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das (Spannungen als eigentliches Lebenselement brauchte, um überall die Notwendigkeit seinerAn­wesenheit" beweisen zu können. Das Gerede von derfreien Hand", die man sonst Deutschland lassen würde, war nur die Verbrämung dieses Versailler Geistes der Willkür und des ungehemmten Dor­machtsstrebens, Erst wenn man von der Unnatur eines solchen Denkens loskommt und sich auf seine legitimen Lebensinteressen, wie jedes andere Land auch, beschränkt, kann ein Fortschritt erzielt werden.

Oie Londoner Besprechungen.

Alle Beteiligten sehr zufrieden."

London, 29. Nov. (DNB.) Ueber die Bespre­chungen zwischen den englischen und französischen Ministern wurden folgende Mitteilungen gemacht: Zunächst berichtete Lord Halifax über seine Be­sprechungen in Deutschland. Die französischen Minister erklärten hierauf, daß sie den Zweck des Besuches voll verständen und daß sie glaubten, daß er seinen begrenzten Zweck erfüllt habe. Hierauf sei die Kolonialfrage erörtert worden; es habe Uebereinftimmung darüber geherrscht, daß sie eine weitere Prüfung erfordert. Hierauf wurde die Rundreise Delbos' nach Polen, Rumä­nien, Jugoslawien und der Tschechoslowakei erör­tert. Die Lage in diesen Ländern sei besprochen worden, da beide Regierungen sich um die Erhal­tung des Friedens hier ebenso wie anderswo be­sorgt fühlten. Bezüglich der f e r n ö st l i ch e n Frage habe volle Uebereinstimmung über den Ernst der Lage geherrscht und über die Notwen­digkeit, die beiderseitigen Interessen zu sichern. Be­züglich Spaniens wurde festgestellt, daß die Po­litik der Nichteinmischung sich als absolut richtig erwiesen habe. Bei Abschluß der Sitzung seien alle Beteiligten sehr zufrieden gewesen; die Besprechun­gen würden als die erfolgreichsten angesehen, die bisher abgehalten worden seien. Auf beiden Sei­ten seider klare Wunsch in Erscheinung getreten, mit allen Ländern zusammenzuarbei­ten, obwohl erkannt worden sei, daß noch sehr viel mehr Vorbereitungen erforderlich seien, bevor irgendwelche tatsächlichen Ver­handlungen ins Auge gefaßt werden könnten".

England gegen eine Blockade-Erklärung Francos

Die nationalspanische Marineleitung hat der in­ternationalen Schiffahrt mitgeteilt, daß zur wirk­samen Durchführung der Blockade der sow­jetspanischen Küste (einschließlich der Insel Minorca) der Handesverkehr mit dortigen Häfen untersa g t und die neutralen Zonen von Valencia und Barcelona aufgehoben werden. Alle dort anlegenden Schiffe werden angegriffen.

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Daily Telegraph" meldet, daß die englische Re­gierung den nationalspanischen Flottenstellen in Palma mitgeteilt habe, daß die britische Regierung General Franco nicht das Recht zugestehe, eine Blockade zu verhängen.Times" will wissen, daß die englischen Marinestellen angewiesen worden seien, dem Befehlshaber der nationalen Flotte in Mallorca, Admiral Moreno, zu erklären, daß fremde Mächte kein Recht auf Blockade von irgend­einer spanischen Seite anerkennen könnten" und daß ein direkter Angriff auf ausländische Handels­schiffe selbst bei einer Zuerkennung von Kriegfüh- renden-Rechten nicht geduldet werden könnten, gleichgültig, ob dies innerhalb der Hoheitsgewässer geschehe oder nicht.

Sowjetspanisches Bombenflugzeug auf französischem Boden zerschellt.

Paris, 29. Nov. (DNB.) Wie Havas meldet, ist im Departement Ariege ein spanisch-bolschewi­stisches Bombenflugzeug bei einer Notlan- dun g z e rs ch e l l t. Die Besatzung bestand aus zwei Mann, von denen der Flugzeugführer schwer ver­letzt ins Militärkrankenhaus gebracht wurde. Der Begleiter kam mit leichten Verletzungen davon und wird bis auf weiteres zur Verfügung der Polizei gehalten. Das Flugzeug, das mit fünf Maschi­nengewehren b e ft ü cf t war, gehörte zu einer Flugbasis an der Huesca-Front. Aus den Aussagen der Flieger ergibt sich, daß sie nach einem Fluge über die nationalen Stellungen bei El Burgo de Elre sich angeblichim Ne­bel verirrt" hatten und infolge Brennstoff- mangels notlanden mußten.

Die Japaner auf halbem Wege zwischen Schanghai und Nanking. Schanghai, 30.Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Japaner gaben Dienstag die Einnahme von Tschangtschau, das auch Wutsin genannt wird, bekannt. Diese Stadt liegt auf halbem Wege zwi­schen Schanghai und Nanking. Ferner haben die ja­panischen Truppen die am Jangtse gelegenen stark befestigten Kiangyin-Forts, die nach der Besetzung der Stadt Kiangyin unhaltbar geworden waren, erobert. Westlich des Tai-Sees wurde die brennende Stadt Jishing besetzt. Der Tai-See befin­det sich völlig unter japanischer Kontrolle.

Em Kriegskredit für China?

Tokio, 29. Nov. (DNB.) Wie Tokio Nischi Nischi meldet, werden Geheimverhandlun- g e n zwischen China, den Vereinigten Staaten, England, Frankreich, der Sowjetunion und Belgien mit dem Ziel geführt, der Nanking-Regierung die Fortführung des Krieges durch einen Kredit von 1 00 Millionen Pfuno zu er­möglichen. Tschiangkaifchek habe als Sicherheit die Einnahmen aus Zöllen und Steuern sowie wirt­schaftliche Konzessionen angeboten, wofür u. a. 1000 Flugzeuge, Geschütze jeder Art, 20 000 Ma­schinengewehre und zahlreiche Nachrichtenmittel zu liefern seien. Die chinesischen Vertreter hätten auf die Gefahr hingewlesen, daß die fremden Mächte im Falle eines Unterliegens Chinasalles zu ver­lieren" hätten. Das Blatt bemerkt, daß die Nach­richt aus bester Quelle stamme und daß Japan des­halb die weiteren Schritte der fünf Staaten wach­sam beobachten müsse.

Das Autonomiestatut für den Sandschak Alexandrette.

Beirut, 29. Nov. (DNB.) Anläßlich des In- trafttretens d e s neuen Sandschak- statuts, das auf Beschluß des Völkerbundes dem von der Türkei beanspruchten, bisher zu Syrien ge­hörigen Sandschak Alexandrette gewisse Selbstverwaltungsrechte verleiht, fanden in sämt­lichen größeren Städten Syriens Kundgebungen gegen die Türkei statt. In Damaskus durch-

Der Kampf des Memeldeutschtums.

Von unserem ge.-Berichterstatter.

Nachdruck verboten!

Memel, 29. November 1937.

Seit den Wahlen zum Memelländischen Landtag im Herbst 1935 und seit dem Abschluß des deutsch-litauischen Handelsver­trages von 1936 ist eine merkliche Entspan­nung der Beziehungen zwischen Berlin und Me­mel auf der einen und Kowno auf der anderen Seite festzustellen. Der Wirtschaftskrieg zwischen Deutschland und Litauen hat einem wachsenden Handelsaustausch Platz gemacht, und in Memel regiert feit 8 Jahren erstmalig wieder ein Direkto­rium, das das Vertrauen des deutschen Memel­landtages genießt und nicht willkürlich von den Litauern eingesetzt wurde.

Um so bedauerlicher ist es, daß durch das litauische Enteignungsgesetz vom September d. I. gewissermaßen ein Hagelschlag auf die junge Saat der Entspannung gefallen ist und die Frage nahe- liegt, ob die Anzeichen der Besserung trügerisch ge­wesen sind. Der Memelländische Landtag hat kürz­lich in einer Sitzung sich ausführlich mit der durch das Enteignungsgesetz entstandenen Lage befaßt und dadurch Klarheit über den heutigen Stand der Dinge geschaffen. Wer den Verlauf der Landtags­sitzung im einzelnen studiert und die Reden der memelländischen Volksvertreter überprüft, merkt deutlich, daß das Ziel einer befriedigenden Nach­barschaft zu Litauen nur erreicht werden kann, wenn sorgfältig alles vermieden wird, was geeig­net wäre, die Erinnerung an die einstigen Kampf­jahre zwischen Memeldeutschtum und Litauern wach­zurufen. Die Narben alter Kämpfe einer memellän- dischen Selbstbehauptung gegen die litauische Gou- verneursdiktatur sind noch nicht so weit verheilt, daß nicht ein Ereignis, wie das Enteignungsgesetz, die Gefahr eines erneuten Zusammenstoßes herauf­beschwören könnte.

Das wesentlichste Merkmal der Landtagssitzung, die im Zeichen einer Berichterstattung des Memel- direktoriums und einer Landtags-Sonderkommission über die mit Kowno gepflogenen Verhandlun­gen in der Enteignungsfracse stand, war die klare Herausarbeitung des Willens der Memelländer, ihrerseits alles zu tun, was geeignet ist, die An­fänge einer Normalisierung der Beziehungen zu Litauen sorgsam zu hüten und zu pflegen. Aller­dings gibt es dabei eine unverrückbare Grenze; das ist die Unantastbarkeit der Rechte, die das Memel st atut gewährt und die den deutschen Grund und Boden gegen litauischen Zugriff schützen. Aus dem Bericht des Memeldirek- toriums-Präsidenten B a l d s z u s geht hervor, daß das Direktorium in der Enteignungsfrage, soweit durch sie die Frage nach einem wirtschaftlichen Aus­bau der Hafenanlagen in Memel, der Eisenbahn, des Flughafens usw. zur Diskussion gestellt wird, zu jeder Mitwirkung an der Durchführung der er­forderlichen Enteignungen bereit ist. Aber es muß eine Enteignung fein, die von der zuständi­gen Memelbehörde durchgeführt wird und die sich nicht auf das statutswidrige Enteig­nungsgesetz der Kownoer Regierung stützt. An der Bereitschaft der Memelländer zur Durchführung des sachlich Notwendigen liegt es also nicht, wenn über die Enteignungsfrage ein Streit entstanden ist, son­dern ausschließlich daran, daß die litauische Regie­rung nicht den statutgemäßen Weg eines Ersuchens an das Direktorium zur Durchführung gebotener wirtschaftlicher Maßnahmen beschritten hat, sondern eine eigene Enteignungsdiktatur errich­ten will.

Es könnte den Anschein erwecken, als ob es sich hier um einen Formalitätenstreit handelt, zumal auch das Direktorium wenigstens teilweise die sach­lich wirtschaftliche Notwendigkeit der geplanten Ent­eignungen nicht bestreitet. In Wahrheit liegt aber

zogen Studenten und Schüler die Stadt unter Nie- der-Rusen auf die Türkei und Hochrufen auf den arabischen Sandschak Alexandrette. Vor dem türkischen Konsulat kam es zu größeren Manifesta­tionen. Auch in Homs, Hama und Aleppo fanden Demonstrationen statt gegen die Verkündung des Status und gegen das Verschwinden der syrischen Flagge aus dem Sandschak. Das syrische Parlament wandte sich gegen den B e - schluß des Völkerbundes. Der Vertreter des Ministerpräsidenten erklärte, die syrische Regie­rung werde alles daran setzen, um zu verhindern, daß die syrische Flagge aus dem Sandschak ver­schwinde.

pariser Tagung des internationalen Frontkämpferkomitees.

Paris, 29. Nov. (DNB.) Zu der Pariser Ta­gung des ständigen internationalen Frontkämpfer­komitees ist eine deutsche Abordnung unter Führung des Vizepräsidenten der Vereinigten deutschen Frontkämpferoerbände, ^-Brigadeführer von H u« mann-Heinhoven, in Paris eingetroffen, der als Vertreter der NSKOV. Reichskriegsopferführer SA.-Gruppenführer Oberlindober und als Vertreter des Reichskriegerbundes Kyffhäuser, ff« Gruppenführer Reinhardt angehören. Der Vor­sitzende des internationalen ständigen Frontkämp­ferkomitees, der italienische Senator Carlo Del- c r o i x, umriß die Aufgabe der Frontkämpfer für die Herstellung kameradschaftlicher Beziehungen zwi­schen den Völkern. Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges legten die Abordnungen am Grabe des Unbekannten Soldaten Kränze nieder. Zu dieser Kundgebung, an der auch Ver­treter der französischen Regierung und Armee teil- nahmen, hatte sich die Bevölkerung zahlreich ein­gefunden und grüßte die Fahnen, unter denen auch die deutsche Hakenkreuzflagge flatterte.

Dankgruß

des ungarischen Ministerpräsidenten.

. ® - rlin , 29. Nov. (DNB.) Der Königlich Unga- rische Ministerpräsident von Daranyi hat aus Mau a ndenFührerundReichskanzler nachstehendes Telegramm gerichtet:Tief bewegt von dem so überaus warmen, vom Geiste wahrer Freund­schaft beseelten Empfang ist es mir beim Verlassen öes deutschen Reichsgebietes ein Herzensbedürfnis, xujnen, Herr Reichskanzler, und in Ihrer Person dem gesamten deutschen Volke für den an großartigen Eindrücken so reichen Aufenthalt in Deutschland auf das allerinnigste und aufrichtigste z u d a n k e n. Diese Tage sowie die mannigfachen Zeichen und Beweise der deutsch-ungarischen Freund­schaft, deren Zeugen wir gewesen sind, werden für

der Streit viel tiefer. Es steht im Grunde bos Problem zur Debatte, ob die im Statut gewähr­leistete Unantastbarkeit des deutschen Grund und Bodens aufgegeben und den Litauern ein Zugriff auf diesen gestattet werden darf. Bei der Abfassung des Memelstatuts hat diese Frage bereits die Botschafterkonferenz in Versailles lebhaft beschäftigt. Diese Konferenz ist gewiß nicht verdächtig, eine besondere Vorliebe für Deutschland gehabt zu hoben. Aber selbst sie konnte sich nicht der Tatsache entziehen, daß zwi­schen Deutschtum in Memel und Großlitauen ein Unterschied im Kulturniveau besteht, der einen Ab­stand von mehr als einem Jahrhundert verrät. Die Diskrepanz war so zwingend, daß die Konferenz der Versailler Sieger sich entschloß, das kultivierte Memelland vor jedem Zugriff des unter russischer Herrschaft zurückgebliebenen Litauens gerade auf dem Gebiete des Grundeigentums zu schützen. Die Artikel 5 und 32 des Status proklamieren darum die ausschließliche Zuständigkeit des Memeldirektoriums in Enteignungsfragen.

Die litauische Regierung beruft sich nun darauf, daß Gemeinnutz vor Eigennutz gehe und das all­gemeine litauische Volksinteresse den momelländi- schen Sonderinteressen voranzustellen sei. Diese Ar­gumentation ist falsch. Als die Botschafterkonferenz ihre Schutzmaßnahmen traf, war d i e litauische Agrarreform aktuell, und es bestand die Ge­fahr, daß mit chrer Hilfe der Litauer versuchen würde, im Memelgebiet Grund und Boden an sich zu reißen. Es kann nicht bestritten werden, baß die Agrarreform für Groß-Litauen selbst eine zwin­gende Staatsnotwendigkeit war, zweifellos bedeut­samer, als die jetzt zur Debatte stehende Hafen­erweiterungin Memel. Aber schon damals wurde den Litauern das Argument des übergeord­neten litauischen Staatsinteresses bestritten. Das oberste Gesetz für die litauische Republik ist viel- rnehr die Innehaltung der von den Versailler Mäch­ten errichteten Schutzbestimmungen für das Deutschtum, und nur unter dieser Auf­lage ist das Memelgebiet den Litauern anvertraut worden. Eine Berufung auf den Gemeinnutz ist also nicht nur nach dem Wortlaut des Statuts un­zulässig, sondern auch sachlich gegenstandslos, da das Enteignungsgesetz eine ausgesprochen li­tauische Eigennützigkeit bedeutet.

Wenn der litauische Staat einen Ausweg in der Weise sucht, daß er erklärt, er wolle bas Gesetz nicht anwenden, sondern freihändig die in Frage stehenden Grundstücke kaufen, so bedeutet dies eine unzulässige Verschiebung des Streitpunktes. Es geht darum, überhaupt der litauischen Regie­rung entgegenzutreten, wenn sie ein Gesetz erläßt, das das Statut durchlöchert. Solange dieses Gesetz besteht, ist eine latente Bedrohung des memel- ländischen Grund und Bodens gegeben.

Das Memelgebiet ist, darauf muß immer hinge­wiesen werden, unter besonderen Schutz- beftimmungen dem litauischen Staat anver- traut, aber ihm nicht einfach einverleibt worden. Es muß daher als eine wohlüberlegte und ab­gewogene Warnung des Memellandes an die Kownoer Regierung bezeichnet werden, wenn der Direktoriumspräsident Baldzus vor dem Memel- ländischen Landtag erklärte, man täte dem litaui­schen Staat keinen Gefallen, wenn bas Direkto­rium eine Haltung einnehmen würde, die i m Gegensatz zur Rechtslage, den lieber« zeugungen des Direktoriums und den Auffassungen aller Memelländer stünde. Das Statut bleibt un­antastbar, und die litauische Regierung bringt sich selbst um die Möglichkeit, sachliche Notwendig­keiten zu realisieren, wenn sie Wege einschlägt, die Nebenabsichten in der Richtung der Deutschtmns- befämpfung verraten.

immer in meiner Erinnerung bleiben. Gleichzeitig möchte ich mich auch im Namen meiner Frau für die in Berlin erlebten schönen Tage herzlichst bedanken." Dankdes Führersan dieKönigin Elena.

Berlin, 29. Nov. (DNB.) Der deutsche Bot­schafter von H a s s e l l überreichte im Auftrage des Führers und Reichskanzlers Ihrer Majestät der Königin Elena von Italien, Kaiserin von Aethiopien, dasFrauen- kreuzdes Ehrenzeichensd-s Deutschen Roten Kreuzes" in einer besonderen Ausführung und mit Brillanten besetzt. Der Führer und Reichskanzler hat durch diese Ehrengabe seiner Dankbarkeit für die Stiftung Ausdruck gegeben, die die Königin während ihres Aufenthaltes in Kassel durch die Schaffung der dortigen Königin-Elena-Klinik zur Be­kämpfung der Kopfgrippe (Encephalitis Lethargica) und durch ihre Fürsorge für solche Kranke dem deutschen Volke gemacht hat. In einem die Auszeichnung begleitenden Handschreiben dankt der Führer und Reichskanzler der Königin namens des deutschen Volkes in herzlichen Worten für dieses ihr segensreiches Wirken.

Richtlinien für die studentische Kameradschastserziehung.

Der Reichs st udentenführer hat die Richt­linien des Amtes für politische Erziehung für die Kameradschaftserziehung in Kraft gesetzt. Der Ein­tritt in eine Kameradschaft ist freiwillig. Nach vierwöchiger Bewährung wird der Student feierlich ausgenommen. Er ist damit Anwärter des NS D. - Studentenbundes. Dom 1. Ja­nuar ab hat die Aufnahme in den Studentenbund die Erziehung und Mitarbeit in einer Kamerad­schaft zur Voraussetzung. Die Kameradschaft besteht aus Jungkameraden im ersten bis dritten Semester, aus Kameraden und Gastkame - raden. Zur Kameradschaft gehört ihre Alther- ren sch ast. Die Kameradschaft hat so heißt es in den Richtlinien den Auftrag, den Studenten zum deutschen Mann zu erziehen und seine Anlagen zur verantwortungsfähigen schöpferischen Persönlich­keit zu entwickeln. Der Anfang zur Erziehung einer Persönlichkeit sei eine scharfe Zucht und nicht dieakademische Freiheit". Das Ziel sei der freie Mann, der Anfang aber nicht die Freiheit. Das wichtigste Erziehungsmittel sei der praktische Einsatz der Kameradschaft im Land- und Fabrikdienst, in der Autobahnarbeit und im NSV.- Dienst. Im Vordergründe stehe dabei der Einsatz an der deutschen Ostgrenze. Daneben sollen regel­mäßig der politische Abend, die Gemeinschaftsstunde, die Erziehungsstunde, der Sport und der Kamerad­schaftsabend gepflegt werden.

General Ludendorff schwer erkrankt.

München, 29. Nov. (DNB.) General Luden­dorff, der schon seit längerer Zett von einem schweren Blasenleid en heimgesuchl wird, ist am 4. November von Professor k i e 11 e u l n e r (München) operiert worden. Nachdem der Pa­tient bereits einige Tage das Bett verlassen konnte, trat in den letzten Tagen infolge Störungen des f islaufes, die den Kräftezustand in gefährd ider Weise beeinflussen, eine Ver­schlimmerung ein, so daß der Zustand von den behandelnden Aerzten zur Zeit als er ff ff bezeich­net wird.

Das ganze deutsche Volk vernimmt mit tiefstem Bedauern die Nachricht von der Erkrankung des Generals und wünscht dem großen Feldherru des Weltkrieges baldige Genesung, lieber das Befinden des Generals wird die Oeffentlichkeit laufend unterrichtet werden. 3m Interesse des kran­ken wird dringend darum gebeten, von unmit­telbaren Anfragen abzusehen.

Tag her nationalen Solidarität"

Berlin, 29. Nov. (DNB.) Winterhilfswerk - das ist die tatgewordene Volksgemein­schaft. Ihren rvohl sinnfälligsten Ausdruck findet sie amTag der nationalen Solidari­tät", der am kommenden Samstag, dem 4. Dezember, durchgeführt wird. Dieder werden sich an diesem Tage die führenden Männer von Staat und Partei, namhafte Persön­lichkeiten der wirtschaft, der Kunst und der Wissenschaft, der Presse und des Spor­tes einreihen in die gemeinsame Front gegen hunger und Kälte. Sie alle werden, wenn sie am Samstag die Sammelbüchse in die Hand nehmen, erneut ein Beispiel geben der inneren Geschlossen­heit und der Hilfsbereitschaft. Nationale Solidarität bliebe ein leeres Wort, wenn es nicht jeder för­dernd erlebte als eine sozialistische Tat im Dien ft e an Staat und Volk. Darum reiht euch am Samstag ein in die nationalsozialistische Front, die alle vereint: Spender und Sammler!

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Daß es im Ablauf des Weltgeschehens Städte gegeben hat, in denen keine Armut herrschte, will uns Menschen der Gegenwart verwunderlich, ja unwahrscheinlich dünken. Wer sich aber etwas in die Geschichte der deutschen Armenfürsvrge vertieft, wird alsbald auf die überraschende Tatsache stoßen, daß es in den Zeiten des Mittelalters zwar er­schütternde Not und Armut gab, indessen nur auf dem Lande und nicht hinter den schützenden Mauern der Städte. Wie läßt sich dies erklären? Zum einen aus dem Vorhandensein der soeben er­wähnten schützenden Mauern, die das (Stadt­gebiet notfalls mit Waffengewalt gegen bas offene, unsichere, aller Not und Willkür ausgesetzte Landgebiet abgrenzten und unerwünschten Zuzug von Bettlern undElenden" (Leute ohne Land und Besitz), von Kranken und Seucheträgern fernhielten. Zum andern daraus, daß damals jede Stadt eine in sich ständisch gegliederte und wirtschaftspolitisch gelenkte Ordnungszelle war, in der jeder­mann seinen, ihm von der Gilde oder von der Zunft zugewiesenen Arbeitsplatz und sein ihm eben­falls von der Gilde oder Zunft privilegiertes Ar­beitsgebiet hatte, von dem und aus dem ihn nie­mand verdrängen durste und konnte. Zum dritten aber, weil die Gilden und Zünfte der Städte dank einer mustergültigen Selbsthilfe für das Wohl der Witwen und Waisen, der Kriegshinterbliebenen und Kriegsopfer sowie der Kranken und schuldlos Verarmten ihrer Gilde oder Zunft sorgten, sie be­treuten und, wo es möglich war, sie wieder ge­sund, arbeitsfähig und selbständig machten, lieber die Art dieser Selbsthilfe geben uns noch heute die Hamburger Stadtrechte" (1270), dieBremer Rechte" und dieFlensburger Rechte" eingehend Auskunft.

Die solcher Art in den Städten des Mittelalters ausgeübte, bürgerliche Wohlfahrtspflege unterschied sich wesentlich von der Almosen spendenden Wohl­fahrtspflege der Kirche; eine Wohlfahrts­pflege, die ihre Wurzel ursprünglich zwar im Mit­leid, zur Zeit des Mittelalters aber in der Sorge um das eigene Seelenheil im Jenseits hatte. Die bürgerliche, in den deutschen Städten des Mittel­alters geübte Wohlfahrtspflege aber hatte ihre Wurzel in dem genossenschaftlichen Selbsthilfege- danken der Germanen, der geboren war aus dem blutmäßigen Gemeinschaftsgefühl der Familie und Sippe. Wehrhaftigkeit, ständische Gliederung, Witt- fchaftslenkung und kraftvolle Selbsthilfe waren also die Ursachen, die Not und Krankheit aus den Städten des Mittelalters und jeneStädte ohne Armut" schufen, die uns heute noch hohe Be­wunderung abringen. Für den, der mit offenen Augen das Geschehen unserer Tage und das Wirken des Nationalsozialismus beobachtet, ist es nicht schwer, die Zusammenhänge zwi - scheu ein ft und jetzt zu entdecken. Denken wir insbesondere an die Selbsthilfe der Gilden und Zünfte im Mittelalter, und setzen wir an die Stelle des Wortes Selbsthilfe das WortSolidari­tät, so spüren wir sofort die tiefe Bedeutung desTages der nationalen Solidari­tät", andern deutsche Männer aus allen sozialen Schichten des Volkes uns nicht um Almosen bitten, sondern um Opfer, die wir zu bringen haben, um unser deutsches Volk wieder gesund, stark und groß zu machen. D. S.

Schwerer Autounfall

des Prinzen der Niederlande.

Amsterdam, 29.Nov. (DNB.) Prinz Bern­hard der Niederlande erlitt in den Morgen­stunden des Montag einen schweren Autounfall. A u f dem Wege nach Amsterdam fuhr der Prinz, der feinen Wagen selbst steuerte, auf einen schwerenLastkraftwagen. Der Prinz wurde durch die Windschutzscheibe geschleudert. Mit einer tiefen Kopfwunde und einer leichten G e - Hirnerschütterung wurde er in das Bürger- krankenhaus in Amsterdam eingeliefert. Die Kö­nigin der Niederlande ist in Amsterdam einge­troffen und hat den schwer verletzten Prinzen im Bürgerkrankenhaus besucht. Anschließend wird sie sich nach Schloß Soestdijk begeben, um der Kron­prinzessin, die in den nächsten Wochen ihrer Niederkunft entgegensieht, zu berichte»,