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12. Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
liert worden
leicht liehen
ön,c ” s 7 ? “ iyu '^"etzncy jegt noch hier, nach- L,yks Stimme ist dem das ganze ländliche und friedliche Idyll sowieso
k^nibr-[™ui)elV-9d,t ^bert Lyk in dem großen, holzgetäfelten Speisezimmer auf und ab, aber jetzt ,te21 Zwischen den dünnen Brauen eine böse, senkrechte Falte.
zerstört ist? Nichts. Gar nichts. Und selbst, wenn es ihm gelingen würde, Lorenz abzuschieben, bliebe dennoch die ständige Angst, daß er ein zweites Mal auftauchen könnte. Und dann?
Susannes Tochter.
Vornan von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35.
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Oie Hitler-Urlauber-Kameradschast „Wetterau" in Gießen.
Wie bereits angekündigt, beginnt die vorbildlich aufgezogene Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Wet» terau" am Sonntag ihren ersten Urlaubstag in Gie» ßen. Die Männer sind im Studentenheim am Leih, gesterner Weg aufs Beste untergebracht.
Die offizielle Begrüßung findet am Sonntag um 19.30 Uhr vor dem Studentenheim durch den Gau- amtsleiter, Pg. Bürgermeister Haug (Darmstadt), im Beisein der Vertreter der Partei, Wehrmacht, Staat, Stadt und Wirtschaft statt.
Eine Stunde vorher, von 18.30 Uhr bis 19.30 Uhr, wird der Musikzug der SA.-Standarte 116 vor dem Studentenheim ein Platzkonzert ausführen, das bei dem Können des Musikzuges seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird.
Die Bevölkerung wird gebeten, an diesem Platz, konzert und der anschließenden Begrüßung recht zahlreich teilzunehmen.
RSOAv. - Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Aori>
Am Montag, 2., Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. August, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord der Lebensmittelopferring durchgeführt.
Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen.
Meldeschluß zum Betriebswettkampf!
Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Meldungen zum Betrievswettkampf nur bis zum 1. August erfolgen können.
Neubau der Schweinemästerei für das EHW.
Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt setzt die Vergebung von Bauarbeiten für die Errichtung einer Schweinemästerei für das Ernährungs-Hilfs» werk (EHW.) aus. Mit den Arbeiten soll in etwa 14 Tagen begonnen werden. In den Ställen sollen, wir berichteten bereits früher darüber, 200 Schweine untergebracht werden.
Gießener Wochenmarktpreife.
* G i e ß e n, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochen» markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, XA kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse C 9%, Wirsing, XU kg 12, Weißkraut 8, Rotkraut 12, gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20, Römisch kohl 8 dis 15, Bohnen, grün 12 bis 25, gelb 15 bis 20, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln, neue, % kg 5 bis 7 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,60 bis 5 Mark, Frühäpfel, Vi kg 30 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 7, Pfirsiche 35 bis 40, Himbeeren 30, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40, Birnen 30 bis 40, Heidelbeeren 34, Stachelbeeren 15 bis 20, Johannisbeeren 21, Pflaumen 30 bis 40, Zwetschen 44, Mirabellen 40 bis 45, Renekloden 30 bis 35 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
Aus -er Stadt Gießen.
Oer 1. August.
So lange sich deutsche Menschen der großen Not des Weltkrieges erinnern, wird der 1. August, der zugleich der Vorabend von Hindenburgs Tooes- tag ist, sinnbildliche Bedeutung behalten. In ihm, der den kommenden Tag innerlich vorbereitet, ist alles beschlossen, was wir in den Worten vom „Aufbruch der Nation", vom „Opfer um des Volkes willen" und vom „tapferen Sterben und Leiden"
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Schirknih-8.
Unsere Gießener Artilleristen auf dem Truppenübungsplatz.
erst recht versuchen, sich Sabine zu nähern, wenn auch nicht persönlich, so doch mit Briefen sie zu er» reichen versuchen. Und was wird in diesen Briefen tehen? Alles das, was ich verhindern wollte, daß ie es erfährt. Und vielleicht noch viel mehr, bis ihr junges Leben auf Jahre hinaus beunruhigt und vergiftet ist von diesen Briefen...
Fortsetzung folgt.
@nnfn sma:be;teuerIid>er Gedanke spukt in seinem denn, wenn er der ganzen unglückseligen Verwirrung, die Lorenz Erscheinen heraufbeschworen hat, einfach dadurch ein Ende machte, daß er Sabine im Auto entführte?
Was hält ihn denn schließlich jetzt noch hier, nach-
TM Ana Ann n v l* . /
Für jeden Menschen, mag Dingen, zu Tod und Leden, Heiligen stehen wie er wolle,
Lyk hat es gesehen. Er hat auch gehört, was Lorenz gemurmelt hat. Und wider Willen steigt eine schmerzhafte Weichheit in ihm auf. „Denk doch darüber nach, Nick", sagt er fast herzlich und geht auf den anderen zu, ihn bei der Schulter zu fassen, „denk doch mal darüber nach, Nick. Was würde denn werden, wenn du jetzt zu ihr hingingst und sagtest: ich bin dein Vater, Sabine. Es wäre eine Katastrophe für dein Kind. Und, wer weiß vielleicht auch für dich. Und ich, selbst wenn ich wollte, ich könnte weder dir noch ihr helfen. Sabines Haß gegen ihren Vater ist zu tief eingewurzelt — dafür hat Susanne gesorgt. Alles Elend ihres späteren Lebens hat sie auf dich gewälzt."
Lorenz stöhnt leise auf.
Lyks Hand liegt auf seiner Schulter. „Es gibt nur einen Weg für dich, Nick" ■ ° * ~"
teiles des Platzes. Jetzt wird's interessant. Jeder freut sich, ob Reiter, Fahrer oder Kanonier, daß kriegsmäßig geritten und gefahren werden kann, ohne daß Volksgenossen darunter notieiben. Der Batterie-Trupp braust ab, erkundet B.-Stelle und Feuerstellung, und nach im Standort ungewohnt kurzer Zeit erscheint der Meldereiter, um die Batterie in Stellung zu führen. Das ist anders, schöner als die ewige „Wegetaktik". Mitten im, Ar alb auf einem Kahlschlag oder in der Heide, durch die der Bauer noch vor zwei Jahren friedlich seinen Pflug zog, um dem kargen Boden den notwendigsten Lebensunterhalt abzuringen, erwartet der Richtkreis-Unteroffizier II mit fertig nach Norden eingerichtetem Richtkreis die Geschützstaffel.
Das erste Kommando von der B.-Stelle summt ins Mikrophon des Tornister-Funkgeräts — zwotes „Feuer!" — und hinter den hohen Fichten verschwindet das Singen des Geschoßknalles, der e r st e Schuß der III./A.-R. 9 sucht seinen Weg durch den Aether! Weiter geht die Gabelbildung: Mit Verzögerung — ganze Batterie — dieselbe Erhöhung — Salve! — Batterie — Feuer! „Abgefeuert" — meldet der mittlerweile eingesetzte Fernsprecher gelassen nach vorn. Dort aber hängen aller Augen am Glas. Der berüchtigte Schirknitz-B. hat dem Feind einen guten Stützpunkt geboten. Und bann spritzen die Sandfontänen auf, gleich danach etwa 20 Meter über dem Ziel nur kleine Rauchwolken — Abpraller — richtig! Dieselbe Erhöhung — 3 Gruppen! Das macht Spaß, mal mit allem Schwung die „Dinger" ins Rohr zu werfen! Nicht aufmerksam genug kann der Leitunasoffizier sein, damit nicht zuviel der kostbaren Munition auf ein Ziel verschossen wird. Der Uebungszweck verlangt es: Der Feind am Schirknitz-B. hat das Hasenpanier ergriffen, und für die Artillerie gilt, wie für ihre Schützlinge, die Infanterie: Ihm nach! Und fix sind die Protzen heran. Nach vorn geht's — gleich über den Schirknitz-B. hinaus, zu neuen Taten in neuen Stellungen.
Gegen 11 Uhr ist Schluß des Schießens, und vom Leitenden wird besprochen, was schlecht, aber auch, was gut war. Immer noch gibt's dieses ober jenes auszusetzen. Manche notwendige Kleinigkeit in ber Befehlsgebung unb -ausführung können gerade hier beim Gefechtsschießen zu ungeheueren Weiterungen führen. Doch überwiegt bei allen die Freude an der Waffe, deren Wirkung im Standort nur sehr mangelhaft zur Darstellung kommen kann.
Und das soll mit ein Hauptzweck des alljährlichen Truppenübungsplatz-Aufenthaltes sein: Vertrauen des jungen Artilleristen zu seiner schönen Waffe!
„Auf denn ihr Jünger der Barbara zur Vorbereitung für’s nächste Jahr!"
Nein, man setzt sich dem besser gar nicht erst aus. Lieber bricht man die Zelte so schnell wie möa» lich ab und sucht sich anderwärts ein schönes Fleck» chen Erde. Die Welt steht einem ja offen, wenn man Gelb hat. Lyk bleibt stehen unb preßt beide Hände gegen die breite Brust: in diesem Augen» blick tut es ihm beinah körperlich gut, zu wissen, daß er über genügend Mittel verfügt.
Aber dann läßt er plötzlich die Arme sinken bet dem Gedanken an Sabine. Ach, mit allem Geld der Welt wird er es nicht hindern können, baß ein fluchtartiger Aufbruch ihr ganzes Mißtrauen wachwerben läßt. Sie wird wieder so scheu und ängstlich und vorsichtig werden, wie sie damals war, als sie sich vorstellte. Und wer weiß, ob sie sich überhaupt so ohne weiteres entführen läßt. Sie wird sagen: ich bin zum Arbeiten engagi ' unb nicht zum Herumreisen. Aber vielli sich hinreichenbe Grünbe erfinben?
Gründe... Er sieht sich vor Sabine stehen und hört sich auf sie einreden unb fühlt erstaunt, wie ihn, den Rebe- und Ausredegewandten bei dieser Vorstellung ein großes Unbehagen anfällt. Es ist entsetzlich, dies Mädchen anlügen zu müssen, es hat so etwas Grundanstänbiges. Und überhaupt...
Aber ist es denn nicht nur zu Sabines eigenem Besten, wenn man ihr Dinge verheimlicht, die nur dazu angetan find, Schatten über ihr Leben zu werfen? Schafft man ihr mit dem Verheimlichen endgültig Ruhe vor den Annäherungen ihres verkommenen Vaters? Lyk läßt sich am Disch nieder unb stemmt beide Ellenbogen auf: Nein, bas wird nicht möglich fein. Gesetzt den Fall, ich packte sie in ein Auto, erfände triftige Gründe für unsere Flucht — was bann? Nick Lorenz würde in maßloser Wut zurückbleiben. Und aus lauter Wut würde er bann
und nur unter Zuckungen und Rückschlägen konnte es zum Durchbruch gelangen, und nun kommt alles darauf an, baß diese heilige Flamme unseres Selbst gehütet wird und nie mehr erlischt. Mögen auch harte Zeiten kommen — wir haben einfach Geduld zu bewahren und zu bewähren, wie es unsere Soldaten vier Jahre und drei Monate lang getan haben. Wir wissen, alles Große vollzieht sich langsam und organisch. Es ist das Geheimnis alles schöpferischen Lebens auch in ber Gestaltung ber öffentlichen Dinge, die man gemeinhin den politischen Bereich nennt, daß der große Staatsmann um die Stunde weiß, wann neue Entschlüsse und Entscheidungen reif sind.
Das ist einer der größten inneren Erfolge des Weltkrieges, daß er uns den Sinn für das organische Werden wiedergab. Denken wir an unsere Freunde und Brüder und Söhne, die gefallen ober schwer verwunbet sind. So seltsam es klingen mag: ber Krieg ist ber große Lehrmeister zum organischen Denken, sowohl im Gegensatz wie im Gleichklang. Als Zerstörer zeigt er uns am Gegensatz, was organisches Werden nicht ist. Aber roieberum Zeigt er uns gerade, was ver Sinn bes organischen Lebens ist. Greifen wir zwei Beispiele heraus: den wohlvorbereiteten und nach inneren Gesetzen ab- lausenben Felbzug, wie er im Kriege etwa gegen Serbien ober Rumänien geführt wurde; da zeigte sich bie unerbittliche Folgerichtigkeit großer und kühner Gedanken, die bis ins kleinste durchdacht
zogen im dreijährigen Krieg nicht nur durch bie Stabte.
Gelbe Schilber erinnern an bie Tatsache, baß wir im hollänbischen Grenzbezirk finb. Mäbels auf Fahr- räbern, scheppernbe Milchkannen an ber Lenkstange, haben Klumpjes-Holzschuhe an ben Füßen. Windmühlen tauchen auf. Wir kommen zur gewaltigsten ber besuchten Burgen: Raßfelb, auch bem Grafen von Lanbsberg gehörenb, seit Jahrhunderten unbewohnt, verfallenb, bient sie äugen» olicklich westfälischer Jugenb als Herberge. Sie soll zu gemeinnützigen Zwecken roieber hergestellt werben. Im Interesse der Erhaltung dieses imponierenden Bauwerks ist das sehr zu begrüßen.
Wir biegen ab nach Südosten, auf B o 11 r o p zu. Die Lippe wird gequert, blühender Ginster taucht bie Uferhänge in Golb. Der Weg führt burch Heibe- lanbschaft, gemischter prachtvoller Walb nimmt uns auf. Kirchhellen: an einer Apotheke steht „Glückauf". Der K o h l e n p o 11 hat uns mieber, unb als wir ben Ort durchfahren haben, sehen wir am Horizont bie ersten Förbertürme.
Essen. Hochöfen, unenbliche Reihen von Fabriken mit hellen Fenstern. Himmelhohe Schornsteine, Schutthalben. In wenigen Minuten ist man aber roieber in schönster Natur: ben B a l b e n e y - fee, ber künstliche Stausee ber Ruhr unb bie Ruhr mit ihren entzückenben malerischen Ufern läßt uns vergessen, baß in unmittelbarer Nähe beutscher Stahl geschmiebet wirb, beutsche Kohle aus ben Tiefen unserer heimischen Erbe in schwerer Arbeit heraufgeholt wirb unb baß weithin sich beutsche Aecker behnen, bie ben Schaffenden Brot geben.
So viel man kennt von ber weiten Welt: immer roieber kommt es einem zum Bewußtsein: Deutsch- lanb ist ein herrliches Lanb, ist Heimat.
Erinnerung an ben 1. August stets von neuem die Frage: Bist du wert, in dieser Vergangenheit und in ihrem Strome zu stehen, der uns seither trägt, auch durch Niederungen und Umwege hindurch, der sich jetzt wieder neu und machtvoll entfalten, alle Hlnbernisse und Felsgebirge durchbrechen will? Bist du wert derer, die damals mit hellem Leuchten im Blick hinaüszogen und dann nicht mehr ober nur verstümmelt wieder kamen, jenes stummen Heeres derer, die heute nur noch im Geiste mit uns verbunden sind?
Aber was heißt „nur noch"? Ist nicht diese geistige Verbundenheit das Höchste, was es gibt? Oft ist sie stärker und wirkt mehr auf unsere Seele unb unsere innere Haltung ein als persönliches Zusammensein von Menschen, die sich nichts zu sagen unb zu geben haben. Sie aber, unsere Toten bes Weltkrieges, haben uns für immer unb allezeit etwas ^zu sagen unb zu geben. Sie sagen uns etwas, was uns sonst niemand sagt, sie geben uns die Ahnung ewiger Mächte und Zusammenhänge, für die wir im täglichen Sorgen, Rackern und Geldverdienen unempfänglich werden. Begegnen wir aber im Geiste ihnen, so werden wir besser unb größer. Mr fühlen, daß sie mit an ber Gemeinschaft bauen, bie damals sich in ber rein heroischen Form erfüllte, und die heute, in den Tagen bes Friedens, den uns das Dritte Reich schenkt, in einer Form vorhanden ist, die wir als zugleich heroisch unb harmonisch-aufbauend empfinden.
Das ist das Eigentümliche und Besondere an unserer Zeit, in Deutschland unb überall da, wo man Krieg unb völkischen Durchbruch in ihrem innersten Zusammenhang verstanden hat: wir sind durch einen furchtbaren Krieg gegangen, durch einen Krieg, ber trotz größter Siege in ber Verzweiflung endete, und wir sind durch ihn doch frei geworden für unser völkisches Selbst. Nur langsam
oid fein rinnahm Flaschen oneinetn Mei Qi fibettjau tat sich ottannti Um d kante 3 jiefti Wronfi diatis ointretei .^vn Wortr » Dabei M ar Hw s,'1
Aber Lorenz hört gar nicht hin. Seine Augen glühen, er stützt sich mit der Rechten auf den Tisch, auf bem noch immer sein Hut liegt, unb beugt sich drohend unb haßerfüllt zu Lyk hin: „Darum willst du mich also schnell von hier weg haben, darum! Weil du bas Mädel erwischt hast! Ja, man kann sich eben allerhand leisten, wenn ber Geldbeutel groß genug ist. Aber du irrst dich, wenn du denkst, daß ich jetzt gehe! Da irrst du dich gründlich. Nicht um die Welt werde ich jetzt —"
„Ich werde die Polizei holen —"
',Na schön, dann werfen Sie mich natürlich hier aus dem Haus, aber aus der Gegend? Nein, Albert Lyk, aus der Gegend schiebst du mich nicht ab! Unb wenn ich von Wurzeln unb Kräutern leben müßte! Es interessiert mich boch, was ber reiche Herr Lyk hier oben in ber Einsamkeit mit meinem Fräulein Tochter anfängt. Ich muß boch mal zu- gucken, was sich ba so entwickelt. Unb vielleicht, wenn mir’s zu bunt wird —"
Lyks Ruhe stärkt sich sichtlich an der Aufregung bes anderen: „Erlaube, Nick — ich habe deine Tochter als Sekretärin engagiert, bas ist alles."
«Das kann jeder sagen. Als Sekretärin engagiert — bas ist bie Fassade. Aber ich werde dahinterkommen, verstehst bu, ich —"
Lyk unterbricht ihn verächtlich: „Du hast dich noch nie um deine Tochter gekümmert. Warum denn jetzt auf einmal? Und wie denn — wie denn, willst du dich um Sabine kümmern? Glaubst du, sie fällt dir um den Hals, wenn sie dich so sieht unb man ihr sagt, daß dieser — dieser Mensch ihr Vater ist? Sie wird hell heraus lachen über so einen guten Witz. Oder aber, — sie wird es glauben unb sich mit Grauen von dir wenden. Jawohl. Denn sie haßt dich, ich weiß es, sie hat es mir gesagt, daß sie ihren Vater haßt. Und mit Recht. Denn du bist doch schuld daran, daß sie von ihrem siebzehnten Lebensjahr an nichts anderes gesehen hat, als Büroräume und verrauchte Bürozimmer.
Das verdankt sie dir unb noch viel mehr, mein Lieber. Daß sie eine verbitterte, lebensüberdrüssige Mutter gehabt hat, daß sie immer nur von Gelbmangel unb Not, von Sorgen und Zukunftsängsten gehört hat. Und daß ein ganz unkindliches Mißtrauen gegen alle Menschen in ihr steckt, jawohl, auch das verdankt sie dir. Und nun geh' hin, wenn du den Mut dazu hast und sag' ihr, daß du ihr Vater bist und reiß' fte gerade in dem Augenblick wieder in die Dunkelheit zurück, wo ich mich bemühe, ihr ein bißchen Licht zu verschaffen. Bitte, versuch's doch, geh' doch hin zu ihr, ich stell' dir nichts in den Weg!"
Lorenz ist bei Lyks heftigen Worten langsam in sich zusammengesunken. Die Faust auf dem Tisch bat sich gelöst, er steht mit hängenden Schultern, die Augen am Boden.
„Ich hab' ein verdammtes Leben gehabt, Albert. Als ich einmal weg war und draußen, da gab’s knn Zurück mehr. Mir ist alles schief gegangen,
Lyk reckt sich ein wenig: „Nun also. Und auch letzt gibt s kein Zurück mehr. Was könntest bu — bu,ftin bemer Lage — deiner Tochter denn auch sein? Sie haßt dich, ich muß dich noch mal daran erinnern, sie haßt dich..."
Lorenz' Hand fährt unsicher an der Tischkante entlang: „Sie ist wie Susanne..." murmelt er Der» )onnen unb lächelt unb erschrickt unb starrt unsicher Zu dem anberen hin, ob er bies Lächeln etwa gesehen habe... ö
jetzt voll Mitleid — „du mußt gehen. Du mußt gehen und Sabine nie wieder sehen. Es ist das beste... Unb was ich tun kann, dir dein Leben in Ordnung zu bringen, das will ich selbstverständlich tun, um Sabines willen, unb ich will dir auch glauben, daß vielleicht boch manches damals anders gewesen ist, als ich mir gedacht habe."
„Und was hast bu mit Sabine vor, Albert?"
Lyk hebt die Rechte beschwörend hoch: „Bei Gott nur ihr Bestes, Nick. Ich hänge sehr an Sabine. Ich wäre glücklich, wenn ich ihr Vater wäre. Und ich will alles tun, was ein Mensch tun kann, um ihr das Leben leicht zu machen."
Sorem nickt schwer vor sich hin. „Ich bin wie ausgehöhlt", sagt er bann leise. „Ich kann jetzt keinen Entschluß fassen, ich kann überhaupt nicht mehr denken. Wenn bu anftänbig sein willst, Albert, so zwing mich jetzt nicht zu irgendeinem Wort ober Zu irgendeinem Versprechen, sondern laß mir Zeit bis morgen."
Er hebt den Kopf und sieht Lyk tob traurig an: "Gib mir ein bißchen Geld, Albert, daß ich vier Wände um mich 5 ab en kann, bis morgen. Daß ich roie ein normaler Mensch zwischen diesen vier Wänden überlegen kann. Willst bu?"
Lyk nickt, zieht hastig einen Geldschein aus ber Tasche und brückt ihn Lorenz in die Hand: „Geh unten in Brunsbichel ins Gasthaus, Nick. Schlaf dich aus, stärk bich. Morgen früh komme ich zu dir, dann reben wir weiter. Abgemacht?"
„Abgemacht, Albert. Unb vielen Dank."
Sie sehen sich an unb lächeln beschämt. Vorsichtig finden sich ihre Hände zueinanber. Dann öffnet St)t bie Tur, und Lorenz geht still an ihm vorbei unb hinaus. Lyk läßt ihn erst aus den Augen, als das Gatter hinter ihm zufällt.
^Keiner all der alten Frontkämpfer in West, Ost, Süd oder Südost soll einen roten Kopf bekommen, daß ihm dieser Name aus vier langen, tapferen Jahren kein Begriff mehr ist.
Es handelt sich um einen für hessische Verhältnisse recht bescheidenen, mit Wald bestandenen 92 Meter hohen Hügel, der sein tägliches Dasein im tiefen, ewig trockenen unb staubfeinen Sand des Brandenburger Lanbes fristet.
Ich spreche vom Truppenübungsplatz Zossen, jenem schmalen, aus Heide, Sand und Fichten bestehenden kleinen „Handtuch" innerhalb des deutschen Vaterlandes, auf dem sich seit zwei Wochen die III. Abteilung Artillerie-Regiment 9 aus Gießen tummelt, um bas Ergebnis ihrer Ausbildung im scharfen Schuß nachzuprüfen.
Dem Offizier unb bem Unteroffizier, trotz jährlicher Wieberholung immer wieder ein schönes Erlebnis festzustellen, daß man sich auf diese mit viel Fleiß auf Grund langjähriger Erfahrungen konstruierten Geschütze verlassen kann, ist es für den Mann des ersten Dienstjahres der langersehnte, mit etwas Bangen erwartete Augenblick, in bem er gefechtsmäßig ohne die Angst vor Flurschaden über bie Heide jagen und seine ehernen Grüße den Pappscheiben mit ober ohne Zielfeuer entgegen» senden kann.
Viel war für dieses Jahr vorgesehen, eine Menge leichter unb schwerer Geschütze lauerten jeden frühen Morgen — bei Regen aber blauem Himmel — darauf, von den fürforgenben Kanonieren noch einmal liebevoll gestreichelt unb bann an bie Protze ober Zugmaschine angehängt zu werben.
So haben benn unsere Soldaten sehr häufig den erwachenden Tag über weiter Heide mit all ben vielen Reizen kennengelernt, die uns im Berglanb Hessen meist verborgen bleiben: glutroter Ueberfluß einer verschwenderischen Natur über ewiger Heibe, bas ist auch für unsere Hessen ein Erlebnis gewesen.
Im kaum erwachten Morgen fegt ein unangenehm kühler Winb über bie Heibe. Eine Batterie zieht freien Schritts über Straßen, am verlassenen, manchem alten Soldaten als Gefangenenlager bekannten Zehrens darf vorbei. Es ist ein eigenartiges Gefühl, verlassene Häuser mit nachgezeichneten Fenstern inmitten grasüberwucherter Höfe zu sehen, und allzugern versucht man, in Gedanken bie Schilder der Metzgerei, der Gemischtwarenhandlung und des Barbiers mit bem gewesenen Leben der Vergangenheit zu erfüllen.
Dann nimmt die Heide unsere jungen Soldaten auf. Im kühlen Morgenwind wird der Atem der Pferde sichtbar, denn hoher Sand läßt die acht Tonnen schweren Geschütze sich tiefer einwühlen in den Boden ber Mark. Unb dann kommt das „Halt!" der Befehl des Batteriechefs zur Bereitstellung irgendwo in dem weiten Waldgelände des Süd-
Militär konzert auf dem Kreuz» platz. Es fei noch einmal darauf hingewiesen, baß am morgigen Sonntag von 10 bis 11 Uhr auf dem Kreuzplatz ein Standkonzert ftattfinbet, bas von der Regimentsmusik bes Jnf.-Regts. 116 ausgeführt wirb.
** Arbeitsjubiläum. Prokurist Alwin Wolff von ber Firma Wilhelm Moeser kann am 1. August auf eine 25jährige Tätigkeit bei biefer Firma zurückblicken. Er war, abgesehen von ben Kriegsjahren in Ost und West, ununterbrochen in diesem Hause tätig. Der Betriebsführer unb bie Mitarbeiter bringen ihm an seinem Jubiläumstage herzliche Glückwünsche bar.
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ScftämßHsffexept
nie ganz erfassen, nur zaghaft, ja hilflos anbeuten können. Denn bas, was damals geschah, war erhaben über alle großen unb " ' Worte.
roaren. In der Wiedergenesung unserer Millionen Verwundeter aber offenbarte sich der harmonische und folgerichtige Aufbau des gestörten organischen Daseins, die Wendung zum Leben und zur neuen Aufgabe, die uns vom Kriege in eine bessere unb freudigere Zukunft führen soll. H. H.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Zum Tanzen geboren". — UC., Plockstraße: 20 Uhr Lustiger Abenb mit Tanz. — 1900: 37. Stiftungfest „Stadt Wetzlar", Kameradschaft^abend.
Tageskalender für Sonntag.
Hitler-Urlauber-Kameradschaft „Wetterau": 18.30 bis 19.30 Uhr Platzkonzert bes Musikzuges ber SA.» Stanbarte vor dem Stubentenheim. — Militärkonzert: 10 bis 11 Uhr Kreuzplatz. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Zum Tanzen geboren". — 1900: 37. Stiftungsfest: 15 Uhr „Karlsruhe", Familienausflug mit Tanz. — Oberhessischer Gebirgsverein: 13.45 Lahnbrücke. — Johanneskirche. 20 Uhr: Orgel» feierftunbe. — Werkstoffschau: 10 bis 20 Uhr Lie- bigshohe, Sondervorstellung im Gloria-Palast, Seltersweg, 11 Uhr.
Eine Orgelfeiersiunde in der Johanneskirche findet am moraigen Sonntagabend statt. Kantor und Organist Adolf Wieder spielt.


