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Handwerk den Weg zum Ausstieg mit bereiten und ebnen helfen. Der Leiter des Deutschen Handwerks in der DAF. Walter bat die Presse um Unter­stützung, nicht etwa, um die wirtschaftliche Lage des Handwerks zu heben die wirtschaftliche Lage habe sich schon gebessert und werde sich weiter bes­sern, sondern um Unter st ützung der kul­turellen Mission des Handwerks, die ohne die Unterstützung der Presse niemals voran­getrieben werden könne. Den Weg zur schöpfe­risch ge st altenden Arbeit könne das Hand­werk nicht wagen zu gehen, wenn die Presse das Handwerk nicht die Volksgemeinschaft auf die Lei- stungswandlung Hinweise und zur Mitwirkung an­rege. Hauptamtsleiter Claus Selzner überbrachte der Presse die Grüße des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley. Aus der heutigen Tagung gehe hervor, daß eine neue Renaissance des Hand­werks zu erwarten sei. Die guten Leistungen, die jetzt vorhanden seien, berechtigten zu der Erwartung eines neuen Aufstiegs des Handwerks.

Worte des Verständnisses aus seinem Mund, irit uns aufhorchen ließen. Aber die Taten, die darauf folgten, stimmten nicht mit solchen Worten überein. Entschieden, wie kaum ein anderer englischer Mi­nister, ist Baldwin für diewestliche Demokrat als das dem autoritären Gedanken himmelh ».h

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Achproöutte fi Gesicht aller Nationalität

fast gar nicht weh.

Du überlegst dir das. Und weißt Bescheid.

Von Baldwin zu Chamberlain

Von unserem H. Cr.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

London (durch Flugpost), 25. Mai 1937.

Ministerpräsident Baldwin hat unmittelbar vor seinem Rücktritt noch einmal d a s britische Empire in seiner ganzen Größe anläßlich der Londoner Krönung und der Weltreichskonferenz er­lebt. Der von seinem Posten scheidende Staatsmann hat es denn auch für notwendig befunden, seine letzten Reden ausschließlich an dieses Empire zu richten, das er zwar genau so wie jeder Engländer

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meister Major Fr. Tyron, der Gesundheilsmini- ster kingsler^Wood, der Generalstaatsanwalt Sir Donald Somervell, der Generalrechlsan- wall Sir Terence O' Lonnor. Das neue Kabinett wurde am Freitagabend in einer Sitzung des Kron­rates im Buckingham-Palast feierlich vereidigt. Anschließend wurden den Ministern ihre Amts- siegel ausgehändigt, worauf sie nach allem Brauch die Hand des Königs küßten.

Sie Londoner presse erwartet keine Aenderuna der Politik.

London, 29. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die

liberal Staatsrates Viscount

London, 28. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin stattete am Freitagvormittag kurz vor 9.30 Uhr dem König einen Besuch ab, um ihm sein Rücktrittsgesuch zu überreichen. Bald­win wurde auf der Fahrt zum Schloß von einer großen Menschenmenge begrüßt. Es sind genau 15 Jahre vergangen, seit Baldwin als Nachfolger Sonar Laws die Führung der Konservativen Par­tei übernahm. Nach seinem Rücktritt wurde Bald­win vom König in den Stand eines Earl des Vereinigten Königreiches erhoben und ihm der Hosenbandorden verliehen. Seine Frau erhielt das Großkreuz des Ordens vom Briti­schen Weltreich. Der ausscheidende handelsminister R u n c i m a n und der bisherige Haupteinpeitscher der Konservativen Partei, Sir John Davidson, wurden beide in den Stand eines Viscount er­hoben.

Der König empfing am Freitag den neuen Mi­nisterpräsidenten Neville Chamberlain. Das Kabinett Neville Chamberlain fetzt sich wie folgt zusammen:

Ministerpräsident: Reville Chamberlain, konservativ.

Schahkanzler: Sir John Simon (bisher Dle-

handelsrninisler: Oliver Stanley (bisher Runcirnan) konservativ

Verkehrsminister: Dr. Bürgin (bisher hore- Belisha)

Erster Kommissar für öffentliche Arbeiten: S i r Philipp Sasfon (bisher Lord Stanhope) konservativ

Kanzler des herzogstums von Lancaster: Lord W i n t e r t o n (bisher Davidson), konservativ Anlerrichtsminister: Lord Stanhope (bisher

Oliver Stanley) konservativ.

In ihren Aemtern sind verblieben: Außen­minister Anthony Eden, der Lordkanzler Lord h a i l s h a m, der Staatssekretär für Indien Mar­quis von Z e t l a n d, der Staatssekretär für die Kolonien Ormsby-Gore, Verteidigungsminister Sir Thomas Jnfkip, der Luftfahrtminisler Swinton, der Arbeitsminister Ernest Brown, der Landwirtschaftsminister Morrison, der Pen­sionsminister Ramsbotham und der Oberzahl­

graph" unterstreicht, daß Chamberlain weniger zu beeindrucken sei, als sein Vorgänger. DieMorning Post" und andere Blätter vornehmlich der Oppo­sition bezeichnen die Umbesetzungen innerhalb der Regierung als klug. Chamberlain übernehme, erklärt dieMorning Post", das Amt des Premier­ministers in vollem Vertrauen seiner

da entdeckst du hinter ihm den Vertreter einer 2» bakfirma, der steht da und sieht dich höhnisch an.

Dich graust. Du ahnst etwas Unheimliches. Dann sagt der Arzt beruhigend zu dir, es

Tabakmann scheint zu grinsen.

Inzwischen kommt ein weißer Engel zur herein. Wie geschwebt. Aber es ist am Ende kein Engel, sondern ein Apotheker im weißen tel. Mit einer dicken gelben Hornbrille im Gestch^ Er sagt in einem leisen Tonfall zum Arzt:Es i|t

gekoppelt."

Gekoppelt?, denkst du. Was ist da gekoppelt' Es ist gut", sagt der Arzt,schalten Sie em." Der Tabakmann grinst jetzt unverhohlen. Und öi entdeckst du etwas Grausiges: Draußen surrt Auto des Arztes, und an ein Hinterrad haben einen Treibriemen gespannt, der läuft durchs ster in das Zimmer herein und treibt eine blitze^ kleine Kreissäge, die am Bett steht. Der Iabat< mann grinst. .

Der Arzt nimmt jetzt, was er im Glas verruß hat, und streicht mit einem Pinsel davon etwas 4 den Rand der Kreissäge. Eine unheimliche Sol« ist dies was wollen sie damit?

Die Kreissäge surrt.

Bitte!" sagt nun der Arzt zum Tabakmann. LJ fit unerhört, denkst du noch schnell, was versteh denn Tabakmänner von Medizin? Aber der mann kommt heran und holt dir das linke »w unter der Bettdecke heraus.

Da fährt dir der Schreck in alle Glieder, und ü begreifst jetzt wie der Blitz: Sie wollen dir e« Bein absägen! l

Und du erinnerst dich in diesem Augenblick r» unheimlicher Deutlichkeit des singenden Oeräul*^ wenn das Blatt einer Kreissäge sich in ein »:L Holz frißt. Aaaaiih-ginnggg!' so klingt bas .

Der Arzt sagt leise zum Tabakmann: bitte!" ji

Da willst du schreien, du willst um dich schl^ aber sie halten dich fest, du bäumst dich auf und.* erwachst. Und findest dich im Bett halb aufgerilyl sitzen. Es ist mitten in der Nacht. Herrgott xlm mal, aber das Bein ist da.

Es hängt links zum Bett heraus. . .

Und mit einem guten Gefühl, als wäre dir )' Leben wiedergeschenkt, legst du dich wieder schla.'l Du schläfst fanft und traumlos bis zum Morger-

Du wachst, etwas spater als sonst, am Morg> auf und fühlst dich gut und munter. Es war nur ein bißchen Fieber. Du stehst auf und bist £ sund. Und kein Mensch sieht dir an, was du s Abenteuer gehabt hast.

Das neue britische Kabinett.

(Sir John (Simon (Schahkanzler. Wechsel in den Wehrministerien.

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Ehemalige KPD.-Häuptlinge in Moskau verhaftet.

Moskau, 28. Mai. (DNB.) Wie man erfährt, wurde Mitte Mai in Moskau eine Reihe ehemaliger Häuptlinge der früherenKommunisti­schen Partei Deutschlands" verhaftet, dar­unter Hermann R e m m e l e , Heinz Neumann, Max Richter und noch weitere 17 ehema­lige KPD.-Funktionäre, deren Namen bis jetzt nicht bekannt geworden find. Auch gegen andere ausländische Kommunisten ist die GPU. m jüngster Zeit vorgegangen. Man erinnert sich an die Ver­haftung des polnischen Kommunistenführers Som- bal. Ferner wurden auch ungarische und f r a n- z ö s i s ch e Kommunisten in Moskau festgesetzt.

das milde und doch klare und starke Sonnenlicht kurz vor dem Untergang, es ist, unbildlich gespro­chen, jenes letzte Wissen um die Dinge, aufgefangen und roiebergeaeben von einem Herzen, das einer grenzenlosen Liebe und Verehrung fähig war und zudem Verstand genug besaß, um das Erfragte so mitzuteilen, daß es Goethes uneingeschränkte Billi­gung fand. Wir meinen, das ist genug und auf alle Fälle mehr als manches andere Gespräch, das uns Goethe in schlechter Laune zeigt, mehr auch als gewisse negattve Urteile Riemers oder des Kanzlers, auf die man sich mit wahrer Wonne stürzt, um nur ja etwas zu haben, womit man denOlympier" demaskieren kann. Ein Mensch wie wir! inner­lich zerrissen, leicht gereizt, problemattsch durchaus: das ist eigentlich der Goethe, mit dem man hübsch menschlich leben kann, weil er nichts vor üns vor­aus hat und sogar Eigenschaften besitzt, für die sich der Pathologe mehr interessiert als jenerprimi­tive Leser", der mit Eckermann gern die Blößen übersieht, um sich allein an das zu halten, was er verehren darf.

Große Menschen gleichen Bergesgipfeln. Man kann sie von überall her besteigen, und jeder dieser Wege lehrt uns das Wesen des Berges anders kennen. Auch jeder der Wanderer, der Mineraloge, der Botaniker, der Künstler, der Philosoph jeder sieht auf feine Art, aber erst alle zusammen erge­ben ein zuverlässiges Bild. Warum soll man sich also nicht oorstellen und es billiaen dürfen, daß unter diesen einer ist, der sich mit Der Beschreibung des Weges nicht lange aufhält, uns vielmehr gleich auf den Gipfel versetzt und an dem großartigen Fernblick teilnehmen läßt, der das Nebensächliche übersieht, weil es ihm allein auf die Resultate an­kommt? Das ist Eckermann und sein Verhältnis zu Goethe. Möglich, daß er sich in feinem unbe­dingten Verehrungsbedürfnis hin und wieder ge­irrt hat. Sind etwa die anderen unfehlbar gewesen, und müssen wir darum den ganzen Eckermann streichen? Und ist es nicht philologische Besserwisse­rei, ein Porträt, das unter Goethes Augen ent­standen ist und das er selbst ähnlich und gelungen fand, nur deshalb abzulehnen, weil es unseren Vor­stellungen von dem mit sich selbst uneinigen und problematischen Goethe nicht entspricht?

Tausende von Deutschen sind durch Eckermann zu Goethe gekommen, ohne daß sich für sie das Rosenglas der Liebe, durch das Eckermann feinen Helden sah, als ein fälschendes Medium erwiesen hätte. Die echte Liebe fälscht nie, sie erhöht und vergrößert. Und wo hätte sie je einen des Erhöhens und Vergrößerns würdigeren Gegenstand gefunden? Und darum: Goethe mit Eckermann!

w i n bezeichnen.

Mit Baldwin scheidet ein Mann, dessen ganzes Leben beinahe Dienst am Staate gewesen ist. Drei Jahrzehnte konfervativer Abgeordneter, drei­mal Ministerpräsident, dazu mehrmals auf wich­tigen anderen politischen Posten, so hat er fein Eigenleben dem politischen Leben geopfert. Man hat von Baldwin in den Kreisen feiner Freunde vor Jahren einmal das Wort geprägt:What Bald­win says, goes" (Was Baldwin sagt, geht). Was man damals in konservativen Kreisen von Baldwin geglaubt hat, das hat er als Ministerpräsident und verantwortlicher Staatsmann für Großbritannien gehalten. Man darf beim Rücktritt Baldwins eines nicht oergeffen: Baldwin hat fein leichtes Erbe übernommen. Als England die schwerste Finanzkrise der Geschichte drohte, als im August 1931 die Labour-Regierung zurücktreten mußte, weil sie sich den finanziellen Schwierigkeiten nicht ge­wachsen zeigte, übernahm die nationale Re­gierung das Ruder. Im Interesse des ganzen verzichtete Baldwin damals auf den Posten eines Ministerpräsidenten zugunsten von Macdonald, obwohl er als Führer der Konservativen eigentlich darauf Anspruch gehabt hätte. Aber eben in dieser Rolle als konservativer Parteiführer war er auch damals schon die entscheidende Person, so daß ein Großteil dessen, was unter Macdonald damals zur Rettung Englands aus den finanziellen Schwie­rigkeiten getan wurde, mit auf Baldwins Konto zu fetzen ist. Erst später übernahm er dann auch nach außen hin als Ministerpräsident die volle Ver­antwortung für den politischen Kurs.

Wenn England trotz der Schwierigkeiten, die die Baldwin-Regierung zu überwinden hatte, heute in

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Goethe und Eckermann.

Von Ernst von Niebelschüh.

Vor hundert Jahren sind die beiden ersten Bände vonGoethes Gesprächen mit Joy. Peter Ecker­mann" erschienen und zu einem Volksbuch im besten Sinne geworden. Aber seitdem in neuerer Zeit einige Goetheforscher unter zornigen Anklagen wider den guten Eckermann den Stein des Mißbehagens in den ruhigen See der Goethe- verehrung geworfen haben, konnte es nicht aus­bleiben, daß besagter Steinwurf immer weitere Kreise zog. Goethe ohne Eckermann! so heißt heute die Losung bei allen denen, die sich ermäch­tigt alauben, das Erbe des größten Deutschen ge­gen Verfälschungen zu schützen. Zu diesen Verfäl­schern aber gehöre auch dieser Johann Peter Ecker­mann, und zwar sei er um so gefährlicher, als sein Buch, das Nietzsche in einer schwachen Stunde das beste deutsche Prosabuch genannt hat, denen zuzurechnen sei, auf die derprimitive Leser" am leichtesten hineinfalle.

Sicher unsere Zeit liebt dasOlympische" nicht; eher fürchtet sie sich davor als einer Seelen­haltung, die sich der Kritik entzieht und jene be­klemmende Atmosphäre des Unnahbaren verbreitet, die dem Menschengeist seine Unzulänglichkeit doppelt zu Gemüte führt. Der Anblick dieser erhabenen Ruhe, die wirmaskenhaft" nennen, bei Goethe das Resultat fortwährender Ueberwindungen und Selbstreinigungen, erfüllt uns mit Ungeduld, weil wir wissen, wie schwer es für den modernen Men­schen ist, ein solches Ziel auch nur für möglich zu halten. Uns interessieren weniger, die Ergebnisse eines Lebens, als vielmehr die Schwächen und Un­vollkommenheiten, die Abwege und die Hindernisse, die das Schicksal dem Läufer in den Weg stellt. Wir lieben, kurz gesagt, das Dynamische, nicht das Sta­tische, den Kampf mehr als den Sieg, das Werdende mehr als das Gewordene. Und hier läßt uns Ecker­mann in der Tat im Stich. Wenn wir feineGe­spräche" lesen, blicken wir in eine Schatzkammer ungeheuerer Erfahrungen. Die Frage, wie diese Lebensweisheit geworden ist, welcher Anstrengun­gen es bedurfte, um eine solche Höhe der reinen Betrachtung zu gewinnen, beantwortet uns Ecker­mann nicht. Die müssen wir uns selbst beantworten.

Versuchen wir uns einen Augenblick Goethe ohne Eckermann vorzustellen! Unmöglich zwar ist es nicht, aber ein eckermannloses Goethebild wäre unvollständig; es würde etwas darin fehlen, was uns weder Riemer, noch der Kanzler von Mül­ler, noch irgendein anderer geben kann. Es ist

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Londoner Morgenpresse hebt hervor, daß das neue Kabinett ebenso rote das Kabinett Baldwin eine nationale Regierung sei und daß somit kaum eine Aenderung der Politik au erwarten sei. DieTime s" meint, die Auswahl, die Chamberlain zur Kabinettsbildung getroffen ljabe, zeige den Wunsch des Premierministers, daß die Regierung ihren nationalen CHarak - 1. _ bep alten wolle. Das Blatt wundert sich im übrigen aber darüber, daß Minister, die gründliche Erfahrungen hinsichtlich des neuen eng­lischen Aufrüstungsprogrammes besäßen, plötzlich in einen anderen Arbeitskreis versetzt würden. Es sei nicht zu begreifen, warum Sir Sa­muel Hoare die Admiralität aufgegeben habe, und ebenso nicht, weshalb Kriegsminister Duff- Cooper auf einen anderen Posten berufen wor­den fei, gerade in dem Augenblick, wo sie in das Heeresproblem eingearbeitet feien.Daily Tele-

handwerklichen Könnens als Grundlage erfolgver­sprechenden Fortarbeitens im Sinne nationalsozia­listischer Berufserziehung zum alten Meisterideal persönlichen Geschmacks in persönlicher^ ß^tung.

Pressempfang im Römer.

Der herrliche Kaisersaal des Römers, dessen Auf­gang in leuchtendem Blumenschmuck festlich prangt und an dessen Türen Ratsdiener in ihrer schönen alten Amtstracht die Ehrenwache halten, empfängt der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Staats­rat Dr. Krebs, am Freitagabend zahlreiche Vertre­ter der in- und ausländischen Presse. Oberbürger­meister Dr. Krebs wies auf die große historische Vergangenheit der Stadt Frankfurt und ihre Be­ziehungen zu dem Handwerk hin Die alljährlich wiederkehrenden Handwerkertage knüpften in den Mauern der Stadt Frankfurt an eine gute Heber- üeferung an. Frankfurt a. M. wolle dem deutschen

seiner Weltstelluna dennoch unerschüttert ja fogar noch stärker dasteht als früher, so hat es das hl erster Linie der unbändigen Energie und her falt, blütigen Entschlossenheit seines jetzt scheidenden Pre­mierministers zu danken. Man darf bei Würdigung dessen, was Baldwin geleistet hat, nicht oergeffen, daß Englands Ansehen zunächst dank des Sank­tion s a b e n t e u e r s im abessinischen Krieg gefährdet erschien, man muß weiter ha ran denken, daß Baldwin im vorigen Jahre England durch eine innere Krise größten Ausmaßcz geführt hat. Beide Krisen hat Großbritannien übeil wunden, besonders die erste hat dazu geführt, Eck. schlüsfe zu fassen, die die europäische Stellung Lvn- dons gefestigt und gestärkt haben. Baldwins großes Verdienst für England dürfte vor allem darin lie# gen, daß er aus dem V.erfagen des Völker- b u n d e s die einzig mögliche Folgerung zog, br.ß nämlich das Jnfelreich sich in feiner Verteidigung nicht mehr auf irgendwelche nebelhaften Schemen von Genf verlassen dürste, sondern England selbst den Schutz seiner Grenzen wieder übernehmen muz. Mit dem großen Rüstungsprogramm, durch das England sich an die Spitze des Wettrüstens g». stellt hat, hat Baldwin Großbritannien die außen­politische Freiheit und Bewegungsmöglichkeit wie- bergegeben, die es so schien es wenigstens - jahrelang aufgegeben hatte, um einen nicht zu ver­wirklichenden Ideal von Genf nachzulaufen.

Wir achten Baldwin. Wir ziehen vor dem mit den größten Ehren aus dem Dienst der Nation schci- denden Staatsmann respektvoll den Hut. Wir tun das, obwohl unter ihm, zumal seitdem Herrn Eden die britische Außenpolitik anoertraut ist, die deutsch- englischen Beziehungen nach einem hoffnungsvollen Ansatz sich in nicht gerade erfreulichen Bahnen ent­wickelt haben. Wir dürfen in Deutschland nicht ner« g essen, daß Baldwin schon vor dem Kriege unb dann während des Krieges auf verantwortlichem Posten stand. So hat auch er sich von den Rivali- tätsvorstellungen einer verflossenen Zeit nie aanj frei machen können. Bisweilen schien es, als habe er sich zu einer gerechteren Würdigung des er­starkten Deutschlands durchgerungen. Es fielen

Erhöhte Temperatur.

Von Christian Bock.

Erft ist es weiter nichts. Etwas Mangel an Appe­tit vielleicht, ab und zu irgendein komisches Gefühl ach was, man wird ja nicht gleich krank!

Aber dann am Abend, da rücken die Gegenstände im Schein der Lampe fo sonderbar weit weg, alles ist etwas wie gefilmt, nicht ganz wahr, und wenn deine nächsten Anverwandten zu dir sprechen, klingt es so hohl, aber das liegt nicht an den Anverwand­ten, das liegt an dir. Du hast wahrscheinlich etwas Fieber.

Dom Fieberthermometer zum Bett ist nur ein Schritt.

Vorsichtshalber kommt noch am Abend der Arzt Du lächelst ihm aus deinen Kissen entgegen. Du kennst ihn ja. Aber deine Nase scheint heute die Umwelt in dem Bezirk, der ihr zusteht, besonders empfindsam zu registrieren. Der Arzt bringt den Geruch seines Berufes mit. Du weißt von Kindes­beinen an, wie das riecht: etwas nach Karbol, mit einem Schuß Jodtinktur, ein wenig nach ein paar Tropfen Aether, und das Ganze ist wie mit frischer Luft verwischt.

Der Arzt beklopft dich und behorcht dich.Tief atmen!", sagt er und hat sich zwei Schläuche in die Ohren gesteckt. Er horcht. Dann nimmt er sie wie­der heraus und sagt (das sagt er selbstverständlich immer):Sie sollten übrigens auch nicht soviel rauchen!"Na", sagt er dann,mit der Erkältung ist es nicht schlimm. Etwas erhöhte Temperatur. Wenn Sie Glück haben, stehen Sie morgen schon wieder auf."

Dann schreibt er ein Rezept und empfiehlt sich mit Humor.

Du bleibst da in deinem Bett.

Du hörst draußen sein Auto abfahren. Du liegst und denkst sonderbare Gedanken, die man nie in aufrechter, nur in horizontaler Lage hat. Denn solche Gedanken gibt es.

Im Denken schläfst du ein.

Und da träumst du einen Traum. Der ganze Traum riecht nach Karbol.

Du liegst im Bett, träumst du. Der Arzt steht da­neben und verrührt in einem Glas Jodtinktur mit gestoßenem Thermometer. Staunend siehst du zu.

Du willst ihm schon sagen, Thermometer seien doch nicht zum Einnehmen und keine Medizin! Aber du wagst es nicht; deine Zunge will nicht und kann nicht.

Und wie du dann einmal am Arzt vorbeisiehst.

... seiner Größe und seiner politischen Bedeutung sieht, das er im Unterschied zu vielen aber auch als eine große politische Idee empfindet. Baldwin hat Downingstreet nicht verlassen, ohne diese Empire-Idee nochmals unterstrichen zu haben. Seine letzten Amtshandlungen find somit weniger die eines englischen Ministerpräsidenten gewesen als vielmehr die des ersten Staatsmannes im britischen Weltreich. Seine schwere Verantwortung wird jetzt auf die Schultern von Neville Chamberlain gelegt. Ein Mann, dessen Name in der englischen Geschichte der letzten Jahrzehnte eine große Rolle gespielt hat, übernimmt das Ruder des Weltreiches von einem Staatsmann, der den letzten Jahren britischer Geschichte seinen ureigenen Stempel auf­gedrückt hat. Die Jahre von 1931 bis zur Gegen­wart kann man, unter englischem Gesichtswinkel ge­sehen, ohne Uebertreibung als eine Äera Bald-

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