Ausgabe 
4.2.1938
 
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Rr.29 Erstes Blatt

188. Jahrgang

Keitag, 4- Zebruar 1938

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vruL und Verlag: vrühlsche Univerfitütrdruckerei R. Lange in Liehen. Schriftleitvng und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7

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Wie siebtes in derWirtfchastaus?

Die Frage des N u tz f a h r z e u g e i n s a tz e s stand verschiedentlich im Blickpunkt der Oeffentlich- feit da die neuzeitliche Wirtschaft ohne den Groß- kraftwagen nicht mehr auskommen kann. Es ist sogar mit der fortschreitenden Fertigstellung des Reichsautobahnnetzes nicht vermessen, zu behaupten, daß der Großkraftwagen ähnliche Umwälzungen der Wirtschaft zur Folge haben wird, wie um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Ausbreitung der Eisen­bahn. So veröffentlichte kürzlich das Institut für Konjunkturforschung eine vergleichende Untersuchung über die Verwendung von Lastkraftwagen i n Deutschland und Großbritannien, die im Auftrage des Reichesverkehrsministeriums be­arbeitet wurde. Es ergibt sich dabei, daß England Deutschland im Einsatz der Nutzfahrtzeuge außer» ordentlich überlegen ist und daß in Deutschland dem Lastkraftwagen noch ein großer unausgenutzter Lebensraum zur Verfügung steht. Auf je 1000 Er­werbstätige waren 1937 in England fast 30, in Deutschland nur fast 17 Lastkraftwagen im Verkehr, allerdings muß hierbei berücksichtigt werden, daß die räumlichen Verhältnisse, d. h. die Dichte der Bevölkerung, die räumliche Konzentration der Wirt­schaft ebenso wie die Jnsellage des Landes die Last­kraftwagenverwendung in Großbritannien begün­stigen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß in England mehr als doppelt soviel Lastkraft­wagen transportgewerblich, d. h. gegen Entgelt für Dritte, eingesetzt sind wie in Deutschland, während die Zahl der im Werkverkehr stehenden Fahrzeuge dort um ein Drittel höher liegt als in Deutschland. Der Schluß liegt darin, daß in Deutschland eine Politik, die auf den verstärkten Einsatz von Last­kraftwagen gerichtet ist, dort ansetzen wird, wo die Entwicklung verhältnismäßig am meisten zurück­geblieben ist, also im Bereich des g e w e r b l i ch e n Lastkraftwagens. Der Reichsverkehrsminister hat daher auch schon Sondermaßnahmen zur Förde­rung des Güterfernverkehrs mit Last­kraftwagen getroffen. Dieses Sofort-Proaramm muß bis 3um 1. Juli 1938 durchgeführt sein. Weitere Maßnahmen zur vermehrten Verwendung von Last­kraftwagen im gewerblichen Nahverkehr und im Werkverkehr werden noch vorbereitet. Zweck des Sofort-Prograrnmes ist höchste Ausnutzung des verfügbaren Laderaumes von Last- fraftwa-gen und ferner eine kräftige Anregung zur Anschaffung neuer Lastkraftwagen. In diesem Sinne wird z. B. bestimmt, daß im Gegen­satz zu den bisherigen Bestimmungen jedes be­liebige Gewerbe von derselben Person betrieben werden kann, die sich auch im Güterfernverkehr be­tätigt. Sonderbestimmungen bestehen nur für den gleichzeitigen Betrieb eines Speditionsunternehmens und eines Güterfernbetriebes. Die näheren Be­stimmungen veröffentlicht das Reichsverkehrsblatt.

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Eine wichtige Aufgabe des Vierjahresplanes ist die Sicherstellung der Versorgung mit Mi­neralölen. Alle Zweige der deutschen Wirtschaft benötigen Kraft- und Schmierstoffe. Die Einfuhr­menge, die 1936 noch über 50 v. H. des Gesamtbe­darfes betrug, muß nach den kürzlich gemachten Ausführungen von Oberst Löb, dem Chef des Amtes für Roh- und Werkstoffe, weiter verringert wer­den. Dabei ist auch die künftige Steigerung des Verbrauches zu berücksichtigen, die sich aus der voraussichtlichen Entwicklung des KrOftfahrzeug- bestandes, aus der Anzahl der Dieselfahrzeuge im Verhältnis zu den mit Vergasermotoren betriebe­nen Fahrzeugen und aus dem Wachsen der Reichs­autobahnen ergibt. Es ist selbstverständlich, daß die Ansprüche, die der Verbraucher in bezug auf Quali­tät und Preisbildung stellt, auch in Zukunft befrie­digt werden. Die deutsche Kraftstoffversorgung so faßte Oberst Löb das Ergebnis der Planung zu­sammen ist auf Grund der deutschen Boden­schätze und dank der von der deutschen chemischen Industrie gemeinsam mit der Bergbauindustrie ge­schaffenen und entwickelten Verfahren auf einheimi- jcher Grundlage sicherzustellen. Dies gilt auch für die steigende Bedarfsentwicklung kommender 3<il)re, .und zwar unter voller Beibehaltung der Qualität. Die Kraftstoffdeckung aus einheimischer Erzeugung hängt lediglich von der Investierung der notwendigen Kapitalien, dem entsprechenden Arbeits- und Bau­stahlaufwand zur Errichtung der neuen Erzeugungs­stätten und dem Einsatz von Fachkräften für die Betriebsführung ab. Die inländische Veredlung aus­ländischen Erdöls wird planmäßig aufrecht erhalten Der Hauptanteil der Mineralölversorgung entfallt jedoch auf die deutsche Kohle.

Einige den wirtlch-filichen Auslchwung besonders gut beleuchtende Zahlen werden soeben aus der Elektrizitäts - und Gaswirtschast des Ruhrgebietes bekannt. So teilte z. B. das größte Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk über bas neue Geschäftsjahr mit, daß ersten Halbjahr bisher 3,38 Mrd. kWh ins Netz geschickt worden sind gegenüber 2,614 Mrd. kWh in der ersten Ha fte des □origen Geschäftsjahres. Dies ift eine Steigerung um ungefähr 17,8 v. H. bzw. 460 Mill. kWh tn einem halben Jahre. Bei einer gleichen Zunahme auch ' nächsten Halbjahr würde im Gesamtgeschaftsiahr 1937/38 die Zunahme 0,92 Mrd. ms Netz geschickt kWh ausmachen. Diese Absatzsteigerung sei bisher noch durch restlose Ausschöpfung der Reserven aus Grund der Verbundwirtschaft erfolgt. ^me wette Leistungssteigerung sei jedoch nur durch Errichtung neuer Anlagen möglich, deren Erstellung I tzZ teil gesichert sei. Ebenso 'st es mtt der Steigerung bes Gasabsatzes. Die Gasabgabe derRuhrgasAG^ betrua im Jahre 1937 2,346 Mrd. cbm gegenüber im Jahre. 1936. Wiederum gmg hieroon der größte Teil an lndustrielle Verbraucher, «ährend an Kommunalgas ungefähr 217 M (

Kampf um einen deutschen Bauernhof in Iglau.

Abwehr tschechischer Angriffe auf deutsches Bauernland in Mähren.

Die bayerischen Bauern, die vor fast tausend Jahren das von der Völkerwanderung her be­stehende Oedland in Südmähren mit der Hacke und der Schaufel erschlossen, nannten es nach dem Igel. Das ist der Ursprung des Namens, den der Haupt­ort dieses Ländchens trägt: Iglau ist des Igels» Aue (Wiese). Dort ist jetzt der groteske Verstei­gerungskampf um einen deutschen Bauernhof mit einem deutschen Er - folge zu Ende gegangen. In der Vorwoche dauerte Die Versteigerung drei Tage, wobei von deutscher Seite jeweils eine Krone (8 Rpf.) mehr geboten wurde, und zwar jeweils immer genau nach 4Vz Minuten, weil nach gesetzlicher Vorschrift zwischen dem zweiten und dem letzten Ausruf des Verstei­gerers eine Pause von fünf Minuten eingeschaltet werden mußte. Drei Tage dauerte dieser abson­derliche Kampf in der Vorwoche; in dieser Woche wurde die Versteigerung wieder aufgenommen und schloß mit der Erhaltung des umstritte­nen Bauernhofes in deutscher Hand.

Der Vorgang ist besonders typisch für die uner­bittliche Härte des tschechischen Kampfes um sude­tendeutschen Volksboden. Für dieses eine Mal ist der tschechische Vorstoß abgewehrt worben, auch des­halb, weil die Versteigerung des Waldhofer deut­schen Bauernhofes allzu viel Aufsehen erregt hat und sogar amerikanische Journalisten anwesend waren. Ein deutscher Bauernhof in dieser hart­umkämpften Sprachinsel wurde versteigert, nachdem er durch staatliche und andere Schikanen solange sturmreif geschossen war, bis er fiel. Solche Me­thoden werden zum Zweck der Verdrän­gung deutscher Bauern von ihrer alt­ererbten Scholle in der Tschechoslowakei ständig angewandt. Gerade Waldhof, noch vor wenigen Jahren gänzlich deutsch, ist heute schon sehr stark von Tschechen durchsetzt, und jeder Bauern­hof, auf dem noch Deutsche sitze», ist von der tsche­chischen Expansionssucht zu einer umfämpften Stellung gemacht.

Sie Versteigerung in Iglau ist nur ein Beispiel unter Tausenden anberen. Man weiß in den Tsche- chisierungsvereinen nur zu genau, daß sudeten­deutsche Bauern immer wieder von neuem alle tschechischen Angriffe auf deutschen Bauernboden abzuwehren wissen. Gegen dieses bodenständige Volkstum wurde schon durch dieAgrar­reform" eine großzügige Vorarbeit geleistet, in­dem man von den ersten Jahren, nach 1918 an­gefangen, nicht weniger als vier M i Ilion e n Hektar Boden, darunter über 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftliches Nutzungsgebiet, rund­weg beschlagnahmte. Der größte Teil dieses Bodens stammte aus deutscher Hand und wurde, um zu einergerechten Bodenverteilung" zu kom­men, durchweg an tschechische Legionäre, die Ueberläufer des Weltkrieges, verteilt. Selbst tn Prag wird zugegeben, daß durch die Bodenreform rund 430 000 Menschen, und auch hier wieder

größtenteils deutsche Bauern und Landarbeiter, zum Verlassen des Landes gezwungen wurden und seither als Arbeitslose in den Städten vegetieren.

Die Bodenreform, so gewaltig sie in ihren Aus­maßen und so furchtbar sie in ihren Folgen für das Deutschtum auch gewesen ist, genügt den Tschechen längst nicht mehr. Die staatlich ausge­haltenen Tschechisierungsvereine verfügen über sehr große Mittel, die von überallher kommen. Zur Er­leichterung derKleinarbeit" schuf der berüchtigte Machnikerlaß eine breite Grenzzone, in ihr sind rund 85 v. H. aller Sudetendeutschen unter Ausnahmerecht gestellt. Was in dieser Zone mög­lich ist, geht aus einem Beispiel hervor: Nach einem Zeitungsbericht kam ein Bauer früh auf sein Grund­stück und sah, wie sein Besitz von Soldaten und

Gendarmen kreuz und guer abgesteckt wurde. Dem Eigentümer wurde, da es sich um militä­rische Arbeiten handelte, der Zutritt ver« boten! Er war nicht verständigt und ein Ent­eignungsverfahren überhaupt nicht eiggeleitet wor­den. Das ift ein Beispiel des Kampfes, wie er offen vom Staat selbst geführt wird. Ein anderes ist der Vorgang in Iglau, wo die Ansicht ja dadurch ganz klar wird, daß der Tscheche, der den Auftrag zur Ersteigerung erhalten hatte, gegen das Angebot eines Deutschen schon nach dreitägigem Zermürbungskampf das Dreifache des Grund st ückswertes bot. Erst als am 2. Fe­bruar die Versteigerung nach kurzer Vertagung weiterging, gab der Tscheche auf. So konnte einmal sudetendeutscher Bauernboden erhalten bleiben. F. L.

Das Deutschtum in Rumänien.

Oie Regierung Soga billigt der deutschen Volksgruppe das Recht auf freie kulturelle und wirtschaftliche Entfaltung zu.

Empfang des Voiksrates der Deutschen.

B u k a r e st, 3. Febr. (DNB.) Donnerstag nach­mittag wurde eine Abordnung des Dolksrates der Deutschen in Rumänien vom Mini­sterpräsidenten G 0 g a empfangen. Landesobmann Fritz Fabritius gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gelungen sei, für die bevorstehen­den Parlamentswahlen mit der Regierung ein Uebereinfommen abzuschließen. Die aus­gesprochen nationalrumänische Einstellung der Re­gierung sei die Ursache hierfür, daß sie die Le­bensbelange des in Rumäniens Boden tief verwur­zelten deutschen Volkes anerkenne und bereit fei, feinen gerechten Forderungen Rechnung zu tragen. Die deutsche Volksgruppe sei sich jeder­zeit der Pflichten bewußt, die sie Rumänien gegen­über zu erfüllen habe.

Ministerpräsident G 0 g a erklärte, das deutsche Volk in Rumänien habe sich in das Leben des ruyränischen Staates vom ersten Augenblick an aufrichtig eingefügt und sich ftets als zuverlässig und treu erwiesen. Dar­um könne es für sich das Recht in Anspruch neh­men, daß seine völkische Eigenart voll gewahrt werde. Die rumänische Regierung sei bereit, die freie Entfaltung der deutschen Kultur durch eigene kulturelle Einrichtungen sicherzu- st eilen, das Recht, die deutsche Mutter­sprache frei zu gebrauchen, zu verbürgen und der Volksgruppe auf dem Gebiete der Wirt­

schaft, auf dem sie stets als lebendiges Vorbild unb als Trägerin des Fortschrittes gewirkt habe, in keiner Weise Hindernisse >n den Weg zu legen.

Goga fuhr fort, er habe die Ueberzeugung, daß die Volksgemeinschaft der Deutschen in Rumänien unter Führung von Fritz Fabritius mit Eifer und Hingabe über die nationalen wirtschaftlichen und kulturellen Belange der deutschen Mitbürger in Rumänien wache. Deshalb betrachte die Regierung die Volksgemeinschaft auch als die allein berech­tigte Vertretung des deutschen Volkes in Rumä­nien, die ihre aufbauende Tätigkeit in aufrichtiger Zusammenarbeit mit der rumänischen Nation zum j Nutzen des gemeinsamen Vaterlandes weiterführe. Damit ist zum ersten Male im rumänischen Staat das Deutschtum als geschlossene Dolkskörp erschaff mit besonderen Eigen» rechten anerkannt worden.

Rumänisch-orthovoxe Kirche schränkt die Zudentaufen e n.

Bukarest, 3. Febr. (DNB.) Das Patriarchat der rumänisch-orthodoxen Kirche hat eine Anweisung erteilt, derTaufbewegung" unter den Juden ent­gegenzuwirken. Den Priestern wird es zur Pflicht gemacht, die Täuflinge darauf zu prüfen, ob sie aus Eigennutz" oder ausUeberzeugung" zum Christen­tum übertreten, und sie im ersten Falle nicht zu taufen. Es wirb weiter untersagt, Juden in die ortho­doxe Kirche aufzunehmen, die nicht rumänische Staatsbürger sind. Priester, die hiergegen verstoßen, werden mit Amtsenthebung bestraft werden.

Vorjahr 202 Mill, cbm) abgegeben wurden. Da die Thyssenschen Gas- und Wasserwerke G.m. b.H. im verflossenen Jahre ebenfalls erstmalig die Milliarden­grenze ihres Absatzes überschritten haben, haben beide Gesellschaften zusammen im Jahre 1937 mehr als 3,4 Mrd. cbm (im Vorjahre 3 Mrd.) abgesetzt.

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Der I n l a n b e i s e n m a r k t hatte auch im De» zsmber einen unvermindert starken Bedarf aufzu­weisen. Trotz der großen Auslieferung der Werke hat sich die Marktlage nicht bei allen Erzeugnissen weiter entspannen können. Besonders bei Stabstahl, Grob- und Mittelblechen war die Lage infolge der starken Anforderungen im Rahmen des Vierjahres- planes unverändert. Der Erlaß des Generalbevoll­mächtigten für die Eisen- und Stahlbewirtschaftung über die bevorzugte Belieferung der Handlerlager brachte große Bestellungen des Handels. Aus dem Auslandeisenmarkt dauerte die Stockung des Auf­tragseingangs im großen und ganzen noch an Em weiterer Rückgang zur Mitte des Monats durfte wohl jahreszeitlich bedingt sein und mit den Weih- nachts eiertagyn zusammenhangen. Der Kohlen» ab atz mar weiterhin recht befriedigend, wenn auch im allgemeinen eine ruyigere Abwicklung der Aufträge erfolgte. Im allgemeinen zeigt es sich, daß die Vorratseindeckung der Händler und Derbrau­cherschaft ganz besonders reichlich mar, so daß mit einer ernstlichen Verknappung auch bet anhalten­der Kälte vorläufig nicht gerechnet zuwerden braucht. Die Lage im Erzgeschäft blieb ruhig. Die Abliefe­rungen wurden nach Maßgabe der Vertrage durch­geführt. .

Der Ertrag der Tabaksteuer hat sich von rund 660 Millionen Mark 'M Jahre 1936 aus 713 Millionen Mark im Jahre ^7 gehoben. Man schätzt, daß das Reich von dem Umsatz im Tabak­handel etwa die Hälfte in der Form von Tabakzoll und Tabaksteuer vereinnahmt. Raucher sind also erwünschte zusätzliche ©teuerfrager Die 3 ga re'tten in der Preislage von 2V2 und 3 /.-» gsrennig beherrschen noch etwa 70 v. H. des Gesamtabsatzes. Infolge der Preissenkung für bessere Zigaretten von

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artikel für Herren gewählt zu werden. In der Zigarrenindustrie beherrscht die Kleinzigarre und die billige Preisklasse bis zu 10 Pfennig vier Fünftel des Gesamtabsatzes.

In den letzten Jahren hat. sich unsere Landwirt­schaft in verstärktem Maße wieder dem Anbau von Gespin st pflanzen zugewandt, um auch hier unsere Rohstoffgrundlage verbreitern zu helfen. Dieses Vorgehen hat außerordentliche Erfolge ge­zeitigt; denn während wir in den Jahren vor der Machtübernahme kaum Flachs oder Hanf anbauten, wirb unsere Flachsfasergewinnung nun­mehr nur noch von Rußland und Polen, den Hauptanbauländern, übertroffen. Mit der Flachs­ernte des vergangenen Jahres konnte der Bedarf unserer Leinenindustrie beispielsweise zu 80 v. H. sichergestellt werden. Die Anbaufläche für Flachs ist es klingt beinahe unglaublich im Lande Braunschweig zum Beispiel in den Jahren von 1933 bis 1937 von 3 auf 515 Hektar angewachsen. Wo sich zudem der Anbau von Hanf betreiben ließ, wurde er aufgenommen. Und, obgleich die natür­lichen Verhältnisse für diese Pflanze in diesem Ge­biet nicht besonders günstig liegen, konnte sie eine Anbauerhöhung von einem Hektar auf 34 Hektar erfahren.

Dor einem Jahre die meisten Hausftauen wer­ben es schon vergessen haben ging der Ruf durch die 'deutschen Lande:Eßt Sauerfrau t!" Die Ernte von 1936 war sehr gut gewesen, und so standen damals, Anfang 1937, 70 Millionen Kilo­gramm Sauerkraut zur Verfügung. Und: E^ wurde geschafft. Gegen Masse hilft nür Masse und Heer, Arbeitsdienst, WHW. und schließlich die vielen Be­triebs-Speiseanstalten geben erstaunliche Möglich­keiten, reichliche Ernten zu verwerten. Im Herbst 1937 haben wir binnen knappen acht Wochen mit der fast überreichlichen württembergischen Koch- äpf elernte aufgeräumt. Jetzt geht es darum, ziemlich hohe Bestände von Daueräpfeln noch bem Verbrauch zuzuführen. Es hat natürlich auch seine Reize, möglichst. viele Früchte zur Auswahl zu haben, aber bei aller Würdigung des Wunsches nach Abwechslung wirb doch mancher Städter jetzt erst erkennen, daß unser deutsches Klima ganz aus­gezeichnete und hochwertige Winteräpfel liefert und daß das Obst um diese Zeit nicht unbedingt aus bem Auslande bezogen werden muß.

Die Handelsbilanzen der europäischen Länder des, Vorjahres lassen insofern gegenüber 1936 keinen Vergleich zu, als die ehemaligen Goldblockländer eine Währungsabwertung vorgenommen haben, die das ganze Zahlensystem in Verwirrung brachte. Auch die Mengenbeträge der Ein- und Aus­fuhr ergeben kein einwandfreies Bild, da mit b^r. Aenderung der Währung auch Veränderungen in den einzelnen Warenoerhältnissen eingetreten sind. Es läßt sich nur soviel sagen, daß mit Ausnahme der Tschechoslowakei, die erhöhte Handelspassivität über die Abwertungssätze hinausgegangen ist. Da­gegen haben im vergangenen Jahre die Länder mit stabil gebliebener Währung eine Aus­weitung ihres Warenhandels zu verzeichnen. So hat Deutschland gegenüber 1936 seine Aus­fuhr um 24, seine Einfuhr um 30 v. H. steigern können. England um 18 bzw. 21 v. H., Schweden um 33 bzw. 29 v. H. und Dänemark um 16 bzw. 14 v H. Der deutsche Ausfuhrüberschuß betrug im Jahre 1937 443 Millionen RM. gegen 550 Mill. RM. im Vorjahre. Es kommt aber nicht allein auf den Ueberschuß, sondern auch auf den tatsächlichen Umfang des Außenhandels an, und da ergibt sich die wichtige Tatsache, daß der Gesamtwert unserer Ausfuhr von etwa 4,8 auf 5,9 Milliarden RM. von 1936 bis 1937 gestie­gen ist. Es ist also tüchtig gearbeitet worben. Diese Ausfuhrsteigerung erlaubte auch eine Er­höhung der Einfuhr von rund 4,2 auf 5,5 Milliarden RM.. Die meisten europäischen Indu­striestaaten haben dagegen einen zum Teil sehr er­heblichen Ausfuhr unter schuß, z. B. England mit etwa 5 ober Frankreich mit 1,2 Milliarden RM. Sie bezahlen diesen Fehlbettag mit ihren lieber» schlissen aus Kapitalanlagen, Schiffsfrachten, aus dem Ertrage ihrer Börsenprovisionen, sofern sie über Weltmärkte verfügen, und ähnlichen Ein­künften. Sogar Italien und Oesterreich füh­ren weitaus mehr ein, als sie ausführen. Diese Länder bezahlen ihre Fehlbettäge im Außenhandel mit den Einnahmen aus dem Reiseverkehr und zum Teil auch mit Spargeldern ihrer Auswan­derer. Für Deutschland war der W e ch s e l der Bezugsländer, zu dem wir zum Teil aus handelspolitischen und Devisengründen gezwungen waren, bezeichnend. Wir haben im vorigen Jahr gegenüber 1936 einen größeren Anteil von ernäh­rungswirtschaftlicher Einfuhr zu verzeichnen, und die Ausfuhr Deutschlands würbe in verstärktem Maße in die Lieferantenländer gelenkt. Nach wie

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