Nr. 7 7 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Freitag, 1. April |YZ8
WiemachendieOeutschendas?
WPD. Als wir 1933 mit aller (Energie an die Beseitigung der Arbeitslosigkeit herangingen, ye- wissermaßen ohne einen Pfennig Geld in der Tasche —, da war man zunächst im Ausland verblüfft, und man sagte sich, mit einem kleinen Rückblick auf die unseligen Jahre 1922 und 1923: Aha, d i e Notenpresse. Die Entwicklung lief nun aber ganz anders, als man es sich gedacht hatte. Der Zahlungsmittelumlauf hat in den vergangenen fünf Jahren des Aufbaus zugenommen. Aber ist dies ein Wunder, wenn in der Wirtschaft seit 1932 über sechs Millionen Menschen mehr Arbeit bekommen haben und demnach auch wieder Lohn und Gehalt beziehen? Wenn die Wirtschaft wieder auf vollen Touren läuft, wenn produziert, gekauft und verkauft wird? Zum Bezahlen gehört doch schließlich Geld, und die Reichsbank muß dafür sorgen, daß auch dem Bedarf entsprechend genügend Zahlungsmittel vorhanden sind. Das wäre ein schöner Zustand, wenn eines Tages der Betriebsführer seiner Gefolgschaft erklären würde, er könne weder Löhne noch Gehälter auszahlen, weil die Reichsbank nicht genügend Banknoten und Münzen zur Verfügung gestellt hätte! Sehen wir uns doch einmal die Zahlen an: Es stiegen von 1933 bis 1937 der Zahlungmittelumlauf um 24 v. H. die Zahl der Beschäftigten „ 41 „ das Volkseinkommen * „ 46 „
die Produktion (nach dem Index) „ 79 „ die Einzelhandelsumsätze „ 42 „
Was sagen uns diese Zahlen? Wir müssen hier einmal ein Führerwort in Erinnerung bringen, daß jede Mark, die mehr ausgegeben wird, vorher auch erarbeitet sein muß, wenn unsere Währung stabil bleiben soll. Nun, das beweisen unsere Zahlen wohl genügend. Der Zahlungsmittelumlauf ist bei weitem nicht in dem Ausmaß gestiegen, wie dies nach der Produktionsentwicklung und nach der Steigerung des Volkseinkommens denkbar gewesen märe: Wir wollen auch nicht vergessen, daß 1935 die Saar wieder ins Reich eingegliedert wurde und in diesem Gebiet die französische von der deutschen Währung a b g e l ö st wurde. Dafür mußte auch der Zahlungsmittelumlauf erhöht werden.
Wir können nicht alle Fragen in diesem Zusammenhang anschneiden. Aber jeder erlebt es ja täglich selbst, daß die Reichsmark ein „ehrlicher Schein" geblieben ist. Und immer wieder wird trotzdem im Ausland der warnende Finger erhoben: Ja, aber die kurzfristige Finanzierung mit Sonderwechseln! Wir müssen uns eigentlich wandern, woher das Ausland die moralische Berechtigung nimmt, so um die Stabilität unserer Währung besorgt zu sein, wo es selbst sich zur Genüge in Abwertungen und Währungsexperimenten — meist zum Schaden der breiten Masse — herumgetummelt hat. Aber auch bezüglich der Sonderwechsel hat Dr. Schacht dem Ausland das Wort vor kurzem abgeschnitten. Wir werden zukünftig keine Sonderwechsel mehr ausgeben und Schatzanweisungen nur in einem Ausmaß, daß sie bei Fälligkeit ohne weiteres e i n g e l ö st werden können. Wir, die Gewarnten, haben bessere und vor allem verantwortungsbewußtere Währungsgrundsätze als das Ausland.
Was haben wir aber erreicht? Wir wollen nur einen Satz sagen: Alle haben Arbeit, und die Wirtschaft ist mit ^Aufträgen gesättigt. Wenden wir aber einmal einen Blick nach Oesterreich. Das Schuschnigg-Regime war ebenso ängstlich wie — tatenlos. Schuschnigg konnte genau fo wenig wie der größte Teil des Auslandes den von uns betonten Vorrang der Arbeit begreifen und betrieb daher — ähnlich wie einmal Brüning in Deutschland — eine Deflationspolitik mit dem Erfolg, daß Arbeitslosigkeit und Elend immer größer wurden. Fabriken lagen still, Wirtschaftszusammenbrüche nahmen zu. Lieber wurde vom Ausland Geldgepumpt, bevor man tatkräftig die eigenen Finanzierungsmöglichkeiten ausnutzte. Schrumpfung dort — bei uns Aufblühen der Volkswirtschaft. Wie machen die Deutschen das nur? fragt das Ausland. Oesterreich wird es jetzt selbst miterleben und am Aufbauwerk helfen können.
Also sprach Krupp...
Geschäftsberichte sind keine Leitartikel oder Wahlreden. Ihre Sprache ist sachlich, nüchtern, knapp, ohne jede propagandistische Absicht. Denn die Män- ncr der Wirtschaft haben kühle Köpfe, wenn sie Rechenschaft ablegen. Sie pflegen jeden rosenroten Optimismus zu verabscheuen, wie sie sich auch vor Übertriebenem Pessimismus hüten. Beides könnte ihren Unternehmen schaden. Darum ist es doppelt interessant, zu erfahren, wie sich in den Geschäftsberichten unserer großen Jndustriewerke die Zeit widerspiegelt.
Also beurteilte Krupp die Arbeit im Ge°
Kleine Schnappschüsse vom Rande der Ereignisse.
L i n k s oben: Die Jugend fand willkommene Sitzplätze auf den Bäumen, die, da sie noch nicht belaubt waren, einen großartigen Ueberblick über die Straße gestatteten.
Rechts oben: Hier wurde der Mast der Straßenbeleuchtung zu einem Aussichtsturm. Das Schild der Straßenbahn-Haltestelle bot eine wenn
auch nicht sehr bequeme, so doch eine Sitzgelegenheit hoch Über dem Gedränge auf, den Gehsteigen.
Links unten: Inmitten des Menschenwalles, der die Kaiserstraße säumte, sah man auch einige Schwarzhemden aus dem faschistischen Italien, die mit ebenso großer Geduld und Ausdauer wie die deutschen Volksgenossen des Führers harrten.
Rechts unten: Wie eine einzige große Familie hatten sich die erwartungsvollenZuschauer am Rande der Straße niedergelassen. Die Volksgenossen, die auf diesem Bilde zu sehen sind, haben sich sehr frühzeitig und noch bevor überhaupt die Absperrung anrückte, hier niedergelassen. Jedermann brachte sich einen Stuhl mit. Als Lohn für Geduld und Ausdauer konnten sie den Führer aus wenigen Metern Entfernung sehen.
(Aufnahmen [2]: NS.-
Gaudienst, [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
V
W I
V •
Vt p*
- *
»
Das Wunder in Sachsen.
„Das hätte ich vor fünf Jahren nie für möglich gehalten." - Zahlen sprechen. Von unserem auf eine Oeuischlandreise enisandten Sonderberichterstatter Heinz Otto.
schäftsjahr 1931/3 2: „Ein Jahr beifpiel« losen geschäftlichen Tiefstandes liegt hinter uns. Wir müssen jn der Geschichte unserer Firma weit zurückgehen, um Zeiten einer derartig geringen Produktion wie der des vergangenen Jahres zu begegnen. Die Erzgewinnung auf unseren Gruben sank auf den Stand von 1 874, die Eisen- und Stahlerzeugung unserer Hüttenwerke ging auf den Stand von 1904, die Stahl-
Deine Stimme dem Führer,
denn er erreichte es, daß das deutsche Volkseinkommen, welches im Jahr vor der Machtübernahme 45,2 Milliarden Mark betrug, binnen fünf Jahren die runde Summe von 68 Milliarden Mark erreichte, also eine Zunahme um genau 50 v. h. erfuhr.
erzeugung der Gußstahlfabrik auf den Stand von 18 9 0 zurück ... Eine weiterreichende und dauernde Besserung der Wirtschaftslage Deutschlands kann nur erwartet werden, wenn endlich Ruhe und Stetigkeit in seinen innerpolitischen Verhältnissen wiederkehren."
Also beurteilte Krupp die Arbeit imGeschäfts- bericht 19 3 6/37: „Das abgelaufene Geschäftsjahr stand im Zeichen einer weiteren Aufwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft ... Die meisten unserer Werke waren bis an die Grenze ihrer Leistungs- fähigkeit beschäftigt ... Die gute Beschäftigung des Unternehmens zeitigte ein wirtschaftlich befriedigendes Geschäftsergebnis ... Ein großer Auftragsbestand und weitere in Aussicht stehende Aufträge aus dem In- und Auslande sichern unseren Betrieben über das laufende Jahr hinaus eine gute Beschäftigung." Den Kommentar dazu geben wir am 10. April! H. Ev.
Plauen i. V., im März 1938.
Wenn man mit dem Kraftwagen durch Sachsen fährt, weiß man als Reisender zunächst nicht, soll man diese deutsche Landschaft wegen ihrer Schönheit, die Jahr- um Jahrtausende und aber Tausende von Fremden anzieht, bewundern oder ob des Fleißes ihrer Industrie. Sachsen hat — wohl einmalig im ganzen Reich — die Eigentümlichkeit, gleichzeitig Industrie-, Agrar- und Fremdenoerkehrsgebiet zu sein.
Auf der Autobahn verlassen wir Dresden in Richtung Freiberg. Kurz vor Freiberg überqueren wir eine der gewaltigen Autobahnbrücken, welche die Freiberger Mulde in 75 Meter Höhe und 400 Meter Länge überquert. Es ist ein einzigartiges Bild, wie sich dieses Bauwerk in die Landschaft einfügt. Als kleine Burschen haben wir bei Schulausflügen und Reisen die alten Römer st raßen bewundert, deren Fundamente heute noch deutlich erkennbar sind. Damals haben wir mit leisem Gruseln vor der Größe jener Zeit bewundernd gestanden. Die Straßen Adolf Hitlers, über deren eine uns jetzt der Weg führt, find noch viel gewaltiger. Die alten Römerstraßen find kleine Feldwege, verglichen mit diesen Straßen. Es macht stolz, in einem Land zu leben, zu einem Reich zu gehören, die solche Werke zu bauen vermögen.
In Freiberg sind wir mitten im Herzen des Erzbergwerksgebietes. Wir besuchen eine dieser neu erschlossenen Gruben, die Grude Beihilfe Kurprinz. Es ist Sonntags-Betrieb, nur
wenige Arbeiter sind mit Reparaturen beschäftigt, und so können wir, ohne die Arbeit zu behindern, das Werk besichtigen. Der Betriebsführer zeigt uns zunächst die alten Pläne der Grube, die wahrscheinlich schon lange von 1600 angelegt wurde. Im Jahre 1912 wurde die Grube dann völlig stillgelegt, weil die Herren Geheimräte errechnet hatten, daß eine „wirtschaftliche Ausbeutung" nicht mehr möglich sei. So wie diese Grube, waren die meisten Freiberger Erzbergwerke in jener Zeit stillgelegt worden, und eine Stadt, die bis dahin fast ausschließlich vom Erzbergwerk gelebt hatte, drohte völlig zu verarmen. Gleich nach der Machtübernahme im Jahre 1933 wurden auf Initiative der Partei zunächst die Vorbereitungen bergwirtschaftlicher und geologischer Art zur Wiederaufnahme der Ausbeutung begonnen. Im Jahre 1935 konnte dann der erste Spatenstich für den Neuaufbau der Werksanlagen getan werden.
„Es war eine schlimme Arbeit", so berichtet der Betriebsführer des Werkes, „erst wieder einmal an die Erzvorkommen heranzukommen. Wir mußten allein 1 100 000 Kubikmeter Wasser und Schlamm aus der Grube herauspumpen. Mit 100 Mann haben wir 193» diese Arbeit begonnen. Heute können wir schon 400 Mann beschäftigen und fördern täglich 200 Tonnen hochsilberhaltiger Bleierze."
Stolz führte uns der junge Betriebsführer in eine kleine neuaufgebaute Fabrikhalle und zeigt uns die verschiedenen hier aufgestellten Kompressoren, mit denen die Druckluft erzeugt wird, die unter Tage für die Bohrungen gebraucht wird. „Sehen Sie die-
Jubel begleitet die Söldaten des Führers.
Deutschland wieder wehrhaft und stark! Dankt dem Führer am lO.ülprill Ihm Dein Ja!
W
M
u r
IfV.
Schirmherr der deutschen Kunst.
Die deutsche Kunst feiert in den monumentalen Bauten des Führers ihre Auferstehung^ 1
Das dankt ihm Kunst und Volk am 1-» April: Dein Ja dem Führerl
t


