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r u f u n g der 2llpenkruppen zur Verstär­kung der Divisionen von Luneo, Turin und Triente: Truppen einberufen, und die Armee­korps von Turin und Alessandria zu verstärken und um die Po-Armee auf drei VichHel der Kriegsstärke zu bringen; die Besatzungen der Insel pantelleria. der Inseln im Aegäischen Meer und der Insel Elba verstärkt; Reserven nach Libyen entsandt, um das dort stehende 20. und das 21. Armeekorps auf Kriegsstärke zu bringen, und schliehlich die Armeekorps von Sizilien und Sardinien verstärkt.Durch diese Maßnahme sei der Bestand des Heeres in wenigen Stunden von 250 000 a u f 5 5 0 0 0 0 Mann gebracht worden. Denn die Entwicklung der Ereignisse es notwendig gemacht hätte, wäre der Apparat der General­mobilmachung mit derselben Ruhe und Sicher­heit in Kraft getreten.

Nach vorher bereits festgelegten Plänen sei die Luftwaffe in vier Luftcadres mit entsprechenden Befehlshabern und Aufgabengebieten eingeteilt wor­den. Außerdem habe man für die Vorbereitung und Vervollständigung der Flugplätze gesorgt. Die Marine habe begonnen gehabt, die Mannschaften der Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboote auf- zufüllen. Außerdem habe sie Vorkehrungen für die Versorgung ferngelegener Flotten- st ü tz p u n k t e und der etwaigen Operationszonen getroffen gehabt. Gleichzeitig habe sie ihren kompli­zierten Veobachtungs- und Wachdien st ausgenommen. Bei Tagesanbruch des 28. September seien 22 Linienschiffe und Kreuzer, 114 Torpedo­boote, 91 Unterseeboote, 337 Minenleger und kleinere Einheiten mit insgesamt 5123 Offizieren und 84 731 Unteroffizieren und Matrosen bereit gewesen in Aktion zu treten. Die Mobilmachung habe sich in so vollkommener Ordnung und Ruhe voll­zogen, daß ihr wirklicher Umfang selbst den aufmerk­samsten Beobachtern entgangen sei. Der militärische Apparat Italiens, den der Duce in allen Einzelheiten in löjähriger unermüdlicher Arbeit geschaffen habe, habe in der Stunde der Gefahr einen nicht zu über­bietenden Grad von Wirksamkeit gezeigt. Das ganze italienische Volk bis zum letzten Mann ohne jeden Unterschied und ohne jede Schwan­kung habe im September d. I. b e r e i t g e st a n - den, dem Befehl des Duce zu folgen. Das werde auch in Zukunft immer so sein.

Nach der Durchführung obiger Mobilmachungs­maßnahmen habe der Duce es für notwendig ge­halten, die Grundlagen b e j politischen Verständigung mit Berlin mit der größ­ten Genauigkeit festzusetzen und die militäri­schen Verbindungsorgane zu schaffen. Die großen Demokratien des Westens hätten ähnliches bereits getan gehabt oder im Begriff gestanden, es zu tun. Deshalb sei für den Mittag des 29. Septem­ber eine Zusammenkunft in München vereinbart worden, an "welcher der Reichsaußen- minister v. Ribbentrop, er, Graf Eiano, selbst und General Keitel sowie die italienischen Generale Pariani und Valltz teilnehmen soll­ten. Diese Maßnahmen seien charakteristisch für den 27. September gewesen, der in erster Linie der militärischen Vorbereitung in iedem Lande gewid­met gewesen sei. Die divlomatische Arbeit sei . un­terbrochen worden, da jeder weitere Versuch nutzlos erschienen habe.

Am 28. Sevkember habe sich der e n g - NscheVolschafler in Rom an den Duce Kewandk, damit er beim Führer eine noch­malige Erörteruna des Problems er­wirke. Der Duce habe sich unv"rzualich und persönlich ipf dem italienischen Vollcharter in Berlin. Attolico, verbinden lallen und ihm fol­genden Auftrag gegeben: ..Ven-ben Sie sich sofort mm Führer und erklären Sie unter Vor­ausschickung, daß ich in federn Fall mit ihm sein werde, daß ich ihm vorschlage, den Beginn der Overationen um vi 4 r- undzwanzig Stunden zu verschie­ben. In der Zwischenzeit werde ich nach Mit­teln und Degen für eine Lösung despro- blems suchen und sie in Vorschlag bringen." Der italienische Botschafter habe sofort den Führer ausgesucht, der aerade eine Unterredung mit dem französischen Botschafter gehabt habe, und habe von ihm die Zustimmung zum Vorschlag des Duce erhalten. Es sei kein Zweifel, daß ein ähnlicher DprWag von irgendeiner anderen Seite beim Führer auf schroff st e Ablehnung gestoßen m^re.

Der Duce schickte eine zweite persönliche Botschaft an den Führer, die folgenden Inhalt hat: Danken Sie dem Führer, meine Ein­ladung angenommen zu haben, die Mobilmachung um 24 Stünden zu verschieben. Durch eine mir von Chamberlain gesandte Bersonaldevesche, womit er mir den Schritt bei Eitler vorschlug, ist mir der Text des Briefes bekannt, den Chamberlain heute, den 28., an Hitler gerichtet hat. Dieser Brief, der vielleicht veröffentlicht wird, und wovon ich Ihnen jedenfalls den Text gebe, enthält Vorschläge, die ich für annehmbar halte, und zwar Rückkehr Chamberlains nach Berlin, um dos Problem in nicht mehr als sieben Tagen in Gegenwart der Tschechen und. wenn Hitler es wünscht, auch der Franzosen und Italiener zu lösen. Italien ist natürlich bereit, teilzunehmen. Mn überzeugt, daß Hitler dies­mal ein"n Erfolg erreichen werde, den ich vom kon­kreten Standnunkt wie vom Standpunkt des Pre­stiges in der Welt grandios zu nennen nicht zögere.

Um 15 Uhr televhoniert Botschafter Attolico, daß der Führer den Vorschlag annimmt, jedoch unter der grundsätzlichen Bedingung der Gegenwart des Duce als einziger Gewähr des G"linqens. Er überlasse dem Duce die Wahl, ob die Konferenz in München oder in Frankfurt a. M. stattfinden solle. Der Duce nimmt an und wählt München. Die Kon- ferenz wird für 11 Uhr vormittags des folgenden Tages festgesetzt. Um 18 Uhr fährt der Duce fort. Nie wurde eine Reise von der Welt mit ängst­licherer Sorge und mit einstimmigeren Wünschen verfolgt wie diese, obwohl schon die Teilnahme des Duce jedem die größte Sicherheit des Erfolges ge­geben hätte. In Kufstein erfolgte die Begeg- 'nung mit dem Führer. Während einer lan­gen Unterredung politisch-militärischen Charakters im Kanzlerzug wird ein Punkt festgelegt, und zwar die Notwendigkeit, u einem unmittelbaren Abschluß zu kommen und nicht zuzulassen, daß sich die Konferenz in den unsicheren Windungen der Dialektik und der Prozedur oerirrt In München sind schon die Herren Chamberlain und Daladier eingetroffen. Die Konferenz beginnt. Das übrige ist bekannt.

Es lohnt sich aber, noch einmal daran zu er­innern, daß es bcr Duce war, der den Mei­

nungsaustausch auf d en praktischen Boden führte, indem er einen Vorschlag brachte, den die deutsche Regierung schon prinzipiell angenommen hatte, und der, unter unvermeidlichen Aenderungen der Form, als endgültige Lösung angenommen wurde. Es ist ebenfalls der Duce gewesen, der die Diskussion der polnischen und unga­rischen Minderheiten auf den Plan brachte und die sofortige Bildung der exekutiven Kom­mission vorschlug, die sich nachträglich bei der Inkraftsetzung der ÜeberelnEommen als höchst nütz­lich erwies.

Genau ein Jahr vorher sagte der Duce aus dem Berliner INaifeld:Der Faschismus hat seine Ethik, der er treu zu bleiben gedenkt und die auch meine persönliche Moral ist, und zwar offen und klar sprechen, und wenn man Freund ist. bis zum Lude zusammenmar- schieren." Dieses Prinzip der faschistischen Ethik ist es gewesen, das aus der Achse ein sicheres und mächtiges Instrument gemacht hat, das sein Gewicht in entscheidender Weise in der Entwicklung der Geschichte geltend macht. München bedeutet nicht nur die Lösung einer vorübergehenden Krise, sondern hat einen viel weiteren politischen Wert, den zu ermessen heute vielleicht noch zu früh ist. In München sind nicht nur Deutschlands nationale Rechte gegenüber den sudetendeut­schen Provinzen wiederhergestellt worden, in Mün­chen ist nicht nur das italienische Prestige

E. P. Paris, 1. Dezember.

Am Mittwochmittag konnte der Generalstreik in Paris wie im ganzen Lande als gescheitert betrachtet werden. Durch die von der Regierung rechtzeitig durchgeführten polizeilichen und militä­rischen Sicherheitsmaßnahmen sind größere Zwi­schenfälle vermieden worden. Dazu kam noch, daß das Wetter kalt und regnerisch war; es lockte nicht auf die Straße. Als Ministerpräsident Daladier am Mittwochmittag das Kriegsministerium verließ, erklärte er:Die Sage i st normal, ich bin zufrieden. Das Land hat meinen Appell ge­hört." Besondere Genugtuung herrscht in Regie- rungskreisen darüber, daß die Beamten ihre Pflicht getan und der Generalstreikparole keine Folge geleistet haben. Innenminister S ar- rau t, der die Nacht zum Mittwoch im Innen­ministerium verbracht hatte, um persönlich die Maß­nahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ord­nung zu leiten, erklärte der Presse:Alles geht so gut wie irgend möglich! Von keiner Seite ist uns ein Zwischenfall bekannt geworden, alle öffent­lichen Dien st e funktionieren. In der Metallindustrie, in der zahlreiche Arbeitsnieder, legungen erwartet wurden, haben nur 25 v. H. der Arbeiterschaft gestreikt. Nur in der Schuh­industrie von Limoges war die Beteiligung der Streikenden etwas höher. Indessen ist auch hier kein Zwischenfall bekannt geworden."

In den Pariser Werken der Metall- industrie sind am Mittwoch 70 bis 80 v. H. der Arbeiterschaft zur Arbeit, erschienen. Von den Taxi-Chauffeuren, die am Morgen nur zu etwa der Hälfte ausgefahren waren, nahmen im Laufe des Toges immer mehr Chauffeure die Ar­beit wieder auf. Die Gewerkschaft der P o st be­amt e n forderte am Mittwoch selbst zur Wieder­aufnahme der Arbeit auf, aber ohnehin war nur ein kleiner Teil der Postbeamten nicht zum Dienst erschienen. In einer Reihe von Pariser Betrieben, u. a. in der Druckerei desPetit Journal", des Blattes von Ober ft de la Rocque, ließ man am Mittwoch durch Gerichtsvollzieher feftfteHen, wer nicht zur Arbeit erschienen war. Das läßt darauf schließen, daß die Arbeitgeber den Kontraktbruch zu ahnden entschlossen sind. Das S t r a ß e n b i l d der Pariser Innenstadt war normal. Die An­wesenheit des Militärs bemerkte man nur an wich­tigen Verkehrsknotenpunkten, wo die Schnell-Last­wagen der Militärverwaltung parkten. Dopvel- posten der Mobilgarde in Stahlhelm und mit Ge­wehr waren an den wichtigsten Straßenkreuzungen ausgestellt. Die Zahl der Verhaftungen in Paris hielt sich in mäßigen Grenzen. Es wurden unge­fähr 500 Personen festgenommen, davon 80, weil sie Arbeitswillige an der Aufnahme der Arbeit zu hindern versucht hatten.

3n der Provinz.

Bolschewistischer Putschversuch in Clermont-Ferrand.

Die aus der Provinz eingetroffenen Meldun­gen besagen, daß es dort ebenso wie in der Haupt­stadt nicht zu irgendwelchen ernsthaften Zusammen­stößen gekommen ist. Einer der bemerkenswertesten Vorfälle ereignete sich in der südfranzösischen Stadt Toulouse, wo Streikposten die Schließung eines großen Warenhauses erzwangen. Eine etwa zwei­tausend Köpfe zählende Menschenmenge, die sich in der Hauptsache aus Arbeitern der verstaatlichten Devoitine-Fluazeuawerke zusammensetzte, sammelte sich vor dem Gebäude und fang die Internationale und die Marseillaise. Die Mobilgarde konnte sich erst nach Herbeiholung beträchtlicher Verstärkungen durchsetzen.

In Clermont-Ferrand erwies sich der Ordnungsdienst als vollkommen ungenügend, der Beschluß der Leitung der großen Gummireifen­fabrik Michelin, die Werkstätten zu schließen und damit Tausenden von Arbeitern die Möalichkeit zu Demonstrationen zu geben, war ein schwerer Fehler. Die Arbeiter, unter denen sich zahl­reiche stadtfremde Elemente befanden, sollen die Absicht gehabt haben, sich der wichtigsten Gebäude der Stadt zu bemächtigen, um ein bol­schewistisches Regime zu errichten. In den Nachmittagsstunden erfolgte der Sturm aus bas Postgebäude. Der Sicherheitsdienst wurde über­rannt und das Postgebäude von den Beamten und Angestellten geräumt. Zahlreiche Ruhestörer drangen auch in hie Kaufläden ein und zwan­gen die Besitzer, die Geschäfte zu schließen. Infolge des ungenügenden Ordnungsdienstes schien es. als ob Clermont-Ferrand Räuberbanden ausgeliefert sei. In den Abendstunden wurde das Devot der Ueberlandautobufse gestürmt. Unter den landfremden Elementen befanden sich zahlreiche, die nur auf die Gelegenheit zum Plündern warteten. In den Nachtstunden trat wieder Ruhe ein.

parlamentarMRückwirkunaen.

In den Wandelgängen der Kammer hat der völlige i Zusammenbruch des Generalstreiks einen tiefen »Eindruck hinterlassen. In den Erörterungen kam

durch das Werk des Duce und durch die Haltung des Volkes riesenhaft vergrößert worden, sondern unter dem Gesichtspunkt von München müssen auch die nachfolgenden Ereignisse in Europa betrachtet werden. Nach der direkten Regelung der tschecho­slowakisch-polnischen Streitfrage blieb noch die zwi­schen der Tschecho-Slowakei und Ungarn offen. Nur Italien und Deutschland konnten wegen des Prestiges, das sie in Osteuropa genießen, wegen der großen Zahl der Interessen, die beide in jenen Län­dern haben und wegen des identischen Willens, dort einen gerechten Frieden zu sichern, die schwere Auf­gabe übernehmen, einen Schiedsspruch zu fällen, der diese Streifrage beendete. In Wien ist das von bei­den Ländern der Achse im Geist voller Solidarität und voller Verständnis getan worden.

Auch bei den darauf folgenden Ereignissen i n der karpalho-llkraine bestand eine absolute Identität der Gesichtspunkte, was auch immer die Presse Gegenteiliges gesagt haben mag. Italien und Deutschland sind unter Zustimmung der Interessierten der Welnung gewesen, daß eine Grenze, bi e vor 20 Tagen f e ff gelegt und feierlich angenom­men wurde, nicht wieder zur Diskus­sion g e st e t t t werden könne.

Die Entwicklung der europäischen Lage nach München und Wien erlaubte die Feststellung einer Aufhellung am politischen Horizont. Wir erinnern in erster Linie an das eben erfolgte Inkrafttreten des Oft er patte 5, der die

die Meinung zum Ausdruck, daß der Mittwoch einen der größten Erfolge .darstelle, die Daladier bisher errungen habe. Zahlreiche Abgeordnete haben in der Nacht zum Donnerstag den Wunsch geäußert, daß Daladier nun möglichst rasch das Parlament e i n b e r u f e n solle, da er absolut sicher sein könne, nach dem Erfolg gegenüber der Straße nun auch einen parlamentarischen Erfolg zu er­ringen. Erneut ging deshalb das Gerücht um, Daladier könnte sich die zweijährige Ver­längerung der Legislatur-Periode sowie eine Wahlreform vom Parlament geneh­migen lassen, damit der Dreijahresplan seines Fi­nanzministers in Ruhe durchgeführt werden könne. In der Umgebung des Ministerpräsidenten zeigt man sich demgegenüber ziemlich zurückhaltend.

Von der Wirtschaft wird der Zusammenbruch des Generalstreiks sehr günstig aufgenommen. Der

(Fortsetzung von der 1. Seite.) australische Außenminister Hughes nach dem Man­datsgebiet entsandt, um die Lage zu prüfen. Seine Wahl fiel schließlich auf Salamaua.

Wie Finschhafen und Madang liegt Salamaua an einer der hundert Buchten des Kaiser-Wilhelm- Landes. Die Bucht wird gebildet durch eine andert­halb Kilometer lange und etwa dreihundert Meter breite Landzunge, die in eine hügelige Spitze aus­läuft. Zu dieser Landzunge kam lange vor dem Kriege ein Deutscher, der sich auf der hügeligen Spitze ein Haus baute, auf der flachen Landzunge seine Kokospalmen pflanzte und seine Pflanzung Salamaua. nannte. Einige Hundert dieser Kokos­palmen stehen heute noch. Sie umsäumen Sala- mauas einzige Straße und stehen in den Gärten der weißen Villen, die an beiden Seiten der Straßen entstanden sind, denn aus der einstigen Pflanzung ist eine australische Villenkolonie ge­worden. Die Australier sind sehr stolz auf diese Schöpfung, denn bis auf die Palmen und das als Residenz des Distriktsoffiziers dienende alte Pflan­zerhaus ist alles ihr Werk. Es besteht aus ein paar Dutzend weißer Villen mit grünen und roten Wellblechdächern, umringt von flammenden Hybis- kusftauden und anderen "tropischen Blüten, hie aber in keiner Weise eine spezifisch australische Leistung darstellen. Außerdem gibt es ein Hotel, Zweigstellen einiger australischer Banken, eine Funkstation und ein Krankenhaus. Handel und Industrie sind ver­treten durch eine Brauerei, ein Kühlhaus und meh­rere Kaufhäuser en miniature, die sich vor allem durch überhöhte Preise auszeichnen. 2Iufrrbem gibt es in Salamaua eine Leuchtbake, die insofern eine historische Bedeutung hat, als sie das einzige See­zeichen ist, das die Mandatsbehörden während ihrer nahezu 25jährigen Tätigkeit in Neuguinea aufge- ftellt haben.

Aber hiermit sind die Sehenswürdigkeiten noch nicht ganz erschöpft. Auf der anderen Seite der Bucht steht eine Ansammlung von Hütten, in denen eine handvoll chinesischer Kleinhändler wohnt. Auch em Eingeborenendorf gibt es, und schließlich noch einen Flugplatz, der gegenüber der Land' Zunge auf dem Festland liegt. Dieser Flugplatz ist nicht das, was man sich in Europa unter diesem Namen vorstellt, sondern einfach eine große Wiese, auf der sich nach jedem Regenfall breite Tümpel ansammeln. Ihre Zweckbestimmung ergibt sich aus ein paar Windwimpeln und einigen Wellblechschup- ven. Der Flugplatz ist Ausgangspunkt der nach Wau führenden Luftlinie, und Wau wieder ist der Mittelunkt der G o l d i n d u st r i e in den Ber­gen oberhalb Snlamauas. Die in den weißen Vil- len unter den Kokospalmen des vertriebenen deut­schen Mlanzers wohnenden Australier leben nur von dem Gold, das aus den Höhen hinunterkommt, und non den Maschinen, Lebensmitteln und anderen Notwendiakeiten, die nach Wau gehen. Von Sala­maua nach Wau führt keine Straße, und alle Ge- aenftänbe des täalichen Lebens, wie Nähnadeln, Geschirr, Autos, Maschinen müssen durch Flugzeuge nach Wau geschafft werden. Auf diesem Weg be­trägt die Entfernung zwischen Salamaua und Mau knapp hundert Kilometer. Auf dem Landwege be­trägt sie das Drei- ober Vierfache, denn hier liegt ein Höhenzug hinter dem anderen, und wer auf den alten Buschvfaden über Berg und Tal den Ur­wald zwischen Salamaua und Wau durchqueren will, braucht zwei bis drei Wochen.

Daß in dem Kies alter und neuer Flußbette auf dem Hochland um Wau Schwemmaold zu finden war, wußte auch schon öte deutsche Kolo- n'ialoerroaltung, die von mehreren Expedittonen er­folgreiche Gewinnungsversuche durchführen ließ. Aber einmal waren die technischen Möglichkeiten für die planmäßige Ausbeutung dieser Goldvor­kommen in jenen Tagen noch nicht vorhanden, und zum anderen ging die deutsche Verwaltung von der Voraussetzung aus, daß zuerst einmal die Stämme in dieser Gegend befriedet werden müß­ten und überall Ruhe und Ordnung einziehen lallte, ehe man planmößia an hie Gold­gewinnung heranging. Den Australiern war die

polittschen Beziehungen Italiens und Großbritan- niens auf einen Boden fester und freundschaftlicher Zusammenarbeit bringt. Die Vereinbarungen [tei­len keineswegs nur eine Rückkehr zur traditionellen Freundschaft dar, sie sind vielmehr eine Gesamtheit von Vereinbarungen un­ter Berücksichtigung der neuen Tatsachen in Europa, im Mittelmeer und in Afrika auf der Basis der absolut moralischen, politischen und militärischen Parität die die Beziehungen zwischen den beiden Imperien regelt. Das Inkrafttreten des Osterpaktes hat einen tatsächlichen und konkreten Beitrag zur Festigung des Friedens gebildet. Diese Festigung ist und wird das hohe Ziel unserer Politik sein, und wir werden es mit jener Hartnäckigkeit und jenem Realismus und mit jener Umsicht verfolgen, die unerläßlich ist, wenn man d i e Interessen und die natürlichen Ansprüche des italienischen Volkes mit unbeugsamer Fe­stigkeit gewährleisten will. Das Ideal eines ge­einten, gerüsteten, kriegerischen Ita­liens, das sein Imperium erobert, das den Völ­kern die gerechten Grenzen zieht, das von Rom aus den Weg des Wiederaufbaues weist, hot das Leben unserer großen Männer und das Sterben unserer Helden verklärt. Dieses Ideal ist von uns übernommen und unter dem Duce zu einer unge­heuren Realität an Macht und Gerechtigkeit ge­worden.

Nach Schluß der Sitzung marschierten die Abge­ordneten zur Piazza Venezia, um dem Duce eine Huldigung zu bereiten. Mussolini dankte durch .wiederholtes Erscheinen auf dem Balkon.

Franken befestigte sich durch den starken Rückstrom von Fluchtkapital weiter. Der Rundfunk verbreitete eine Nachricht, wonach der Rückstrom an Gold am Mittwoch in der Sekunde teilweise zwei Millionen Franken betragen habe (rund 130 000 Mark). Die Gelbbedürfnisse des Schatzamtes konnten mühelos befriedigt werden.

DerJour" betont, in 24 Stunden habe der CGT.-Verband aste moralischen und materiellen Vorteile verloren, die er während 30 Monaten Volksfrontbewegung ansammeln konnte. Daladier habe den zweiten Sieg der gigantischen Partie ge­wonnen, die er gegen den Marxismus begonnen habe. Der erste Sieg fei die Räumung der bestreik­ten Fabriken gewesen. Hiermit sei die Stellung der Regierung beträchtlich gefestigt und ihr sei eine Mehrheit in der Kammer als Ersatz für die frühere Volksfrontmehrheit sicher.

Befriedung der Stämme nebensächlich. Sie wollten nicht das Land entwickeln, sondern wollten nur Gold graben. Aber auch sie hätten trotz aller Rücksichtslosigkeit gegenüber den Eingeborenen nie das geschafft, was sie tatsächlich geschafft haben, wenn ihnen nicht die Entwicklung der Luft­fahrt zu Hilfe gekommen wäre. Erst mit der Erschließung durch das Flugzeug und der damit be­dingten regelmäßigen Transportmöglichkeit im In­nern des Landes wurde die Ausbeutung der Gold- fetber in großem Maßstab vorbereitet. Kapital brauchte man dazu kaum, denn nichts bringt so schnell Gewinn, wie die Goldgräberei. Wenn die Australier heute davon reden, daß sie die Gold- Industrie entwickelt hätten, so darf man ihnen sagen, daß dazu feine besonderen Talente gehören. Das Gold von Wau und das Gold anderer, noch unentdeckter Felder ist denn auch das, was den Australiern dieses ihr Mandatsgebiet allein wertvoll macht. Unbesiedelte Räume und tropische Wälder haben sie noch zu Hause genug.

Es ist jedoch vom Standpunkt der Australier aus verständlich, daß sie, durch die Natur aus Rabaul vertrieben, nunmehr die Hauptstadt ihres Mandatsgebietes dahin verlegen wollen, wo sie selbst etwas geleistet haben. Wenn einmal die Heer­straße von der Küste nach Wau, für deren Dau 150 000 Pfund ausgeworfen worden sind, fertig gestellt ist, wird man vielleicht nach Wau über­siedeln. Angesichts feiner Höhenlage hat Wau sehr viel bessere klimatische Bedingungen, als das heiße und feuchte Salamaua, und wäre auch aus strate­gischen Gesichtspunkten heraus eine sehr viel bessere Hauptstadt als Salamaua. Die neue Straße von Salamaua nach Wau soll, was bei ihrer Linien­führung ohne weiteres möglich ist, jederzeit gesperrt werden können, und wenn auch Wau selbst immer für Flugzeuae zugänglich bleibt, so kann es auch auf diesem Weae immer nur durch eine bestimmte Lücke in den Gebirgszügen erreicht werden, und diese Lücke, die zudem häufig durch Hähennebel gesperrt wird, wäre verhältnismäßig leicht durch Flakbatterien zu schützen. Sehr wahrscheinlich wer­den also kaum viele Jahre vergehen, ehe die Man­datsbehörden wieder einmal eine Aenderung in der Liste der Hauptstädte vornehmen. Aber vorläufig bleibt es bei Salamaua. für dessen Ausbau zu einem Regierungssitz 350000 Pfund bewilligt wor­den sind, wobei man auch einige milttärlfche Anlagen einkalkuliert haben dürfte. Zwar ist die Befestigung Neuguineas durch die Mandats- beftimmungen verboten, aber die Australier haben von jeher diesen Bestimmungen keine Be­achtung geschenkt und betrachten Neuguinea heute mehr denn je als ihr unveräußerliches (Eigentum.

Wo'allerdings die neue Hauptstadt in Salamaua entstehen soll, bleibt noch ein Rätsel. Auf der Land­zunge ist kaum Matz dafür. Zudem ist diese Land­zunge, an deren beiden Setten unablässig das M^er n^gt, einem dauernden Verfallsprozeß ausgesetzt. Dazu kommt die Kümmerlichkeit der Wasserver- foroung. denn die Landzunge liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und das Brunnen­wasser ist untrinkbar. so daß die Villenkolonisten einzig und all-in auf Regenwasser angewiesen sind. Augenscheinlich denkt man daran, die Regierungs- qebäube in der Nähe des Flugplatzes und des dahinter liegenden Flusses zu errichten. Dieser Fluß heißt noch heute aus der deutschen Zeit der Bayernfluß.

Eine »Ungarische Raffenschuh-Partei* gegründet.

Budapest, 1. Dez. (Europapreß.) Der rechts- nationale Flügel der aus der ^Regierungs» Partei ausgetretenen Gruppe hat sich unter Führung der beiden früheren Minister M i - k e c z und B o r n e m i s z a in eine eigene Par­tei unter dem NamenUngarische Rassenschutz. Partei" umgestaltet. Die neue Partei billigt bas pc-n dem Ministervräsidmten Imrsdy verkündete nationale und soziale Erneuerungsprogramm und

DerZusannnenbruch des Generalstreiks in Frankreich

AustralischerAuschlag auf Kaiser-MAlm-Land?