte zu vergessen. Wenn in den vergangenen Faschingstagen die Lebensfreude Triumphe feierte, so sehen wir darin den begrün­deten Optimismus eines Volkes, das althergebrach­tem Brauch entsprechend für einige Wochen ein Meer der Freude und des gefunden Humors schuf.

König G e o r g VI. gab den in jedem Frühjahr üblichen Empfang der am Hof von St. James beglaubigten ausländischen Diplomaten. Gleich­zeitig wird angekündigt, daß der König de r F l o 11 e am 21. und 22. Juni einen Besuch abftatten wird.

Mit dem SchlachtschiffWarspite" an der Spitze verließ die englische M i 11 e l m e e r f 1 o 11 e in Stärke von 30 Schiffen M a l t a , um an den M a - növernderHeimatflottebei Gibraltar teil­zunehmen. Das FlugzeugmutterschiffCourageous" begleitet die Flotte.

*

Die französische Kammer hat nach länge­rer Aussprache die Schaffung einerauto­nomen Kasse zur Landesverteidigung mit 583 gegen 0 Stimmen angenommen.

Schweden soll Besprechungen über ein Han- delsab kommen mit Mandschukuo ange­regt haben auf der Grundlage eines Austau­sches von schwedischem Stahl gegen Sojabohnen. Schweden soll die Entsendung emer Handelskommission nach Hsinking vorgeschla­gen haben, die ein Abkommen nach dem Muster des deutsch-mandschurischen Abkommens anstreben soll.

*

Der Präsident der japanischen Sozialen Massenpartei, Shahaitaishuto, wurde in sei­ner Wohnung von vier bisher unbekannten Perso- nen, vermutlich aus politischen Hintergründen, überfallen und schwer verletzt.

Prinz Karneval als Wirtschastsmotor.

Ein Rückblick auf die deutsche Faschingszeit.

Vieh und Fleisch.

Ein Ueberblicf über die Großviehhaltung ergibt für das Jahr 1937 gegenüber 1936 eine b e trächtliche Zunahme des Rindviehs, besonders der Milchkühe. Bei Schweinen und Klein­vieh ist ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Rind­vieh gab es 20,47 Millionen Stück, davon waren 10,20 Millionen Milchkühe = 80 000 mehr als im Vorjahre. Die Zahl der Schweine beträgt 23,81 Millionen Stück, der Pferde 3,43 Millionen (um 20 000 mehr als im Vorjahr), die der Schafe 4,68 Millionen, der Ziegen 2,62 Millionen, der Hüh­ner 85,50 Millionen, der Gänse 5,46 Millionen und der Enten 2,41 Millionen Stück. Damit hat der Rindoiehbestand den größten Umfang in der Nachkriegszeit erreicht. Bedeutsam ist auch der wei­tere Aufbau der deutschen Schafzucht, wo ein Mehrbestand von 343 000 Stück festgestellt werden konnte. Es ist ausgerechnet worden, daß der Nah­rungsbedarf der deutschen Bevölkerung rund 68 Billionen Kalorien beträgt; davon fallen % auf pflanzliche und Va auf tierische Erzeugnisse. Dem Wert nach kommen auf die Viehwirtschaft 60 v. H. der landwirtschaftlichen Erzeugung in Deutschland.

Der F l e i s ch v e r z e h r ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. 1932 hat der Verbrauch von Fleisch 2,7 Millionen Tonnen betragen (auch 1929 war er nur geringfügig höher), 1937 dagegen 3,1 Mill. Tonnen. Je Kopf macht das 46,3 Kilogramm aus, wobei auch die höchsten Ziffern der Vorkriegs­zeit übertroffen find. Beim Fleischverbrauch steht )as Schweinefleisch mit rund 1,8 Millionen Tonnen an der Spitze, dann folgen Rind- und Kalbfleisch und schließlich Schaffleisch. Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, daß im vorigen Jahr 3 970 000 Tonnen Weizenmehl und 3,8 Millionen Tonnen Roggen­mehl verbraucht worden sind. Der Verzehr an Kar­toffeln hat 11,5 Millionen Tonnen betragen. Aus dem verstärkten Fleischgenuß kann man auf die- ge­stiegene Lebenshaltung des deutschen Volkes schließen.

Bei dieser Sachlage wird es klar, wie ungeheuer groß die Werte sind, die die deutsche Viehwirtschaft zu betreuen hat. Der Einbruch der Maul- und Klauenseuche aus Westeuropa in die westlichen Randgebiete des Reiches unterstreicht die Notwen­digkeit eines verstärkten Seuchenschutzes. Gerade auf diesem Gebiet hat die deutsche Wissenschaft bedeu­tende Erfolge aufzuweisen. Wenn es trotzdem noch nicht gelungen ist, die Seuche zu ersticken, so wird das von sachverständiger Seite z. T. darauf zurückgeführt, daß die Seuche hauptsächlich Tierbestände befallen hat, die infolge der Seuchenfreiheit der letzten Jahre noch niemals mit dem Krankheitserreger in Be­rührung gekommen sind und darum als hochemp- findttch gelten. Im allgemeinen kann jedoch festge- stellt werden, daß die Seuche in Deutschland bis­her keinen ausgesprochen bösartigen Verlauf ge­nommen hat, so daß ein verhältnismäßig gering­fügiger Ausfall an Tieren eingetreten ist.

Aus aller Wett.

Irauerfder für Reichsamtsleiter Dr. Adolf Wagner.

Mit einer schlichten Trauerfeier nahm die Deutsche Arbeitsfront von dem aus er­folgreichem Schaffen gerissenen Reichsamtsleiter Dr. Adolf Wagner Abschied. Der Rektor der Wirt­schaftshochschule Berlin, Prof. Dr. Wiskemann, widmete zugleich im Namen des Rektors der Fried­rich-Wilhelm-Universität dem entschlafenen Dozen­ten Worte des Gedenkens. In herzlichen Worten verabschiedete sich auch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley von dem selbstlosen Kämpfer, dem treuen, schlichten und uneigennützigen Kameraden und dem unermüdlichen Arbeiter am Aufbau des neuen Deutschlands. Die Beisetzung erfolgt in Marburg.

30 Gespräche auf einer Fernleitung.

In dem Fernsehkabel BerlinLeipzig wurde eine Einrichtung in Dienst gestellt, die es ermöglicht, auf der gleichen Leitung, die für den Fernseh - sprechdienst zwischen Berlin und Leipzig be­nutzt wird, zusätzlich noch 30 Ferngespräche au führen. Damit ist erstmalig in der Welt ein Ver­fahren dem öffentlichen Dienst zugeführt worden, an dem in den Fernmeldelaboratorien aller Länder seit längerer Zeit gearbeitet wird. Der Vorsprung, den die deutsche Fernmeldetechnik damit errungen hat, ist der Arbeit der Deutschen Reichspost und der Siemens und Halske AG. zu verdanken. 30 Gespräche auf der gleichen Leitung stellen nur den Anfang einer Entwicklung dar, da sich das System bis zu 200 Gesprächen ausbauen läßt. Die Ver­mehrung der Fernsprechwege zwischen Berlin und Leipzig kommt bereits den Besuchern der dies­jährigen Leipziger Frühjahrsmesse zugute. Das Verfahren der Dielfachausnutzung der Leitungen setzt den Bedarf an devisenzehrenden Rohstoffen (Kupfer, Blei usw.), der sonst für neue Fernsprech­leitungen aufzuwenden wäre, ganz wesentlich her­ab. Das ist eine der Aufgaben, die sich die Deutsche Reichspost im Rahmen des Dierjahresplanes ge­stellt hat.

5rod Bauernhöfe eingeäfchert.

Im Kreise Hadersleben brachen zwei Groß­feuer aus, die großen Schaden anrichteten. Im Westen des Kreises brannte der umfangreiche Be­sitz des Bauern Lund in Geeftrup bis auf das Wohngebäude völlig nieder. Den Flammen fielen 40 Rinder, 50 Schweine und 7 Pferde zum Opfer, während es gelang, 45 Rinder und einige Pferde zu retten. Außerdem wurden sämtliche Getreidevor- räte und landwirtschaftliche Maschinen vernichtet. Fast zur gleichen Zeit brach auf dem Besitz des Bauern Kroog in Hoirupp Feuer aus. das den Hof zum größten Teil einäscherte. Der Brand soll durch Kinder entstanden sein, die mit Streichhölzern spielten.

Spielende Kinder verursachten einen Riesenbrand.

Spielende Kinder haben in der Nähe der öster­reichischen Stadt St. Pötten einen Riesenbrand verursacht. Mehrere Bauerngehöfte, zahlreiche Wirt­schaftsgebäude, große Mengen von Vieh wurden ein Opfer der Flammen. Ein vierjähriges Kind, das nicht mehr rechtzeittg aus einem bren­nenden Gebäude gebracht werden konnte, fand den Tod.

Verhängnisvolles Spiel mit dem Spirituskocher.

In Jdar-Oberstein spielte ein sechsjähriges Mäd­chen mit einem Spirituskocher. Als es ohne Auf­sicht war, gelang es ihm, den Kocher anzuzünden. Dabei gerieten feine Kleider in Brand; es erlitt so schwere Brandwunden, daß es ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Wenige Stunden nach der Einlieferung ist das Kind an den Folgen der schwe­ren Verbrennungen gestorben.

Brandunglück In Obedtolletu

Die Hansverarbeitungsfabrik in Tresigallo bei Ferrara ist durch einen Brand völlig zerstört worden. Das Feuer brach während des Schicht­wechsels der Belegschaft aus und griff mit unge­heuerer Geschwindigkeit auf das ganze Gebäudg