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Cpb. Frankfurt a. M„ 27. 3ull Das Sondergericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 55jährigen 3. Wilhelm Mieger aus Köppern wegen Verbrechens nach § 1, Absatz 1, Ziffer 1 des Gesetzes zur Gewährleistung des Rechtsfriedens zu leben slänglichem Zuchthaus und wegen
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wird So sah ich einmal zwei sich höchst erregt ansingende Grasmückenmännchen dicht beieinander im Busch. Der Gesang steigerte sich immer mehr, lebet wollte den andern übertrumpfen, bis schließlich einer des Singens müde ward und ein paar kleine stiebende Federn zu Zeugen eines heftigen Meinungs- austaufchs über unbeachtete „Verbotstafeln" wurden
So kriegerisch nun der Gesang — vom Standpunkt des Biologen — sein kann (er wird bei den verschiedenen Vögeln und bei verschiedenen Gelegenheiten ja immer eine etwas andere Bedeutung haben), und so einleuchtend unsere Erklärung scheint: die herrliche Mannigfaltigkeit der Laut- äußerungen erklärt sich daraus doch noch nicht. Wer je einmal an einem schilfumgürteten Teich dem Ge
schwätz der Rohrsänger gelauscht hat, dem wird es irgendwo so vorgekommen sein, als passe dieses monotone Singen zum Teich wie das oft so ähnliche Quarren der Frösche Und die Vögel der Wiese und die der Wälder — auch sie haben ihren eigenen „S t i V* Scheint es da nicht so, als ob es die Seele der Landschaft ist, die sich auch in den Vogelkehlen ausdrückt, und ist es nicht wahr, daß all die vielen Vogellieder eine wunderbare Harmonie erfüllen? Eine Harmonie, die unsere größten Komponisten immer wieder gefesselt hat, weil sie das verkündet, was unsere Seele selbst nicht verschweigen kann und doch nicht deuten will: den tönenden Zauber der Landschaft!
Verordnung ausdrücklich verboten ist, beim Verkauf von Fellen und Häuten für Zwischen- und Fertigerzeugnisse, sowie für die aus ihnen hergestellten Waren im Jnlanbverkehr einen höheren Preis zu fordern, oder sich durch einen andern gewähren oder versprechen zu lassen, als ihn der Verkäufer in der Zeit vom 17 März 1934 bis 14. April 1934 bei den Verkäufen, die nach Art, Güte und Menge der verkauften Ware vergleichbar sind, höchstens erzielt hat. Auch nach Erlaß der Preisftoppverord- nung hat Sundheimer noch für Waren, die er vor dem Stichtag (18. Oktober 1936) zu billigeren Preisen verkauft hat, höhere Preise verlangt. Es steht fest, daß die gesetzwidrigen Gewinne, die er dabei erzielte, als unerhört hoch bezeichnet werden müssen. Er wurde deshalb in eine Ordnungsstrafe von RM.
Bveslau, im Juli.
Breslau rüstet zum 12. Deutschen Sänger- bundesfest (Protektor: Reichsminister Dr. Goebbels), das vom 28. Juli bis 1. August stattflndet. Breslau: das ist zu wenig gesagt. Das ist die Hauptstadt Schlesiens, wer aber Schlesien kennt, der weiß, daß hier alles eine große Familie ist. So nimmt an der Festesfreude, an dem Empfang von 150 0 0 0 Sängern aus ganz Deutschland nicht nur die Metropole an der Oder, sondern die ganze Provinz Schlesien mit ihren 4xk Millionen Einwohnern teil.
Jahrhunderthalle, erbaut zur Erinnerung an 1813, ihren Mittelpunkt findet, glänzend und herzlich zu begehen.
gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wilderns Vergehens gegen das Schußwaffengeseh zu Jahren Zuchthaus sowie Ehrverlust auf benszeit.
Der zweite Tag des Prozesses.
erhalten. Diese Aussagen seien nicht glaubwürdig und ungenügend, darauf ein Todesurteil aufzu« bauen. Der Angeklagte habe nie die Absicht gehabt zu töten und man könne ihn n u r w e g e n F o r ft- wider st andes und Wilderei verurteilen.
Der deutsche Männergesang hat eine große natio- ~ ‘ In der Zeit der Kleinstaaterei und 100 Jahren waren es die Sänger,
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Urteil und Begründung.
Das Sonder'gericht verurteilte, wie eingangs dargetan, den Angeklagten zu lebenslänglichem Zuchthaus, zu 15 Jahren Zuchthaus und zu Ehrverlust auf Lebenszeit.
Der Angeklagte ist nach feinem eigenen Geständnis des gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Wib derns schuldig und er ist deshälb schon dreimal vorbestraft. Das Gericht hält mit Rücksicht auf die Hartnäckigkeit des Angeklagten die höchst zulässige Strafe für angebracht. Was den Kernpunkt der Verhandlung, den Fall Belloff anbelangt, so ’at sich das Gericht den eigenen Angaben des'Angeklo.q- ten angeschlossen. Er hatte den Vorsatz der Ver- scheuchung und der Beseitigung gehabt. Welchen Vorsatz er ausführte, richtete sich nach der Entwicklung des Falles. Der Angeklagte bat erst längere Zeit gebraucht, um sich im Falle Belloff vom Tötungsentschluß abzuwenden. Wenn es ihm nicht darauf ankam, den Förster umzulegen, so gab es iur den Angeklagten nur eine Maßnahme, nämlich nicht nach dem Karabiner zu greifen. Der Angeklagte sei später wieder vom Versuch zurückgetreten und zwar freiwillig. Es liegt vollendetes Unternehmen vor, ohne daß Mordversuch oder Totschlags- versuch festgestellt zu werden braucht. Wenn es nicht dazu kam, daß der Förster fein Leben einbüßte, so ist das auf das energische Verhalten des Försters zurückzuführen
Gegen den Angeklagten war die Todesstrafe beantragt. Das Gericht hat sich diesen Antrag lange überlegt. Der Angeklagte ist ein Mensch, dem alles zuzutrauen ist Aber es wurde berücksichtigt, daß der Schluß der Tragödie nicht in traurigem Sinne endete. Das Urteil ist sofort rechtskräftig. — Das Gericht zog auch die beschlagnahmten Waffen und Munition ein.
Das Grenzlandtheater, das der Führer der Saarbevölkerang schenkt
terial zusammenzutragen. Gedanken an Frau unb Kind bewogen Mieger jun das zu sagen, was gesagt werden mußte. Es war auffällig, daß all das, was der junge Mieger sagte, in den wesentlichen Punkten von den Zeugen bestätigt wurde. Die Fälle Birkenauer und Hoffmann werden für Mieger sen. anderweitig zur Verhandlung stehen, jetzt handelt es sich nur um den Fall des Försters Belloff, der deshalb herausgegriffen wurde, weil er noch nicht sehr lange zurückliegt und weil er die Möglichkeit bot, im schnellen Verfahren vor dem Sondergericht abgeurteilt zu werden.
„So findet das große Fest des deutschen Liedes offene Herzen und Türen. Im Mittelpunkt der Bres- au„er JRS? %.en die „Gauweihestunden": „Wehr- U,, D^k (Sangergau Thüringen), „Schaffendes Volk (Rheinland) und „Fröhlich Volk" (Franken).
15 000 genommen. Sundheirner ist inzwischen Ausland geflüchtet.
Rundfunkprogramm.
Donnerstag, 29. Juli.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik.
Angesichts des großen Abstimmungssieges im Jahre 1935 schenkte der Führer und Reichskanzler den treuen Volksgenossen an der Saar ein neues Theater, mit dessen Bau im Jahre 1936 begonnen wurde, das in Saarbrücken stehen wird. Dieses Grenzlandtheater wird zu den modernsten Bühnen der Welt zählen. Diese Aufnahme veranschaulicht das Modell des großen Theaters. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Der Ruf des Liedes.
Zum 12. Deutschen Sängerbundesfest.
-Won unserem Li.-Mtarbeiier.
Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu: 10: 12. Deutsches Sängerbundesfest. Aus dem Saal der Handwerkskammer: Konzert der Sänger-
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Die Sangesbrüder aus ganz Deutschland werden in Schlesien den deutschen Menschen finden, der hier die Wacht im Südosten treu und zuverlässig hält. Schlesien ist einer der deutschesten Gaue, weil hier vor fast 1000 Jahren alle deutschen Stämme zur friedlichen Kultivierung des Landes beitrugen. Hier ist ein fröhliches und fleißiges Volkstum zuhause, eng verbunden mit seiner Scholle. Aus diesem Lande stammen Sänger nnd Dichter, Gottsucher und Philosophen: Angelus Silesius Logau, Opitz, Jakob Böhme, Gustav Frey'tag, Eichendorfs, Carl und Gerhart Hauptmann, Hermann Stehr und viele andere, die R^ihe will nicht enden.
Das Land ist deutsch wie seine Menschen. Einst trugen Bauern, Ritter und Mönche die deutsche Kultur hierher, gründeten Städte und Dörfer, rodeten den Oderwald und besiedelten die Bergtäler, schufen Grenzen, die bis zur Losreißung Ost- Oberfchlefiens niemals in Frage gestellt wurden. Deutsche Ritter und Bergknappen schlugen auf der Wahlstatt bei Liegnitz die Mongolenschlacht und retteten das Abendland. Schlesien widerstand ein volles Jahrhundert in den Hussitenzügen den Bolschewisten jener Zeit. Die stolzen Bauten seiner Hauptstadt, voran das herrliche Rathaus, legen Zeugnis ab von der Kraft feines Bürgertums und von der Größe der damaligen deutschen Kunst.
Schlesien hat jedes deutsche Schicksal getragen. Lange Zeit war es in kleine machtlose Fürstentümer zerrissen, von Religionskämpfen erfüllt, ein Spielball benachbarter Staaten. Ein Nationalgefühl konnte sich lange nicht entfalten, der Heimatgedanke trat an seine Stelle. Fast ein Jahrhundert stand es dann unter der Habsburger Krone, manches zeugt davon noch in heutiger Zeit. Als aber die Preußentrommel 1741 bei Grünberg erklang, der junge Friedrich in dies Land marschierte, da war es ihm verfallen, da begann feine große Zeit. Es war eine Zeit der Opfer, des Ringens und Kämpfens. Wie um eine Braut hat Friedrich der Große um diese Provinz geworben, ist darüber alt und gebeugt geworden. Aber der Ruhm von Hohenfriedberg, Leuthen und Liegnitz überstrahlt die Jahrhunderte! Damit war Schlesien festgekettet an das norddeutsche Schicksal. Es war diejenige Provinz, die sich 1813 zusammen mit Ostpreußen zuerst erhob, um die Fremdherrschaft zu brechen.
Mächtige Stürme sind durch ein neues Jahrhundert über den stolzen Sudetenkamm gezogen, Haden die Türme der Städte umbraust und die Ebene des Landes erfüllt weit in den osteuropäischen Raum hinein. Schlesische Landwehr trotzte der Bedrohung des oberschlesischen Industriegebietes gegen die Russenheere. Breslau wurde eilig befestigt, das Land arbeitete, kämpfte und vertraute auf Gott. Nach dem bitteren Ende, angesichts des polnischen Aufstandes, der Oberschlesien losreißen wollte, trat noch einmal die Jugend aller deutschen Stämme auf Schlesiens Boden zum Sturme an: das war xam Annaberge 1920.
schwere Zeiten sind gefolgt. Die Trennung Oft- Oberfchlesiens beraubte die Provinz eines großen Teils ihrer reichsten Bodenschätze. Das weite wirtschaftliche Hinterland nach dem Osten ging verloren. Das fleißige Schlesien, einst Preußens wichtigste Jndustrieprovinz, lag darnieder, jahrelang dauerte das Elend der Arbeitslosigkeit. Breslau wurde damals eine der am meisten verschuldeten Städte. Auch hier hat der Nationalsozialismus Wandel geschaffen bie Hoffnungslosigkeit besiegt und dem Volke den Glauben an die eigene Kraft zurückgegeben. Freudig stehen Stadt und Land unter Adolf Hitler und feinen Fahnen.
Im Prozeß gegen Mieger sen. wurde am Dienstag die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Revierförster F. schildert zwei Zusammenstöße, die er mit Wilderern im Frankensteiner Wald hatte. Arn Vormittag des 1. November 1931 sah der Förster zwei Mann auf sich zukvmmen, von denen sich der eine sehr für die Spuren des Wildwechsels zu interessieren fchien. Der Förster schoß dreimal und nahm mit feinem in der Nähe weilenden Schwager die Verfolgung auf. Die Leute entkamen jedoch. Wenige Tage später hörte der Förster zwei Schüsse fallen Mit einem Holzhauer machte er sich auf die Suche, um festzustellen, ob Wilderer am Werke seien. In einer Fichtendickung sah er einen Mann, der pirschte und langsam auf ihn zukam. Der Unbekannte kniete plötzlich nieder und ging in Anschlag. Als der Wilddieb seine Waffe gegen den Förster gerichtet hatte, schoß der Förster. Der Förster sah noch, wie der Wilddieb in einer Schneise verschwand. Nach diesen beiden Vorgängen im November hat der Förster die Leute noch mehrmals gesehen, zweimal davon mit Gewehren: es habe sich aber keine Gelegenheit geboten, die Leute auf frischer Tat zu ertappen.
Der nächste Zeuge ist der Revierförster M in Rodheim. Im Roßbacher Wald fand er einmal Schneespuren und entdeckte einen Rucksack mit Reh- fleisch. Als er den Rucksack eben aufheben wollte, wurde aus der Dickung geschossen, doch war niemand zu sehen. Vier Jahre später erzählte dem Zeugen ein gewisser T., daß es damals der alte Mieger gewesen sei, der auf ihn geschossen habe
Der nächste Zeuge ist ein 69jähriger Kaufmann aus Nauheim, der häufig Jagdgast in Roßbach, Ockstadt, der Kapersburg war. Im Jahre 1922 sollte er einen Hirsch abschießen. Auf dem Hochsitz weilend, sah er in 200 Meter Entfernung einen Mann in Uniform auf sich zukommen. Der Zeuge verließ den Hochsitz und trat auf den Unbekannten zu. Dieser war sichtlich erschrocken und fragte, ob da oben noch jemand sitze. Als der Zeuge dies verneinte, hatte der Unbekannte auch schon das von ihm versteckt gehaltene Gewehr im Anschlag. Der Zeuge bemerkt noch, daß Mieger blitzschnell das Gewehr in Anschlag gebracht hatte. Der Vorsitzende trifft aus den weiteren Bekundungen die Feststellung, daß Mieger so lang im Anschlag geblieben war, bis der Zeuge etwa hundert Meter zurückgelegt hatte.
Der nächste Zeuge, ein Steiger aus Ober-Roßbach, hatte verschiedene Erlebnisse mit dem Angeklagten. Eines Tages traf er Mieger und Sohn mit einem Handwägelchen im Walde an. das mit Reisig überdeckt war und Hirschfleisch enthielt. — Ein andermal befand er sich Mieger auf etwa 50 Meter Entfernung gegenüber. Mieger hatte ihn nicht erkannt und auf ihn angelegt.
„Ich habe geglaubt, es fei ein Förster, es war hohe Zeil, daß du dich gemelbef hast, sonst wärst du erledigt gewesen",
rief ihm Mieger zu. Ein anderer Zeuge hat 1921 Mieger auf seinen Gängen in den Wald begleitet. Mieger schoß einmal ein Reh und einen Hirsch, als ein Förster kam, dem Mieger mit den Worten entgegentrat: „Halt, mach dich ab, hier ist besetzt!" Der Förster sei denn auch fortgegangen. Als Mieger die Angaben des Zeugen als ein Märchen bezeichnet, dreht sich der Zeuge zum Publikum um und ruft: „Jetzt weiß ich aber nicht mehr, was ich sagen soll." Dieser und auch die anderen Zeugen werden sämtlich vereidigt, nur der Sohn Miegers bleibt unvereidigt.
Die nächsten 'Zeugen. Vater und Sohn, hatten sich am 12. April 1933 von Köppern in den Wald begeben, weil sie einen Nachbarn im Verdacht hatten zu wildern und ihn beobachten wollten. In einiger Entfernung kamen ihnen zwei Männer entgegen, die hintereinander gingen und anscheinend etwas trugen. Plötzlich fielen drei Schüsse. Der Sohn wurde an der Hand verletzt und fand nachher eine Kugel in seiner Rocktasche Mieger will nicht geschossen haben, wird aber von seinem Sohn in diesem Fall belastet.
Unter großer Spannung tritt dann die 26jährige Minna Mieger, die Frau des zum Tode verurteilten Sohnes des Angeklagten, in den Saal. Sie gibt Auskunft über den Verbrauch und das Ein- wecken des gewilderten Fleisches, in das sich die Familien teilten. Als die Zeugin entlassen wird,
Turner, Schützen und Forscher, die bei ihren Festen den Einheitsgedanken feierten. Es waren die Weihe- ftunben deutscher Hoffnung. Erst 1862 ist in Ko- burg der Deutsche Sängerbund gegründet worden, im Morgenrot der beginnenden Einigung des Reiches. Als später das Werk Bismarcks vollendet war, schloß der Sängerbund die Brüder aus Oesterreich nicht aus, sondern öffnete ihnen die volle Mitgliedschaft. Jedes der großen Sängerfeste war ein voller Erfolg: 1865 in Dresden, 1874 in München, 1882 in Hamburg, 1890 in Wien, 1896 in Stuttgart, 1902 in Graz, 1907 erstmals in Breslau, 1912 in Nürnberg, 1924 in Hannover, 1928 wieder in Wien, 1932 in Frankfurt a. M Das diesjährige Sängerbundesfest ist das erste im neuen Reich. Breslau fetzt alle Hände in Bewegung, um biete große Veranstaltung, die in der
Erst den Rebbach/ dann nimmt er Reißaus.
3ude wegen Wuchers mit 15 000 RM. bestraft.
Lpd. Offenbach a. M., 26. Juli. Der Jude Ernst Sundheirner in Offenbach wurde wegen grober Verstöße gegen die Vorschriften der Lederpreisverordnung und der Preisstoppoerordnung mit 15 000 RM Geldstrafe belegt.
Wie die Polizei mitteilt, hat der Jude Sundheirner nach dem Ergebnis der Feststellungen in ganz krasser Weise gegen die Vorschriften zur Verhinderung von Preissteigerungen auf dem Gebiet der Lederwirtschaft vom 20. April 1934, gegen die Verordnung über die Bildung von Preisen und Entgelten auf dem Gebiet der Lederwirtschaft (Lederpreisverordnung) vom 29. April 1937 und die Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen vom 26. November 1936 (Preisstoppverordnung) verstoßen.
Sundheirner hat insbesondere bei Rohwaren erhebliche Verletzungen der Höchstpreisbestimmungen begangen. Während er im Jahre 1933 im allgemeinen mit 4 0 bis 5 0 v. H. Verdienst kalkulierte, nahm er nach Inkrafttreten der Lederpreisverordnung vom 29. April 1937 erhebliche lieber- preise. Die Ermittlungen ergaben, daß er mit Verdien st spannen bis zu 321 v. H. arbeitete. Diese Verdienstspannen wurden von Sund- heimer berechnet, obwohl es nach der Lederpreis
oereinigung Mühlau (Tirol). 12: Musik für alle. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle. 14: Nachrichten. 14.10: Das Leben ist am schwersten drei Tage vor dem Ersten! Allerlei Sorgenbrecher. 15: Volk und Wirtschaft. „Bauern" vom Schienenstrang. 15.15: Für unsre Kinder. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Auf allen Registern. Klingende Farbenspiele. 20.20: Nachrichten. 20.30: Anläßlich des 12. Deutschen Sängerbundesfestes in Breslau (aus der Jahrhunderthalle in Breslau): Festoratorium von Händel. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk.
bittet sie, noch eine Aeußerung tun zu dürfen und sie ruft dem Angeklagten zu:
„Valer, sag' wegen des Hoffmanns die Wahrheit, weiter will ich nichts sagen."
Es erscheint nunmehr die Ehefrau des Angeklagten, die völlig zusammengebrochen ist und ihre Aussage verweigert.
Ein Büchsenmacher erstattet ein längeres Gutachten, wonach die in der Tasche eines der Zeugen gefundene Kugel aus dem Karabiner stammen kann, der im Besitz des Angeklagten war. Nachdem sich noch der Sohn des Angeklagten zu einigen Fällen t geäußert hatte, wurde die Beweisaufnahme ge- I schloffen.
Staatsanwalt beantragt Todesstrafe.
Der Staasanwalt betonte in seinem Plädoyer zunächst, daß man vor sieben Wochen in dem gleichen Saal gegen den Sohn verhandelt habe und daß da wohl niemand im Saal weilte, der nicht das Empfinden hatte, daß die Mordsache nicht restlos aufgeklärt worden sei. Der Vater, der immer verstand im richtigen Augenblick zu lachen und zu meinen, trage die Hauptschuld an der furchtbaren Bluttat. Der Sohn aber mußte das schwere Los auf llch nehmen, weil er und auch fein Vater es so gewollt hätten.
Unter dem Druck des Todesurteils gab er der Wahrheit die Ehre und schilderte den Vater als den gefürchteten Wilderer, der alles schoß, was ihm vor die Flinte kam, und der sich nicht scheute, mit Menschen so umzuspringen, wie mit dem Wild
Aus dieser ganzen Atmosphäre ist dann dieser Prozeß erwachsen, und es war nicht leicht, das Ma-
Die deutschen Sängerfahnen, die zum 12. Deutschen Sängerbundesfest nach Breslau kommen, werden mit dieser Gedenkplakette versehen, die von dem Deutschen Sängerbund herausgegeben wurde. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Die „Deutsche Weihestunde" im Stadion wird von den Sängergauen Schlesien, Schwaben, Rheinland, Nassau, Hessen, Baden, Thüringen und Kurland musikalisch bestritten. Der Massenchor dieses Tages wird als ein Gelöbnis weit ins Reich hinein klingen:
„Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte."
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Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten W sa im Sinne der Anklage zu verurteilen und beän- 'mwat tragte bie Todesstrafe, dauernden Verlust -Met der bürgerlichen Ehrenrechte und Einziehung der da, e beschlagnahmten Gegenstände.
Der Verteidiger führte u. a. aus, daß sich die Anklage des Staatsanwalts hauptsächlich auf die Aussagen des jungen Mieger aufbaue, eines zum Tode Verurteilten, bet nichts mehr zu riskieren
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