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Nr. 258 Erstes Blatt
Donnerstag, 3. November 1938
188. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Der Schiedsspruch von Wien.
Der ungarisch-tschecho-slowakische Streitfall hat in Wien durch den Schiedsspruch Deutschlands und Italiens eine schnelle Erledigung gesunden. Nachdem die beiden interessierten Staaten sich auf direktem Wege nicht zu einigen vermochten und beiderseits territoriale Ansprüche gestellt wurden, die sich in erheblichem Maße überschnitten, blieb ihnen kein anderer Weg übrig, als die Entscheidung der Frage in fremde Hände zu legen. Daß Ungarn ebenso wie die Tschecho-Slowakei in dem Zusammenwirken von Deutschland und Italien die Lösung sähen und diesen beiden Mächten die Fällung des Schiedsspruchs zuwiesen, beweist in hinreichendem Maße, wieweit bereits auf Grund der Münchener Abmachungen eine Atmosphäre des Vertrauens sich auszubreiten vermocht hat. Auch die Beschränkung derSchiedsrichter- rolle auf die beiden Großmächte der Achse D e r - 1 i n—R o m macht deutlich, daß die Staaten Mitteleuropas nur bei ihnen ein unmittelbares Interesse am Donauraum voraussetzen, während das gleiche Interesse bei Frankreich und England nicht angenommen wurde. Die Promptheit, mit der die beiden Schiedsrichter gearbeitt haben, wird nun geeignet sein, das Vertrauen in ihren Gerechtigkeitssinn und in chren Willen zur Befriedung Gesamt» europas zu verstärken.
Die Entscheidung selbst ist nach ft r en gen. ethnographischen Gesichtspunkten gefällt worden. Naturgemäß ließ es sich nicht vermeiden, daß auf beiden Seiten der neugezogenen Grenze Minderheiten in zum Teil nicht unbeträchtlicher Anzahl verblieben. Bei der starken Verzahnung der beiden in Frage kommenden Nationalitäten in diesem Gebiet war eine andere Lösung nicht möglich. Um diesen unvermeidlichen Mangel auszugleichen, sieht der Schiedsspruch jedoch bereits einen verstärkten Schutz der Minderheiten auf beiden Seiten vor, so daß man hoffen darf, daß die Mißhelligkeiten der Vergangenheit auf diesem Gebiet sich nicht wiederholen werden. Es lag in der Natur der Sache, daß keiner der erhobenen Ansprüche in vollem Umfange befriedigt werden konnte. So werden Preßburg und Neutra ebenso wie die ukrainische Stadt Sevljusch in dem bisherigen tschecho-slowakischen Staatsgebiet verbleiben, während die umstrittenen Städte Kascha u , Ungoar (Uzhorod) und Munkatsch an Ungarn zurückgegeben werden.
Aus dieser neuen Grenzziehung werden sich zunächst gewisse wirtschaftliche und verkehrstechnische Unebenheiten ergeben müssen, aber es ist im Schiedsspruch bereits vorgesehen, daß alle etwa auftretenden Schwierigkeiten in direkten Besprechungen zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei ausgeglichen werden. Der Schiedsspruch hat sich in vielen 'Teilen gerade in dieser Beziehung an das Muster des Münchener Abkommens gehalten, das ja in feiner Ausführung im Falle der sudetendeutschen Frage sich außerordentlich bewährt hat. Bereits am 10. November wird die Besetzung der abzutretenden Gebiete durch Ungarn durchgeführt fein, wonach mit der Neueinrichtung und dem Aufbau der Verwaltungen in den neugestalteten Gebieten begonnen werden kann.
Nachdem am Tage vor dem Wiener Schiedsspruch auch die endgültige Grenzfestsetzung zwischen Polen und der Tschecho-Slowa- kei im direkten Einvernehmen erfolgt war, sind nunmehr durch diese letzte Entscheidung die neuen Grenzen der Tschecho-Slowakei definitiv festgelegt worden. Damit dürfte die Aera der Unsicherheit und der Ungewißheit ihr Ende gefunden haben und man darf erwarten, daß die Tschecho- Slowakei jetzt Gelegenheit haben wird, mit all ihren Nachbarn zu friedlichen und normalen Verhältnissen zu gelangen. Gerade in dem verkleinerten Raume kann die Tschecho-Slowakei vom national-politischen Gesichtspunkt aus jetzt als ein konsolidiertes und lebensfähiges Staatsgebilde betrachtet werden. Die verschiedenen Proklamationen der Prager Regierung in den Wochen nach der Münchener Entscheidung und ihre außenvolitische Haltung deuten daraus hin, daß sie sich ihrer Aufgabe und der ihr gegebenen Möglichkeiten voll bewußt ist. Auf der anderen Seite darf man mit Genugtuung feststellen, daß ein zwanzigjähriges schweres Unrecht an Ungarn wieder gutgemacht wurde und daß endlich dem tapferen und schwergeprüften Volk der Magyaren jener ihm zukommende Lebensraum angewiesen wurde, auf den es nach seinen geschichtlichen und kulturellen Leistungen Anspruch erbeben durste. Kr.
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Der Mener Schiedsspruch legt Ungarns neue Grenzlinie fest
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TSCHECHO
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WIEN
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Preßburg als eine Stadt mit gemischter B e
anderer Gebiete an Ungarn ausgeglichen.
Burg kam es Menge.
und vor dem Ministerpräsidium zu Kundgebungen der freudig erregten
ginnend, den gesamten ©ebietsftreifen von der alten Grenze bis zur Eisenbahnlinie Preß-
Budapest, 2. Nov. (Europapreß.) Ministerpräsident Jmredy erklärte am Mittwochabend in einer Rundfunkrede, in einigen Tagen werde überall an der neuen Grenze die stolze Fahne der Hon- veds wehen. Wir begrüßen mit festlicher Seele die nach 20jährigem harten Kampf zu uns zurückkehrenden Brüder, mit denen wir von nun an gemeinsam am Werk eines glücklicheren und stärkeren Un- Sarns arbeiten wollen. Der Ministerpräsident drückte ann den Dank der gesamten ungarischen Nation an die befreundeten Großmächte aus, die der Verantwortung nicht ausgew.chen seien und sich bei der Neugestaltung der Tschecho-Slowakei das höchste Ziel vor Augen gehalten hätten: die Sicherung des friedlichen Zusammenlebens der mitteleuropäischen Völker. Sie hätten zwar nicht alles zurückgeben können, was Ungarn gefordert habe. Wenn aber diese
rischer S laalszugehörigkeit zu vereinbaren. Dieser Ausschuß wird insbesondere bafür Sorge fragen, daß die magyarische Volksgruppe in Prehburg die gleiche Stellung wie die anderen dortigen Volksgruppen erhält.
6. Soweit sich aus der Abtretung der Gebiete an Ungarn Rach teile und Schwierigkeiten wirtschaftlicher oder v e r k e h r s t e ch n i- scher Art für das der Tschecho-Slowakei verbleibende Gebiet ergeben, wird die Königlich-Ungarische Regierung ihr Möglichstes tun. um solche Rachteile und Schwierigkeiten im Einvernehmen mit der tschecho-slowakischen Regierung» zu beseitigen.
7. Falls sich bei der Durchführung dieses Schiedsspruches Schwierigkeiten oder Zweifel ergeben, werden die Königlich-Ungarische und die tschecho-slo- wakische Regierung sich darüber unmittelbar verständigen. Sollten sie sich dabei über eine Frage nicht einigen können, so werben sie biefe Frage ber deutschen und der Königlich-Italienischen Regierung zur endgültigen Entscheidung unterbreiten.
Wien, den 2. Rovember 1938.
sgez.) Joachim v. Ribbentrop, (gez.) Galeazzo Eiano.
In dem Protokoll zum Schiedsspruch heißt es: Dieser Schiedsspruch nebst der in seiner Ziffer 1 erwähnten Karte ist dem Königlich-Ungarischen Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten und dem tschecho-slowakischen Minister für die Auswärtigen Angelegenheiten ausgehändigt worden. Diese haben ihrerseits davon Kenntnis genommen und namens ihrer Regierungen nochmals die von ihnen am 30. Oktober 1938 abgegebene Erklärung bestätigt, daß sie den Schiedsspruch als endgül-
5. Ebenso sind von einem ungarisch-lfchecho-slowa- kischen Ausschuß nähere Bestimmungen zum Schuhe ber im Gebiet ber Tschecho-Slowakei üerbleibenbeu Personen magyarischer Volkszugehörigkeit urb der in ben abgetretenen
Unsere Karte zeigt die bisherige Grenze zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei als punktierte Linie. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Grenzlinie wiederum in einer Tiefe von etwa 30 Kilometer in östlicher Richtung weiter und breitet sich dann bei Ungoar, einschließlich dieser Stadt selbst, bis zu einer Tiefe von 45 Kilometer aus. In einem nach Süden ziehenden Bogen wird die Eisenbahnlinie Kaschau — Munkacs erreicht, wobei die Stadt M u n k a c s selbst Ungarn zufällt. Unmittelbar im Osten von Mun- tacs biegt dann die Grenze nach Süden ab und geht in direkter südlicher Linie bis zu der im un- garisch-rumänisch-tschecho-slowakischen Grenzdreieck liegenden Ortschaft Halm ei, die bisher die mmä- nifch-tschecho-slowakische Grenzstation der Eisenbahnlinie Satumare—Hust war.
Das an Ungarn abgetretene Gebiet umfaßt nach den ersten Schätzungen ungefähr 12 400 Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von etwa 1.064 Millionen, so daß die Einwohnerzahl des Landes 10 Millionen, der Flächeninhalt 100 000 Quadratkilometer überschreiten werden.
Don den umstrittenen Städten verbleiben also die Hauptstadt der Slowakei Preßburg selbst, ferner die alte Bischofsstadt Neutra sowie in der Karpatho-Ukraine die Stadt Sevljusch mit den
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(Sine Rundfunkansprache Imrsdys. — Begeisterte Kundgebungen
tige Regelung annehmen, und daß sie sich verpflichten, ihn vorbehaltlos und unverzüglich durchzuführen.
„Sine gerechte Lösung."
Die Schlutzansprachen der Schiedsrichter.
Nach ber Verkündung des Schiedsspruches und der Unterzeichnung des Protokolls wies Reichsaußenminister vonRibbentrop in seinem Schlußwort darauf hin, daß von ihm und dem italienischen Außenminister nach reiflicher Ueberlegung aller für die Streitfrage wichtigen Grundlinien jene Grenze festgelegt wurde, die nach Ansicht der Schiedsrichter eine gerechte Lösung des Problems darstellt. Er hoffe, daß die Verhältnisse in diesem Gebiet sich nunmehr im Sinne einer restlosen Befriedung entwickeln würden, in der beide Länder in einem Geist wahrer Freundschaft und friedlicher nachbarlicher Beziehungen miteinander leben können. Der italienische Außenminister Graf Eiano gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß auch bei dieser Gelegenheit die Achse Berlin — Rom erneut im Sinne derStabilisierungundBefriedungder Verhältnisse ihren Wert gezeigt habe. Nach reiflicher Ueberlegung hätten die beiden Schiedsrichter eine Lösung gefunden, von deren Objektivität und Gerechtigkeit sie überzeugt seien. Es liege nun an Ungarn und der Tschecho-Slowakei, daraus die praktischen Folgerungen im Sinne einer Stabilisierung und Zusammenarbeit zu ziehen, um auf diese Weise dem Frieden Europas zu dienen, für den die Achse Rom—Berlin wie schon bei anderen Gelegenheiten, auch diesmal wieder einen wesentlichen Beitrag geleistet habe. Darauf schloß Reichsminister von Ribbentrop die Tagung.
3m Wiener Belvedere.
Wien, 2. Nov. (DNB.) Das deutsch-italienische Schiedsgericht trat um 12.15 Uhr im Schloß Belvedere zusammen. Den vier Außenministern stand je ein Herr zur Seite, und zwar dem Reichsaußenminister Unterstaatssekretär Woermann, dem italienischen Außenminister Botschafter A11 o l i c o, dem ungarischen Außenminister Kultusminister Teleki und dem tschecho-slowakischen Außenminister Gesandter K n o. Zu Begin der Sitzung ergriff Reichsaußenminister von Ribbentrop das Wort, um die Minister namens der Reichsregierung in Wien willkommen zu heißen. Es ist unsere Aufgabe, so sagte er, heute auf ethnographischer Grundlage die endgültige Grenze zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowakei und eine Lösung ber damit zusammenhängenden Fragen zu finden. Der von uns gefäUte Schiedsspruch ist bindend und endgültig und wird von Ungarn ustd der Tschecho-Slowakei im voraus als endgültige Regelung anerkannt. Der Standpunkt der beiden Regierungen ist uns aus den vorangegangenen Verhandlungen in den wesentlichen Punkten bereits bekannt. Ich halte es trotzdem für zweckmäßig, wenn die Vertreter der beiden Regierungen ihre Einstellung zu der Frage kurz zusammenfassend uns begründen, damit vor dem zu fällenden Schiedsspruch nochmals alle Argumente sorgfältig abgewogen werden können.
Der italienische Außenminister Graf Eiano erklärte bann: Die Achse Rom — Berlin hat sich, als sie auf Wunsch ber ungarischen und tschechoslowakischen Regierung das Schiedsrichteramt übernahm, das Ziel gesetzt, den vielen bereits geleisteten Bemühungen um den Frieden und Wiederaufbau Europas einen weiteren wichtigen Beitrag folgen zu lassen. Ich bin sicher, das unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, und daß aus ber Zusammenkunft von Wien eine neue Ordnung und eine neue Aera in Mitteleuropa hervorgehen werden auf der Grundlage jener internationalen Gerechtigkeit, die wir stets angestrebt und gewollt haben.
Die Vormittagsberatung der Vertreter der vier Mächte war nach 14 Uhr zu Ende gegangen. Sie war in ber Hauptsache ausgefüllt von den Darlegungen des ungarischen und des ftchecho-slowaki- schen Außenministers. Nach der Sitzung fand im großen Marmorsaal des Schlosses Belvedere ein Frühstück statt, an dem teilnahmen die vier Außenminister, die Ministerpräsidenten der Slowakei und Karpatho-Ukraine mit sämtlichen Mitgliedern der Delegationen, ferner die Botschafter Attolico und von Mackensen sowie die Gesandten von Erdmanns- borff, von Villani und Sztojay, weiter die Spitzen von Partei, Staat, Wehrmacht und Verwaltung aus Wien.
Der Schiedsspruch.
Um 19 Uhr erfolgte der Schiedsspruch. Er hat folgenden Wortlaut:
Auf Gründ des von der Königlich-Ungarischen und der lschecho-slowakischen Regierung an die deutsche und die Königlich-Italienische Regierung gerichteten Ersuchens, die zwischen ihnen schwebende Frage der au Ungarn abzutretenden Gebiete durch einen Schiedsspruch zu regeln, sowie auf Grund der daraufhin zwischen den beteiligten Regierungen gewechselten Roten vom 30. Oktober 1938 sind der deutsche Reichsminister des Auswärtigen. Herr Joachim v. Ribbentrop, und der Minister des Auswärtigen Seiner IHajeftät des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien. Graf Galeazzo Eiano heute in Wien zusammengekommen und haben im Hamen ihrer Regierungen nach nochmaliger Aussprache mit dem Königlich-Ungarischen Winister für die Auswärtigen Angelegenhei- len. Herrn Koloman v. K a n y a, und dem tschechoslowakischen Winister für die Auswärtigen Ange- legenheiten, Herrn Dr. Franz Ehvalkovski. folgenden Schiedsspruch gefällt:
1. Die von der Tschecho-Slowakei an Ungarn abzutretenden Gebiete sind in der anliegenden Karte bezeichnet. Die Festlegung der Grenze an Ort und Stelle bleibt einem ungarisch-lschecho-slowa- kischen Ausschuß überlassen.
2. Die Räumung der abzutretenden Gebiete durch die Tschecho-Slowakei und ihre Besetzung durch Ungarn beginnt am 5. Rovember 1938 und istbiszum 10. Rovember 1938 durchaus ü h r e n. Die einzelnen Etappen der Räumung und Besetzung sowie sonstige Wodatitäten sind unverzüglich durch einen ungarisch-tschecho-flowakischen Ausschuß festzusehen.
3. Die tschecho-slowakische Regierung wird dafür Sorge tragen, daß die abzutretenden Gebiete bei der Räumung in ordnungsmäßigem Z u- siand belassen werden.
4. Die sich aus der Gebietsabtretung ergebenden Einzelfragen, insbesondere die Slaalsange- hörigkeits- und Optionsfragen find von einem ungarisch-tschecho slowakischen Ausschuß Zu regeln.
ausbrach. Der Hauptmitarbeiter des nationalen Regierungsorgans „Uj Magyarsag", Abgeordneter Rajniß, hielt vom Balkon des Zeitungsgebäudes eine Ansprache an die freudig erregte Menge. Die ersten Sonderausgaben der Budapester Zeitungen waren im Nu vergriffen. -- In den späten Abendstunden zog eine vieltausendköpfige Menge, insbesondere studentische Verbindungen, nationale Verbände und Frontkämpfer-Organisationen vor die Gesandtschaften Deutschlands, Italiens und Polens und veranstalteten Freudenkundgebungen. Auch vor der königlichen
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) brachte bei; stark besetzten uptprüfung bes in--!Rennen, ge« i gegen Spar-
beiden Großmächte die große Verantwortung des Schiedsspruches übernommen hätten, dann müßte auch Ungarn ein Opfer auf sich nehmen und den Schiedsspruch anerkennen. Der Ministerpräsident stellte dann fest, daß Ungarn diesen Erfolg ausschließlich mit den Waffen der Argumente erreicht habe. So sei das. ungarische Vaterland wieder größer geworden, und nach 20 traurigen Jahren scheine wieder die Sonne über Ungarn.
Mit besonderer Genugtuung ist in Budapest zur Kenntnis genommen worden, daß die ungarischen ,-----o. _ . _ v - . - .,-----........ ...„
Wünsche mit Bezug auf die Karpatho-burg — Neuhäusel in einer durchschnittlichen Ukraine erfüllt worden sind, indem sämtliche Tiefe von etwa 40 bis 50 Kilometer einschließlich der großen Städte dieses Gebietes mit ihrer überwie- gesamten Großen-Schütt-Jnsel. Die Grenze gend ungarischen Bevölkerung Ungarn zugeteilt I verläuft hier unmittelbar nördlich der erwähnten worden find. Von den von Ungarn verlangten grö- Eisenbahnlinie bis Neuhäusel, wo sie nach Nord- ßeren Städten in der Westslowakei sind Preß- osten abbiegt und bei Levenz die Eisenbahn- b u r g und Neutra Ungarn nicht zuerkannt 1 inie nach Altsohl erreicht. Teilweise erreicht worden. In ungarischen Kreisen bezeichnet man hier das neugewonnene Gebiet eine Tiefe bis zu Preßburg als eine Stadt mit gemischter Be- 65 Kilometer Von Levenz verläuft dann die Grenze völkerung. Nachdem der Schiedsspruch eine Ga- nordnordöstlich in einer Tiefe von etwa 30 Kilo- rantie der Minderheitenrechte der ungarischen Beoöl-' meter von der alten Grenze gerechnet über die kerung dieser Stadt enthalte, werde diese Regelung Städte Loschonz, Groß-Stefselsdorf, Iolsva und zur Kenntnis genommen. Das Verbleiben der Stadt Rosenau, wobei alle diese Städte und ein Gebiets- Neutra bei der Slowakei werde durch die Zuteilung streifen nördlich von ihnen Ungarn z u f a 11 e n. anderer Gebiete an Ungarn ausgeglichen. j Zwischen Rosenau und Kaschau wird in das neu-
In der ungarischen Hauptstadt und im ganzen gewonnene Gebiet auch der südliche Teil der von
auf den Reichsverwefer von Horthy, die ungarische Regierung, auf Deutschland und Italien wurden laut. Vor dem Nationaltheater, wo die Wiener Berichte auf großen Plakaten bekanntgegeben wurden, hatte sich eine vieltausendköpfige Menge eingefunden, die immer wieder in Freudenkundgebungen
KASCHAU * UZ.HOROD MUNKACS
Zugehörigkeit urb der in ben vbaelrelenen Lande war eten H"ndert>ausende "n den Rundfunk- Deutschen bewohnten Zips in em-r Tiefe bis zu umliegenden Gemeinden innerhalb dertsche- Gebielen verbleibenden Personen nicht magyn-j geraten auf ben Schiedsspruch. Spontane Hochrufe-40 Kilometer eingeschlossen. Don Kaschau geht die chifch-slow arischen Republik. Dem Kö«
Die reue Grenze.
Budapest, 2. Nov. (Europapreß.) Das rückzugliedernde Gebildes ungarischen Oberlandes umfaßt zunächst im Westen, südlich von Preßburg be-


