Ausgabe 
28.9.1937
 
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nt.226 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, 28. September 1957

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Begeisterter Empfang des Duce in der Reichshauptstadl.

Trtumphsahrt nach Berlin.

Ganz Deutschland begrüßt jubelnd den Führer und seinen Gast.

Hannover, 27. Sept. (DNB.) Von Essen be­gann eine wahre Triumphfahrt des Duce und des Führers durch das Ruhrgebiet. Beispiellos waren die überwältigenden Kundgebungen, die gerade hier die Hunderttausende auf der ganzen Bahnstrecke den beiden Staatsmännern bereiteten. In Bochum, Dortmund und Hamm waren die Massen dichtge­drängt zusammengeballt auf den Bahnsteigen und Straßen, auf den Dächern und in den Höfen der Fabriken, Werkstätten und Maschinenhallen, in ihrer blauen Berufskleidung, oft noch die Arbeits­geräte in der Hand. Auch in den Provinzen West­falen und Hannover setzte sich der Jubel der Be­völkerung unvermindert fort. In Gütersloh, Biele­feld, Herford, Bückeburg usw. standen die Bahn­steige dicht gedrängt voll Menschenmassen, die die beiden Sonderzüge mit tosender Begeisterung be­gleiteten. Draußen auf dem flachen Lande waren die Männer und Frauen von der Feldarbeit und die Arbeiter von den Reichsautobahnen herbeigeeilt und winkten den Zügen zu. In Hannover, wo die beiden Züge kurzen Aufenthalt nahmen, nahm der Jubel der vielen Tausenden auf den Bahnsteigen und in den umliegenden Straßen orkanartige Ausmaße an. Auf den Bahnsteigen stan­den dichtgedrängt Angehörige aller Formationen der NSDAP, und der Wehrmacht. Immer wieder grüßten der Duce und der Führer die Menge. Auch auf der letzten Strecke der Fahrt von Hannover bis zur Reichshauptstadt herrschte derselbe Jubel.

Auf dem Bahnhof Heerstraße.

Die Reichsregierung empfängt den Duce.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Bahnhof Heerstraße, eingebettet in das Grün und Herbstgold seiner reizvollen Umgebung, hat einen Festschmuck erhalten, der die natürliche Kulisse har­monisch ergänzt. Die wenigen Eisenkonstruktionen .bes freischwebenden Daches sind ganz mit Tannen- grün verdeckt. Um die gekachelten Ausbauten ziehen sich entlang der Fenster Blumenkasten mit Herbst­astern in allen Farben. Frische Blumenranken um­säumen auch den oberen Rand der Aufbauten. Dom Dach aber ziehen sich in lockerem Bogen Tannen­girlanden, dazwischen hängen vergoldete Körbchen mit frischen Blumen und lustig flatternden Seiden­bändern in den Farben der italienischen Trikolore. Der Bahnsteig ist auf beiden Seiten mit Läufern belegt. Aus den Lautsprechern der Feststraße schallt Marschmusik herüber. Eine halbe Stunde vor der Ankunft der Sonderzüge haben sich d i e Mitglie­der der Reichsregierung, Reichsminister und Staatssekretäre eingefunden. Gleichzeitig sieht man zahlreiche Angehörige des Führerkorps der Partei. Auch das Diplomatische Korps ist stark ver­treten. Neben den Missionschefs der in Berlin akkreditierten Mächte sind auch die Militärattaches erschienen.

Pünktlich laufen die beiden Sonderzüge fast auf die Sekunde zu gleicher Zeit ein. Der Füh­rer und Reichskanzler stellt dem italieni­schen Regierungschef die Mitglieder der Reichsregie­rung und Staatssekretäre vor und verläßt dann mit ihm zusammen das Bahnhofsgebäude. Die in der Bahnhofsvorhalle stehenden Ehrenposten der Leibstandarte nehmen stramme Haltung an. Als der Führer mit seinem Gast aus dem Bahnhof heraustritt, setzt ein ungeheurer Begeiste­rungssturm ein.. Die RufeDuce-? Duce! Heil! Heil!" schwellen zum Orkan an. Lächelnd grüßt Mussolini die begeisterte Menschenmenge. Die Mu­sikkapelle spielt den Präsentiermarsch. Der Führer und der Duce schreiten die Frontdes Ehren­bataillons ab. Dem Präsentiermarsch folgen die italienische Königshymne und die Giovinezza. Anschließend erklingen die deutschen Nationalhym­nen. Dann begeben sich die Führer und der Duce zu ihrem Wagen. Der Wagen führt rechts die Standarte des Duce, links die des Führers. Unter dem unendlichen Jubel des ungeheuren Spaliers, das den ganzen Weg bis zu den Linden umsäumt, geht dann die Fahrt zur Wilhelmstraße.

Die Fahrt zur Wilhelmstraße.

Menschen, Menschen, nichts als Menschen. Das ist der erste und tiefste Eindruck des Emp­fanges, den die Bevölkerung der Reichshauptstadt Mussolini und dem Führer bereitet. Unübersehbar, 12, 18, ja 20 Reih e n tief stehen sie an der zehn Kilometer langen Prachtstraße vom Bahnhof Heerstraße bis zum Stadtinnern. Menschen über Menschen, auf den Straßen, in den Fenstern, auf den Balkonen. Auch in den Seitenstraßen, soweit das Auge reicht, Menschen, immer wieder nichts als Menschen. Es ist eine unverfälschte, herzliche und begeisterte Feststimmung der Millionen, die die Straße besetzt halten, eine Hochstimmung, die jung und alt in gleichem Maße ergriffen hat. Bis hinter die Baumgipfel stehen die Menschen auf den Tri­bünen vor der Technischen Hochschule, die ebenso wie der Adolf-Hitler-Platz, das Charlottenburger Tor, der Große Stern durch die Wucht der Sym­bole des faschistischen Italiens und des neuen Deutschlands wirken. Auf dem letzten Teil der Charlottenburger Chaussee, unmittelbar vor dem Brandenburger Tor, haben auf der einen Seite die Schulkinder Aufstellung genommen, während auf

der anderen Seite die Kriegs- und Arbeitsopfer auf bevorzugten Plätzen stehen. Es ist ein Erlebnis eigener Art, die Freude der deutschen Schuljugend mitzuerleben. Die Großartigkeit des Bildes steigert sich, je mehr es durch das schmucklos gebliebene Brandenburger Tor dem Stadtinnern zugeht. Höhe­punkt dieser Fahrt ist die W i l h e l m st r a ß e , die als einzige im Lichte der Scheinwerfer mit den langen Fahnentüchern der italienischen und deut­schen Freiheitsbewegungen, mit den flatternden und schimmernden Goldbändern einen feenhaften Zau­ber ausstrahlt.

AmHausedesReichsprasioenten.

Sobald der Wagen des Duce und des Führers vor dem Eingangsportal des Hauses des Reichspräsidenten vorfährt, gibt es kein Halten mehr. Die bislang mühsam zurückge­dämmte Spannung löst sich in einem wahren Freu-

Die Anfahrt der Gaste.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Ungezählte Tau­sende harren Kopf an Kopf auf dem Wil - helms platz mit seinem festlichen Glanz von Fahnen und Lichterfluten, um der Anfahrt der Gäste zum großen Staatsempfang in der Reichskanzlei beizuwohnen. Immer wieder branden Sprechchöre empor:Duce, Duce!" oder Wir wollen Mussolini sehen!" Dazwischen begei­sterte Heilrufe. Plötzlich ertönt der Gesang der Giovinezza, der dann abgelöst wird vom Gesang der deutschen Nationallieder. 10 Minuten nach 20 Uhr verlassen hie Wagen des italie­nischen Regierungschefs und seines Außenministers das Haus des Reichspräsi­denten. In ihrer Begleitung befinden sich der Chef des Protokolls, von Bülow-Schwante, und Legationsrat B o l tz e. Jubel begleitet die Fahrt der italienischen Staatsmänner zur Reichs­kanzlei. Die Ehrenwache vor dem Eingangs­portal tritt ins Gewehr, die Trommel wird gerührt. Staatssekretär M e i ß n er empfängt die Gäste und geleitet sie in das Innere des Gebäudes. Auch die Minister S t a r a c e und A l f i e r i, die im Hotel Adlon Wohnung genommen haben, werden bei ihrer Anfahrt vor der Reichskanzlei mit großer Herzlichkeit begrüßt.

3i der Reichskanzlei.

Berlin, 27. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler gab heute abend im Reichskanzler­hause zu Ehren des italienischen Regierungschefs und Führers des Faschismus, Benito Mussolini, ein Abendessen, an dem die italienischen Mi­nister Graf Ciano, Starace und A l f i e r i, der Königlich und Kaiserlich Italienische Botschafter Dr. A 11 o l i c o , die Begleitung des Duce und die Herren der italienischen Botschaft, die Mitglie­der des Reichskabinetts, sowie führende Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wehrmacht und Vertreter der Wissenschaft, Kunst und Wirt­schaft mit ihren Damen teilnahmen. Es waren etwa 200 Gäste in den festlichen Räumen des Führer­hauses versammelt.

Der Trinkspruch des Führers.

Während des Essens brachte der Führer und Reichskanzler folgenden Trinkspruch aus:

Eure Erzellenz! Als Führer und Kanzler des deutschen Volkes habe ich die große Ehre und Freude, Euer Exzellenz heute in der Hauptstadt des Reiches auf das herzlichste willkom­men heißen zu können. Die deutsche Nation begrüßt mit mir in dieser festlichen Stunde in Ihnen den genialen Schöpfer des faschistischen Ita­liens, den Begründer eines neuen Imperiums. Auf Ihrer Fahrt durch Deutschland werden Euer Exzel-

Der Trinkspruch des Duce.

Der italienische Regierungschef und Duce des Faschismus, antwortete mit folgender Ansprache:

Exzellenz! Die herzlichen Worte, die Eure Exzellenz so freundlich waren, an mich zu richten, haben mich tief gerührt. Seitdem ich deutschen Boden betrat, habe ich überall die geistige Atmosphäre eines großen befreundeten Volkes, des Deutschlands im Braunhemd, des Deutsch­lands Adolf Hitlers, um mich gespürt.

Im Führer und Kanzler des Reiches grüße ich den Kämpfer, der dem deutschen Volke das Bewußtsein seiner Größe wie­dergegeben hat. Ich grüße in ihm den Neuschöpfer der Ration, mit der das faschistische Italien durch so viele Bande des Geistes und der Arbeit verbunden ist.

benfturm aus. Ein Orkan von Heil-Hitler- und Duce-Rufen brandet empor. Im Wagen stehend danken der Duce und der Führer. Die Ehren­wache ist ins Gewehr getreten. Unter den Klän­gen des Präsentiermarsches geht auf dem Fah- nenmast die Standarte des Duce hoch. Ein Begeisterungssturm ohnegleichen erhebt sich, als der Führer den italienischen Regierungschef und Generaloberst Göring den italienischen Außen­minister, Graf Ciano, zur Freitreppe geleiten, wo die Staatsmänner von Staatssekretär Meißner und dem stellvertretenden Chef des Protokolls, Le­gationsrat B o l tz e, begrüßt werden. Dann ver­läßt der Führer in seinem Wagen unter nicht endenwollenden Heil-Rufen das Haus des Reichs­präsidenten, um sich zur Reichskanzlei zu begeben. Inzwischen haben die Tausende auf der Straße Sprechchöre gebildet, die immer wieder mit ihrem Duce, Duce, Duce!" den Gast der Reichshaupt­stadt grüßen.

lenz aus der großen Begeisterung, die Ihnen aus allen Schichten des deutschen Volkes entgegenklang, entnommen haben, daß uns Ihr Besuch mehr bedeutet als nur ein Ereignis diplomatischer und damit rein konventioneller Zusammenkunft.

In einer Zeit, in der die Welt voll ist von Span­nungen und unruhigen Verwirrungen, in der ge­fährlichste Elemente es versuchen, die alte Kultur Europas anzugreifen und zu zerstören, haben sich Italien und Deutschland in aufrichtiger Freundschaft und gemeinsamer poli­tischer Zusammenarbeit gefunden.

Diese Zusammenarbeit wird getragen nicht nur von dem gleichen unzerstörbaren Lebens- und Selbstbehauptungswitten des italienischen und des deutschen Volkes, sondern darüber hinaus auch noch eng miteinander ver­wandten politischen Idealen, die unse­rer Ueberzeugung nach eine Grundlage der inneren Stärke und F e st i g k e i t unserer Staaten sind. Bilden schon diese gemeinsamen politischen Grundauffassungen ein unsere Völker verbindendes festes Band, so wirkt in gleicher Richtung die Tatsache, daß zwischen den realen Lebensinter­essen Italiens und Deutschlands keine sie trennende, sondern sie immer ergänzende oder verbindende Elemente stehen.

Die in den letzten Tagen zwischen Eurer Ex­zellenz und mir geführten Unterhaltungen haben dies erneut bestätigt. Wir sind dabei des Glau­bens, daß unsere politische Arbeit der Sicherung des Friedens und der hohen Blüte der euro­päischen Kultur nicht als die Bildung eines gegen andere europäische Staaten gerichteten Blocks aufgefaßt werden kann. Wir sind im Gegenteil überzeugt, daß wir durch diese unsere gemeinsame Arbeit nicht nur den Interessen unserer beiden Länder, sondern darüber hinaus dem uns am herzen liegenden Ziel einer allgemeinen inter­nationalen Verständigung am besten dienen.

In diesem Geiste werden Italien und Deutschland Seite an Seite die politischen Aufgaben prüfen und behandeln, um so jedem etwaigen Versuche entgegen­zutreten, die beiden Nationen zu trennen oder sie gar gegeneinander ausspielen zu wollen.

Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl des Königs von Italiens, Kai­sers von Aethiopien, Ihres erhabenen Souveräns sowohl als auf das persönliche Wohlergehen Eurer Exzellenz selbst und auf die Größe und das Gedeihen der faschisti­schen italienischen Nation.

Die faschistische Revolution und die nationalsozia­listische Revolution waren und sind schöpferische Revolutionen. Deutschland und Italien haben auf ihrem Boden Werke der Kultur und des Fortschritts geschaffen. Neue und nicht minder große werden in Zukunft erstehen. Bei meinem Aufenthalt in Deutschland habe ich solche Werke der Kultur und des Fortschritts gesehen und be­wundert. Ich sah und bewunderte den Lebens- und Schaffensdrang, von dem das deutsche Volk beseelt ist. Seine Manneszucht, seine Willenskraft, seinen Glauben.

Die deutsch-italienische Solidari­tät ist eine lebendige und tätige Solidarität. Sie ist kein Ergebnis politischer Berechnungen oder diplomatischer Spitzfindigkeiten, sondern Ausdruck und Ergebnis naturge­gebener Zusammengehörigkeit und

Staatsbanken in -er Reichskanzlei.

Oie gemeinsame Arbeit beider Völker dient der allgemeinen Verständigung.

Die deutsch-italienische Solidarität das Ergebnis naturgegebener Zusammengehörigkeit.

Arbeit und Wehr.

Der Führer hat Mussolini am Montagmorgen in das Herz der industriellen Produktion Deutschlands und in seine Waffenschmiede, die Krupp­werke in Essen, geführt. Und während die beiden Volksführer von einem beispiellosen Jubel um­wogt wurden, haben die Krupparbeiter fortge­fahren, ihre Arbeit zu tun. Sie haben das glühende Eisen in Form gebracht, an den Drehbänken Kanonenrohre gebohrt und gefeilt, sie haben Pan­zerplatten gegossen und der Rhythmus deutscher Arbeit, deutscher Zähigkeit und deutschen Willens wurde dem römischen Gast sichtbar gemacht. Das ist das Verbindende zwischen den beiden großen Nationen: die Arbeit für das eigene Volk, das unablässige Schaffen um des Schaffens willen, d i e Freude an der Arbeit, die Hitler und Mussolini erst wieder in die Massen hineingetragen haben. Beibe entstammen selbst der schaffenden Be­völkerung, beide bekennen sich zu dem Gedanken, daß ein neues Arbeitsethos nicht nur den einzelnen Menschen, sondern^die Nation voranbringt, und daß der Ertrag dieser Arbeit die Lebenshaltung eines Volkes verbessert, während Klassenkampf und Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wie Gift die Blüte einer nationalen Volkswirtschaft vernichten.

Als im alten Rom ein Naturforscher wie Pli­nius der Jüngere feststellte, man könne die Werke eines Praxiteles höchlichst bewundern, müffe aber die Arbeit körperlicher Art, die auch zu solchen Höchstleistungen der bildenden Kunst erforderlich ist, ablehnen, als der Redner Cicero die körperliche Arbeit als unstandesgemäß verwarf da kam das Ende des alten Roms, die Verproletarisierung der Massen, die Ueberwucherung durch die Sklaven­scharen aus den Niederungen der Menschheit. Nur die Arbeit allein konnte Italien und Deutsch­land retten. Im alten Florenz gehörten Michel­angelo und andere Künstler ebenso wie in Nürn­berg Albrecht Dürer selbstverständlich den Zünften an, und was sie schufen, wirft heute noch göttliche Funken in die Seele der Menschen. Das Wort ora et labora, bete und arbeite, hat Deutschland und Italien über alle Abgründe ihrer Geschichte hinweggeholfen, und dieser den beiden Völkern ein­geborene Trieb der W e r f f r e u b i g f e i t, des Schaffens, der Tätigkeit, der Arbeit um der Arbeit willen, ganz gleich, wie die Arbeit geartet ist, ist durch die beiden Führer gesteigert worden zu einem Evangelium der Arbeit, das alle Schranken über­windet, die ein zertrennender Liberalismus zog.

Die Arbeit Freier ist das Grundrecht und die Grundpflicht beider Nationen, und zur Arbeit der Freien gehört in selbstverständlicher Ergänzung die Wehrpflicht aller Freien, um diese Ar­beit, ihren ungestörten Fortgang und ihren mora­lischen und materiellen Segen gegen zerstörende Gewalten von außen zu sichern. Arbeit und Wehr sind nur zwei Seiten eines Begriffs: der Nation. Als der Führer und der Duce während der großen Schlacht des letzten Manövertages sich die deutsche Wehrausbildung ansahen, erblickten sie nur das Ergebnis der Arbeit, des Geistes, mit dem die Massen an die Arbeit Herangehen, der in Essen in der Rüstungskammer des Deutschen Reiches ihnen sinnfällig wurde. Beide, Arbeit und Wehr, sind der Inhalt des Liedes vom wahren und echten Vater- land. D. S.

gemeinsamer Interessen. Sie ist nicht und will nicht sein ein in sich geschlossener V l o ck, der sich mißtrauisch und ängstlich gegen die übrige Welt abschlieht. Italien und Deutsch­land sind bereit, mit allen anderen Völkern zusammenzuarbeiten, die guten Willens sind. Was sie verlangen, ist Achtung und Verständnis für ihre Bedürf­nisse, ihre Notwendigkeiten und ihre berechtigten Ansprüche. Als einzige Bedingung für ihre Freundschaft verlangen sie nur, daß man d i e Grundlagen unserer ruhmreichen europäischen Kultur nicht anzutasten versucht.

Die Besprechungen, die ich mit Eurer Exzellenz in diesen Tagen geführt habe, haben unsere Freundschaft gekräftigt und gegen jeden Storungs - und Spal­tungsversuch von welcher Seite er auch kommen möge gefeit. Wenn ich nach Italien zurückkehre, so nehme ich mit mir die Erinnerung an Eure prachtvollen Truppen, an Eure Volks­kundgebungen, an das geistige und technische Auf­bauwerk, das das deutsche Volk unter seinem Füh­rer vollbracht hat, die Erinnerung an Eure Tat­kraft, an die Aufnahme, die Ihr mir bereitet habt und für die ich Euch zutiefst dankbar bin. Vor allem aber nehme ich das bestimmte Bewußtsein unserer festen Freundschaft mit mir.

Ich erhebe mein Glas aus das Wohl des Führers und Kanzlers Adolf Hitler, auf das Gedeihen und die Große des nationalsozia­listischen Deutschlands.

Nach dem Essen fand ein Konzert statt, bei welchem die Kammersängerinnen Diorica Ursu - l e a c und Martha Fuchs, die Kammersänger Bockelmann, Schlusnus und Ludwig, von Professor R a u ch e i s e n am Flügel begleitet, die Gäste durch Gaben deutscher und italienischer Musik erfreuten. Nach mehrstündigem Aufenthalt in der Reichskanzlei Lehrten der Duce und Außen­minister Graf Ciack8 gegen Mitternacht ins Haus des Reichspräsidenten zurück. In ihrer Begleitung befanden sich wiederum der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-Schwante und Legationsrat Boitze.