Ausgabe 
4.1.1938
 
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188. Jahrgang

Dienstags. Januar 1938

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

oru» und Verlag: SrLHIsche Untversitättdru<kerei «.Lange in Stehen. Zchrlstleitung und Geschäftrftelle: Schulftrahe 7

(Scherl-Bilderdienst-M.)

das

den Gemeinschaftsgeist der Sparer wird diesem Falle ein gutes Echo finden.

auch in D?S.

Berlin, 4. Ian. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht befaßt sich in dem Januarheft der Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht mit dem Problem der internationalen Währungsord­nung. Die Versuche der Nachkriegszeit zur Neu­ordnung der internationalen Währungslage seien ohne Erfolg geblieben. Die Einführung der Gold- deoisenwährung sei eine halbe Maßnahme gewesen. Die Goldoerknappung sei durch eine ver­fehlte Goldverteilung in der Welt oer- ursacht worden. Reparations- und Kriegsschulden­politik hätten die Goldbestände in den Gläubiger­ländern gehäuft, während die Schuldnerländer, ins­besondere Deutschland, vom Gold entblößt wurden. Die Folgen für die^ Weltwirtschaft hätten sich vor allem in einer Storung des Zahlungsbilanzaus­gleichs vieler Welthandelsländer gezeigt, in einer Zerstörung des internationalen Kreditverkehrs und in einer gewaltigen Schrumpfung des Welthandels. Daß die Währungen solchen Erschütterungen der Vertrauensbasis nicht standhielten, spreche nicht gegen das System der Goldwährung, sondern nur gegen die Politik der sogenannten Friedensverträge.

Für eine dauerhafte Neuordnung der internatio­nalen Währungsverhältnisse sei vor allen^erforder- lich die Bereinigung der internationalen Schulden­lage, eine bessere Regelung der Rohstoffversorgung, die für Deutschland mit der Notwendigkeit neuen Zutritts zu seinen Kolonien verknüpft sei, endlich eine Beendigung des allgemeinen Wirt­

lungen. An allen Hochschulen des Reiches stehen die Kameradschaften des NS D. - Studen­tenbundes als Bannerträger der Idee des Führers und ihnen zur Seite der A l t h e r r e n - bund der deutschen Studenten, dessen Zahl von Monat zu Monat durch den Neüeintritt der Männer wächst, die die große Aufgabe des Studententüms in unserer Zeit erkannt haben Dar­über hinaus haben die Leistungen auf dem Gebiete der Wissenschaft, Kunst, Sozial- und Außenarbeit wesentlich zu den Erfolgen beigetragen, die uns die Anerkennung höchster Stellen finden ließen. Wenn wir auch im neuen Jahr unsere Aufgaben erfüllen wollen, muß ein jeder von euch den frei willi- gen Dien st im Studentenbund als Ehren­sache auf sich nehmen und die akademische Freiheit in der Freiheit ernennen, die es jedem möglich macht, unter Hintansetzung, seiner eigenen Wünsche für sein Volk zu arbeiten und sich der Ehre würdig 3U zeigen, auf den Hoch- und Fachschulen des Reiches studieren zu dürfen. Das kommende Jahr muß uns weiterbringen in der Erfüllung unseres Zieles: der deutsche Student steht in der national­sozialistischen Bewegung in vorderster Front. Leistung, Ehre und Sauberkeit sind ihm oberstes Gesetz.

schaftskrieges. Es müssen die vielen Erschwerungen des Welthandels, wie z. B. die hohen Zölle, das Kontingentierungssystem, sowie die zahllosen admi­nistrativen Beschränkungen abgebaut werden. Posi­tiv dagegen seien langfristige Handelsverträge und die Wiederherstellung des normalen Warenkredits unerläßlich. Notwendig lpäre dabei der Unbedingte Verzicht auf Währungsabwertung zu handelspoli­tischen Zwecken und die Festlegung auf inter­nationale Paritäten. Grundvoraussetzungen für die Verwirklichung aller dieser Regelungen sei eine wahrhafte politische Befriedung der Welt, damit sich auf gefestigten nationalen Grund­lagen auch im Welthandel eine neue Aufwärtsbe­wegung zu entwickeln vermag.

Wie immer die Währungsordnuug der Zukunft im einzelnen aussehe: sie werde auf jeden Fall wie.der auf der Grundlage des Goldes beruhen, weil es noch heute das einzige im inter­nationalen Zahlungsverkehr anerkannte Währungs­mittel fei und zum Ausgleich von Zahlungsbilanz- spitzen durch ein gleichwertiges oder gar besseres Mittel nicht habe ersetzt werden können. Hinzu komme, daß die für einen geordneten Weltverkehr notwendige Stabilität der wichtigeren Währungen untereinanber sich nur dann erhalten lasse, wenn alle großen Welthandelsländer ein und das­selbe reale Wertmaß benutzten. Hierfür habe sich aber bis heute praktisch nur das Gold als geeignet erwiesen

perlich noch von ungebrochener Frische und besaß, wie einst der große Moltke, trotz seines Alters in vollem Maße die Fähigkeiten, um den Beweis für das Feldherrntum zu erbringen, nach welchem er fein Leben lang leidenschaftlich gestrebt hatte. Daran hat ihn der Tod gehindert, und so gehört er in die Reihe jener tragischen Persönlichkeiten, denen das Leben die letzte Entfaltung und die höchste Leistung verwehrt. Dennoch ist die' Lebensarbeit dieses gro­ßenunvollendeten" Soldaten von gewaltiger Be-. beutung gewesen. Er ist der Erzieher des deutschen Heeres geworden, das seinen Erfolg im Weltkrieg, seine militärische Unbesiegbarkeit und seinen blanken Ehrenschild vor allem auch dem toten Feldmarschall zu verdanken hat. Auch über das rein Militärische hinaus ist er durch sein Wesen und seine sittliche Kraft zu einem. Erzieher unseres Volkes geworden.

Graf,Alfred von Schliessen wurde am 28. 2. 1833 in Berlin als Sohn des damaligen Majors Magnus von Schliessen geboren. Anfangs zuhause in Berlin unterrichtet und dann auf dem Lande, wohin .sein Vater nach seinem Abschied übergesiedelt war, be­suchte der Knabe später die Erziehungsanstalt der Brüdergemeine Niesky und dann das Joachimstal- sche Gymnasium in Berlin, wo er 1853 die Reife­prüfung bestand, sich an der Universität immatriku­lieren ließ und gleichzeitig als Einjährig-Freiwil- higer beim 2. Garde-Ulanen-Regiment diente. Rasch entschied er sich dauernd für den soldatischen Beruf unb trat als aktiver Offizier in sein Regiment über. In den Jahren 1858 bis 1861 besuchte er die Kriegs­akademie. Sein Studium wurde durch die Mobil­machung des Jahres 1859 unterbrochen, 1863 bis 1865 war er zur topographischen Abteilung und in den Großen Generalstab kommandiert. 1866 erhielt er ein Kommando zur Erlernung der französischen Sprache in Paris, von wo ihn der Ausbruch des Krieges 1866 rasch wieder nach Hause berief Er machte den Feldzug mit als Generalstabsoffizier beim Kavalleriekorps der Ersten Armee in Böhmen und nahm an den Gefechten bei Münchengrätz und Gitschin sowie an der Schlacht bei Königgrätz teil. .

Nach dem Krieg wurde er endgültig in den Generalstab übernommen. Er trat 1869 als Ritt­meister der 1. Brandenburgischen Dragoner wieder in die Front, um bei Ausbruch des Krieges 1870 in den Generalstäb zurückberufen zu werden. An­fangs den mobilen Truppen in den preußischen Küstenprovinzen zugeteilt, konnte er später beim Stab bes Großherz'ogs von Mecklenburg-Schwerin vor Metz, bei den Belagerungen von Toul, Soissons und Paris sowie in dem mühevollen Winterfeld­zug an der Loire reiche Kriegserfahrungen sam­meln. Im Oktober 1868 hatte er sich mit Gräfin Anna Schliessen, der Tochter eines Ver­wandten, verheiratet. Doch schon nach knapp vier­jähriger Ehe, der zwei Töchter entsprossen waren, verschied seine Lebensgefährtin Dieser schwere Schlag wurde von Schliessen nie verwunden, und er mochte dazu beitragen, den Graten, der sich chon früh der ernsten Seite seines Berufes zuge­wandt hatte, noch tiefer in das geistig-wifsenscha'ft- liche Streben hineinzuführen. Die beherrschende Stellung in seinem Leben nahm fortan die Arbeit ein, der er sich gani und gnr verschrieb.

Nachdem er verschiedene Stellungen im Truppen«

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rnilienoäter an der Erhöhung teilhaben, die s o - zialversicherungspflichtig sind. Für die Unterstützung in der nur ausgedehnten Fokm kom­men also Gewerbetreibende usw nicht in .Betracht. Ferner wurden aus den neugeschaUenen Mitteln auch Freistellen in höheren Schulen für begabte Kinder geschaffen. Dabei ist wesentlich, daß dieses große Programm nur der Vorläufer für eine allgemeine Reichsfamilienkasse zugunsten Kin­derreicher sein soll. Deren Errichtung ist für das Jahr 1942 angekündigt. Ehestandsdarlehen zur Gründung von Frühehen und Beihilfen für kinder­reiche Familien bedeuten die Verwirklichung des nationalsozialistischen Programms auf dem Ge­biete der Bevölkerungspolitik in feinen wichtigsten Voraussetzungen.

wichtig wie die vernünftige Regelung der in- b u ft r i e II e n Löhne und der Arbeits­zeiten. Diese Aufgaben seien dem Kongreß vom Volke gestellt worden, und dieser habe sich also darum zu kümmern.

Das erste Echo der VoMast.

In parlamentarischen Kreisen ist man von der Botschaft Roosevelts etwas enttäuscht. Inner- politisch sei sie eine Wiederholung der von Roosevelt so oft geäußerten Grundsätze des neuen Kurses, wenn auch in wesentlich milderer und all­gemeinerer Form als vor Jahresfrist. Sie habe weniger als ein bestimmter energischer Plan zur Schaffung besserer wirtschaftlicher und sozialer Zustände geklungen, denn als eine Vorbereitung für den im Sommer beginnenden Wahlkampf, bei dem die Regierung die Schuld für die nicht einge­tretene Besserung auf den Kongreß und die Reaktion abzuwälzen plane. Daß biefp Methode bei den großen Massen die erwünschte Wirkung erzielt habe, zeige der starke Beifall bei den betreffenden Stellen des innerpolitifchen Teils. Im außenpolitischen Teil wurden in den parlamentarischen Kreisen positive Schritte zur (Erhaltung des Weltfrie­dens vermißt.

Eine sozialpolitische Bilan,.

Washington, 3. Jan. (DNB.) Ein jetzt vom Arbeitsministerium veröffentlichter Bericht wirft ein grelles Licht auf die sozialpolitis-chen E r - schütterungen, denen die Vereinigten Staaten feit langem ausgesetzt sind. Nach dem Bericht waren in den USA. vom Januar bis November 1937 ins­gesamt 4394 Ausstände zu verzeichnen. Das sind mehr als das Doppelte der Ausstände des gesamten Jahres 1936. Während der Berichtszeit wurden nahezu 2 000 000 Arbeiter von den Streiks betroffen gegenüber 784 000 im Jahre 1936. Die amerikanische Streikwelle erreichte einen Höhe­punkt im März 1937 mit 605 Streiks. Im letzten November wurden 260 Streiks verzeichnet.

Generalfeldmarschall Graf Schliessen.

Von Staaismiwster Dr Paul Schmitthenner, Professor an der Universität Heide'deia

Arn 4. Januar 1938 jährt sich zum sünfundzwan- zigsten Male der Tag, an dem Generalfeldmarschall Graf von Schlieffen für immer die Augen schloß. Jenes Geschehnis ist in seiner späteren Aus­wirkung zu einem Verhängnis für das deutsche Volk geworden. Denn es nahm eineinhalb Jahre vor Beginn des Weltkrieges jene überragende militä­rische Persönlichkeit hinweg, die durch ihre unbe­strittene Autorität und ihre genialen Führereigen­schaften nach menschlichem Ermessen in den Som­mermonaten des Jahres 1914 den Kämpfen einen entscheidenden Verlauf gegeben und, wenn es der deutschen militärischen Kraft überhaupt möglich war.

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Washington, 3. Jan. (DNB) Die heutige ordentliche Tagung des Bundeskongresfes wurde von Roosevelt persönlich eröffnet Wie jedes Jahr verlas er eine Botschaft über d i e politische Lage der Union, die nach euro­päischem Muster gleichzeitig durch den Rundfunk verbreitet wurde und in deutscher, französischer, spanischer und portugiesischer Uebersetzung der gan­zen Welt durch Kurzwellen übermittelt wird.

Die Proklamation befaßt sich besonders mit Ame­rikas außenpolitischer Haltung Amerika habe, so erklärte Roosevelt, im Laufe des letzten Jahres Frieden gehalten obgleich ihm das nicht immer leicht geworden wäre Es fei aber Amerikas traditionelle Politik, mit den anderen Nationen in Frieden zu leben. Bei dem Appell zur Anwendung friedlicher Mittel bei der Beilegung von Streitigkeiten seien die Vereinigten Staaten führend gewesen und hätten sich um die Ausglei­chung internationaler Differenzen bemüht.

In einer Welt voll schwerer Spannungen und Unruhen, in der die Zivilisation bedpoht sei, sei es die Pflicht der Vereinigten Staaten, st a r k ge­nug zu fein, um bie Einhaltung der funda­mentalen Friedenssätze zu gewährleisten, die die einzig gültige Grundlage einer geregelten Existenz sei. Die Vereinigten Staaten seien entschlossen, die Rechte anderer zu gchten doch verlangten sie die gleiche Achtung für ihre eigenen Rechte, und däher müßten sie eine angemes­sene Stärke der Selb st Verteidigung aufrechterhalten.

In der Welt bestände eine Tendenz, sich vom Geist- und dem Buchstaben internationaler Ver­träge zu entfernen. Die Vereinigten Staaten beab­sichtigten dagegen ihre Vertragspflichten zu erfüllen Sie seien sich aber nicht sicher, ob andere der gleichen Auffassung feien. Roosevelt bezeichnete hierauf die demokratischen Re­gierungen -als einzigen Hort des Friedens

Im innenpolitischen Teil seiner Botschaft ver­wahrte sich Roosevelt energisch dagegen, daß die Idee der landwirtschaftlichen Planung als Politik der Knappheit bezeichnet würde. Sie diene dem Wohl der ganzen Nation und sei ebenso

Amerika will stark sein.

Noosev-lis Botschaft an den Konareß der Vereinigten Staaten.

Die Neuordnung der internationalenWö'hrungsverhältnisse Ein Aufsatz des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht.

Oie studentische Parole für 1938.

Berlin, 3 Jan. (DNB.) Der Reichsstudenten­führer Dr. Scheel hat zum Beginn des neuen Arbeitsjahres einen Aufruf an die Studierenden gerichtet, in dem es heißt: Der Anschluß an die beste Tradition deutschen Studententüms ist ge-

Familienausgleich.

Vv" unterer berliner (Schriftleifung.

Die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches stellt die Familie in den Mittelpunkt. Sie geht von der Erkenntyis aus, daß erbgesunde Fami­lien mit möglich st großer Kinder- z a h 1 in ihrem wirtschaftlichen Fortkommen geför­dert werden müssen, damit ein gesundes Geschlecht heranwachsen kann. Aus diesem Grunde wurde auf dem Parteitag der Freiheit 1935 die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Fami­lien verkündet. Solche Familien, die vier und mehr Kinder im Alter unter 16 Jahren aufweifen, konn­ten bisher durch einmalige Beihilfen oder auch durch laufende Beihilfen unterstützt werden, in der Form daß für das fünfte und für jedes weitere Kind 10 RM. monatlich durch das Finanzamt aus­gezahlt oder in Form von Bedarfsdeckungsscheinen bewilligt wurden. Seit dem 1 Oktober 1937 trat eine Erweiterung dieser Leistungen dadurch ein, daß auch Nichtsozialversicherte (also selbständige Gewerbetreibende, Landwirte usw.) bei einer ent­sprechenden Kinderzahl unterstützt werden konnten, sofern das Einkommen des Ernährers nicht mehr als 2100 RM. tm Jahre betrug. Damit stieg die Zahl der unterstützten Familien auf rund 500 000 mit zusammen fast drei Millionen Kindern Die Mittel für diese große Aktion des Reiches zugun­sten großer Familien werden aus der Ledigensteuer und aus den Tilgungsbeträgen der bisher gewähr­ten Ehestandsdarlehen gewonnen.

Durch das Reichsgesetz vom 21. Dezember 1937 führt die Arbeitslosenversicherung l v. H der Lohnsummen sie erhebt bekanntlich 6,5 vH für bevölkerungspolitische Zwecke an ein Sondervermögen des Reiches ab. Damit flie­ßen jährlich ' 270 Millionen neuer Mittel zu, die zur Förderung der Kinderreichen Verwendung finden Vom 1 April 1938 an wer­den nach einer von uns bereits bekanntgegebenen Mitteilung des Staatssekretärs Reinhardt vom 30. Dezember an kinderreiche Familien 10 RM. im Monat bereits für das dritte und vierte Kind, 20 RM für das fünfte und jedes weitere Jftinö zur Auszahlung gelangen. Da diese Gelder aus ber Sozialversicherung stammen, können nur solche Fa-

Oie erste Milliarde 1938

Der erste Werktag des neuen Jahres hat mit der Zeichnung der neuen Reichsanleihe be­gonnen, die in Höhe von einer Milliarde RM auf­gelegt ist. Ein Viertel dieser Anleihe ist bereits" fest übernommen. Die Grundlage dieser großen Zeich­nung ist die Zunahme der Spareinlagen. B?i den deutichen Sparkassen allein betrug die Spar- einlagenerböbung im abgelaufenen Jahre 1937 1,4 Milliarden. Dazu kommen noch die bei den Ban­ken hinterlegten Spargelder. Diese Zunahme an Spareinlagen wird aber erst in ihrer vollen Bedeu­tung klar, wenn wir uns folgende Umstände ver­gegenwärtigen: Die im Vorjahr aufgelegten Reichs- anleihen machen die stattliche Summe von 2,8 Mil­liarden RM. aus. Dazu kamen noch neue Aktien, industrielle Schuldverschreibungen, Pfandbriefe und t kommunale Schuldverschreibungen im Gesamtwert von ungefähr einer Milliarde. Alle diese großen Beanspruchungen des Kapitalmarktes haben die Zu­nahme der Spareinlagen ebensowenig hemmen kön­nen, wie die sehr erheblichen Anlagen auch kleiner und mittlerer Betriebe zu gewerblichen Zwecken oder die rege private Bautätigkeit. Das Geld sucht also Anlage. Mit pfleglicher und fester Hand wurde der Staatkredit neu begründet. In der Zeit der großen Wirtschaftskrise war er erschüttert, ja selbst vorher, als noch eine Scheinkonjunktur die Räder trieb, konnte das Reich vielfach'nur Gelder unter Gewährung außergewöhnlicher Bedingungen auf­nehmen.

Diese Zeiten sind vorbei, bereits im September 1935 war das Vorfeld soweit bereinigt, und das alte Unkraut ausgejätet, daß eine Zeichnung von 500 Millionen Reichsmark 4,5prozentiger Reichs­schatzanweisungen zur Konsolidierung kurzfristiger und auf die künftige Ertragsmöglichkeit der deut­schen Wirtschaft gemachten Schulden vorgenommen werden konnte. Damals wurde die erste Reichs- a n l e i h / der Sparkraft des ganzen deutschen Vol­kes anoertraut und die Sparer taten so sehr ihre Pflicht, daß in immer schnellerer Folge mit der zu­nehmenden Bildung von Sparkapitalien der 'Weg der Anleihen weiter beschritten werden konnte.

Jpi Jahre 1936 wurden durch die Anleihen be­reits 1,8 Milliarden RM. aufgebracht, im Jahre 1937 sogar 2,35 Milliarden RM. Die letzte Anleihe mußte um 150 Millionen RM. aufgestockt werden, da man die Aufnahmefähigkeit des Marktes unter­schätzt hatte. Insgesamt sind seit Beginn der Kon­solidierung 6,85 Milliarden RM. durch die verschie­densten Anleihen erinnert sei nur an jene, die lediglich die Sparkassen betraf, also nicht öffentlich war aufgebracht worden Der zunehmende Wohl­stand unseres Volkes prägte sich hierin ebenso aus wie das Vertrauen in die Führung unserer Finan­zen.

Die neue Reichsanleihe ist nicht nur ihrem Um­fang nach die größte, sondern sie weist auch durch den Uebergang von der durchschnittlichen zwölfjäh­rigen auf die durchschnittlich fünfzehnjährige Til­gung den Weg von der mittelfristigen zur langfristi­gen Anleihe. Die Möglichkeit der Ratenzahlung, die Kurspflege der Anleihepapiere durch die Reichsbank, die Mündelsicherheit der Anleihestücke und ihre Be- leihbarkeit hat ein neues Sparerpapier geschaffen, das eine feste Rente gewährleistet. Der Appell an

Siegestor des Weltkrieges durchschritten hätte. Zwar stand der einstige Chef des Generalstabs des Feldheeres, als er im Januar 1913 an den Folgen einer Gesichtsrose starb, an der Schwelle des achten Jahrzehntes. Aber er war seelisch, geistig und kör-