Ausgabe 
2.4.1938
 
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Millionen NM. verzichten. Aus den Stoffabfällen und Lumpen, die insgesamt anfallen, lassen sich viermal mehr Textilfasern gewinnen, als aus un­serem Flachs- und Hanfanbau und dreimal soviel, als aus unserer Schafhaltung. Besonders groß sind die Summen, die alljährlich für Metalle, insbe­sondere für Eisen, ins Ausland gehen. Durch sorg- sältige Sammlung aller Metallabfälle können wir wenigstens einen Teil dieser Aufwendung ersparen. Wenn wir Erzeugnisse aus wertvollen Rohstoffen kaufen wollen, haben wir die Pflicht, so weit es in unserem Ermessen steht, an ihrer Beschaffung mit- zuhelfen, zumal damit keine großen Anforderungen an ufts gestellt werden.

BOM.- u. IM.-Untergau 116, (Sieben.

Belr.: Leistungsabzeichen.

Samstag, 2. April, machen wir die Prüfung in Zielwandern. Treffpunkt und Zeit: 15.30 Uhr am Ludwigsplatz.

Sonntag, 3. April, machen wir die Prüfung im 25-Kilometer-Wandern. Wir treffen uns um 8.30 Uhr am Ludwigsplatz.

Zu beiden Prüfungen find natürlich die Leistungs­bücher mltzuoringen. Wer noch keins hat, holt es sich für 0,75 RM. auf dem Untergau.

Die Untergausportwartin.

Oesterreicher!

Alle Oesterreicher tragen sich sofort in die § t i m mli ste n ein. die auf der Bür­germeisterei in Gießen (Bergstraße 20) noch bis zum 7. April einschließlich aufliegen, keiner versäume seine Pflicht! Oesterreicher stim­men mit grünen Stimmzetteln. Für den kreis Gießen wird ein gemeinsames Wahllokal in Gießen noch bekanntgegeben.

Befristete Dausperre zwischen Marburger Straße und WieseckerWeg.

Der Oberbürgermeister gibt heute die Anordnung einer befristeten Bausperre für das Gebiet zwischen der Marburger Straße und dem Wiesecker Weg be­kannt. Diese Bausperre tritt sofort in Kraft' und gilt für einen Zeitraum von zwei Jahren, lieber die weitreichenden Auswirkungen dieser Sperre ist Näheres aus der Bekanntmachung ersichtlich.

Wertvolle Bereicherung des Theaierfundus.

Der Oberbürgermeister hat in den letzten Tagen eine günstige Gelegenheit zur Bereicherung des Fundus unseres Stadttheaters nutzbar gemachteEr hat 1200 Kostüme der verschiedensten 'Art, Unifor­men, Rüstungen usw. angekauft und damit dem Theater die Möglichkeit verschafft, die Ausstattung der Aufführungen auf eine wesentlich breitere Ma­terialbasis stellen zu können. Ferner ist jetzt auch die Möglichkeit geboten, ohne Beeinträchtigung der Ausstattungsmöglichkeiten älteres Material dieser Art ausmerzen zu können.

Bauten im Klinikviertel.

Das Hessische Hochbauamt Gießen schreibt heute unter Vorbehalt der Genehmigung der Landes-

Ortskrankenkasse Gießen senkt die Beiträge.

a rtskrankenkasse für Stadt- und t r ?f r c * ? eßen kann heute mit einer er- siiit men Mitteilung an die Öffentlichkeit treten. Alis Grund der allgemeinen Gesundung der deut­schen Wirtschaft und auf Grund einer strafferen Organisation ihrer Verwaltung kann die Kasse von euier Beitragssenkung berichten, die mit Wirkung vom 1. April eintritt. Diese Maßnahme bat sich nicht zuletzt auch dadurch ermöglichen las­sen, daß sich durch die Verminderung der Arbeits­losigkeit eine Besserung der Moral der Versicherten bemerkbar machte, insofern, als eine rechtswidrige Ausnützung der Kasse immer weniger zutage tritt.

.Die Ortskrankenkasse des Stadt- und Landkreises Gießen erfaßt insgesamt 20 000 Versicherte, ver­zeichnet einen Jahresumsatz von 3 Millionen Mark und muß sich völlig selbst tragen. Das heißt also, daß alle zur gesundheitlichen Betreuung von 20 000 Volksgenossen aufzuwendenden Geldmittel erwirt­schaftet werden müssen und mit keinerlei Zuschüs­sen von irgendeiner staatlichen Seite gerechnet wer­den kann. Die Senkung der Beiträge geschieht da­bei keineswegs auf Grund irgendwie eingeschränkter Leistungen, auch nicht auf Grund irgendwelcher Ein­sparungen im Personalbestand der Verwaltung. Die Leistungen der Kasse bleiben also genau die gleichen, wie bisher.

Für den einzelnen Versicherten wird die Beitraas­senkung im Zeitraum einer Woche ober eines Mo­nats zwar nicht erheblich fühlbar sein, immerhin

bedeutet sie, auf das Jahr gesehen, einen durchaus spürbaren Betrag. Durch die Beitragsminderung verbleiben der Wirtschaft und der Kaufkraft der Versicherten jährlich 50 000 Mark, d. h. die Ortskrankenkasse muß mit 50 000 Mark weniger im Jahre rechnen und dabei doch ihre Verpflichtungen erfüllen. Die Kassenleitung ist bemüht, neben den wirtschaftlichen auch die ideellen Aufgaben in na­tionalsozialistischem Sinne zu erfüllen. Nicht nur der kranke Mensch wird betreut, sondern auch für vorbeugende Gesundheitsfürsorge, für Kuren, Er­holungen usw. wird gesorgt. In gleicher Linie liegt die Einführung einer Reihe von Mehrleistungen (Erhöhung des Zuschusses zu Krankenhauskosten für Familienangehörige, Erhöhung des Krankengeldes für Kinderreiche usw).

Die Leitung der Kasse liegt seit 1% Jahren in Händen des Kassenleiters, Verwaltungsdirektor Geiger, der auf eine langjährige praktische Ar­beit im Dienste der gesetzlichen Krankenoersiche­rungseinrichtungen zurückblicken kann. Er hat sich von Anfang an das Ziel gesteckt, die Versicherten durch eine Beitragssenkung nach Möglichkeit zu ent­lasten. Im amtlichen Prüfungsbericht für das Ge­schäftsjahr 1937 kommt klar zum Ausdruck, daß die Lage der Kasse durchaus zufriedenstellend ist und die Beitragssenkung ohne die Leistungskraft der Kasse zu beeinträchtigen gerechtfertigt und zu vertreten ist.

regierung bedeutsame Arbeiten für einen Er­weiterungsbau an der Medizinischen Klinik der Universität aus. Es ist projektiert, im Anschluß an den jetzigen Bau der Medizinischen Klinik als Er­weiterung einen großen Flügelbau entlang der Gaffkystraße zu errichten und dabei das Gebäude des früheren Medikomechanischen Instituts durch Abbruch zu beseitigen, um diesen Teil des Grund­stückes für den geplanten Anbau mit verfügbar zu machen. Wann mit der Durchführung des Projekts begonnen werden kann, steht heute noch nicht fest.

*

** Reichsbahnpersonalie. Der Leiter der Bahnhofskasse Gießen, Reichsbahninspektor Wissenbach, wurde am 1. April 1938 zum Reichsbahnoberinspektor ernannt.

** Di e n stj u b i l ä u m. Arn heutigen Tage be­geht der Kanzleiassistent Albert Zirbus sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Ludwigs-Uni­versität. Aus diesem Anlaß wurde von dem Rektor der Universität dem Jubilar für seine treuen Dienste und feine langjährige Mitarbeit der Dank der Uni­versität ausgesprochen; von seinen Mitarbeitern wurde der Jubilar durch eine Ehrung erfreut.

** A r b e i t s j u b i l a r e. In der letzten Woche konnten bei den Gailschen Tonwerken wieder drei Gefolgschaftsmitglieder die 25jährige Zugehörigkeit zu diesem Betrieb feiern. Es sind dies die Arbeits- kameraden: PH. Schmitt, Albach, Schamotte­müller, 27.3.38; Karl Brück el, Watzenborn- Steinberg, Tonhacker, 31.3.38; Ludwig Deines, Lindenstruth, Former, 2.4.38. Der Betriebsführer ehrte die Jubilare in einer Ansprache vor den ver­sammelten Arbeitskameraden, er überreichte ihnen

ein Diplom mit einem Geldgeschenk und sprach ihnen den Dank für die Treue zum Betrieb aus. Vom Betriebsobmann wurde jedem Jubilar ein Geschenk der Arbeitskameraden sowie eine Ehren­urkunde der Deutschen Arbeitsfront überreicht.

** Goldene Hochzeit. Die Eheleute Jakob Jacobi und Ehefrau Anna, geb. Deubel, Eder- straße 3, begehen am Montag, 4. April, das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubilare erfreuen sich noch guter Gesundheit.

** 60 Jahre alt. Am heutigen Samstag, 2. April, kann Frau Elisabeth Rau, geb. Spitz­leiter, (Bahnhofstr. 77), ihren 60. Geburtstag feiern.

(Siebener öoebenmarttpreiie.

* Gießen, 2. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12%, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, Enteneier 12, Gänseeier 30, Wirsing, % kg 15 bis 18, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 14 bis 15, gelbe Rüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Unterkohlrabi 8, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat, Vio 8 bis 10, Tomaten, % kg 40 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 35 bis 50, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 30 Pf., Hähne 1 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1,05 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 10 bis 28, Endivien 8 bis 12, Lauch 5 bis 12, Sellerie 10 bis 35, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 12 bis 1-5 Pf.

Kleine Strafkammer Gießen.

Dor der Kleinen Strafkammer hatte sich die Ehe­frau H. Z. aus Villingen wegen Übertretung der Gewerbeordnung Au verantworten. Die Angeklagte, eine frühere Friseuse, hatte verschiedentlich Ver­wandte und Bekannte frisiert. Eine Bezahlung hatte sie, da sie nicht im Besitze der Gewerbeerlaubnis ist, immer abgelehnt. Auch die kleinen Geldgeschenke der von ihr frisierten Frauen wies sie zurück. Einige Male hatten ihreKundinnen" ihr doch unbemerkt kleinere Beträge zugesteckt, die sie dann für sich behielt. Durch Strafbefehl war die H. Z. zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden. Gegen die­sen Strafbefehl legte sie Einspruch ein, und sie wurde von dem Einzelrichter freigesprochen. Gegen dieses Urteil legte der Amtsanwalt Berufung ein. Aber auch die Kleine Strafkammer stellte in Uebereinftimmung mit dem Vorderrichter fest, daß in dem gelegentlichen Frisieren der Angeklagten kein Gewerbebetrieb zu erblicken sei, und sie sprach deshalb die H. Z. frei.

Der H. A. aus Gießen war in einer benachbarten Stabt als Wächter des dortigen Autoparkplatzes an- gestellt. Als solcher hatte er die vereinnahmten Be­wachungsgebühren nicht ordnungsgemäß abgeführt. Durch das Amtsgericht Bad-Nauheim war er wegen Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden. In der gestrigen Be- rusungsverhandlung stellte sich heraus, daß die un-' terschlagenen Geldbeträge wesentlich geringer waren, als man in der ersten Instanz angenommen hatte. Die Strafe wurde deshalb auf eine Geldstrafe von 50 Mark herabgesetzt.

Amtsgericht Gießen.

Im Sommer vorigen Jahres fuhr der W. G. aus Hannover nach dem Schwarzwald. Durch zahlreiche Straßensperrungen verirrte er sich in Gießen. Er geriet mit seinem Fahrzeug in die Liebigstraße, die er für die Straße nach Frankfurt hielt. An der be­rüchtigten Ecke Liebigstraße-Ludwigstraße hatte der Angeklagte einen heftigen Zusammenstoß mit einem Gießener Lastwagen. Die Frau des Angeklagten mußte mit schweren Schädelverletzungen in die Chirurgische Klinik verbracht werden. Der Wagen des G. wurde stark beschädigt. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung hatte der Ange­klagte einen Strafbefehl in Hohe' von 25 Mark er­halten, gegen den er Einspruch einlegte. In der Hauptverhandlung wurde erwiesen, daß der Ange­klagte nicht das Vorfahrtsrecht beachtet hatte, son­dern mit einer erheblichen Geschwindigkeit in die Straßenkreuzung eingesahren war. Es blieb deshalb bei der Strafe von 25 Mark. Nur der Umstand, daß G. sich verfahren hatte, als Ortsunkundiger die Gefährlichkeit der Straßenkreuzung nicht kannte und weiterhin durch die schweren Verletzungen sei­ner Frau bereits genug gestraft ist, verhinderte eine höhere Strafe.

Briefkasten der Redaktion.

(Nechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

k. V. in G. Ein Anfechtungsgrund steht Ihnen nicht zu, da die mündlichen Vereinbarungen durch die von Ihnen unter die Bedingungen geleistete I Unterschrift gegenstandslos geworden sind.

Frau Christine Kehler, geb. Kehler

sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.

Grohen-Linden, den 2. April 1938.

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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, der Kranken­schwester für die liebevolle Pflege, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die vielen Kranzspenden bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Kehler II.

Am Montag, dem 4. April 1938 wird die Knelnpliail-Ableilune des Sl. losephs-Kranhenliaiises

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Die Leitung.

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