Einwohnerschaft richtete der Redner die Bitte, mich im kommenden Jahr alles zu tun, um aus Lich eine Stätte der Erholung zu machen. Den Ausführungen von Bürgermeifter Gail war zu entnehm men, daß auch die Stadtverwaltung für das kommende Jahr einige größere Projekte vorgesehen hat. So soll der sogenannte „Hopfengarten" eine gärtnerische Ausgestaltung erfahren, die Ringstraße von der Bahnhofstraße brs zur Brücke wird gepflastert und mit Bürgersteigen versehen, weiter wird I die Butzbacher Straße eine neun Meter breite Fahr- bahn sowie Bürgersteige erhalten, ^ür den Postbrunnen, der leider aus verkehrstechnischen Gründen verschwinden muß ist ein Nischenbrunnen in der Gartenmauer des Krankenhauses vorgesehen. Das Waldschwimmbad wird eine Wasserrutschbahn erhalten. Die Amtsgerichtsstraße, in der sich seit einigen Jahren die Bürgermeisterei befindet, wird voraussichtlich eine Ausbesserung erfahren. Anschließend führte Lehrer S ch n i e r l e einen Farbführer vor. der den vielfarbigen Schmuck der Häuser von Lich vergegenwärtigte. Bei der Preisverteilung konnten 48 Hausbesitzer mit Preisen bedacht werden, die zum größten Teil aus Photoaust nahmen des jeweils eigenen Blumenschmuckes bestanden.
Tagung des Äerlehrsvereins (Grimberg
+ Grünberg, 1. Dez. In der Wirtschaft von Friedrich Repp Wwe. fand eine außerordentliche Hauptversammlung des Verkehrsvereins statt. Der Vorsitzende, Bürgermeister K r a e m e r , würdigte die Verdienste des verstorbenen Ehrenvorsitzenden Christoph Schweißguth, der über ein Jahrzehnt segensreiche Arbeit für den Verein geleistet hat. Er bat dann, das Amt eines Vorsitzenden, das er mit Beginn seiner hiesigen Amtstätigkeit übernommen hatte, einem eingesessenen Grünberger, der mit den Verhältnissen besser vertraut sei, zu übertragen. Ortsgruppenleiter Schütz schlug hierzu Wagnermeister Ludwig Z i n ß e r vor, der durch seine rege Mitarbeit als Ausschußmitglied sein Interesse für den Verein bekundet habe. Dieser er- klärte sich hierzu bereit und bestimmte Buchdruckerei- besitzer Robert als Schriftführer, sowie den seitherigen Rechner, Oberpostschaffner Jakob Hofmann, auch weiterhin für dieses Amt. Bürgermeister K r a e m e r sagte noch eine Erhöhung des stÄtischen Zuschusses von 100 auf 300 Mark zu. damit der Verein seine gemeinnützigen Aufgaben leichter durchführen kann. Besonders wurde noch über die Reinhaltung der öffentlichen Plätze gesprochen und hier scharfe Durchführung gefordert. Dabei wurde darauf hingewiesen, daß die Bürgermeisterei, der zwar jetzt kein Polizeidiener zur Seite liehe, jederzeit die hiesige Polizeistation zur Verfügung habe.
7IGLB., Bezirk Gießen-Land.
Nach längerer Pause fand gestern int „Burghof" in Gießen wieder eine Versammlung des NSDLB., Bez. Gießen-Land statt. Rektor Siegfried tGroßen-Linden) als Vorsitzender begrüßte die Versammelten. Nach zahlreichen geschäftlichen Mitteilungen, die von Lehrer Stumpf (Garbenteick) ^urd) Erläuterungen über die Ahnenaufstel- l u n g der Mitglieder ergänzt wurden, gab der Vorsitzende Rektor Siegfried in großen Umrissen ein Bild des Einmarsches unserer Truppen ins Sudetenland. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer wurde die Versammlung geschlossen.
Auiounfall bei Grimberg.
Grünberg, 30.Nov. Am Dienstag ereig- icte sich aus der Straße Mücke—Grünberg, am Eingang zum Kammerwald, ein A u t o u n f a l l. Der Zenker des Wagens, der sich nach hinten umdrehte, cheint hierbei unachtsamerweise das Steuerrad gedreht zu haben, denn das Auto rannte gegen ?inen Baum. Dabei erlitten sowohl der Fahrer, »ls auch ein weiterer Insasse schwere Schnittwunden Jirtb Prellungen. Ihre Ueberführung in die Klinik iad) Gießen erwies sich als notwendig, da der eine »owußtlos war. Das Auto, das sehr stark beschädigt wurde, stammte aus Fulda.
Er kaufte die Butter
von dem »Großen Unbekannten^.
Lpd. Bad Homburg, 30. Nov. Die Polizei n Bad Homburg nahm einen aus einem Nachbarort stammenden Burschen fest, der in Neu-Isenburg 120 Pfund Butter schwarz verkauft Hatte. Der Festgenommene gab an. daß er die But- i<r in Bad Homburg auf der Luisenstraße von dem .Großen Unbekannten" erstanden habe. Leider hatte ober die Polizei gleichzeitig einen von mehreren Polizeibehörden wegen Einbruchsdieb st ahl gesuchten Burschen aufgegriffen, der sich seit 1. August bereits unangemeldet in Homburg aufhielt. Dian legte ihm bei seinen Einbrüchen Gelddiebstahl end die Entwendung von acht Zentner 8 u tt er zur Last, die bei einem Einbruch in die Dlolterei in Ulfa bei Schotten erbeutet wurden. Ausgerechnet diese beiden Burschen waren in lauernder Verbindung miteinander, und sie waren ifters auch zusammen ,auf Fahrt" gegangen, so c^uch in jener Nacht, da in Ulfa bei Schotten der Einbruch in die Molkerei durchgeführt wurde. Es vird also nicht schwer sein, den allzu bekannten 1 Großen Unbekannten" zu finden. Das Amtsgericht, !em die Burschen zugeführt wurden, erließ Haft- iefchl. '
Geflügel- und Kaninchenschau in Butzbach.
B u tz b a ch , 29. Nov. In der hiesigen Festhalle i wurde eine Kreisfachgruppenschau der Kleintierzucht abgehalten. Fast 400 Tiere lonnfen gezeigt werden, obgleich rund 20 Gernein- kn wegen der Maul- und Klauenseuche nicht verbeten sein durften. Die Abteilung I brachte zunächst (®nen interessanten Lehrschauwettbewerb von ein- !>chen, aber praktischen Geräten für die Kleintier- faltung, die alle einen Kreisfachschaftszusatzpreis er- ftelten. Ebenso anregend für die Besucher war die Aelzschau. Aus der Abteilung Geflügel seien die ersten Preisträger angeführt: Preise der Landes- bauernschaft: Ernst Bender, Griedel, für Zucht- flamm Wyandotten weiß: Wilhelm E st e r, Butzbach, ’ fir rebhuhnfarbige Italiener. Reichsfachschafts- Vhrenpreise: Ester / Butzbach, für rebhuhnfarbige Italiener; Maul, Beienheim: Tauben, Hessische ' »Töpfer; Landesfachgruppen • Ehrenpreise: Gutmann, Vilbel, für Wyandotte, schwarz, und L-chutt, Dorheim, in Tauben, Hessische Kröpfer, veiß. Ehrenpreise erhielten: Günther, Bad- Nauheim, in Plymouth-Rocks, gestreift; Pier. Beckesheim, Wyandotten, schwarz; Kempf, Beien- h?im, Reichshühner, schwarz-weiß; Bender, Grie- dbl, gelbe Italiener; Spohr, Bad - Nauheim, «mgshan, weiß; Broder, Gambach, Federfüßige rwergkämxfer.
Oie Jagd im Dezember.
Der letzte Monat des Iagdjahres, in dem der Abschuß von Nutzwild noch eine wesentliche Rolle spielt, hat begonnen. Stand der November vor allem im Zeichen der Waldjagd, so kennzeichnen den Dezember unter unseren heimischen Verhältnissen die Feldjagden auf den Hasen. Sie drücken unserem Monat seinen besonderen Stempel auf. Die Hoffnungen der Jägerschaft auf ein gutes Hasenjahr mären recht hoch geschraubt und sind bis jetzt schmählich enttäuscht worden, ohne daß man in der Lage wäre, eine Ursache dafür klar zu erkennen. In manchen Revieren wurde ein Tiefstand der Strecken erreicht, wie er nach anderen Jahren kaum vorstellbar erschien. Dabei kann noch nicht einmal behauptet werden, daß etwa Krankheiten eine besondere Nolle spielten. Im Gegenteil werden sehr wenige eingegangene Hasen gesunden, weniger als in anderen Jahren, und auch die Untersuchungsinstitute haben nur geringe Zugänge an Material. Ein abschließendes Bild wird erst zu bekommen fein, wenn aud) die Feldtreiben vorüber sind. Denn für Wald- jagden auf Hasen war der November witterungs- mäßig so schlecht wie denkbar. Vorherrschend war weiches, warmes Wetter, bei dem Mümmelmann sich drückt und überlaufen läßt oder auch hochgemacht sehr rasch wieder Deckung sucht, also ganz anders, als wenn gefrorenes Laub unter den Sohlen der Treiber kracht. Ebensowenig ist wochenlanger Regen für solche Jagden geeignet, zumal wenn damit verbundener Laubfall den Hasen nod) aus dem Walde hinausgrault. Eine Frage, die sich nicht kurzerhand beantworten läßt, aber in der Praxis eine gewisse Stütze erfährt, ist die, ob der vermehrte Zwischenfruchtbau sich nicht ungünstig auf Wald- jagdstrecken auswirkt. Es war jedenfalls früher doch fo, daß bann, wenn draußen die Rüben als letzte Aecker mit Deckung geerntet wurden und überall gepflügt, gesät, geeggt wurde, kurz das Feld voller Unruhe steckte, der Hase zu Holz rückte. Waren Feld und Wald in verschiedener Hand, so konnte bann der Waldpächter, wenn er den Zeitpunkt richtig abpaßte, seinen Feldnachbar außerordentlich schädigen, wenn er dann trieb. Diese Zusammenhänge sind erfahrenen Jägern ja wohlbekannt. Nun scheinen die vielen gedeckten Aecker mit irgendwelcher Zwischenfrucht dem Hasen sehr zu gefallen. Denn sie bieten ihm die Deckung, die er früher vermißte, und scheinen dazu beizutragen, daß auch in der unruhigen Zeit mehr Hasen im Felde bleiben. Es ist jedenfalls ganz erstaunlich, wieoiele Hasen man an trifft, wenn man solche Aecker mit dem Hunde absucht. Auch das Verhalten eines anderen Wildes bestätigt die Berechtigung, die angedeutete Möalichkeit einmal zu beobachten, nämlich des Rebhuhnes. Es war tatsächlich möglich, wenn der Abschuß noch nicht durchgeführt war, bas Feldhuhn bis zum letzten Tage planmäßig zu besagen. Früher lagen bie Hühner ab Mitte Oktober auf dem blanken Felde und hielten nicht, heute lagen sie mit Vorliebe in Erbsen, Stoppelrüben, Ackersens usw. und „hielten wie die Klötze". Ein Fall, in dem ein Bauer beim (Erbfenmäben mitten in eine Kette mit der Sense hineinmähte und ein Huhn vermäbte, und zwar im November, ist dafür typisch. Es kann also sein, daß sich da gewisse Aenderungen anbahnen. Soweit natürlich der Hase zu Holz rückte, kehrt er erfahrungsgemäß in der Mehrzahl im Dezember in bie Feldmark zurück, wo die Sturzäcker ihm bann Ruhe sichern. Damit ist ber Zeitpunkt für Felbtreiden da. bie ja vielleicht noch manches besser erscheinen lassen als bie nicht aanz erfreulichen Waldiagden
Wie sehr äußere Dinge auf bas Wilb unb über es aus den Iaaderfolg einwirken können, zeigt am besten die diesjährige Herbstsaab auf Rehwild. Das aanze Leben in unteren Laubwaldungen siebt im Zeichen der Bucheckern, z. T. auch der Eicheln. Haarwild und Federwild lassen sich in gleicker Weise den überaus reich gedeckten Tisch gefallen. Wo Mast fehlt, sucht das^Rebwild seine Aefnnq fast ausschließlich im Walde. Wer nach sonstiger Gewohnheit feinen Abschuß am Felde erfüllen will, wurde meist
schwer enttäuscht. Nur Ansitz und Pirsch im hohen Holz, schwieriger als der Ansitz am Felde, verspre- chen Erfolg. Wer sich darauf nicht umzustellen vermochte, erlebte große Enttäuschungen, und ist mit seinem Abschluß noch weit im Rückstand. Wer einmal den Weidsack eines Rehes daraufhin untersucht, findet kaum ein grünes Blatt darin, aber alles ist gefüllt mit Eckern und Eicheln. Die Kröpfe von Fasanen, Ringeltauben unb Hähern weisen basfelbe Bild auf.
Der Jäger freut sich dessen, denn gesund und fräf- tig mit einem gewissen Feistvorrat geht sein Wild in den Winter, ber unter Umftänben Mangel bringen kann. Zu hoffen steht ja, baß auch bann noch bas Wilb so viel unter Schnee unb im Laub finbet, baß es nicht Not zu leiben braucht. Wenn bas aber fehlen sollte, dann heißt es für den Jäger seinem Wilde helfen. Auch bann ist bie natürliche Nahrung, bie es brausten findet, immer bie beste, gesündeste unb billigste.
Wo Heidekraut wächst und freigelegt werden kann und wo Weichholz gefällt werden darf, bas ja vielfach doch als „forstliches Unkraut" zu anderer Zeit geschlagen würde, ist dem Wild schon viel geholfen. Die Knospen des in der Holzhauerei anfallenden Astholzes sind genau so willkommen. Holz aus unseren Obstbäumen ist für den Hasen ein Leckerbissen, den er auch ohne Not vollkommen schält. Wer Eicheln ober Kastanien schütten kann, hat wertvolle Futtermittel zur Hand. Pferdemöhren werben von allem Wild gern genommen und haben der Dickwurzel gegenüber den Vorteil geringerer Frostempfindlichkeit. Topinamburknollen verdienen die gleiche Beachtung. Alles Wild verlangt neben ber Trockenäsung auch Grünäsung, wie z. B. Saat ober Raps sie zu geben vermögen. Hier sind z. B. Kuhkohl, Markstammkohl, auch Rosenkohl, ausgezeichnet unb werden vom Haar- wie vom Federwild gern genommen. Alle Gemüseabfälle, selbst Kartoffelschalen, können im Winter verfüttert werden. Dazu bietet man dem Federwild Körnerfutter in Form von Hinterkorn oder Heublumen. Alles dies muß so geboten werden, daß bie Fütterung sich wenig von ber gewohnten Umgebung abhebt unb vom Wild ohne Scheu genommen wirb, wobei gleichzeitig einer Vergeudung burch Verderb (Naßwerden, Fäulnis usw.) vorzubeugen ist.
Im Hochwilbrevier hoben Rot- und Damwild in beiden Geschlechtern noch Schußzeit. Sauen rauschen. Sollten Schneefälle eintreten, bann ist ihre Jagd mit Nachdruck aufzunehmen.
Der Rebbock hat Schonzeit, bafür steht der Jäger vor ber Ausgabe, seinen Abschuß an weiblichem Rehwild zu erfüllen.
Die Jagd auf bas Rebhuhn ging zu Ende. Erhaltung ber Restketten durch den Winter hindurch muß Hegersorge fein. Der Fasan dagegen kann weiterhin besagt werden. Große Flüge Ringeltauben hat bie Buchenmast zurückgehalten. Waldschnepfen sind noch auf dem Durchzug. Ihre kleinen Verwandten, bie Su mpfs chn e pfen, liegen in nassen Wiesen, in Sumpf unb Moor. Mit einsetzender Kälte wird sich der Zuzug nordischer (Enten, ber an sich schon eingesetzt unb manchen fremden Gast auf unsere Gewässer gebracht hat, noch verstärken. Gänse pflegen um diese Zeit auch auf Saaten, in Gemüsefeldern ober auf Wiesen einzufallen.
Vor allem aber tritt jetzt bas Raubwild verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses. Denn nun ist ber Balg gut, unb Reineke macht dem Weidmann besondere Freude. Dazu kommt Schmalzmann, ber Dachs, der gegraben werden kann. Ebenso lohnt ber Iltis den'Fang. Vor allem aber haben unsere beiden Ebelpelzträger, Baum- und Steinmarder, nun Schußzeit. Wer eine Neue auszunutzen versteht, wer die Hasenguäke ober bas Mäusepfeifchen handhaben kann, wer seines Wildes Pässe und Wechsel kennt, ber darf auch im Dezember auf Weidmannsheil hoffen. Hubertus.
Landkreis Gießen
A Heuchelheim, 29. November. Die N S G. „Kraft durch Freude" gab gestern abend mit ihrem Gau-Variete in ber Turnhalle ein Gastspiel. Die Veranstaltung war gut besucht. Der Abend brachte eine Fülle bester großstädtischer Dariete- Kunst. Die Künstler ernteten für ihre ausgezeichneten Leistungen auf dem Gebiete des Tanzes, ber Iongleurkunft, der Motorradakrobatik und des Humors lebhaften Beifall.
# Mainzlar, 30. Nov. Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltete am Dienstag im Saale von Müller Theaterdarbietungen. Die Darmstädter Volkstheateraruppe gab zwei Vor- tellungen, unb zwar am Nachmittag eine für bie Kinder, die zweite am Abend. Beide Veranstaltungen waren gut besucht.
H Alt en-Buseck, 28. Nov. Die Winterarbeit ber NS. -Frauenschaft beaann vor einiaen Wochen mit einem Kursus des Reichsmütterdienstes durch Schwester Dorothea Reuter. Die Abschluß- eier für diesen Kursus fand am Samstagabend im festlich geschmückten Rabenauschen Saale statt, wozu sich bie Frauen ber NS. -Frauenschaft und des Frauenwerks mit ihren Anaehöriaen in großer Zahl eingefunben hatten. Die stellv. Orts- frauenschaftsleiterin Frau Kahl begrüßte die Erschienenen unb dankte Schwester Dorothea für ihre mühevolle Arbeit. Trotz ber kurzen Ausbildungszeit hatte es Schwester Dorothea verstand-n, neben den theoretischen Belehrungen und vrakttschen Uebunaen auf allen Gebieten ber Gesundbeits- und Kranken- vsteae, die Teilnehmerinnen auch in Nation alle zia- listilches Gedankenaut eimufübren Als äußeres Zeichen des Dankes wurde der Schwester ein kleines Geschenk überreicht. Alsdann kennzeichnete Ortsgruppenfeiter Kahl die Stellung ber Frau und Mutter im Dritten Reich Hierbei hob er be- sonbers hervor, baß aerobe die Mutter als Erzieherin den größten Einfluß auf die Kinder ausübt. Nachdem bann bie Schwester nod) einmal einaehenb über bie Aufgaben unb Ziele bes Reichsmütterdienstes gesprochen hatte, dankte Ortsgruppenleiter Kahl allen Mitwirkenden unb schloß bie schlichte Feier mit bem (Bebenfen an ben Führer. Gedicht- tmrträge ber Schulkinder, Lieder der Frauenschaft und gemeinsam gesungene Volkslieder verschonten die Feier Bei Kaffee unb Kuchen unb froher Unterhaltung verlebte man bann noch einige schöne Stunden in echter Volksgemeinschaft.
# Allendorf (Lahn), 29. Nov. Reichsbahn- Rangiermeister Karl H o ß b a ch und Frau Luise, geb Volk, können heute das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Unseren Glückwunsch — Am Donnerstag, 1. Dezember kann unter Mitbürger Ludwig Euler I., Unteraaffe, in geistiger und körperlicher Frische feinen 7 5 Geburtstag begehen. Er stand lange Jahre im Dienste ber Reichs
bahn. Seine Gattin ist vor einigen Jahren gestorben Aus seiner Ehe gingen vier Söhne unb drei Töchter hervor. Ein Sohn fiel auf bem Felde der Ehre. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. — In einem Teil unseres Ortes fand eine ßuft- schutzübung statt, bie burch die Ortsgruvve des RLB. überwacht wurde. Die Leitung der Uebung lag in Händen von Lehrer Kümmel. Die Bevölkerung traf mit großer Sorgfalt die notwendigen Vorbereitungen. Die Uebung nahm einen befriedigenden Verlauf. — Bei der hier veranstalteten Treibjagd wurden 22 Hafen unb 2 Füchse erlegt.
V Watzenborn-Steinberg, 29. Nov. Am Sonntagabend fand in ber Volkshalle ein Werbeabend für den VdA. statt. Rektor Bender sprach einleitend über Ziele unb Aufgaben des VdA. Anschließend gab Studienrat S e i- bold (G'eßen) ein anschauliches Bild vom Su- betenbeutfd)tum. An Hand von Lichtbildern zeigte er bie Verhältnisse im Sudetenland und schilderte außerdem den Einzug der deutschen Truppen. Die hiesige Oberklasse verschönte den Abend mit Lied- unb Gedichtvorträgen
<£ Holzheim, 30. Nov. Nachdem die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Ab- fatzgenofsenfchaft vor einigen Jahren bereits eine Kartoffelbärnpfanlage beschafft hatte, hat sie sich nun entschlossen, diese Anlage zu einem Dämvfzug umbauen zu lallen, fo daß sie durch die Montage auf einem Wagen beweglicher geworden ist. Seit etwa einem Monat ist der Dämpfma an der Arbeit. Es wurden in der kurzen Zeit bei 39 Landwirten insgesamt 2400 Zentner Kartoffeln aedämvft. Noch zahlreiche Landwirte wollen bie Dämpfanlage in Anspruch nehmen Anschließend soll der Dämvfzug im Nachbarort Gröningen eingesetzt werden. — Im hiesigen Gemeinde- und im Markwald wurde mit den Holzhauerarbeiten begonnen. Nur 8 Holzhauer stehen zur Verfügung. Da etwa 1200 Festmeter Holz geschlagnen werden sollen ist mit einer Arbeitsdauer von 3 Monaten zu rechnen.
4- Grünberg, 1 Dez. Am heutigen Tage vollendet der hiesige Bäckermeister Heinrich Meyer IV sein 80. Lebensjahr. Er gehört seit über 60 Jahren ber Freiwilligen Feuerwehr an unb besitzt mehrere Auszeichnungen Vor fünf Jahren konnte er das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubilar unteren herzlichen Glückwunsch.
Kreis Wehlar.
I Wißmar, 30. Nov. Wegen zahlreicher Scharlach - und Diphtherieerkrankun- g en wurden die Schulen unseres Ortes bis auf weiteres geschloffen. — In diesem Jahre wurden auch in unserer Gemeinde viele neue Kar- toffelfilos gebaut. Der Dreschmafchinenbesitzer Karl Winter hat eine neue Kartoffeldämpfanlage
Hans Joachim Mischke (Königsberg), ber Sieger im Reichswettbewerb für Saalflugmobelle mit feinem Ehrenpreis. — (Scherl-Bilde rbienst-M.)
angefchafst, die bereits lebhaft eingesetzt wurde. — Dieser Tage gastierte in unserem Orte, veranlaßt durch bie NSG. „Kraft durch Freude", ein M a - rionetten-Theater. Die Veranstaltung war aut besucht. — Die Gemeinde hat für die Holz » fällungsarbeiten in diesem Winter eine Motorsäge angeschafft.
Wirtschaft.
Fwd. W e i z e nm e h l mit Maisbackmehl- Beimischung. Nach einer Anordnung der HV. der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft vom 16. 9 1938 bett. Beimischung zum Weizen- unb Roggenmehl darf Weizenmehl mit Maisback- mehlbeimlschung nach bem 1. 12. 1938 nur noch mit ausbrücklicher Erlaubnis des zuständigen Getteide-
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:n oelgehält
wirtfchaftsverbandes in den Verkehr gebracht werden. Danach ist es notwendig, daß alle' Mühlen und Verteiler von Mahlerzeugnisfen ihre am 30. 11. 1938, 24 Uhr, in ihrem Besitz befindlichen Bestände von Weizenmehl mit Maisbackmehl-Bei- mischung bem zustänbiaen Getreidewirtschafthver- banb melden unb ben Antrag stellen, die Restmengen noch nach dem 1. 12. 1938 in den Verkehr bringen zu dürfen.
Mein-Mainische Börse.
Millagsbörse kleinstes Geschäft.
Frankfurt a. M., 30. Nov. Bei wieder nur kleinsten Umsätzen war die Kursentwicklung am Aktienmarkt zum Börfenbeginn uneinheitlich, während im Verlaufe infolge ber starken Geschäftsunlust eher Abbröckelungen überwogen. Im allgemeinen handelte es sich meist um rein zufällige Veränderungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. Die Festsetzung der ersten Kurse vollzog sich wiederum sehr schwierig, und der größte Teil der variabel gehandelten Papiere kam vorläufig nicht zur Nottz. Am Montanmarkt eröffneten Verein. Stahl 0,50 v. H. höher mit 105,25, Rheinstahl gewannen ebenfalls 0,50 v. H. auf 131, während Hoesch 0,25 v. H. nachgaben auf 115,25 und Mannesmann mit 106,25 (106,13) voll behauptet lagen. IG. Farben waren mit 146,13 (146,25) fast unverändert, Scheideanstalt jedoch 2 v. H. schwächer mit 196. Am Elektromarkt ermäßigten sich AEG. um 1 v. H. auf 114,25, Ges- fürel auf 128 (128,50), Schuckert unverändert 175. lieber ben Durchschnitt ermäßigt waren Aschaffenburger Zellstoff mit 111 (112,75) Sonst kamen noch Reichsbank mit 191 (191.50), Westdeutsche Kaufhof mit 102,50 (102) und VDM. mit 172,50 (172) zur Notiz.
Dr R e n t e n m a r f t lag bei meist gehaltenen Kursen weiterhin äußerst ruhig. Im Freiverkehr blieben Kommunal-Umschuldung gehalten mit 92.25, hingegen 4 v. H. Rentenbank-Ablösung 89,50 (89,65). Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse behauptet, nur fiiguibaHonspfanbbricfe ber Gemeinschafts, gruppe bröckelten 0,13 v. H. ab auf 100,50. Anber- seits Hess. Landesbank Liguib. 101 (100,50). In Stadtanleihen hielt bas Angebot an, so baß die Kurse zumeist 0,25 v. H. nachgaben, 4,50 Darmstadt von 26 nach Pause 1 v. H. schwächer mit 96. Von Altbesitzanleihen Mannheimer nach Pause 134.50 (135), Dekosama I 134,65 (134,90). Industrie-Anleihen lagen meist behauptet, matt aber 6 v. H. IG. Farben mit 117.75 (118,75). Rsichsbank-DA. bröckelten nach 124,40 auf 124,13 (124,13) ab, ebenso Reichsaltbesitz auf 129,90 (130).
Auch im weiteren Verlaufe blieb bas Geschäft äußerst klein, unb bie Kursenttvicklung ging meist leiclst nach unten. In einzelnen führenden Werten bestand auf der ermäßigten Basis leichte Kauf- neigung. Geffürel waren angeboten mit 126,50 nach 128. Sonst ermäßigten sich Verein. Stahl auf 104.50 bis 105, nach 105,25, Hoesch auf 114.50 nach 115,25, Rheinstahl auf 130 nach 131, AEG. auf >114 nach 114,25, Mannesmann auf 106 nach 106,25 unb Westdeutsche Kaufhof auf 102,25 nach 102,50. IG. Farben befestigten sich auf 146,75 nach 146,13. Von später notierten Papieren lagen Adlerwerke Kleyer schwack) mit 102,50 (105).
Der Freiverkehr lag ruhig. Verein. Fränk. Schuh 0,50 v. H. höher mit 84,50 bis 86.50, Ufa weiter nach gebend auf 82,50 (82,90). Tagesgelb war auf Ultimobedarf gefragt und höher mit 2,75 (2,25) v. H.
Abendbörse still.
An ber Abendbörse kam es nur in ganz wenigen Werten zu kleinen Umsätzen, im übrigen erfolgte die Feststellung der Kurse mangels Beteiligung der Kundschaft meist nominell. Selbst in den Standard- papieren IG. Farben unb Verein. Stahl fand kein Geschäft statt, die Kurse bröckelten um je 0,25 v. H. ab auf 146,50 bzw. 104,75. Sonst lagen bie Kurse überwiegenb auf bem Mittagsschlußstand behauptet. Etwas höher gefragt wurden Geffürel mit 127 (126,50) und Westdeutsche Kaufhof mit 102,75 (102,25), anderseits gingen 2ldlerwerke weiter etwas zurück auf 102 (102,50), ferner nach Pause Demag auf 145 (145,50). Sonst wurden it. a uimrränberr notiert: Buderus 107,2a n l 51 Mannes
mann 106, Rheinstahl 150,25, '.Lemberg 133, Deutsche Erdöl 122, Scheideanstalt 196, Iunghans 98,50,


