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Die Erziehungsgrundsä'he der A-ols-Hitler-Schulen.

Ausführungen des Reichsorganifationsleiters und des Heichsjugendleiters.

die Zurücknahme der deutschen Front erfolgte, blieb Busse mit seinen Getreuen der einzige Ver­teidiger dieser äußerst wertvollen Furt mit ihren Eisenbahnsträngen.

Der Russe fühlte alsbald vor, wurde aber von der tapferen Besatzung immer wieder zurückgeschlagen, die, als am 23. August die völlige Einschließung dieses befestigten Platzes erfolgte, nun erst recht den Gegner beschäftigte. Ein vier Tage später ge­machtes Angebot des russischen Oberkommandieren­den, die Feste zu übergeben, lehnte Busse rundweg mit der Bemerkung ab, er werde nur .men Trüm­merhaufen, aber keine intakte Befestigungsanlage dem Feind ausliefern. Und sogleich setzte cr zu einem neuen starken Ausfall an, der zwar 'en russischen Ring nicht sprengte, wohl aber den russischen Ober­befehlshaber bedenklich gestimmt haben muß. Jeden­falls marschierte er nicht an Lötzen vorbei, um General Samsonow vor dem ihm von Hindenburg und Ludendorff diktierten Untergang zu bewahren. Er fürchtete offenbar die Tatkraft des Festungs­kommandanten, der auch keinen Augenblick gezögert hätte, sich mit seiner gesamten Kraft auf den Geg­ner zu werfen, um seinen Vormarsch zu stoppen. Denn Busses Taktik bestand darin, die Feste Boyen zu benutzen, um eine möglichst starke Anzahl rus­sischer Soldaten zu binden.

Der Ausgang der Schlacht von Tannenberg ließ die russische Dampfwalze beschleunigt rückwärts rollen. Boyen war wieder frei, die einzige deutsche Festung, die während des Krieges gegnerische Trup­pen vor ihren Schanzen sah. Daß der wichtige Durchlaß durch das ostpreußische Seengebiet für die Russen gesperrt blieb, und daß auf diese Weise der geniale Plan Hindenburgs von Erfolg gekrönt werden konnte, ist dem jetzt verschiedenen General­major a. D. Busse und seinen heldenmütigen Waf­fengefährten, fast durchweg ostpreuhische Landwehr und Landsturm, zu danken. B. R.

Oie Wohnungsiauschaktion.

Berlin, 30. Aug. (DNB.) Der Reichs­bund der Haus - und Grundbesitzer hat seine Erhebung über den Bestand an Leer­wohnungen zu einem vorläufigen Abschluß ge­bracht. Die Untersuchungen verfolgten den Zweck, der Oeffentlichkeit OrteundBezirke nachzuwei­sen, in denen im Gegensatz zu überwiegenden Tei­len des Reiches nicht nur kein Wohnungsmangel besteht, sondern sogar in größerem Umfange Wohnraum verfügbar ist. Aus Grund die­ses verfügbaren Wohnraumes regt die Organisation im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen von Staat und Partei eine U m t a u s ch a k t i o n auf breitester Grundlage an, von der vornehmlich Ruhegehaltsempfänger und Rentner Gebrauch machen können, zumal es sich bei den Orten, die noch überschüssigen Wohnraum aufwei­sen, vielfach noch um Gebiete handelt, in denen die Lebenshaltungskosten günstiger ge­staltet sind als in den übermäßig besiedelten Be­zirken.

Die Wohnungstauschaktion verfolgt einen dop­pelten Zweck. Sie soll einmal zur Entlastung solcher Bezirke beitragen, in den die Wohnungsnach­frage das vorhandene Angebot trotz angestreng­tester Neubautätigkeit bei weitem übersteigt, zum anderen soll sie dazu beitragen, eine Fehllen­kung von Wohnbaukapital-zu verhin­dern. .

Wie das zusammengebrachte Material zeigt, han­delt es sich nicht nur um vereinzelteInseln" mit überschüssigem Wohnraum, sondern um zum Teil recht ausgedehnte Bezirke, wie zum Beispiel die Brandenburgische Grenzmark, in der Wohnungsmangel eine Ausnahme ist. Unter den Gebieten, die mit einem zum Teil recht beachtlichen Wohnungsangebot aufwarten können, find u. a. noch zu nennen: Baden, Württemberg, Teile des Rh ein-Ma in-Gebietes, der Freistaat Sachsen, einige Bezirke Schlesiens, das Rheinland und zuletzt auch Ostpreußen. Auffallend ist das fast allgemein recht starke A n - gebot an Wohnungen mittlerer Gr ö ß e; aber es findet sich vielfach auch ein recht beachtliches Angebot von Kleinwohnungen. Interessenten an der Wohnungstauschaktion können vom Reichs­bund der Haus- und Grundbesitzervereine, Berlin W 8, Mohrenstraße 33, gegen Erstattung der Porto­kosten und unter Angabe des sie besonders inter­essierenden Gebietes eine Liste der in Frage kom­menden Orte erhalten.

Die Preissenkung für Zellwolle.

Vor zwei Jahren kostete noch das Kilo Zell­wolle zum Verspinnen 2 bis 2,10 Mark, wozu unter Umständen noch Verpackungsspesen traten. Außerdem war die Lieferung belastet mit strengen und auch etwas komplizierten K a r t e l l Vor­schriften. Inzwischen ist dieses Kartell aufgelöst und der Preis der Zellwolle zunächst im August 1935 auf 1,8 und 1936 auf 1,6 Mark ermäßigt worden. Gleichzeitig wurde schon damals eine wei­tere Preissenkung in Aussicht genommen, die jetzt mit 15 Pf. durchgeführt wurde, so daß sich der Preis auf 1,45 Mark stellt. Diese Preiskontrolle wirkt sich nach zwei Richtungen aus: Einmal ist zu fragen, wie sich der Preis der Zellwolle zu den anderen Textil-Rohstoffen verhält und zweitens ist das Problem zu lösen, wie bei fort­gesetzten Preisermäßigungen die industriellen Ausbauten und die technischen Forschungen zu finanzieren sind. Zum ersten Punkt ist zu bemerken, daß die Zellwolle im Preise bereits der im Kompen­sationsverkehr eingeführten Baumwolle recht nahe kommt. Sollten sich die amerikanischen Plane auf eine Erhöhung des gegenwärtig verhältnis­mäßig niedrigen Baumwollpreises durch staatliche Hilfe verwirklichen, so wird der Preisunterschied noch geringer. Was aber die Finanzierung der technischen Fortschritte und des industriellen Aus­baues anlangt, so ergibt sich, daß bei einem Groß­unternehmen des neuen Wirtschaftszweiges die bis­herigen Anlagen in etwa fünf fahren abgeschrieben werden können, was auch notwendig ist, um die Um­stellung auf verbesserte neue Verfahren zu ermög­lichen. Gleichzeitig wurden erhebliche Summen für technische Fortschritte ausgeworfen, und außerdem konnte eine normale Dividende von 5 v. H. auf das Aktienkapital gezahlt werden. Dr. Ho.

Deutsche Herrenkleidung,

Auf der Reichstagung des Schneider­handwerks fand im Kongreßsaal des Deutschen Museums in München die Vorführung der neue­sten Modellschöpfungen der deutschen Herrenklei- oung statt. Man sah Straßen- und Ueberkleidung und neue Sport- und Gesellschaftskleider. Der Reichsmodewart erläuterte an Modellen wie an Lichtbildern die modische deutsche Linie und besonders Fragen der sachlichen Verarbeitung. Er betonte, daß die Mode zwar international sei, daß

Berlin, 30. Aug. (DNB.) Im Friesenhaus des Reichssportfeldes wurde ein lOtäaiger Lehrgang ü r öie Erzieher in den Adolf-Hitler- Schulen eröffnet. Der Lehrgang wurde durch eine Ansprache Dr. Leys eröffnet. Die Adolf-Hitler- Schulen bedingten einen vollständigen Bruch mit den alten Erziehungsmethoden. Man fei mit den bürgerlichen Lehrsystemen, die nur ein Anhäufen von Wissen anstrebten, nicht vorwärts gekommen. Er­ziehung habe mit einem Anhäufen von Stoff nichts zu tun, sie sei eine Charakterbildung auf der Grundlage des Dreiklanges von Körper, Seele und Geist. Die Achtung vor der Arbeit in der Leistung des anderen, nicht aber der sog. Strebergeist müsse der Jugend nähergebracht wer­den. Es habe auch keinen Wert, eine kurze Höchst­leistung zu erzielen, um dann zusammenzuklappen. Man müsse von der Jugend verlangen, daß alle Handlungen, auch wenn sie sich für die Umgebung unsichtbar vollziehen, so sauber und rein seien, als ob sie sich in der Oeffentlichkeit abspielten. Die Adolf-Hitler-Schulen seien in einem Aufbau begrif­fen, der für die künftige Erziehung der deutschen Jugend völlig neue Aussichten eröffne.

Im Anschluß an die Ausführungen von Dr. Ley sprach der Reichsjugendführer Baldur v. S ch i r a ch. Es fei die Zeit gekommen, wo eine Generation frei und unbelastet von Fehlern und Schäden erzogen werden müsse, die unser Volk im Verlaufe feiner Geschichte verfolgt hätten. Wie oft habe kleiner mit­telmäßiger Geist das große deutsche Genie verkannt. Newtons Formeln hätten viele.Menschen wohl begriffen. Sie hätten aber nicht erlebt, wie viel genialer Goethes Farbenlehre sei. Goethe, der die Farben als die Taten und Leiden des Lichtes bezeichnet habe. Schirach erinnerte an Chamberlains Wort von dem Philister und dem Helden in der Seele des deutschen Menschen, er verwies auf das Schicksal derUnvollendeten" von Schubert, an die Lokalanästhesie von Schleich, an den Spott, der sich anfangs über Graf Zep­pelin ergossen habe, und wie schwer es Richard

NSG. Am 14. August wurde dieHaus- und Landarbeitsschule des BDM. in Cam - berg im Verein für Volkspflege e. 23." ihrer Be­stimmung übergeben. Zum erstenmal im Reichsge­biet ist damit der BDM. als staatlich anerkannter Erziehungsfaktor der weiblichen Jugend auch mit fürsorgerischen Aufgaben im Rahmen einer Schule betraut worden. Auf Grund der vorgenommenen Besichtigungen des Landeshauptmannes der Rhein­provinz und des Reichskommissiars für das Saar­land werden der Schule auch aus diesen Gebieten Mädel zugeführt.

Wenn man die weitläufigen und hellen Gebäude des ehemaligen Taubstummeninstituts des Regie­rungsbezirks Wiesbaden in Samberg betritt, bann ist man wohl überrascht, daß in so verhältnismäßig kurzer Zeit hier etwas entstanden ist, das in seiner Zweckmäßigkeit und Bestimmung dem Ganzen den Charakter einer Schule und nicht den der bestehen­den Fürsorgeheime gibt.

Da ist das ganz in Grün eingesponnene, kleine Wohnhaus mit den neu hergerichteten Verwaltungs­räumen. Oben sind helle Schlafzimmer für die 10- bis 14jährigen und die Räume des ständigen Personals. Ein kleiner Zwischenbau führt ins Hauptgebäude, das im Erdgeschoß die Gemein- chaftsräume beherbergt: die große, blitzsaubere Küche mit den gutbestellten Geschirrschränken, die hellen, einfachen Eßzimmer und der mit kleinen Einzeltischen versehene Aufenthaltsraum. Der Wasch­raum mit Bad und Brause entspricht allen Anfor­derungen. Nebenan die Aula des früheren Insti­tuts mußte leider noch in dem alten Zustande be­lassen werden: sie wird aber mit der Zeit zweck­entsprechend für unsere Heimabende und Feier­stunden ausgestaltet werden. Oben in den langen Gängen des ersten Stockwerkes stehen die glänzend- weißen Spinde; zu beiden Seiten gelangt man in die Schlafräume, die jeweils 16 bis 20 Mädel fassen, und in den Lehrsaal. Sonne und grüne Zweige, helle Giebel und die Weite und Stille des Taunustales bringen burch bie Fenster ein. Ganz oben finden wir noch bas ibeale Nähzimmer mit breiter Fensterfront und ungehemmtem Weitblick, Schrankzimmer und ein Bügelzimmer^

Unb bann Hof unb Garten! Eine grüne Bank unter ber mächtigen Kastanie labt zum Ausruhen ein. Vier Morgen Garten- unb Wiesenland gehö­ren außerbem zur Schule. Teils behnt es sich ums Haus als Blumen- unb Gemüsegarten mit langen, gepflegten Svalierreihen und Beeten, teils liegt es jenseits ber Straße und liefert einen Großteil bes Gemüse- unb Obstbebarses. Nicht vergessen wollen wir bie geräumige Turnballe, bie sich im Garten hinter Obstbäumen unb Rosenhecken verlteckt und den Sportbetrieb bei schlechtem Wetter sichert.

Wagner im Vergleich zu dem von Jubel beglei­teten Dasein Verdis gehabt habe. Mit ber national­sozialistischen Bewegung unb bieser neuen Jugend werde das häßliche Wort des Tacitus, wonach Neid und Dummheit zu den Wesenszügen der Menschen östlich von Gallien gehört, des letzten Fünkchen Wahrheit beraubt. Die kleine Nörgelsucht könne durch eine grundlegende tiefe Erziehungsarbeit überwunden werden, wenn an Stelle von mittel­mäßiger Bürgerlichkeit unverbildete Men­schen mit natürlicher Begabung ben Typ bes Führerkorps einer Gemeinschaft für kom­mende Jahrhunderte stellen.

Baldur v. Schirach sprach von dem hohen An­spruch, den ein Führerkorps an das Leben stellen müsse, ohne bie persönliche Anspruchslosigkeit bamit au verlieren. Der Adols-Hitler-Schüler solle sich nicht fein ganzes Leben auf ein ärmliches Dasein ein­richten, aber wenn er politische Führung einmal mit kulturellem Anspruch oerbinben wolle, so sei auch seine erste Tugenb, entsagen zu können. Die jungen Erzieher vernahmen Worte über Le­bensstil unb Geselligkeit, über die Notwendigkeit, auf der Tanzfläche nicht auszurutschen, aber gleich­zeitig auf der Kampfbahn zu siegen. Sie horten Ge­setze, die ein Führerkorps prägen soll, das sich nicht in Äußerlichkeiten, sondern in seinem Adel von jeder Aristokratie, die es jemals in Deutschland ge­geben habe, unterscheidet. Gebietsführer Pet­ter, der Inspekteur für die Adolf-Hitler-Schulen, dankte dem Reichsjugendführer für seine Worte.

Das SchulschiffSkagerrak" ber natio­nalpolitischen Erziehungsanstalt Plön, eine 120- Quabratmeter-Ketsch, ist von seiner ersten sechs­wöchigen Auslandssahrt in die nordischen Länder zurückgekehrt. Die Fahrt ging durch den Großen Belt und das Kattegat nach (Botenburg, von dort durch den Götaäls-Kanal unb über bie schwebische Seenplatte nach Stockholm. Der B e - s u ch bei Sven Hebin war für die Jung- mannen ein Höhepunkt der Fahrt.

Haus- und Landarbeiten herangezogen werden. Sie werden jeweils alle vier Wochen einer bestimmten Arbeitsgruppe zugeteilt, um ihre Kenntnisse zu ver­vollständigen. Je nach Können und Leistung wer­den sie nach ihrer Entlassung aus ber Schule in entsprechende Stellen vermittelt.

Der Betrieb der Schule wird von Fachkräf­ten geleitet, so daß die Ausbildung und Er­ziehung der Mädel gewährleistet ist. Die Art und Auffassung der Schule bringt es als selbstverständ­lich mit sich, daß sich der Lehrplan kaum von den anderen Haushaltungsschulen unterscheidet. Auf der Grundlage der Hausarbeit sind alle Teilge­biete wie Waschen, Bügeln, Kochen, Weißnähen und Schneidern, Gartenbau und Kleintierzucht plan­mäßig aufgebaut. Neben dem praktischen Unter­richt steht der theoretische, ber ergänzt wirb burch Sport unb weltanschauliche Schulung. Heim- und Singabenbe fassen bie Mädel abends zusammen. Hier finden sie auch Gelegenheit, unter fachkundi­ger Anleitung für sich selbst zu schneidern und zu basteln. Um 21 Uhr ruht der gesamte Betrieb, ber jeben Morgen um 6 Uhr beginnt. Fahrten ins hessen-nassauische Land und all das, was zu einem richtigen BDM.-Betrieb gehört, sind in ber Cam- berger Schule ebenso selbstoerstänblich wie strengste Disziplin unb unbebingte Karner ab schäft.

Das Ziel der Schule.

Die Haus- und Landarbeitsschule nimmt all die Mädel auf, die durch gerichtlichen Beschluß in vor­läufige oder endgültige Fürsorge- erziehung gegeben werden oder auf A n - trag ber Eltern Erziehilngshilfe erhalten sol­len. Voraussetzung ist natürlich, baß bie Mädel erblich nicht belastet sind, und so ihre Erziehung Erfolg verspricht. Großzügig, hell und sauber wie bas Haus ist die Atmosphäre, die sein Leben unb Arbeiten bestimmt. Bisher hatte das WortFür­sorgezögling" einen unangenehmen Beigeschmack. Es war eine Belastung, bie ben jungen Menschen jahrelang, ja oft burch sein ganzes Leben beglei­tete unb nieberbrüdte, ihn als zweitklassig stem­pelte und nicht selten zum Objekt verschiedenster Spekulationen machte. Wir wollen unb müssen heute einen neuen Weg gehen unb diese Men­schen, die allein ober schwach und haltlos im Leben stehen, auf den Boden unserer starken Gemeinschaft stellen. Sie sollen sich in ihr beweisen und bewäh­ren können, sollen körperlich unb seelisch gesünder, klarer unb stärker werden und lernen, ihren Platz ganz auszufülen. Nicht Mitleid und jene Haltung, bie nur Bestärkung in Hilfsbebürftigkeit unb Un­terwürfigkeit ist, bringen nach unserer Auflassung Hilfe unb (Befunbung, sondern einzig das Besser­machen, dasWieder-an-sich-glauben-konnen" und bas Wachsen an ben gestellten Aufgaben. Tüchtige, frohe unb lebensbejahenbe Menschen will bie Schule formen unb roieber ber Volksaemeinschaft zurück­geben. Die Ausgabe, bie ber BDM. hier übernom­men hat, ist schwer unb erforbert ganze Verant­wortung einer Zeit gegenüber, bie auf allen Ge­bieten Um- unb Neuwertungen vornimmt. Der schönste Lohn wird sein, wenn ber alte Begriff ber Fürsorgeerziehung von einem positiven neuen ab- gelöst wirb. pl-

Oer Vormarsch aus Murien.

Santanber, 30. Aug. (DNB.) Die Navarra- Brigaben setzten ihren Siegeszug in Richtung Asturien fort, ohne daß sie bisher auf ernsthaf­ten Widerstand stießen. Am Montag besetzten sie die höchste feindliche Stellung im Escudo-Ge­birge. Durch ausgedehnten Geländegewinn auch im Süden dieses Gebirges beherrschen die nationa­len Streitkräfte das Tal nördlich der Ortschaft Po- tes. Die Küstenkolonnen gehen im Süden des Ha­fens von San Vicente de la Barquera vor. An der Aragon-Front ging 40 Kilometer südlich von Saragossa der Gegner, unterstützt von vielen Tanks und mehreren internationalen Brigaden, wiederholt gegen die nationalen Stellungen vor, ohne daß es ihm trotz Artillerievorbereitung gelang, Gelände zu gewinnen. Die nationalen Truppen ließen den Gegner bis auf kurze Entfernung an die vordersten Linien herankommen unb richteten bann unter den Angreifern mit Maschinengewehrfeuer und Handgranaten ein Blutbad an. Umfangreiches Kriegsmaterial und ein sowjetrussischer Tank wur­den erbeutet. An ber Granabafront würben in ben Abschnitten Sierra Nevaba unb, 2anjarron nach bem mißglückten feinblichen Angriff die Säu­berungsarbeiten fortgesetzt, wobei bie Leichen von über 200 Gegnern geborgen mürben.

Schulung im Waffengebrauch für britische Handelsmarine.

London, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) In London begannen auf einem in ber Themse liegen­den Schulschiff für Offiziere der Handels­flotte Schulungskurse über den Gebrauch und Umgang mit Waffen, und allen son­stigen Verteidigungsmitteln. Diese Schulungsarbeit wird auch bald in sieben anderen englischen Häfen ausgenommen werben.Daily Telegraph" schreibt, baß bie kürzlichen Ereignisse im Mittelmeer bas Vertrauen englischer Kreise in bie Heiligkeit ber Verträge zum Schutze der Handelsschiffahrt gegen U-Boot- und Luftangriffe offensichtlich erschüttert haben. Aus diesem Grunde würden die britischen Seeleute im Gebrauch der Waffe geschult, um sich selbst gegen Angriffe von U-Booten ober Flugzeugen verteidigen zu können. Die britische Handelsflotte in Kriegszeiten werbe mit Schnell­feuerwaffen unb Maschinengewehren ausgerüstet, bie für Abwehr gegen Luft- unb Seeangriffe geeignet feien.

Englands Rekrutierungssc» wierigkeiten.

Lonbon, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die neue Maßnahme bes englischen Kriegsministeriums, die zur Erleichterung ber Rekrutenwerbung für bie Armee bie Erhöhung ber Altersgrenze für Rekruten von 25 auf 28 Jahre vor­sieht, wird in ber Londoner Morgenpresse wenig opttmistisch beurteilt. Es wirb daraus hingewiesen, daß das Kriegsministerium bei seinen Neuerungen in ber Armee an ben wirklich notwendigen Erfor­dernissen vorbeigehe, nämlich ber Aufbesse­rung ber Bezüge und der Aufstiegsmög­lichkeiten der Soldaten. DerDaily Telegraph" schreibt, daß die nicht auf gefüllten Reihen ber re - gulären Armee immer noch bas ungelöste Problem ber englischen Verteidigung barstellten. In ber Marine unb ber Luftwaffe seien qenügenb Leute vorhanden, aber bie 50000 Mann, bie in biefem Jahr für bie Armee not- menbiq seien, könnten nicht aufgebracht wer­den. Dabei hänge das ganze Schema ber Wieder­aufrüstung davon ab. Die englische Oeffentlichkeit sehe schon mit einiger Unruhe auf bie verschiedenen Versuche zur Einreihung neuer Rekruten in bie Armee.

Aus aller Wett.

Hundertjahrfeier der Schichauwerke.

In Anwesenheit von Staatssekretär Funk, Gauleiter Koch sowie zahlreicher Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht begingen in El- hing die Schichauwerke, bie große Eisenschmiebe unb Schiffswerk bes beutfchen Ostens, bas Fest ihres hundertjährigen Bestehens. Der Betriebsfüh- rer, Generaldirektor Noe würdigte bie Entwicklung der Werke von ihrer Begründung burch Ferbinand Schichau bis zu ihren gewaltigen Leistungen in ber Vorkriegszeit und während des Weltkrieges. Er schilderte dann den Niedergang in den Nachkriegs- jähren und schließlich ben einzigartigen Wiederauf­stieg in ber kurzen Zeit nationalsozialistischer Staats­führung, ber es zu verbauten sei, baß bieses größte Werk bes beutfchen Ostens heute feine Hunberttahr- feier stolz unb freudig begehen kann. Die Reihe der Gratulanten wurde durch ben Danziger Senats- präfibenten Greifer eröffnet. Es folgten Glück­wünsche von Vertretern bes Reichswirtschafts-, bes Reichsfinanz- unb bes Reichsoerkehrsministers so­wie eines Vertreters des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine. General der Artillerie v o n K cb - l e r sprach ber Waffenschmiede bie Grüße ber Waf­fenträger aus. Gauleiter Koch bankte ber Beleg­schaft für bie Treue und Hingabe, mit ber sie bie nationalsozialistische Aufbauarbeit unterstützten. Die Geschichte ber Schichauwerke beweise, baß erst ein gesunder Staat eine gefunbe Wirtschaft ermögliche, in ber ber Gestaltungswille schöpferischer Persön­lichkeiten sich auswirken könne. Staatssekretär Funk hob hervor, daß ber Führer biesem Werk bes beutfchen Ostens seine besonbere Zuneigung ent­gegenbringe. Betriebsobmann S t e i n h a u e r ""r- las ein Telegramm an ben Führer, in bem bie Ge­folgschaft ber Schichauwerke ihre unwandelbare Treue unb Dankbarkeit übermittelt.

Lohrestagunq

des Deutschen fforstvereins.

Die Jahrestagung bes Deutschen Forstvereins würbe in Freiburg i. D. eröffnet. Staatssekre­tär Generalforstmeister Dr. von Keudell erin­nerte an bie Worte bes Reichsforstmeisters bei ber Jahresversammlung 1936 über bie Verbundenheit von Walb unb Volk, über ben Grunbsatz, baß nur so viel vom Walbe genutzt werben bad wie zu­wächst, über bie organische Einheit ber Walbwirt- schaft. Neben ben Ansprachen bes Reichsstatthalters in Baden, des badischen Ministerpräsidenten, des Oberbürgermeisters der Stabt Freiburg unb bes Prorektors ber Freiburger Universität zeigten bie Erklärungen ber Auslanbsvertreter bie Be­deutung auf, bie sich bie beutfche Forstwirtschaft über unsere Landesgrenzen hinaus erringen konnte. Unter ihnen erscheint bie Ankündigung des Gene­ralinspektors ber französischen Forsten, Colomd, baß ber französische Staatssekretär ber Forsten, Liautey, an der Tagung teilnehmen wird, als besondere Wertschätzung der deutschen Forstarbeit. Dr. von Keudell betonte, daß ber Erweiterung unb

Oer Schulungsplan.

Die Camberger Schule kann 100 Mäbel erfassen, Ihre Belegschaft gliebert sich wie folgt?

1. Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, bie für sich imKleinen Haus" untergebracht und von einer bewährten Jungmäbelführerm betreut sind

2. Minderjährige, die ihr hauswirtschastliches Jahr hier ableisten und planmäßig geschult werden

3. Minderjährige, die mindestens ein halbes Jahr in ber Schule bleiben, unb zu allen vorkommenden

-man aber besten ungeachtet den beutfchen Menschen ein seiner Eigenart angepaßtes Kleid geben muß. Das aus ber Lebensart unseres Volkes entstan- bene Schönheitsideal stellte bie Forderung auf Klarheit und Zweckmäßigkeit ber Linienführung auch für bie Herrenkleidung. Natürliche Langen, leichte Taillierunq, bequeme Weite mit ber notigen Bewegungsmöglichkeit, tiefliegender Kragen der den Hals nicht einenge, bas Jet bie Silhouette der heu­len Kleidung. Die Führung ber beutfchen Mode liege beim Mobeamt bes Reichsinnungsoerbanbes.

Das Reichsgericht bestätigt das Todes­urteil gegen drei kommunistischeMörder.

Leipzig, 30. Aug. (DNB.) Das Reichsgericht hat den prozessualen Schlußstrich unter ben Mord-. vrozeß wegen bes am 12. Mai 1932 burchgefuhrten kommunistischen Feuerüberfalls aufl

ein SA. - Lokal in Berlin-Lichtenberg gezogen. Bei bem Ueberfall waren ber Werkzeug­macher Karl Beyer getötet und sechs weitere Natio­nalsozialisten schwer verletzt worben. Am 17. April dieses Jahres verurteilte bas Berliner Schwur­gericht bie Angeklagten Erich Krüger, Paul Gr och und Walter Gar bang wegen gemein­schaftlichen Mordes zum Tobe, währenb ber 22jährige Erwin Leiblich, ber zur Zeit ber Tat noch nicht strafvollmünbig war, mit zehn Jah­ren Gefängnis davonkam. In Uebereinfttm- mung mit bem Antrag bes Reichsanwalts hat bas Reichsgericht die Revifionber vier Beschwerbe­führer als unbegründet verworfen, womit bas ange-fochtene Urteil Rechtskraft erlangt hat. Acht weitere Angeklagte, gegen die auf Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren Zuchthaus erkannt worben war, hatten sich bamit abgefunben, so baß bas Urteil nun in vollem Umfange rechtskräftig ge­worden ist.

Oer BDM. übernimmt Fürsorgeerziehung