Ausgabe 
30.9.1937
 
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faltung auch heute noch nicht ganz ermeßbar ist. Die feinsinnigen Bestrebungen des Oberhessischen Kunstoereins hatten in ihm ebenfalls allezeit einen warmherzigen Freund.

Auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens hat sich Bantdirektor Grießbauer im Verlaufe seines langjährigen Wirkens in Gießen das nur durch feine Kriegsdienstzeit vom 1. August 1914 bis zum 30. November 1918 unterbrochen wurde, die er als Offizier im Felde und nach schwerer Verwundung und Krankheit beim stellv. Generalkommando in Frankfurt verbrachte nicht nur auf die Obliegen­heiten seiner Dienststellung beschränkt, sondern er ist darüber hinaus durch mannigfaltige Anregungen bei Organisationen, bei wirtschaftlichen Körper­schaften und bei Behörden ein zwar stiller, aber sehr eifriger Förderer unserer heimischen Wirtschaft gewesen. Die Großzügigkeit seines wirtschaftlichen Denkens und Handelns und die Weite seines Blickes, wie auch seine starke Aufgeschlossenheit für neue Entwicklungen und Schaffensmöglichkeiten haben ihn in zahlreichen Fällen zum Wegweiser nach neuen Zielen der Wirtschaftsentwicklung unserer Stadt und ihres Interessenbezirks auf den ver­schiedensten Gebieten gemacht. Hinzukam bei all seiner Tätigkeit die gute Eigenschaft, sich schnell in alle Situationen einzufühlen, mit gewinnender Freundlichkeit neue Fäden anzuknüpfen, bestehende immer weiter zu festigen und die Beziehungen von Mensch zu Mensch unter dem Gesichtswinkel der persönlichen Wertschätzung in verständnisvoller Zu­sammenarbeit zu vertiefen. So hat er sich denn auch auf dem Gebiete der Wirtschaft nicht nur zahlreiche Freunde erworben, sondern bleibende Verdienste um unsere Stadt und unsere engere Heimat gesichert.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die sieben Ohr­feigen". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Liebe im X-Takt".

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NS.-GemeinschaflKraft durch Jreude".

Theaterring Gießen 1937/38. ..KDF.--rNieken für das Stadttheater.

Aach Eingang der Anmeldungen ist aus techni­schen Gründen eine Unterteilung des Besucyer- ringes in zwei Gruppen erforderlich. Es nehmen teil an den Vorstellungen der Gruppe I alle in Gießen wohnenden Mitglieder; Gruppe II alle außerhalb Gießen wohnenden Milglieder.

1. Vorstellung für Gruppe I am Samstag. 2. Oft Die Ausgabe der Theaterkarten für die 1. bis 4^ Vorstellung erfolgt ab heute für Gruppe I.

Die Einzahlung der ersten Rate hat bei Abholung der Theaterkarten zu erfolgen.

Für die kleineKDF."-Miete gilt diese Regelung entsprechend.

Dienststunden: 8 bis 13 und 15 bis 19 Uhr. Samstags 8 bis 13 Uhr.

HZ., Bann und Zungbann 116.

Verwaltungsstelle.

1. Dom 8. bis 13. Oktober einschl. ist die Ver­waltungsstelle geschlossen.

2. Am 16. und 17. Oktober findet eine Tagung aller Geldverwalter des Bannes und Jungbannes 116 statt. Diese Tage sind unbedingt frei zu halten. Nähere Anweisungen ergehen noch.

BOM-undZM.-Llnterqau 116,Gießen.

Dienstbefehl.

Alle Mädel, die zum 1. Oktober aus dem Ar­beitsdienst zurückkommen, melden sich am Sams­tag, um 15 Uhr, auf der Dienststelle des Unter­gaues.

Betr.: Volkstanzgruppe.

Am Freitag, 1. Oktober, um 20 Uhr, treten alle Volkstanzmädel der Gießener Mädelgruppen an der Goethefchule im BDM.-Tanzkleid an. Dom Heimabend sind die betreffenden Mädel an diesem Abend entschuldigt.

Die Leiterin der Volkstanzgruppe: gez.: Ria Nauheimer.

Betr.: IM.-Aufnahme am 1. Oktober.

Am Freitag, 1. Oktober, treten um 16.45 Uhr alle Jungmädel des Standortes Gießen und die JM.- Führerinnen des Standortes Gießen am Studenten­heim zur feierlichen Aufnahme der IM.-Anwärte­rinnen durch die IM.-Führerin des Obergaues, Erika D e s ch, mit dem Untergau-, den Gruppen-, Schar- und Schaftswimpeln an.

Alle Jungmädel und JM.-Führerinen sind an diesem Tag vom Nachmittagsunterricht befreit.

Die Leitung des Einmarsches übernimmt die Füh­rerin der JM.-Gruppe 1/116. Die Einzelsprecherin­nen sind eine halbe Stunde früher angetreten.

Abschied aus dem Amt.

Mit Amtsgerichtsrat Gros wird zum 1. Oktober dieses Jahres dar Justizoberwachtmeister Georg Bormuth den Dienst des Amtsgerichts Gießen und damit den Reichsjustizdienst verlassen, um nach Erreichung der Altersgrenze gleichfalls in den wohl­verdienten Ruhestand zu treten. Georg Bormuth wurde nach 12jähriger Militärdienstzeit am 10. Juni 1905 als Amtsgerichtsdiener bei dem Amts- gericht Herbstein angestellt und im Jahre 1913 an das Landgericht der Provinz Oberhessen in Gießen als Kanzleidiener versetzt. Am 1. März 1919 er­folgte seine Versetzung als Amtsgerichtsdiener an das Amtsgericht Gießen, an dem er, am 1. Oktober 1927 zum Justizoberwachtmeister ernannt, bis zu feinem Ausscheiden aus dem Dienst tätig war. Am Weltkrieg nahm Bormuth als Frontkämpfer teil.

Auch Justizoberwachtmeister Bormuth hat in treuester Pflichterfüllung und in vorbildlicher Ge­wissenhaftigkeit dem Staate seine Dienste geleistet. Mit besten Eigenschaften ausgestattet, ist er als Beamter und als Privatmann geachtet und geehrt.

Die beiden bisherigen Arbeitskameraden wird die gefamte Berufskameradschaft des Amtsgerichts ge­legentlich eines Kameradschaftsabends noch beson- Ibers ehren.

*

Mit dem heutigen 30. September 1937 tritt auch der Stationsführer der Gendarmeriestation Gießen, Gendarmeriemeister Philipp August Röder, auf Grund des Altersgrenzegesetzes in den wohlver- dienten Ruhestand. Gendarmeriemeister Röder wurde am 29. August 1877 in Gießen als Sohn des Gendarmen Röder geboren. Er trat am 14. Oktober 1897 bei dem Feldartillerie-Regiment 25 in Darmstadt ein und diente bei diesem Truppen­teil bis zum 1. April 1908, wo er als Vizewacht- meifter aus dem Militärdienst ausschied. Mit dem

1. April 1908 ging er zur Gendarmerie über, bei der er zunächst in Darmstadt Dienst tat. Als Gen­darmeriebeamter war er weiter in Goddelau, Lollar, Hungen und Nieder-Ohmen tätig, dann wurde ihm am 1. Juni 1932 die Führung der Gendarmeriestation Gießen übertragen, aus welchem Amte er nunmehr durch seinen Uebertritt in den Ruhestand ausscheidet.

Gendarmeriemeister Röder hat sich im Verlaufe seiner langen Dienstzeit für Volk und Vaterland stets als tüchtiger Soldat und Beamter erwiesen, der sich durch seine musterhafte Diensterfüllung die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und durch seine kameradschaftliche Gesinnung die Zuneigung feiner Kameraden erworben hat. Bei aller peinlichen Ge­wissenhaftigkeit in der Erfüllung seiner Dienst­pflichten hat er doch stets Gewicht darauf gelegt, mit allen Bevölkerungskreisen seiner Dienstbezirke in gutem Einvernehmen zu leben und dadurch an seinem Teile mitzuarbeiten an einem vertrauens­vollen Verhältnis zwischen der Bevölkerung und der Behörde.

Den nunmehr aus dem Dienst ausscheidenden Gendarmeriebeamten begleiten die herzlichen Wünsche seiner Vorgesetzten, Berufskameraden und vieler Volksgenossen von Stadt und Land in den wohl­verdienten Ruhestand.

Ehrung eines Schülers durch den Führer.

Der Obersekundaner des Landgraf-Ludwig-Gym- nafiums zu Gießen Fritz-Karl Schonebohm er­hielt durch Erlaß des Führers und Reichskanzlers die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr. Herr Kreisdirektor Dr. L o tz überreichte sie ihm am 28. September mit anerkennenden Worten vor ver­sammelter Schule. Herr Oberstudiendirektor Dr. W o l k e w i tz schloß die kurze, eindrucksvolle Feier mit Glückwünschen der Schulgemeinschaft.

Der wackere Schüler hatte im Sommer 1933 einen jungen Menschen, der beim Baden in der Lahn ver­unglückt war, durch mutige Entschlossenheit und tat­

kräftiges Handeln vor dem Tode des Ertrinkens ge­rettet. Der Herr Reichsstatthalter in Hessen hat dem jungen Lebensretter vor einigen Wochen öffentlich feine Belobigung ausgesprochen.

©icßener Wochen Marktpreis.

* Gießen, 30. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse C 11X, Klasse D 10^, Kühlhauseier, Klasse B 11/», aussortierte 10^, 9/4, Wirsing, S kg 9 bis 12, Weißkraut 6, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüden 8 bis 9, Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Erbsen 20 bis 35, Sommerkohl 15, Rosen­kohl 15, Feldsalat Vio 10, Tomaten 10 bis 17, Zwie­beln 6 bis 7, Meerrettich 30 bis 80, Schwarz­wurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 40 bis 50, Kar­toffeln, H kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3,45 bis 3,50 Mark, Aepfel, Z4 kg 10 bis 25 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 18, Zwetschen 15 bis 16, Nüsse 29 bis 40 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Sup­penhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 40, Salat 9 bis 11, Salatgurken 5 bis 30, Einmach­gurken 1 bis 3, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf., Weißkraut, 50 kg 5 Mark, Rotkraut, 50 kg 8 bis 9 Mark, Wirsing, 50 kg 8 Mark.

* * Arbeitsjubiläum. Fräulein Katharine Rohrbach aus Großen-Buseck kann am 2. Oktober auf eine 20jährige Arbeitstätigkeit in dem Hause des Metzgermeisters Eduard Sack in Gießen zurück­blicken. Die treue Hausangestellte hat sich in dieser Zeit das volle Vertrauen der Familie Sack er­worben.

* * Samariterkurfus. Der Alicefrauenver- ein Deutsches Rotes Kreuz beginnt Mitte Oktober wieder mit einem Samariterkursus.

Aus der engeren Heimat.

Mitgliederversammlung der Bezirkssparkasse Grünberg.

+ (Brünberg, 27. Sept. Dieser Tage fand im Sparkassengebäude die ordentliche Mitglieder­versammlung der Bezirkssparkasse Grünberg statt. Das Kreisamt Gießen war vertreten durch Regierungsrat Weber, der Hesfi- sche Sparkassen- und Giroverband durch Oberbür­germeister a. D. Rahn, die Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen in Darmstadt durch Direk­tor S e i p (Darmstadt). Ferner nahmen außer dem Verwaltungsrat und Vorstand 33 Gemeindeoertre­ter an der Versammlung teil.

Der Vorsitzende des Verwaltungsrats Lehrer B ö ch e r (Grünberg) besprach nach der Begrüßung den Geschäftsbericht. Bilanzsumme und Sparein­lagen weisen wieder eine beträchtliche Steigerung auf. Für den verstärkten Sparwillen spricht ins­besondere die beträchtliche Vermehrung der Spar­bücher, die sich von 4554 auf 5143 erhöhten. In der Werbung ist weiter erfolgreich fortgeschritten worden; besonders pfleglich behandelt wurde das Kleinsparwesen. Ein erfreuliches Zeichen des Spar- willens der Bevölkerung des mit Glücksgütern ge­rade nicht gesegneten Bezirks fei, daß die Kasse mit einem Spareinlagenbestand von 2 886 000 Mark bereits 97 v. H. des Vorkriegsstandes erreicht hat. Im laufenden Jahre ist der Vorkriegsstand schon überschritten worden. Der Vergleich mit anderen Sparkassen ergibt, daß die Bezirkssparkasse Grün­berg mit diesem Erfolg sehr zufrieden fein kann.

Im Giro- und Kontokorrentverkehr hat die Zahl der Konteninhaber, ebenso wie der Stand der Gut­haben, im Geschäftsjahr eine Erhöhung erfahren. Der Darlehensnachfrage konnte voll entsprochen werden; auch hier standen die kleineren Darlehen im Vordergrund. Die Aufgliederung der Darlehen nach Berufen der Darlehensnehmer und nach der Höhe der Darlehen zeigt, daß alle Berufskreise, be­sonders Landwirtschaft und Gewerbe, mit der Kasse eng verbunden sind, ebenso daß Großkredite nicht gegeben werden.

In landwirtschaftlichen Entschuldungsoerfahren ist det Verlust, den die Kasse durch Kürzung von For­derungen erfahren hat, bis jetzt gering; er dürfte sich auch bei dem Rang der Forderungen für die Folge in erträglichen Grenzen halten. Bezüglich der Zinsrückstände ist im abgelaufenen Jahr eine wei­tere Besserung eingetreten.

Die Derwaltungskosten der Kasse können im Ver­gleich zu anderen Kassen und in Anbetracht der verhältnismäßig hohen Kontenzahl als gering be­zeichnet werden. Mit den Darlehnszinssatzen von 4V- v. H. für Hypotheken und Gemeindedarlehen und 5 v. H. für alle übrigen Darlehen beweist die Kasse ihre Leistungsfähigkeit. Die Zahlungsbereit­schaft übersteigt das vorgeschriebene Maß. Beson­ders erfreulich ist der hohe Stand der Rücklagen, die sich zusammen auf über 400 000 Mark berech­nen.

Die Prüfungen sowohl durch den Prüfungsaus­schuß, als auch durch die Derbandsrevision ergaben keine Beanstandungen. Im ganzen ergibt sich das Bild einer gesunden Entwicklung und eines über­aus günstigen Standes der Bezirkssparkasse. Mit dem Dank an die Beamten und Angestellten, sowie die Mitglieder des Verwaltungsrats schloß der Vor­sitzende seine Ausführungen zum Geschäftsbericht.

Der Vertreter des Kreisamts, Regierungsrat Weber, erkannte an, daß der Sparwille auch im Grünberger Sparkassebezirk lebendig sei; ein Be­weis des Vertrauens zu Führer und Reichsregie­rung. Er würdigte die gute Führung der Kasse und zollte allen Beteiligten Dank und Anerkennung.

Der Vorsitzende des Hessischen Sparkassen- und Girooerbandes, Oberbürgermeister a. D. Rahn, hob hervor, daß die Bezirkssparkasse (Brünberg nach jeder Hinsicht gut dastehe; man habe alle Ursache, mit der Führung der Kasse zufrieden xu fein. Fer­ner müsse man auch den Sparsinn der Bevölke­rung anerkennen. Die Zahlungsbereitschaft der Kasse übersteige das erforderliche" Maß. Die Reserven be­trügen über 10 v. H. der Spareinlagen. Mit dem Zinssatz von 4'/r v. H. für Hypotheken und Ge­meindedarlehen stehe die Kasse mit an erster Stelle der hessischen Sparkassen.

Bankdirektor S e i p machte bann interessante Ausführungen über die Finanz- und Anleihepolitik des Reiches.

Als weiterer Punkt wurde noch eine unwesent­liche Satzungsänderung gutgeheißen und die Wahl der Verwaltungsratsmitglieder vorqenommen. Die bisherigen Nerwaltungsratsmitglieder, Altbürger- meister Nachtigall (Odenhausen) und Altbür-

germeifter Schultheiß (Lumda), hatten aus Al­tersgründen, Bürgermeister Hock (Wettsaasen) aus Gesundheitsrücksichten auf eine Wiederwahl verzich­tet. Der Vorsitzende dankte den bisherigen Mitglie­dern für ihre treue Mitarbeit und schlug Bürger­meister Stein (Climbach) und Bürgermeister Erb (Flensungen) zur Wiederwahl, sowie Bürger­meister Erb (Atzenhain), Bürgermeister Münch (Harbach), Bürgermeister Trüller (Weickarts­hain) und den demnächst zur Ernennung kommen­den Bürgermeister von Grünberg zur Neuwahl auf vier Jahre vor. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag zu.

Mit dem Gruß an den Führer wurde die Ver­sammlung geschlossen.

Obst-Sortenschau in Lang-Göns.

s. Lang-Göns, 26. Sept. Am heutigen Sonn­tag veranstaltete der hiesige O b st - und Garten- bauoerein eine örtliche Obstausste11 ung, der von der Einwohnerschaft das größte Interesse entgegengebracht wurde. In einem mit Blumen reichgeschmückten Saale standen auf geschmackvollen Papiertellern die schönsten Aepfel und Birnen, die in unserer Gemarkung gezogen werden. Wie schon kurz berichtet, war mit dieser Ausstellung es war die erste Obstausstellung in Lang-Göns keine Preisverteilung verbunden. Es handelte sich um eine Sortenschau, die allen Obstliebhabern zeigen sollte, welche Obstarten in unserem Dorfe anbaufähig sind. Es kam weiter hinzu, daß mit dieser Veranstaltung der Versuch unternommen wurde, jedem Obstbesitzer die Namen der von ihm angebauten, aber unbekannten Früchte zu er­mitteln.

In uneigennütziger Weise hatten sich die Vor­standsmitglieder und Freunde des Obstbauvereins zur Verfügung gestellt und alle notwendigen Vor­arbeiten geleistet. Der frühe Zeitpunkt der Veran­staltung ermöglichte es auch, daß noch viel Früh­obst, besonders Birnen, gezeigt werden konnten. Soweit es möglich war, wurde jeder Obstteller mit dem Namen der Sorte und des Ausstellers gekenn­zeichnet. Die unbekannten Früchte hatten einen be­sonderen Platz.

Am Sonntagnachmittag eröffnete Julius Keßler mit herzlicher Begrüßung und einigen einführenden Worten die Ausstellung und gab die Gründe an, die zu dieser Sortenschau geführt hätten. Er dankte allen Ausstellern für ihre Mitarbeit und begrüßte im besonderen Baumwart Müller aus Bellers­heim, der mit seinem fachmännischen Urteil viel zur Bestimmung einzelner Sorten beitrug. Sodann er­innerte der Eröffnungssprecher daran, daß unser altes Vorstandsmitglied Georg Rudolph nun während 50 Jahre als Baumwart in der Gemeinde tätig ist. In warmen Worten wurden die Verdienste Georg Rudolphs hervorgehoben und seine lang­jährige Arbeit als vorbildlich bezeichnet. Eine Ehrung von feiten der Gemeindeverwaltung würde noch folgen. Baumwart Müller (Bellersheim) begrüßte darauf die Versammlung im Namen des Bezirksverbandes der Obstbauoereine und wünschte der Veranstaltung einen guten Erfolg.

Im Laufe des Sonntags fanden sich zahlreiche Besucher ein, die nun Gelegenheit hatten, ihre Sorten mit den andern zu vergleichen, Unterschiede festzustellen und sich schon für die Herbstpflanzung Ratschläge geben zu lassen. Auch in bezug auf Um- Veredlungen von schlechten Trägern hat diese Sor­tenschau hervorragend belehrend gewirkt.

Ausgestellt waren etwa 40 Apfel- und rund 20 Birnensorten. Die Zahl der Teller, auf denen das Obst gezeigt wurde, betrug 253. Selbstverständlich fielen zunächst die ganz großen Früchte der Gold­renette von Blenheim, von Jakob Lebel, Boskop u. a. ins Auge. Einige Sorten konnten nicht be­stimmt werden, darunter auch ein Frühapfel, der nur hier in Lang-Göns bekannt ist und der von allen amtlichen Stellen das Zeugnis erhielt:Der Namen ist nicht zu ermitteln". Da dieser Apfel im Aussehen und Geschmack selbst dem besten Graven­steiner nicht nachsteht, wird die weitere Veredlung mit dieser Sorte warm empfohlen. Auf der Aus­stellung erhielt er den NamenFrüher von Lang- Göns", und wir hoffen, daß diese gute Lokalsorte, die alle Eigenschaften eines Edelapfels in sich ver­einigt, recht große Verbreitung finden wird.

Alles in allem kann der Obstbauverein mit dem Erfolg dieser Ausstellung zufrieden sein. Es wäre zu prüfen, ob nicht in jedem Herbst, der uns Obst spendet, eine ähnliche Veranstaltung ins Leben ge­rufen werden könnte, damit die Obstliebhaber in gegenseitiger Aussprache über ihre Erfahrungen berichten können. Erst dadu'ch kann im Laufe der Jahre ein stichfestes Urteil über den Wert des An­

baues her verschiedenen Sorten innerhalb der Ge­markung (deshalb lokale Sortenschau, weil nur eine solche zu wirklich praktischen Ergebnissen führt!) gegeben werden.

Landkreis Gießen.

ch Aus dem Busecker Tal, 27. Sept. Trotz der großen Trockenheit während der letzten Wochen ist in den Orten des Busecker Tales eine Rekord« ernte an Kartoffeln festzustellen. So erntete ein Bauer auf einem Acker von 1100 Quadratmeter Größe 60 Sack erstklassiger Kartoffeln, das sind etwa 80 Zentner, oder auf den Morgen mit 2500 Quadratmeter umgerechnet rund 180 Zentner. Andere Leute errechnen sogar den Erttag von 200 Zentner auf einen Morgen. Infolge dieses guten Ertrags ist Die Nachfrage nach Ferkeln und Läufer­schweinen sehr groß.

T Großen-Buseck, 28. Sept. Die Land­straße von Großen-Buseck nach Beuern befuget sich feit Iahten in einem sehr schlechten Zustand. Bis zum Fi^dhof in der Hohl geht sie noch einiger­maßen, dann aber gleicht die Straße eher einem Feldweg, als einer Landstraße. Die Straßenbau­verwaltung wäre, wenn sie dem Zustand abhelfen könnte, des Dankes aller derer sicher, die die Straße täglich benutzen müssen.

wg. Großen-Buseck, 29. Sept. Mit großer Arbeitsfreudigkeit stehen seit Ende Juli d. I. A r beitsdien st männer der Abteilung 5/222, des Lagers Gießen (Justus von Liebig") bei hiesigen

Bauern im Erntehilfsdienst. Da die meisten aus der Großstadt find, fiel ihnen die bäuerliche Arbeit anfänglich etwas schwer. Bald wurden sie aber die Arbeit gewohnt und waren den Bauern zur Getreideernte wertvolle Helfer. Als Ende August die Dreschmaschinen ihre Tätigkeit aufnahmen, wurden erneut Arbeitsmänner eingesetzt, die die Dreschmaschinen auf ihrem Arbeitsweg begleiteten. Rasch waren sie mit der Arbeit vertraut und führ­ten sie zur größten Zufriedenheit der Bauern aus. Die Arbeitsdienstmänner, die nach Beendigung der Drescharbeit auch für die Kartoffelernte ein­gesetzt wurden, werden noch bis zum 8. Oktober in unserem Orte sein.

# Mainzlar, 29. Sept. Der Erttag der Kar­toffelernte in unserer Gemarkung kann als sehr gut bezeichnet werden. Ein hiesiger Landwirt erntete eine Kartoffel im Gewicht von 1300 Gramm.

# Mainzlar, 27. Sept. Dieser Tage fand hier die Gemeinde-Ob st ver st eigerung statt. Die Preise lagen verhältnismäßig hoch. Es kosteten Aepfel je Zentner am Baum 8 bis 10 Mark. Birn­bäume wurden mit ihrem Behang mit 2,50 bis 5 Mark das Stück versteigert.

> Beuern, 27. Sept. Dieser Tage traf hier zur Winterweide eine Schafherde ein. Gleichzeitig fand die Pferchoersteigerung statt. Für die Nacht der Pferchhaltung wurden 80 Pf. bis 1 Mark be­zahlt. Dieser Tage wurde hier die Obstv er­st eigerung der Gemeinde abgehalten. Der Zentner Aepfel wurde, je nach Sorte, mit 5 bis 15 Mark bezahlt. Die Honigbirnen brachten 6 bis 8 Mark. Der Behang der Bäume war mittelmäßig. Der hiesige Ziegenzuchtverein hielt eine Versammlung ab, in der der Ortsbauernführer Hermann dazu ermahnte, der Ziegenzucht wieder mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. Es solle versucht werden, die Ziegenzucht wieder auf den Stand zu bringen, wie er vor 15 Jahren festzustellen mar. Im weiteren Verlauf des Abends wurde die Beschaf­fung von Kleie und Futtermitteln eingehend be­sprochen. Die Teilnehmer der Versammlung erklär­ten alle ihren Beitritt zum Ziegenzuchtverein.

+ Grün berg, 30. Sept. Mit dem heutigen Tage tritt Oberpostschaffner Hermann Lang in den Ruhestand. Er steht im 63. Lebensjahr und war 38 Jahre am hiesigen Postamt beschäftigt.

(D Orüningen, 29. Sept. Die D b ft e r n t e geht ihrem Ende entgegen, und die Kartoffel­ernte hat nun begonnen. Da die Landwirte die Arbeiten nicht allein vollbringen können, wurden zur Unterstützung 25 Arbeitsdienstmänner aus dem Arbeitsdienstlager Ebersbach eingesetzt. Sie sind in einem gemeinschaftlichen Lager unter Führung eines Truppführers untergebracht.

V Watzenborn-Steinberg, 29. Sept. In­folge des schönen Herbstwetters schreitet die Kar­toffelernte in unserer Gemarkung rüstig fort. Mit dem Ertrag ist man sehr zufrieden. Manche Landwirte haben bereits ihre Kellerräume gefüllt.

* Großen-Linden, 29. Sept. Die Kar­toffelernte ist in unserer Gemarkung in vollem Gange. Der Erttag ist sehr gut. Der hiesige Land­wirt Philipp P e p p l e r VI. erntete eine Kartoffel im Gewicht von 1600 Gramm.

gfs. Nonnenroth, 29. Sept. Die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerks verwerteten das Fallobst, das ihnen von der Ge­meinde überlassen wurde, und verarbeiteten es ZU Gelee. Es wurden 150 Pfund an die NSV. für Has kommende Winterhilfswerk abgeliefert. '

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 29. Sept. Dor dem bencich* barten Nieder-Gemünden find eben große Vorbereitungen für den Bau der Reichsauto­bahn im Gange. Schlosserwerkstätte, Unterkunsts­und Speiseräume, große Mengen von Schienen und Holz, kleine Lokomottven sieht man. Der zum Auf­bau nötige Sand wird aus der Gemarkung Ham­berg herbeigeschafft. Hier wurden während des Sommers überall Probelöcher ausgehoben, um "das Lagern des Sandes festzustellen. Aus besonderem Gleise wird er später angefahren. Durch einen gro­ßen Bagger wird gegenwärtig oberhalb von Rom­berg der Mutterboden zwecks Freilegung des San­des abgehoben. Der Mutterboden wird in besoridere Wagen eingeladen, durch eine Feldbahn an eine bestimmte Stelle befördert und dort ausgekippt. Tag und Nacht, werktags und sonntags, hört man die Tätigkeit des Baggers. Der abgehobene TUutter- boden ist bereits haushoch aufgestapelt. Die Ar­beiter sind in zwei Schichten tätig.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 30. September.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. GyrnnasM 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: (Bpmna'ftiL 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westtnark. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskrinzert. 14: Nachrichten. 14.10: Vom Burgenland zrM goldnen Wien. Eine musikalische Fahrt. 15: Volk' und Wirt­schaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16- Nachmittags- konzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19:' Am Brun­nen vor dem Tore... Romanttsche Kklavier- und Chormusik. 20: Nachrichten. 20.10: .. und abends wird getanzt! 21.15: Beethoven-Konze rt. 22: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk),' Sportbericht.