Einzelbild herunterladen

dere Mädchen zeigten ihr Können in Nähen. Stop- fen und Flicken.

Nach bestandener Prüfung erhält das Mädchen einen Lehrbrief und kann dann auf den gründ­lichen Kenntnissen der hauswirtschaftlichen Arbeit weiterbauen. Es kann sich weiterbilden zur Haus- haltspslegerin. NS.-Schwester, Kindergärtnerin oder Säuglingspflegerin. Daneben aber hat es unter der mütterlichen Obhut seiner Lehrfrau den erziehe­rischen und sittlichen Wert einer Hausgemeinschaft tennengelernt und Freude gewonnen an dem schön­sten Beruf der Frau. F. K.

Verkehrs und Arbeitserleichterung beim Postamt I.

Nach dem käuflichen Erwerb des früheren Hotel Kühne am Bahnhof durch die Reichspostoerwaltung ist in den letzten Tagen der Durchbruch der Mauer zwischen dem Poslgrundstück und dem Grundstück des einstigen Hotel Kühne erfolgt. Nunmehr wird es möglich sein, den Kraftwagenbetrieb der Post zu einem großen Teile über das Grundstück des frühe- ren Hotelgartens und über den Weg zwischen dem früheren Hotel Kühne und dem Hotel Lenz zu lei­ten, so daß der Zugangsweg zu der Paketannahme- stelle beim Postamt I eine wesentliche Entlastung vom Postkraftwagenoerkehr ersahren wird. Damit wird die Verkehrssicherheit für Fußgänger auf dem Wege zur Paketannahmestelle eine erhebliche Ver­besserung erfahren. Diese Maßnahme der Postver­waltung ist dankbar zu begrüßen.

Das frühere Hotelgebäude wird einstweilen mit Büros des Hauptpostamtes, die in dem Amts­gebäude bisher ungünstig untergebracht waren, be­legt werden, um auf diese Weise eine wünschens­werte Entlastung des Arbeitsganges im Postge- bäude herbeizufuhren, Oh das frühere Hotelgebäude um- oder ausgebaut wird, oder ob an dieser Stelle nach dem Abbruch des Hauses ein umfassender Neubau mit direktem Anschluß an die bisherigen Postgebäude erfolgt, ist bisher noch nicht entschieden.

Meerrettich als Frühjahrskur und in der Küche.

Um diese Jahreszeit ist es notwendig, den Körper von allen im Winter aufgespeicherten Schlacken zu reinigen. Schon in der alten Volksmedizin waren die rohen Pflanzensäfte, die sich heute wieder zu­nehmender Beliebtheit erfreuen, bekannt und ge- schätzt. Aus der Meerrettichwurzel, die ein uraltes deutsches Kulturgewächs ist, wird durch Destillation ätherisches Senföl gewonnen, das eine gesundheits­fördernde Wirkung hat. So gibt die Einnahme von Meerrettichsenföl den Magenschleimhäuten Anregung zur vermehrten Sastausscheidung, ein Vorgang, der zur Förderung von Appetit und Verdauung wesent­lich beiträgt. Ferner übt das Meerrettichwasser auch für die Nieren und auf Stoffwechselstürungen, wie Rheumatismus und -Gicht, einen großen Einfluß aus. Da er außerdem hautanregendo Eigenschaften besitzt, findet es äußerlich zum Einreiben und zur Linderung von Frostbeulen Verwendung. Bei In­sekten. und sogar Bienenstichen kann durch Auf­tupfen das schmerzhafte Jucken und Brennen ge­mildert und beseitigt werden.

Neben dieser oiesseitigen Verwendungsmöglichkeit als althergebrachtes Haus- und Heilmittel dient der Meerretich in der Küche als angenehme Beigabe zu Fisch- und Fleischgerichten und als würzige Zutat zu vielen Salaten. Dadurch hilft er ausländische Gewürze sparen, die vielfach gesundheitsschädlich wirken und außerdem die für andere Zwecke not- wendigen Devisen beanspruchen.

Da die deutsche Meerrettichernte im vorigen Jahr in den Hauptairbaugebieten sehr gut ausgefallen ist und die Etzeuger durch sachgemäße Lagerung heute noch über ansehnliche Vorräte verfügen, sollte die Hausfrau in -nächster Zeit pft und reichlich Meerrettich in ihrem Küchenzettel verweirden. Sie trägt dann dazu, bei, wertvolles Nahrungsgut hei­mischer Erde vor dem Verderb zu schützen.

(Siebener wochenmorktpreile

* Gieße n, 3. Mai. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, V> kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, vollfrisch, Klasse S 13, Klasse A 12N, Klasse B 12, Klasse C 11K, Klasse D 10%, Wirsing, % kg 15 bis 18 (gelb), 2 (grün), Weißkraut 14 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben und Karotten 12 bis 15, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Spargel 50 Pf. bis 1 Mark, Unterkohl­rabi 8 Pf., Feldsalat. Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 45, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 18 bis 20, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf.. 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue. % kg 20 Pf., Aepfel 15 bis 40 Pf., Hähne 1 Mark. Suppenhühner 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 10 bis 28, Salotgurken 50 bis 70, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 20, das Bündel 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 1'5 Pf.

*

** 79 Jahre a l t. Am morgigen 4. Mai wird Herr C h r i ft i a n Staffel, Asterweg 63 wohn- häft, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit 79 Jahre alt. Mehr als drei Jahrzehnte stand er in städtischen Diensten, bis er nach Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand trat. Seit etwa 50 Jahren ist Herr Staffel treuer Bezieher des Gie­ßener Anzeigers. Dem Jubilar gilt unser herzlicher Glückwunsch.

** Silberne Hochzeiten. Am heutigen Dienstag können der Dachdeckermeister Wilhelm Heck und Frau Marie, geb. Wagner, Kaiserallee 40, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Das gleiche Jubiläum können der Autoschlosser Louis Pfeil und Frau Lina, geb. Leschhorn, Selters­weg 60, begehen. Das Ehepaar Pfeil wohnt gleich­zeitig seit 25 Jahren im Hause des Kaufmanns Waag. Wir beglückwünschen beide Jubelpaare.

**4 0 Jahre treuer Mitarbeiter. Der Kellermeister und Küfer Wilhelm Seng, Großer Steinweg 5, kann in diesen Tagen auf eine 40jäh- rige Tätigkeit in der Weinhandlung Jnderthal zu- rückblicken. Der Jubilar ist seit dieser Zeit auch Leser des Gießener Anzeigers. Wir gratulieren!

Mit dem Motorrad tödlich verunglückt.

x Schotten, 2. Mai. " Gestern eignete sich auf der Reichsstraße UlrichsteinSchotten in der Nähe der Abfahrt nach dem Petershainer Hof ein schweres Unglück. Der Motorradfahrer Iah. Fink aus Ulrichstein, 35 Jahre alt, der mit* einigen Kameraden einen Ausflug nach Schotten machen wollte, geriet mit seiner Maschine an einen Baum und wurde gegen einen anderen Baum geschleudert. Er erlitt hierbei einen schweren Schädel- bruch. Seine Kameraden verbrachten ihn sofort in das Städtische Krankenhaus Schotten, wo er kurz nach der Einlieferung verstarb.

Brücke zwischen Stadt und Land.

Gebt Freiplätze für die Kinderlandverschickung!

R«G. Für viele tausende Kinder in unserem Gau rücken die Tage närjer, wo sie für ein paar Wochen Zur Erholung aufs Land geschickt werden. Der größte Teil der Kinder kommt in andere (Baue, um dort in einer ihnen fremden Umgebung und bei fremden Pflegeeltern Aufnahme zu "finden. Neben dem Zwecke der Erholung dient die Kinderlandoer­schickung dazu, den Kleinen die Möglichkeit zu geben, sich an fremde Gewohnheiten und Gebräuche zu ge­wöhnen und sich diesen unterzuordnen. Der erziehe­rische Wert dieser Maßnahmen ist keineswegs zu unterschätzen.

Für alle Kinder ist es natürlich ein großes Er­lebnis. auf das Land hinauszufahren. Für Stadt­kinder. die noch niemals in ihrem Leben mit größe­ren Haustieren in Berührung gekommen find ober sie aus eigener Anschauung noch nicht kennen, ist der Umgang mit diesen Tieren ein Erlebnis beson­derer Art. Schon vor ihrer Abreise beschäftigen sich die Kinder häufig mit den Dingen, die sie in ihrem Erholungsaufenthalt kennenlernen dürfen. Die Wirk­lichkeit übertrifft aber in den meisten Fällen ihre Phantasie. Sie haben auf ihrer Ausweiskarte ge­lesen, daß ihr Pflegevater ein Bauer fein wird, und sie stellen sich vor, daß diese Menschen irgendwo in

der Ferne auf dem Lande wohnen, daß sie Felder und Diesen besitzen und die verschiedenartigsten Tiere, «o hat es ja auch in ihren Lesebüchern in der Schule gestanden, so haben es ihnen andere Kinder und ihre Eltern erzählt. Was es aber eigentlich heißt, Bauer zu sein, das konnten sie sich doch noch nicht recht vorsttllen. Das wirkliche Erlebnis wird die Erwartungen in den meisten Fällen noch weit über­treffen. Was weiß ein Stadtkind schon von den Tieren des Landes? Das Erstaunen beim ersten Anblick eines Igels, eines Hamsters, eines Hasen oder gar eines Rehes ober Hirsches ist groß, denn nur ein kleiner Teil kennt diese Tiere und dann nur aus einer recht unnatürlichen Umgebung, wie z. B. aus den Zoologischen (Barten usw.

Alle Volksgenossen, die in der Lage sind, einen Ferienplatz für Kinder oder auch vielleicht für einen Erwachsenen zur Verfügung zu stellen, wer­den gebeten, dies den Dienststellen oder Beauftrag­ten der NSV. mitzuteilen. Durch Bereitstellung eines Freiplatzes können sie mithelfen, eine Brücke zu schlagen zwischen Stadt und Land und erzieherisch auf das Stadtkind einwirken, dessen Vorstellungen vom Land häufig noch unvollkommen sind.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

* Lollar, 3. Mai. Der Rotations-Maschinen­meister Friedrich Rohrbach von hier konnte kürzlich auf die 25. Wiederkehr des Tages zurück­blicken, an dem er als Rotations-Maschinenmeister in den Betrieb der Brühlschen Druckerei in Gießen, Verlag des Gießener Anzeigers, eingetreten war. Anläßlich dieses Arbeitsjubiläums wurde dem Jubilar von dem Inhaber der Firma im Rahmen einer Kameradschaftsfeier am National­feiertag des deutschen Volkes mit herzlichen Dantes- Worten für die langjährige treue Mitarbeit eine wohlverdiente Ehrung bereitet und dabei der Wunsch ausgesprochen, daß es dem Jubilar ver­gönnt sein möchte, noch lange Jahre in gleicher vorbildlicher Pflichttreue seinen Posten im Betriebe des Gießener Anzeigers ausfüllen zu können.

00 Klein-Linden, 2. Mai. Die Jahres- hauptversammluna desGeflügelzuchtoer- eins Klein-Linden 1931" am -Samstag­abend im Cafe Lutz war sehr gut besucht. Aus dem Geschäftsbericht des Vereinsführers war zu entnehmen, daß im verflossenen Jahre fünf Mit­gliederversammlungen und eine Familienversamm- lung abgehalten wurden. Der Kassenbericht, von dem Dereinsrechner Otto Lippert oorgetragen, zeigte ein günstiges Bild der finanziellen Lage des Vereins. Die seither schon durchgeführte Berater- tätigkett, die die Vereinsmitglieder bei den länd­lichen Geflügelhaltern übernommen haben, soll weiter ausgebaut werden. Die Mitgliederzahl nahm gegen bas letzte Jahr beträchtlich zu. Der Verein beabsichtigt, voraussichtlich im Januar 1939 eine örtliche Geflügelschau durchzuführen. Der Vereins­schriftführer sprach zum Schlüsse noch über das ThemaDie Aufgaben und Ziele ber Kleintierzucht, insbesondere ber Geflügelzucht, in der Erzeugungs­schlacht". Dem Vortrag schloß sich eine rege Aus­sprache an.

# Allendorf (L a h n), 3. Mai. Im Frühjahr 1923 hatte sich auf einem Eichenbaum am Juden­berg ein Storchenpaar ein Nest erbaut und sich dort häuslich niedergelassen. Nach 10 Jahren

Dein IflllelitDebtiftno jur NSv. Vien! Der Betreuung von Mutter und Kind und damit dem Leben unseres Volkes.

wurde das Nest baufällig, und die Störche suchten nach einer neuen Nistgelegenheit. Handwerksmeister brachten nun ein Wagenrad von 1,40 Meter Durch­messer hinauf und nahmen bas alte Nest fort. Ent­gegen der Meinung mancher Tierfreunde nahmen die Störche im nächsten Frühjahr das Nest an, be­wohnten es aber nur noch zwei Jahre. Dann stand es drei Jahre leer. Nun aber, vor wenigen Tagen, bat sich zur Freude ber ganzen Einwohnerschaft ein neues Storchenpaar cingefunben.

- Steinbach, 1. Mai. Äm Samstagabend hielt die hiesige K r i c g e r f a m c r a b f rf) a f t eine außerordentliche Generalversammlung imEin­horn" ab. Zu dem Abend waren die seither nicht ber Kameradschaft angehörenden früheren Solda­ten eingelaben. Kameradschaftsführer Serth er­öffnete die Versammlung und begrüßte die alten und die neuen Kameraden. In dem neugeschaffenen NS.-Kriegerbund werden nunmehr alle alten und jungen Soldaten vereinigt. Auch in Steinbach schließen sich die seither nicht erfaßten Kameraden an. Der Führer und ber Leiter des Kriegerbunbes wurden in üblicher Weife geehrll An die Kamera­den Hch. Steller und Johannes Arnold wurde bie große Ehrennadel bzw. die silberne Ehrennadel für Schießleistungen überreicht. Der Schießsport wird in ber Kameradschaft unter Leitung des Kam. Hch. Steller gepflegt, zu dessen Stellvertreter Kam. Johs. Arnold ernannt wurde. Gegenwärtig ist ein Preisschießen mit dem Zimmerstutzen ber Kameradschaft im Gange. Im Sommer wird auf dem Schießstand im Walde geschossen. Der Kame­radschaftsführer ward dann für das 116er-Fest in Gießen und teilte mit, daß die Kameradschaft sich am Kriegerfest in Lang-Göns am 3. Juli beteiligen werde. Durch den Neueintritt ber ehemaligen Sol­daten ber Reichswehr und des neuen Heeres wird es möglich fein, unter Leitung von Kam. Christian Karl M a g e l wieder einen Spielmannszug ber Kameradschaft zu bilden. Im Kreise Gießen werden 20 Kameraden aus der Ostmark untergebracht, in Steinbach wird einer beim Kameradschaftsführer Aufnahme finden. Zu seinen Ehren wird ein Kame- radschaftsabend veranstaltet werden. Nach Schluß des offiziellen Teiles fand noch ein kameradschaft­liches Beisammensein statt.

< Holzheim, 3. Mai. Dem Gefolgschastsmit- glieb ber Backsteinbrennerei Georg und Heinrich Sam es Ernst Heinrich Engel wurde in Anbe­tracht seiner 25jährigen treuen Tätigkeit bei seiner Firma eine besondere Ehrung zuteil. Der Orts- obmann ber DAF., Sander, überreichte ihm das Ehrend i^lorn für 25 jährige treue G e- folgschafr. Der Jubilar ist 'Betriebsobmann.

co E b e r st a d t, 2. Mai. Der Vorstand des Turnvereins hielt eine Besprechung ab, in ber Fragen des Turnbetriebs erörtert wurden. Auf Antrag des Dberturnmartes wirb der Turnplatz beh beginnenden Turnbetrieb im Freien ord­nungsgemäß hergerichtet. Die Maiwanderung fin­det am kommenden Sonntag statt; ber Omnibus­ausflug des Jahres (an ben- Rhein) wurde auf den 3. Juli festgelegt.

<£ Birklar, 2. Mai. Dem hiesigen (Bäriner Heinrich Müller, der seit 50 Jahren in der Fürst­lich Solms-Lichschen Gärtnerei in Lich treu seine Arbeit verrichtet, wurde eine besondere Ehrung zu­teil. Mit einem Fackelzug, an dem sich viele Orls- einwohner beteiligten, wurde seiner gedacht. Vor dem Hause des Jubilars eröffnete ein Musikstück die kleine Feier, Ortsgruppenleiter Balser (Betten­hausen) überbrachte dem Jubilar die Grüße ber Ortsgruppe, und ber Bürgermeister bie Wünsche ber Gemeinde. Der Gesangverein verschönte die Feier mit einigen Liedern. Der Vorsitzende des Ge­sangvereins widmete ihm als Sangesbruder herz­liche Glückwünsche. Zahlreiche Ortseinwohner ge­dachten außerdem seiner.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 1. Mai. Einem Schlag- anfall erlag ber ehemalige Polizeidiener W. M e u e r von hier Von feiner Beliebtheit zeugte das Truauergeleitc, in dem man unter vielen and ­ren Teilnehmern bie hiesige Kriegerkarnerabschaft, ben MännergesangoereinSängerbund" und die Freiwillige Feuerwehr erblickte. Die Führer ber Vereine, die Herrn W. Seipp II. und W. Parr VI., widmeten dem Entschlafenen ehrenvolle' Nachrufe. M e u e r war 54 Jahre lang Mitglied im Kriegerverein, dem (Befangnerem, ben er grün­den half, gehörte er 49 Jahre lang an. Ein Grab­chor und eine Ehrensalve waren bie letzten Grüßx ber Vereine an den Heimgegangenen Kameraden.

LehrlingswarieTagung in Gießen.

Die Abteilung für Berufserziehung und Betriebs­führung der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, hatte die kaufmännischen und gewerb­lichen Lehrlingswarte der Kreise Wetterau und Als­feld-Lauterbach zum 27. April 1938 zur 2. Lehr- lingswarte-Tagung nach Gießen eingeladen. Die Lehrlingswarte waren anläßlich der 1. Tagung im November 1937 in zwei Gruppen eingeteilt, und so tagte diesmal die kaufmännische Gruppe und an­schließend bie gewerbliche Gruppe.

Während bie erste Tagung im Btooember bei­nahe ganz von dem Einführungsvortrag des Leiters der Abteilung Berufslehre bei der (Baumaltung in .Frankfurt a. M, Pg. Eilers, ausgefüllt war, hielt diesmal Pg. Eilers vor beiden Arbettsgruppen nur einen 30minutigen Vortrag überBetriebliche Berufserziehung und -ausdilbung", dem jeweils eine längere Aussprache folgte.

Der Referent wies darauf hin, daß.der prak- tischen Berufseignungsuntersuchung im letzten odjuljabr die richtige Berufslenkung und ber rich­tige Arbeitseinsatz folgen muß. Die nun sorgsam auf ihre Anlagen und Fähigketten untersuchten und gelenkten jungen Menschen, so führte er weiter aus, müssen bann im Betriebe nach wahrhaft national- sozialistischen Gesichtspunkten erzogen und ausge­bildet werden, um die im jungen Menschen liegen­den Eignungen zu entwickeln und zu fördern. Der Redner wies auf die große Anzahl wirklich guter Hilfsmittel hin, die den mit der Erziehung und Ausbildung Beauftragten heute bereits zur Ver­fügung stehen. Auf die Dauer werde nur ber Be- trien leistungs- und konkurrenzfähig bleiben, der seiner Lehrlingserziehung die größte Sorgfalt an-

DieZagd

im Mai.

Der März dieses Jahres konnte dem Jäger ge­fallen, denn sein Wetter war gesund für bas Wild, und manch starker Junghase legt Zeugnis bavon ab. Weniger schön und erfreulich mar auch vom jagd­lichen Standpunkte aus ber April mit starkem Frost und Schnee. Und nun wartet ber Weidmann auf Mai und Maienfonne, die über Wald und Fluren leuchtet und überall Grünen und Blühen weckt. Dann sind die Lärchen und Buchen, bie Birken und Eichen in ihrem jungen Grün noch einmal so schön, bann leuchtet die Schwarzbornhecke im Blütenschnee, bas Schaumkraut überzieht mit einem Schleier den Wie- sengrunb, im Walde duftet das Maiglöckchen und schimmern weiß ber Sauerklee und der Waldmeister. Der Tauber ruft im Frühlicht, der Kuckuck lockt und jagt sein Weibchen, Bussard und Milan ziehen im Aether ihre Kreise, und tausend Kehlen kleiner Sän­ger erfüllen mit ihrem Sang Forst und Flur. Das ist das große Wunder des Werdens, das ber Jäger Jahr für Jahr immer wieder miterlebt und mit« empfindet und i» sich aufnimmt, und das ihm die Jagd im Mai, obwohl es kaum etwas zu jagen gibt, zum großen Erlebnis werden läßt.

So pirscht er auf leisen Sohlen vor Tau und Tag durch jein grünes Revier, so sitzt er um die Uhlen- flucht irgendwo am Waldesrande, aber nicht nur, um selbst teilzuhaben an all dem, was dort draußen auf seine Seele einwirkt. Denn die Büchse ruht in seinem Arm, ber treueste Weidgesell, sein Hund, ist ihm zur Seite. Gilt es doch mehr beim je, das Wild zu schützen. Nur noch kurze Zett, bann ist das ganze Revier eine große Kinderstube. Dann führt die Ricke wieder ihre Kitze und das Alttier fein Kalb, bann hoppelt die Häsin im Abenddämmern zu ihren dur­stigen Kleinen, die sie irgendwo in Kraut und Gras versteckte, dann führt bie Ente auf bem Teich ihre muntere Kinderfchar, brütet bie Rebhenne im Wie­sengrund und die Fasanhenne in ber Hecke. Sie alle aber haben Feinbe, und well sie fein Wilb be- brohen, sind sie auch des Jägers Feinde. Kaum ist es wärmer geworden und schießt das Korn in den Halm, bann felbert wieder bie Katze und zehntel bas Jungwilb. Der jagende Hund findet in hochbeschlage­nem Wild oder in dessen Jungen leichte Beute. Von eines Baumes hoher Warte sucht die Krähe, die wieder in der alten Kiefer ihren Horst bezog, die Umgebung ab. Wehe bem Junghasen, wehe bem (Belege, bas ihre Diebesaugen fanben! Die Elster ist als Nesträuber noch schlimmer als sie. Wer jetzt den Schuß spart, versündigt sich an seinem Wilde. Die Mengen von Wild, die alljährlich völlig unge­nutzt zugrunde gehen, sind ungeheuer groß. Die Zahl der vermeidbaren Verluste herunterzubrücken, ist Verpflichtung für ben Jäger aus dem Geiste des Reichsjagdgesetzes.

Eine besondere Gefahr droht dabei von feiten ber Menschen selbst. Zwei Gruppen kommen in Frage. Die einen handeln bewußt jagdschädigend, bie etwa auf Eierraub ausgehen, der im Sinne des Gesetzes übrigens Wilddiebstahl darftellt, die anderen unbe­wußt/ die beim Maiblumensuchen auf ein Kitz stoßen und das kleine, schlafende ober sich drückende Ding für eine mutterlose, dem Hungertode nahe Waise halten und es mitnehmen, um es großzuziehen. Auch sie begehen Wilddiebstahl. Aber allein das Anfassen und Streicheln eines Kitzes ober Kalbes gefährdet schon das Leben des Tierchens. Denn wenn es die menschliche Witterung an sich trägt, besteht die große Gefahr, daß bie Mutter es nicht mehr annimmt. Dann aber verhungert es wirklich. Drum ein für alle Male: Hände weg von Jungwild!

gedeihen lasse und bereit sei, auch einen der Be­triebsgröße entsprechenden Betrag baranzusetzen, um die Nachwuchserziehung planvoll zu gestalten. Es gelte dabei auch, die geeigneten Menschen für bie Leitung ber Lehrwerkstatt ober Lehrecke, bzw. für die Lehrlingserziehung in anderer Form zu finden. Nicht immer sei der beste Meister ober Facharbeiter der beste Erzieher. Aufgabe ber Lehr­lingswarte sei es, in Stellvertretung des Betriebs- führers, bem Betrieb und der Deutschen Arbeits­front verantworttich, sich als nationalsozialistische Menschen für bie Verwirklichung dieser Richtlinien tatkräftig und täglich wieder neu innerhalb des Be­triebes einzusetzen.

Die anschließenden lebhaften Aussprachen brach­ten allen Teilnehmern weitere Anregungen; zahl­reiche Fragen und Wünsche für zu behandelnde Themen mußten den folgenden Lehrlingswarte- Tagungen vorbehalten bleiben.

Die 2. Lehrlingswarie-Tagungen haben gezeigt, daß die Gruppe ber kaufmännischen Lehrlingswarte nochmals unterteilt werben muß, unb zwar nach Einzelhandel, Großhanbel und Industrie, während bie Gruppe gewerblicher Lehrlingswarte zusammen­gefaßt bleiben kann. Die Lehrlingswarte kommen in Zukunft monatlich innerhalb ber Arbeitsgrup­pen und zweimonatlich geschlossen zusammen.

Kreisberufswalter Pg. Beckmann gab bekannt, daß Pg. Mertes, Gießen, die Leitung der Gesamt­gruppeKaufmännische Lehrlingswarte" überneh­men werde, und stellte Pg. Koch (Wölfersheim), als den Leiter der GruppeGewerbliche Lehrlings­warte" vor.

Neben dem Jagdschutz zieht aber noch etwas ben Weidmann hinaus. Als er fein Wild zählte, da sah er zwar manchen Bock, aber ber Bast verheimlichte ihm noch diese und jene Einzelheit des Gehörnes, die chm für bie Beurteilung wichtig ist. Es ist ja als Grundsatz allmählich in alle Jagerkreise eingegangen, daß ber gute, starke Bock erst in ber zweiten Hälfte ber Schußzstt fallen soll, wenn er sich noch einmal vererbt hat, daß bagegen die schlechten, dieArt- oerberber", Hinwegmüssen so früh als möglich. Jeder erfahrene Jäger weiß, daß dafür der 1. Juni fast zu spät ist, weil bann schon mancher Bock ben Walb verläßt und im Felde untertaucht, um erst im Hoch­sommer wieder zum Vorschein zu kommen. Drum heißt es handeln, sobald es geht.

Wer um diese Zeit viel draußen ist, -sollte nicht ohne Wildmarken ber Deutschen Jägerschaft sein. Das Wildmärkieren ist so außerorbentlich wichtig für die Klärung vieler Fragen aus bem Leben des Wildes, die für die Jagdaus Übung und Jagdpflege von größter Bedeutung sind, daß jeder Jäger berufen ist, dabei mitzuhelfen. Die Gelegenheit zum Zeichnen des Wildes bieten sich meist zufällig, unb dann ist bie Wildmarke daheim oder im anderen Rock! Drum jetzt grundsätzlich die Wildmarke mit ins Re­vier! Aber nur wirkliche Wildmarken, nicht Patent­hosenknöpfe unb solches Zeug. Der Leser ber Jagd- zeitungen merkt immer roieber, wie sinnlos solche Kennzeichen sind, weil man ja nicht verfolgen kann, wann unb wo bas Wild gezeichnet wurde, das zur Strecke kam.

Ein ganz trauriges Kapitel war im vorigen Jahre das Vermähen von Wild. Die frühe Heuernte trug bie Schuld daran, baß bie Verluste noch viel höher waren als sonst. Manches (Belege könnte sicherlich noch gerettet werben, wenn ber Jäger immer von seinem Schicksal erführe. Drum sei immer wieder empfohlen, ben Bauer an ber Erhaltung auch zu interessieren unb ihm für besondere Sorgfalt unb Mühe etwa durch Drumherummähen, stehen- lassen von Teilen des Klees ober des Grases, durch Anruf bei dem Jagdpächter u. ä. eine Belohnung zu bewilligen. Wenn diese öffentlich ausgelobt und gern bezahlt wird, dann hat diese Maßnahme sich noch immer zugunsten von Jäger und Wild ausgewirkt.

Eine solche Schutzmaßnahme für Wildhühner liegt aber darüber hinaus zugleich im allgemein bäuer­lichen Interesse. Die Hauptnahrung ber Rebhühner, bei den jungen sogar ausschließlich, besteht in In­sekten unb Insektenlarven. Heuschrecken, vor ollem aber ber Getreideschnellkäfer unb seine gefürchtete Larve, ber Drahtwurm, unb viele andere Insekten werden in Massen vertilgt- Genau so ist es mit dem Fasan, bei dem die Zahl der Larven von Kohlschnaken, der Drahtwürmer usw. in einem Kropf bis an die tausend Stück gehen! Bei bem Kampf, den der Mensch gegen die Jnsektenwelt führt, (erinnert fei nur an ben Maikäfer unb viele Forstschäblinge), ist es immer wieder nötig, auf d.e Bedeutung unserer Wildhühner in ber Schädlings­bekämpfung hinzuweisen.

Am 8. Mai werden bie Jäger ber Kreise Gießen unb Friebderg in Gießen zu Trophäenschau und Appell versammelt fein, um neue Anregungen unb Richtlinien zu bekommen. An anberen Tagen fin­den bie gleichen Veranstaltungen in den übrigen oberhessischen Kreisen statt. Sie sollen den Aus- gangspunkt für die Arbeit im tommenben Jagdfahr und ein Bild ber Geschlossenheit ber deutschen Jägerschafi sein. Drum darf kein Jäger an diesem Tage fehlen! Hubertus.