Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
„Deutschland ist schöner, größer und OMcher geworden."
Reichsmmister Dr. Goebbels spricht zur Eröffnung der großen Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" durch den Führer.
sien Graf Finck von Fincken st ein, Führer der Gruppe Westmark G r ä n tz.
Zu Brigadeführern: Die Oberführer Berchtold, Dechan (Franken), Liebel (Fran- kan), Lucken (Kurpfalz), von Haldenzwang (Kurpfalz), Diehl (Kurpfalz), Lehmann (Mitte), Keller (Pommern), Ministerpräsident Köhler (Südwest), R i l l i n g (Thüringen); H e i t m ü l l e r.
Berlin, 30. April. (DNB.) In der Reichshauptstadt fand heute in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers sowie zahlreicher Ehrengäste die feierliche Eröffnung der großen deutschen Reichsausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit!" statt. Zu Beginn ergriff Reichsminister Dr. G o e b - belb das Wort zu einer Ansprache über den völkischen Sinn und die nationalpolitische Bedeutung der gigantischen Schau. Der Minister wies u. a. darauf hin, daß der Führer wenige Tage nach Uebernahme der Verantwortung vor das deutsche Volk hingetreten fei, um in einem großen und umfassenden Generalplan das beabsichtigte Aufbauwerk darzulegen. Adolf Hitler habe damals mit Nachdruck erklärt, daß es nicht darauf ankäme, theoretische Programme zu erörtern, die für die nächste Zeit populäre und billige Gegenwartsforderungen enthielten, sondern daß' es Aufgabe der Regierung und Pflicht des Volkes fei, z u arbeiten und diese Arbeit mit neuem Selbstbewußtsein und Vertrauen auf die eigene Kraft von Grund auf zu erfüllen. Der Minister erinnerte daran, daß böswillige Auslandszeitungen damals behaupteten, der Nationalsozialismus fordere vier Jahre Zeit, weil er sich noch vollkommen im unklaren darüber sei, was eigentlich getan werden müsse. Das deutsche Volk werde wie bei allen vorangegangenen Regierungen in kurzer Zeit solche Versprechungen vergessen und dann bald wieder der graue Alltag des politischen Einerlei beginnen. Indes begann der Führer mit dem Aufbau. Deutschland stand damals in seiner vielleicht schwersten Krise der Nachkriegszeit. Wenn dieser letzte Versuch mißlang, dann war alles verloren. Das Vaterland war in Gefahr, und es mußte einer sich an die Spitze stellen und das nationale Kommando übernehmen. In einigen monumentalen Plänen gaben Sie, mein Führer, dem Aufbau Richtung und Ziel. Und nun wurde das Wunder Wirklichkeit; in ein paar Wochen schon erzitterte die ganze Nation vom Rhythmus einer neuen Arbeit. Die Maschinen setzten wieder an, die Turbinen heulten, die Motore donnerten und die Schlote rauchten. Vor den Arbeitsämtern verschwanden die Menschen, sie stauten sich wieder vor den Fabriktoren, die sich weit öffneten, um Millionen den Weg zu Hammer, Amboß, Meißel und Kontorschemel freizumachen.
Immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen, fuhr Dr. Goebbels fort: „Jlun ist die Arbeitsfchlacht geschlagen. Ein stolzes Heer wacht wieder an den Grenzen des Reiches. Die Ration ist einig und geschloffen. Die deutsche Jugend marschiert in einer stolzen Rlillionenorganifakion, die den Hamen des Führers trägt. Die Theater und Konzertsäle haben sich wieder gefüllt mit den Kunstgläubigen unseres Volkes, deren Seele trunken ist von den Wundern deutscher Musik und deutscher Dichtung. Die Partei aber steht gefestigt und gesichert hinter dem Führer an der Spitze
unseres Volkes und bestimmt Richtung und Ziel des Aufbruchs der Ration."
Seit der Proklamation des Führers am 1.Rlai 1933 feien vier Jahre vergangen. Die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" solle in umfassenden bildlichen, statistischen und tatsächlichen Darstellungen einen Rechenschaftsbericht über die vier Jahre des nationalsozialistischen Aufbauwerkes geben. „Damit ist diese Ausstellung das beredte sie Dokument für die Einhaltung eines großen nationalen versprechens, für die Erfüllung einer deutschen Hoffnung und für die Verwirklichung eines deutschen Glaubens."
Dr. Goebbels schloß seine Rede mit den an den Führer gerichteten Worten: „Diese vier Jahre standen unter Ihrem Namen, mein Führer. Sie prägten Ihnen Ihren Stempel auf. Sie werden eingehen in die Geschichte als die historische Zeitspanne Ihrer ersten großen Aufbauperiode; unvergänglich werden Ihre Leistungen sein. In diesen vier Jahren ist Deutschland wieder eine Weltmacht geworden. Wir alle können uns wieder mit Stolz Bürger dieses Reiches und dieses Volkes nennen.
Hunderttausende und Hünderttausende werden in den nächsten Tagen und Wochen in andächtigem Schweigen, aber auch voll glücklicher Freude und tiefster Bewunderung durch die Hallen dieser Ausstellung gehen, sie werden wieder lernen, Achtung zu haben vor dem ewigen deutschen Genius, der sich hier in seiner Unsterblichkeit zeigt. Sie werden stolz empfinden vor einem nationalen Aufbauwerk, das nur ein Führer, wie Sie, abef* das auch nur ein Volk wie das deutsche, vollbringen konnte. Und keiner von diesen vielen Hunderttausenden, so glaube ich, wird diese Hallen verlassen, ohne das Gefühl tiefster Dankbarkeit dafür, daß Sie, mein Führer, dem Leben unseres Volkes wieder Sinn und Inhalt gegeben haben. Die deutsche Nation ehrt mit dieser Ausstellung Sie und ehrt damit sich selbst.
Das hohe Lied der Arbeit dröhnt wieder über deutschem Land, die Symphonie neuen nationalen Schaffens ist angestimmt, und nie wieder werden ihre mitreißenden Rhythmen verklingen. Ich mache mich zum Dolmetsch all' der tiefen Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung für Sie, mein Führer, die in dieser stolzen Stunde die ganze Nation erfüllen. Ihr Werk sollte, so sagten Sie vor vier Jahren, Ihr Zeugnis sein, und nun spricht es in diesen Dokumenten beredter als jedes Menschenwort. Es macht ein Versprechen zur W i r k l i ch k e i t: Deutschland ist schöner, mächtiger und glücklicher geworden. Und nun bitte ich Sie, mein Führer, die große deutsche Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" zu eröffne n."
Verheißung und Erfüllung.
Erster Istundgang durch die Heichsausstellung „(Seht mir vier Jahre
2lm Donnerstag fand eine Vorbesichtigung der § roßen Ausstellung „Gebt mir vier Jahre »eit I" statt, an der mehrere hundert Vertreter der in- und ausländischen Presse teilnahmen. Der Beauftragte des Reichsministeriums für Dolksauf- klärung und Propaganda, Regierungsrat Carstensen, gab einen Ueberblick über Sinn und Aufgabe der Ausstellung. Vier Jahre Aufbau, sagte er, sollen in dieser Ausstellung dem Besucher vor Augen treten. Das Arbeitsbeschaf- funasprogramm hat Millionen von Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gebracht und die Produktion in einer Weise gesteigert, daß Deutschland in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit weit an der Spitze aller Nationen steht. Darüber hinaus ist die Ausstellung ein Dank an den einen Mann, dessen Glaube an die Kraft des deutschen Volkes das Wunder der deutschen Wiedergeburt bewirkt hat.
„Vierzehn Jahre haben die Parteien des Zerfalls", sagte der Führer in seiner großen Rede vom 15. Februar 1933, „das deutsche Volk geführt und mißhandelt, vierzehn Jahre lang zerstört, zersetzt und aufgelöst. Es ist nicht vermessen, wenn ich heute vor die Nation hintrete und sie beschwöre: Deutsches Volk, gib mir vier Jahre Zeit, und dann richte und urteile über uns —" Die Ausstellung „Gebt mir vier Jahre Zeit" ist der Rechenschaftsbericht des Führers. In dieser Riefenschau, die erstmalia in der Geschichte des Aus- ftellungswesens dasteht, kann nicht nur behauptet werden: hier ist der Bericht zugleich zum Beweis geworden, das gigantische Aufbauwerk der letzten vier Jahre erhebt sich vor dem Beschauer und verkündet: Das ist geschehen.
Was auf allen Gebieten deutschen Daseins Umstürzendes, Grundlegendes und Aufbauendes geschah, davon gibt die große Empfangshalle, an deren Decke das Hoheitszeichen schwebt, einen ersten Eindruck. Vor uns dehnt sich ein 120 Meter weites Halbrund, das durch neun Sockel gegliedert ist, und diese Sockel tragen Bilder von sechs Meter Breite und neun Meter Höhe. Es entsteht ein gewaltiger Eindruck, wenn diese großen Photos plötzlich von
unsichtbarer Hand umgewendet werden und neue erscheinen: ein lebendiges Bilderbuch d e r v i e r I a h r e öffnet nacheinander seine Seiten, und dem Beschauer wird in unbestechlichen und unwiderlegbaren Ansichten vorgeführt, was in dieser Zeit gesckiah auf den Gebieten der deutschen Arbeit, des Sozialismus, der Politik. Was der einzelne vergaß oder sich gewöhnt hat, als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, eine gewaltige Leistungssinfonie zieht noch einmal an uns vorüber. Musik ertönt. Chorgesänge erschallen. Eine einzigartige Feierstunde.
Ist diese Halle der stillen Rückschau geweiht, so braust in den anderen Sälen das donnernde Leben der Gegenwart: ein Volk, aus Dumpfheit, Verzweiflung und Arbeitslosigkeit erwacht, arbeitet wieder! Sinnbilder dafür sind die riesenhaften Photos, die bis zu siebzehn Metern ansteigen; und als seien sie aus den Bildern herausgenommen, rattern davor die Maschinen, die hydraulischen Pressen, die heulenden Geräte der Luftforschung, die Kunstharzmaschinen, die mechanischen Webereien und Spinnereien.
Deutschland arbeitet: Davon kündet auch das große Modell, das den Bau einer Reichs- autobahn in allen Phasen vorführt. Deutschland ist wieder frei: Neben dem Unterseeboot U 9 stehen die Tanks, Flakgeschütze, Flugzeuge der neuen Wehrmacht. Deutschland ist sich seiner sozialen Verpflichtung bewußt: die Organisation des Winterhilfswerks, der Siedlungsbau, die Entwässerung von Mooren, die Urbarmachung unfruchtbaren Landes, alles steht in naturgetreuen Modellen da. Hinzu kommen die Anlagen des Arbeitsdienstes und der Hitler-Jugend auf dem Freigelände, die Uebersichten über den Aufbau deutscher Kultur, deutschen Handwerks, deutscher Technik auf allen Gebieten; die photographische, die lithographische Technik, die Druckereien, Verlagshäuser und Buchhändler zeigen die Schau ihrer Leistungen.
Vier Jahre — ein Augenblick im Dasein eines Volkes. Was sich in Deutschland während dieser kurzen Spanne an unvergleichlicher Belebung und sittlicher Erziehung ereignet hat, das müßte, so
dünkt es, den knappen Rahmen dieser Frist sprengen, denn es scheint, als werde in dieser Ausstellung Rechenschaft abgelegt über die Leistung von vielen Generationen. Ein solches Werk konnte nur vollbracht werden durch den einmütigen, opferwilligen Einsatz und durch das einträchtige Zusammenwirken von Führung und Volk. So verkündet die Schau: Führer und Volk sind eins geworden. bo.
Beförderungen in der GA
Berlin, 30. April. (DNB.) Der Führer und Oberste SA.-Führer hat mit Wirkung vom 1. Mai u. a. nachfolgende Beförderungen ausgesprochen: Zu Gruppenführern: Chef des'Personalamtes der Obersten SA.-Führung R a e ck e, persönlicher Adjutant des Stabschefs Reimann, Hauptschriftleiter des „SA.-Mann" Berchtold, Brigadeführer Kleinmann, Stadtpräsident der Reichshauptstadt Berlin Lippert, Gauleiter Schwede (Coburg), Führer der Gruppe Schle-
erfter Adjutant des Stabschefs; Schäfer, Führer des Reichsautozugs „Deutschland"; Möslin- g e r, von der Adjutantur des Stabschefs; Gon- t e r m a n n , beim Führungsamt der Obersten SA.- Führung; von Neufville und Graf von Pückler - Burghauß, vom Hauptamt Kampfspiele der Obersten SA.-Führung.
Zu Oberführern: die Standartenführer Gansmeier, Fischer und M a ck e n s e n .bei der Obersten SA.-Führung. Zu Standartenführern: die Obersturmbannführer N e i d i g k, der Stabskommandant der Obersten SA.-Führung, Besserer, von der Adjutantur des Stabschefs; Weiß, Gümbel, Fischer und Müller. Zu Obersturmbannführern: die Sturmbannführer Killmann, Boehm, Kunze, Bock und Bült- mann, von der Obersten SA.-Führung. Zu Sturmbannführern: die Sturmhauptführer' Berenbrock, Hermel, Chef der Kulturabteilung; Körbel, Chef der Abteilung Presse und Propaganda, und K o n w i a r z , Siedlungsreferent, alle bei der Obersten SA.-Führung.
Auch Guernica erobert.
Salamanca, 30. April. (DNB. Funkspruch.) Der amtliche Heeresbericht besagt: Der siegreiche Angriff der Nationaltruppen nahm seinen Fortgang, wobei alle östlich von der Bucht von Guernica gelegenen Dörfer besetzt wurden. Guernica fiel nach glänzendem Gefecht gegen eine vollständige, aus baskischen und Santander-Marxisten zusammengesetzte Division. Hierbei wurde der Divisionskommandeur gefangengenommen. Mehrere der Offiziere seines Stabes fielen. Der Feind verlor viele Tote und Verwundete und zahlreiche Gefangene. Die Zerstörungen in Guernica sind von den Bolschewisten in ähnlicher Weise wie in Ei bar durchgeführt worden. Der Abscheu der Nationaltruppen angesichts dieser Barbarei trägt noch zur Erhöhung ihres Kampfesmutes bei und verstärkt ihren Wunsch, das Baskenland von ihr zu befreien.
„Reuters Enten fliegen wieder."
Ein Irrtum" und seine Folgen.
Berlin, 29.April. (DNB.) Unter der Ueber- schnft: „Reuters Enten fliegen wieder" schreibt der „Deutsche Dienst": Bei ihrem Rückzug an der Biskayafront haben die Bolschewisten das kleine Baskenstädtchen Guernica dem Erdboden gleichgemacht. Als Ausgleich für die empfindliche Niederlage an diesem Abschnitt ließen sie die Meute ihrer zügellosen Söldner auf die friedliche Bevölkerung dieser Stadt los, und das Ergebnis dieses rohen Racheaktes der geschlagenen Kommune waren rauchende Trümmer und zahllose hin gemordete Menschen. Diese tieftraurige Begebenheit sollte alles andere als Anlaß zur Ironie fein. Aber da befindet sich nun in Bilbao unter den schützenden bolschewistischen Fittichen e i n Reute r - V e r t r e t e r, ein sehr fixer Junge, wie man sieht, der seinem Londoner Büro aus lustiger Etappe stets die neuesten „Frontberichte" verzapft, wobei natürlich seine Bezugsquelle das bolschewistische Hauptquartier ist. Dieser hat nun ausgekundschaftet, daß d.as Baskenstädtchen gar nicht von den Bolschewiken, sondern von deutschen Flugzeugen zerstört worden ist. In dem Schauermärchen an sein Londoner Büro heißt es denn auch: „Ich habe selbst eine Anzahl leicht erkennbarer deutscher Flugzeuge gesehen, die sich nach dem Bombenangriff zurückzogen. Ich habe die folgenden Maschinen gezählt: 52 schwere Junkers-Bomber, 111 leichtere Heinkel-Bomber und 51 Heinkel-Jagd- stugzeuge." Jawohl, so heißt es klipp und klar — nur ftimmt es nicht! Denn mag dieser tüchtige Mann auch im Kopfrechnen recht gut und vielleicht auch noch Flugzeugspezialist sein — so fix dürfte er doch nicht fein, um — sage und schreibe — 2 14 Flugzeuge im durcheinanderaehenden Luftkampf nicht nur zu zählen, sondern fein säuberlich nach Type und Marke auch in ihre Kategorien ein- zureihen.
Das englische Nachrichtenbüro teilte mit, bei den angegebenen Zahlen habe es sich nicht um die Zahl der angeblich gesehenen deutschen Flugzeuge, sondern um die jeweilige Typenbezeichnung gehandelt. Also handelt es sich um einen Irrtum. Wir nehmen zur Kenntnis, daß dieser Irrtum berichtigt worden ist. Leider aber müssen wir auch sagen, daß es sich um einen h ö ch st bedauerlichen Irrtum handelte. Deutschland war durch eine bewußt aufgezogene und schlagartig von interessierter Seite eins'etzende Lügen- h e tz e in der ganzen Welt verdächtigt worden, zur Vernichtung einer spanischen Stadt beigetragen zu haben. Die Meldung des englischen Nachrichtenbüros lieferte sozusagen einen mit genauen Zahlenangaben belegten Augenzeugenbericht. Und wenn diese Zahlenangaben auch für den militärischen Fachmann und den politischen Kenner der Verhältnisse sofort als Unsinn erkennbar waren, wer kann nachträglich feststellen, wie viele Gläubige sie in der weiten Welt, in die sie hinausgegangen sein mögen, gefunden haben? Wird alle diejenigen, die die Greuelmeldung lasen, auch die Berichtigung erreichen? Für einige englische Abendzeitungen jedenfalls kam sie bereits zu spät. Ihre Leser sind bis auf weiteres der Meinung, daß ins- gesamt 214 deutsche Flugzeuge eine baskische Stadt
bombardiert hätten, wenngleich diese Behauptung auch nur „ein Irrtum" war.
Hintergründe der Greuelhehe.
Unter der Überschrift „Rothschild siegt bei Guernica!" schreibt der Zeitungsdienst Graf Rai Ich ach u. a.: Es ist schon mit aller Eindeutigkeit erklärt worden, daß die Mär von „deutschen Bombengeschwadern" dadurch nicht wahrer und glaubhafter wird, daß man sie in regelmäßiaen Abständen einem gläubigen Publikum vorschwätzt. Hunderte von Augenzeugenberichten liegen außerdem aus dem inzwischen von den nationalen Truppen eroberten E i b a r vor, die besagen, daß nach dem Beispiel Jruns auch diese Stadt von den roten Horten buchstäblich in die Luft gesprengt und an allen vier Enden angezündet wurde, als sie nicht mehr zu halten war. Es liegt also der Verdacht nahe, daß Guernica ein gleiches Schicksal beschieden worden ist. Es ist aber möglich, noch mit einigen anderen Indizien aus englischer Quelle selbst zu dienen: Genau um die gleiche Zeit nämlich, in der in Eibar der Erdboden unter den „deutschen Luftangriffen" erzitterte, herrschte auch im englischen Schatzamt, zwar nicht wegen der Ereignisse auf dem spanischen Kriegsschauplatz, so aber doch eine starke Angstbeklemmung und ein erhebliches Gefühl der Unsicherheit. Der englische Schatzkanzler wußte nämlich um diese Zeit daß sich etwa 20 Börsenkonzerne in akuten Schwierigkeiten befanden und daß diese Schwierigkeiten auf den katastrophalen Sturz der Wertpapiere und dieser wiederum auf die neuenSteuerge- setze der Regierung zurückzuführen war. Indem gleichenAugenblick, in dem die Londoner City und auch Teile der britischen Oeffentlichkeit über die neuen Steuergesetze der Regierung in Aufruhr zu geraten drohten, erfolgte die große' Entlastungs- offensive bei — Guernica! Von heute auf morgen wurde dem gutmütigen und alles andere denn kriegsliebenden englischen Steuerzahler d i e ganze Furchtbarkeit des totalen Kriege s in Form eines selbstverständlichen — deutschen Luftangriffes vor Augen gezaubert. Bei Guernica hat weder jene traditionelle englische „Fairneß", noch der gesunde Menschenverstand, noch das heute mehr denn je erforderliche Verantwortungsgefühl im Sinne einer wirklichen europäischen Friedens- und Verständigungspolitik gesiegt!
Bezahlte Verleumder.
London, 30. April. (DNB. Funkspruch.) „Daily Expreß" hat sich in der Guernica-Angele- genheit telegraphisch an General Queipo d e Llano gewandt und.der General stellte erneut fest, daß kein natiönalspanischer Luftangriff auf Guernica stattgefunden hat. An dem fraglichen Tage seien infolge des schlechten Wetters überhaupt keine Flugzeuge aufgestiegen. Es gebe genug Leute, die mit Gold gekauft seien, das von spanischen Banken gestohlen sei, und die dann Dinge bestätigten, die sie niemals ge- sehen hätten. Die Bolschewisten hätten Guernica mit Dynamit zerstört, wie auch Eibar von ihnen vor dem Verlassen gesprengt worden sei. Um das Volk in Erregung zu versetzen und so zu veranlassen, mutiger zu kämpfen. Trotz alledem setzt die „Time s" diese üble Hetze fort, ihr Sonderkorrespondent aus Bilbao hält daran fest, daß deutsche Flugzeuge die Luftangriffe an der baskischen Front durchführten.
GEBTMIR VIER JAHRE ZEIT
Aus dem Gau Hessen-Nassau fahren besonders verbilligte Sonderzüge (Fahrpreis 1 Pf. pro km) zur Ausstellung nach Berlin. - Anmeldungen nehmen alle KdF.- Dienststellen entgegen. Den Sonderzugsteilnehmern wird der verbilligte Eintrittspreis von RM. 0.75 gewährt


