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Verbesserung der Nutzholzerzeuauna und damit der gesteigerten Deckung des Rohstoffbedarfs aus dem Inlands durch Holz durch die Erziehung des deutschen Menschen im Sinne des National­sozialismus neue Ziele erschlossen wurden. Wir stehen am Anfang einer (Entroirflung auf lange Sicht und danken das dem Reichsforstmeister, der dafür gesorgt hat, daß die Synthese zwischen Welt­anschauung und Technik Ziel der Forstwirtschaft des Dritten Reiches ist.

Die erste Vollversammlung vereinigte Professoren verschiedener Fakultäten der Universität Freiburg zu gemeinsamem Vortrag über die Eigenarten des Tagungsgebietes. Zunächst sprach der Schwarz­wälder Dichter Erich Busse über das alemanmsche Volkstum, das sich in einer bewegten Geschichte zu dem geformt hat, was es heute ist. Die Ausfüh­rungen des Rektors der Universität Prof. Metz berührten die wirtschaftlichen Verhältnisse des Tagungsgebietes. Landschaft und Siedlung waren die Ausgangspunkte, die Gelegenheit boten, die Ausformungen des Schwarzwaldes, feine Bewal­dung und Bodenzusammensetzung, seine Städte, Industriewerke und Erholungsstätten zu beruck- sichttqen. Der Schwarzwald ist ein natürliches Waldland und nur die lößbedeckten Dorberge und auch Teile der Ebene waren stets waldstei. Prof. Schnarrenberger sprach über die geologischen Verhältnisse, die dann die Grundlage für eine Be­handlung der forstlichen Fachfragen boten, zu denen Prof. Aichinger und Prof. Abetz das Wort ergriffen. Aichinger zeigt, daß das ganze fudbadlsche Gebiet vom Buchenklimax beherrscht wird. Das be­sagt, daß sich alle Wälder früher. oder spater zu Buchenmischwäldern entwickeln würden, wenn die menschliche Kultur diesen Entwicklungsgang nicht stört. Dringend ist auf eine scharfe Abgrenzung zwischen forst- und landwirtschaftlicher Nutzung, die z. B. einen engeren Berührungspunkt in der Be- weidung finden, zu achten. Beide sind gleich wert­voll, höchster Ertrag ist aber von beiden nur zu er­zielen, wenn sie eine geregelte Trennung erfahren. Nur dann kann jedes Stück 'Land seiner inten­sivsten Nutzung zugeführt werden, zu der die pflanzensoziologischen Studien wertvolle Fingerzeige bieten. Prof. Abetz behandelte den Wald und die Waldwirtschaft im alemannischen Raum. Die sonst vielfach uniformierten und gleichaltrigen Reinbe­stände treten mehr zurück; es findet sich Mischwald in reichem Maße, die Bestände weisen mehr oder weniger große Altersunterschiede auf. Ihre be­sondere Eigenart wird der Wirtschaft durch die Weißtanne verliehen. So vermag auch der von außen kommende Forstmann im südwestdeutschen Wald zahlreiche Anregungen mitzunehmen, die um so wesentlicher sind, als der allgemein im Reich er­strebten Umstellung der Waldwirtschaft auf mehr naturgemäße Grundlage in Südwestdeutschland seit langer Zeit in großem Umfang Rechnung ge­tragen ist.

Nordisch wissenschaftlicher Kongreß Tracht und Schmuck" in Lübeck.

Zahlreiche namhafte Wissenschaftler aus dem Reich und dem nordeuropäischen Ausland sind in diesen Tagen in Lübeck versammelt, um am zweiten nordischen wissenschaftlichen KongreßTracht und Schmuck" teilzunehmen, der von der Nor­dischen Gesellschaft in Verbindung mit dem Reichs­bund für deutsche Vorgeschichte und der Arbeits­gemeinschaft für deutsche Volkskunde durchgeführt wird. Wie groß das Interesse ist, das auch das Ausland dieser wissenschaftlich bedeutungsvollen Tagung entgegenbringt, beweist die außerordentlich starke Teilnahme der ausländischen Wissenschaftler. Bei einem Begrüßungsabend hieß der Reichsge­schäftsführer der Nordischen Gesellschaft, Dr. E. Timm, die Teilnehmer im Namen der Gesellschaft willkommen und sprach den Wunsch aus, daß sich die Zusammenkünfte in Lübeck zu einem ständigen Brauch entwickeln möchten. Die Themen der Vor­träge gliedern sich in zwei Gruppen:Tracht und Schmuck der Germanen in Dor- und frühgeschicht­licher Zeit" undTracht und Schmuck der Germa­nen in geschichtlicher Zeit und in der Gegenwart". Die Reihe der Vorträge begann mit der Ver­lesung der Ausführungen des Referenten Dr. Bro- Holm (Kopenhagen) überDie Tracht der Ur-

germanen nach den Funden in Dänemark . So­dann sprach Professor Dr. W. S ch u l z (Halle) über das Thema:Germanische Tracht zur Eisenzeit . Professor Dr. W. Schmid (Graz) behandelte das Thema:Germanische Tracht nach den Denkmälern griechischer und römischer Kunst".

Anschläge aus eine deutsche Artistin in London.

Die Londoner Blätter melden, daß zwei uner­hörte Anschläge g e g e n di e d e u t s ch e A rt i st in Eamilla Mayer verübt worden sind. Camilla Mayer gehört der Arttstenttuppe Camillo Mayer an, die u. a. im vorigen Jahr mit großem Erfolg auf dem Berliner Messegelände auftrat. Die Arttstin zeigte im Vergnügungspark des Bade­ortes Blackton-on-Sea neuartige akroba­tische Kunststücke auf der Spitze eines 50 Meter hohen Mastes. Während einer Vorführung ge­riet der Mast ins Schwanken. Man stellte fest, daß eines der Stahltaue, das zur Verankerung diente, von unbekannter Hand d u r ch s ch n i t t e n worden war. Die Artisttn konnte noch rechtzeitig vor der Gefahr gewarnt werden. Wenige Minuten vor einer weiteren Aufführung wurde festgestellt, daß auch ein anderes Stahltau f a st durch­schnitten war. Die Polizei hat eine Untersuchung der verbrecherischen Anschläge eingeleitet.

Abstürze im karwendel.

Beim Abstteg vom Wörner im Karwendel stürzte der 20 Jahre alte Hermann S ch m e d e r e r aus Dorfen (Oberbayern) tödlich ab. Sein Freund, der 21 Jahre alte Anton Albrecht aus Landsberg am Lech, kam bei dem Versuch, zu dem Abgestür.^ ten zu gelangen, ebenfalls zu Fall und zog sich einen Knöchelbruch zu. Bei der Falkenhütte ver-

Leipzig, 30. August 1937.

Während man auf den früheren Leipziger Messen nur ein vorsichtiges Tasten b^i der Verwendung mancher heimischer Werkstoffe fesfftellen konnte, überzeugt die diesjährige Herbstmesse den Besucher davon, daß die für den Austausch devisenpflichtiger Metalle, Textilien und Halbwaren bestimmten heimischen Werkstoffe beginnen, sich in der Praxis ihren Platz zu erobern. Ganz allgemein kann man eine lebhafte Bewegung auf dem Roh­stoffmarkt feststellen, die durch die systematische deuffche Forschung nach Heimstoffen kräfttg in Gang gebracht wurde und internationale Bedeutung er­langt hat. Die Leipziger Messe ist ein harter Prüf­stein dafür, ob sich die Heimstoffe für den ihnen zugewiesenen Zweck bei den vielen Gebrauchsgegen­ständen des täglichen Lebens eignen. Denn das darf man wohl als unanfechtbar hinstellen, daß der ausländische Einkäufer, der auch auf dieser Messe zahlreich vertreten ist, für die aus deutschen Werfftoffen gefertigten Waren kein Inter­esse hätte, wenn sie nicht stofflich und preislich den früheren Werfftoffen ebenbürtig wären.

Was auf dem Gebiete der Textiltechnik im letzten Jahr geschaffen ist, zeigen die an Farbe, Griff und Glanz bestechenden schönen modischen Stoffe für Kleidung, Wäsche, Gardinen und Polster. Der Rohstoff Zellwolle ist fe nach seinem Ver­wendungszweck für die Baumwoll- oder Wolloer- arbeitung, für die Beimischung zu Flachs oder zu Kunstseide umfangreich variiert worden. Als weite­rer Fortschritt sind die Leistungen der Färberei­technik hervorzuheben, die entweder die Ver­schiedenart natürlicher und künstlicher Spinnstoffe hinsichtlich ihrer Farbannahme bewußt ausnutzen oder aber die aus mehreren Grundstoffen bestehen­den Mifchtexttlien in fast jeder gewünschten Ein- uni) Mehrfarbigkeit für das Auge gefällig gemacht haben.

Die Schaffung heimischer neuer Werkstoffe hat auch eine engere Verwandtschaft zwischen Textilien und dem für die ausgedehnte deutsche K o r b - flechterei benötigten Flechtstoff herbeigeführt. So ist die Lenkung bei der Fertigverarbeitung von Zellulose bereits soweit gediehen, daß man aus denselben Grundstoffen, die zur Herstellung von Kleiderstoffen dienen, auch Flechtrohstoffe erzeugt, die dem Austausch devffenfressender Rohmaterialien, wie China-Seegras, Malakkarohr oder Raffiabast,

unglückten die Münchener Hermann Fran ke und Franziska Zimmermann tödlich. Das Unglück ereignete sich 400 Meter über dem Einstieg zum Grubenkar-Nordpfeiler. Hermann Franke und Fran­ziska Zimmermann waren zusammen angeseut. Frl. Zimmermann wurde beim Lösen einer ^0^6 über einen kleinen Grat geworfen und war sofort tct. Den schwerverletzten Franke versuchten die beiden Begleiter zu Tal zu bringen, er erlag aoer bald den Verletzungen. Daraufhin wurde von Hinterriß aus die Münchener Rettungstelle der Deutschen Bergwacht alarmiert, die zwei Expeditionen aus- sandte.

Deutscher Luftsportsieg in England.

Zu dem 5. Internationalen Flieger­treffen in Lympne in England waren durch den Aeroklub von Deutschland auch vier deutsche Sportflugzeuge des NSFK. zur Teil­nahme gemeldet worden. Mit dem Treffen war ein Luftrennen um den Wakefield-Preis verbunden, den Lustsportmeister Clemens, NSFK.-Gruppe Hannover, auf einem Flugzeug Typ Klemm 35, gewann.

Großfeuer in einer oberbayrischen Brauerei.

In der Brauerei Kaiser in Rott am Inn ver­nichtete ein Großfeuer eine große Menge von Ernte­vorräten, einen Teil des angebauten Klosters und Stallungen sowie Brauereiteile. Der Schaden wird auf rund eine Million Reichsmark geschätzt. Die stark bedrohte Kirche in Rott konnte nur mit Auf­bietung aller Kräfte der Wehren gerettet werden. Man vermutet Brandstiftung, da das Feuer a n mehreren Stellen zugleich zum Ausbruch kam.

dienen. Viscabast, Cordopham Glasta und andere künstliche Werkstoffe für die Flechtereien sind nicht nur an die Stelle jener tropischen Fasern getreten, sondern ermöglichen vermöge ihrer Eigenschaften Effekte durch Formgebung und Farbe, die sich mit den ausländischen Rohstoffen niemals erreichen lassen.

Große Fortschritte sind auch beim Austausch von Kupfer, Zink und Zinn gemacht wor­den. Soweit diese Werkstoffe im Hausbau und für die Inneneinrichtung der Wohnung in Frage kommen, bestehen heute keine Schwierigkeiten mehr, heimische Werkstoffe an ihre Stelle zu setzen. Selbst die früher erforderliche Einschränkung, daß man Me­talle, die mit heißem Wasser in Berührung kommen, nicht ohne weiteres gegen heimische Werkstoffe aus­tauschen kann, kommt mehr und mehr in Fortfall. So ist beispielsweise in dem auf dem Meffegelände naturgetreu ausgeführten Einfamilienhaus aus deut­schen Werkstoffen die Heißwasserleitung aus Por­zellan gefertigt. An die Stelle der eisernen Ab­zugsleitungen für Herde, Badeöfen und Warm­wasserbereiter treten Asbestzement und andere Hartmaterialien, die nicht nur hitzebeständig für mehrere hundert Grad sind, sondern auch durch die Abgase in chemischer Hinsicht nicht angegriffen wer­den. Die Vermeidung bleierner oder verzinkter Rohre für Kaltwasser ist durch die Herstellung handels­üblicher Rohre aus Kunststoffen mannigfaltiger Art gelungen. Die auf dem Gebiete der Installations- technik sich vollziehenden werkstofflichen Wandlungen rücken aber gleichzeitig ein neues Problem in den Vordergrund.

Mit der Schaffung der heimischen Werkstoffe allein ist es noch nicht getan. Jetzt tritt vielmehr an das Jnstallationsgewerbe die wichtige Aufgabe heran, seine Kräfte in Kürze so zu schulen, daß sie die hei­mischen Werkstoffe fachgemäß verarbeiten kann. Eine allzu enge Anlehnung an bisherige Ar­beitsweisen ist in vielen Fällen nicht möglich, son­dern der Installateur muß durch Schulung und Auf­klärung mit neuen handwerklichen Erfordernissen vertraut gemacht werden. Ihm muß aber auch der Architekt und der Konstrukteur helfen, indem er ihm schon bei der Planung von Neuanlagen die richtige Ausnutzung der heimischen Werkstoffe ermöglicht und ihm Geräte in die Hand gibt, mit denen er arbeit- | sparend und damit zu billigen Löhnen arbeiten kann.

Auf der Herbstmesse tritt weiter die in Fachkreisen längst bekannte Tatsache in den Vordergrund, daß auch d a s E i s e n zu den Sparstoffen gehört. Schon bei der Herstellung des Rohbaues von Wohnungen lassen sich erhebliche Eiseneinsparungen dadurch er­zielen, daß man sich auf die Eignung von Natur» und Kunststeinen besinnt. Die Herstellung feuersicherer Kellerdecken, die Ueberbrütfung von Fenster- und Türöffnungen und die Anlage senk­rechter Stützen lassen sich in die Architektur ohne Inanspruchnahme der Eisenvorräte einfügen. Auch die Beheizung von Wohnräumen kann fast völlig ohne Eisen, das für Defen und Herde erforderlich wäre, durchgeführt werden. Der Kachel kommt hierbei eine besondere Stellung in der Bauwirtschaft zu, neben ihr dem hochfeuerfesten Chamotte- ft e i n. Daß die Messe bereits Kachelöfen mit Feue­rungsrosten aus Schamotte zeigt und Ansätze dafür erkennen läßt, daß sich auch Ofen- und Herdtüren aus keramischen Stoffen fertigen lassen, ist ein Be­weis dafür, daß man aus den Versuchen bereits in die Praxis übergegangen ist.

Aber auch da, wo man ohne Eisen nicht bauen und konstruieren kann wie beispielsweise i m Werkzeugmaschinenbau, sind Bestrebun- gen zur Verminderung» der benötigten Eisenmengen erkennbar. Durch Verbesserung der Güte von Guß- eisen und Stahlblechen sowie durch Anwendung neuzeitlicher Konstruktionen lassen sich große Vor­teile erreichen. Die deutsche Mafchinenindustrte und besonders auch die Reichsbahn können für sich m Anspruch nehmen, in der Maschinenkonstruktion wertvolle Pionierarbeit geleistet zu haben. Selbst­verständlich geht mit diesem Gebiet die Forderung des Leichtbaues durch Anwendung hochbean­spruchbarer Leichtmetalle Hand in Hand.

Faßt man die Ergebnisse der Werkstoff-Forschung und die erkennbaren Erfolge, die heimischen Werk­stoffe in die Praxis einzuführen, zusammen, so macht man sich keiner Uebertreibung schuldig, wenn man die diesjährige Leipziger Herbstmesse als Wendepunkt in der Rohstofferzeugung und Ver­arbeitung bezeichnet. Vieles von dem, was die Messe zeigt, wird uns in werkstofflicher Beziehung in wenigen Jahren so zur Selbstverständlichkeit geworden sein, daß wir manche der heute noch an­gewendeten Bauweisen dann als veraltet bezeichnen.

Joachim Boehmer.

Wetterbericht

des Reichswelterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit be­findet sich in neuer Umgestaltung und scheint eine Wetterumgestaltung herbeizuführen. Ihr Einsatz ist bei uns im wesentlichen erst für die zweite Wochen­hälfte zu erwarten. Doch befindet sich schon jetzt der Hochdruckeinfluß im Abnehmen, wobei es begün­stigt durch in der Hohe eingedrungene Kaltluft zum Auftreten einzelner zeitweise gewittriger Schauer kommen wird.

Aussichten für Mittwoch: Morgens vielfach dunstig oder nebelig, sonst meist wolkig und auch Auftreten vereinzelter teilweise gewittriger Niederschläge. Tagsüber ziemlich warm, veränder­liche Winde.

Lufttemperaturen am 30. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 15,9 Grad; am 31. August: morgens 13,4 Grad. Maximum 25,5 Grad, Minimum heute nacht 12 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. August: abends 20,8 Grad; am 31. August: morgens 17,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 7,3 Stunden.

Hauptschrfftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriitleiters: Ernst Blum» schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel D A V11 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R Lange. K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf., mit der

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