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Oie Neugestaltung Europas.

Em Aufsatz -erTimes" über -ie Voraussetzungen politischer und wirtschastiicher Zusammenarbeit -er europäischen Nationen.

London. 28. Jan. (DNB.) Der englische Plan für eine Hand in Hand gehende politische und wirtschaftliche Neuregelung in Europa wird heute in einem Leitaufsatz derTime s" er­neut aufgegriffen. Das Blatt schreibt, zuerst han­dele es sich darum, das Nichteinmischungs- fystem für Spanien zu vollenden. Als Näch­stes müßten neue Methoden in West- e u r o p a geprüft werden, für die Belgien den Weg gezeigt habe. Das letzte Stadium, das eine gegenseitige Toleranz zwischen Moskau und Berlin, eine Einschränkung der Komintern und eine Rüstungsvereinbarung umfasse, könne nicht ohne eine allgemeine Beteiligung an einem umfassenden Vertrag vollendet werden, näm­lich der V ö l k e r b u n d s s a tz u n g, wenn diese auch revidiert, umgeschrieben und neue aufge­legt werden müsse. Das neue Haus könne und müsse in einzelnen Teilen geplant werden, aber es roeioe als ein einziges Ganzes stehen oder fallen. Für all dies habe der Führer selbst einen Grundplan bereits aufgestellt.

Die bloße Vermutung, daß Hitler möglicherweise einen neuen Schritt zum Frieden tun werde, habe bereits einige nervöse Journalisten in Frankreich zu der üblichen Suche nach neuen Verwick- lunaen veranlaßt, mit denen sie sich selbst und ihre Leser in Schrecken setzen wollten. Nichts sei je­doch gewisser, als daß eine gemeinsame Grundlage in Europa auch jetzt noch vorhanden sei. Mit der Zeit werde es immer klarer, daß die spanischen Schwierigkeiten nur durch die Spanier selb st gelöst werden könnten. England erinnere sich nicht nur an die Lehren, die es seinerzeit aus seiner Intervention in Sowjetrußland gezogen habe, sondern auch an die Entschlossenheit, mit der es die Einmischungs- versuche im Rheinland nach dem Kriege abgelehnt habe. Ein starkes und unabhängiges Spanien liege im englischen und ohne Zweifel auch im allgemei­nen Interesse. Aber die Stärke eines Landes könne nicht erborgt werden. England sei entschlossen, sich nicht an einer neuenheiligen Allianz" zu betei­ligen, die anderen Ländern ihre Politik diktieren wolle. En solches Verfahren führe zur Revolution, würde den Marxisten in die Hand spielen und Europa für den Bolschewismus vor­der e i t e n.

Die britische Weigerung, sich an einem Krieg der Weltanschauungen zu beteiligen, sei einer dec Grundsätze der europäischen Demokratie. Es handele sich aber nicht um eine bloße Vernei­nung, sondern um einen Teil eines posi­tiven Aufrufes zur Zusammen­arbeit durch einen Staat, der gleicherweise die faschistische und die kommunistische Welt­anschauung ablehne.

Die Behauptung, daß Deutschland aufgefordert werde, seine Freiheit für ein Linsengericht auszu­handeln, sei ein Witz der Welt. Man biete Deutsch­land nichtKonzessionen" oderBestechungsgelder" an, sondern einen Anteil an einer wirt­schaftlichen Partnerschaft, die, wie alle Vereinbarungen, die Teilhaber gegenseitig verpflich­ten würde, Dinge zu tun oder nicht zu tun. Das Blatt weist auf die Aeußerung Edens hin, daß eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und die politische Be­friedung Hand in Hand gehen müßten, und knüpft daran die Frage, ob dies etwa eine erniedrigende Forderung auf Aufgabe des Vierjahresplanes sei. Die Gegenseitigkeit des Handelns müsse jedem Land das Maß der Organisation erlauben, das es für die Selbstverteidigung für notwendig erachte. Aber es sei klar, daß sie niemals ein Land umfassen könne, das die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit in irgendeiner Form als Knechtschaft oder Bedrohung der Sicherheit betrachte.

Auf wirtschaftlichem Gebiet werde eine Ausdeh­nung des internationalen Handels nach gleichen und vereinbarten Bedingungen das Verhandlungs­ziel fein. Zu dieser Erörterung gehörten die Roh - ft o f f t o n t r o 11 e und die wirtschaftlichen Be­weisgründe für die koloniale Forderung, wie sie Dr. Schacht vorgebracht habe. Gleichzeitig werde auf dem politischen Gebiet der Beweis des Erfolaes die Stabilisierung der Rüstun- g e n sein. Solange die Rüstungen nicht eingeschränkt würden, könne das Vertrauen nicht Wurzel fassen,

und damit würden auch die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Vereinbarung fehlen. Deutsch­land habe am meisten zu gewinnen, indem es wieder in das europäische Konzert eintrete und es damit neu begründe und bei der Wiederaufrichtung der Rechtsordnung helfe. Diejenigen, die dieser An­sicht seien, hätten jedoch die besondere Verpflich­tung, sich nicht in Allgemeinheiten über die natio­nalsozialistische Geisteshaltuna zu flüchten, fondern zu versuchen, sich in die deutsche Auffas­sung von Europa einzufühlen und vor allem davon Abstand zu nehmen, diesen oder jenen Verzicht als eine Vorbedingung für eine Konferenz zu fordern.

3n erster Linie fei eine Vereinbarung zwischen Deutschland, Frankreich und England unerläßlich für ein neues europäisches Konzert. Dieses Konzert könne aber nur aus Wirklichkeiten wieder auf­gebaut werden, hierzu gehöre die traditionelle deutsche These, daß kein anderer Staat, der sich in die Lage Deutschlands versehen könne, bereit sein würde, Verpflichtungen eines neuen Ver­trages einzugehen, solange das franzö­sisch-sowjetrussische Bündnis und

der sowjetrussische Pakt mit der Tschechoslowakei immer noch in voller Kraft seien. Diese Pakte seien daher unvereinbar mit einer freien politischen Regelung. Diese Pakte aber, meint dieTimes" darauf, seien vorhanden, weil es keine solche Regelung ge­geben habe.

Die gegenwärtige Antipathie zwischen Deutschland und Sowjetrußland fei durch weltanschauliche Erregung besonders stark und erbittert geworden. Aber selbst wenn Sowjet­rußland eine andere Regierung hätte, würden diese Pakte den gleichen Alarm in den deutschen Ohren Hervorrufen. Das Blatt weist in diesem Zusammen­hang auf den vorherrschenden Grundsatz der Bis- marckschen Politik hin, nämlich eine Einkrei­sung Deutschlands z u verhindern. Wie aber könnten die erwähnten Pakte beseitigt wer­den, und wie könnte ein natürliches Gleichgewicht im Osten und Westen wiederhergestellt werden? Die Antwort laute: durch einen unter gewissen Be­dingungen erfolgenden Austausch von neuen Garantien, die den Pakten keine Möglichkeit des Fortbestehens lassen.

Notwendige Richtigstellungen.

Der Plan einer gesamteuropäischen Neuregelung, wie er in dem letzten Leitartikel der Londoner Time s" entwickelt wird, ist ein sehr interessanter Beitrag zu der seit Jahren in Gang befindlichen und neuerdings wieder in Fluß gekommenen Diskussion über eine gemeineuropäische Zusammenarbeit. Es ist bezeichnend, daß dieser Artikel so unmittelbar vor der Reichstagssitzung vom 30. Januar veröffentlicht wird, von der man annimmt, daß der Führer sie zu einer großangelegten Rede über die außenpolitische Lage benutzen wird. Wir erinnern in diesem Zusam­menhang daran, daß alle tragenden Ideen eines künftigen europäischen Friedensgebäudes, wie es von allen fortschrittlichen Staatsmännern des Kontinents in den letzten Jahren herbeigewünscht wird, nahezu ausschließlich den großen Plänen des Führers ent­sprungen sind. Das Programm der 13 Punkte, das nach der Wiedergewinnung der deutschen Wehrhoheit verkündet wurde, und das ge­waltige Proiekt eines 25jährigen Friedens­paktes, das den Mächten nach der Wieder­besetzung der Rheinlande vorgelegt wurde, sind im deutschen Volke unvergessen. Leider hat aber die ausländische Öffentlichkeit, geleitet von ihren Zei­tungen, von diesen Friedensplänen nicht in dem Maße Kenntnis genommen wie es vielleicht wün­schenswert gewesen wäre. Und auch die ausländi­schen Regierungen haben sich bedauerlicherweise nicht veranlaßt gesehen, zu den großzügigen Vor­schlägen Adolf Hitlers eine klare und positive Ein­stellung zu bekunden. Diese Vorschläge, die im übri­gen auch viele Elemente enthielten, die jetzt von der Times" hervorgehoben werden, sind im wesent­lichen vom Auslande totgeschwiegen worden. Um so erfreulicher ist es, daß das Londoner Blatt sich jetzt zu einem Hinweis auf den vom Führer bereits auf­gestellten Grund plan bequemt, wie überhaupt der Times-Artikel manche Züge und Tendenzen aufweist, die durchaus unseren Anschauungen ent­sprechen, während anderseits auch einige Irrtümer über die Voraussetzungen einer europäischen Be­friedung darin enthalten sind, die nicht unwider­sprochen bleiben können.

Wir begrüßen es, wenn man in London einige nervöse Journalisten in Frankreich (will sagen: be­zahlte Subjekte Moskaus) zurückweist, wenn man den Standpunkt vertritt, daß die spanischen Schwie­rigkeiten nur durch die Spanier selbst gelöst wer­den können. Wir hören es mit einiger Genugtuung, aber auch mit einer gewissen Verwunderung, daß jetzt ein starkes und unabhängiges Spa­nien auch im englischen Interesse liege. Wir ver­zeichnen mit Freude die englische Mahnung, sich in die deutsche Auffassung von Europa einzufühlen und vor allem davon Abstand zu nehmen, daß dieser oder jener Verzicht als Vorbedingung einer Konferenz von Deutschland gefordert werden. Wir stimmen schließlich der Meinung zu, daß eine

Vereinbarung zwischen Deutschland, Frankreich und England unerläßlich für ein neues europäisches Konzert sei, und erinnern uns dabei, daß gerade diese Forderung von dem jetzigen deutschen Botschafter in London, von Ribbentrop, stets als eine Grundbedin­gung einer weitergehenden europäischen Ver­ständigung gefordert worden ist. Freilich fand diese These in vielen Ländern, besonders aber in Frank­reich, keinen Anklang. Man hat früher immer ver­sucht, jede kollektive Vereinbarung mit einer Spitze gegen Deutschland zu versehen, so daß uns, von grundsätzlichen Erwägungen ganz abgesehen, auch praktisch nichts anderes übrig blieb, als das uns zustehende Recht selbst zu verwirklichen und den von uns gewünschten Frieden durch zwei­seitige Vereinbarungen mit unseren Nachbarn sicherzustellen. Auch dieTimes" wird nicht bestreiten können, daß diese Art deutscher Friedenspolitik von dem größten Erfolg nicht nur für uns, sondern für den europäischen Frieden überhaupt gewesen ist. Alle jene Wetterwinkel im Osten und Westen des Reiches, über denen früher eine drohende Kriegswolke hing, zeigen heute eine klare und helle Atmosphäre. Wir verweisen auf Memel, auf die deutsch-polnische Grenze, auf Oester­reich, auf das Saarland. Wenn daher dieTimes" an einigen Stellen ihres Artikels so tut, als ob Deutschland für die augenblickliche Krisenluft verantwortlich zu machen sei, so befindet sie sich in einem schwerwiegenden Irrtum.

Auch dieTimes" erkennt ja ganz richtig, daß das französisch-bolschewistische Pakt- s y st e m mit Einschluß der Tschechoslowakei unver­einbar mit einer freien politischen Regelung ist und daß jede Regelung es hinfällig machen müsse, aber wenn das Vorhandensein dieser Militärbündnisse damit entschuldigt wird, daß es früher eine solche Regelung nicht gegeben habe, so dürfen wir doch dem Artikelschreiber ins Gedächtnis zurückrufen, daß selbst der Sinn der Völkerbundssatzung vergewaltigt werden mußte, um den Angreiferbe­stimmungen der westöstlichen Allianz nicht hinder­lich zu sein.

Auch in anderer Hinsicht geht dieTimes" von falschen Voraussetzungen aus: Nach dem allseits und besonders in demokratischen Ländern beliebten Schema stellt sie die faschistische und kommunistische Weltanschauung mit kühnem Griff auf die­selbe Stufe und behauptet, im Interesse einer all­europäischen Regelung müßten sich beide, d. h. Deutschland und Sowjetrußland, miteinander ver­söhnen oder sich 3um wenigsten tolerieren. Eine ganz unmögliche Konstruktion! Zunächst ist der Bol­schewismus sowjetrussischer Prägung keine Weltanschauung, sondern eine Organisation des von Juden geleiteten internationalen Ver­brechertums. Es ist die Unterwelt schlechthin.

Es ist die Zusammenfassung derjenigen, die auch in England in den Gefängnissen und Zuchthäusern sitzen.

Zum anderen aber ist es natürlich auch unsinnig, das Staatsregime von Berlin und Moskau in gleichem Atemzug zu nennen. Die Moskauer Politik in ihrem Wesen nach auf die Weltrevolution, auf den bewaffneten Umsturz in fremden Ländern eingestellt, sie kann nicht anders, als dieses Ziel unablässig zu verfolgen. Es ist daher eine Utopie, zu verlangen, die Komintern solle ihre Tätigkeit einschränken". Sie wird das nie tun können, ohne daß sich der sowjetrussische Staat selbst aufgibt. Die Berliner Politik dagegen beruht, der national­sozialistischen Weltauffassung entsprechend, gerade auf dem freien und gleichberechtigten Zusammenwirken unabhängiger Döl- k e r. Sie enthält sich deshalb grundsätzlich jeder Einmischung in fremde Angelegenheiten und läßt jedes Volk nach seiner Fasson selig werden. Diese Erkenntnis müßte man in London zunächst gewin­nen, wenn man mit einer politischen und wirtschaft­lichen Neuregelung Europas praktisch beginnen will.

Ev.

Hebung -er Wehrfreu-igkeit in England.

London, 29. Jan. (DNB. Funkspruch.)Daily Mail" meldet, daß eine st a r k e Vermehrung der Territorialarmee und eine Bereit- ftellung großer Reserven geplant ist. Auch eine weitgehende Verbesserung der Dien st­und Soldverhältnisse in der regulären Armee und in der Territorialarmee sei vorgesehen, um die Wehrfreudigkeit der englischen Jugend zu heben, die sich bisher nur in verschwindend kleiner Zahl zum Militärdienst bereit erklärte. Es sollte u. a. geplant sein, den Sold der Rekruten auf ein Pfund Sterling zu erhöhen. Höhere Heirats­zuschüsse, Urlaubs- und Reiseerleichterungen und neue Maßnahmen zur Unterbringung der Soldaten nach der Dienstentlassung seien vorgesehen. Die Kosten werden auf 3 bis 5 Millionen Pfund Ster­ling (ca. 36 bis 60 Millionen Mark) jährlich ge­schätzt. Es wir weiter von einem Plan gesprochen, jun^e Leute bis zu einem gewissen Alter zu ver­pflichten jedes Jahr einen Kursus für Kör­perertüchtigung durchzumachen.

Oie iMlienische Rafsenpokiük.

Mailand, 29. Jan. (DNB. Funkspruch.)Po- polo d'Jtalia" sagt, das Gesetz gegen Rassen­oermischung in Jtalienisch-O st afrika stelle eine der Grundsäulen der faschistischen Kolo­nisation dar. Es sei bekannt, daß in allen kolonia­len Unternehmungen der (Eingeborene rebellisch und undiszipliniert geworden sei, wenn eine schwache Politik betrieben wurde, daß dagegen der (Einge­borene sich anpaßte, wenn eine Politik der klugen Energie herrschte. Man müsse aner­kennen, daß die Disziplin, die in den italienischen Kolonien herrsche, in vieler Hinsicht nicht nur über der in Öen französischen Kolonien liege, wo d i e Neger zu Bürgern gemacht und zum Militärdienst nach den europäischen Gebieten befördert würden, sondern sogar höher st"be als die der Engländer gegenüber den Schwarzen. Aber England mache auf tausend Arten den Unterschied zwischen den beiden Rassen deutlich. Italien widersetze sich mit allen Mitteln dem M e st i z e n ü b e l, bas ein Quell des Unglücks, der Beunruhigung und der Schwäche sei. Das italienische Volk habe genug Energie und Lebenskraft und zu viel Edelsinn der Rasse, um in dem Streben nach Ausdehnung zur Mischung mit ei,ner niedriger stehenden Rasse Zuflucht nehmen zu müssen.

Moskau steht trennend zwischen Wien und Prag.

Wien, 28. Jan. (DNB.) Nachdem es schon feit Monaten um die Zusammenarbeit im Donauraum sehr still geworden war, und alle in dieser Rich­tung laufenden Fäden zwischen Oester- reich und der Tschechoslowakei abge­rissen zu sein schienen, stellt jetzt die offiziöse Reichspost" das Erkalten Der Beziehungen ausdrücklich fest. Das Blatt führt dabei als Haupt­grund das Bündnis zwischen Prag und der Sowjetunion an. Es gehört nicht in den Rahmen dieser Ausführungen, im einzelnen festzu­stellen, daß der Begriff der kollektiven Sicherheit und des unteilbaren Friedens mit einem Militär­bündnis einzelner Staaten mit den Sowjets un*

OerLlttrafchall".

Von Professor Paul Kirchberger.

Es ist eigentlich merkwürdig, daß man erst ver- hätnismäßig spät Daran gedacht hat, Schwingun­gen zu untersuchen, die denen des Schalles gleich, nur so schnell sind, daß das Ohr sie nicht mehr als Schall empfinden kann.

Beim Licht ist es ja schon lange bekannt, daß von allen an sich ganz gleichartigen Wellen das Auge nur einen sehr kleinen Teil wahrnimmt, wäh­rend es millionenmal längere und millionenmal kürzere Wellen gibt, Die als Rundfunk- oder Rönt- gcnwellen ungemein wichtig sind und sich von Den Lichtwellen nur dadurch' unterscheiden, daß Das Auge sie nicht wahrnimmt. Nunmehr aber wird Das frühere Versäumnis bei Den Schallwellen mit größtem Erfolg nachgeholt.

Die schnellsten Schallwellen, Die Das Ohr als Schall empfindet, haben etwa 20 000 Schwingungen in der Sekunde, in Luft beträgt ihre Wellenlänge etwa 17 Millimeter, und sie wirken aufs Ohr als Die allerhöchsten Töne.

Wir können jedoch künstlich bis zu 200 Mil­lionen Schwingungen in Der Sekunde Herstellen, also 10 OOOmal schnellere und dementsprechend auch kürzere Wellen. Die Erzeugung geschieht auf elek­trischem Wege, indem ein geeigneter Kristall in ein fchnellschwingendes elektrisches Feld gebracht wird. Die Eigentümlichkeit der Kristalle, beispielsweise Der Quarzkristalle, alsdann Schwingungen auszuführen, ist schon lange bekannt-, sie wird auch zur Gleich- Haltung der Rundfunkwellen gebraucht und neuer­dings auch zum Bau sog.Quarzuhren".

Die von ebensolchen schwingenden Kristallen er­zeugtenUltraschallwellen" können ihrer außer­ordentlichen Kleinheit wegen zur Materialprüfung benutzt werden, man kann mit ihnen etwa winzige Lufteinschlüsse in Metallen nachweisen, von denen man sonst nur schwer etwas erfahren würde Eben ihrer Kleinheit wegen lassen sie sich auch mit den ebenso kleinen Lichtquellen in Beziehung setzen worüber eine große Reihe außerordentlich schöner

und lehrreicher Versuche oorliegt. Geplant ist auch, sie zur Sterilisation zu verwenden, Denn sie wirken tödlich auf viele kleine Lebewesen.

5000 Eigenwörter der Jägersprache

Fast alle Berufe haben ihre Eigenwörter und Redewendungen für bestimmte Dinge ihrer Tätig­keit; man denkt da zunächst an die Bergleute oder Seeleute, aber wenn es sich bei diesen um Dutzende solcher Sonderbezeichnungen'handelt, so soll es nach der Schätzung eines Kenners in der Jägersprache gegen 5000 geben. Darunter befinden sich viele, die heute veraltet und Dem Jäger unserer Tage nicht mehr bekannt sind, aber ihre Menge ist Doch noch so groß, daß sie zum Thema von mindestens einem halben Dutzend Büchern gemacht worden sind. In der Zeitschrift des Deutschen SprachvereinsMut­tersprache" greift A. (Ebner einige bezeich­nende Beispiele heraus, und er hebt dabei hervor, daß viele dieser Ausdrücke sich durch eine besondere Bildhaftigkeit auszeichnen. Der Jäger spricht bei einigen Wildarten nicht von Augen, sondern von Sehern, er nennt Die Ohren Lauscher, die Beine Läufe, bei einigen Federwildarten die Beine auch Ständer. Bei Hirsch und Reh werden Die weiblichen unb jungen Stücke Kahlwild genannt, weil sie nichts auf"haben, das heißt kein Geweih oder Gehörn tragen. Das Nest des Federwildes mit den Eiern fyeißt Gelege. Bei den Schnepfen wird der lange Schnabel Stecher genannt, und er wird zum Wur­men, zum Suchen nach Würmern in der Erde ge­braucht. Der Jäger backt an, wenn er das Gewehr 3um Schießen an Den Kopf legt, Dann macht er Den Finger krumm und läßt fliegen. Durch Den Schuß legt er das Stück auf die Decke. Wenn Neu­schnee gefallen ist, hat es geneut; Der Jäger nennt die Neue auchweißen Leithund", weil sie wie ein Spürhund zu dem gesuchten Wilde leitet. Die Hirsche oder Rehe werden beim Austreten aus dem Walde auf die Felder und Wiesen von einem 211t- tier geführt, daß sich mit erhobenem Windfang Ißinb holt; führt biefe nun bie Witterung eines Sägers zu, so wirft es auf ober verhasst. B.

Deutsche Kunst

im Dienst des W nterhiifswerks.

Berlin, 29. Jan. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler hat gestern abend anläßlich eines Empfanges der deutschen Wirt­schaftsführer in seinem Hause deutschen Künstlerinnen undKünstlern Gelegenheit gegeben, ihre Kunst.i n den Dienst des Win - terhilfswerkes zu stellen. Es waren beteiligt die Kammersänger Josef von Manowarda (Berlin), Julius Patzak (München), Franz Völ­ker, Rudolf Bockeimann, Heinrich Schlus - nus (sämtlich Berlin); die Kammersängerinnen Maria Müller (Berlin), Martha Fuchs (Dres­den), Irma B eilte (Leipzig); die Opernsänger Walter Ludwig unb Karl Schmitt-Walter, die Opernsängerinnen Margret Pfahl, Marieluise Schilp unb Konstanze Pe11esheim (sämtlich Charlottenburg); bie Konzertmeister Morris, Dünschebe unb Kniestäbt (Berlin). Am Flü­gel begleitete Professor Michael Raucheisen (Berlin).

Die Künstler haben bas Reinerträgnis bie- ses Abenbs in Höhe von rund 700 000 RM. als ihren Beitrag zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes dem Reichsbeauftragten H i l g e n f e l d t überreicht. An dem Empfang nahmen alle führenden Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft mit ihren Damen (etwa 300 Personen) teil; außerdem waren anwesend Ministerpräsident Generaloberst G ö - ring, Reichsminister Dr. Goebbels, General­feldmarschall von Blomberq, Reichsbankpräsi­dent Dr. Schacht, Generaldirektor Dr. Dorp- Müller, Staatssekretär Dr. Meißner, Staats­sekretär Dr. Lammers, Staatssekretär Funk und Staatssekretär Körner mit ihren Damen.

Bayreuth auf Schalsplatten.

Zum erstenmal feit Bestehen der Bayreuther Fest­spiele wurden 1936 in Bayreuld Schallplattenauf­nahmen hergestellt. Frau Wini id Wagner über­trug bas alleinige Aufnahmerecht ber beutfdjen

SchallplattengesellschastTelefunkenplatte GmbH.". Bisher würben 22 Aufnahmen in Bayreuth ge­macht. 10 sind ber Öffentlichkeit übergeben wor­ben. Generalintendant Tietgen hat die Schall- Plattenaufnahmen im Festspielhaus besonders un­terstützt. Bei den Aufnahmen sind Richard Wagners Weisungen für die Gruppierung des Orchesters, der Chöre unb ber Solisten unoeränbert beibehal­ten worben. Bei Der Wiebergabe ber Platten kom­men insbefonbere der hervorragende Raumklang und die weihevolle Stimmung des Festspielhauses zur Geltung.

Dr. Goebbels

Schirmherr vom Sängerbundesfest.

Reichsminister Dr. Goebbels empfing eine Reihe führender Persönlichkeiten Des Deutschen Sängerbundes sowie die mit der Durchführung Des 12. Deutschen S ä n ae r b u n d e s f e st e s be­auftragten Vertreter Der Stadt Breslau, Der Reichs­musikkammer und Des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Unter den An­wesenden befanden sich Der stellvertretende Gau­leiter von Schlesien Pg. Bracht, Der Bundes- führer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürger­meister Meister, sowie Der Breslauer Ober­bürgermeister Dr. Friedrich. Bundesführer Meister richtete an Dr. Goebbels als Den tatkräftigen Förderer der deutschen Kunst Die Bitte, Die Schirmherrschaft über das 12. Deutsche Sängerbundesfest in Breslau zu übernehmen. Dr. Goebbels brachte in herzlichen Dankesworten zum Ausdruck, daß er die Schirmherrschaft als ge­treuer der künstlerischen Belange Des nationalsozia­listischen Reiches und als Sohn Des sangesfrohen Rheinlandes gern übernehme. Er werde alle ihm $ur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dem Dundesfest einen würdigen Verlauf und einen guten (Erfolg zu sichern. Reichsminister Dr. Goeb­bels ließ sich Dann anhand ber Modelle Des Bres­lauer Festgeländes über Die baulichen unb organi­satorischen Vorbereitungen für das Deutsche Sänger- bundesfest ausführlich Bericht erstatten.