Nr. 305 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 31. Dezember 1057 A. Januar !038
Gießen an der Jahreswende 1937/36.
Das Skagerrak-Ehrenmal konnte feiner Bestimmung übergeben werden
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Die Straßenumgestaltung in der Liebigstraße.
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Das fünfte Jahr des nationalsozialistischen Aufbaues in Gießen geht mit dem Ablauf des Jahres 1937 zu Ende. Wir haben es bei seinem Erscheinen mit großen Hoffnungen begrüßt. Heute am Jahres- schluß können wir die erfreuliche Feststellung machen, daß es im Verlaufe dieses Jahres mit unserem Gemeinwesen wiederum m glücklicher Weise aufwärtsgegangen ist. Dafür haben wir auch als stadt vor allem dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler zu danken, unter dessen weit vorausschauender, glücklicher Führung die Gesamtheit des Reiches und mit ihr unsere Stadt in friedlicher Arbeit ein neues Stück segensreichen Aufbaues voll- dracht hat. Der Dank der Gießener Bevölkerung zebührt aber auch den Männern, die sich unter tat- iräftigstem Einsatz ihrer Person der Förderung un- crer Stadt widmen und allezeit bestrebt sind, guten Dienst für die Gesamtheit zu leisten. Es ist erfreulich, zu hören, daß die tatfrohe Mitarbeit und die
ordneten den Ratsherren unserer Stadt vorstellen und zugleich die beiden neuen Mitarbeiter in ihre Aemter einführen. Unserer Stadtverwaltung wurden in den beiden neuen Männern wertvolle Kräfte mit reichen Erfahrungen gesichert. In der Person des Beigeordneten Vogt hat die Stadtverwaltung nunmehr wieder einen Juristen an der Arbeit. Ihm kommt dabei zugute, daß er feit Jahren mit Land und Leuten Oberhessens eng verwachsen ist und außerdem aus seiner früheren Tätigkeit bei der Provinzialdirektion Oberhessen ein großes Maß von Wissen und Erfahrungen in all den Dingen mitgebracht hat, die auch für unser Gemeinwesen von weittragender Bedeutung sind. Mit dem Beigeordneten Nicolaus ist ein geborener Ober- Hesse in den Vordergrund unserer Stadtverwaltung
düngen für Wohnungsbauten im Rahmen der Gemeinnützigen Wohnungsbau G. m. b. H. und anderer gemeinwirtschaftlich notwendiger Einrichtungen der Zinsen- und Schuldentilgungsdienst im Rahmen des Haushaltsplanes sich planmäßig abwickelt, kurzum, die finanzielle Grundlage unseres Gemeinwesens gesund dasteht. Dazu hat auch sehr wesentlich die Tatsache beigetragen, daß in diesem Jahre die laufenden Steuern mit den Hauptbeträgen erheblich pünktlicher gezahlt wurden als in den Vorjahren, und daß dadurch sich die Steuerrückstände wesentlich vermindert haben. Erfreulicherweise konnte bei dieser Lage der Dinge das städtische
Von den städtischen Betrieben liegen gleichfalls erfreuliche Mitteilungen über die Entwicklung im Jahre 1937 vor Das Elektrizitätswerk hatte m diesem Jahre eine Stromabgabe von 14 960 000 kWn gegen 12 611 000 kWh im Jahre 1936 zu verzeichnen; die Höchstbelastung an einem Tage belief sich in diesem Jahre auf 5090 kW gegen 4505 kW im vorigen Jahre. Die städtische Straßenbahn beförderte im Jahre 1937 bei einer Leistung von 640 000 Wagenkilometer 2 129 000 Personen gegenüber 641000 Wagenkilometer mit 2 001 000 Personen im Jahre 1936. Das st ä d t i s ch e Gaswerk verzeichnete im Jahre 1937 eine Gasabgabe im Umfange von 2 877 960 Kubikmeter gegen 2 770 030 Kubikmeter im Jahre 1936. Das städtische Wasserwerk lieferte im Jahre 1937 insgesamt 3 157 390 Kubikmeter Wasser, gegenüber 2 921 630 Kubikmeter im Jahre 1936. Ein ganz erheblich angestiegenes Betriebsergebnis kann das Städtische Biohum- Werk verzeichnen; es lieferte im Jahre 1937 rund 17 500 Zentner Biohum an die Bezieher, gegen 3300 Zentner im Jahre 1936 Der Städtische Schlachthos, der Ende Oktober d I. auf fein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken konnte, weist für das Jahr 1937 folgende Schlachtzahlen (in Klammer sind die Schlachtzahlen des Vorjahres beigefügt) aus: 2841 (2511) Stück Großvieh, 45 (33) Pferde, 9710 (9643) Schweine, 6305 (5969) Käl- be'f, 548 (459) Schafe, 72 (56) Ziegen, 1 (5) Zie- genlämmer und 15 (5) Spanferkel.
Die Entwicklung der Bautätigkeit blieb auch im Verlaufe dieses Jahres sehr fruchtbar. Insgesamt kamen in diesem Jahre in allen Teilen des Stadtgebietes 92 Wohnhäuser mit 265 Wohnungen zu dem bisherigen Bestand hinzu. Im Vordergründe der Bebauung stand neben dem Schwarzlachgebiet besonders das Gelände im Südviertel der Stadt, aber auch in „Sachsenhausen"
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Die neuen Fahnen der Gießener Truppen.
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vrrständnisvolle Einsatzbereitschaft der Gießener Volksgenossen an den führenden Stellen unserer Stadt' dankbare Anerkennung finden in dem Bett ußtsem, daß eben nur durch die kameradschaftlich« Gemeinschaftsarbeit von Führung und Gefolg- foaft das Werk der Gesamtheit gedeihlich entwickelt nerben kann.
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Wenn wir in diesen Jahresschlußstunden unsere ÜHicfe rückwärts lenken auf die wichtigsten Ereig- n sse im Leben unserer Stadt im Verlaufe des Jahns 1937, so erinnern wir uns zuerst des Wechsels jir. der politischen Führung unserer Stadt und hres eirgeren Umkreises durch die Neubesetzung des Amtes des Kreisleiters der NSDAP. 9>itte Oktober trat Kreisleiter Backhaus als Nachfolger des zum persönlichen Adjutanten des Gauleiters ernannten Kreisleiters Dr. Hildebrandt das höchste politische Amt im Kreise Betterau an, damit zugleich auch die maßgebende Führung der Partei in der Stadt Gießen. Die aioße Versammlung in der Volkshalle bei der Amtseinführung des neuen Kreisleiters am 15 Oktober war ein eindrucksvoller Beweis des starken 33?rtrauens mit dem der neue Träger des Kreis- leleramtes in feinem hiesigen Wirkungskreise empfangen wurde. Er findet in Oberhesfen einen anderen Menschenschlag als im Bereiche seines frü- ‘heren Wirkens an der Wasserkante, aber auch hier sird die Volksgenossen gerne bereit, unter der Führung des Kreisleiters Backhaus in vertrauensvoller Zusammenarbeit alle Kräfte einzufetzen für bin vollen Erfolg des nationalsozialistischen Auf- ' "Werkes nach den Weisungen unseres Führers Avoli Witter Auf dieser Grundlage steht in unserer engeren Heimat dem neuen Kreisleiter ein Feld zur Arbeit offen, die fein Wirken fruchtbar machen j® rd und die uns am heutigen Jahresschlußtag mit Zuversicht die Blicke von der Rückschau hin zum Ausblick lenkt '
3 m Bereiche der Verwaltung unserer Stadt ist in Sommer des scheidenden Jahres eine be» ttjfenbe Lücke geschlossen worden. Lange Monate dcltte der Oberbürgermeister als einzigen Berater nur l?men ersten Stellvertreter, Bürgermeister Professor ) Hamm, zur Seite. Die beiden Beige- i öneten ft eilen waren verwaist. Am 15. Juli -97 konnte Oberbürgermeister Ritter im Auf- ircge des Gauleiters den bei der Provinzialdirek- icn Oberhessen bis zu deren Aufhebung tätig ge- D'lfenen Prooinzialrat Vogt als hauptamtlichen Siiigeorbneten und den bisherigen Leiter des Hurftamtes Schiffenberg >n Gießen, Oherforfb nifter Nicolaus, als ehrenamtlichen Beige-
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Umfangreiche Standort-Lazarettbauten wurden im Südviertel errichtet. (Aufnahmen |8]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
eingerückt, der schon seit zehn Jahren als Leiter des Forstamtes Schiffenberg in Gießen tätig war und neben feinem Forstamt sich noch während einer Reihe von Jahren in mancherlei ehrenamtlichen Miturbeiterstellun- gen im Dienste unserer Stadt hervorragend betätigte. Die vom Oberbürgermeister dem Beigeordneten Nicolaus übertragenen Arbeitsgebiete der land- und forstwirtschaftlichen Verwaltung sind bei ihm in bester Obhut.
Im Rektorat der Landesuniversität trat Anfang April gleichfalls ein Personenwechsel ein. Als Nachfolger des früheren Rektors Professor Dr. P s a h l e r , der nach zweieinhalbjähriger Amtsführung um Enthebung von dieser Stelle gebeten hatte, übernahm der Professor der Forstwissenschaft Dr. Baader das Amt des Rektors.
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Bei der Betrachtung der kommunalen Ergebnisse des scheidenden Jahres richtet sich der Blick naturgemäß zunächst auf die Lage der städtischen Finanzen. Hier ist die erfreuliche Feststellung zu machen, daß trotz der starken Erfordernisse auf den verschiedensten Gebieten des städtischen Wirkens die städtischen Finanzen sich in durchaus geordneten Bahnen bewegen, trotz aller Aufwen-
Mahnbüro im Verlaufe des Jahres eine erhebliche Entlastung erfahren. An Hand der Steuerein- jänge kann man auch die erfreuliche Tatsache verzeichnen, daß gerade die kleineren Betriebe unseres Gemeinwesens durch den wirtschaftlichen Aufschwung auch im Verlaufe dieses Jahres erheblich flüssiger geworden sind. Im Interesse der Stadt, aber auch zum Nutzen der Steuerzahler selbst darf man bei dieser Gelegenheit dem Wunsche Ausdruck geben, daß auch in Zukunft die Steuerzahlungstermine immer pünktlich eingehalten werden möchten, um auch auf diesem Wege zu einer Entlastung des städtischen Derwaltungsapparates beizutragen und damit die von der Stadtverwaltung erstrebte Vereinfachung der gesamten Verwaltung zu begünstigen.
wurde eifrig gebaut. Gegenwärtig befinden sich 29 Gebäude mit 53 Wohnungen noch im Bau.
Neben dem Wohnungsbau war die Stadt auch auf dem Gebiete des Straßenbaues rege tätig. Hierüber ist folgendes mitzuteilen:
An Straßenkanälen wurden im Jahre 1937 gebaut: 2716 Meter Schmutzwafferkanal und 1190 Meter Regenwasferkanal. Ferner wurden ausgeführt: 22 045 Quadratmeter chauffierter Straßen- Neubauten, 16 135 Quadratmeter asphaltierter Straßendecken, 57 663 Quadratmeter Ausbesserungen an asphaltierten Straßendecken.
Eine bauliche Verschönerung und, vom Standpunkt des Verkehrs aus gesehen, zugleich eine Verbesserung ist im Laufe des Sommers in derLlebig st r a ß e zwischen Frankfurter Straße
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Reichsautobahn-Abschnitt bis Steinbach fertiggestellt.
Neue Wohnhausbauten in der Schwarzlach.
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Ein Jahrgang „aller Knochen" marschiert aus, den Kalerneu
Umfangreiche Kleinwohnungsbauten am Schiffenberger Weg.


