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gäbe, daß diese die deutsche Sprache nur ungenügend beherrsche und das Sprach- empsinden der Schüler verletze.' Die Lehrerin erhob daraufhin Beleidigungsklage gegen Dr. Ulitz. In den vielen Verhandlungen, die in der An­gelegenheit im Laufe der zwei Jahre stattgefunden haben, konnte immer wieder festgestellt werden, daß die Klägerin die deutsche Sprache tatsächlich nur ungenügend beherrscht. Obwohl sie im Laufe Der Zeit Gelegenheit hatte, ihre deutschen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen, hat erst die vor wenigen Wochen stattgefundene vorletzte Ver­handlung erneut den Beweis erbracht, daß ihre deutschen Sprachkenntnisse nur mangelhaft sind. Trotzdem kam das Kattowitzer Gericht zu dem oben angeführten Urteilsspruch. In der Urteilsbegrün­dung wurde ausgeführt, daß ein ausreichender Be­weis für die in der Beschwerde des Volksbundes

erhobenen Behauptungen nicht erbracht worden sei. Gegen das Urteil ist Einspruch erhoben worden.

Der Große Duden in Prag staatsgefährlich.

Prag, 28. April. (DNB.) Von der Prager Staatsanwaltschaft wurde das bekannte deutsche RechtschreibungswerkDer große Duden", be­schlagnahmt. Das Buch wurde seit Jahren in die Tschechoslowakei eingeführt und hier verkauft, bis vor wenigen Wochen fünf Exemplare des Wer­kes zurückgehaltcn wurden. Der Grund für die Be­schlagnahme dürste die AngabeSu.deten- deutschland" sein, bei der die Zusatzbemerkung früher Deutsch-Böhmen" steht. DieRei­chenberger Zeitung", die die Meldung brachte, ver­fiel ebenfalls der Beschlagnahme.

Durango von nationalen Truppen erobert

Bolschewistische Brandkommandos legten die baskische Stadt Eibar in Trümmer.

Salamanca, 29. April. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch meldet, daß an der Front von Vizcaya die nationalen Trup­pen eine Reihe kleinerer Orte und nach heftigem Kampfe auch die Stadt Durango in ihren Be­sitz gebracht haben, die von den Bolschewisten als Hauptverteidigungsstellung vorBil- b a o ausersehen war. Hunderte von Toten und Ge­fangenen sowie zahlreiches Kriegsmaterial fielen in die Hand der nationalen Truppen. Als die nationa­len Truppen sich noch 15 Kilometer von Guer - nica entfernt befanden, haben die Bolsche­wisten die Stadt in Brand ge st eckt, und die Schuld den nationalen Fliegern zugeschoben, die grundsätzlich nur militärische Ziele und die Waffen- sabriken in der Etappe bekämpfen und die anderer­seits über ©uernica nicht operieren konnten, weil das Wetter es, nicht erlaubte.

Ein Beweis für die planmäßige Zerftörungs- taktik der spanischen Bolschewisten ist das baskische Städtchen E i b a r, das vor wenigen Tagen durch die nationalen Truppen eingenommen wurde. Als die Bolschewisten die südlichen Hänge der baskischen Berge verloren hatten, und keine Möglichkeit mehr sahen, Eibar zu halten, flüchteten sie unter Zu­rücklassung von Brandko m m andos, die die ganze Nacht hindurch ihrer sinnlosen Ver­nichtungsgier ungehemmten Lauf ließen. Sie be­nutzten vor allem Dynamit. Wo dies nicht aus­reichte, wurde Benzin zu Hilfe genommen, um die Zerstörung zu vollenden. Selbstverständlich schonte

man weder Kirchen noch Krankenhäuser. Man ließ die katholisch-separatistische Bündnismaske fallen und bewies, wie feindlich und wesensfremd der Bolschewismus auch dem wirklichen Arbeiter- tum gegenübersteht, denn gerade die Arbei­terviertel waren es, die von der Zerstörungs­wut dieser Brandkommandos am härtesten mit­genommen wurden. Die Stadtmitte ist eine ein­zige Trümmer st ätte, di» zahlreichen kleinen Stahlwarenwerkstätten, die Eibar seinen Weltruf verschafft haben, sind in Schutthaufen ver­wandelt. Das Feuer hat fast kein Gebäude unver­sehrt gelassen. Allein die Andreaskirche ist unversehrt geblieben, weil der in der Sakristei angelegte Brand durch die dicken Steinblöcke des Mauerwerks auf­gehalten worden ist.

Die Bolschewisten haben bei ihrem Abzug alle Einwohner, die sich nicht von ihrem Heim trennen wollten, mit der Waffe in der Hand gezwungen, mit über die Berge nach Bil- b a o zu flüchten. So find von den 15 000 Bewoh­nern kaum 500 in der Stadt geblieben. Viele haben unter Lebensgefahr das Eintreffen der nationalen Truppen abgewartet, andere waren in die Berge geflüchtet und hatten sich versteckt, bis sie unter den Schutz der Nationalen zurückkehren konnten. Die meisten stehen jetzt ohne Hab und Gut vor ihren ausgebrannten Häusern. Selbverständlich hat das nationale Oberkommando sofort die nötigen Hilfsmaßnahmen getroffen.

Belgien und seine Nachbarn.

London, 28. April. (DNB.) Außenminister Eden erklärte im Unterhaus über die Entlassung Belgiens aus den Locarnooerpflichtungen, der Meinungsaustausch zwischen den Unterzeichner­staaten des Locarnovertrages hinsichtlich der Aus­handlung eines neuen Westpaktes, habe gezeigt, daß Belgien in irgendeinem neuen Vertrag keine Garantie für einen der anderen Staa - t e n zu geben wünsche. Die anderen an den Ver­handlungen beteiligten Regierungen seien ebenfalls bereit, dem zuzustimmen, daß Belgien keine Ga­rantie gegenüber den anderen Staaten unter dem Vertrage übernehmen solle. Angesichts der bei der Aushandlung eines neuen Vertrages eingetretenen Verzögerung sei beschlossen worden, den Wünschen Belgiens entgegenzukommen. In der Note werde ausdrücklich feftaeftellt, daß weder die Verpflichtun­gen Englands ober Frankreichs gegenüber Belgien, noch die bestehenden Vereinbarungen zwischen Eng­land und Frankreich berührt werden. Es handele sich um eine Vereinbarung zwischen England, Bel­gien und Frankreich, die nur diese drei R e - gierungen betreffe. Die anderen Regierungen seien von den Vorgängen unterrichtet worden. Die Völkerbundsverpflichtungen Belgiens würden durch die englisch-französische Note in keiner Weise berührt. General st absbesprechun- g e n zwischen England, Belgien und Frankreich würden gegenwärtig nicht ins Auge gefaßt.

DieTime s" schreibt, daß der Auftakt zu einer allgemeinen politischen und wirtschaftlichen

Befriedung die Aushandlung von Nichtan­griffspakten zwischen Belgien und jedem seiner großen Nachbarn sein könnte, durch die Belgien gegen einen Angriff vom Osten oder Westen Garantien erhielte, verbunden mit den notwendigen Unterstützungsverpflichtungen. Aber es müsse eine Interpretation der belgischen Verpflichtungen aus der Völkerbundssatzung gesun­den werden, die für alle beteiligten Mächte an­nehmbar wäre. Gerade die kleinen Länder hätten ein besonderes Interesse daran, den Völkerbund zu stärken, der dafür da sei, Differenzen beizuleaen. Sie müßten wünschen, ihn noch wirksamer zu^He- stalten. Die Satzung des Völkerbundes aber sei revisionsbedürftig. Ihre allgemeinen Bin­dungen feien unter Bedingungen ausgenommen worden, die sich radikal geändert hätten. England habe schon klar gestellt, daß es jeden Angriff auf Frankreich ober Belgien mit aller Macht zurück­schlagen werde. Es könne aber nicht eine gleich große Verantwortung in jedem Teil der Welt übernehmen. Aehnliche Ueberlegungen träfen auch für andere Länder zu.

DieTimes" betont, daß in den wirtschaftlichen wie in den politischen Verhandlungen keine so­fortigen Aktionen zu erwarten feien. End­gültige Schritte seien kaum vor van Zeelands Besuch b-e i Roosevelt im Juni zu erwarten. Wichtig sei aber, daß wenigstens ein ernster Ver­such gemacht würde, die politischen und wirtschaft­lichen Spannungen zu mildern, die soviel Be­sorgnisse hervorgerufen hätten.

Kleine politische Nachrichten.

Vor vier Jahren wurde der SA.-Gruppenführer von Tschammer und Osten auf Vorschlag des Reichsministers des Innern Dr. Frick vom Füh­rer und Reichskanzler zum Reichssportkom­missar ernannt. Aus diesem Anlaß richtete der Reichs- und preußische Minister des Innern an den Reichssportführer ein Schreiben, in dem es zum Schluß heißt: Ich nehme die Tatsache Ihres vier­jährigen Wirkens zum Anlaß, Ihnen und durch Sie Ihren Mitarbeitern meinen herzlichsten Dank und meine volle Anerkennung für Ihr bisheriges so erfolgreiches Wirken auszu­sprechen. und Sie auch für die Zukunft meiner rück­haltlosen Unterstützung zu versichern.

Der Regierungspräsident in Düsseldorf hat den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf, Dill- gardt, mit der einstweiligen Verwaltung der Ge­schäfte des Oberbürgermeisters der Stadt Essen und den Kreisleiter Freytag in Essen mit der einstweiligen Verwaltung der Geschäfte des Ober­bürgermeisters der Stadt Duisburg beauftragt. Gleichzeitig scheidet der bisherige Oberbürgermeister der Stadt Essen, Dr. Reismann-Grone, auf eigenen Antrag wegen hohen Lebensalters aus dem Dienst der Stadt Esten. Für fein erfolgreiches Wir­ken ist ihm die wärmste Anerkennung der Aufsichts­behörde übermittelt worden.

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Zur Pflege von Lehre und Forschung auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungs­wesens und des Städtebaues wurde an der Universität Berlin ein Institut für Woh­nungs- und Siedlungswefen errichtet. Zum Leiter ist der Ministerialrat Dr. Georg Heilmann be­stellt worden.

Der norwegische Verteidigungsaus­schuß hat beschlossen, für die Reorganisation der norwegischen Wehrmacht 21 Millionen Kronen (etwa 12,8 Millionen Mark) zur Verfügung zu stellen, die auf drei Jahre verteilt durch eine außer­ordentliche Vermögenssteuer und eine Zusatzsteuer auf die größeren Einkommen aufgebracht werden sollen. Diesem Beschluß stimmten die Arbeiterpartei, die Bauern und die Linke zu. Die Rechte hatte 90 Millionen für den Ausbau der Wehrmacht gefordert.

Die skandinavischen Außenminister hatten auf ihrer Tagung in Helsinki beschlossen, gegen d i e Aufbringung von Handels­schiffen in spanischen Gewässern zu protestieren. Entsprechend diesem Beschluß hat nun­mehr die schwedische Regierung durch Vermittlung ihrer Gesandtschaft in Lissabon dem dortigen Ver­treter der spanischen- Nationalregierung eine P ro­te st n o t e überreichen lassen.

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Der in London eingetroffene französische Lu f t- fahrtminister Cot teilte einem Pressevertreter mit, daß Frankreich gegenwärtig 1000 Frontflugzeuge f ü r d i e Heimatver­teidigung besitze. Die Regierung beabsichtige, diese Zahl innerhcckb der nächsten drei Jahre a u f 15 0 0 z u erhöhen. Diese Ziffer umfasse natür­lich nicht die französischen Kolonialstreitkräfte.

Wetterbericht

des Relchswetterdiensles. Ausgobeort Frankfurt.

Nachdem es am Mittwoch im Bereich der einge- drungenen Meeresluft noch zu einzelnen, teilweise gewittrigen Schauern gekommen war, setzte sich in zunehmendem Maße Hochdruckeinfluß durch. Kräf­tige Ausstrahlung ließ dabei in der vergangenen Nacht die Temperaturen stärker absinken, doch kam es nur in ungünstigenSagen bis zu leichtem Frost. Durch den Aufbau eines Hochdruckrückens, der sich zur §eit von England nach Finnland erstreckt, sind wir vorerst vor einem stärkeren Eingreifen von Tiefdruckstörungen geschützt, so daß nennenswerte Niederschläge unwahrscheinlich sind.

Aussichten für Freitag: Morgens viel­fach dunstig, sonst wolkig bis heiter, trocken, Mit­tagstemperaturen um etwa 15 Grad, überwiegend nördliche bis östliche Winde.

Aussichten für Samstag: Fortdauer der im wesentlichen trockenen und vielfach heiteren Wit­terung.

Lufttemperaturen am 28. April: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 7,4 Grad; am 29. April: morgens 4,9 Grad. Maximum 12,7 Grad, Minimum heute nacht 1,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. April: abends 10,8 Grad; am 29. April: mor­gens 6 Grad Celsius. Niederschläge 3 mm. Sonnenscheindauer 6,3 Stunden.

Das Endziel der doppelten Fermentation ist die Steigerung einer Tabak - Qualität durch naturgegebene Klärungs- prozesse.