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Oberhessen.

Aus der Heimat Heinrich Neebs.

Vorbereitungen der SängervereinigungCacilia in Lich zu ihrer 100-)ahrfeier.

Lich, 28. Jan. Zu den ältesten Mannerge­sangvereinen des Rhein-Maingebietes zählt die SängervereinigungCacilia" in Lich. Der sehr leistungsfähige Verein, der das Glück hatte, allezeit von ausgezeichneten Chormeistern geführt zu werden, wurde im Jahre 1838 gegrün­det. Er hat, wie wir schon kurz berichtet haben, in seiner jetzt stattgefundenen Hauptversammlung beschlossen, im nächsten Jahre das 100jährige B e st e h e n durch eine Feier in größerem Rahmen zu begehen.

Ein Vorläufer des MännergesangvereinsCa­cilia" ist der etwa zehn Jahre zuvor ins Leben ge­rufeneSin ave re in" in Lich gewesen. Sein Gründer und Leiter war der junge Komponist Hein­rich R e e b (1805 in Lich geboren), der später im Musikleben in Frankfurt a. M. (Reebscher Män­nerchor) und in der deutschen Sängerbewegung hervorgetreten ist. In Neebs Nachlaß befinden sich noch die eigenhändig von ihm geschriebenenGesetze für den Singverein" in Lich, die hohe Anforderun­gen an die Chordiszplin stellten. Mit seiner Vater­stadt Lich und derCäcilia" verbanden Heinrich Neeb Zeit seines Lebens enge Freundschaftsbande. Oft weilte Neeb von Frankfurt a. M. aus in Lich bei festlichen Veranstaltungen, so 1863 beim dritten La^ntal-Sängerbundesfest, wo er das Amt des Festdirigenten übernommen hatte. Die Frankfurter Liedertafel" hat am 17. Januar 1911 eine Ge­denktafel an Neebs Geburtshaus in Lich geweiht.

Landkreis Gießen.

SO Klein-Linden, 28. Jan. Frl. Lanz von der Wirtschaftberatungsstelle Gießen der Lan­desbauernschaft Hessen-Nassau hielt am Mittwoch­abend im Schulhaus einen Vortrag über neuzeitliche bäuerliche Geflügelhaltung. Die Redne­rin sprach zunächst über die Aufgaben der Geflügel­halter im Vierjahresplan, dann über die wichtig­sten Fragen der Geflügelzucht, z. B. über die an- crrannten fünf Wirtschaftsrassen, die wichtigsten Krankheiten des Geflügels und ihre Bekämpfung, Stallbau, Fütterung u. dgl. Sie ergänzte ihre Aus­führungen durch eine große Anzahl Lichtbilder. In einer Aussprache wurde noch manche angeschnittene Frage eingehend besprochen. Ortsbauernführer Heinrich Bechtold sprach der Rednerin den Dank der Versammlung aus und ermahnte die Besucher des Vortrags, ihr Teil zum Gelingen des Vier­jahresplanes beizutragen.

Großen-Linden, 28. Jan. Die Mitglieder des hiesigen Schweineversicherungsver­

eins hielten ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Dereinsführer Lang erstattete den Jahresbericht. Obwohl der Reservefonds gegenüber dem vorigen Jahr durch größere Entschädigungen um 50 v. H. gesunken, ist der Abschluß der Rechnung noch be­friedigend. Der Rechner L. Mehl gab noch einige Erläuterungen zu der Rechnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die neuen Satzungen wur­den genehmigt. Der Verein hatte zu Beginn des Vorjahres 190 Mitglieder, im Geschäftsjahr 1936 ist diese Zahl auf 208 gestiegen. Nachdem noch einige Fragen besprochen waren, wurde die Versammlung geschlossen.

* Großen-Linden, 28. Jan. Heute ereig­nete sich in unserer Stadt em Unglücksfall, der leicht schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. Kinder vergnügten sich beim Rodeln in einem engen Gäßchen, das auf die Hauptverkehrsstraße mündet. Zwei achtjährige Knaben beachteten dabei das Herannahen eines Personenkraftwagens nicht und gerieten in die Gefahr, unter die Räder zu kommen. Der Führer des Wagens erkannte aber die Lage und bremste so heftig, daß sich der Wagen überschlug und gegen die Mauer der Zigarren- fabrik Formhals prallte. Der Wagen wurde schwer beschädigt. Personen kamen glücklicher­weise nicht zu Schaden. Der Vorfall sollte allen El­tern eine Warnung dafür fein, ihre Kinder nicht an derart gefährlichen Stellen rodeln zu lassen.

wg. Großen-Buseck, 28. Jan. Gestern abend fand im Rathaussaal auf dem Anger eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt. Bürgermeister Rebholz hielt eine Ansprache, indem er zunächst Fragen des Gemeindewohles erörterte, über die Zusammenarbeit von Gemeindevertretung und Ge­meinde sprach und dann einen Rechenschaftsbericht über seine eigene Tätigkeit in der Zeit der ver­gangenen zweieinhalb Jahre sprach. Bei seinem Amtsantritt habe die Gemeinde Schulden in Höhe von 25 800 Mark und Rückstände in Höhe von 18 000 Mark zu verzeichnen gehabt. Der Fehlbe­trag habe also rund 44 000 Mark betragen. Dieser Fehlbetrag belaufe sich heute nur noch auf 6300 Mark, trotzdem große Leistungen vollbracht worden seien. Erinnert sei nur an die Arbeiten im Kana- lisations- und Wasserleitungsbau, an den Bau des Schwimmbades, an Straßenbau und an die Ver­schönerungsanlagen im Orte. Durch den Hauptgeld­ausgleich bei der Feldbereinigung feien der Ge­meinde allerdings wieder neue Kosten entstanden, und zwar in Höhe von 21 600 Mark, so daß die Verpflichtungen der Gemeinde jetzt den Betrag von 27 900 Mark ausmachen. Für die Feldbereinigung seien insgesamt 21 000 Tagewerke genehmigt wor­den, und wenn auch der Staat hierzu eine erheb­liche Förderung übernommen habe, so habe doch

auch die Gemeinde noch große Aufwände machen müssen. Im Verlaufe der Gemeinderatssitzung be­schäftigte man sich dann mit der Vergnügungs­steuer, die bei jeder Veranstaltung mit Tanz er­hoben werde. Der Antrag eines Einwohners auf Ersatz von Wiesengelände wurde zurückdestellt. Dem Uhrmacher Seipp wurde die fachmännische Be­dienung der Kirchturmuhr übertragen. Ferner wurde beschlossen, die Kanalerweiterung in der Bismarckstraße und in der Alten-Busecker Straße (im Hinblick auf die Uebernahme der Provinzial­straßen auf das Reich und die zu erwartenden In­standsetzungen) zu beschleunigen und die Arbeiten bald in Angriff zu nehmen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 16 000 Mark. Die Kosten der Hausanschlüsse betragen 8000 Mark, die aber von den Anliegern aufgebracht werden müssen. Im wei­teren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, die Verlängerung der Wilhelmstraße auszubauen. Im Hinblick auf die Fertigstellung des Kinderheimes und des Heimes der HI. forderte der Bürgermeister zu weiterer uneigennütziger Mitarbeit auf.

Lollar, 29. Jan. Am morgigen Samstag können die Eheleute Wilhelm Zecher und Frau Helene, geb. Fuchs, das Fest ihrer Silbernen Hochzeit begehen.

Staufenberg, 29. Jan. Der hiesige Werk­meister Heber er kann am 1. Februar auf eine 3 0jährige Tätigkeit als Meister in der Zi­garrenbranche zurückblicken. Sieben Jahre lang lei­tete er den Filialbetrieb einer Marburger Firma in Lollar, im Jahre 1914 übernahm er die Leitung des Filialbetriebes der Firma Rinn & Cloos (Heuchel­heim) in unserem Orte. Der Betrieb zählte damals 40 Gefolgfchaftsmitglieder. Durch den Fleiß und das Interesse des Meisters an der Sache wuchs der Be­trieb, und im Jahre 1927 wurden die Räume um etwa die Hälfte vergrößert. Die durchschnittliche Ar­beiterzahl betrug in der Folge 120 bis 140 Perso­nen. Der Jubilar hat sich um die Gemeinde Stau­fenberg und um die Arbeiterschaft des Betriebes große Verdienste erworben.

§ Saasen, 28. Jan. Trotz der Wintermonate sind hier alle Volksgenossen in Arbeit und Brot. Während viele Arbeiter ihrem Berus in Gießen nachgehen, sind andere mit Holzfäller­arbeiten in den staatlichen Waldungen beschäftigt. Durch den Bau der Reichsautobahn, die auch durch Waldgebiete der Försterei Saasen geht, ist weiter­hin für Arbeit gesorgt. Die Rodungsarbeiten an der Reichsautobahn schreiten rüstig vorwärts.

ch Queckborn, 28. Jan. Am Mittwoch fand hier eine Besprechung über die im Jahre 1935 hier durchgeführte Bodenschätzung statt. Der Vor­sitzende der Bodenschätzungskommission des Finanz­amts Grünberg, Herr Brückmann, sprach über die Bedeutung und Ziele der Bodenschätzung und zeigte an Hand von Erdproben, wie die Bewertung des Bodens durchgeführt wird. Anschließend wurden von Herrn Brückmann und dem ehrenamtlichen

Bodenschätzer, Ortsbauernführer Allert, die Kar­ten erläutert, so daß sich jeder Grundstückseigentümer von der Bewertung der Grundstücke überzeugen kann.

4 Lauter, 28. Jan. Am 30. Januar feiert in voller körperlicher und geistiger Frische Heinrich Feldmann seinen 86. Geburtstag. Ihr 80. Wie­genfest kann am 1. Febr. Anna Katharina Pfef- f e r feiern. Am 2. Februar vollendet Karl Rinker sein 81. Lebensjahr. . .

oo Langsdorf, 28. Jan. Die zweite heurige Holzversteigerung in unserem Gemeinde­wald war von auswärtigen Kaufliebhabern gut be­schickt. Denn da die Gemeinde seit vorigem Herbst eine neue Zufahrtsstraße zum Wald hat bauen lassen, bietet sich gute Transportmöglichkeit des Holzes. Es wurden auch viele Käufer angelockt durch die große Menge hochwertigen Buchenholzes, das zum Angebot gelangte. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: In Buchenholz, Scheiter je 2 Raummeter 19 Mark, 2. Klasse 2 Raummeter 14 Mark; Knüppel je 2 Raummeter 10 Mark; Stockholz je 1 Raummeter 3,50 Mark; Reifer je 1 Raummeter 0,80 Mark. Eichenholz: Scheiter je 2 Raummeter 8 bis 10 Mark; Knüppel je 1 Raum­meter 2 Mark; Stammholz je 1 Festmeter bis zu 30 Mark.

Kreis Friedberg.

* Münzenberg, 28. Jan. In unserem Dorfe \ ereignete sich ein Unfall. Die Frau des Kaufmanns ; Wilhelm Becker glitt, als sie den Balkon betrat, ' um unten nach der Haustür zu sehen, aus und stürzte über das niedrige Geländer des Balkons vier Metertiefin denHof. Die bedauernswerte Frau erlitt erhebliche Verletzun­gen an den Knien und im G e sicht und mußte sofort ärztliche Behandlung in Anspruch ! nehmen.

Kreis Scholten.

Laubach, 28. Jan. Im vergangenen Jahre trat das Schwarzwild in der hiesigen Um­gebung stark auf, ohne daß ein erfolgreiches Jagen auf die Wildsauen möglich war. Bei dem langersehn­ten Schnee konnten nunmehr im Laufe der letzten Tage in den gräflichen Waldungen mehrfach Trei­ben durchgeführt werden, wobei bis jetzt insgesamt sechs Schwarzkittel zur Strecke gebracht wurden.

Verbrechen geqen das Bwlschutzge'eh.

LPD. Frankfurt a. M., 28. Jan. Vor der Großen Strafkammer wurde gegen den 33jährigen Juden Hermann Hirsch verhandelt. Hirsch, der verheiratet ist, wurde fortgesetzter außerehelicher Verkehr mit einer 27jährigen ledigen Staatsange­hörigen deutschen Blutes vorgeworfen, die der Be­günstigung mitangeklagt war. Hirsch wurde zu zwei Jahren Zuchthaus, die Mitangeklagte wegen Begünstigung zu neun Monaten G e - f ä n g ni s verurteilt.

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Voile, franz.. Bedeutung: Schlei­er, dünnes Gewebe aus Baum­wolle, Wolle. Seide und Kunst­seide. das man zu Kleidern. Blu­sen und Garnituren verwendet. Seiden- und Kunstseidenooile läßt man reinigen oder wäscht selbst in Waschbenzin. Woü- und Vaumwollvoile kann man evtl, in lauwarmem Seifenwasser wa­schen. Man stärkt Voile mit ver­dünnter Starke aus Kartoffel­mehl.

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Volkmar, männl. Vorname qer- man. Herkunft mit der Bedeu­tungder berühmte Krieger".

Volkskunst, meist nach alten Mu­stern gefertigte Schnitzereien, Töpferarbeiten. Stickereien und sonstige Handarbeiten, die stch durch unoerkünstelte Darstel­lungsfreude. Fardenfreudigleit und einfache, aber eigenartige Muller auszeichnen.

Volljährigkeit. Mit der V. er­wirbt man die volle Geschäfts­fähigkeit. V. tritt ein mit Voll­endung des 21. Lebensjahres oder wenn über 18 Jahre alte Minderjährige durch das Vor­

mundschaftsgericht für volljäh­rig erklärt werden. Zu gewis­sen Rechtsgeschäften ist die Zu­stimmung der Eltern erforder­lich, auch wenn das Kind für volljährig erklärt, aber noch nicht 21 Jahre alt ist. z. B. zur Ein­gehung einer Ehe. Adoption Eheliwkeitserklärung (s. die ein­zelnen Stichworte).

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Vollmacht. Wer für einen ande­ren eine rechtswirksame Erklä­rung abaeben oder ein Rechtsge­schäft aoschließen will, braucht eine Vollmacht. Diese kann schriftlich oder mündlich gegeben werden. (Siehe aber Vertreter.) Handelt jemand ohne Vollmacht als Vertreter eines anderen, so ist das Rechtsgeschäft in der Schwebe, bis der Vertretene die Genehmigung erteilt. Wird diese versagt, dann muß der ohne Vollmacht Handelnde dem Ver­tragsgegner den Schaden erset­zen. Ein Dritter, dem die Voll­machtserteilung mitgeteilt wor­den ist, kann sich so lange darauf verlassen, bis ihm die Zurück­nahme der Vollmacht bekannt wird. Die V.-Urkunde lasse man sich bei Rücknahme der V. wieder Mrückgeben. (Evtl. Klage auf

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