16, Sport 1, außerdeutsche Literatur in den Originalsprachen 2 Bände. Nach auswärts kamen £3 Bände.
** Sterbe fälle in Gießen. Es verstorben: 16. Mai: Wilh. Grau, Reichsbahnwerkmeister i. R., 68 Jahre, Liebigstraße 89. 18. Mai: Anna Berg, geb. Spieß, ohne Beruf, 62 Jahre, Liebigstraße 45. 19. Mai: Marie Will, ohne Beruf, 78 Jahre, Liebig- straße 39; Karl Ohr, Werkstättenvorsteher l 91., 78 Jahre, Weserstraße 4. 20. Mai: Anna Kumgunde Wehner, geb. Schuchard, ohne Beruf, 88 Jahre, Dammstraße 20; Hiltrud Häßler, 2 Jahre, Aul- weg 40; Otto Ettel, Schriftsetzer, 80 Jahre, Gnauth- straße 1. 21. Mai: Hermann Wagenknecht, Metzgermeister, 31 Jahre, Dammstraße 25; August Felsmg, ohne Beruf, 66 Jahre, Marktstraße 22. 22. Mm: Elisabethe Mandler, geb. Weber, ohne Beruf, 77 Jahre, Aulweg 40. 23. Mai: Elise Laun, geb. Kreiling, ohne Beruf, 56 Jahre, Neuenweg 4; Anna Schütz, geb. Haupt, ohne Beruf, 59 Jahre, Licher Straße 74; Luise Karl, ohne Beruf, 15 Jahre, Kirchenplatz 11. 24. Mai: Karoline Buß, geb. Geibel, ohne Beruf, 79 Jahre, Alicenstraße 34. 27. Mai: Ernst Harfmann, 2 Tage, Wesersttaße 15; Hans Füller, kaufm. Angestellter, 29 Jahre, Klinikstr. 32. 28. Mai: Georg Müller, Hallenmeister i. R., 70 Jahre, Kaiseralle 59.
** A u s f l u g d e r Eisenbahner. Der Eisen- bahnerverein, dem die bei der Reichsbahn beschäf- ttgten Personen in Gießen und der näheren Umgebung angehören, unternahm am Sonntag seinen Jahresausflug. Er führte die Teilnehmer mittels eines Sonderzuges von Gießen nach Bad Kreuznach. Da das Wetter den ganzen Dag über sehr günstig war, konnten Besichtigungen und Ausflüge unternommen werden. Um 19 Uhr wurde die Heimreise angetreten. Unterwegs grüßten noch einmal Bingen und das Niederwalddenkmal, und dann ging es über Mainz-Kastel, Bad Homburg und Friedberg nach Gießen zurück.
♦* „Geheime Mächte und ihre Enträtselung?" Ueber dieses Thema spricht heute abend in einem Borttag mit Experimenten im Saale des Cafe Leib Wilhelm G u b i s ch. Der Vortrag soll eine Mission erfüllen, die die weitesten Devölkerungskreffe angeht.
Bauer und Jäger.
Die fommenben Wochen der Heumahd sind immer Zeiten der Sorge für den Jäger, weil dann der Sense und vor allem der Mähmaschine pft mehr Wild zum Opfer fällt, als er im gleichen Jahre schießt! Oft wird es möglich sein, noch etwas zu retten, wenn zwischen Bauer und Jäger Fühlung besteht. Es ist bekannt, daß das Interesse der Landbevölkerung, zu helfen, nur noch gehoben werden kann, wenn der Bauer weiß, daß seine besondere Mühe, vielleicht auch kleine Auslagen für Ferngespräche u. ä., auch anerkannt und ihm ersetzt werden. Eine öffentliche Auslobung einer Be- lobung im Dorfe ist stets am Platze. Gemeinsame Sorge um ein Fasanengelege etwa führen den Jäger unb den Bauer zusammen. Und die beiden gehören zusammen. Wo beide in Wald' und Feld wortlos aneinander vorübergehen, sttmmt was nicht. Wo beide aber Anteil nehmen an den Gedanken und Sorgen des anderen, kommt die Jagd nicht zu kurz.
Große Strafkammer Gießen.
Gestern hatte sich der I. O. aus Steinfurt wegen Amtsunterschlagung usw. »zu verantworten. Der Angeklagte, der seit 1913 Gemeinderechner in Steinfurt war, kam nach der Inflation in Geldschwierigkeiten. Um diese zu beheben, unterschlug er aus der ihm anvertrauten Gemeindekasse nach und nach 3200.— RM. Entsprechend seinen Unterschlagungen änderte er die von der Bezirkssparkasse, bei der die Gemeinde ein Konto hatte, einlaufenden Kontoauszüge ab, so daß diese mit dem jeweiligen Nominalbestand übereinftimmten. Der Angeklagte war von vorn- herein geständig und führte zu seiner Entschuldigung feine wirtschaftliche Notlage an. Aus feinem Verhalten ging hervor, daß er die Tat offensichtlich bereute, was auch schon daraus hervorgeht, daß er den Schaden inzwischen restlos gedeckt hat. Mit Rücksicht hierauf, sowie auf seine bisherige Unbescholtenheit billigte ihm die Kammer im weitesten Maße mildernde Umstände und erkannte auf eine Gefängnis st rase von 10 Monaten, von denen 2 durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten.
Dezittsschöffengenchf Gießen.
Der W. B. aus Frankfurt a. M. bereifte als Vertreter einer Frankfurter Firma Oberheffen. Dabei kam er im 3uli vorigen Jahres auch nach Gonterskirchen. Obwohl er keinen Auftrag erhalten hatte, füllte er doch einen Bestellzettel aus, den er mit dem Namen eines anderen unterschrieb; als Lieferzeit gab er dabei den 15. Oktober an. Als er auch bis dahin nicht den Auftrag, wie er gehofft hatte, erhallen hatte, machte er dke Bestellung rückgängig; die Ware war aber bereits abgefandt worden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen schwerer Urkundenfälschung zu einer Gefängnis st rase von 2 Monaten. In der fälschlichen Ausfertigung des Bestellzettels lag nicht gleichzeitig ein Betrug gegenüber der von dem Angeklagten vertretenen Firma, weil B. als Entgelt für feine Tätigkeit eine wöchentliche feste Pauschalsumme erhielt, einerlei, ob feine Provision diesen Betrag erreichte oder nicht. Infolgedessen war durch die Falschbestellung trotz Gutschrift von 15.— RM. der Firma kein Vermögen sschaden erwachsen.
Gegen das Schächtverbot verstoßen.
LPD. Frankfurt a. M., 30. Mai. Das Frank- furter Schöffengericht verurteilte den 40jährigen Juden Schäme Neumann wegen Vergehens gegen das Schlachtgefetz und das Tierschutzgesetz zu fünf Monaten und den 45jährigenAdam Mag in Oberursel wegen Beihilfe zu vier Monaten und zwei Wochen Gefängnis. Mag hatte dem Juden Neumann Ziegen, Kalber und Hühner Geliefert, die dieser auf dem Anwesen des Mag schachtete. Maa übernahm den Verkauf an jüdische Metzger. In der Woche wurden bis zu Zwei Ziegen, fünf Kälber und zehn bis hundert Hühner geschlachtet.
30000 Mk. Steuerstrafe
Lpd. Frankfurt a. M., 31. Mai. Nach einer Bekannmachung des Finanzamtes haben die Gesellschafter der Wollhandelsgesellschast Stein & Co., o. H. ©., Frankfurt a. M., Schillersttaße 16, Leopold Stein und Hugo Goitein, ihre besonders guten Einkommensverhältnisse verschwiegen. Jeder hat dadurch einen ungerechtfertigten Erlaß von 6334 RM. Einkommensteuer erschlichen. Wegen dieses Vergehens wurde gegen Stein und Goitein eine Geldstrafe von je 15000 RM. festgesetzt.
DerMrerallem bestimmt Deutschlands Schicksal
Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen-Nord.
Bei dem Schulungsabend der Ortsgruppe Gießen- Norb am Montag im „Frankfurter Hof" sprach, von Ortsgruppenleiter Thomas begrüßt, der
Kreisamtsleiter Dr. Hopfenmüller über das Thema „Gleiches Blut gehört in ein gleiches Reich". Er ging zunächst auf die außenpolitischen Ereignisse ein und behandelte dann ein» gehend die volkspolitische Entwicklung der Ostmark. In erster Linie waren es Bayern, die in diesen Raum oorstießen, ihn besiedelten und kultivierten und zu ihrem Stammesgebiet machten. Später wehrten sie die Einfälle der slawischen Völker und besonders der Mongolen ab. Zu ihnen gesellten sich Franken, und auch bei dem Einfall der Türken war es wiederum ein Heer aus allen deutschen Stämmen, das zur ^Befreiung Wiens den deutschen Stammesgenossen zu Hilfe eilte. Wie hier zur Zeit Prinz Eugens, so ist auch später immer wieder in der Geschichte des Reiches festzustellen, daß in solchen Situationen der deutschfeindliche Osten sich mit dem europäischen Westen gegen Deutschland verband.
Dr. Hovfenmüller kennzeichnete in diesem Zusammenhang die vielseitigen (Strömungen, die sich auch in den letzten Jahren wieder zusammenfanden im Kampf gegen Deutschland und die im Schuschnigg-System ihre letzten Ausläufer fanden. In erster Linie hob er den Anteil der Schuld des Hauses Habsburg hervor, das nach dem Ableben des alten Kaisers ein verräterisches Spiel trieb. Demgegenüber schilderte er die Sehnsucht des Volkes, das nach dem helbenmüttgen Zusammenstehen im Weltkrieg auch in Zeiten höchster Not nur den einen Wunsch kannte: zurückzukehren in das Reich. Der Redner sing dann darauf ein, wie selbst das Parlament der Imsturzzeit diesen Wunsch des Volkes zum Ausdruck brachte und nur durch den Willen der damaligen Feindmächte an der Ausführung gehindert bzw. anderen Interessen geopfert wurde.
Nach langen Jahren des Leidens haben nun die jüngsten Ereignisse, die sich überstürzten und sowohl für das deutsche Volk, wie auch für das Ausland unerwartet kamen, den besten Beweis dafür erbracht, daß das Volk der Ostmark von der Sehnsucht nach der Rückkehr ins Reich beseell war. In überzeugender Weise schilderte Kreisamtsleiter Dr. Hopfenmüller die zielsichere Politik des Führers, der bereits vor etwa 20 Jahren als einfacher Soldat die naturgegebenen Voraussetzungen für den Lebens- und Schicksalsweg des deutschen Volkes erkannte und durch die Befreiung der Ostmark das wahrmachte, was er damals schriftlich aufgezeichnet hat.
Pg. Hopfenmüller nahm diese Entwicklung zum Anlaß, darauf hinzuweisen, daß es heute wie früher für den deutschen Menschen nur vollstes Vertrauen zum Führer und selbstlose Hingabe an die Arbeit für fein Werk geben kann, und daß alle Arbeit der in der Bewegung und in ihren Gliederungen täti= gen Parteigenossen nur die sein kann, das Volk aufzuklären und ihm von diesem Glauben und dem Vertrauen an den Führer mitzuteilen. Das deutsche Volk muß wissen, daß der Ablaüf Der bisherigen Ereignisse zur Genüge die unerbittliche Folgerichtigkeit der nationalsozialistischen Politik bewies und daß der Führer keinen Zweifel darüber gelassen hat, daß er auch den letzten Punkt seines Programms in die Tat umzusetzen gewillt ist. Solange das Volk geschlossen hinter dem Führer steht, wird die Zielstrebigkeit seiner Politik in Erfüllung gehen. Denn der Führer allein bestimmt den Weg und das Schicksal des deutschen Volkes, und dabei stützt er sich auf das Vertrauen und die Liebe seines Volkes und auf dessen blanke Wehr.
Nach den mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen wurden organisatorische Fragen besprochen. Mit dem Treugelöbnis zum Führer wurde der Schulungsabend beschlossen.
berg wurde ein Anwesen zur Verfügung gestellt^ das nach seiner Umgestaltung an Pfingsten beziehbar» sein wird.
Hauptversammlung des kirchengeschichtlichen Vereins für Heffen.
CO 5rt ebb er g, 30. Mai. In den Räumen des Predigerseminars hielt die kirchengeschicht« liche Abteilung des Historischen Vereins für Hessen ihre Hauptversammlung ab. Ihre Tätigkeit galt diesmal vornehmlich den jungen Theologen, als den künftigen Verwaltern der Pfarr-Archive. Vertreter der theologischen Fakultät zu Marburg und des Predigerseminars zu Herborn bekundeten ihr Interesse an den Verhandlungen durch ihre Anwesenheit.
Der Vorsitzende, Professor Dr. E. E. Becker (Darmftabt), legte in gehaltvollen Ausführungen seinen Tätigkeitsbericht vor. Es ging aus ihm Die hervorragende wissenschaftliche Leistung hervor, auf die der Verein in 37 Jahren seines Bestehens zurückblicken kann. Hierhin sind zu rechnen die zehn Bände der Veröffentlichungen, unter denen besonders zu beachten find die das Inventar der hessischen Pfarrarchioe enthaltenden Bände, die Archivdirektor D. Herrmann bearbeitet hat. In diesem Zusammenhang mußte auch die 7 starke Bände umfassende „Hassia sacra“ Erwähnung finden, ein hessisches Monumentalwerk, das in ganz Deutschland seines Gleichen nicht hat, das von dem ftucht- barften Vorstandsmitglied des Vereins geschaffen wurde, dem Prälaten' D. Dr. Dr. Wilhelm Diehl. Er hielt beim auch den ersten Vortrag über „P taktische Kirchengeschichtsforschung". Er
RUHL Seilersweg Nr. 67
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zeigte besonders den Kandidaten der Theologie aus seinem schier unbegrenzten historischen Wissen, wie der Verwatter der Archive als kundiger Wahrer der Rechte und Besitztümer der Pfarrei zu wirken habe. Den zweiten Vortrag hielt Liz.Dr. Steitz über das Thema: „Der Pfarrer und fein Pfa.rr - Archi v". Es wurde dargelegt, aus welchen Bestandteilen ein kirchliches Archiv besteht, wie feine Verwaltung beschaffen ist und wie seine Bestände für das Gemeindeleben nutzbar zu machen sind, in erster Linie für die Familien- und Sippenforschung, die eine überaus große Wichtigkeit gewonnen hat.--
Zu dem seitherigen Vorstand, bestehend aus Prof. E. E. Becker, Prälat Diehl, Archivdirektor Herrmann, wurden als Beisitzer hinzugewählt Liz. Dr. Steitz (Darmstadt) und Pfarrer Werner (Viernheim).
Mit dem Gruß an den Führer wurde die inhaltsreiche Tagung geschloffen.
Zagd-Trophäenschau in Krofdorf.
(D Krofdorf-Gleiberg, 30. Mai. Die Hegeringe 5 unb 6 der Jägerschatt des Kreises Wetzlar unter Leitung der Hegeringleiter Revierförster Melching (Forfthaus Haina) und Revierförster Stünz (Erda) veranstalteten die durch das Reichssagbgesetzvorgeschriebene Trophäenschau in der Gastwirtschaft Fries. In übersichtlicher Anordnung waten Geweihe und Gehörne der 26 Jagdreviere von Salzb öden bis in die Erdaer Gegend ausgestellt, dem fachmännischen Besucher klarlegend, inwieweit im abaelaufenen Jahr weidgerechte Jagd ausgeübt rouroe. ©inen großen Teil des Raumes nahmen die Gehörne der Kümmerer ein, jener Artverderber, die imitier wieder die normale Gehörnbildung hemmen. Die Wertungskommission konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß im letzten Jahr noch mehr als früher die heimische Jägerschaft beim Abschuß nach den Erfordernissen der Aufartung des Wildbestandes gehandelt hat. In den Rotwildrevieren ist ein Erfolg der versuchten Ausartung schon deutlich, zu erkennen, sind doch Geweihbildungen gesichtet,' die zu den besten Jäger-Hoffnungen Anlaß geben. Man sah in der Schau bereits einige solcher Trophäen. Die Qualität der als abschußreif bezeichneten Reh- gehörne läßt noch zu wünschen übrig.
Hegering 5 zeigte aus 9 Revieren 51 Rehgehörne, von denen 44 mit richtig, 1 mit falsch und 6 mit zweifelhaft bezeichnet waren. Von den 3 Rothirschgeweihen wurden 2 als richtig unb 1 als zukunftsreicher Kronenzehner mit falsch angesprochen.
Aus den 17 Revieren des Hegerings 6 waren von 93 Gehörnen 85 richtig, 5 falsch unb 3 zweifelhaft. Alle 9 Geweihe wurden mit richtiaem Abschuß bewertet. Das staatliche Forstamt Krofdorf wartete mit 5 Geweihen und 6 Gehörnen auf.
Im Verlauf des Nackmittags begrüßte Hegeringletter Stunz die zahlreichen anwesenden Jago- pächter unb Jaghscheininhaber, insonderbeit den Kreisjägermeister Dr. Hensold (Wetzlar). Kreisjägermeister Dr. Hensold gab Anregungen für den diesjährigen Abschuß, der im gleichen Rahmen wie im verflossenen Jahr erfolgen soll.
Landkreis Gießen.
* Treis a. d. Lumda, 30. Mai. Wie alljährlich, unternahm der Turnverein Treis auch in diesem Jahre seine gewohnte jährliche Wanderung, die diesmal nach dem schönen Städtchen La u b a ch führte. 80 Teilnehmer des Vereins marschierten frühmorgens nach Großen-Buseck, von wo aus die Fahrt mit der Bahn nach Grünberg erfolgte. Dann ging es au Fuß weiter nach Laubach. Dort erlebten die Treffer im Laufe des Tages schöne Stunden. Nach dem Mittagessen fanden sich einige ältere Kameraden der Laubacher Turngemeinde ein, mit denen zusammen unter Führung des Bürgermeisters von Laubach die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt wurden. Dabei war Graf Georg Friedrich von Solms-Laubach selbst bemüht, bei dem Besuch der Treiser in seinem Schlosse die Gäste zu führen und ihnen vor allem auch die Kunstschätze des Schlosses zu zeigen. Nach dem Besuch im Schlosse wurde der schöne Park durchwandert. Bei der Besichtigung des Schwimmbades zeigten die Jüngsten der Treiser Turner ihre Schwimm- und Springkunst. Die erlebnisreichen Stunden, in deren Verlattf manche gemeinsame Erinnerungen mit den Laubacher Kameraden wieder in den Kreis der Betrachtung zurückkehrten, vergingen leider nur allzu, schnell, jedoch brachten sie allen Teilnehmern die Freude der kameradschaftlichen Verbundenheit in reichem Maße. Nach einer gemeinsamen Bildauf« nähme am Kriegerdenkmal und nach herzlichem Abschied von den Laubacher Kameraden marschierten die Treiser Turner wieder nach Grünberg zurück, von wo aus sie mit der Lumdatalbahn nach ihrem Heimatort zurückkehrten.
gts. Londorf, 31. Mai. Ein KdF.-Ausflug führte die Frauen sch a f t von Londorf und Kesselbach an den Rhein. Früh um 7 Uhr ging es mit zwei Auto«
Merkwürdige Pflanzen im Gießener Botanischen Garten.
Linn6-Bortrag in der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.
Mannigfaltige und z. T. für das Laienauge felt- ame Pflanzen schmüctten den Hörsaal des Botani- chen Jnstttuts, in dem Herr Prof. E. Küster einen diesjährigen Linne-Vortrag über das Thema: „lieber feiteme und merkwürdige Pflanzen des Gießener Botani- chen Gartens" (mit Vorweisungen) hielt.
Der Vorttagende begrüßte seine Hörer und Hörerinnen mit einem Goethe-Wort, das alle diejenigen zum Zusammenschluß auffordert, die irgendwie — wissenschaftlich, praktisch, ästhetisch — an den Produkten der Pflanzenwelt interessiert sind; die Linnä- Vorträge des Botanischen Jnstttuts helfen die.Ebene Dorbereiten, auf der für Gießen Goethes Mahnung sich verwirklichen läßt.
Der Vortrag beschäftigte sich mit der Mannigfaltigkeit der Blätter — nach morphologischen und physiologischen Gesichtspunkten.
Eingehend sprach der Vortragende über die Mannigfaltigkeit der Färbung der Blätter. Die große Bedeutung des grünen Farbstoffes erklärt sich aus seinen Beziehungen zur Ernährung der Pflanzen. Rotblättrige Pflanzen (Blutbuche, Bluthasel, Berberitze-, Ahorn-, Prunus-Arten, ferner Teppichpflanzen wie Jresine usw., ferner Rotkohl u. a.) enthalten unter ihren roten Gewebeschichten nicht weniger von dem grünen Farbstoff als die unserem Auge grün erscheinenden Gewächse.
Ungewöhnlich reich ist der Botanische Garten zu Gießen an panaschierten Pflanzen, d. h. solchen, deren Blätter aus grünen und farblosen Anteilen bestehen, also aus solchen, die sich ernährungsphysiologisch von einander unterscheiden. Professor Küster unterscheidet zwei Gruppen panaschierter Pflanzen: solche, deren Farbfelder scharf umrissen, — andere, deren Farbfelder unscharf umgrenzt sind. Zu der zweiten Gruppe gehören die Erscheinungen der Fleckenpanaschierung (Farsugium, Abuttlon, usw.) und die Zebrastreifung (Eulalia, Scirpus); als besonders auffällige Vertteterin der Pancffchie- runa wird eine „bunte" Opuntia erläutert. Die Fleckenpanaschierungen geben dem Vortragenden
Aus Der engeren Heimat.
50 Lahre
Gesangverein „Jugendfreund^ in Watzenborn-Steinberg.
D Watzenborn-Steinberg, 30. Maß Am 4., 5. unb 6. Juni (Pfingsten) feiert der Gesangverein „Jugendfreund" in Watzenborn-Steinberg sein 5 0. Stiftungsfest, verbunden mit Festkommers am Samstagabend in der Volkshalle und großem Sängerfest am 1. und 2. Pfingstfeiertag.
lieber die Vereinsaeschichte des „Jugendfreund" ist folgendes zu berichten: In Sängerkreisen, nicht nur im Kreise Gießen, sondern auch weit über unsere engere Heimat hinaus, ist allgemein bekannt, daß Watzenborn-Steinberg — die singende Gemeinde im Kreise Gießen — mit seinen fünf Männergesang, vereinen und einem stattlichen Frauenchor eine Hochburg des Gesangs ist. So herrschte auch schon vor 50 Jahren ein Geist für die edle Sangeskunst in unserer Gemeinde. Damals — es war am 1. August 1888 — faßten 24 junge Burschen in Steinberg den Entschluß, einen weiteren Gesang- verein ins Leben zu rufen. Diese jungen Gründer, alle im Alter von 16 bis 20 Jahren, tauften ihren Verein „Jugendfreund". Als ersten Dirigenten gewann man den Musiker Horn (Steinbach), der den Dirigentenstab bis zum Jahre 1897 führte. Der Verein wuchs schnell empor. Fünf Jahre nach der Gründung wurde die Fahne feierlich geweiht.
Inzwischen war aus den eigenen Reihen in dem Mitglied Georg Harnisch, der damals feine Dienstzeit als Soldat hinter sich hatte, ein junger Dirigent herangewachsen. 28 Jahre führte er den Verein; er erntete überall auf Wettstreiten und Sängerfesten Lorbeeren mit dem „Jugendfreund" und seinen begeisterten Sängern. War es doch gerade der „Jugendfreund" im Kreise Gießen, der die ersten Wettstreite besuchte und auch selbst veranstaltete. Mttglieberzahl und Ansehen des. .Vereins
Anlaß, auf ihre llebertragung durch Pfropfung, auf die Kennzeichen der Mosaikkrankheiten (Tabak) und Viruskrankheiten im allgemeinen einzugehen.
Weitere Formen bunter Blätter erläutert Prof. Küster an Hand einiger farbiger Lichtbilder, die von den Optischen Werken E. L e i tz (Wetzlar) nach dem Uva-Chrom-Derfahren im Botanischen Garten zu Gießen ausgenommen worden sind.
Die folgenden Ausführungen des Vortragenden befaßten sich mit der Form der Blätter (Monstera und Ouvirandra mit durchlochten oder netzartig durchbrochenen Blättern), mit dem basalen und dem Spitzenwachstum der Blätter (eingerollte Farn- wedel, Lygodium-Blätter), mit den atypischen Formen derjenigen Blätter, die zu den typischen Funktionen noch eine weitere hinzu erwerben (Insektivoren, Drosera, Dionaea, Nepenthes, Cephalotus) und die Reduktton der Blätter, wie sie an den Bewohnern trockener Standorte (Rubus auftralis, Kakteen usw.) und bei vielen Parasiten. wahrgenommen wird (Cuscuta — auf Coleus kultiviert).
Den Beschluß ferner Ausführungen machte Prof. Küster mit einem Hinweis auf diejenigen Gewächse, an deren Sproß- und Blattaufbau verschiedene Arten teilnehmen; Bildungen solcher Art, sog. Chimären, lassen sich nur durch Propfung erzielen. Insbesondere verwies Prof. Küster auf die auch in Italien selten gewordenen „Bizzaria"-Exemplare des Zitronen- und Apfelsinenbaums, dessen Früchte in miribionaler Aufteilung die Merkmale verschiedener Agrumli- oder Eitrus-Arten nebeneinander zeigen. Der Botanische Garten in Giepen ist im Besitz einiger durch Pfropfung gewonnenen Bäumchen, die in künftigen Jahren voraussichtlich „Bizarria"- Früchte tragen werden.
Die zahlreich erschienenen Zuhörer aus allen Kreisen der Pfianzenfreunde unserer Stadt folgten mit Spannung den fesselnden Ausführungen des Redners. Ihr lebhafter Beifall und die Worte des Vorsitzenden dankten dem Redner für die genußreiche Stunde. ,
wuchsen immer mehr. 1908 wurde ein großes Sängerfest veranstaltet, verbunden mit Gesangswettstreit, ebenso in den Jahren 1913 und 1928. Alle diese Veranstaltungen waren^ kulturelle Aufbauarbeit im Dienste Des deutschen Liedes, allen Teilnehmern Ansporn zu gleicher Arbeit und gleichem Ziel. Der Weltkrieg ging nicht spurlos an dem Verein vorüber. Sechszehn brave Helden riß er aus den Reihen des Vereins, und lange dauerte es, bis diese Wunden verschmerzt unb die Reihen wieder ergänzt waren. Eine Gedenktafel mit den Photos der Gefallenen im grauen Ehrenkleid ziert das Vereinslokal „Zur Krone".
Nach dem Kriegsende raffte sich der Verein wieder zusammen, er besuchte auch wieder Wettstteite wie früher. Von 1925 bis 1930 stand der Verein unter der Stabführung des verstorbenen Heinrich Köhler aus Großen-Linden. Während feiner Tätigkeit wurde das 40jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Seit 1930 führt den Dirigentenstab der Chorleiter und Musiker Albert Schleuse (Steinbach), der sich seit jener Zeit ebenfalls große Verdienste um oen Verein erworben hat.
Von den damaligen Gründern erfreuen fick heute noch zehn Mann bester Gesundheit. Es sind dies: Jakob Harnisch, Balch. Brück el, Johannes Schneidmüller, Georg S ch m a n b t VI., 3afob Häuser X., Jakob Karl Schmandt, Balch. Maid, Georg Häuser IV., Jakob Somm e r IV. unb Georg Neurath.
So möge Denn bas 50jährige Jubiläum ein weiterer Markstein in ber Geschichte des Vereins werben, zum Wohle des deutschen Liedes unb zum weiteren Blühen unb Gedeihen ber eblen Sänger- fache.
Jugendherberge in Bad-Nauheim.
Bad-Nauheim, 31. Mai. (LPD.) Durch Ent- gegenkommen ber Stabtverwaltung ist es möglich geworben, baß in Der Babestabt eine Iugenb - Herberge errichtet wirb. Auf dem Johannis


