OerBauer in Frankreich
Man ist gewohnt, Frankreich als das L a n d D e s Bauern, SNeinbürgers und Rentners zu bezeichnen Mit einem gewissen Recht. In den letzten 40 Jahren ist freilich die Zahl der bäuerlichen Familien um etwa 1,75 Millionen zurückgegangen, was einmal aus die sinkende Geburtenzahl zum anderen auf die Landflucht zurückzuführen ist. Das Anwachsen der Industrie und die Zusammenballung der Massen in großen Städten sind auch in diesem Lande nicht ohne Folaen geblieben. Dazu tritt die schlechte soziale Lage Der Kleinbauern und Landarbeiter, der sinkende Ertrag des wichtigen Weinbaues, der oftmals zu Unruhen unter Den Winzern geführt hat. Die Abwanderung vom Lande hat zur Folge, daß der Umfang der landwirtschaftlich genutzten Fläche in den letzten 25 Jahren sich um 11 v.H. verminderte. Der Ausfall an Arbeitskräften hat keineswegs durch die Anschaffung von Maschinen ausgeglichen werden können, wie das in anderen Ländern der Fall ist. Die technische Rückständigkeit des französischen Landbaues ist bekannt. Dabei ist eine Verschiebung in der Produktion eingetreten, die sich auf verschiedene Bezirke verteilt. Im Süden ist der Weinbau noch immer vorherrschend, obwohl die Konkurrenz der algerischen Weine sehr stark ist. In der Mitte und im Osten geht der Weinbau zurück, die freiwerdenden Flächen finden für die steigende Viehzucht Verwertung. Nur in der Nähe von Paris ist eine intensive Garten- wirtschaft eingeführt, die in der Hauptstadt ihren festen Markt besitzt. Man schätzt, daß in den Landorten etwa 50 v. H der Einwohner des Landes wohnen, daß aber nur noch ungefähr 30 v. H. der Bevölkerung ihren Erwerb in der Landwirtschaft finden.
Die französischen Regierungen sind jahrelang ge- bröngt worden, für das flache Land etwas zu leisten, ohne daß viel herausgekommen wäre. Erst in neuerer Zeit ist man zu gesetzlichen Festlegungen des Weizenpreises und zu einer Kontingentierung des Weinbaues gelangt, was für das individualistische Denken des Franzosen schon ein tiefer Eingriff war. Diese geistige Einstellung ist die Ursache dafür, daß eine umfassende Organisation nach deutschem Muster im französischen Bauerntum nicht möglich war und daß auch das Genossenschaftswesen keine Rolle spielt Neuerdings ist es die Vierzig-Stunden-Woche, die beim Bauerntum stärksten Widerstand finden mußte, weil sie eine aus der roten Theorie geborene wirtschaftsfeindliche Maßnahme ist. Die Erhöhung der Steuern auf alle Arten der Erzeugung wird die Not auf den Dörfern noch weiter steigern.
Durch Jahrzehnte hat der Satz gegolten, daß die französische Demokratie vom Bauerntum her ihre Orientierung erhalte. Das Wahlrecht aibt in der Tat den ländlichen Bezirken einen größeren Einfluß. Dazu tritt der Senat, der von den Gemeinderäten usw gewählt wird, der feine Rolle als Beamter des politischen Karrens auch oft genug gespielt hat. Die Abgeordneten der Kammer, meist Advokaten, stammen vielfach vom Lande ab und mußten darauf bedacht sein, sich dort ihren Anhana zu erhalten. Trotzdem scheint festzustehen, daß sich auch diese Verhältnisse gewandelt haben Der Marxismus hat nicht nur die städtischen Massen radikalisiert, sondern auch die Landarbeiter, im großen Umfange sogar die Kleinbauern, erfaßt. Deren Unzufriedenheit für politische Zwecke auszubeuten, war nicht schwer. Dadurch hat die auf dem Lande einst herrschende Radikalsozialistische Partei, die setzt den Ministervräsidenten Chaii- 1 e m p s gestellt hat, stark an Bedeutung eingebüßt. (Die Radikalsozialisten sind in Frankreich eine linksbürgerliche Partei, die etwa unseren früheren Demokraten entsprechen)
Es wird dadurch immer klarer, daß vom französischen Parlamentarismus, der noch dazu unter der Kontrolle des Kommunismus steht, dem französischen Bauern keine Rettung zuteil werden kann Steuern, Zölle und Handelsverträge werden fast nur nach Gesichtspunkten
des Verbrauchers beschlossen. die Beachtung bäuerlicher Interessen tritt in die zweite Linie Man hat den Gewerkschaften das Blaue vom Himmel versprochen, hat daher die Abwertung auf Kosten der Sparer wiederholt und muß daraus bedacht sein, die Lebensmittel nicht weiter verteuern zu lassen. Wenn trotzdem die enorme Steigerung der Preise um über 50 Prozent stattgefunden hat, so geschah es in der Hauptsache zugunsten des Zwischenhandels und als Folge der verteuerten Frachten und Tarife.
Die enttäuschte Bauernschaft versucht nun, durch die Schaffung einer „B a u e r n s r o n t" den politischen Einfluß zurückzugewinnen Diese Bewegung
steht unter der Führung von Henry Dorgeres. Der Abgeordnete de Lestap s hat vor einigen Monaten in der Kammer den Antrag gestellt, den Bauernbesitz unteilbar zu gestalten und ihn schuldenfrei für den Erbgang zu machen. Damit werden ähnliche Gedanken aufgsgrisfen, wie sie im deutschen Erbhofgesetz niedergelegt sind. Mit ihrer Erfüllung hofft die französische Bauernschaft ihre wirtschaftliche Gesundung und ihre politische Bedeutung wieder herzustellen. Ob unter dem jetzigen Regime eine Aussicht besteht, solche Bestrebungen in die Tat umzusetzen, muß aber ernsthaft bezweifelt werden Li.
Der Führer in Nürnberg.
selbstverständlich nur wirkliche Könner bestimmt: werden dürfen, die tatsächlich etwas zu sagen hQ] ben. Das Beste ist in dieser Hinsicht gerade gut genug, weil mit Durchschnitts-Vortragsreisenden ui* auch mit Durchschnittsfilmen der Sache in keiner Weise gedient ist. In Korea, wo, wie gesagt, bas deutsche Element sehr schwach vertreten ist, liegen die Dinge besonders schwierig, so daß wohl in erster Linie die geistige Betreuung der neuen Gesellschaft die Aufgabe der Deutschen Botschaft in Tokio sein wird.
Oeuisch-japanische Gesellschaft für Korea
Don Dans Tröbst.
Afrikanische Landwirtschaft
K e j o, im Juli 1937.
Ende Juni fand in Kejo, der Hauptstadt von Korea (einst Seoul geheißen), die Gründung einer „Deutsch - japanischen Gesellschaft für Korea" statt. Ausgerechnet in dem weltabgelegenen Korea eine solche Vereinigung ins Leben zu rufen, mutet auf ben ersten Blick vielleicht etwas seltsam an, vor allem, wenn man bebenft, baß das beutfdtf Element in Korea — abgesehen von ben bayerischen Benebiktinern bes Bischofs Sauer — zahlenmäßig nur sehr schwach vertreten ist. In ber Lanbeshauptstabt Kejo, bie 600 000 Einwohner zählt, unb die in weniger als breifeig Jahren von ben Japanern aus einer schmutzigen Provinzstabt in eine ganz moberne Großstadt umgewanbelt worben ist, leben zur Zeit nur zwei Deutsche, weitere sechs in ber „Provinz", von benen aber bie Mehrzahl Rufeland-Deutsche finb, bie ber Koltschak-Rückzug einst in biefen fernen Erbenwinkel verschlagen hat.
Um so gröfeer ist bafür bie Zahl ber deutsch- sprechenden Japaner, die entweder als Professoren unb Dozenten an ber Kaiserlichen Universität Kejo, ober als Aerzte, Lehrer unb Ingenieure in freien Berufen tätig finb. Alle biefe Japaner haben seinerzeit in Deutschlanb ftubiert, unb ber Gebaute, sie in irgenbeiner deutsch-japanischen Organisation zusammenzufassen, beren Aufgabe es sein soll, bie geistigen Beziehungen zu Deutschlanb nicht abreifeen zu lassen, ist baher nur zu verstäub- lich unb burchaus zu begrüfeen.
Graf Usaki, Generalgouverneur von Korea, war ber eigentliche „Vater" bieses „Gebaukens", ber vom beutscheu Botschafter von Dirksen im Verein mit bem Nachfolger bes Grafen Ufafi, bem aus ber Manbschurei her wohlbekannten General M i n a m i unb jetzigen Geueralgouverneur von Korea, jetzt in bie Tat umgesetzt worben ist. Ein besonberes Verdienst am Zustandekommen der neuen Gesellschaft gebührt dabei dem Dairener deutschen Konsul Dr. Bischoff, zu dessen Arbeitsgebiet Korea gehört unb ber bie recht umstäublichen
zeichnete. Denn unter „Gerechtigkeit" — so führte Spranger aus — verstehen bie Nutznießer des Großen Krieges bie Erhaltung bes stafus quo, währenb Deutschlanb unb Japan unter „Gerechtigkeit" bas „Recht auf Raum" für ben leistungsfähigen Kulturträger unb Kulturbringer verstehen. Daß Japan in biefem Sinne feiner historischen Aufgabe gewachsen sei, zeige bas Beispiel ber Manbschurei unb Koreas, wo Japan im besten Sinne bes Wortes als Kulturträger unb Kulturbringer aufträte; im gleichen Sinne arbeite man in Deutschlanb am Aufbau einer neuen Kultur — beibe Völker seien baher in ihrem Streben wesensverwanbt. Diese Wesensver- wanbtschaft zu vertiefen und zu fördern, sei bie Hauptaufgabe biefer neuen „Deutsch-japanischen Gesellschaft für Korea" ...
In ähnlichem Sinne äußerte sich ber Rektor ber Universität Kejo, ein Gelehrter im besten Sinne bes Wortes, ber Deutschlanb befonbers als Lehrer Ja- pans auf bem Gebiete ber Mebizin unb bes Heerwesens feierte. Auch ber katholische Bischof Sauer von ber katholischen Mission sagte ber neuen Vereinigung alle nur benfbare Förberung zu, deren Grünbungsversammlung ein Essen beenbete, bas bie Teilnehmer noch mehrere Stunden in ber bekannten „angeregten Aussprache" vereinigte.
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Neben ber „Deutsch-japanischen Vereinigung" in Harbin (Manbschurei) besteht also nun eine ebensolche Gesellschaft in Korea, beren Zweck natürlich nicht rein ausschließlich gesellschaftlicher Natur sein kann. Wenn biefe unb ähnliche Vereinigungen etwas nutzen sollen, bann muß ben Mitgliedern auch etwas Positives geboten werben. Ausgabe bes Komitees wirb es also sein, ein entspre- chendes Arbeitsprogramm aufzustellen. In erster Linie kommen wohl Vorträge in Frage, für bie
Don Bayreuth aus begab sich ber Führer nach Nürnberg, um sich von bem Fortschreiten ber Bauten auf Dem Reichsparteitaggelände zu überzeugen unb sich über ben Stand ber Vorbereitungen für Den biesjährigen Reichsparteitag zu unterrichten. Hier sieht man ihn bei ber Besichtigung ber Bauarbeiten. (Scherl-Bilberbienst-M.)
norbereitenben Arbeiten so weit geförbert hotte, baß Enbe Juni bie neue Vereinigung in ber Lanbeshauptstabt aus ber Taufe gehoben werben konnte.
Ehrenvorsitzenbe ber neuen Gesellschaft sind Exzellenz O n o, Vizegouverneur von Korea, und der deutsche Botschafter in Tokio, Erzellenz v. Dirk- s e n. Als Präsibent würbe ber Rektor ber Kaiserlichen Universität Kejo, Exzellenz Kailama gewählt, bem brei Beisitzer in Gestalt ber Professoren Takakusu unb Dueno unb des Generals Oifo zur Seite stehen. Ein ehemaliger beutfcher Austauschstubent, Hupfer, ber jetzt als Sportlehrer an ber Universität tätig ist und ber ausgezeichnet japanisch spricht, hat bas Amt bes Schriftführers übernommen.
An ber Gründungsversammlung nahmen außer bem beutschen Austauschprofessor Dr. Spranger von ber Berliner Universität etwa 90 Japaner teil, bie mit außerorbentlichem Interesse ben Ausfüh- rungen bes Prof. Spranger lauschten, ber gewissermaßen bas Hauptreferat hielt. Spranger stellte in ben Mittelpunkt seiner Ausführungen ben Begriff ber „Greechtigkeit", bie er als ben „tieferen Sinn" ber beutsch-japanischen politischen Annäherung be-
O»e Hack-Kuliur der Neger.
(Sin Neisebrief von Kaufmann a. O. Cordt von Brandis
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Daressalaam, im Frühjahr 1937.
Die neuesten Funde in ben nordeuropäischen Moorgebieten haben ergeben, baß unsere Vorfahren schon etwa 2000 Jahre vor Christi Geburt ben Pflug kannten. Um so mehr muß es erstaunen, baß bie Neger bis auf ben heutigen Tag an ihrer uralten, primitiven Hack-Kultur festgehalten haben. Das Klima unb ber Boden, bie Dichte ber Bevölkerung unb manches anbere, besonders aber ber konservative Sinn bes Negers haben ihn bei einer Form ber Lanbwirtschaft verharren lassen, bie wir seit Jahrtausenben nicht mehr kennen.
Bei uns ist es selbstverständlich, bafe ber Bauer fein Feld mit Dünger bestreut. „Mist ist bem Bauern seine List" — sagt man allgemein. Alsdann pflügt er ben Dung unter unb verbessert so im Laufe von Generationen ben schlechtesten Boben mehr unb mehr. Nicht so ber Neger. Er benft nicht
baran, ben tierischen Dünger auszunützen. Er wirst ihn als „Tacka-tacka" beiseite, zünbet chn womöglich an, wenn er im Wege liegt, aber er benützt ihn nicht.
Vor ber Regenzeit, also für ben Norden ber ehemaligen Kolonie Deutsch-Ost-Afrika im März und im Oktober, begibt sich ber schwarze Lanbwirt mit feinen „Bibis" (Frauen), beren er eine bis brei besitzt und den größeren „Watotos" (Kinder) in den Busch, wo er eine Stelle ausgesucht hat, die in diesem Jahre Acker werden soll. Nun „hängt" er zunächst das Feuer hinein. Er verbrennt alles Gras, das natürlich jetzt nach der heißen Zeit mannshoch und verdorrt ist, es verbrennen -auch trockene Blätter und kleine Zweige. Was übrig bleibt, wird mit Buschmessern, in deren Handhabung alle Schwarzen Meister sind, am Boden abgehackt. Stärkere Bäume werden entweder gefällt ober sie bleiben stehen, alles zusammen wird auf Haufen geschichtet, wo es in ber Hitze bald
Cs war zu früh?
Don Nudolf Schneider-Schelde.
„Es ist zu spät", sagte sie lächelnd, als er sie ansprach.
„Wieso zu spät?" sagte er, „es ist doch nie zu spät?" Er war verlegen, sie lächelte so sicher und zog so sicher ihre Handschuhe an, es war im (Säte, sie hatte nach dem Theater noch ein Glas Himbeer- Soda getrunken, und jetzt wollte sie gehen. Sie faß am selben Tisch wie er, sie hatte nur zögernd dort Platz genommen, aber das Caf6 war sehr voll gewesen und der Tisch sehr breit und die Stühle weit von einander entfernt. Inzwischen, schien es, war die Tischplatte geschrumpft, und die Stühle waren aufeinander zu gerückt. Er hatte eine Zeitung gelesen, als sie gekommen war, aber bann las er nicht mehr, sonbern schaute sie an. Er schaute rücksichtsvoll unb zurückhaltenb, aber er schaute. Sie bemerkte es natürlich. Sie fanb ihn nett. Sie sah ihn nicht an, aber sah ihn genau, sie konnte bas so gut wie anbere Mädchen, und vielleicht hätte sie sich auch mit ihm unterhalten, aber er redete nicht. Sie konnte nicht gut zu reden anfangen. Sie ahnte, daß er gern geredet hätte, schade dachte sie. Er dachte noch viel mehr und grade, als sie gehen wollte, fing er zu reden an. Aber jetzt war es zu pät, sie sagte es, und die ganze letzte halbe Stunde chwang in den paar Worten mit, die sie sagte, be- anders schwang mit. daß er alles versäumt hatte. Er verstand sie genau, und nun gab er sich nicht zufrieden unb würbe er mit einemmal gesprächig unb so, baß sie lachen mußte. Damit hatte er gewonnen.
Er ging mit ihr weg unb brachte sie bis vor ihr Haus, das leider ziemlich in der Nähe lag, viel zu nah für ihn ober das, was alles er gern gesagt hätte, unb barum schlug er vor, noch spazieren zu gehen, bie Strafet entlang, bort hinüber, wo Bäume waren, er dachte an bie Bänke, bie unter ben Bäumen ftanben. Es war eine schöne, warme Nacht.
„Es ist zu spat", sagte sie roieber lächelnb.
„Immer zu spät", sagte er, „es ist boch noch so früh." Es war noch nicht einmal Mitternacht er würbe sehr beredt unb malte bie Nacht unb ben Mond und die Sterne unb bas buftenbe Laub ber Bäume in so prächtigen Farben, wie es eigentlich nicht nötig war, bn sich bas alles spürbar in näch- ter Nähe befanb Ader sie verstand ihn, sie ahnte, >afe er eigentlich mehr sie malte als die Nacht, und ie war zufrieden mit dem Bild und fühlte sich von einen Worten ungerührt. Sie zog unsicher ihre Handschuhe aus weil sie ihm zum Abschied bie Hand reichen wollte, unb fanb ihn noch netter als im Cafs. Er liefe ihre Hand nicht mehr Ins Er gewann bas Spiel und führte sie unter die Bäume
und saß eine Weile mit ihr auf einer Bank, mit viel Anstand und Abstand. Er sprach von sich und der Welt und machte sie neugierig, und dann gingen sie noch ein Stück und standen plötzlich vor einem Haus, und er sagte, hier wohne er, und er würbe ihr furchtbar gern feine Silber unb Bücher zeigen, er habe so hübsche Silber, sie müsse mit- kommen unb alles ansehen, es sei eine einzige (Belegenheit in biefer herrlichen Nacht. Er sagte es brängenb unb sah sie in ber Dunkelheit mit glühen- ben Augen an.
„Es ist zu spät", sagte sie wieder unb schüttelte leise ben Kopf
„Wieber basfelbe" sagte er, „bas alte Vorurteil, sonst nichts, bas ganze Leben wirb Ihnen entgehen, wenn Sie ewig benken, es ist zu spät." Es war nicht sicher, ob er glaubte, was er sagte, aber vielleicht glaubte er’s, unb vielleicht war es sogar wahr, er sagte, wenn es ihr nachgegangen wäre, wäre es auch zum Kennenlernen zu spät gewesen, unb bamit hatte er offenbar recht. Sie gab nicht mit Worten nach, aber in ber Tat, benn er hatte sie langsam in eine Welt versetzt, in ber es wirklich nur ein Vorurteil war, sich nicht um Mitternacht hübsche Silber anzusehen, sie ging bie Stufen zu feinem Haus hinauf unb hörte seine Schlüssel klappern unb wußte nicht recht, wie ihr geschah. Sie war ein seines Ding unb kein gewöhnliches, aber aerobe weil sie fein war, hatte ein Zauber über sie Macht. Ein Zauber hatte über sie Macht, sie von ber sonstigen Welt loszulösen, es fragte sich höchstens, bis wohin. Sie hörte bie Tür feiner Wohnung zufallen unb sah ihn an, aber er tat, als habe sich nirgenbs eine Tür geschlossen, unb jetzt kam wohl alles barauf an, ob er wirklich ein Zauberer ober ob er nur ein Schwinbler war Er wußte es wahrscheinlich selber nicht, es konnte sein, bafe er beibes war, aber es würbe sich Herausstellen, unb insofern kam alles wieber auf bas Mädchen an; ob fie ihn zum Zauberer ober zum Schwinbler machte. Er zeigte ihr seine Silber, bie ziemlich hübfch waren, unb bann versuchte er sie zu küssen Sie wollte nicht. Sie wanbte sich mit einer unbewußten Bewegung rasch zur Tür aber er kam ihr zuvor und vertrat ihr den Weg unb stanb, halb bittenb unb halb brohenb vor ihr.
,Es ist zu spät", sagte er spöttisch mit chren Worten unb wollte fortfahren: Wer A sagt muß auch B sagen, aber ba würbe bie Macht bes Mädchens wirksam. Etwas an ihrer Haltung verursachte ihm Scham. Er schwieg, sein Trotz schmolz. Sie merkte, daß sie ihn überwand und verzieh ihm. Sie mar sehr hübsch noch hübscher als vorher, verklärt durch das Zartgefühl, womit fie ihm über bie Nieberlage hinroeaheHen wollte Er traf sie plötzlich in einer dritten Welt, fern der Begegnung im Caf6 und fern der Versuchung soeben, es konnte
sein, bafe es bie Welt ber Liebe war. Er sah erstaunt unb zaudernd bort hinein, es schien, bafe er nicht über bie Schwelle wollte. Sie setzte sich wieder an seinen Tisch in seinen Stuhl, und er verwunderte sich, daß Wahrheit wurde, was Vorwand gewesen war, daß er ihr wirklich seine Bilder und seine Bücher zeigen wollte, sonst nichts. Mit leiser Scheu genoß er den Zauber, der aus dem Schwindel wurde, und fühlte beglückt, wie >hr Vertrauen ihm entgegenkam. Es war auch etwas Wehmut in ihm. er ahnte, bafe er einen guten Tausch gemacht hatte, aber es mar boch ein Tausch, ihm schien, er hatte etmas bafür verloren.
Als er sie schließlich nach Hause brachte unb ihr auf Wiedersehen sagte, bot sie ihm von selbst bie Lippen zum Kuß Er küßte sie, aber es mar ein anberer Kuß, als er ihn vor kurzem begehrt hatte. Er empfanb Zärtlichkeit babei unb liebkoste sie vorsichtig unb schmieg unb empfanb auch roieber Wehmut.
Es ist zu spät, bachte er bei sich. Er sagte es nicht, aber sie lächelte unb sah nicht so aus. als ob ihr bange vor irgenbetroas wäre, unb es schien sie hatte erraten, was er bachte. Ehe sie schnell ins Haus schlüpfte, sagte sie mit winzigem Kopfschütteln unb einer siegesgewissen Süßigkeit, die jede Verlockung enthielt, so leise, wie man ein Geheimnis verrät: „Es ist zu früh."
Die neuen ftilme der tifa.
Das diesjährige Ufa-Produktions-Programm mit je 40 Spiel-, Kurz- und Kulturfilmen ist das zahlenmäßig stärkste seit dem Uebergang zum Tonfilm. Karl Ritter inszenierte die von ethischen und nationalen Problemen getragenen Filme „«Patrioten" (mit Mathias Wieman und Lido Baarova) und „Unternehmen Michael" (mit Heinrich George, Wieman, Willy Birgel und Hannes Stelzer). „Starke Herzen", mit Maria Cebotari und Gustav Diefel, wurde von Herbert Maisch gedreht. Zarah Leander, Birgel und Viktor Staal spielen in dem Film „Zu neuen Ufern". Erich Waschneck war der Spielleiter des Films „Streit um den Knaben Jo"; Hauptrollen Lil Dago- Der, Willy Fritsch und Maria von Tasnady. Der nilm „Daphne und der Dipioma t", ber ben Gestaltungswillen bes neuen beutschen Tanzes auf- 3eigt, würbe von R 21 Stemmte inszeniert. Karin Harbt unb Gerda Maurus find die Hauptdarsteller. Ein fröhlicher Film heißt „Sieben Ohrfei- g e n", Hauptakteure Lilian Harvey, Willy Fritsch, Alfred Abel, Erich Fiedler und Oskar Sima Ebenfalls luftig ist der Film ..Wenn Frauen schweigen" Johann"? Heeftirs, Hanß Knoteck. ftita D"nkhoff und Ernft Waldow spielen M't Marika Rökk dreht sich das „Karussell". In dem Film
„S p ie l auf der Tenne" sind Heli Finkenzeller und Fritz Kämpers die Hauptdarsteller. Hans Deppe drehte mit Carola Höhn, Paul Klinger und Georg Alexander „Zweimalzwei im Himmel- b e t1". In dem Kriminalfilm „Brillanten" spielen die Hauptrollen Hansi Knoteck, Viktor Staat und Hilde Körber. In die Reihe der Abenteurer- Filme gehört auch der Naturspielfilm „Tundra".
„Fanny Elßler" wird von Paul Martin inszeniert. Lilian Harvey, Willy Fritsch, Willy Birgel, Rolf Moebius und Paul Hoffmann verkörpern die historischen Gestalten. Karl Ritter inszeniert den Film „Urlaub aus Ehrenwort" mit Fritz Kämpers, Rolf Moebius und Jngeborg Theek. Von dem französischen Spielleiter Marcel L'Herbier kommt „La (Zitadelle de Silence" mit Annabella und Pierre Renoir. „Mitter- n a^ch t s w a l z e r" helfet ein Film mit Brigitte Horney unb Willy Birgel Detlef Sierck breht mit Zarah Leander und Carl-Ludwig Diehl „Habanera", Carl Froelich wird mit Zarah Leander den Film „H e i m a t" inszenieren. Ewald Balser und Lida Baarova spielen in „D i e unsterbliche G e liebt e". „(B e ro i 11 er f I u g z u Claudia" mit Willy Fritsch unb Karin Hardt inszeniert Erich Waschneck. In „W e 11 e r l e u ch t e n" spielen Lil Dagover und Peter Petersen wieder zusammen Der Film „Frau S y l v e l i n" wird Heinrich George Gustav Waldau und Paul Hartmann vereinigen. „Zwischen den Eltern" helfet ein Film, in dem Willy Fritsch, Gusti Huber und Peter Bosse spielen Grethe Weiser hat die Hauptrolle in bem Film „Meine Freundin Barbara" „Die ewigen drei Worte" nennt sich ein Film in dem Willy Fritsch und Carola Höhn spielen. Carl Froelich verfilmt das Lustspiel „Die vier Gesellen", R. A Stemmle dreht den Euphono-Film Kleiner Mann — ganz grofe" Traudt Stark hat die Hauptrolle m „Liebling ber Matrosen" und ..“leine Prinzessin" Heli Finkenzeller und Josef Eichheim spielen in dem „Schimmelkrieg von Holledau" Hans Deppe inszeniert „Gewitter im Mai" mit Hansi Knoteck. Ein Film mit Franziska Kinz und H A. Schlettow helfet „Frau S i l t a", nach bem Roman von Ernst Zahn R 21. Stemmle dreht mit Maria von Tasnady, Erich Ponto und Hans Niel- sen „Das Geheim ui s um Betty Son n". ,Grofealarm" helfet ein Kriminal-Film mit Viktor Staal und Rudolf Platte Georg Jacoby dreht die Operette ,,G a s p a r o n e" mit Johannes Heesters und Leo Slezak. „L i e b e s g u a d r i l l e" wird von Karl Hartl mit Lilian Harvey und Vik- tor Staal inszeniert — Hierzu kommen Drei weitere Filme, em Froelich-F-lm ein'Fanal-Film den Erich Waschneck mit Srigitte Horney und Mathias Wi"man inszeniert, und ein dritter, dessen Stoff noch nicht feststeht. W. Sto.


