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sönliches Gut auf Erders seine vier Kinder sind, die er auch einmal, wenn sie in das dazu bestimmte Alter kommen, den Erziehungsfaktoren der Oeffent- lichkeit anvertrauen muß. Ich kann als solcher die Gefühle der um die Seele und den Körper ihrer Kinder betrogenen Eltern verstehen, deren kost­barstes Gut hier vertierten und skrupellosen Jugend­schändern ausgeliefert gewesen ist. Ich glaube auch im Namen von Millionen deutschen Eltern zu sprechen, die es nicht wünschen, und die nur mit Angst und Abscheu daran denken, daß ihre unschuldigen Kinder einmal von gewissenlosen Sektierern derartig seelisch und körperlich mißbraucht werden könnten.

Die katholische Kirche attackiert seit Jahren den nationalsozialistischen Staat und die national­sozialistische Bewegung mit h i r t e n b r i e f e n. in denen sie beweglich Klage über den angeb­lichen Sittenverfall unserer Zeit führt. Sie pro­testiert dabei gegen eine Jugender­ziehung, die frisch, unmuffig und unprüde ist, sie mißt die Länge der Badehosen spielender und turnender Knaben und Wädchen nach, um zentimeterweise den sittlichen Tiefstand unserer Zeit aufzuzeigen. Sie klagt über angebliche Wißstände in der Hitlerjugend. Welch eine Heuchelei angesichts der himmelschreienden sitt­lichen Verwilderung, die sich, wie die Prozesse es dartun, in den katholischen Klöstern und in weiten Kreisen des katholischen Klerus breitge­macht hat!

Der Angriff des Kardinals Mundelein gegen den nationalsozialistischen Staat kommt zwar aus dem Ausland; aber seine Inspiratoren sitzen, wie nachgewiesen werden kann, in Deutschland selbst. Sie gehören den Kreisen an, die durch die Gerichtsverfahren unmittelbar betroffen wer­den. Deshalb übernehme ich persönlich die Ver­teidigung der deutschen Rechtsprechung gegen diesen ebenso unverschämten wie lügenhaften Versuch, die kirchlichen Sexualoerbrecher reinzuwaschen.

Gegen die Verleumdung der deutschen Rechtspflege.

Um was handelt es sich? In Deutschland gibt es wie in allen Kulturstaaten Gesetze gegen widernatürliche Unzucht und Kinder- schändung. Diese Gesetze gelten selbstverständlich für alle. Auch für Priester! Ja, man sollte annehmen, daß gerade Priester diese Gesetze auf Grund ihres Berufes auf das strengste achteten und sie gegen Angriffe, kommen sie woher auch immer, verteidigten und in Schutz nähmen.

In Deutschland nun haben unzählige Geistliche und Ordensbrüder gegen diese Gesetze verstoßen. Kein Land der Welt' hatte diese Verstöße übersehen können und dürfen. Ueberall aber, wie auch in Deutschland, ist d i e Justiz verpflichtet, ge.gen Rechtsbrecher einzuschreiten und zwar ohne Ansehen der Person, des Ranges, des Standes und der Konfession.

Es wird nun hier und da die Meinung vertre­ten, man hätte diese Prozesse, wenn sie schon un­vermeidlich waren, unter vollkommenem Aus­schluß der Oeffentlichkeit vonstatten ge­hen lassen sollen. Dazu habe ich folgendes zu er­klären:

Schon lange vor dem letzten Angriff des Kar­dinalerzbischofs von Chikago haben in Deutsch­land und vor allem aber außerhalb Deutsch­lands viele und hohe Vertreter des Klerus be­hauptet, unzählige deutsche Priester würden aus religiösen Gründen in haft ge­halten. Diese fortgesetzte Verleumdung der deutschen I u st i z, die wider besseres Wissen erfolgte, hat uns endlich gezwungen, vor dem deutschen Volk und vor aller Wett die Gründe aufzuzeigen, aus denen diese Priester verhaftet wurden und die ungeheuer­liche Verlogenheit derer nachzuweisen, die da behaupten, es handele sich dabei um religiöse Wotive. Vicht Religion und nicht Po­litik sind hier im Spiet. Politische Wotive werden uns in diesem Zusammenhang nur von denen unterschoben, die diesen Serualsumpf nicht sehen und die Verdebnis nicht zugeben wollen, weil sie die Staatsautorität an sich ablehnen, selbst noch dann, wenn sie gegen die furchtbarsten Schäden sexueller Art einzuschreiten sich anichickt. Konnte denn der Staat überhaupt die Augen schließen vor dem schrecklichen sittlichen Verfall, der sich hier kundlut? Wer das wünscht, der müßte die Ge­setze ändern. Wan kann nicht widernatürliche Anzucht vor dem Gesetz mit Strafe belegen und dann Tausende von Geistlichen und Ordensbrü­dern troß ihrer Verbrechen straffrei lassen; sonst hört das Recht auf. Recht zu sein, und die Justiz wird zu einer parteiischen Institution im Dienste der Kirche.

Man mag hier vielleicht den Einwand erheben, wenn schon alle Klöster so im Kern verdorben sind und unter ihren Angehörigen die widernatürliche Unzucht gewissermaßen hordenweise getrieben wird, dann soll man sie doch unter sich lassen und sich nicht weiter um sie bekümmern. Aber auch das ist unmöglich. Denn einmal sind zahllose dieser Prie­ster und Ordensqeistlichen im Beichtstuhl- t i g und verderben durch ihre krankhafte Veran­lagung unzählige gesunde Menschen. Und ferner sind ihnen vor allem mehr oder weniger hilflose Wesen als Kranke ausgeliefert, die überhaupt nicht in der Lage sind, sich dieser Scheuß­lichkeiten zu erwehren Es handelt sich hier also nicht um Vergehen von pervers veranlagten Men­schen untereinander, sondern um die planmäßige sittliche Vernichtung Tausender von Kindern und Kranken.

Schließlich muß aber auch hier einmal festgehal­ten werden, wer denn überhaupt' ein Recht hat, öffentlich von Moral zu reden, und wer dieses Recht nicht besitzt. Es ist nicht damit ge­tan, in Hirtenbriefen hohe sittliche Grundsätze über die Moral des Volkes aufzustellen. Viel wichtiger ist es dagegen, zunächst einmal die himmel­schreienden Skandale zu beseitigen, die in den Reihen dieser Moralprediger selbst seit langem offenkundig geworden sind.

Wan wird mir vielleicht enlgegenhalten: So etwas kann auch wo anders vorkommen. Ge­wiß, es kommt auch wo anders vor, und dann greifen auch felbstverftändtich die Staatsanwalt­schaften ein und tun dem Recht Genüge. Da­für sind ja die Gesetze geschaffen. Wenn man mich nun fragt, warum die Verhandlungen in

solchen Fällen nicht öffentlich sind, so antworte ich: Weil es bisher noch keinem anderen Stand eingefallen ist, solche Schweinereien zu decken, und weil sich außerdem in keinem anderen Stand eine derartige herdenmäßige Unzucht breitgemacht hat wie in dem in Frage stehen­den. Es kann auch einmal ein Lehrer oder sagen wir ein Soldat deswegen belangt werden. Niemals aber wird der Lehrerbund oder wird die Armee den Verbrecher dann als Wärtyrer bezeichnen. Er wird vielmehr aus feiner Organisation ausgestohen, ja von ihr selbst zur Anzeige gebracht. Die Partei hat hier ein klares und deutliches Beispiel ge­geben. 1934 wurden über 60 Personen, die in der Partei gerade wie dies in den Klöstern und in der Geistlichkeit geschieht diese Laster zu züchten versuchten, kurzerhand erschossen. Darüber hinaus aber hat die Partei die Ration in aller Oeffentlichkeit über diese Vorgänge aufgeklärt. Sie hat ferner versichert, daß sie in jedem ihr bekanntwerdenden Fall nicht nur selbst zur Anzeige schreitet, sondern von den Gerichten die schärf sie Verurtei­lung solcher Sittenverbrecher fordert.

Was hat dagegen die K a t h o l i s ch e Kirche letan? Zunächst hat sie jahrelang von politischen Verfolgungen geredet, eingesperrte Geistliche als

Märtyrer glorifiziert, obwohl sie wußte, daß es sich dabei zu 95 v. H. um Sittlichkeitsver- bredjer handelte. In jedem Fall hat sie versucht, die Verbrecher zu beschützen, die Verbrechen selbst zu verwischen und die Schuldigen entweder in an­dere Pfarrstellen oder Klöster einzuweisen, oder, wenn es brenzlich wurde, sie ins Ausland zu bringen. Unzähligen dieser schamlosen Verderber unserer Jugend hat man über die Grenze geholfen, um sie dem Arm der Justiz zu entziehen. Andere hat man eine Zeit lang versteckt und sie dann an fremden Orten abermals auf die unschuldige Ju­gend losgelassen. Was sich hier abgespielt hat ich sage das in voller Kenntnis des empörend und haarsträubenden Prozeßmaterials, ist grauenhaft und kann dem Volke gar nicht im vollen Umfange mitgeteilt werden. Dieser Morast ist so abgrundtief, daß jedem Menschen, der die Möglichkeit hatte, auch nur einen dieser Prozesse in seinen Einzelheiten kennenzulernen, eine maßlose Wut und ein heiliger Zorn erfassen muß, vor allem auch gegenüber dem heuchlerischen Sittenrichtertum einer Institution, die selber die schamlosesten Exzesse duldet und unzählige junge Menschen dem Verderben ausgeliefert hat. Denn leider kann es heute keinem Zweifel mehr unterliegen, daß selbst die Tausende und aber Tau­sende Fälle, die zur Kenntnis der Justiz gekommen sind, nur einen Bruchteil des wahren U m f a n g es dieser sittlichen Verwilderung dar­stellen und nur ein Symptom bedeuten für den Gesamtzerfall.

Line Ieh!e Warnung an die Katholische Kirche.

Und ich glaube im Namen von ungezählten Mil­lionen zu sprechen, wenn ich hier die klare Forde-

Klosterschule Waldniel an 35 Schülern vergangen, ein anderes Subjekt an 96 Schülerinnen. Ein Pfar­rer in Baden brachte es fertig, dem seiner kirchlichen Autorität anvertrauten Mädchen einzureden, sie würde dem Herz-Iesu-Fest eine D^onOere Weihe geben, wenn es sich gerade zu dieser Zeit mit ihm einließe. Dutzendfach sind die Fälle, in denen sich diese vertierten Menschen an Schwerkranken Halbidioten und Krüppeln vergingen. Es ist von hier aus nur ein Schritt bis zu dem Ver­fahren eines Pfarrers, der nicht einmal ein tm Sterben liegendes Mädchen mit feiner Perversität verschonte. Der sadistische Sexualmord im Kloster Manage in Belgien und der Tod eines 13jährigen Jungen in einem rheinischen Kloster, der von seinen Erziehern im sexuellen Rausch zu Tode geprügelt wurde, sind die erschütternden Höhepunkte dieser endlosen Serie von scheußlichsten Verbrechen. Ich betone dabei ausdrücklich, daß ich mich in diesen lückenhaften Angaben nur a u f amtliches Prozeßmat er ial stütze, daß ich auch nur einen winzigen Bruchteil dieses Materials zur Kenntnis der Oeffentlichkeit bringen kann und will.

Es ist nun sehr unklug und zeugt für die voll­kommene Kopflosigkeit der davon betroffenen Kreise, wenn sie versuchen, auf dem Umweg über das nichtinformierteAusland Zweifel in die Berichterstattung über die Pro­zesse zu sehen oder gar die Unantastbarkeit der deutschen Justiz zu verdächtigen. Wir könn­ten, würde dieses Verfahren fortgesetzt, uns ge­zwungen sehen, zu eindringlicheren und stärkeren Witteln zu greifen, um nicht nur dem deutschen Volk, sondern darüber hinaus der Welt Kenntnis zu geben von Vor­gängen, die in dieser Art einzig dastehen. Wir würden in einem solchen Fall, wenn notwendig, an einige besonders prominente Kirchenfürsten eine Anzahl öffent­licher Fragen richten, über die im Pro­zeßsaal unter Eid nähere Auskunft zu geben sie dann Gelegenheit hätten. Unter keinen Umständen aber werden wir uns durch solche Wethoden einschüchtern lassen und etwa eine Säuberung nicht durchführen, die im Inter­esse der öffentlichen Woral und des Schuhes unserer Jugend notwendig ist. Die Kirche hätte Gelegenheit gehabt, diese selbst durchzuführen. Leider hatte sie dazu entweder keine Lust oder wollte und konnte sie aus bestimmten anderen

. Gründen nicht durchführen.

Das hier angeschnittene Problem ist sehr ernst und tieftraurig. Es bewegt das Herz eines joden deutschen Mannes und einer jeden deutschen Frau. Es bereitet mir wahrhaftig keine Freude, in solcher Ausführlichkeit darauf zu sprechen zu kommen. Aber wer Familienvater ist und Kinder besitzt, muß an­derseits mit tiefer Empörung feststellen, daß solche Dinge überhaupt möglich sind.

rung aufstelle, daß diesem öffentlichen Skandal ein ...

Ende bereitet wird. Die Betroffenen sollen sich ! Der Ekel steigt einem hoch, wenn man gezwungen nicht auf Gott berufen. Die Gnade Gottes ist nicht I ist, sich beruflich und amtlich mit diesen Unterlagen bei solchen Menschen. So tief kann niemand sinken, 'zu beschäftigen.

der nicht auch jede Beziehung zum allmächtigen Gott verloren hat.

Ich will nur einige wenige Beispiele anführen und auch da nur durch Andeutungen die Scheußlich­keiten kennzeichnen, die vor den deutschen Gerichten offenbar geworden find. I n den Sakristeien wurde nach der Beichte mit den minderjährigen jun­gen Menschen Unzucht getrieben; die verführten Opfer wurden für ihre Willfährigkeit gegenüber den unzüchtigen Wünschen der Sexualverbrecher m 11 Heiligenbildern belohnt, die geschände­ten Jugendlichen nach dem Unzuchtsakt b e t r e u - zigt und gesegnet. Kein Platz, der den Gläu­bigen heilig ist, blieb vor dem widerlichen Gebaren der Sexualoerbrecher im Priesterrock verschont. Hinter dem Altar tobten sie zwischen Beichte und Kommunion ihre widernatürlichen Gelüste aus; sie schämten sich nicht, ihre Beichtkinder m»t der Behauptung gefügig zu machen, daß solche Dinge, mit Priestern betrieben, nicht sündhaft seien. Eines dieser Scheusale hat sich als Lehrer der

Das sell'ame Verhallen der kirchlichen Behörden

Und nun frage ich das deutsche Volk: kann man hier noch von Golles Gnade reden oder hat von diesen verbrecherischen Elementen nicht der Teufel selbst Besitz ergrif­fen? Die Haltung der kirchlichen Obrigkeit diesen Greueln gegenüber ist vollends unverständlich. Ein Bischof entschuldigt vor Gericht sein Richt­einschreiten mit Güte. Das heißt also Güte gegenüber dem Verbrecher und sitt­liche Preisgabe von wehrlosen Kin­dern. Immer wieder aufs Reue sind diese Scheusale auf ihre Witmenschen losgelassen wor­den. Die bischöflichen Aufsichtsbehörden haben angeblich keine Wöglichkeit gehabt, da­gegen einzuschreiten. Aber selbst vor Gericht noch versuchen sie, alles zu vertuschen. Der Ge­neralvikar von Wain; verweigert, als es brenz­lich wird, die Aussage, bestreitet vorhandene Personalakten, die dann von der Staatspolizei trotzdem beschlagnahmt werden können. Der Bischof von Trier will sich an nichts mehr erinnern können und wird schließlich einet ob­jektiv falschen Aussage unter Eid überführt.

Dieser selbe hohe Klerus aber hat die Möglich­keit, gegen jeden Geistlichen vorzugehen, der auch nur zum heutigen Staat positiv Stellung nimmt. Daß beispielsweise ein Abt Schachleitner auch nur versucht hat, uns Nationalsozialisten zu ver­stehen und unserem Wirken Gerechtigkeit wider­fahren zu lassen, führte sofort zum Verbot der Abhaltung des Gottesdienstes und der Predigt. Die bischöflichen Behörden hätten, wenn sie nicht mehr tun konnten, wenigstens dafür sorgen müssen, daß die ihnen bekannten verbrecherischen Elemente nicht immer non Neuem in andere Pfarreien versetzt wurden. Muß es nicht jedem deutschen Mann die Zornesröte ins Gesicht treiben, wenn er sich vorstellt, daß deutsche Mädchen und Frauen ge­halten sind, zu solchen Sexualverbrechern in die Beichte zu gehen und ihnen über ihre heiligsten und intimsten Geheimnisse Auskunft zu geben. Die Tatsache, daß notorische Sittlichkeits­verbrecher dazu immer wieder aufs Neue in Erziehungsanstalten untergebracht wer­den, in denen sie ungehindert Jagd auf Jugendliche machen können, kann nur als eine himmel­schreiende Verantwortungslosigkeit bezeichnet werden. Wie heuchlerisch und unsinnig wird demgegenüber die von solchen Elementen er­hobene Androhung ewiger Höllenqualen gegenüber einer modernen Körperertüchtigung und Leibes­erziehung.

Ich möchte dieses Kapitel nicht schließen, ohne erneut in aller Eindringlichkeit eine scharfe

Warnung an jene Kreise zu richten, die es angeht. Wird die Wahrheit der Sittlichkeits- prozefse gegen katholische Geistliche noch einmal von einer in Betracht kommenden Stelle in Deutschland oder außerhalb des Reiches ange­zweifelt, so werden wir mit den wirksam- sten und praktischsten Witteln diese Zweifel zu zerstreuen suchen. Untersteht sich noch einmal eine dieser Stellen, Wihtrauen gegen die Unantastbarkeit und Sauberkeit der deut­schen Justiz zu säen, dann werden wir einige sehr hohe Personen des Klerus vor die Rotwendigkeil stellen, vor Gericht un­ter Eid Rede und Antwort zu stehen. Dann mag das deutsche Volk erkennen, warum die bischöflichen Aufsichtsbehörden versagt haben und wie wahr Ebristi Wort ist: Wan solle sich hüten vor denen, die im Schafs­pelz herumgehen, inwendig aber reißende Wölfe sind. Der göttliche Lehrmeister, vor dem auch wir uns in Ehrfurcht beugen, hat einmal schon die Wechsler und Händler mit der Peitsche aus dem Tempel getrieben. Welche Strafe würde er erst über diese Sittenverderber, Iln- holde und Wörher von Kinderseelen verhängen! Ich spreche zum Schluß dieses Kapitels im Ramen von Tausenden anständigen Geiftlicken, die, wie unzählige Briefe an mich beweisen, schmerzbewegten Herzens den tiefen Fall und Verfall der Kirche sehen, und ich gebe der Hoff­nung Ausdruck, daß gerade aus diesen Kreisen eine Regeneration eintritt, die so rechtzeitig erfolgt, daß es nicht zu spät itt.

Es ist kein freudiger Anlaß, von diesen Dingen zu sprechen. Aber das erfordert nun einmal d i e notwendige Sauberkeit unseres öf­fentlichen Lebens. In Deutschland, so er­klärte Dr. Goebbels unter geradezu tosendem Bei­fall, herrscht nicht das Gesetz des Vatikans, sondern das Gesetz des deutschen Volkes, vor dem sich jeder Deutsche zu beugen hat! Ich hoffe, daß nun auch dem letzten Zweifler in unserem Volk die Augen aufgegangen sind. Wie dankbar können wir dem Führer sein, daß er diese Pest ausrottet, und daß er als der berufene Beschützer der deut­schen Jugend mit eiserner Strenge gegen die Ver­derber und Vergifter unserer Volksseele vorgeht!

Am Schluß seiner Darlegungen betonte Dr. Goeb­bels, daß es in Deutschland kein Problem gebe, das nicht vor dem ganzen Volke in aller Offenheit erörtert werden könnte. Im Inne­ren ist alles klar ausgerichtet. Unser Volk geht fried­lich seiner Arbeit nach in gläubigem Vertrauen auf

seine Führung. Wie trostlos sieht es dagegen in anderen Ländern aus! Konflikte über Kon- flifte. In Moskau schürt die kommunistische In­ternationale gegen den Bestand und die Kultur der Nationen. Dort sitzt in der Gestalt des Juden der Weltfeind, der durch seine Umtriebe die ganze Welt zu unterwühlen sucht. Deutschland aber hat dagegen einen uneinnehmbaren Wall aufgebaut. Wir haben aber anderseits den sehnlich­sten Wunsch, Freundschaft mit England zu schließen und zu einem Ausgleich mit Frankreich zu kommen.

Ich glaube, es gibt heute in Europa kein Volk, das glücklicher ist als das deutsche. Der Führer hat uns zu Bürgern einer großen freien Nation gemacht. Es ist unsere Pflicht, eifersüch­tig über die Einheit d e r Nation zu wachen. Die Partei ist und bleibt der eherne Wächter unserer inneren Einheit, sie bleibt d i e Lehr- meisterin der Nation, die treue Garde des Führers. Das Werk des Führers ist heute schon historisch geworden. Glücklich ein Volk, das einen solchen Mann besitzt. (Wiederholter stürmischer und anhaltender Beifall.) Glücklich aber auch ein Mann, der ein solches Volk regiert. Unter immer aufbrausendem Beifall schloß Dr. Goebbels seine Rede: Im Dienste der Nation wollen wir uns verzehren. Noch stehen wir mitten in unserer Ausgabe, aber aus der Ferne locken schon die neuen Aufgaben: Die Freiheit der Deutschen, das ist unser tägliches Gebet. Mit diesem Gebet wollen wir morgens aufstehen und abends ein­schlafen, mit diesem Gebet werden wir auch einst in unserer letzten Stunde unsere Augen für immer schließen!

©er Zinsfuß der Auslandsschulden.

Berlin, 28. Mai. (DNB.) Infolge der Devisen- bewirtschaftung, zu der Deutschland durch die un­gesunden Verhältnisse in der Weltwirtschaft gezwun­gen worden ist, können sich die deutschen Schuldner von Ausländsanleihen und Auslandskredit en von einer fälligen Schuld vielfach deswegen nicht befreien, weil bi e U e b er­weis u n g des Schuldbetrages in das Ausland aus devisenwirtschaftlichen Gründen nicht zuge« lassen werden kann. In zahlreichen Fällen haben die ausländischen Gläubiger sich bereitgefunden, das Schuldverhältnis zu verlängern ober an Stelle von Devisen {mb freier Reichsmark alle Zahlungen auf Sperrkonto anzunehmen. Dem stehen iedoch Fälle gegenüber, in benen die ausländischen Gläubiger bisher jedes Entgegenkommen ab gelehnt haben. Dadurch wurde für den deut­schen Schuldner eine Lage geschaffen, die auf die Dauer unerträglich war. Denn die deutschen Aus­landsschulden sind vielfach in einer Höhe z u verzinsen, die den heute in Deutschland üblichen Zins bei weitem übersteigt und im übrigen auch wesentlich über dem Satz liegt, den der Gläubiger bei einer Kapitalanlage in seinem eigenen Lande jemals erhalten konnte. Durch Gesetz wird deshalb bestimmt, daß bei den Aus­landsschulden die Pflicht des Schuldners zur Zah­lung des Vertragszinses mit dem Eintritt der Fälligkeit wegfällt. Der ausländische Gläubiger kann einmal verlangen, daß der Schuld­ner den fälligen Betrag in Mark auf ein Sperr­konto einzahlt oder er kann erklären, daß er die fällige Forderung bei dem Schuldner stehen las- s e n wolle. In diesem Falle ist die Forderung vom Eintritt der Fälligkeit an mit h ö ch st e n s 4 v. H. z u verzinsen. Daneben steht es dem Gläu­biger frei, mit dem Schuldner eine Stundungs­vereinbarung zu treffen. Hierbei wird aber durch die Vorschrift des Devisenrechts dafür Sorge getragen, daß sich der Zinssatz für die prolongierte Forderung in angemessenen Grenzen hält. DeutMndverM'ndiaunasberett

Reichsminister Dr. Schacht

vor dem Comite France-Allemagne.

Paris, 29. Mai. (DNB.) Das Comite France- Allemagne veranstaltete ein Essen, an dem u. a. der französische Botschafter in Berlin Francois Poncet, der deutsche Botschafter in Paris Graf Welcek, der Landesgruppenleiter Frankreich der NSDAP. Schleier, der Präsident des Emp­fangsausschusses für die Internationale Ausstellung Graf de Castellane und französische Abge­ordnete und Politiker teilnahmen.

Der kriegsblinde Präsident des Comitä France- Allemagne Scapini führte u. a. aus: Das Comite France-Allemagne ist eines der aktivsten Elemente des Zusammenwirkens der wichtigsten Frontkämpferverbände, der Union Na­tionale und der Union Föderale, die zwei Millio­nen Männer vereinigen. Wir alle sind überzeugt, daß der Krieg die größte Katastrophe fein würde, in der Europa untergehen müßte. Aus dem Krieg von 1914 ergibt sich die menschliche und gebieterische Notwendigkeit, unsere Beziehungen mit den Gegnern von gestern zu klären. Scapini gab ferner der Ueberzeugung Ausdruck, daß die paradoxe Wirtschafts­lage Europas die Grundlage all dessen sei, was als Spannung der Beziehungen zwischen den einzelnen europäischen Völkern bezeichnet werde. Das fehlende Gleichgewicht Europas laste schwer auf den Beziehungen von Volk zu Volk und besonders auf den deutsch-französischen Beziehungen. Die seit dem Krieg verflossenen Jahre zeigten die Brüchigkeit diplomatischer Konstruk- t i o n e n in dem Augenblick, wo sie nicht auf einer gesunden wirtschaftlichen Auffassung ruhten. Des­wegen habe sich das Comite France-Allemagne veranlaßt gesehen, seine Hauptbemühungen auf das Studium der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu richten.

Graf Fernando B r i n o n , Vizepräsident des Comitd France-Allemagne, gedachte der herzlichen und freimütigen Fühlungnahmen zwischen Deutschen und Franzosen, die den Wunsch haben, sich zu ver­stehen. So sehr man auch an der Meinungsfreiheit hänge, wolle man doch freiwillig das Opfer auf sich nehmen, nicht alles und jedes zu drucken und zu verbreiten. Der Führer und Reichskanzler habe wiederholt gefordert, daß die moralische Atmo­sphäre der Völker geschützt werden müsse. An der Lösung dieser Aufgabe wollen wir mitwirken. Graf Fernando Brinon trank darauf daß Wahr­heit in den deutsch - französischen Beziehungen herrschen möge.

Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht betonte die Wichtigkeit der personlchen Fühlungnahme. Die deutsche Beteiligung an der Ausstellung und ihr günstiger Widerhall wären vergeblich, wenn ihr nicht eine bessere Verständigung 3®if®jn Deutschland und Frankreich folgen würde. Der Mi­nister wandte sich- gegen die in einem Teil der