Ur. 101 Erstes Blatt
188. Jahrgang
Montag, 2. Mai 1038
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Fest der deutschen Volksgemeinschaft.
von Konfessionen und Ständen erlöst und zu einer Einheit zusammengefaßt. Und diese Erziehung beginnt schon bei dem einzelnen in jenem Alter, in dem er noch nicht mit Voreingenommenheiten be-
L- i'-Sr
Schirachs Gruß:
Deutschlands Lugend grüßt den Führer
3m Olympia-Stadion
kann
Zu
zu
wir den Tag dieser Volks
vollenden, wofür stritten: Deutsch-
role: „Freut euch Die Worte des
In euch wird und muß sich das Generationen und Jahrhunderte land!
Das Lied der Hitler-Jugend,
Fest des
des Lebens!"
Reichsjugendführers finden bei
„Unser lieber Führer — Sieg-Heil!" und die Nationalhymnen beenden diese gewaltige Kundgebung der Jugend vor dem Führer.
Da wir uns zu solchen Grundsätzen bekennen, meine Jungen und Mädel, kann ich euch auch in dieser Stunde ein anderes sagen: Jungens, werdet keine Musterknaben, und - Mädels, werdet keine demütigen Mucker! Ihr sollt lernen, aber ihr sollt auch leben und fröhlich sein! Es ist gut, wenn ihr in den Zensuren der Schule eine Eins erringt, aber sorgt dafür, daß ihr nicht in den Zensuren des Lebens eine Fünf erhaltet. So wie ihr treu und gehorsam seid, so müßt ihr auch selbstbewußt, kühn, tapfer und verwegen sein, nicht eine Jugend alter Tanten, sondern die Jugend des Nationalsozialismus. So bekennen auch wir als Jugend des Führers uns an diesem 1. Mai zur Pa
lastet ist.
Die Jugend ist der Baustein unseres neuen Reiches! Ihr seid Großdeutschland! Denn in euch formt sich die deutsche Volksgemeinschaft. Vor dem einen Führer steht ein Reich, vor dem einen Reich steht ein Volk, und vor dem einen Volk steht eine deutsche Jugend! Indem ich euch sehe, ist mein Glaube in deutsche Zukunft unbegrenzt und unerschütterlich! Denn ich weiß: ihr werdet alles das erfüllen, was wir von euch erhoffen! So grüße ich euch heute an diesem 1. Mai in unserem neuen großen Deutschland. Denn ihr seid unser Frühling!
Mit heiterer Freude begann dieses schöne der deutschen Volksgemeinschaft in Berlin, Großdeutschen Reiches Hauptstadt. Die Stadt ist
Großdeuischland unter dem Maibaum. — Der Führer sprach auf dem Staatsakt in der Ileichshauptstadt zum ganzen deutschen Volke.
Meine deutschen Jungen und Mädchen!, Ihr habt das große Glück, in einer Zeit leben? deren sich die deutsche Nation einst nicht schämen brauchen wird. Ihr seid in eurer Jugend Zeugen des Aufstiegs unseres Volkes geworden, ihr habt iri euren jungen Herzen die
die Entwicklung mitmachen, die ganz Deutschland in der kommenden Zeit durchlaufen wird. Wie dies zu geschehen hat, auch das sagte der Führer: nicht allein durch äußere organisatorische Maßnahmen, sondern vor allem durch die Festigung der inneren Ordnung, d. h. durch die Erziehung der Menschen, durch eine niemals aufhörende Formung und Kräftigung des völkischen Lebenswillens.
Das deutsche Volk hat die Bitte Adolf Hitlers wohl vernommen und wird sie beherzigen: noch mehr als bisher wollen wir alles Trennende zwischen uns vergessen und das Gemeinsame hervorheben. Die Parole „Niemals wieder Bürgerkrieg, niemals wieder inneren Hader" soll ganz von uns Besitz ergreifen, soll uns in Fleisch und Blut übergehen. Darin liegt die große Mission, die uns Deutsche auszeichnet vor allen anderen Völkern der Erde und die uns zu Pionieren eines neuen Zeitalters macht. Als Wegbereiter müssen wir uns fühlen für alle kommenden Geschlechter, für unsere Kinder und Kindeskinder, die mit ihren jungen lebendigen Leibern gestern im olympischen Stadion symbolisch das Wort „Großdeutsch- lanü" formten.
So war denn dieser 1. Mai 1938 ein neuer Anfang, aber auch ein stolzer Abschluß, denn jene Zwistigkeiten und Wirrnisse, von denen andernorts noch die Nationen heimgesucht werden wie einst das deutsche Volk, sind nun endgültig begraben. Aus der Bewährung der vergangenen fünf Jahre und aus dem heiligen Glauben an die gottgewollte Bestimmung unseres Volkes schöpfen wir die Kraft zu neuen Taten, zu neuer Arbeit, lieber unserem alltäglichen Werkplatz steht unsichtbar das Wort: Führer, wir sind bereit! D. S.
eingeübtem Plan ihre Kletterwesten ausgezogen. „Großdeutschland", das Symbol dieser ersten Maikundgebung im großen Deutschen Reich — hier wurde es wahrhaft lebendige Wirklichkeit. Erst nach der
Volk will mit Ihnen arbeiten am Neubau unseres Reiches, und es ist glücklich mit Ihnen, daß an diesem 1. Mai unsere deutschen Brüder und Schwestern aus Oesterreich den Nationalen Feiertag mit uns begehen." (Brausende Heil!» Rufe bekräftigen diese Worte.)
Dann überbringt der Leiter der Deutschen Ar- beitsftont, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, dem Führer den Gruft der deutschen Schaffenden:
„Mein Führer! Vor nunmehr fünf Jahren gaben Sie mir den Auftrag, die damaligen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände — insgesamt waren es 216 Verbände — zu übernehmen. Es war ein wilder Haufe sich widerstreitender und sich untereinander bekämpfender Organisattonen. Einer stand gegen den anderen und alle gegen die Natton, das Volk, und letzteres gegen den Arbeiter selber. Heute nun kann ich Ihnen, mein Führer, melden, daß ohne die neugewonnene Ostmark bereits über 20 Millionen, als Einzelmitglieder in die große Front der Schaffenden ein gereiht, nach Ihrem Willen marschieren und Arbeiter und Unternehmer unterschiedslos nur eine Parole kennen: Deutschland! Wir alle waren heimatlos geworden. Sie gaben uns unser Vaterland zurück! Das danken Ihnen die deutschen Arbeiter und die deutschen Unternehmer, überhaupt alle Schaffenden Deutschlands heute am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes."
Und nun betritt, allen sichtbar, der Führer die Rednertribüne. Ein Sturm der Begeisterung grüßt ihn, und Minuten vergehen, ehe er das Wprt nehmen kann.
Die Aede des Führers.
In seiner Rede führte der Führer aus:
Meine deutschen Volksgenossen und -genossinnen!
Einst war der 1. Mai in deutschen Landen e i n Festtag des Frühlings. Später wurde er zum Tag de s Kampfes und Streites. Als wir dann die Macht übernahmen, gaben wir dem deutschen Volk den 1. Mai wieder zurück und erhoben ihn zum Fe st tag der nationalen Arbeit und damit der deutschen Volksgemeinschaft. Wenn wir heute diesen Tag wieder feiern, dann trennen uns von damals fünf Jahre, eine Zeit, die lange genug ist, um zu über» prüfen, was in ihr geleistet wurde, und ob sich das erfüllt hat, was man mit Recht von einem neuen Regime erwarten durfte.
Wie es im Jahre 1932 und zu Beginn des Jahres 1933 in Deutschland aussah, ist allen noch bekannt. So traurig, ja fast aussichtslos war damals d'e Situation, daß viele überhaupt an der Zukunft des deutschen Volkes verzweifelten. Unsere Gegner waren überzeugt, daß wir an der Größe dieser Aufgabe scheitern müßten. Keiner unserer bamct
minutenlang aufbrausenden Heil!-Rufen Führer das Wort nehmen.
Der Führer
hielt dann folgende Ansprache:
* Meine Jugend!
Den Slick nach vorn!
Der sechste Feiertag der deutschen Volkswerdung und Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Reich ist vorüber, ein Feiertag,' den der Führer als ein besonderes Freudenfest, aber auch als ein Fest der Grund st einlegung für Volk und Staat bezeichnete. Malte sich nicht Verwunderung auf vielen Gesichtern um uns, als wir dies Wort hörten? Glaubten wir nicht eigentlich, daß über den Fundamenten bereits der Rohbau des Reiches fertig dastünde? Nun aber gewahrten wir plötzlich wieder die Enge unseres Gesichtskreises, erkannten blitzartig, was es heißt, Führer zu sein, und welches unerhörte Glück es für jedwedes Volk bedeutet, einen Führer z u haben. Mit einem einzigen Ruck richtete Adolf Hitler unser aller Blicke nach vorn in eine visionäre Ferne, stellte er das Werk der Gegenwart, das uns schon so stolz und zuftieden gemacht hat, in den großen Zusammenhang der Völkergeschichte, in den ewig fließenden Strom der Zeiten, dessen Wirbeln nur die stärksten und mächtigsten Gestaltungen des • Menschengeistes st<rndzuhalten vermögen.
„In fünf Jahren wird kein Volk geboren und kein Staat geschaffen", so klang die Mahnung des Führers, und wenn wir uns daran erinnern, daß erst vor wenigen Wochen eine ganze Volksgruppe mit 6,5 Millionen Menschen zu uns gestoßen ist, dann begreifen wir auch, w ie groß die Aufgaben sind, die wir allein in den allernächsten Jahren zu bewältigen haben. Denn die Ostmark muß nicht nur nachholen, was im Altreich seit der Machtergreifung geleistet wurde, sondern gleichzeitig
einigung! Jahrhunderte war unser Volk im Innern uneins und zerrissen und deshalb nach außen ohnmächtig, wehrlos und deshalb ehrlos und unglücklich. Seit dem Siege der Bewegung, unter deren Banner ihr steht, hat sich in unserem Volke die innere Einigung der deutschen Menschen vollzogen. Wir haben nun von der Vorsehung den Lohn dafür erhalten: Groß- deutschland!
Diese Einigung aber ist kein Geschenk des Zufalls, sondern das Ergebnis einer planmäßigen Erziehung unseres Volkes durch die nationalsozialistische Bewegung. Sie hat dieses Volk aus einem wirren Haufen von Parteien, von Klaffen,
durch ein Meer von Fahnen, würzigem Tannen- reisig und duftendem Maiengrün und die bunte Pracht der Frühlingsblumen über Nacht zu einer großen Festwiese umgeftaltet mprben. Der Morgen wird beherrscht von der Jugend, die im Westen der Stadt unter den Schlägen der Landsknechttrommeln und den hellen Fanfarenklängen mit ihren Fahnen und Wimpeln nach dem Reichssportfeld marschiert.
Jungen und Mädel, ausschließlich aus dem Gebiet Berlin der HI., fanden sich auf den, Rängen dieser einzigartigen Sportplätze zur größten Juaend- kundgebung der Welt zusammen. Block um Block füllte sich von der sechsten Morgenstunde ab, und als kurz vor Beginn der Kundgebung die Fahnen und Wimpel der Jugend in breiten Staffeln vom Maifeld aus auf den Stufen des Marathontores aufmarschierten, waren 150 000 Hitler-Jungen und Pimpfe, Mädel und Jungmädel des Gebietes und Obergaues Berlin versammelt, um am Morgen dieses herrlichen Feiertages als erste dem Führer Gruß und Gelöbnis zu entbieten. Heiter ihr Sinn, stolz ihr Blick, spürbar überschäumend ihre Festesfreude.
Ein frischer leichter Morgenwind strafst die Fahnen des Reiches und der Hitler-Jugend, die die Ränder des Riesenbaues hoch oben flatternd umgürten. Unten auf der Rasenfläche, inmitten des riesigen Ovals, haben Abordnungen der Soüder- formationen der HI. Aufstellung genommen: Von der einen Seite bis hinüber zur anderen stehen als geschlossener Mittelblock wohl an die tausend Jungen der Marine-HI. mit ihren leuchtend weißen Mützen. Ihnen zur Seite haben in symmetrischer Anordnung Jungen der Motor-HI. mit ihren Rädern Aufstellung genommen, und den Beschluß bilden nach den beiden Schmalseiten je neun Segelflugzeuge. Punkt 8.30 Uhr meldet Obergebietsführer A x m a n n dem Reichsjugendführer und dem Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels, denen die Jugend mit begeisterten Heil!"-Rufen ihren Gruß entboten hatte, die 150 000 Berliner Angehörigen der Jugend des Führers. Mit „Heil HI!" grüßt Schirach die Jungen und Mädels. „Heil!" dröhnt es als Antwort zurück.
Dann spricht Baldur von Schirach:
großen Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate glühend miterlebt und mitempfunden, die im Zeichen der Einigung des deutschen Volkes standen. Diese äußere Einigung aber, meine Jugend, ist nur das Ergebnis der im Inneren unseres Volkes vollzogenen Einigung. Und
Der Führer bei seiner Ansprache auf der Jugendkundgebung im Olympia-Stadion. (Scherl-Bilderdienst, Berlin.)
Oer feierliche Staatsakt im Lustgarten
Der Aufmarsch zum Staatsatt.
Die endlos langen Kolonnen werktätiger Männer und Frauen marschieren schon seit den frühen Morgenstunden hinter den Fahnen ihrer ^Betriebe durch die Stadt zu den zehn gewaltigen Aufmarschplätzen der Kreise. War Der Himmel am frühen Vormittag noch verhangen, so zerriß bald eine strahlende Frühlingssonne die Wolkendecke, und ein blauer Himmel spannte sich über die Hauptstadt des Reiches. Der breite Mittelraum der Kundgebungsstätte zwischen Schloß und Altem Museum ist schon um 10 Uhr bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Front des Schlosses ist festlich geschmückt. Golddurchwirkte Girlanden umspannen die Simse und bilden im Verein mit den sattroten Fensterteppichen einen stilvollen Schmuck. Vom Schlüterhof des Schlosses kommend, ziehen Standarten, Fahnen und Stander der Kampfformationen der Partei und der Deutschen Arbeitsfront, weit über 700 an der Zahl, am Maibaum vorbei zum Alten Museum. Zwischen den schlanken Säulen und auf der monumentalen Freitreppe vereinten sie sich beiderseits der Rednertribüne zu geschlossenen Blocks. Für sich allein stehend, umgeben die Standarten das hochragende Führer-Podium, vor dem das sturmerprobte Feldzeichen, das den Namen des Freiheitskämpfers Horst Wessel trägt, einen Ehrenplatz einnimmt.
Der Führer ist da!
Als die Glocken des Doms hie zwölfte Stunde schlagen, kündet der von den Linden herüberschallende Jubelsturm den Massen im Lustgarten das Eintreffen des Führers an, der zunächst die Front der zwischen Schloßbrücke und Schloßrampe aufmarschierten Ehrenkompanien der Luftwaffe und seiner Lkibstandarte abschreitet. Geleitet von seinen Mitarbeitern in Partei und Staat und von den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile begibt sich der Führer dann, umtost von dem Jubel der Schaffenden Berlins, zum Mittelportal des Alten Museums. Die Führerstandarte geht hoch: Der Staatsakt nimmt seinen Anfang.
Reichsminister Dr. Goebbels betritt die hohe Rednertribüne und nimmt, von den Massen begeistert begrüßt, dis Wort zu einer kurzen Eröffnungsansprache. „Heil, mein Führer!" so beginnt er. „Niemals hat dieses Volk seinen nationalen Feiertag so festlich begangen wie in diesem Jahre. Am 10. April erst hat Dieses Volk Ihnen, mein Führer, ein Vertrauensvotum ausgestellt, wie es unsere Geschichte bisher noch nicht kannte, und es ist bereit, Ihnen ein solches Votum, wann und wo ©ie es wollen, aufs neue auszustellen! Und noch mehr: Dieses Volk will Ihnen nicht nur Ja sagen, sondern es will Ihnen gehorchen! Dieses
den Jungen und Mädeln, die ihrer Begeisterung freien Lauf lassen, ein jubelndes Echo. Nach einer kurzen Ansprache von Reichsminister Dr. Goebbels erscheint unter einem wahren Orkan von Heil- Rufen der Wagen des Führers aus dem Tunnel unter dem Marathontor auf der rotbraunen Aschenbahn. Wohl fünf Minuten lang erfüllt ein einziges „Heil!" das Stadion, als der Führer, im Wagen stehend, langsam das Rund des Stadions umfährt. Unter dem immer noch nicht abebbenben Jubel geht'der Führer dann die Hauptttibüne hinauf, auf der inzwischen auch die goldbestickte Standarte seine Ankunft angezeigt hat. Baldur von Schirach erstattet dem Führer Meldung: „Mein Führer! Ich melde Ihnen hier und in allen Orten Deutschlands Ihre Jugend und die Jugend Großdeutschlands!" „Heil, meine Jugend!" ruft der Führer den Jungen und Mädeln zu. Die großdeutsche Hymne mit den Textworten Baldur von Schirachs erklingt: „Großdeutschland, früher so fern, nun strahlst du hell wie ein Stern; denn wir wurden Brüder in Glück und Leid, ein Volk in Einigkeit. Großdeutschland, früher so fern, nun strahlst du hell wie ein Stern, sei gegrüßt von Oesterreichs Alpen bis zum großen deutschen Meer!"
Als der Führer bann vor die Mikrophone tritt, scheint sich auf den gegenüberliegenden unteren Rängen ein Zauberspuk zu vollziehen. Wo eben noch ausschließlich das einheitliche Braun zu sehen war, ist mir einem Schlage Braun auf Weiß in riesengroßen Buchstaben zu lesen: Großdeutsch' land. Teile der BDM.-Mädchen haben nach wohl-
„Meine Kameraden und Kameradinnen, Jugend Adolf Hitlers", beginnt er, „zum sechsten Male veranstaltet die nationalsozialistische Regierung die Jugendkundgebung des 1. Mai und damit zum sechsten Mal die größte Jugendkundgebung der Welt. Eine Idee hat ihre Gestalt gesunden, ein Wille seine Form, und es ist das Schönste, meine Kameraden und Kameradinnen, daß diese Idee eure Idee ist und dieser Wille euer W i l l e. Ihr selbst habt euch diese Ordnung gegeben. Sie ist euch nicht durch Schulmeister anerzogen worden. Und diese Jugend, diese Gemeinschaft, diese Kameradschaft, sie ist euer persönliches Werk. Das müßt ihr während eures Lebens in dieser Gemeinschaft immer neu erkennen und befolgen: Ein Befehl ist nur soviel wert, als Menschen bereit sind, chn blind durchzuführen. Das Wesen unserer Gemeinschaft ist dieser blinde G e h o r s a m i Inneren unsc gegenüber dem Führer, dem wir dienen.I heute feiern


