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Die entsprechend einer königlichen Verfügung den Geschlechternamen: Prinzessin vonOra- nien-Nassau, Prinzessin zur Lippe- B i e st e r f e l d führen wird, und die heute nach ihrer Mutter die nächste Thronerbin ist, würde sich ändern, falls die Kronprinzessin in Zukunft einem Sohn das Leben schenken sollte, da nach niederlän­discher Verfassung in der Thronfolge die männ­lichen Angehörigen des Königshauses den Vorrang genießen.

Da der Kronprinzessin Juliana Geschwister versagt geblieben sind, knüpfte sich an sie die Hoff­nung des ganzen Landes, und Juliana hat es ver­standen, die ihr entgegengebrachte Liebe zu recht­fertigen. Sie wurde in der schlichten Familientra­dition erzogen, die eine Stärke Hollands bildet. Sie vollendete ihre Ausbildung an der alten Reichs­universität Leiden und hat seit der Zeit ein offenes Auge unb viel Verständnis für die Notwendigkeiten und Bedüfnisse des Landes gezeigt. Einfach und ungezwungen im Verkehr mit Menschen schenkte sie ihre ganze Aufmerksamkeit den sozialen Einrichtun­gen, vor allem dem holländischen Roten Kreuz, dessen Werke der Menschenliebe weit über die Gren­zen des Landes bekannt sind. Am letzten Tage des November drohte ein schwerer Kraftwagenunfall einen dunklen Schatten auf die heutige Festesfreude zu werfen. Auf dem Wege von Soestdijk nach Den Haag hatte der Prinz der Niederlande, der seinen Wagen selbst lenkte, im Morgengrauen einen Zu­sammenstoß mit einem Lastwagen, lieber einen Monat war Prinz Bernhard ans Krankenlager ge­fesselt. In jenen Tagen konnte man beobachten, wie groß die Volkstümlichkeit dieses deutschstämmigen Prinzen in Holland ist. Das ganze Land nahm regsten Anteil an seinem Unfall, und seine Wieder­genesung wurde wie ein Fest gefeiert. Wenn nun Elternglück ins Haus des jungen Prinzenpaares einzieht, so ist die Freude darüber um so größer Kinderreichtum wird wie bei uns als Auszeichnung empfunden. Die Bande der Sippe werden in jeder Meise gepflegt. Diesen Grundsätzen verdankt das hol­ländische Volk seine zähe Lebenskraft. Freuden der jungen Mutter werden von allen geteilt. So löst denn auch das Mutterglück der Prinzessin, ab­gesehen von allen staatspolitischen Erwägungen über die Thronfolge rein menschlich ein freudiges Mitgefühl im holländischen Volke aus und gerade diese Tme im allgemeinen Festesjubel sind es, die besonders sympathisch berühren.

Die Glückwünsche des Führers.

Beolin, 31. Ian. (DBB.) Zur Geburt der Prinzessin der Niederlande hat der Führer und Reichskanzler sowohl Ihrer TNasesiät der Königin als auch Prinzessin Juli­ana und ihrem Gemahl telegraphisch seine Glückwünsche ausgesprochen.

Wie aus Schloß Soestdijk verlautet, ist der Ge­sundheitszustand der Kronprinzessin Juliana und der neugeborenen Prinzessin gut. Durch königlichen Erlaß ist anläßlich bgr Geburt der Prinzessin eine Arnnestie für Heer und Flotte verkündet wor­den, die sämtliche Disziplinarstrafen umfaßt. Die Anmeldung der neugeborenen Prinzessin wird heute durch den Vater, den Prinzen Bernhard der Niederlande, im Beisein des Ministerpräsidenten und des Vizevorsitzenden des Staatsrates beim zu­ständigen Standesbeamten, dem Bürgermei­ster der Ortschaft Baam, erfolgen. Für Dienstag ist ein nationaler Festtag angesetzt. Ministerpräsi­dent Colijn wird in einer Rundfunkanspräche sich zum Dolmetscher der Gefühle machen, die das nie­derländische Volk beseelen. Auch sollen am Diens- tag die Vornamen der neugeborenen Prinzessin bekanntgegeben werden. Für Mittwoch ist eine feier­liche Sitzung der General st aaten ange­setzt. Die Zeitungen bringen umfangreiche Festaus­gaben, in denen mit großer Befrichiaung das freundliche Echo aus dem Ausland, insbe­sondere aus D e u t s ch l a n d, zur Kenntnis genorn- men wird.

Freiherr von Neurath.

DerReichsautzentninister wird VSJahre alt.

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Der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr Konstantin von Neurath, wird am mor­gigen 2. Februar 65 Jahre alt. Er ist 1873 in Klein- Glattbach, Württemberg, geboren, entstammt jedoch einer alten Patrizierfamilie unserer Nachbarstadt A l s f e l d , in der eines der schönsten alten Bürger­häuser an die Familie Neurath erinnert. Bei Kriegsausbruch war Freiherr von Neurath gerade Botschaftsrat in Konstantinopel. Er eilte zur Front, wo er bis zum März 1915 als Kompanieführer kämpfte. Er war dann auf Anfordern des Auswär­tigen Amtes wieder Botschaftsrat in Konstantinopel, wurde 1917 Kabinettschef des Königs von Württem­berg, 1919 Gesandter in Kopenhagen und ging von dort 1922 als Botschafter beim Quirinal nach Rom. Im Juni 1930 kam Herr von Neurach als Botschafter nach London, wo er sich, wie auf allen feinen diplomatischen Posten, sowohl amtlich wie persönlich eine außerordentliche Hochachtung und Wertschätzung zu erwerben wußte. Seit dem 2. Juni 1932 steht er nun an der Spitze des Außenministe­riums.

Freiherr von Neurath gehört zu den Mannern, die in stiller, zäher Arbeit <j)en Boden für die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung vorbe­reitet haben; selbst die Genfer Liga mußte sich wo-

Der historische Fackelzug zurReichskanzlei

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Am Abend des 30. Januar gab es wieder das überaus eindrucksvolle Bild des großen Fackelzuges vor dem Führer. 25 000 Mann der SA., NSKK., die Polittfchen Leiter, HI., Reichsarbeitsdienst, NSFK. und auch zahlreiche andere Organisationen zoaen im Schein der Fackeln am Führer vorüber. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

nigitens theoretisch zur Anerkennung dieser Forde­rung in der Fünfmächteformel vom 11. 12. 1932 be­quemen. Die Wiedererringung der uneingeschränk­ten Souveränität Deutschlands und die lange Reihe außenpolitischer Erfolge feit 1933 ist auch mit dem Namen des Reichsautzenministers aufs engste ver­knüpft. Der Führer und Reichskanzler hat wieder­holt Anlaß genommen, die erfolgreiche Arbeit fei­nes Außenministers auch nach außen hin durch sehr hohe Ehrungen anzuerkennen. Am 30. Januar 1937 verlieh er ihm das Goldene Parteiabzeichen und am 18. September ernannte er ihn zum Ehren-Grup- penführer der ff. Gerade die wiederholten Aus­landsreisen von Neuraths im vergangenen Jahr, u. a nach Italien und zu den Staaten im Südosten Europas zeigten erneut, welchen wertvollen Mit­arbeiter unser Staatsoberhaupt in seinem Reichs­außenminister hat.

Ein Wehrwirischastsrai.

Berlin, 31. Jan. (DRV.) MlnlsterprSsidenl Generaloberst Göring hat als Beauftragter Wirt- chaftsminister einen Wehrwirtschaftsrat geschaffen, )er bei der Reichswirtschaftskammer eingerichtet wird. Zu RUtgliedern des Wehrwirt­schaftsrates werden hervorragende Persönlichkeiten, die sich besondere Verdienste um die deutsche Wirt­schaft erworben haben, unter gleichzeitiger Ernen­nung zum Wehrwlrtschaftsführer berufen. Die neuernannten Wehrwirtschaftsführer sollen sich im Wehrwirtfchaftsrat mit allen Kräften für eine Stärkung der deutschen Wirtschaft einfehen, um so zu gewährleisten, daß diese allen Anforderungen gerecht werden kann, die zur Sicherung des deutschen Volkes an sie gestellt werden müsien.

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-er Hessischen Landesregierung.

NSG. Am Montag versammelten sich auch die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Hessischen Landesregierung im Plenarsaal des ehemaligen Landtagsgebaudes sowie im Feftsaal des Alten Palais in Darmstadt zum Betriebsappell. Staats­sekretär Reiner erstattete dem Führer der Lan­desregierung, Gauleiter, Reichsstatthalter Spren­ger, Meldung. Der Gauleiter erinnerte an die großen Erfolge der fünf Jahre nationalsozialistischer Volks- und Staatsführung: an die Errichtung der Reichsautobahnen sowie an die Meliorationen zur Gewinnung von Grund und Boden für die Er- nährungsfreihett. Er führte dann weiter aus, daß auf der Grundlage der Gemeinschaft die national- sozialistische Bewegung vorangetragen worden sei, und daß wir der Treue, dem Glauben und der Opferwilligkeit dis zum letzten den Aufbau des neuen Staates verdanken würden. Gauleiter Sprenger gab ein klares Bild des neuen deut­schen Beamten, der ebenso in der Gemeinschaft des nationalsozialistischen Volks- und Staatslebens seine Pflicht zu erfüllen habe. Er dankte allen für die treue Pflichterfüllung feit dem Tage der Macht­ergreifung und erklärte, daß gerade Hessen ein gutes Stück zur Hebung des Rufes der Beamten vorgearbeitet habe, die in Hessen erfolgten Verein­fachungen seien mustergültig im ganzen Reich. Er forderte dann die Beamten auf, als treue Gefolg­schaftsmänner des Führers weiter ihre Pflicht zu tun.

Für Verdienste um das 2Rote Kreuz.

Berlin, 31. Jan. (DNB.) Aus Anlaß der Be­teiligung an den Arbeiten für das Gesetz über das Deutsche Rote Kreuz sind mit Zustim­mung des Führers und Reichskanzlers folgende Auszeichnungen verliehen worden: die I. Klaffe des Ehrenzeichens des Deutschen Roten Kreuzes Staatssekretär Dr. S t u cf a r t, Ministe­rialdirektor Dr. Schütze, die Ministerialdirigenten Dr. Seel und Wölke, Ministerialrat Geheimer Regierungsrat Freiherr von Tschammer unb Quarifo; das Derdienstkreuz zum Ehren'zei- chen des Deutschen Roten Kreuzes: die Ministerial- rate Geheimer Regierungsrat Dr. Weinholtz, Dr. Danckweris, Schattenfroh, Dr. Fuchs, Dr. Medicus, Dr. Storck, die Oberregierungsräte Krug von Nidda, Krebs, Dr. Engel, Kaibel, Amtsrat Hoppe; das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes: Regie­rungsoberinspektor Hucke, Ministerialkanzleivorsteher Karl Schulz, Ministerialkanzleivorsteher Fellien; das Damenkreuz: Frl. Marquardt; die Rote-Kreuz-Me- daille: Minifterialamtsgehilfe Glatte.

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DerMenfcherr-Engpaß".

Der Bedarf von Arbeitskräften für die Landwirtschaft.

Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitslosen­versicherung und Arbeitsvermittlung, Dr. S y r u p, hat in einem Gespräch mit einem Vertreter des Berliner Tageblatts" denMenschen-Eng- p a ß " in der Wirtschaft als schwieriger bezeichnet, als den Devisen- und Rohstoffengpaß. Die Geburten aus fälle der Krisenzeit und der Rück­gang der ©eburtenßiffer in der Zeit von etwa 1922 bis 1933 machen sich in den nächsten zehn Jahren dadurch empfindlich fühlbar, daß nicht weniger als insgesamt 1,5 Millionen jugendliche Arbeitskräfte fehlen. Dieser Mangel ist in der Landwirtschaft am merklichsten. In ihr arbeiteten vor dem Kriege auch zahlreiche Ausländer, sogenannte Sachsengänger, die heute zum großen Teil in Wegfall gekommen sind. Hier ist das Problem der notwendigen Arbeitskräfte ver- bunden mit dem Problem der Devisenwirtschaft. Arbeiter aus dem Auslande, die während der Be- stellungs- und Erntezeit in Deutschland arbeiten, haben den natürlichen Wunsch, einen Teil ihres Lohnes in fremden Zahlungsmitteln wieder aus­zuführen. Und wenn dieser Devisenbedarf im Einzelfalle auch nur gering ist und etwa 350 Mark betrögt, so ergibt sich doch nach einem ein­fachen Einmaleins eine sehr erhebliche Summe für etwa 100 000 ausländische Arbeiter, mit denen wir in diesem Jahre als Mindestzahl rechnen.

Dr. Syrup verweist darauf, daß in der Land­wirtschaft zwei große Bedarfsgruppen an zusätz­lichen Arbeitern vorhanden sind: einmal Arbeiter für das ganze ländliche Arbeitsjahr, das infolge des stärkeren Anbaus von Hackfrüchten, der Ein­führung neuer Arbeitsmethoden und Kulturen ja die Tendenz zeigt, sich auf das ganze Kalenderjahr zu erstrecken und die winterliche Ruhepause zu ver­ringern; zweitens handelt es sich um eigentliche Erntehilfsarbeiter. In dem kommenden Landwirtschaftsjahr sollen 40 000 Landhelfer mobil gemacht werden. Die Hitler-Jugend wird zu der Einzellandhilfe ebenso beitragen wie der weibliche Arbeitsdienst, der Einsatz von Beurlaubten aus Wehrmacht und In- d u ft r i e und schließlich die Studentenschaft sowie besonders die Partei mit allen ihren Gliederungen. Die NSD. wird den Einsatz weib­licher Arbeitskräfte durch Vermehrung der Ernte­kindergärten erleichtern und erweitern; aber Dr. Syrup macht nachdrücklich darauf aufmerksam, daß ein Pflichtjahr für weibliche Ar- beitströfte bis zum 25. Lebensjahr sich immer stärker als notwendig erweise. Etwa in der Form, daß kein Mädchen bis zum 25. Lebensjahr eine Arbeit in irgend einem Wirtschaftszweig annehmen darf, bevor es nicht den Nachweis einer mindestens einjährigen Tätigkeit in einem landwirtschaftlichen, hauswirtschaftlichen oder pflegerischen Berus er­bringen kann.

Das schöne Dorf.

NSG. In Frankfurt fand die erste Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für Dorfverschönerung im Gau Hessen-Nassau statt. Der Arbeitsgemeinschaft ge­boren Vertreter der Partei, ihrer Gliederungen und sämtlicher anderen Stellen an, die bei der Dorf- Verschönerung mit eingesetzt werden. Der KdF.- Beauftragte für Landwirtschaft, Franz Gutsmiedl, erklärte, das Ziel der Aktion fei, daß der Mensch sich in seinem Dorf wohlfühle. Damit würde auch die Landflucht beseitigt werden. Die Dörfer müh- ten aus sich heraus das neue Bild ihres Dorfes schaffen. Es sei Aufgabe dieser Arbeitsgemeinschaft, in der Bevölkerung den Willen zu dieser Arbeit zu wecken. Zu der Gauarbeitsgemeinschaft würden Kreis- und O r t s a r b e i t s g e m e i n s ch a s- t e n treten, die mithelfen sollen, die Entwicklung des Geschmacks im- Dorfe anzuregen und zu leiten, die natürlich auch ins persönliche Leben, in die eigene Wohnung, übergreifen müsse. Wegen der schweren Vergleichsverhältnisse in größeren Gebieten würden nur Wettbewerbe innerhalb der einzelnen Kreise durchgeführt werden. Reichsstellenleiter Gutsmiedl ergänzte seine Ausführungen durch Licht­bilder, an Hand deren er immer wieder auftretenden Fehlern in der Dorfgestaltung vorbildliche Lösun­gen gegenüberstellte. Er zeigte, welche umfangreiche Arbeit an der Verschönerung der Straßen, an ihrer Sauberhaltung, an der Pflege der Häuser und Gär­ten, an der Anlage von Bäumen, Hecken, Höfen, Zäunen und an der Ufergestaltung der Bäche zu leisten ist. In dieser Erziehungsarbeit wollen wir das deutsche Dorf jo schön wie nur möglich machen.

Ungarn im neuen Jahr.

Aon unterem v. H 'Berichterstatter.

Nachdruck verboten!

B u d a p e st, Januar 1938.

Nach einem an irreren und äußeren Ereignissen reichen und bewegten Jahr geht Ungarn mit Zei­chen einer sichtbaren inneren Kräftigung und äuße­ren Festigung in das Jahr 1938 hinein. Nach dem Tode des Ministerpräsidenten G ö m b ö s im Spät­herbst des Jahres 1936 übernahm das ihm nach- olgende, heute regierende Kabinett Daranyi ein schweres Erbe. Görnbös, der die Zeichen des neuen europäischen Zeitalters wahrlich verstanden hatte, schied aus dem Leben mit dem Bewußtsein, eine neue Epoche eingeleitet zu haben, deren Durch­bruch jedoch erst seine Nachfolger erleben würden. Mit großer staatsmännischer Ruhe, Zähigkett, Ge­duld und Planmäßigkeit hat sein Nachfolger, Mi­nisterpräsident Daranyi, die Durchführung feines Erbes übernommen. So sehr sich feine Methoden von denen von Julius Görnbös unterscheiden, so sehr sttmmen diese beiden Männer in der letzten Zielsetzung überein.

Daranyi geht davon aus, daß dem kleinen, nach dem Weltkriege zwei Drittel seines Gebietes be­raubten, teils in großer Armut und Not lebenden ungarischen Volk die Stürme einer revolutionären Entwicklung und revolutionäre Erschütterungen un­ter allen Umständen erspart werden müssen. So hat Daranyi das Renformwerk von Julius Görnbös Zu­nächst mit der Methode taktisch-parlamentarischer Arbeit weiter fortgeführt. Während nach außenhin das tradittonelle parlamentarische Regime streng eingehalten wurde, hat die Regierung Daranyi tat­sächlich in diesem Jahre ihre Pläne unumschränkt durchsetzen unb ihre Macht und Geltung immer weiter ausbauen und vertiefen können. Selten hat eine ungarische Regierung äußerlich mit so viel tak­tischer Rücksichtnahme auf das Parlament und dis parlamentarische Opposition, tatsächlich aber mit so viel Entschlossenheit, Festigkeit und Zielsicherheit re­giert wie das Kabinett Daranyi.

Die Regierung hat im Laufe dieses Jahres di- dreifach gegliederte Verfassungsreform em« geleitet und zum Teil bereits, durchgeführt. Dek erste Schritt war die parlamentarische Sicherung des Gesetzes über die Erweiterung der Machtbefugnisse und die Regelung der Nachfolge des Reichsverwesers. Mit diesem staatsrechtlich und verfassungsrechtlich ent* scheidenden Gesetz wurde auf der einen Seite bid Machtstellung des Reichsverwesers über und neben den gesetzgeberischen Körperschaften, dem Oberhaus und dem Abgeordnetenhaus, enbgülfig feftgelegt. Auf der anderen Seite regelt dieses Gesetz bie seit 20 Jahren offene Fraae der Nachsvlgeschaft des Reichsverwesers. Praktisch wurde durch dieses Ge­setz dem Habsburger Legitimismus, all den törichten und vaaen Aspirationen wurzelloser Erz­herzoge und der bedeutungslosen Anhängerschaft des Legitimismus der Boden entzogen. Der zweite Schritt war die Regelung der Rechtsstellung des Oberhauses, das als Gegengewicht gegen das Abgeordnetenhaus in feiner Rechtsgeltung aus- gebaut und vertieft wurde. Die Regierung Daranyi hat nun, wenige Tage vor dem Jahresschluß, den dritten entscheidenden Schritt in der Linie des ver­fassungsmäßigen Umbaues des Staates getan. In einer kurzen, formellen Sitzung des Abgeordneten­hauses brachte die Regierung Daranyi den Gesetz­entwurf über die Einführung de s all­gemeinen unb geheimen Wahlrechtes ein. Damit schließt sich der Ring und damit steht bie Derfassungsreform, die Julius Gömbös ange­kündigt und die Daranyi als bas Erbe Gömbös' durchzuführen übernommen hatte, vor dem Ab­schluß.

Hinter den parlamentarischen Debatten unb Kämpfen zeigt nun gerade das verflossene Jahr in Ungarn eine innere weltanschauliche Auseinander­setzung, die von Monat zu Monat an Breite unb Tiefe zunimmt, deren Tempo vielleicht heute noch schwer zu beurteilen ist, an deren letzte Auswir­kung unb Zielsetzung jedoch kaum ein Zweifel be­stehen kann. Schon seit langem sind in Ungarn die sogenannten rechtsgerichteten Ideen am Werk. Die Jugend scharte sich schon seit Jahren um Julius Gömbös, als den Führer der sogenann­tenRassenschützler-Dewegung", deren Ziel die na­tionale Erneuerung, der soziale Umbruch und die Befreiung des Volkes von der Judenherrschaft war. Das äußere Bild der von der ganzen ungarischen Oeffentlichkeit so leidenschaftlich empfundenen und erörterten, so heiß umkämpften und umstrittenen radikalen Rechtsbewegung zeigt zunächst eine Zer­splitterung, ein Gegeneinander und Neben­einander der Kräfte, einen Mangel an Einheit unb einheitlicher Organisation. Aus der unzähligen Fülle der rechtsgerichteten Verbände, der zahllosen rechtsradikalen Jugendorganisationen und einzel­nen Gruppen und Grüppchen ragen nach außenhin drei Organisationen stärker hervor^ 1. DieN a tionale Front" unter der Führung des be­kannten Reichstagsabgeordneten Dr. Franz Raj- n i ß, erblickt ihre Aufgabe in erster Linie in der Auslese und Ausbildung politischer Führerpersvn- lichkeiten. Sie will eine streng disziplinierte, straff durchgegliederte Führergruppe sein, bie, ohne eine Massenorganisation zu bilben, bie großen rechts­radikal eingestellten Massen erfaßt und leitet. Sie setzt sich vornehmlich aus der akademischen Jugend und den Mittelklassen zusammen. 2. DieUn­garische Nationalsozialistische Par­tei, an deren Spitze der Abgeordnete Balogh unb ber so viel genannte Generalstabsmajor a. D. Franz Szalasi stehen. Diese Bewegung trägt einen ausgesprochen ungarisch-nationalsozialistischen Charakter und strebt bie Erneuerung des Landes auf Wegen an, die an den geschichtlichen Durch­bruch in den beiden großen mitteleuropäischen Staaten erinnern. 3. DiePfeilkreuzlerbe- w e g u n g" unter Führung des Grasen Alexander F e st e t i c s , zahlenmäßig bie stärkste Gruppe, deren Anhängerschaft weit über das ganze Land verbreitet ist, die jebod) an einem Mangel an Füh- rerpersönlichkeiten leibet.

Alle biefe Gruppen sind in ihrer Weltanschauung unb letzten Zielsetzung einanber gleich. Das Ziel ist unb bleibt die nationale Erneuerung unb Gesundung bes Volkes, bie Schaffung neuer ver­fassungsmäßiger Formen, durchgreifende soziale Reform, Ueberwinbung der Klassengegensätze, Neu­regelung bes Bodenbesitzes und vor allem die völlige unb endgültige Ausschaltung bes Juben- tu m s aus den bisher gehaltenen Machtstellungen. Dieses äußere Bild kann jedoch in keiner Weise miebergeben, wie stark heute gerade unter der ungarischen Jugend bie weltanschauliche Ausein­andersetzung mit dem neuen europäischen Ideengut im Gange ist, wie heiß unb leidenschaftlich die Kämpfe unb Debatten über bie Erneuerung und Gesundung des Volkes, die Befreiung von det

Vn°l-»rt°id! ' Ordnung: General Inneres: Serrano Finanzen: Andres Industrie und Hai Landwirtschaft: tP tär der Falang Nationale Erziehu Oeffentliche Arve, Syndikate: Ganz, In der Einleitung bildung weist Genc bisherige staatliche BezeichnungTech sang an als Provi Augenblick gekomr waltung des l der Ministerien g< dies ein Vargreifer Staatsform b tion bleibe dem ftc nalen Beweg' Leben gerufen hab werde die grundli mit sicherem, entji nommen.

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