Aeitag, 2. Dezember 1958
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)
Nr. 282 Dritter Blatt
Der Tag der Nationalen Solidarität in Gießen
1.
1.
2.
3.
Es sammelt jeder nur da, wo er eingeteilt ist.
2.
3.° Es sammeln nur diejenigen, die bei der Ein-
5.
Einteilung der Sammler
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Lnlen. R«"^tsanmnlt: Treefer,
der ge-
Univ.-Vrof. Rechtsav'^'st
teilung aufgeführt sind.
Die Sammelbüchsen werden ab 15 Uhr im Cafe Leib, Walltorstraße, abgeholt.
Die Sammelbüchsen werden um 19.30 Uhr auf der Bezirkssparkasse zurückgenommcn.
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4.
Dauer: 12 bis 16 Uhr. Sie wird von den Politischen Leitern der Ortsgruppe Gießen-Süd durchgeführt.
am Kreuzplatz:
die SA.-Kapelle der Standarte 116 von 16 bis 17 Uhr am Kreuzplatz und von 17 bis 18 Uhr am Selterstor.
I. Bahnhofssammlung.
O^eriunazeuoführ-'r; Feulaen,
Kreishaurststellenleiter: Römer. Kreisha"vtstplsenlei- f-'r: nnn Spankeren, Amtsgerichtsrat; Dr. Wendel, JÜroFfor
15. Bismarck st raße, Stephan st raße : finge ^onfen. Mä^->laruvppnführeriv; Süß, Kreis- bauvtst"llenleiter; Elfriede Scbaver, Kreisfrauenwal-
Es wird in diesem Jahre nicht nur auf Straße, sondern auch in den Däusern .. sammelt Bon den in den verschiedenen Straßenzügen eingeteilten Sammlern sammelt jeweils die eine Hälfte auf der Straß-, während die andere die Haussammlung übernimmt.
WHW. des deutschen Volkes.
Auf den größeren Plätzen unserer Staudt werden Standkonzerte durchgeführt. Es spielen:
' Die Kreiskapelle der Kreisleitung Metterau von 16 bis 17 Uhr auf dem Bahnhofsplatz;
das Mufikkorps des JR. 116 von 18 bis 19 Uhr
Aus der Stadt Gießen.
Dank und Bekenntnis!
Ein einig Volk von Brüdern" — so sehen wir alle und so erblickt auch die Welt heute die Front des deutschen Volkes. Und für diese Front gilt auch das Gelöbnis: „in keiner Not uns trennen und Gefahr"! Unter dieses Bekenntnis ist unser aller Arbeit gestellt.
Als „ein einig Volk von Brüdern" wollen wir auch am morgigen Samstag wieder eine Tat des Hebens unb der ideellen Gesinnung des deutschen . Sozialismus vollbringen. Der Tag der nationalen Solidarität ruft uns alle auch in Gießen dazu auf. Wie schon in den früheren Jahren, so werden auch morgen wieder führende Männer der Partei und des Staates, der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens die Sammelbüchsen zur Hand nehmen, um auf den Straßen und in den Häusern die Opferspenden aller Volksgenossen entgegenzunehmen. Bei diesen Sammlungen in den früheren Jahren haben unsere Gießener Volksgenossen stets mit großer Bereitwilligkeit ihre Beisteuer zur Linderung von Not und Elend gegeben. Wer als Sammler in jenen Stunden dabei' war, der kann bezeugen, daß mit frohem Gesicht immer und immer wieder ein Groschen, ein Fünfziger, oder auch ein Markstück in die unermüdlich herumgereichten Sammelbüchsen gegeben wurde. Das Ergebnis war stets so erfreulich, daß Gießen sich damit sehen lassen konnte.
Am morgigen Tage der nationalen Solidarität soll und muß es aber etwas anders sein. Dieses „anders" sprechen wir aus in dem Sinne, daß das Ergebnis der morgigen Sammlung noch größer sein muß als die Erträge der bisherigen und vor allem der vorjährigen Sammlung. Denn das morgige Sammelergebnis hat eine doppelte Bedeutung: einmal soll es ein wesentlicher Baustein sein zu dem großen Hilfswerk für die nach jahrelangem Elend von volksfremder Gewaltherrschaft befreiten deutschen Brüder und Schwestern im Sudetenland und in der Ostmark, zum anderen wollen wir mit dieser Spende sichtbar einen Teil
terin; Nottmann, San.-Sturmführer.
16. S ch i f f e n b e r g e r Weg, Bahnüber« gang: Leithäuser, Obersturmführer; Frey, Stvrm- führer; Göres, Obertruppführer; Dr. Wämser, Rechtsanwalt.
17. Goethe st raße, L u d w i g st r : Schnei' der, Rechtsanwalt, Horst-Wessel-Wall; Pitzen, Univ.- Professor; Frau Dr Pitzen, Oberqauärztin; Bönning, Univ.-Pros.; Keller, Unin.-Prof.; Hofmann. Kreish-anytstellenleiter; Adam, Rektor.
18. Bismarck st raße, Ludwig st raße f Kuhlmann, Reg.-Baurat: Wrede, Direktor des Chem. Untersuchungsamtes; Grünewald, Oberbaurot; Leonhardt, Oberstudiendirektor; Dieter, Vermefsung^rat: Neubauer, Reichsbankdirektor; Jensen, Oberzollrat.
19. Ludwiasplatz: Dr. Oßwald. Med.-Rat: Klieme, Univ.-Prof.; Heymann. Kreisamtsleiter; Janson, Zollamtmann: Remane. Reichsbankrat: Lei- nert, Baurat; Jakob, Univ.-Prof.; Käst, Univ.-Bros.: Zulauf, Gefolaicbaftsführer; Dr. Schneider, Rechtsanwalt, Bahnhofstraße; Pabst. LS.-Führer; Ber-- oener, LS.-Führer; O. Christoph Stein, Kreishauptstellenleiter.
20. Hindenburawall. B i s m o r ck st r a ß e: Bend->r, Sturmhauvtführer; Heinrich Müller, K>eis- hauptstellenleiter; Groß, Kreishauvtstellenlester: Kümmel, Rechtsanwalt; Rhein, Gefolaschaftsführer; Kraule, Universitäts-Professor- Standlus. Universitäts-Professor; Bolz, Universitäts-Professor.
21. Hindenburqwall, G o*e tb e st r a sie: Gilbert, Baurat; Enders. Reaierimgs-Bauasstf'or: Kreutzbura. Re'chsbankkolsierer: Böller. UniverOläts-- Vrofessor: Dr. Rauch, Unmersitöts-Prokessor: Fischer, Universitäts-Professor; Süß, Universitäts-Professor.
22. Seltersweg. Goethe st raße: S"'h 'r, Rektor; Ritt->r, Oberbüraermeist-'r; Kräh. DRK.- ^pfbführer: Poppe. LS.-Hauptführer: Sckmchardt, LS.-OberfüHr"r; Th ierfel'M. Gefolnkchaftsfüh^er; Schwender. SturmfüHr"r: Waamr, Krei-inssch^sts- führer: Schliemann, Krcisamfsleiter: T->llenbach, Univ"rsitäts-Proleslor; von Bl"m"nthal Un'verli- lät^-Profeslov- Rehm, Universitäts-Professor: Herta Brsjnina, Mäd''Grunnenführer'n.- foln^ndc
Mitalieder des Stadttheat"^s: Pi"l Walcher. H^inz Markwardt. Ross Stirl, Fritz Böhlig, Marie Karden. K"rl Löffler.
23. Kreuz vlatz: Fron Wr"de, Kreistran-'n- schaftsl"'terin; Gertrud Hübner. Mäd^lsrnnpentüh- rerin: Stade. Univerfitgts-P''ofessor: G"rher, Uni-
II. Straßen« und Haussammlung.
Dauer: 16 bis 19.30 Uhr.
Richtlinien für die «Sammler:
Univ.-Professor: Münker, Obersturmbannführer und Altgardist- Elze. Univ.-Professor, Brüggemann, Univ.-Professor; Hildebrandt. Univ.-Professor; Kreu- der, Ortsgruppenlüter; Thüre, Londaerichtsvräsi- hent; Trümnert, Londgericht-^'-at: Schad, 2lrbeits- führer- Dr. Franz Gros, DRK.-Feldführor; Man- aold, Reaierunasba'irat: Dr. Meyer. Gewerberat; Märner, Lehrer; Thielmann, Gewerbelehrer: Dr. List, Oberregiemngsrot; ferner folgende Mitglieder dss Stadttheaters: Thea Maaß; Ilse Winhold; Ha^-; M"ik»sor: Gustav B^"v: Fried-'l Fonnglla».
12. L i e b i g st r a ß e, Ludwig st raße : Hermann. Sturmführer: Kransch, R"ktor: Gräf. Kreis- hauvtst-llenleiter; Vr.sk, Kreishauptstell-nleiter- Fischer, Leutnant der S^"tzvolir»i; von Donop, Ober- flunnführet; C^nnert. Altagrdist.
13. Bleich straße. L. udwiostraße: (9er« früh Samver. J"namödelniterovuführerin; Locher, Landgerirt't«rvt: M^aold LS.-Führer; Röde, Sturm- führer; Schäfer, Sturmführer; Schneider, Sturmführer.
1A. Go"thestraßs, Stephan L raße: G-r- tr'ch Hochstätter, J"namädelarunnevführerin; Ev. M-vderntd. Junarnädeloruvvenf'"'hrer'n: Dr. Kalb- slossch, Lr-ndaerichtsra^: Jünast. Gefolo^chaftsfNsirpr;
Am Samstag. 3. Dezember 1938, dem Tag der Nationalen Solidarität, sammeln wie in den vergangenen Jahren olle führenden Männer der Partei, des Staates und der Wirtschaft für das
und O.G -Vwt«leiter' Reitz,
vPrlitöts-Profefsr»r: Lahr, Kreisamtsleiter: cand. phil. Otterbein, Amtslerter in her Studentenführung.
24. Johannes st raße. Blockstraße: Friedel Kreuder, Mödelgr"nvenführ^rin: Banvarh, K>eis- r»mtsleit"r; Otto Stein, Kreiaha"itstellenleiter; Bour, .Kre'si'w-,sidwr,ster; G"rlach, Baurat.
25. Sch ii Istmaße, Johannes stzraße, Neuenwea; Mtiller ^-Str-ndart^vf'ihr^r: W-itz, l1niversitäts-Prof"ssor: Klute. Umr"'rsllät«-Rro-f''.stor; Schmidt. Uninprsitäts--Prokpssor: Winterhoff, Kauf- mr>nn; Ph'm'chein, Schriftleiter.
26. Lichtspielhaus. B a h,n H o f st r a ß e: Sessmis, Unive''sitäts-Professor' L-hmann. Un'","rsi- täts-Profpslo-r. Ferner fuWnhp Mitasieh"r des S^"dt- theate'-s: W'lll Endrich, Emil Kraft, Remigius Konen. K"rt Richter.
27. Bahnhofstraße, Neustadt- Qorm.-rf, Uniw-rsstäts-^rotessor; And^eeie. Univ'"'l'kät-:-P'-e>fps- fnr: F"nnk, Studentenschaftsführer; Schmidt, Ober- fturmführer.
28. N e u st a d t, Wernermall: H^fuener, ^lrntsaer'cht-i'-it- Schudt. 2lm^«aerichtsrat: Bert'-'M. lln'vprs'täts-P^ofessor: Dr. Fuhr, Regierungs-Rat; (^irhhnFt, OberiunvZUgführpr.
29 Marktnlatz' Ppchprt. Unive'-s'tä^s-P''0'es- üii'; G^pr>"rt, Univ^rsffrits-Prot-'ssor; Fischer, Sttirm- Kimrr»"r. R"ch^^r>nwat^
30. Turnhalle. O-woldsaorten : <VnI, Ger'cht«-rissossor- Fischer Oh^rbaurat; Vogel, Univ.- Prof.: 'D.entaraf, Univ -P'-ak
31. Wernerwall, ft e r n> p n ; Pfeil. Ki-eis- haun^stellerisoiter; Gl>tz. LS.-Oberführer; Emrich, Obenst,i^mf'"'b»-er- Geilt. (5hirmführer;
32. Schiller ft raße. Wernermall : Hesga
Gtraßenkreuzunaen:
1. FrankfurterStraße, K l i n i k st r a ß e: Martin, Sturmführer; Hübner, Verw.-Sturmfuh- rer; Cordier, Univ.-Professor; Rudolph, Univ.-Professor; Becker, Rechtsanwalt; Engisch. Rechtsanwalt; Zollfrank, Postrat; Grünewald, Kreisamtsleiter: Loth, Kreishauptstellenleiter; Jungnickel, ^-Untersturmführer; cand. med. H. K. Koch, Amtsleiter in der Studentenführung.
2. Frankfurter Straße, Friedrich- st r a ß e, W i l h e l m st r a ß e: Folgende Mitglieder des Stadttheaters: Anni Assiom Gert Buchheim; Erwin Bugge. Ferner Gisela Schäfer, Jungmädelscharführerin; Wiegand, Oberfähnleinführer; Seibert. Ortsgruppen - Propagandaleiter; Wende- roch, Altgardist und Presseamtsleiter; Dr. Seid, Landgerichtsrat; Hofmann. OG.-Amtsleiter; Nackat, -Hauptsturmführer; Rühlmann. Gerichtsref^eren- dar, 9lmlsleiter i. d. Studentenführung.
3. Friedrichstraße, Wetzlarer Weg: Nebeling, Kreisamtsleiter und Kreisschulrat; Dop- Heide, Kreisamtsleiter; Grahlmann. Ortsgruvven- leiter; Dr. Breunina. Vresseamtsleiter;^ Ratbcke, San.-Sturmlührer; Breidenbach. San.-Sturmsüh- rer; Jäckel, Amtsgerichtsrat: Brückel. Amtsqerichts- rat; Pauli, Sturmführer, Bach, ^-Untersturmführer; cand. phil. E. Mahr, Amtsleiter i. d. Studentenführung.
4. Leihgesterner Weg, Ludwig st raße: Marianne Eger, Mädelgru'pvenführerin; Marg. Seim, Mädelgriwne.nführerin: Dr. Müller, Studien- rat; Hain^, Studienrot; Vogt, Obprsturmführer; Schmidt, Amtsgerichtsrat; Bittner, Kreishauptstellenleiter, Banke, ^-Untprsturmiührer.
5 Hamm ft raße, Gabelsberaerstraße, Hör st-Wessel-Wall: Wendel, OrfsvT-uppen- amtsleiter; Bischoff, OG.-Am^sleitör; Müller-Pe- heide, Altaardift; Dr. Wilhelm Greuer, AUgardist.
6. Bahn Hof st raße, Liebig st raße : Nagel, Standartenführer: Dr. Brill, Landgerichts- bireftnr; Biehenkopf, O. G'-Amtst-Ler- D,-. Schneider. Stommführer; Berghöfer. Gefolgschaftsführer; Geilfus, Ober'ungzuqführer; Dr. .Krämer. Rechtsanwalt: Dr. Kinz-nbach, R"chtsanw"lt: Voa-lsana. Univ.-Professor; Gm"lin. Univ.-^rofeslor; Hamm, Sturmführer: Hamme'-mann. San.-Sturmführer; Dr. Kruse. Direktor: Dr. Wolkewitz. ^berstudipn- h*reFtor- Scharschmiht, ^-Haup^Lurmführ-"-: Dr. Fritz Müller. Amtsleiter in her Studentenführung.
7. Frank furter Straße, Liebig st raße: Delp, K-'eiskasspnleit-er; Klos, Krp'«o7-aanisations- l»itpr: Emma Weitzel. Rektorin' Müller. Rektor; Niederhauspn. Kaufmann: Dr. Adolf N»ll Prokurist; Dr. Lich, Schriftleiter: Sußner. Forstm"ister.
8. Am H a u pt vo st a m t: He in acker. Hauvt- mann der Schußvol'rei; Dr. Monna'-h, Obe^vete- rinärrnf; Schmidt, Ohereichmeilter; Frölich, Univ.- Professor; Blen. Univ.-Professor; Hall, Univ.-
des tiefen Dankes zum. Ausdruck bringen, den wir alle dem Führer für feine weife und geniale Staats- ' und Volksführunq und vor allem für fein Werk der Schaffung Großdeutschlands schuldig sind. Gemessen an diesen beiden Verpflichtungen jedes deutschen Mannes und jeder deutschen Frau wollen wir nicht nur spenden, sondern wirklich opfern.
Gewiß werden in diesen Tagen die Gedanken und Pläne in allen Familien wieder aus das bevorstehende Weihnachtsfest gerichtet sein. Erfreulicherweise werden sich infolge'des weiteren starken wirtschaftlichen Auftriebs noch mehr Familien als früher in her Lage befinden, sich aus eigener Kraft ein freudvolles Weihnachtsfest gestalten zu können. Aber es werden daneben noch viele Tausende von Familien, Alte und Einsame stehen, denen diele Weib- nachtsfreude aus eigenem Können nicht möalich ist.
Auch hier wieder richten sich unsere Gedanken vor allem auf unsere Volksgenossen im Sudetenland und in der Ostmark. Und wenn wir an all das denken, was von dort in d"n letzten Wochen zu uns her- iihprflana, was z. B. auch unsere Reservisten aus Gießen und Umgegend an Eindrücken und Beobachtungen aus dem Sudetenle'nde m'tbracht^n, so wird sich sicherlich bei allen Volks^enofsen 'N Gießen und im Kreise Wetterau der löbliche Vorsatz geltend machen, in diesem Jahre am Tage der nationalen Solidarität die Ovferspende noch mehr als früher bewußt auf das Wort „Opfer" ausmrichten. Damit wollen wir erreich"n. daß auch b,°n deutschen Männern, Flauen und Kindern im S"detenland und in der Ostmark ein freudvolles Weihnachtsfest du^ch das WHW. bereitet werden kann.
Voll Hoffnuna und voll zuversichtlicher Erwartung blicken diese Volksgenassen auch auf uns in Gießen. Werden wir alle dieser HoUnuna und Erwartung in vollem Ausmaß gerecht! Unser A"lmarsch in der Froirk des Kampfes cieaen Not und Elend fei daher am morgiann Tage noch wuchtiaer als früher. Und unsere Opfergabe wachse in gleichem A " s m a ß !
S o wollen wir alle miteinander den mormgen Taa der nationalen Solidarität beaehen. B.
Professor; Krüger, Rechtsanwalt; Toesler, Jung- bonnführer; Völzing, stellv. Bannführer; Irmgard Schäfer, Ortsfrauenschaftsleiterin; Schaeg, Land- aerichtsrak;. Mohr, Sturmführer; Stasny-Hein, Altgardist und ^-Untersturmführer; Dr. Krüger, Negierungsrat; Wilhelmi, ^--Untersturmführer.
9. Am Hotel Schütz: Dr. Lotz, Kreisdirektor; Götz, Kreishauptstellenleiter; Kirchner, Ortsqruppenpropaaandaleiter; Dr. Mickel, Amts- aerichtsdirektor: Wießmann, San.-Obersturmführer; Lydia Bär, Mädelgruppenführerin; Luise Fleischmann, Mädelgruppenführerin; ferner folgende Mitalieder des Stadttheaters: Heinrich Durst: Eva Eckert; Margot Eickhoff; Kurt Haars; Herbert Hirche; Hilde Kneip.
10. Am Cafe Am end: Theo Klöß, Kreishauptstellenleiter; Pipper, Kreishauptstellenleiter; Thomas, Ortsgruppenleiter; Schneider Altaardift; Walter. Altgardist und Obersturmführer; Schäfer, Staffelführer des NSKK.; Götz. Ortsgruppenamtsleiter; Robweder, Ortsgruppenfchulunqsleiter; Körner, Gefolgschaftsführer; cand. med. vet. Linde- meier, Amtsleiter in der Studentenfübrung.
11. Selterstor, Cafe Hettler: Kranz, Gauamtsleiter; S«hwarz, Brigadefübrer; v. Jaschke,
MKMKWWN!
Roman von Kurt Riemann
Copyright dy Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa
46 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!,
„Wissen Sie, daß Sie Ihren Kopf riskieren, Karola? Es könnte sein, daß er die Sache durchschaut, daß er die Fehler in den Aufstellungen findet — Und dann wird er mit der Mltwstserm, die chn an der Nase herumführen wollte, nicht gerade freundlich umgehen."
„Wie es mir geht, steht hier nicht zur Verhandlung. Es geht um Karajan und seine Arbeit."
Lange sieht Wernicke das Mädchen an. Dann nimmt er ihre schmale Hand zwischen seine Pranken und quetscht sie, soviel er kann.
„Verdammt anständiger Kerl sind Sie, kleine Karola! Verdammt anständig!" Und dann ganz ruhig und geschäftlich: „Holen Sie mich morgen gegen halb neun ab. Wir werden die Sache in Ordnung bringen. Und noch etwas: Zu keinem Menschen ein Wort! Auch wenn Karajan kommt: keine Andeutung."
Ein schwaches Lächeln geht über Karolas Gesicht.
„Er wird mich nicht aufsuchen. Es gibt also kaum eine Gelegenheit zum Schwatzen."
„Dieser ausgemachte Dummkopf! Das ist er nämlich! Aber das bringen wir später ins reine — erst — diese Sache! Glückauf, Karola! Auf morgen abend!"
Sie reichen sich die Hände. Zwei tapfere Verbündete.
„Ich werde pünkllich sein."
Noch am gleichen Abend ruft Karola Herrn Dr. Meßdorff an und teilt ihm mit, daß er sie am Samstag gegen zehn Uhr vormittags erwarten soll. Ohne seine Antwort abzuwarten, hängt sie den Hörer auf.
Der End kämpf hat begonnen.
*
Meßdorff war nie ein Ehemann tm landläufigen Sinne. Schon immer hat er sich stillschweigend die Freiheit seines Handelns und seines persönlichen Lebens gewahrt. Geschäftsreisen, Konferenzen, Studienfahrten — oft sah er seine Frau wochenlang nicht, an vielen Tagen trafen sie sich nur bei
den Mahlzeiten. Das hat Irene als etwas Selbstverständliches hingenommen, solange sie fest und unbeirrbar an seine Liebe glaubte. Ein Mann wie Meßdorff kann seiner Frau nicht am Schürzenzipfel hängen. Man muß sich eben damit abfinden, muß sich für ihn jung und schön erhalten, muß auf ihn warten, bereit sein unb alle Liebe in den wenigen Stunden verschwenden, die ihnen gemeinsam gehören.
So war es bis 311 jener Stunde, da Charlotte Hartmann die Tür des Hotelzimmers leise hinter sich schloß. Irene war eine liebende Frau gewesen, die zufrieden in ihrem Glück lebte.
Seit jenem Moment ist sie hellhörig und mißtrauisch, unheilbar verwundet im Tiefsten, Heiligsten: in ihrer Ehre als Frau, in ihrer Sehnsucht, Mutter eines Kindes zu sein.
Stunden wilder Verzweisluna wechseln mit Stunden völliger Gleichgültigkeit. Die rasende Fahrt durch die Nacht, der'Wind in den flatternden Haaren, die durchtanzte Nacht in der Hotelbar, in der sie unter ausgelassenen Frauen die tollste war — alles hat nichts genutzt. Der Schmerz, die brennende Scham, das Gefühl des Ekels — das bleibt.
Sie beginnt den Morgen mit ruhiger Ueber- legung. Natürlich wird man dis nötigen Folgerungen ziehen. Scheidung. Daran wird nichts zu ändern sein. Aber damit ist die Zukunft geordnet, nickst jedoch die Vergangenheit Sie beginnt zu wrschen, zu grübeln.'Wo ist Meßdorfs gewesen? Wo bleibt er ictzt in diesen Dresdner Tagen? Hier hat er keine Geschäfte zu erledigen, aber nie hat fie ihn so selten aefeben wie diesmal, fiat er etwa eine neue Bekanntschaft? Es ist nicht ausgeschlossen. Es wäre sogar das Einleuchtendste für seine Niedertracht der kleinen Charlotte gegenüber, die so tapfer für das Kind kämpft.
Vielleicht hat er sich deshalb auch so oft den Wagen geholt. Sehr oft. Obwohl er es sonst vor- zjccht, einen Wagen zu mieten und sich fahren 311 lassen. Er ist. viel zu nervös, um sicher und ruhig m fahren. Aber wenn man eine neue Bekanntschaft gefügig machen will, kann istan schließlich nicht mit einem Chauffeur ins Grüne fahren —
Irene gel)t mit langen Schritten ans Fenster. Ah — die Schläfen brennen, der ganze Schädel dröhnt — das ist der Alkohol,von gestern abend — und das andere, das Ekelhafte — bas noch Diel, viel mehr.
Gestern abend hat sie die Ouittung einer Tankstelle im Stau am Armaturenbrett gefunden. Hotel .Zur Vost^, Neugersdorf." Wo mag das frhon liegen? Sicher irgendein deiner Ort in der Umgegend. in dem man sich leichter einquarh‘»ren kann aT-s Herr und Trau — ab. es ist zum S^au- d-rn. Man wird stch'dieses Stück Napier sorgfältig verwahren. Soweit kennt fie ihrpn Monn, dost man ihm mit Bewststn. mit bnnbfeften Beweisen kommen muß. Vielleicht ist das einer — viell"'ckL.
„30 Liter Aral. Hotel ,3ur Postt, Neugersdorf. Hg"s der Gesckwftsreisenden "
M'chav-'scki gebt sie ’"m Teleohou.
„Der Pförtner? — Würden Sie mir eine Auskunft geb"v? — '21 rf) b'tte, tnh hegt N""gers- dgrr*) — Direkt an der Grrnr"^ Ah — sehr interessant! Da« Hot-l ,Kur Post^ ist Ihnen nicht Wnnnt? Doch? Ein gutes Hon--^ Kleinstodtver- böltnissen "nUvrechend, saoen ^e9 in, ich ner= ft"he —’ Nein, danke, jch hntte nicht die Absicht. Ich wollte nur Bescheid wissen."
Langsam teat sie den Hörer zurück.
Komisch. Direkt an her (Breme, lieber 80 Kilometer. Etwas weit für eine zärtliche Fahrt mit der Geliebten —
Irene weiß nicht, was sie davon halten soll. Vielleicht tut sie ihm doch Unrecht. Vielleicht ist er geschäftlich unterwegs? Aber noch nie bat er seine Verband luv gen in einer Kleinstadt geführt. Hi"r stimmt etwas nicht —
Da klonst es an die Tür. Auf ihr leises „Herein" meldet sich der Etagenkellner.
„Ein Brief — ich muß ihn der gnädigen Frau persönlich überbringen. Wenn Sie hier unterschreiben wollen, Frau Direktor? Der Postbote wartet unten auf die Ouittung."
Die Handschrist kennt fie nicht. Ein Absender ist nicht angegeben. Und eingeschrieben? —
Als sie den Umschlag aufreißt, flattert ihr ein längliches Stück Papier zur Erde.
Das ist doch —?
Ja, es ist ihr Scheck.
20 000 Mark whlen Sie aus meinem Guthaben an Fräulein Charlotte Hartmann oder lieber« bringer —
Dann ihre Unterschrift: Irene Meßdorfs.
Der Zettel, der im Umschlag steckenblieb, löst bas Räfsei.
„Ihr Scheck war ohne Deckung. Ich verzichte aus
jede weitere Auseinandersetzung. Charlotte Hartmann."
Das ist doch — lächerlich, einfach lächerlich! 5lhr Scheck — ohne Deckuna? Kleine Charlotte, da haft du dich schön ins Bockahorn ja "en lassen! Ein Kavital von beinahe 500 000 Mark in barem G"lde — ohne di" Paniere, die sie in die Fabrik gesteckt hat — lachhaft!
Aber dann taucht ein Gedanke auf pjn furchtbarer, entsetzlicher Gedanke — Mestdorff — diö Gr-mze — Hotel zur Post — Nengersdorf —
Herrgott!
Wenn das wäre!
Wie spät ist es fetzt? Mittag vorüber?
Also um drei Uhr? Um drei Uhr ist die Bank geöffnet! Um drei Uhr! —
Um drei Uhr zwanzig erfährt Irene die volle Wahrheit.
Wie ste ins Hotel zurückgekommen ist. weiß sie nicht. Sie sieht nur b’e entsetzten Gesichter des Personals unb lacht leise auf.
Sie weiß auch n'cht, wie sie die entsetzlichen Stunden bis nnn Abend verbracht hat Vlö^lich hört fie i-denfalls eine Uhr schlagen. Nenn Uhr. In ihrer Tasche knittert der Bankauszug. Das Ergebnis eines ntrrhfbaren Nachmittags.
Saldo- 1500 M"rk.
Den R"st hat Meßdorfs abgehoben.
Neun Uhr abends.
Irene ist eine arme Frau.
Neun Uhr abends. Da reinf plötzlich '"wand die Tür auf unb auf der Schwölle steht — Karajan —-
Neun Uhr abends.
Vor dem Werk hält Karolas schmaler schneller Sportwagen, der getreue Till.
„Ekelhafte Kiste!" knurrt Wernicke, als er stch mühsam aus der Enge des Sitzes zwängt. „Man kann kaum heraus, ohne sich die Knochen zu brechen. Vergessen Sie die Tasche nicht!"
21 her die hot Karola schon unt-r denn Arm. In der Tür steht Westerhausen, der Pförtner.
„Herr Wernicke? Und das ist doch Fräulein Westner?"
„Richtig geraten’" knurrt W"rnicke mißmutig. „Und in den nächsten Zwei Stunden können Sie. sich den Rundgavg durch das Labor sparen. Jch habe da zu arbeiten."
(Fortsetzung folgt!)


