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unwahr-', Gegend der Jehol-Provinz ist.die gleiche Entwick- __ eben lung bereits zu beobachten: Feldfruchte jeder Art

und

Geduld, o Mensch, ist ja unerschöpflich. Wie lange wirst du es aushalten, mich zu plündern?"

Ich habe geschworen," versetzte der Mann,dir dein letztes Geheimnis zu entreißen; und so lange werde ich es aushalten."

Der Magier fragte:Hast du das geschworen? Dann will ich dir etwas zeigen."

Er führte den Mann aus dem Palast zu einer

Wir fuhren von Dodoma an der Zentralbahn bis Mbeya an der Grenze von Rhodesien auf der englischen Kap-Kairo-Straße, der man nur nicht glauben soll, daß sie eineAllwetterstraße", d.h. auch in der Regenzeit durchweg befahrbar ist. In Mbeya besuchten wir meinen alten Freund Konrad Schauer, den bekannten Organisator afrikanischer Jagdsafaris, bei denen es ausnahmsweise wirklich nach alter Safariart. mit Zelt und Trägern in die entlegenen, reichen Wildgebiete Ostafrikas geht. Kon­rad Schauer ist ein Veteran und ein Meister der großen Jagd, und wer in der Lage ist, an eine solche Expedition zu denken, dem sei er bestens empfohlen. Schauer erzählte uns, wie er einmal in der Regen­zeit zwischen Jringa und Dodoma im Postautobus an ein derart überschwemmtes Stück der Allwetter- Straße kam, daß kein Wagen passieren konnte. Die Passagiere mußten aussteigen und sich durch das brusttiefe Wasser ein langes Stück zu Fuß hindurch- arüeiten. Frauen und Gepäck wurden hinübergetra­gen. Drüben wartete das von Dodoma entgegenge­schickte Auto.

Wir saßen gerade bei Schauer auf der Veranda und hielten mit ihm Rat, wie wir die mehr als 1000 Kilometer von Mbeya bis Brokenhill, der nächsten Station an der rhodesischen Bahn, jen­seits einer endlosen öden Buschregion, am besten zurücklegen sollten. Die Strecke gehört gleichfalls zur Kap-Kairo-Straße, wird aber wenig, befahren und sollte in sehr schlechtem Zustand sein, mit ein paar primitiven Rasthäusern. Die Autofahrt wurde auf vier Tage veranschlagt, und es war zweifelhaft, ob wir überhaupt einen Wagen bekommen würden. Da plötzlich geht vor unfern Augen auf dem nahen Flugplatz von Mbeya eine kleine Maschine nieder. Im nächsten Augenblick sitzen wir im Auto und jagen hinunter, um das Flugzeug vor dem Wieder­aufstieg zu fassen. Es gehörte zu den Wilson Air­ways, einer Hilfslinie des großen englischen trans­afrikanischen Luftverkehrs, flog von Nairobi nach Brokenhill und startete erst wieder am nächsten Morgen. Unser Gepäck wurde gewogen, verladen, und pünktlich um-6.30 Uhr früh stieg unser fünf­sitziger Vogel auf. Mitpassagier war nur ein schweig­samer Inder. Man hat soviel Freigepäck, wie am eignen Gewicht bis zu 100 Kilogramm fehlen, schlanke Leute sind also im Vorteil.

eines guten Tages, als der alte Herr sich eben über dieständig rückgängige Tendenz" des Neuyorker Warenkurszettels ärgerte, durch den Fernsprecher die Nachricht, daß auf den Namen meines Groß­vaters bei der Auslosung ein beträchtlicher, persön­lich abzuholender Gewinn gefallen sell Mein Groß­vater, nun doch in leiser Spannung, wenn er sie sich auch äußerlich nicht anmerken ließ, entsann sich, daß er in jener benachbarten Stadt sowieso ein Geschäft zu erledigen habe, und fand so willkomme­nen Vorwand, der etlpas wirren Mitteilung näher auf den Grund zu gehen. Denn er war gewohnt, etwas zu verdienen oder zu verlieren, aber mit dem Gewinnen" hatte er sich nie abgegeben.

An Ort und Stelle nahm ihn der schon bekannte dicke Mann mit vielen Bücklingen, die eine unbehag­liche Verlegenheit nur schlecht verbargen, in Emp­fang und führte ihn durch ein Gewirr von Menschen und Maschinen landwirtschaftlichen Gepräges bis zu der Stelle, wo jener geheimnisvolle Gewinn sich befand. Mein Großvater, gemessen, im schwarzen Rock, den spiegelblanken Seidenhut auf den ge­pflegten weißen Locken, hob den Blick und sah sich einem gewaltigen Zuchtbullen gegenüber, der furcht­bar mit einer armdicken Kette rasselte. Der alte Herr, stumm, nahm das Ereignis mit würdiger Fassung hin; es gab eine längere Betrachtung, die von dem Bullen ebenso eingehend erwidert wurde, ohne daß bei dem gegenseitigen Mangel an Sach­kenntnis die Angelegenheit dadurch wesentlich ge­fördert worden wäre. Der dicke Mann, durch den glatten Verlauf der -Begegnung ermutigt, machte meinen Großvater darauf aufmerksam, daß er die­sen für ihn wohl nicht unmittelbar verwendbaren (der alte Herr nickte ernst) Gewinn nachher auf einer Versteigerung werde veräußern können, wobei er, um den Erlös angemessen zu gestalten, zum fleißigen Mitbieten ergebenst zu raten sich erlauben wolle.

So kam es, daß mein Großvater zwei Stunden später in einem Kreise mißtrauischer Bauern stand und gelangweilt wartete, bis nach einer endlosen und zäh umkämpften Folge von Pflügen, Schwei­nen, Dreschmaschinen und Sonstigem das gehörnte Untier an die Reihe kam. Als dann endlich die Schlacht einsetzte, schloß mein Großvater aus den unerhört niedrigen Anfangsgeboten, daß man feine Unerfahrenheit ausnutzen wollte; in feinem Be­streben, den Bauern als wohlerfahrener Kaufmann gründlich heimzuleuchten, geriet er tatsächlich ins Mitbieten und darüber schließlich in Eifer. Die Bauern aber, längst schon argwöhnisch, schnappten plötzlich ab, und mein Großvater, der sich zu weit vorgewagt hatte, erhielt inmitten beifälligen Ge­murmels den Zuschlag.

Nach dieser Wendung der Dinge begab er sich,

Mbeya liegt etwa 1500 Meter hoch. Wir mußten sofort über ein Gebirge und gingen schnell auf mehr als 2500 Meter. In dieser Höhe, oft über den Wol­ken, die wie ein Meer von weißer Watte unter uns lagen, war der Flug absolut ruhig. Unser Pilot sgß mit verschränkten Armen, dirigierte das Höhensteuer mit dem Fuß und las einen Roman, von dem er nur ah und zu aufblickte, um nach den Richtpunkten zu sehen. Wir hätten uns einen Piloten am Steuer etwas tätiger vorgestellt. Einige hundert Meter tie­fer war die Luit unruhig, und das wiederholt- Ab­sacken und Wiederabfangen ber Maschine, bis diese Schicht überwunden war, störte etwas dos Behagen.

Nach zwei Stunden gab es eine Zwischenlandung an einer Station namens Mpika, mitten im Busch, mit Frühstück. Abgesehen von diesem halb­stündigen Aufenthalt dauerte der Flug vier Stun­den. Die Landschaft unten war Busch, Busch und wieder Busch, mit wenigen Eingelorenen-Dprfern. Die Kap-Kairo-Straße zog sich uner uns als ein dünner, gelber Strich durch die gnugrüne Einöde hin; es wäre trostlos gewesen, vier läge auf ihr zu fahren! Vier Stunden Flugzeit >ier Tage Auto­fahrt vierzig Tage Fußmarschdas ist Afrika g e ft c r n und heute, und das Oeftern liegt noch kein Menschenalter zurück!

Schwurgericht Eießen.

Auch in der Freitagssitzung hattn sich wiederum drei Angeklagte vor dem Schvurgericht wegen Meineids zu verantworten. Der Anklage liegt fol­gender Sachverhalt zugkunbe: Im Jahre 1935 be­suchte der Kreisarzt Dr. O. in amt chet Eigenschaft gemeinsam mit dem Hausarzt Dr. tf. die A. B. in Lißberg, die angeblich krank zu Bete lag. Bei seiner Untersuchung, die Dr. O. wegen de Frage der Ge­währung von Fürsorgemitteln vonahm, stellte der Zeuge fest, daß die Krankheit simulirt war. Darauf­hin machte er der Angeklagten schvere Vorwürfe. Nach seinem Fortgänge soll die A. wie auch ihre Mutter E. B. und ihr Schwager 5 F. m Lißberg das Gerücht verbreitet haben, daß sh bei der oben geschilderten Untersuchung Dr. O. dr A. B. unsitt­lich genähert habe, als er kurze Zei mit ihr allem

im Zimmer war. Als Dr. O. die s Gerücht zu Ohren kam, zeigte er den M. und dei R., von denen er wußte, daß auch sie an den Scsvätzereien be­teiligt waren, wegen Beleidigung a In dem dar­aufhin vor'dem Amtsgericht Drteni-rg stattgefun­denen Prozeß behaupteten die damalgen Angeklag­ten von den jetzt auf der Anflageank Sitzenden selbst über den fraglichen Vorfall uterrichtet wor­den zu sein. Diese sagten jedoch unt Eide, sowohl vor dem Amtsgericht, wie auch in '.r Berufungs­verhandlung vor der Kleinen Strckammer, aus, daß sie in keiner Weise zu der Entschung des Ge­rüchtes beigetragen hätten. Auf Grnd dieser Aus- fage wurde der M. zu vier Monten Gefängnis und der R. zu 40 Mark Geldstrafe verteilt. Wegen dieser Bestrafung wurden die heuttcn Angeklagten wegen Meineids angezeigt.

In der Verhandlung sagte eine roße Zahl der geladenen Zeugen aus, daß auch zu hnen die A. B, und der K. F. gesagt hätten, Dr. O. hbe sich der An­geklagten unsittlich genähert. Zur Fuge, o'b die An­geklagten E. und Ä. B. für ihre Tccn verantwort­lich gemacht werden können, äußrten sich zwei Aerzte gutachtlich. Bezüglich der Muer E. B. sprach sich der Sachverständige für die >ubilligung des § 51II StGB. aus. Die A.B. wurd als eine starke Hysterikerin bezeichnet; der Arzt glabte jedoch, daß sie für ihre Taten noch voll vcantwortlich Zu machen sei. Die Beweisaufnahme mnte noch nicht geschlossen werden, da sich in der Zerhandlung die Notwendigkeit ergab, daß ndch Zugen kommissa­risch vernommen werden. Die Vchandlung wird am Montagmorgen fortgesetzt.

betete an.

So wie dieser Mann dürfen wir auch fein.

steil aufgerichtet, mit erloschener Ziarre, von allen Wissenden sorgsam gemieden, in di auf dem Aus­stellungsgelände gelegene Wirtfchas um bei einer Flasche Wein still mit sich zu Rat Zu gehen, wie er diesen heimtückisch geführten Schlag finsterer Mächte zweckmäßig abwehren töne. So saß er, mit unheilverkündenden Brauen, zutilen bei einem fernen Brüllen feines Eigentums nitzös zusammen­zuckend, und es entging ihm ganz, der mehrfach erwähnte kurzatmige Mann geraum Zeit den Tisch umstrich, ohne daß er das dräuend Schweigen des alten Herrn zu stören wagte. Bis nein Großvater, endlich aufblickend, in achtungsviler Entfernung eine andächtige Versammlung vor Bauern stehen sah und schließlich des scheuen Getirs hinter seinem ehrfurchtgebietenden Rücken inne narb. Auf feine gereizte Frage erhielt er endlich nn dem Unglück­lichen die von vielem Stottern und angstvollen Atempausen unterbrochene Erklärug: Es sei leider Gottes ein böser Irrtum vorgekmmen, und man habe ihm unverantwortlicherweh vorhin einen falschen Bullen gezeigt. Es blie: meinem Groß­vater nichts übrig, als aus dem Gstä.mmel des nach vollbrachter Mitteilung geflohenenUnheilverkünders den Schluß zu ziehen, daß er ich nunmehr als glücklicher Besitzer,von zwei Zucbbullen ansprechen dürfe.

Dies war die Stelle, wo mm. Großvater die Erzählung der geschilderten Bozänge regelmäßig abbrach, um sich einer stummen Betrachtung über die Hinterlist des Glückes hinzigeben, und selbst das leise Lächeln um seinen ernftit Mund vermochte keinem der Lauscher den Mut z geben, nach dem endlichen Ausgang dieser Geschiste zu fragen.

inb im Freien in Ermangelung von Schuppen bereits an der Bahn aufgestapelt, aber auch das Baumaterial für die Vergrößerung der Bahnhofe liegt schon bereit und überall basteln bereits die aus dem Norden Chinas täglich einströmenden Siedler an ihren neuen Häusern: angefangen Dom uralten Großmütterchen, die auf fpitzoerschnurten rsußchen bedächtig daherstakend in einem winzigen Körbchen Steine "für die Haushofmauer yerbeischlevpt bis zu den kleinen Kindern, dieVatern" beim Wegschaffen der Erde aus dem neugebohrten Ziehbrunnen hel­fen. Erstaunlich, welches Leben so ein» toter Elsen- ftrang in einem toten Lande zu wecken vermag, wie mit magnetischer Gewalt zieht er die Schaffen­den und Schaffenslustigen an ach nein! Die Ja­paner sind nun mal in der Mandschurei doch d i e wirklichen Kulturträger und Kulturbrin- ger, und wenn diese Bahn auch ausschließlich mili­tärischen Notwendigkeiten ihre Entstehung verdankt ewig wird auch dieses Krieg nicht dauern, der alsVater aller Dinge" trotz aller Zerstörungen im Fernen Osten Werte schafft, deren ganze Be­deutung und Tragweite wohl erst spätere Gene­rationen erkennen können...

Aber von diesem Kriege merkt man in dieser gott­verlassenen Gegend noch immer nichts, und die ein­zigsten Vertreter der Wehrmacht sind außer den zahlreichen mitreisenden Offizieren die vielen \ a -

panischenFeldgendarmen", denen man in einem furchtbaren Zeichenfprachen-Kauderwelsch genau erklären muß, woher man kommt und wohin man will. Jeder dieser Gendarmen hat ein Notizbuch in der Hand und den Daumen irgendwo hinein­geklemmt und wenn er es aufklappt, dann kann man dort in sauber gemalten lateinischen Block­lettern seinen eigenen Namen mit japanisch untermaltem Text ausgezeichnet finden! So gut funktioniert auf dieser Jehol-Strecke die Betreuung der fremden Reisenden, und man weiß manchmal nicht, ob man sich darüber ärgern oder freuen soll! Aber all diese Gendarmen sind höflich und korrekt, und wer in der Mandschurei reist, tut gut daran, sich mit diesen Männern gut zu stellen. Sie sind manchmal noch mächtiger als das allmächtige Mi­litär. Denn fast 20 Stunden dauert diese Fahrt von Mukden bis Jehol und auf ebenso vielen Sta­tionen ebensovielen Gendarmen immer wieder die gleichen Auskünfte geben zu müssen, macht keine reine Freude. Aber schließlich es ist Krieg, und der Krieg hat seine eigenen Gesetze! Unb mit einer gewissen Sorge denkt man an das Ende dieser Fahrt: Bei Nacht und Nebel einpassieren in Jehol. Wird man Unterkommen? Und vor allem wie? Wird man nach Peking weiter ko mm en? Muß man ein Flugzeug nehmen, oder ist es wirklich möglich, auf neuen Wegen nach dem neuen Peking zu ge­langen?

Zeitschristei

Hessenlan d", HeimaMschrift für Kur­hessen, herausgegeben von Dr. L. Hitzeroth, Mar­burg, bringt in Heft 5/6 eine Üeihe heimatkundlich bemerkenswerter Beiträge, ©üiter Wrede berichtet über die historische Entwicklwg des bäuerlichen Grundbesitzes in Hessen (an Hond des Katasters im 18.Jahrhundert); Walter ßrairm beschreibt, unter Beifügung hübscher Abbildungen, Malereien im Ziegenhainer Schloß; aus der Geschichte des hessi­schen Flachsbaues erzählt Elisveth Kersten; Bern­hard Martin würdigt die Ar^it am Hessen-Nas­sauischen Dolkswörterbuch; iber beachtenswerte Dogelarten in der Umgebung ran Marburg schreibt Dr. L. von Boxberger. Einen Gruß zum 80. Ge­burtstage des bekannten Göttinger Germanisten Edward Schröder, Beiträge zur Hessischen Volks­kunde, die Bücherschau und die Personalien möchten wir vom reichen Inhalt des gut aufgemachten und sorgfältig redigierten Heftes noch hervorheben.

Die Geheimnisse.

Von Albrecht Schaeffer.

Das Haus des größten Magiers, das aus Lapis­lazuli erbaut war und in seinem Inneren unzahl­bare, ganz kristallene Säle hatte, war auf viele Meilen rundum von einem Garten umgeben, an­gefüllt mit Wunderwerken der magischen Künste, in deren Netzen sich jedermann verfing oder umkam, der zum Hause vorzudringen sich erkühnte. Dennoch stand eines Tages ein Mann vor dem Magier, der eben aus einer Kristallkammer hervortrat, das Haupt bis zum Knie mit einem undurchdringlichen Schleier verhüllt, der in den sieben Farben des Regenbogens spielte. v _

Ist es dir gelungen?" fragte er den Mann.Ja, du siehst tapfer aus. Und was begehrst du nun?

.Den Schlüssel in deiner Hand", versetzte der Mann.Wofern es der Schlüssel zu deiner Geheim- fammer ist." _ . .

Nimm ihn," fragte der Magier,er ist es. Und er entfernte sich, während der Mann tn die Kammer einbrang. In der Tat fand er ein solches Wunder­werk geheimnisvoller Zubereitung darin, daß er es in größter Freude davontrug.

Allein am nächsten Tage stand der Mann wieder vor dem Magier und sagte:Ich bin überzeugt, daß dieses Kleinod, so göttlich es war, dem tiefstes Geheimnis noch nicht enthüllt. Lasse mich nun zu dem."

Der Magier, der inmitten seines größten und golbenften Sales auf einem diamantenen Stuhle faß, holte einen goldenen Schlüssel unter seinem Schleier hervor, indem er sagte:Du wirst in der gestrigen Kammer eine Tür finden und hinter dieser Tür, was du suchest."

Dieses Mal dauerte es mehrere Tage, bis der Mann wieder vor dem Magier stand; denn er hatte so lange gebraucht, .um das Geheimnis des neuen Wunderwerkes zu enträtseln. Und wiederum emp­fing er mit einem neuen Schlüssel den Zutritt zu einer neuen Kammer; und wiederum nach gerau­mer Zeit war er wieder da, um einen neuen Schlüs­sel, ein neues, höheres Juwel in Empfang zu nehmen.

Nach Jahr und Tag sagte der Magier:Deine

UHL Selterswg Nr. 67

adiO Telephor Nr. 3170

eparaturen H9? I?

^Äber'auch die chinesische Zivilbevölkerung ist gut i gedrillt und in der Furcht des Herrn er- , logen: jeder Bauer, der durch die Sperre geht, ; nimmt erst sein Käppchen ab, macht dem spanischen Knipser eine tiefe Verbeugung, und wenn er es nicht tut, muß es -Zurück! Marsch-Marsch!" - wie­derholt werden. Nun, vielleicht ist das notig, ich weiß es nicht, aber als einzelner Japaner rouröe ich mich in diesem chinesischen Meer etwas unbehag­lich fühlen. Vielleicht sind auch deswegen die lapa- nischen Beamtenwohnungen an der Strecke alle festungsartig angelegt: Steinbaracken auf Vordermann und Seitenrichtung, eine große Mauer darum herum Bastionen, Schießscharten, Hindernisse, selbst die technischen Anlagen, die Kraft­stationen und Wassertürme sind, ähnlich gesichert. Aber nirgends find japanische Soldaten zu erblicken. 20 Freischärler unter einem gewandten Führer könnten mühelos eine solche Station ausheben und ungehindert in den nahen schluchtenreichen Bergen wieder verschwinden. Das ist es, was eben immer wieder überrascht: dieses in jeder Hinsicht unge­schützte Hinterland, das von einer den Japanern feindlich gesinnten Bevölkerung bewohnt wird. Entweder sind die Japaner ihrer Sache hun­dertprozentig sicher, oder aber sie brauchen jeden Mann an der Front! Eine andere Erklärung ist nicht möglich! Oder aber: vielleicht ist auch auf dieser Strecke das System derEisenbahnliebenden Dörfer" wie die wörtliche Uebersetzung lautet eingeführt, das einst von den Russen erfunden und mit durchschlagendem Erfolg bei ihren Bahn­bauten in der Mandschurei angewendet worden ist: die Kollektiv Haftung ganzer Dörfer bei Banditenangriffen auf die Eisenbahn! Aber hier gibt es noch keine Dörfer, denn die neue Eisen­bahn ist erst dabei, dieses Land zuerschließen". In keinem anderen Lande der Welt ist mir das Wesen biejer abgebrochenen Rebensart plastischer zum Bewußtsein" gekommen wie gerabe in bieser Manbschurei: Kaum ist irgendwo ein kleines S4a- tionsgebäube fertig geworben unb bie ersten Be­amten ba, schon finbet sich ber betriebsame erste chinesische Hänbler ein, baut sich aus alten Kisten eine Bube auf unb beginnt mit allem unb jebem zu handeln. Der nächste macht für bie Reisenben eine Speisebubike auf, ber britte eine kleine Herberge, kaum haben sie Fuß gefaßt, läßt sich bie halbe Verwanbtschaft in eben solchen Budiken drum herum nieber unb bie Urteile ber künf­tigen Stabt, bie in spätestens zehn Jahren bastelst", ist entstauben. Unb bann kommt ber ja­panische Ingenieur ober Baumeister, zieht rück­sichtslos bur'ch bas Bubengewirr bie neuen Stra­ßen, steckt neue für ben Zuwachs ab unb in wei­teren 20 Jahren ist eine moberne Großstabt von 300 000 chinesischen Einwohnern fertig, bie von ganz wenigen Japanern verwaltet und geleitet wird. Auch hier in dieser menschenleeren

Kreuz und quer durch den Schwarzen Erdteil

Briefe von einer Afrika-Reise.

Don Dr. Paul Rohrbach.

IVIL Niig nach Rhodesien.

Brokenhill, 29.Mai 1938.

Jedes Mal, wenn ein paar alte Afrikaner bei- ammen sind, kommt bie Rebe barauf, daß es früher zwar mit dem Reisen sehr viel langsamer ging, aber baß es eigentlich boch viel schöner war, als man noch mit feinem Zelt, seinem Bett unb seinen Tra- gerlaften burchs Laub zog. Alle bie großen, klassi­schen Afrikaforscher, bie ben .Tropengürtel zwischen ben beiden Ozeanen entschleiert haben, Livingstone, Stanley, Wißmann, Peters unb bie anbern alle, finb zu Fuß marschiert. Die Tsetsefliege, bie ben Pferben löblich ist, verbot bas Reiten, und mechanissche Transportmittel gab es nicht. Auf ben schmalen, über Berg unb Tal laufenben Negerpfa- ben hätten sie auch nichts genützt.

Don Kigoma am Tanganyikasee bis Daressalam finb es 1245 Kilometer. Die Strecke legt man mit ben Zügen ber ostafrikanischen Zentralbahn in 45 Stunb en zurück. In allen Zeilen waren es 5 0 reguläre Marschtage gewesen, also mit ben notroenbigen Ruhetagen unb sonstigen Aufenthalten eine Reise von zwei Monaten. Fünfzigmal wäre beim Aufbruch ber Trägerkolonne ber Ruf ertönt: Heia Safari, auf, auf zym Marsch! Fünfzigmal hätte bie tragbare Zeltwohnung aufgeschlagen unb roieber zusammengepackt werben müssen, fünfzigmal hätte ber Askari gemelbet: Tajari, Bwana, alles marschbereit! Fünfzigmal wäre bas Schauri mit bem Koch gekommen, ob bas Huhn ober bie Kon­servenbosegekillt" werben solle. Unb boch, es war schöner, viel s-ch ö n e r , auch wenn ber Regensturm einmal bie Zeltpflöcke ausriß, baß alles zusammen­klatschte, ober eine Ameisenarmee bas Bett stürmte.

Wo bie Bahn nicht fährt,^fährt heute in Afrika bas Auto, unb wenn bie Gastfreunbe uns beim Einsteigen immer noch freunbschaftlich zuriefen: Gute Safari! so war es nur ein abgeblaßter Nach­klang früherer Tage, als es wirklich ein Safari war, auf Wochen unb Monate in den Busch, ins Pon zu gehen. Unb boch, es kommt bahin, baß nicht einmal Eisenbahn unb Auto' mehr dem Afrikafährer von heute genügen, sondern er bedient sich auch des schnellsten aller Verkehrsmittel, des Flug­zeuges. __

lenLastenverteilung" alle in \ scheinlich schneller Zeit ferliggestellt werden -- boch ein ,Viel'. Vorsichtig schleicht die Bahn ,m Tempo einer normalen Straßenbahn über tri|d) aufgeschüttete Böschungen, durch Tunnel, die ers im Rohbau fertig sind, an schwindelnde^ Abhangen vorbei durch das weite öde Land, wo Leben nur auf den wenigen Wüstenftationen herrscht. Alle aus Stein erbaut," im Barackenstil unb alle wie in Südwest zur Verteidigung e'nger i ch- t e t Teilweise eingedrahlet, mit Schießscharten unb Basttonen an ben" Ecken. E i s e n d a h n w a ch e n: Drei, höchstens sechs chinesische Soldaten der Eisen­bahn-Schutzpolizei in japanischen Diensten unb eben­solchen Uniformen. Wenn die mitreifenben lupani- scheu Offiziere sich auf diesen kleinen Haltebahn- böfen, wo Wasser unb Kohle genommen wirb, bie Beine vertreten, rücken sie biefen chinesischen^Krie- qern bie Mützen zurecht, reißen ihnen bas Koppel zurecht unb tun auch sonst noch so allerlei, was ein eifriger Vorgesetzter tut, wenn er einen Soldaten im labbrigen Anzug trifft. Ich hab mir bisse Chi­nesen genau angesehen, urfb ich kann mir ma)t helfen: sie erinnerten an gezähmte Tiger, b'e noch ihreMännchen" oberKunststückchen machen, weil berDompteur" eine bitte Peitsche tn Der

Hinterlist des Glückes.

Anekdote von Karl Lerbs.

Mein Großvater, hochgewachsen, schlank, weiß- bärtig, von bem gemessenen Gehaben unb ber besonnenen unerschütterlichen Kühle bes alleingeses­senen hanseatischen Großkaufmanns, erlebte es, daß ihm bas Glück einen Streich wie von seltsam burch- bachter unb erklügelter Bosheit spielte. Er besaß in einer ber ältesten Straßen ber allen Stabt ein nicht großes, aber auf gesicherter Grunblage ruhig und stetig arbeitendes Geschäft unb hielt sich von allem, was mit neumvbisch gewagter Börsenkunst in fiebrig erregten Stunden um Vermögen spielt, sorgsam und grundsätzlich fern. Als er eines Abends ziemlich spät noch beim gelblichen Schein der surrenden Gaslampe nach einem hartnäckigen Buchungsfehler suchte, erschien ein stiernackiger Und kurzatmiger Mann und wollte in aller Geschwindig­keit noch ein paar Lose für eine landwirtschaftliche Ausstellung in eftier benachbarten Stadt verkaufen. Seine atem- und hemmungslose Geschwätzigkeit be­gann sich bald unter dem unbarmherzigen Blick ber blauen Augen seines schweigsamen Gegenübers zu verhaspeln unb zu verhebdern. Mein Großvater aber, ungebulbig, wollte bem Gesprubel anpreifenber Worte ein rasches Ende machen unb tat, was er zu anberen Zeiten wohl nicht getan haben würbe. So kam es, baß sich be^ Dicke, erleichtert schnaufenb unb erlöst schwitzend, mit banfenben Bücklingen empfehlen konnte; inbessen mein Großvater zwei Lose für je einen Taler in seinen Gelbschrank ver­schloß um alsbald über ber Suche nach besagtem Fehler unb anberen Dingen diese unsicheren Unter­pfänder des Glückes restlos zu vergessen.

Dennoch waren sie bas Mittel, mit bem bas Schicksal meinem Großvater klarzumachen bachte, daß auch ein hanseatischer Großkaufmann vor bos­haftem Schabernack nicht sicher ist. Es kam nämlich

Hinteren Tür hinaus und wies ihm bort em Feld golbener Blumen, nicht sehr breit, aber so unuber-1 sehbar lang, baß es in bie Ferne sich zuspitzend gleich einem golbenen Strahl sich in ben Himmel zu bohren schien. Wie aber der Mann bie vorbersten der dicht an dicht stehenden Blumen ins Auge faßte, entdeckte er, daß jede Blüte ein goldener Schlüssel war; unb er sagte erbleichenb:Herr, mein Gott, was sinb bas für Schlüssel?" \

Der Magier versetzte:So viele Schlussel hier wachsen, so viele Geheimkammern wachsen in mei­nem Hause."

Da stürzte ber Mann auf seine Knie nieber