deu Geschäftsträger Rafael Roch-Schloß von Der- Ha abzuberufeu. Die kolumbianische Regierung hat ihrerseits inzwischen milgeteltt, daß der ncueraannle Gesandte und der Geschäftsträger a u f anderen Posten Verwendung finden werden. Damit hat ein im Interesse der deutsch-kolumbianischen Beziehungen bedauerlicher Zwischenfall eine schnelle und befriedigende Regelung erfahren.
pariser Besuch des englischen Lufifahrimiinfters Englische Flugzeug-Lizenz für Frankreich.
London, 3. Dez. (Europapreh.) Wie der Pa- ri|er Vertreter der „Daily Mail" angeblich auf ©runh einer Mitteilung aus Regierungskreisen berichtet, finden gelegentlich des Besuchs des englischen Luftfahrtministers SirKingsleyWood in Paris Verhandlungen über die Erwerbung der Lizenz zum Bau von Jagdflugzeug e n vom Typ Svitfire durch die französische Regierung statt. Ein Flugzeug dieses Typs, das als eine der schnellsten einsitzigen Flugmaschinen in der Welt gilt, ist auf der Pariser Luftfahrtausstellung zu sehen. Die Geschwindigkeit der Spitfire wird mit über 560 Kilometern in der Stunde angegeben und liegt damit höher als die irgendeines französischen Kampfflugzeuges. Die Verhandlungen des englischen Luftfahrtministers in Paris gelten der bereits während Chamberlains und Halifax' Besuches grundsätzlich angeschnittenen Frage, ob Frankreich ebenso wie England sich in der nächsten Zeit in erster Linie auf die Verstärkung seiner Jagdflugzeuge konzentrieren soll.
Der „Paris Midi" macht darauf aufmerksam, daß der gegenwärtige Zustand der französischen Flugzeugwerke ein ungünstiges Vorzeichen für den englischen Besuch darstelle. Im Sommer habe man noch gehofft, man könne in den französischen Werken ab April 1939 monatlich 200 Fluazeuge Herstellen. Inzwischen hätten sich die Aussichten wieder verschlechtert. Nach dem Generalstreik-Versuch vom 30. November sind vier verftaat- lichts Flugzeuawerke vom Luftfahrtminister vorläufig geschlossen worden. Der „Paris Midi" weist darauf hin, daß die verstaatlichte Flugzeug- Motoren-Fabrik von Argenteuil vom Februar 1936, bis zum Juli 1937 nach und na6 Bestellungen für 240 Flugzeugmotoren eines be>mmten Typs erhalten hat, von dem bis heute nicht ein Stück geliefert worden ist.
pofens Industrialisierung.
Fünf Dreijahresplüne zum Ausbau der polnischen Wirtschaft und Rüstung.
Warschau, 2. Dez. (DNB.) Im polnischen Parlament bezeichnete Vizeministerprüsioent Kwiatkowski es als eine geschichtliche Notwendigkeit, für einen Ausgleich der Siedlungsdichte in der Welt und eine Rationalisierung der Auswanderung unter nationalen Gesichtspunkten Sorge zu tragen und die überseeischen Länder für Ansiedlungszwecke zu öffnen. Ein ebensolches Gebot sei der gleichberechtigte Zutritt aller ziollisierten Nationen zu den überseeischen Rohstoffquellen. Auch müsse die Möglichkeit geschaffen werden, internationale Schulden durch Waren und Arbeit zu bezahlen.
Die Bilanz des Staates feit der Neugründung vor 20 Jahren fei zweifellos aktiv; trotzdem gebe es noch eine Reihe von Krisenpunkten in der polnischen Wirtschaftsstruktur, die allmählich beseitigt werden müßten. In der Entwicklung der polnischen I n - dustrie fei ein Anstieg der Produktionsziffer und eine fortschreitende Nationalisierung zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit sei zurückgegangen, der Ausfall von Arbeitstagen habe sich um 25 v. H. verringert. Der günstigen Entwicklung des Innenhandels stehe eine ungünstigere des Außenhandels gegenüber. Während noch im Jahre 1928 drei Fünftel der polnischen Ausfuhr über die Grenzen zu Lande gegangen feien, würden heute 85 o. H. der polnischen Ausfuhr über die Häfen Gdingen und Danzig geleitet und nur 15 v. H. über die Grenzen zu Lande.
Der erste konkrete Jnvestierungsplan von 1936 werde bereits im März 1939, also ein Jahr vor dem festgesetzten Termin, durchgeführt sesn. Beim Ausbau des zentralen Jndustriebe- z i r k e s hätten Millionen Arbeit und Brot gefunden, und Taufende von Produktionsstätten feien entstanden. Das bedeute nicht nur eine militärische, sondern auch eine wirtschaftliche Aufrichtung Polens. Der Gesetzesvorschlag über die Verstärkung des Rüstungsfonds für die Zeit vom 1. April 1939 bis 31. März 1942 um insgesamt 2 Milliarden Zloty leite eine neue Periode langfristiger Investierungen ein, denn der neue Plan erstrecke sich über fünf Abschnitte z u je drei Jahren. Diene der Jnvestierungsplan für die ersten drei Jahre dem Aufbau der Rüstungen, so werde cr von 1942 bis 1945 der Entwicklung des Verkehrs unter besonderer Berücksichtigung der Jnlandserzeu- gung von Kraftwagen zugute kommen. 1915 vis 1948 soll das Bildungswesen ausgebaut und die landwirtschaftliche Erzeugung erhöht werden. Der 4. Abschnitt soll besonders den Städtebau und die Industrialisierung Polens vorwärtsbringen, während der 5. Abschnitt (1950 bis 1954) zur Vereinheitlichung der Wirtschafts st ruktur und Dynamik Polens im Sinne eines Ausgleiches zwischen den einzelnen Teilgebieten verwendet werden solle. Zum Schluß sagte Kwiatkowski, das neue deutsch-polnische Abkommen und die Art der Abwickelung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern seien in ihrer Einfachheit und durch den guten Willen, der die beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen auszeichnet, beispielhaft.
Zwei Landesverräter hingerichtet.
Berlin, 3. Dez. (DRV. Funkjpruch.) Amtlich wird milgeteilt: heute wurden die vom Reichs- kriegsgericht wegen Landesverrats zum Tode verurteilten Bruno Trojaner, geboren am 18. September 1915 in Heikendorf (Schleswig-Holstein), und Berthold Söhne, geboren am 17. Juni 1899 in Dahlem - Markleben, Bezirk Magdeburg, hingerichtet. — Trojaner wurde aus nichtigem Anlaß in das Ausland fahnenflüchtig, wo er alsbald in ein Lmigrantenlager eingeliefert wurde. Dort kam er mit dem ausländischen Rachrlchten- dienst in Verbindung. Er lieh sich durch Versprechungen xunb durch Geldzuwendungen bestimmen, einen großen Teil der ihm während seiner Dienstzeit bekanntgewordenen, geheimzuhaltenden Dinge zn verraten. Trojaner wurde dann vom auslän-
Warum der Generalstreik ein Schlag ins Wasser war.
Ein tödlicher Stoß für die marxistischen Gewerkschaften. — Reue Plattform für Daladier.
Eigener Äericht des Gießener Anzeigers.
E. F. Paris, 2. Dezember 1938.
Der 30. November wird in der innenpolitischen Geschichte Frankreichs auf lange hinaus als ein Ereignis von historischer Bedeutung verzeichnet sein. Weder in Frankreich, noch in sonst einem Land hat man es wohl erlebt, daß eine von den Marxisten ausgegebene Generalstreiksparole mit einem so kläglichen Zusammenbruch geendet hat, wie dies jetzt mit dem vom Allgemeinen Gewerk- schastsbund vom Zaun gebrochenen „Generalstreik" der Fall war.
Der Zweikampf Daladier — Gewerkschaftsbund war feilt dem Zusammenbruch der Volksfront fällig; auf dem Gebiet der reinen parlamentarischen Politik war mit den nach München vorgenommenen Kammerabstimmungen vom 4. und 5. Oktober und mit dem anschließenden Marseiller Kongreß der Radikalsozialistischen Partei das Schicksal der Volksfront besiegelt: es blieb noch eine Rechnung auf dem gewerkschaftlichen Gebiet zu begleichen. Das ist jetzt geschehen. Die Leitung des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes, in der sich die kommunistischen und die gemäßigten Tendenzen etwa die Waage hielten, — der letzte Gewerkschaftskongreß von Nantes hatte dies klar gezeigt — konnte sich der Verdrängung aus den einstigen Machtstellungen, die der Gewerkschaftsbund im Zeichen der Volksfront erworben hatte, nicht zufrieden geben. Gemäßigte Gewerkschaftsführer, wie Dumoulin, Belin, Delmas erhoben zwar ihre warnende Stimme, aber die kommunistischen Gegenspieler, Racamond, Frachon, waren zu stark. Der Generalsekretär Jouhaux hielt es jeweils mit der aktivsten Gruppe.
Als vor einigen Wochen die Notverordnungen von Daladier und Paul Reynaud dem Lande die unumgänglichen Opfer für die finanzielle Gesundung auferlegten, und als Maßnahmen zur Steigerung der Produktion getroffen wurden, die, wie zugegeben werden muß, den kleinen Mann belastete, hielt die Leitung des Gewerkfchaftsbundes ihre Stunde für gekommen. Sie hat mit der Ausrufung des Generalstreiks einen schweren psychologischen Irrtum begangen. Die Streik absichten waren mindestens schon eine Woche vorher der Regierung bekannt, die in aller Ruhe chre Ab- wehrmaßnahmen treffen konnte. Weiter brachten die Arbeitermasien kein Verständnis dafür auf, daß sie rn einem solchen Machtkampf, der absolut nichts mit der Vertretung rein gewerkschaftlicher Ziele, wie Lohnforderungen usw. zu tun hatte, der Sturmbock sein sollten. Auch das Argument, daß man sich gegen die dauernde Ausschaltung des Parlaments, die ja nur eine logische Folge der Arbeitsunfähigkeit der Kammer ist, zur Wehr setzen müsse, verfing bei den großen Massen nicht im geringsten. Die Drohung mit dem massiven Einsatz der Staatsautorität, gestützt auf Reservisten, die erst ein bis zwei Tage vorher einberufen worden waren, hat genügt, um in wenigen Stunden
den ganzen Generalstreik-Spuk zum Verschwinden zu bringen. Die Eisenbahnen fuhren beinahe fahrplanmäßig; Post, Banken, Versicherungsgesellschaften Usw. arbeiteten in vollem Umfang, und bei der Privatindustrie hielten sich die Arbectsausfälle in erträglichem Rahmen.
Man kann ruhig sagen, daß die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich, wenigstens soweit sie ausgesprochen marxistische, kommunistisch angehauchte Ziele verfolgt, die sich nut der Vertretung rein beruflicher Interessen nicht vereinbaren lassen, am 30. November einen tödlichen Stoß erlitten hat. Die Verbitterung bei den irregeleiteten Anhängern kann kaum Überschätzt werden; man hört immer wieder von Fällen, wo die enttäuschten Arbeiter die Mitgliedskarten des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes zerrissen und mit dürren Worten ihrem festen Entschluß Ausdruck gegeben haben, künftig die Finger von der Politik zu lassen.
Ministerpräsident Daladier geht als unbestrittener Sieger des 30. November hervor. Damit ist das Bild dieses Politikers um einen interessanten Zug bereichert. Die suggestive Kraft, mit der Daladier seine Ideen vertritt, mag vielleicht nicht allzu. groß sein; man glaubte ost, in entscheid enden Stunden eine gewisse Passivität bei ihm feststellen zu müssen, aber immer wieder hat er, wenn es darauf ankam, durch ruhige Festigkeit die Dinge gemeistert. So war es in München, wo ihm die Mitwirkung bei der Erhaltung des Friedens in Frankreich eine ungeheure Volkstümlichkeit eintrug. Diese Volkstümlichkeit drohte im Laufe der letzten Wochen sich langsam zu verflüchtigen; es gab sogar Politiker, die die Stellung des Kabinetts Daladier für gefährdet hielten. Allerlei Intrigen wurden gesponnen, nicht zuletzt von dem halbjüdischen früheren Arbeits Minister Fros- sard, der mit seiner Sozialistisch-Republikanischen Union die Verbindung zwischen Radikalen und Marxisten aufrechterhielt. Ohne daß man recht wußte, woher sie kamen, waren diese Gerüchte über die Gefährdung der Stellung Daladiers da, es schienen bei der dauernden Ausschaltung des Parlaments mehr Gefühle politischer Unlust als irgendwelche konkreten Umstände für solche Gerüchte verantwortlich Dann kam zusammen mit dem englischen Ministerbesuch in der vergangenen Woche das Bekanntwerden der Einigung mit Deutschland über einen Nichtcmgriffsveistra g. Daladiers Stellung wurde wieder 'stärker, aber die Verblendung der rnarxisttschen Gewerkschaftsleitung wollte das^ nicht wahr haben.
Jetzt verfügt Daladier über einen neuen Fonds von Vertrauen, aber dieses Vertrauen ist nicht so leicht erkämpft wie nach München und nicht so allumfassend wie damals. Daladier will nicht als Rächer nach gewonnener Schlacht erscheinen; er will eine Politik des „Apaifement", der Befriedigung, betreiben und dem geschlagenen Gegner die Hand zur
Versöhnung entgegenstrecken. Aber das wird Daladier nicht der Notwendigkeit entheben, den eigentlich verantwortlichen Streikhetzern gegenüber eiserne Strenge walten zu lassen; denn sonst würden alle Hoffnungen dahin schwinden, die franzö- sische Produktion zu steigern. Raunte man nicht schon in den Wandelgängen der Kammer davon, die marxistischen Arbeiter könnten für die Niederlage des 30. November dadurch Rache nehmen, daß sie in passiver Resistenz die Arbeitsleistung herunterdrücken würden?
Vorläufig zeigt sich die französische Wirtschaft durch solche Sorgen nicht beeinflußt. Das Gold strömt weiterhin aus dem Ausland zurück, die französische Währung scheint leicht gefestigt, und das Schatzamt kann seinen Geldbedarf mühelos befriedigen. Die parlamentarische Grundlage des Kabinetts Daladier bleibt bei alledem unverändert, auch weiterhin ist feine Stellung von dem Faktor des Unwägbaren bedingt. Die Kommunisten sind nach wie vor die Todfeinde des Kabinetts, die Marxisten fetzen ihre Politik des Beleidigtseins fort und sind ebenfalls als offene Gegner Daladiers zu werten, aber innerlich sind doch viele in ihren
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Reihen nicht ganz unzufrieden damit, daß der kommunistische Bruder bei den Gewerkschaften jetzt eine so gewaltige Schlappe erlitten hat. Nur offen sagen darf man es nicht. Die schmale parlamentarische Grundlage der Radikalsozialistischen Partei ist bei der innigen Verflechtung dieser Partei mit Mittelstand und Bürgertum von größter Wichtigkeit. Von rechts hat Daladier nichts zu befürchten, wenigstens bis auf weiteres nicht, solange er sich jn Kampfstellung gegen links befindet. Das Ausland blickt bei alledem auf gewisse Nuancen. Wird Daladier sich zu dem folgenschweren Schritt entschließen, jetzt die Kommunistische Partei aufzulösen? Das Verhalten der kommunistischen Führer gegenüber den von der Regierung ausgesprochenen militärischen Reguisi- ttonsmaßnahmen würde ihm das Recht dazu geben. Aber handelt es sich nicht um eine Aufgabe, die ein überdurchschnittliches Maß von Energie zur Voraussetzung hat?
dischen Nachrichtendienst fallen gelassen und aus dem betreffenden Lande ausaewiesen.
Löhne wurde auf einer Bahnfahrt von einem unbekannten Mitreisenden angesprochen. Leichl- finnigerroeife stellte er diesem seine finanziellen Verbällnisse dar, und erwähnte dabei auch, daß er verschuldet sei. Der Unbekannte war ein Agent im ausländischen Nachrichtendienst. Lr lockte Löhne
durch Versprechungen Ins Ausland. Dort wurde Löhne über geheimzuhaltende Dinge ausgefragt und wurde zum Landesverräter. Auch hier hak der ausländische Nachrichtendienst sein Opfer preisgegeben, nachdem er keinen Ruhen mehr aus ihm ziehen konnte. — Beide Landesverräter haben jetzt ihr Verbrechen an Staat und Volk mit dem Tode büßen müssen.
Codreanus Erschießung.
Wurde der Führer -er Eisernen Garde im Gefängnis umgebracht?
Vermutungen der Auslanvspreffe.
Rom, 2. Dez. (DNB.) Die Ereignisse in Rumänien, die nach Dem tragischen Ende Codreanus und seiner Gefährten von der Eisernen Garde jetzt zur Verhaftung des ftüheren Kriegsministers General A n t 0 n e s c u, Amtsenthebung zahlreicher Beamter und zu scharfen Regierungsmaßnahmen gegen alle Elemente, die mit der Eisernen Garde sympathisierten, geführt haben, werden in der italienischen Presse ausführlich behandelt. Es wird unterstrichen, daß die amtlichen Auslassungen über die Vorgänge im Widerspruch stehen zu den hartnäckigen Gerüchten aus Kreisen der Eisernen Garde, die den rumänischen Innenminister persönlich verantwortlich machen für die „abscheuliche Mordtat". Anhänger Codreanus behaupten ganz offen, daß ihr Führer und seine Begleiter nicht bei einem Fluchtversuch, sondern im Gefängnis selbst umgebracht worden seien. Die rumänische Regierung habe bisher nichts unternommen, diese Gerüchte zu entkräften.
Das rumänische Regierungsblatt „Romania" ver- öffenllicht einen Artikel, der gewisse Andeutungen enthält über das Vorgehen gegen die „Eiserne Garde". Jn dem Artikel heißt es, der Anschlag gegen den K l a u s e n b u r g e r Univer-- sitätsrektor sei das Signal zu einer gefährlichen Aktion gewesen. Das Blatt fährt dann fort: „Deshalb mußte die Unterdrückung blitzartig kommen; gegenüber der Drohung war eine andere Möglichkeit nicht gegebeik. Der Herd der Legionär-Unruhe und Anarchie, von dem sich erwiesen hat, daß er andauere, mußte ausgerottet werden, sonst wären uns allen die Hände gelähmt gewesen gegenüber anderen schweren Gefahren, die das Blutopfer der ganzen Nation gefordert hätten."
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Den Ereignissen in Rumänien schenkt auch die polnische Presse starke Beachtung. , Dziennik Narodowy" schreibt, Codreanu und seine 13 erschossenen Kameraden seien aufrichtige und selbstlose Bekenner der nationalen Idee gewesen. Im Lichte dieser letzten Ereignisse zeige sich, daß der neue rumänische Staat nicht der Ausdruck der neuzeitlichen nationalen rumänischen Bewegung sei, sondern daß er mit dieser Bewegung 1 m Kampf stehe. Darum verurteile die westeuropäische demokratische Presse auch den Totalismus dieses Staates nicht und darum werde der tragische Tod Codreanus mit Gewißheit ohne Widerhall in dieser Presse bleiben. Ohne Zweifel werde nämlich der Tod Codreanus unter dem
Gesichtspunkt der Interessen der jüdischen Politik als ein positives Ereignis bewertet. Die unzähligen Opfer der bolschewistischen Revolution in Rußland, die zu Tausenden hingemordeten Geistlichen, Militär- und Zivilpersonen in Spanien, der tragische Tod Codreanus und seiner Kameraden, das alles feien Ereignisse, die keinen Anspruch haben, in der sogenannten großen demokratischen Presse in Europa und Amerika Mitgefühl und Empörung her- vorzurufen. Denn in dieser Presse geben die Vertreter der jüdischen Politik den Ton an.
„Goniec" meint, die Erschießung Codreanus sei reichlich rätselhaft. Unter den in Freiheit befindlichen restlichen Führern der ehemaligen Eisernen Garde herrsche die Ueberzeugung, daß es sich hier um einen Massenmord handele, durch den die wichtigsten Führer der Eisernen Garde beseitigt werden sollten, da diese Organisation noch immer einen gewaltigen Einfluß auf das politische Leben in Rumänien habe. Das Blatt weist auf die Tatsache hin, daß keiner von den Gefangenen lebendig daoongekommen ist. Da es sich um eine verhältnismäßig große Anzahl handelte, dürfte dies eher auf eine Exekution als auf eine organisierte Flucht hindeuten. Offenbar sollte kein Zeuge der Vorgänge in dem Walde bei Bukarest übrig bleiben. Dieser Vorgang zeige, daß Rumänien eine st a r k e politische Krise durchmache, wobei diejenigen politischen Gruppen die Oberhand zu gewinnen scheinen, die unter liberalen und freimauerischen Einflüssen stehen.
Die royalistische Pariser „Action Fran^aise" schreibt: Die Ermordung des Kapitäns und Gründers der Eisernen Garde, Codreanus und seiner 13 Unterführer ist eine offensichtlich verabredete Massakrier ung gewesen. Sie ist ein Ereignis von politischer Bedeutung, das wegen seiner Rückwirkungen geeignet ist, entweder einen Bürgerkrieg, wie denjenigen nach der Ermordung des spanischen Falangistenführers ' oder einen europäischen Krieg, wie nach der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand, auszulösen. Codreanu ist in der Tat der Chef des rumänischen Antisemitismus gewesen, der alte und tiefgehende Wurzeln im ganzen Lande hat. Man wird nicht verfehlen, diese Mordtat einer Verschwörung Israels und der einflußreichen offiziellen Persönlichkeiten Rumäniens zu- zuschreiben. Die tendenziösen Meldungen der von Juden kontrollierten Nachrichtenagenturen haben schon vorgestern das Opfer so hingestelll, als ob es fein Schicksal wegen seiner Gewalttätigkeit und Wildheit verdient habe. Diejenigen aber, die den glühenden Patriotismus und das gefahrvolle Leben dieser außerordentlichen Persönlichkeit erkannt haben, können über die Vorgänge nicht im Zweifel sein.
Kunft und Wissenschaft.
Der norwegische Maler Erik Werenskiold f.
In Oslo starb hochbetagt der Maler Erik W e - renski 0 ld, der die norwegische Malerei in einem entscheidenden Zeitpunkt ihrer Entwicklung stark beeinflußt hat. Er war 1855 geboren und hatte, nachdem er bei dem norwegischen Bildhauer Middel- thun studiert hatte, [eine eigentliche Ausbildung auf der Münchener Akademie unter Löfftz und Linden- schmit erfahren, war aber von dort zu Bonnat nach Paris gegangen. Er gehörte zu der Gruppe norwegischer Maler, die in den siebziger Jahren eine naturnahe Wirklichkettsmalerei national-norwegischen Gepräaes schaffen wollten. Werenskiold, der unter dem Einfluß des Impressionismus sich vom strengen Naturalismus zu einer freieren Haltung entwickelte, malte prachtvolle norwegische Landschaften, stellte in charaktervollen Bildmssen die großen Norweger seiner Zeit, wie Ibsen, Björnson, Grieg und Nansen, dar und hatte auch großen Erfolg mit feinen Illustrationen zu norwegischen Volksmärchen und zur norwegischen Königsgeschichte.
3nfemationaks Musikfest 1939 in Frankfurt.
Dom 15. bis 25. Juni 1939 findet in Frankfurt am Main das Internationale Musikfest statt. Das Programm dieser Veranstaltung des „Ständigen Rates für die internationale Zusammenarbeit der Komponisten" sieht die Aufführung von Opern, Orchesterkonzerten, Kammermusik und einem Chorkonzert vor.
Der nächste Aerztekongreß in Wiesbaden.
Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Stepp (München) findet vom 27. bis 30. März 1939 in Wiesbaden die 51. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin statt. Gleichzeitig tagt die Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater.
Weiterbericht
Noch immer setzt sich die lebhafte, vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit fort. Daher ist trotz gelegentlicher Aufheiterung eine durchgreifende Wetter- befferung noch nicht zu erwarten.
Vorhersage für Sonntag: Zunächst häufig aufheiternd und höchstens vereinzelte Schauer, nachts frisch und später zunehmende Unbeständigkeit. Abflauende, aber noch lebhafte Winde aus West bis Süd.
Lufttemperaturen am 2. Dezember: mittags 7,4 Grad Celsius, abends 4,2 Grad; am 3. Dezember: morgens 5,1 Grad. Maximum 8,2 Grad, Minimum heute nacht 3,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Dezember: abends 5 Grad; am 3. Dezember: morgens 4,9 Grad. — Niederschläge 0,5 mm. — Sonnenscheindauer 3,5 Stunden.
Hauptschriftletter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 38: 10013. Druck und Verlag: Brühlsche Unioersitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937
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