forderliche vorherige einheitliche Vorsatz nicht
Aus -er engeren Heimat
Unfälle auf dem Lande.
Der
75 Jahre Gesangverein Liederkranz Leihgestern
Schwimmbad Klein-Linden vor der Vollendung
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Zum schaftsräume. werden an der Südseite erbaut, tote t er- sollen aus Holzfachwerk mit Bretterverkleidung auf-
[, Dr. Eichacker.
Copyright by Prometheus-Derlaa.
München-Gröbenzell.
(Nachdruck verboten!)
16. Fortsetzung.
platz wird mit dazu beitragen, daß es narneittlich von Seiten der sporttreibenden Jugend besoirders ausgesucht wird. Die Becken werden mit dem Was. ser der Wasserleitung gespeist. Der Plan der ganzen Anlage stammt von dem Architekten Wilhelm § : n k von hier. ' ,
Man rechnet damit, daß das Bad tn wenigen Wochen zur Benutzung freigegeben werden und somit in diesem Sommer noch benutzt werden kann. Unsere badefrohe Jugend und auch viele erwachsene Freunde des Schwimmsportes können den Tag der Eröffnung kaum erwarten. Ein Tag für die Einweihung wurde noch nicht festgelegt.
Leihgestern, 1. Juli. Nachdem vor zwei Jahren der hiesige Gesangverein Eintracht sein 75jähriges Bestehen festlich begehen konnte, wird nun demnächst der Gesangverein „Liederkranz fern 7 5. S t i f t u n g s f e st im Rahmen eines größeren Sängerfestes begehen. Am 14. Juli 1863 gearünbet zählte der Verein in kurzer Zeit die stattliche Zahl von 36' Sängern. Erster Dirigent war der hiesige Lehrer Wesp, der ein eifriger Förderer des Ver- eins war und durch Stiftung eines seidenen Fah- nentuches es ermöglichte, daß der Verein schon im Jahre 1865 eine Fahne beschaffen konnte. Nach dem Weggang des Lehrers Wefp im Jahre 1883 übernahm der im hiesigen Schuldienst stehende Lehrer Koch den Verein. Als auch dieser infolge Versetzung den Dirigentenstab niederlegen mußte, fehlte es vorerst an einem geeigneten musikalischen Leiter bis im Jahre 1889 Herr König aus Gießen den Verein übernahm. Im Jahre 1890 wurde eine neue Fahne beschafft, die im Rahmen eines größeren Sängerfestes ihre Weihe erhielt. In den nächsten Jahren hatte der Verein verschiedene Dirigenten, bis 1899 Musiklehrer Bernhard (Gießen) Die Dirigentenstelle übernahm. Unter seiner zielbewußten Leitung konnte der Verein zum erstenmal tm Jahre 1906 einen Gesangswettstreit in Lollar besuchen. Desgleichen wurden in den folgenden Iah- den Gesangswettstreite in Marburg 1907 Steinberg und Walldorf 1908 besucht, von denen der Verein preisgekrönt heimkehren konnte. Sein 46. Stiftungsfest im Jahre 1909 verband der Verein mit einem Gesangswettstreit, an dem 12 Vereine teilnahmen. Die Leitung als Dirigent hatte inzwischen der Mu-
Renata war nicht allein gereist. Ottenrieth hatte sie begleitet.
Ganz rasch hatte er sich dazu entschlossen, von einer plötzlichen Sehnsucht nach dem schönen See warm überrieselt, an dessen Ufer seine Seele seit so langem heimisch war. Er hatte den Stapel von Notenblättern, sorgfältig verschnürt, in den Koffer getan und war mit Renata gefahren. Doch in Verona hatte er sich von ihr getrennt, hatte ein Auto gemietet und sich über Garda nach Sant Ambrogio führen lassen.
ihrer ganzen Innenseite versehen.
Inmitten grüner Wiesenanlagen wurde links vom Haupteingang ein rundes Planschbecken für Kinder erbaut. Es kann von allen Seiten erreicht werden und hat einen Durchmesser von 7,50 Meter. Zur Freude unserer Jugend war es vor- übergehend schon einmal gefüllt und wurde auch eifrig ausgesucht.
Die Becken wurden aus Stampfbeton hergestellt und erhielten einen Feinstrich von Zement. Jetzt sind die Becken inwendig noch mit einer meergrünen Farbe zu streichen, das wird in den nächsten Tagen geschehen. An die Kopfseiten des N'.cht- schwisnmerbeckens werden noch Fußwaschrinnen und Brausestellen eingebaut. Für Sonnenbäder bietet die noch anzulegende Liegewiese Gelegenheit.
Aus- und Ankleideräume, Einzel- und Gemein-
Samslag, 2. Zull.
5 Uhr: Frühmusik. 5.45: Rus ins Land. 6: Gym- nästik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Gaunachrichten. 9.40: Deutschland — Kinderland. 10: Schulfunk: Donauland — deutsches Schicksalsland. 11.45: Volk und Wirtschaft: Geheimnisse des Goldes — Geheimnisse der Währung. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nur das Lachen nicht verlernen! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Der grüne Punkt. 15.30: Ich,fahre mit der Poft. Allerlei von Fahrzeugen aus alter und neuer Zeit. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag des Reichssenders Köln in Verbindung mit der NS.-Ge- meinschaft Kraft durch Freude". 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 18.50: Sportschau des Tages und für den Sonntag. 19Nachrichten. 19.10: Nationalhymnen europäischer Völker. Verbindender Text von August Verleger. 20: Bunter Abend. Schlager, die man einst gesungen. 22: Nachrichten. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 3: Nachtmusik.
fiter August Bauer übernommen. Auch dieser verstand es durch seine ausgezeichneten musikalischen Fähigkeiten, den Verein nicht nur auf seiner gesanglichen Höhe zu erhalten, sondern in noch weiterem Maße zu fördern. Don den Gesangswettstreiten in Großen-Linden 1910, Lang-Göns 1911, Wetzlar-Niedergirmes 1912 und Großen-Buseck 1913 kehrte der Verein mit ehrenvollen Preisen heim.
Der Weltkrieg brachte auch im Dereinsleben einen Stillstand, 12 Sänger fielen auf dem Felde der Ehre. Als nach dem Kriege der Gesang wieder ausgenommen werden sollte, mußte der Verein sich wieder nach einem geeigneten Dirigenten umsehen. Er hatte das Glükk, den Musiklehrer Blaß zum gesanglichen Leiter zu gewinnen. Seinem musikalischen Können und unermüdlicher Ausdauer ist es zu ver- danken, daß in kurzer Zeit die Sänger wieder aus die alte gesangliche Höhe tarnen. Es konnten die Gesangswettstreite in Großen-Linden 1925 und Kirch- Göns 1927 besucht werden, wo neben ersten, dem Verein die Hauptehrenpreise zufielen. Bei einer ver- anftalteten Sängerfahrt an den Rhein gab der Der- ein in Jugenheim (Rheinhessen) ein Konzert. Das 65jährige Bestehen im Jahre 1928 wurde nut einem Gesangswettstreit verbunden.
Eine dieser Tage einberufene Hauptversammlunk legte nach einer vorausgegangenen Besprechung mi den Ortsvereinen das Programm für den Verlau des Festes statt. Die Jubelfeier des Vereins hat weit über die Ortsgrenzen hinaus Anklang gefun» den. Mehr als 20 Vereine haben ihr Erscheinen zu- gesagt. __________
Landwirt Wilhelm Greb aus Brauer- schwend (Kreis Alsfeld) stürzte vom Heuwagen ab und erlitt einen Halswirbelbruch. — Dem 22jäh- rigen Bergmann Hermann Weiß aus Lützellinden stürzte bei seiner Arbeit im Bergwerk eine Last Erzgestein auf den Kopf, so daß er eine erhebliche Kopfverletzung erlitt. Beide DerunMckte mußten zur Behandlung in die Chirurgische Klmik nach Gießen gebracht werden.
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Romern von Hans von Hülsen.
Klein-Linden, 30. Juni. Das im Marz dieses Jahres auf der Pfingstweide begonnene Schwimmbad unserer Gemeinde geht feiner -Vollendung entgegen. Infolge des günstigen Wetters gingen die Arbeiten rasch vonstcttten. Die gesamte Anlage beansprucht eine Fläche von über zwei Morgen. Es waren mehr als 1500 Kubikmeter Erde auszuheben und fortzubewegen.
Einen großen Teil der ganzen Anlage nimmt das große Schwimmbecken in Anspruch. Cs mißt 12:25 Meter und hat eine Tiefe von 1,80 bis 3 75 Meter Es ist wie die andern Becken rund mit Platten belegt und kann durch fünf Steigleitern erreicht werden. Vier Startblöcke am unteren Ende ermöglichen Absprünge für Schwimmer.
Das kleinere Nichtschwimmerbecken mißt 12:15 Meter und hat eine Tiefe von 0.80 dis 1,20 Meter. Eine vier Meter breite (Steintreppe führt von der Kopfseite her in dieses Becken. Ferner kann es noch von beiden Seiten her durch je eine Steigleiter betreten werden.
Für das Turmspringen wurde ein besonderes, aber mit dem Schwimmerbecken verbundenes Sprungbecken von 6 Meter Breite und 9 Meter Länge geschaffen. Es stellt also eine beachtliche Vergrößerung des Schwimmerbeckens dar. x ”*** Sprungturm, der ein Drei-Meter-Sprungbrett
Schadenfeuer in Beuern.
Beuern, 1. Juli. Heute morgen wurde unser Dorf durch Feueralarm in Unruhe versetzt. Im Anwesen des Landwirts Heinrich Klos war in der Scheuer Feuer ausgebrochen, das rasch um sich griff. Durch das Eingreifen einiger beherzter Nachbarn gelang es, das Vieh zu retten. Bei dem Bemühen um die Erhaltung seines Eigentums kam dabei der Besitzer dem Feuer zu nahe und zog sich einige Brandwunden zu. Die sofort alarmierte Feuerwehr griff den Brand energisch an, konnte die Scheune aber nicht retten. Glücklicherweise gelang es, das angrenzende Wohnhaus vor den Flammen zu bewahren.
Durch einen unglücklichen Zufall, durch eine^ Störung in der Fernsprechleitung, war es nicht möglich, die Kreismotorspritze yerbeizurufen. So wurde denn sofort versucht, die Verbindung mit Großen-Buseck aufzunehmen, und die dortige Motorspritze herbeizurufen. Die Großen-Busecker erschienen denn auch mit Dorspannwagen und Motorspritze und halfen tatkräftig mit, das Feuer zu bekämpfen. An der Brandstelle fanden sich sofort nach Bekanntwerden des Brandes Regierungsrat Dr. Fuhr vom Kreisamt in Begleitung von Kreisfeuerwehrführer Bouffier und Gendarmerie-Oberwachtmeister Schuhmacher ein. Es konnte festgestellt werden, daß das Feuer mit größter Wahrscheinlichkeit durch Selbstentzündung des Heues entstanden ist.
Ein tödlicher Bienenstich.
LPD. Rockenberg, 30. Juni. Die 50jährige Frau Eva Bodenröder von hier wurde bei der Behandlung der Bienen von einer Biene in eine Fingerspitze gestochen. Kurze Zeit später starb die Frau an einer schweren Blutvergiftung.
Gitte Umgehungsstraße für Vilbel.
Lpd. D i l b c 1, 1. Juli. Gegenwärtig wird ein Projekt für eine Umgehungsstraße für Vilbel vorbereitet. Diese neue Umgehungsstraße zweigt in der Nähe des Südbahnhofes von der Adolf-Hitler-Sttaße links ab und führt dann den Bahndamm entiang oberhalb der Eisenbahnbrücke über die Nidda, am Nordbahnhof vorbei auf die Straße nach Friedberg. An der Bahnkreuzung trifft die neue Straße wieder auf die bereits bestehende Reichsstrahe nach Friedberg. An der Stelle, wo die Umgehungsstraße am Südbahnhof von der Adolf-Hitler-Straße abzweigt, müssen mehrere Häuser niedergelegt werden. Die neue Straße vom Heiligenstock bis zum Vilbeler Berg geht nun ihrer Vollendung entgegen. Nach Bergen zu ist die neue Strecke schon feit einigen Wochen frei.
Landkreis Gießen.
+ Grünberg, 1. Juli. In der hiesigen Sani- tätsgruppe vom Roten Kreuz ging dieser Tage ein Ausbildungskursus zu Ende. Außer 25 Helferinnen, die seither schon der Gruppe ange-
hörten, nahmen noch acht neue Helferinnen daran teil. Die Leitung der Gruppe liegt in den Händen von Frau Lehrer B ö ch e r, als ausbildender Arzt wirkte Dr. med. Fuldat. Bei der Abschlußprüfung waren u. a. zugegen: ^Bürgermeister Srarner, Ortsgruppenleiter Schütz, sowie die Kreisführerin Frl. E. von Rabenau (Großen-Buseck) und Kreiskolonnenarzt Dr. Gros (Gießen). Die Kreis- ührerin überreichte den Helferinnen Broschen und
Armbinden. .
♦ Ke sselbach, 30. Juni. Für 50fahriae aktive Sangestätigkeit wurde Heinrich Schnell vom Gesangverein „Liederkranz" Kesselbach beim Sänger- fest in Nordeck mit dem Sänger-Ehrenbrief und der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Schnell, der noch akttv der Sängersache dient, steht im 77. Lebensjahre.
Kreis Friedberg.
LPD. Friedberg^ 30. Juni. Schwer vom Schicksal getroffen wurde die Familie S t ü ß in Ilbenstadt. In der letzten Woche verunglückte der angenommene Pflegesohn Hermann Kunz tödlich. Die Pflegemutter, Frau Stuß, erlitt, als sie die Nachricht erhielt, einen tödlichen Schlaganfall. Kurz vor dem Kriege verlor sie ihren Mann, wenige Tage später den im gleichen Hause wohnenden Bruder. Einige Jahre nachher starb eine Tochter, kurz darauf ein Sohn. Ein weiterer Sohn wurde im Kriege verschüttet und starb später an den Verletzungen. Ä ,
+ Butzbach, 29. Juni. Im Saale des Deutschen Hauses fand gestern abend die Monatsversammlung des Deutschen Frauenwerkes statt, in der Frau Koch aus Gießen einen interessanten Vortrag über Indianer in Südamerika" hielt. Die Rednerin erzählte in packender Schilderung von Sitten und Gebräuchen des in Südamerika lebenden Jndia- nervolkes. Die- Ausführungen wurden durch gute Lichtbilder ergänzt. Die Frauenschaftsleiterin, Fraulein Wolfrakn, sprach den Dank der zahlreichen Anwesenden an die Vortragende aus und schloß den letzten Frauenappell vor den großen Ferien. — Die Kleinkinders chule veranstaltete gestern mittag in ihren Räumen das herkömmliche Sommerfest. Nicht nur die Mütter der weit über 100 zählenden Kinder, sondern auch eine Anzahl geladener Gäste waren erschienen. Nach einer Bewirtung der Kleinen mit Kakao und Kuchen, zeigten sie allerlei Spiele, Reigen, sagten Gedichte auf und sangen Lieder.
NSG. Steinfurth, I.Juli. Die Schnittrosenschau in Steinfurth bei Bad-Nauheim findet auch in diesem Jahr wieder statt. Steinfurth ist eines der größten Rosendörfer in Deutschland. Neben der Schau findet ein großes „Kraft-durch--Freude"-Volks- 'fest statt.
Generalleutnant von Kleinfchmitt 80 Jahre alt.
LPD. Darmstadt, 30. Juni. Ein alter, verdienter Offizier, Generalleutnant a. D. von Klein- schmitt, feierte am 29.Juni seinen 8 0. Geburts- t a g. Der hochbetagte Offizier, der bis zum heutigen Tag in den Verbänden der ehemaligen hessischen Regimenter an führender Stelle steht, erfreut sich bester Gesundheit. Er blickt auf eine lange, ausgezeichnete Laufbahn zurück. Als Kommandeur des Referve- i Feldartillerie-Regiments 51, später als Führer der i 60. Feldartillerie-Brigade und 1917 als Artillerie- • Kommandeur der 111. Infanterie-Division machte er ' den Weltkrieg mit.
hält, führt eine Steintreppe. Zu beiden Seiten sind zwei Ein-Meter-Sprungbretter angebratht. Das Sprungbecken kann auch durch eine Steigleiter erreicht werden. Es ist in feiner ganzen Ausdehnung 3,75 Meter tief. Don feinem Grunde geht auch die Kanalanlage zur Entleerung des Bades fort zur seitherigen Kanalisation, die schließlich im Lahnbett endet. Sämtliche Becken sind mit Rinnen au
geführt werden und bieten für etwa 35 Personen Blatz. Von den Auskleidezellen zu den Becken fuhrt ein Plattenweg. . .. ..
Die ganze Badeanlage ist schon zum Teil mit Maschendraht eingefriedigt. In her Mitte der Eingangsfront befindet sich das große Einmarschtor, durch das die Sportler bei Wettkämpfen und Schwimmfesten eiumarschieren können Das Kä sen- Haus zur linken Seite ist ebenfalls fast fertiggestellt.
Das Schwimmbad liegt in nächster Räbe unseres Dorfes und dürfte bei Fertigstellung zu den schonten und modernsten Schwimmbädern des Kreises Gießen gehören. Seine Lage hinter dem Turnplatz des Turnvereins 1889 und gegenüber dem Sport-
von Tord ole ab. Der Schiffer übernahm es, sein Gepäck die paar Schritte nach der „Easa Rosia" zu befördern.
Baron Leutstetten machte runde Augen, als Ottenrieth plötzlich vor ihm stand, und zwinkerte ihm vertraulich zu:
„Nanu, Herr Direktor? Ich hätte mir's freilich denken können, denn das Fräulein Rührmicknicht- an ist mit seiner Mama gekommen. Der Colonello ist gestorben, Friede seiner Asche! Wünschen Sie wieder als Jndustrieka-pitän, wie?"
Das Geschwätz ging Ottenrieth guf die Nerven. Er bat um ein' Zimmer und erhielt das gleiche, das er im Sommer bewohnt hatte; Auswahl war überreichlich vorhanden, denn es kam kein Mensch im Winter nach Torbole.
Ottenrieth packte alles aus, wie wenn er sich für langes Bleiben einrichtete, und schickte das Zimmermädchen mit einer Zeile an Renata, die fragte, ob feine Aufwartung den Damen angenehm sei? Die Antwort kam sogleich: Renata bat ihn, um sechs Uhr mit der Mutter und ihr in der Halle zu- sammenzutreffen; sie hätten leider keinen Salon.
Ottenrieth erhob sich unruhigen Herzens aus dem Sessel am Fenster, als er die geliebte Stimme auf der Treppe hörte. In der Halle war das dämmrige Licht des sinkenden Tages, es war noch zu früh, die Lampen einzuschalten.
Er ging den beiden Frauen entgegen, die wohl dunkel gekleidet waren, doch keine ausgesprochenen Zeichen der Trauer trugen, verneigte sich vor der Dberftin und schüttelte Renata kameradschaftlich die Hand. Er wollte etwas von Beileid und Anteilnahme sagen, aber Grazia Tudesco fiel ihm sofort ins Wort, indem sie ihr Bedauern aussprach, daß die Krankheit des Obersten sie im August verhindert habe, seine Bekanntschaft zu machen.
Man setzte sich vor den Marmorkamin, in dem ein kleines Feuer brannte, und die Unterhaltung wurde rasch lebhaft. Zu Ottenrieths Erstaunen sprach die Oberstin vollkommen deutsch, wenn auch mit einem Akzent, der sich bei Renata schon wieder stark abgeschliffen hatte. Sie fand dn höfliches Wort des Dankes für die Mühe, die er sich mache, indem er ihre Tochter bei ihren Gesangsübungen begleite. Ottenrieth wehrte lebhaft ab, erzählte, daß sie selber als junger Mädchen sich mit Gescmgsftudien beschäftigt habe, leider sei das alles mit ihrer Ehe zu Ende gewesen; setzte sie hinzu; unb für einen Augenblick huschte Bitterkeit um ihren immer noch schönen Mund.
(Fortsetzung folgt!)
Lust und Mut, die Arbeit zu beenden, und widmete : ihr in seinem Wirtshauszimmer jeden Morgen ein paar Stunden.
Am dritten Tage seines Aufenthalts hatte er eine kurze Nachricht von Renata erhalten. Sie teilte ihm den Tod des Obersten mit, sagte, nun sei natürlich, wann sie zurückreisen werde, nicht abZusehen und bat ihn, nicht auf sie zu warten; denn sie hatten verabredet, daß er genau so lange am Gardasee bleiben würde wie sie daheim in San Bartolomeo, und daß sie sich zur Rückreise wieder in Verona treffen wollten.
Er schrieb zur Antwort: nichts bränge ihn zur Abreise, er werde bleiben, solange sie bleibe, und bäte um Nachricht, wann sie Verona passiere. Zu dem Trauerfall sprach er ihr in knappen Worten sein Beileid aus — eine Scheu hinderte ihn, mehr zu sagen, denn Renatas inneres Verhältnis zum Vater war ihm niemals völlig deutlich geworden.
Auf diesen Brief folgte eine Woche lang keine weitere Nachricht.
Der Januar rückte vor, Ottenrieth hätte nach Warschau fahren müssen, wo man die „Diana" zum ersten Male gab, sein Vertreter bestürmte ihn telegraphisch, aber er dachte nicht daran; er fürchtete sich vor der langen, einsamen Reise, ja, mehr als das, er hatte eine beinahe abergläubische Furcht, gerade jetzt eine so große Entfernung zwischen sich und die Geliebte zu legen.
Konnte es nicht (ein, daß unter diesen veränderten Umständen Renata überhaupt nicht nach Wien zurückkehrte? Und war sie jetzt die alleinige Herrin ihrer Entschlüsse? Mußte sie nicht auf die Wünsche der Mutter Rücksicht nehmen? Es schien ihm unfaßbar, so weit von ihr fortzugehen.
Endlich brachte der Postbote einen Brief — kein Trauerumschlag — mit ihrer wohlbekannten Handschrift. Er erschrak, als er den Poststempel „Tor- dole" sah. Sie sei, schrieb Renata, mit der Mutter in Torbole, das diese ja vor allen anderen Orten immer besonders geliebt habe. Die eisige Ritterburg San Bartolomeo sei zugeschlossen. Ob er Lust habe, einmal hinüberzukommen? Sie wohnten in der „Easa Rosso", wie gewöhnlich.
Ottenrieth fühlte sein Herz schneller schlagen. Merkwürdig, merkwürdig, wie hier plötzlich ein Kreis sich runbete! Wie der Weg seiner Liebe ganz von selbst zum Ausgangspunkt zurückfand!
Am gleichen Tage trug ein Segelboot, da Automobile in dem kleinen Ort um diese Jahreszeit . nicht aufzutreiben waren, ihn und seine Koffer nordwärts und setzte ihn nachmittags am Hafenkai
Am letzten Abend der Jahres saß er wieder in ■ dem weißgetünchten Zimmer des alten Pfarrhauses und lauschte Bartolds Phantasien auf dem Har- monium.
Bartold nahm ihn herzlich auf. Der Groll, mit dem er vor Monaten gewünscht, Ottenrieth möge nie wiederkommen, war längst gebändigt. Die Beichte vor des alten Priesters Ohr hatte ihm die Ruhe wiedergegeben; er hatte gelernt, mit den Geistern zu leben, die dieser Abgesandte aus der anderen Welt in ihm wachgerufen, und fast begierig fragte er ihn jetzt nach Deutschland und den Zuständen im alten Vaterland aus.
Ottenrieth hätte selber nicht zu sagen vermocht, warum er sich hier so zu Hause fühlte, im Gasthof „Ire spade", in der Pfarre und in dem kleinen Kirchlein. Mit einem Male war, da er nun wieder hier die milde Seeluft atmen und in der warmen Wintersonne am- User entlang gehen und bei dem blinden Musiker sitzen und sein Spiel hören durfte, das ganze Wien mit seinem Betrieb versunken.
Manchmal träumte er davon, mit Renata hier zu leben und nach den Dingen von drüben, nach Theater, Premieren, Erfolgen, Agenten nicht mehr zu fragen. Ach, aber das war ein Traum, und vielleicht gar einer, den er ganz allein träumte?
Er hatte nie ein Wort der Liebe zu Renata gesagt, wiewohl sie durch alles, was er sprach und tat, seine Liebe fühlen mußte; er war ihr ein aufmerksamer Freund und zuzeiten auch ein Führer in ihren Berufsdingen gewesen; aber viel, viel hätte er darum gegeben, zu wissen, wie sie eine Frage nach mehr als Freundschaft wohl auf nehmen würde! ■— Das hatte seine Gedanken beschäftigt, als sie tagsüber nebeneinander im Polsterabteil durch das verschneite Steiermark und Kärnten-rollten und durch die schneelose Landschaft Venetiens — und das beschäftigte ihn doppelt stark, seit er nun hier wieder allein saß, an diesem Ufer, an dem er sie zuerst gesehen.
Dor Bartold und dem alten Pfarrer hielt er immer noch den Anschein aufrecht — obwohl er ihm im Grunde nur lästig war —, als wäre er ein musikliebender Industrieller, nichts mehr. Doch ging er diesmal so weit, daß er Majelli um die Er- : laubnis bat, einmal selber auf der Orgel ein wenig i spielen zu dürfen — ganz für sich allein. Er schloß • die Kirchentür sorgfältig hinter sich zu, daß niemand t ihm lausche, außer dem halbwüchsigen Burschen, i der die Balgen trat, und svielte den Orgelpart t seines Werkes durch. Wie anders das alles klang, als daheim auf dem Harmonium! Er bekam wieder
Die Zeit tat ihr Werk; wie über die Massengräber am Jsonzo langsam die Grasnarbe sich zog, wurde aus Fremdheit Freundlichkeit, aus Haß Geduld. Das Menschenherz tat sein ewiges Werk: angesichts der Bresthastigkeit des Mannes erwachte Mitleid und ward zur großen Aufgabe. Keine Pflegerin hätte den zum Krüppel geschossenen und dafür mit dem Charakterobersten ausgezeichneten Major Tudesco so pflegen können, wie die fremde, fremde Frau; keine Hand hätte ihn so liebevoll streicheln können, wie die Hand des Kindes, das nicht wußte, daß sein wahrer Vater irgendwo in der Welt lebte — wenn er noch lebte.
Zwei Tage nach Weihnachten schickte Grazia Tudesco ein Telegramm nach Wien.
Zweiunddreißig Stunden später trat Renata in die Halle, von deren Fenstern die Läden genommen waren, und die im kalten Schneelicht des späten Dezembertages dalag.
Ihre Mutter nahm sie bei der Hand unb führte sie nach oben. Fenster und Spiegel waren verhängt. Eiseskälte stand im Zimmer.
Aber als Renata am Bett des wachsaelben, stummen Vaters niedersinken wollte, fühlte sie sich von einer herrischen Hand emporgerissen.
„Er ist tot", hörte sie der Mutter Stimme dicht an ihrem Ohr, und sie erschauerte bis ins innerste Mark, denn in dieser Stimme schwang ein unendlicher Jubel:
„Komm, komm, daß ich dir die Wahrheit sage!"
geben mar.
Rundfunkprogramm
Freitag, 1. Juli.
12 Uhr: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Mem Leben ist mein Lied. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmittags- konzert: Und nun klingt Danzig auf. 17 dis 17.10: Das Mikrophon unterwegs. 18: Zeitgeschehen, lö.du: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Nachrichten. 19.10: Musikanten nach Feierabend. Ein bunter Reigen um schlichte Weisen. 20: Unterhaltungskonzert. 20.30: Ich und du ..., ein heiteres Brettl. 21.30: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 24: Nachtmusik.
Eidesnotstand für gegeben, da der Angeklagte sich durch eine wahre Aussage selbst einer strafbaren Handlung bezichtigt hätte. Fortsetzungszusammenhang zwischen den einzelnen Delikten wurde verneint, da nach Ansicht des Gerichtes der hierfür erforderliche vorherige einheitliche Vorsatz nicht ge


