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fleischversorgung vermieden wird. Allen denjenigen Züchtern, die diese Parole gewissenhaft befolgen, werden die Organe der Regierung und des Reichs­nährstandes bei der Belieferung mit Futtermitteln alle mögliche Erleichterung gewähren.

Bisher bestand für den Bauern ein Anbauzwang für die wichtigsten Getreidearten, gleichzeitig waren Kontingente zur Ablieferung von Brotgetreide (Rog­gen und Weizen), sowie für Hafer und Gerste fest­gelegt. Was der Erzeuger nach Erfüllung seiner Ablieferung mit dem Ueberschuß machte, blieb ihm überlassen. Im großen Umfange wanderte der Roggen in den Futtertrog. Während nun für Hafer und G e r st e das bisherige Verfahren weiter bestehen bleibt, wird für Brotgetreide der Ablieferungszwang eingeführt und gleichzeitig ein Verfütterungsverbot erlassen. Der Bauer muß von nun an sämtliches Brotgetreide, ausgenommen das, was der eigene Verbrauch er­fordert oder was er an Deputat für fein Personal zu liefern hat, an die Mühlen oder Getreidestellen abgeben. Eine Verfütterung ist streng verboten, auch im Deputat darf nur der Bedarf zur mensch­lichen Ernährung enthalten sein, selbst, wenn die Verträge anders lauten. Auch an Tierhalter darf'kein Brotgetreide verkauft werden. Diese Bestimmung betrifft alles wahlfähige Ge­treide, für nichtmahlfähige Mengen darf der Nähr- stand Ausnahmen zulassen.

Zur Sicher st ellung der Viehwirt­schaft sind ausreichende Verträge mit dem Aus­land geschlossen worden, so daß der deutsche Land­wirt Futtergerste und Mais für den Futter­trog in genügender Menge, seinem Bedarf entspre­chend, erhalten kann. Dabei wird er sich nicht schlecht stellen, denn die Futtergerste ist heute etwa 10 Mark der Mais sogar um 20 Mark pro Tonne billiger als der Roggen. Wer seine Ablieferungspflicht er­füllt hat, dem wird es nicht schwer fallen, vollwer­tigen Ersatz in diesen Futtermitteln zu beschaffen. Der Bedarf an Futtermitteln wird übrigens nicht so groß sein, wie im vorigen Jahr, weil der Schweinebestand nicht gestiegen ist.

Wie bisher, so wird auch jetzt wieder der Reichs­nährstand die Ablieferung ordnen. Es ist nicht daran gedacht, in schikanöser Weise die Produktion zu erschweren, sondern wie der Reichsbauern­führer Darre ausgeführt hat es soll sich das un­umgängig Notwendige im Geiste des Ver­trauens vollziehen und durchsetzen. Allerdings: dort, wo böser Wille zur Mißachtung und S a- b o t a g e der Verordnung führen sollte, wird mit eiserner Faust durchgegriffen. Die hier ange­setzten Strafbestimmungen sehen Geldstrafen bis zur unbegrenzten Höhe und in besonders schlimmen Fällen Zuchthausstrafe vor. Derartige Fälle wer­den aber gewiß selten sein: wo sie sich ereignen, treffen sie nicht den deutschen Bauern, sondern nur Elemente, die sich außerhalb der Volksgemeinschaft gestellt haben.

Unfreundliche ausländische Zeitungsschreiber ha­ben uns jetzt fast jedes Jahr den Zusammenbruch unserer Ernährungswirtschaft prophezeit. Auch die anfälligsten deutschen Pessimisten werden jetzt solche Voraussagen ziemlich kaltblütig aufnehmen. Richtig ist allerdings, daß wir künftig etwas brei­ter kalkulieren müssen, und daß wir auch die Möglichkeit ins Auge zu fassen haben, daß eines Jahres einmal die Ernte unbefriedigend ausfallen könnte. Deutschland ist gewiß landwirtschaftlich nicht besonders bevorzugt. Es hat sich aber als überaus segensreich erwiesen, daß die Böden so verschieden sind. Wenn in einem Jahre der Frühling und der Sommer besonders naß sind, erzielen die mageren und sandigen Böden gute Erträge, während die fetteren Böden unter dem Durchschnitt bleiben: um­gekehrt wird in trockenen Jahren der Ausfall auf den mageren Böden durch desto reichlichere Ernten auf den guten Böden ausgeglichen. Daher sind auch unserem Vaterland große 'Erntekatastrophen, wie andere Länder, beispielsweise am Mittel- und Un­terlauf der Donau sie erlebt haben, erspart geblie­ben. An Roggen kann Deutschland sei­nen Inlandsbedarf unter allen Um­ständen decken, wenn dafür Sorge getragen wird, daß jeweilig bei Ablauf eines Getreidewirt- fchaftsjahres die vorjährigen Bestände nicht völlig aufgebraucht sind. Dann wird es möglich sein, auch in einem Jahre mit unterdurchschnittlicher Ernte ohne Zukauf ausländischen Roggens auszukommen. Dieses Ziel wird jetzt planmäßig angestrebt.

Mag der Entschluß, den der Reichsbauernführer vor den Vertretern des Reichsnährstandes, vor den Reichsstatthaltern und Gauleitern, Oberpräsidenten usw. verkündete, schwer gewesen sein, so wohnt ihm doch eine Größe inne. Es ist der feste Plan zu einem Ausgleich auf lange Sicht, eine Vorsorge für Jahre mit ungünstige- ren Ernten. Heber allem aber steht der Wille, dem deutschen Volke in seiner Gesamtheit einen entscheidenden Dienst zu leisten?

Erhöhung der Eisenbahntarife in England.

London, 27. Juli. (DNB.) Der Tarifausschuß der englischen Eisenbahnen hat beschlossen, alle Fahr - und Fr ach t p r e i s e ab 1. Oktober u m 5 v. H. z u erhöhen. Ausgenommen von dieser Erhöhung sind gewisse Arbeiterfahrkarten und die Fahrpreise auf einigen Londoner Vorortstrecken.

4/5 Millionen Arbeitstage Verlust im Juni.

Neuyork, 27.Juli. (DNB.) Durch Streiks hat die Wirtschaft der Vereinigten Staaten im Mo­nat Juni insgesamt 4,5Millionen Arbeits­tage eingebüßt. Nach Angaben des Arbeits- ministerums waren am 1. Juni 300 Streiks im Gange, 575 begannen neu im Juni, und im Ver­lauf des Monats endeten 530. Im Juni gingen, wie weiter mitgeteilt wird, mehr Arbeitstage ver­loren, als in irgendeiner Zeit der letzten 18 Mo­nate.

Eine ernste Leb ensmitte lnot bedroht die 5,3 000 Einwohner zählende Stadt Buffalo (ySA). infolge eines feit langem anhaltenden Streiks der Lastwagenfahrer und Fleischer. Streikposten vor 44 Großhandelshäusern verhin­dern jedweden Abtransport von Nahrungsmitteln so daß der Einzelhandel auf die Zufuhr von Far­men der Nachbarschaft angewiesen ist. Infolgedessen sind nur noch geringe Vorräte an Eiern, Butter und Geflügel vorhanden: Fleischvorräte sind nur noch für drei Tage da. Verschiedene Metzgereien rationieren bereits den Verkauf. Die Streikenden fordern Anstellung nur gewerkschaftlich Organisier­ter. Alle bisherigen Verhandlungen mit den Strei­kenden sind gescheitert.

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Kämpfe um Peiping

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Labour gegen englischeRegierung

London, 28. Juli. (DNB.) Der Landesrat der englischen Labour-Party trat am Dienstag zur Erörterung der spanischen Lage zusammen. Nach der Sitzung wurde eine Erklärung veröffentlicht, die den klaren Versuch der Sabo­tage der gegenwärtigen Bemühungen im Nichtein­mischungsausschuß darstellt. Der Landesrat richtet eineWarnung an die Nation", in der es heißt,

eineernste Gefahr" fei vorhanden, daß die eng. lische Regierung die Parlamentsferien aus. nutzen würde, um General Franco anzuer­kennen. Der Landesausschuß der Labour-Party sei der Ansicht, daß die Kriegführenden-Rechte^ selbst nicht in einer eingeschränkten Form den spanischen Aufständischen" zuerkannt werden sollten. England solle seine Macht als Völkerbundsmitglied benutzen, um die sofortige Zurückziehung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien zu erzielen.

terien neue hinzugefügt worden seien, doch wisse man englischerseits sehr gut, daß auch diese Ge­schütze

keine Gefahr für Gibraltar oder für die Schiff­fahrt darstellten.

Das Unterhaus werde verstehen, daß Ceuta spanisches Gebiet sei. Er schlage deshalb vor, man solle der englischen Regierung Vertrauen schenken, daß sie die ganze Angelegenheit und ihres^ Wichttgkeit in bezug auf die Umstände im AugeU behalte. Er, Jnskip, hoffe, daß die Tatsachen, über 1 die er berichtet habe, den unnötig alarmie« renden Erklärungen ein Ende bereiten roür« den, die bezüglich der angeblichen Bedrohung ge. macht worden seien.

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kündigt, daß die Moskauer Regierung General Franco niemals das Recht einer kriegführenden Partei zusprechen werde.

Da man aber auf der anderen Seite durchblicken lasse, daß Moskau sehr wohl eine andere Haltung einnehmen könne, stehe man lediglich dem Beweis der Doppelzüngigkeit Sowjetrußlands gegenüber. Moskau habe zwei Gesichter. Das eine predige die Revolution, während das an­dere sich einen befriedigten Anstrich gebe.

Der Kreml bediene sich der Komintern, um Unfrieden zu säen, er behaupte aber gleichzeitig, unabhängig von der Komintern zu fein, wenn es sich darum handele, die Früchte dieser Saat zu ernten.

London, 28. Juli. (DNB.) Jrn Verlauf der Hn- terhausaussprache über die Wehrhaushalte nahm Verteidigungsminister Lord Jnskip das das Wort. Er behandelte zunächst die L u s t s ch u tz- frage. Die Regierung erkenne die Wichtigkeit die­ser Frage an, doch könne der Luftschutz nicht von heute auf morgen organisiert werden. Immerhin seien die Dorbereitungsarbeiten bereits weit ge­diehen. Er hoffe, daß die Pläne in Kürze fertig ausgearbeitet feien und man dann mit der eigent­lichen Arbeit beginnen könne.

Lord Jnskip antwortete dann auf frühere An­griffe Churchills, der in der Aufstellung von G e - schützen auf spanischem Boden eine Bedrohung Gibraltars erblickt hatte. Der Minister erklärte, man sei vielleicht ein wenig un­geduldig darüber gewesen, daß die Regierung feine Mitteilungen abgegeben habe, doch bemühe sie sich, nur wahrheitsgetreue, zuverlässige Mitteilungen zu machen.

In der Bucht von Algeciras seien keine Kano­nen aufgebaut, die als eine Drohung für

Gibraltar betrachtet werden könnten.

Eine Batterie von vier schweren Haubitzen sei gegenüber der Straße von Gibraltar aufgebaut worden, zwei seien wieder beseitigt wor­den. Diese Haubitzen hätten sich schon vor dem Ausbruch der Kämpfe im Besitz der spanischen Re­gierung befunden und es sei erklärt worden, daß sie anders aufgestellt worden wären, wenn sie eine Drohung für Gibraltar hätten darstellen sollen. Er könne allerdings über die technischen Einzelheiten »des Aufbaues der Haubitzen keine Einzelheiten sagen, da er nicht sachverständig sei. Haubitzen seien keine Küstenbatterien. Man habe er­klärt, daß eine einzige Haubitze die Schiffahrt de-

Ueber Peiping ist das Kriegsrecht verhängt worden, und am Kuangantor, das unsere Karte veranschau­licht, kam es zu heftigen Kämpfen Mann gegen Mann. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Hauptquartier der japanischen Nordchina-Garnison in Tientsin aufgefordert, die japanischen Truppen unverzüglich von Lansang zurückzunehmen.

In die heule begonnenen Kämpfe sind nicht nur die Truppen der 3 7., sondern auch der 3 8. und 13 2. Division verwickelt. Der Versuch, in die 29. Armee einen Keil zu treiben, ist also miß­lungen.

Heber yeixing wurden japanische Be-

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Peiping, 27. Iuli. (Ostasiendienst des DRV.) Die chinesischen Behörden in Peiping geben offiziell bekannt, daß die japanischen Forderungen Dienstag nachmittag endgül­tig abgelehnt worden seien, und ermahnen die Bevölkerung zur Ruhe. Gleichzeitig wurde das

interessen dem Bannkreis Moskaus zu verfallen. Die nächsten Tage würden die nötige Klarheit darüber schaffen müssen.

Moskaus zwei Gesichter.

-Paris, 28. Juli. (DNB. Funkspr.) Der Außen­politiker des Journal" stellt fest, daß Sow­jetrußland die alleinige Verantwor­tung für den Fortgang der Londoner Nichtein­mischungsbesprechungen habe.

Das Schicksal des englischen Planes, der die letzte Karte für die internationale Zusammen­arbeit darstelle, hänge ausschließlich von Mos­kau ab. Alle anderen Mächte hätten eindeutig Stellung genommen. Der sowjelrussische Bot­schafter in London dagegen habe sofort ange-

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Botschafter Grandi bei Ehamberlacn.

Chamberlain erklärt:

England führt nichts gegen berechtigte italienische Bestrebungen im Schilde

Keine Gefahr für Gibraltar.

Oer englische Verteidigungsminister widerlegt Alarmberichte.

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obachlungsflieger gesichtet. Chinesische Be­richte melden den Abwurf von Gasbomben bei der Marco-Polo-Brücke.

Erklärung Bankings.

Nanking, 27. Juli. (DNB.) Das chinesi­sche Außenministerium gibt eine längere Erklärung zu der Wiederaufnahme der Kämpfe bei Lansang ab. .Nach einer Schilderung des Herganges der Ereignisse heißt es, daß die Japaner den örtlichen chinesischen Behörden unmögliche Forderungen gestellt hätten. Die chinesische Regierung habe sich bemüht, den Frieden im Fer­nen Osten zu erhalten und habe durch diplomatische Mittel eine friedliche Lösung herbeizuführen ver­sucht. Bedauerlicherweise habe die japanische Re­gierung die Annahme der chinesischen Vorschläge verweigert.

Es heißt in der Erklärung weiter, daß Chinas Bemühungen, den F r i e d e n zu erhalten, nunmehr erschöpft seien.

Erklärung Tokios.

Tokio, 28. Iuli. (DRB. Funkspruch. Offnfi?|U dienst des DBB.) Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes hat eine Erklärung abgegeben, in der es u.a. heißt, daß die japa­nischen Militärbehörden wegen dec feindlichen Haltung der Chinesen nunmehr alle Hoffnung auf friedliche Beilegung des Konfliktes im Gebiet von Peiping a uf ge* geben hätten. Cs sei daher notwendig geworden, nunmehr militärische Maßnahmen ein)U- leiten, um den Chinesen klar zu machen, daß ge­gebene Versprechen und Vereinbarungen gehalten werden müßten. Die grundsätzlich feind­selige Haltung der.2 9. Armee sei jetzt ohne Zweifel erwiesen. Auch die letzte Hoffnung, daß wenigstens die 38. Division zu einer Zusammen- arbeit mit Iapan bereit sein würde, sei zerstört. Infolgedessen genüge der Abzug der 37. Division den japanischen Militärbehörden nicht mehr. Von japanischer Seite seien alle Vorkehrungen getroffen.

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London, 28. Juli. (DNB.) Der italienische Bot­schafter Graf Grand i besuchte am Dienstag den englischen Ministerpräsidenten Neville Chamber­lain in der Downingstreet. Die Unterredung dauerte eine halbe Stunde.

Verschiedene Morgenblätter berichten in größter Aufmachung über die gestrige Unterredung des ita­lienischen Botschafters Grandi mit dem englischen Ministerpräsidenten Chamberlain.

Der diplomatischp-Korrespondent derTime s" meldet nur kurz, daß bei der Unterredung die euro­päische Lage und insbesondere die italienisch­englischen Beziehungen in rein informa­tiver Weise besprochen worden seien.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" berichtet, Graf Grandi hoffe, bald nach Italien gehen zu können. Er werde dann Mussolini aufs neue mitteilen, daß England weiter­hin entschlossen sei, seine Interessen im Mittelmeer zu verteidigen, daß es aber gleichzeitig freundschaft­liche Zusammenarbeit mit Italien anstrebe.

Chamberlain habe gestern Grandi erklärt, daß

England nichts gegen berechtigte italienische Be­strebungen im Schilde führe.

Daily Expreß" erwartet, daß auf die gest­rige Unterredung hin eine wesentliche Ver­besserung der englisch-italienischen Beziehungen eintreten werde. Dies werde man sehr bald erfah­ren. Chamberlains Intervention beabsichtige, eine weitere Verschlechterung der englisch-italienischen Beziehungen zu verhindern und gleichzeitig die Nchteinmischungsverhandlungen zu stärken.

Der diplomatische Korrespondent derDaily Mail" will wissen, Chamberlain habe dem italie­nischen Botschafter die Versicherung abgegeben, daß England keine aggressiven Absichten gegen Italien hege. Diese freimütige Erklärung des englischen Ministerpräsidenten an den Ver­treter Mussolinis habe man gestern abend als einen der wichtigsten diplomatischen Schritte bezeichnet, den Chamberlain je getan habe.

Chamberlains Ziel sei es, die englisch-italieni­schen Beziehungen zu verbessern und das alte Mißtrauen zu beseitigen.

In einem Prioatgespräch habe Außenminister Eden nach der gestrigen Sitzung des Auswärtigen Aus­schusses des Unterhauses gesagt, daß die Beziehun­gen mit Italien ebenso wie diejenigen mit Deutschland sich sehr verbesserten.

Rom, 28. Juli. (DNB.) Heber die Montags­sitzung des Hnterausschusses schreibt dasG i o r - na le d 'Italia", das Frankreich der Volksfront und Sowjetrußland hätten im Verlauf der Verhandlungen ihr Spiel end­gültig a u f g e d e ck t. In die Enge getrieben, yätte Frankreich allerdings zweiseitig, Sowjetruß- land dagegen offen und brutal erklärt, daß sie der Anerkennung Francos als kriegführende Partei nicht z u ft i m m e n und somit den Punkt 3 des englischen Kompromißvorschlages ablehnen würden.

Sie seien einzig und allein für das Scheitern des englischen Vermittlungsvorschlages verant­wortlich.

Daß Frankreich und Sowjetrußland die Frage der Zurückziehung der Freiwilligen in den Vordergrund stellten, sei begreiflich, wenn man sich der Aeuße- rung des Sekretärs der unabhängigen Labour- Party erinnere, der zugegeben habe, hie Frei­willigen seien im bolschewistischen Lager demoralisiert und wünschten nichts sehnlicher als eine Rückkehr in ihre Heimat. Wäh­rend also die nationalspanischen Kräfte ihren Sieges­zug fortsetzten, verlören die drei bolschewistischen Scheinregierungen von Valencia, Barcelona und Santander auch noch ihre ausländischen Kampf­genossen.

AuchTribun a" sieht in der gestrigen Wen­dung im Nichteinmischungsausschuß ein erfreuliches Symptom, bas jedoch nicht Episode bleiben dürfe. Vielleicht beginne sich endlich die Wahrheit durch­zusetzen, vielleicht sehe man endlich ein, daß in dem Londoner Ausschuß systematische Saboteure sitzen. Dann könnte der französisch-sowjetrussische Miß­erfolg ein Lichtblick sein.

In Verfolg feines vorbedachten Planes habe Sowjetrußland eine europäische Aufgabe an­genommen, um so über eine wichtige Waffe der Sabotage und der Provokation zu ver­fügen. Im übrigen zeige die reiche Beute an Kriegsmaterial, das die Bolschewisten bei ihrem verzweifelten Kamps um Madrid ein- sehten, von neuem deutlich genug, in welch skandalöser Meise die Richteinmischungsver- pflichlung verletzt werde. Sowjetrußland stehe seinem ganzen Wesen nach außerhalb der europäischen Ordnung. Frankreich sei im Be­griff, Sowjetrußland auf der tragischen schiefen Ebene zu folgen.

Englands Anerkennung des fruchtbaren ita­lienischen Beitrages fei von unleugbarer Bedeutung, und es sei in der Lage, gegenüber dem spanischen Konflikt eine Vermittlerrolle zur Wieder­herstellung eines gerechten Gleichgewichts auszuüben.

L a d o r o Fascista" verlangt mit Nachdruck eme grundsätzliche Klarstellung d e r Haltung von Moskau und Paris. Eng­land scheine die Lage allmählich realpolittscher be­trachten zu wollen, während die Politik Frankreichs weiterhin eine unbekannte Größe bleibe. Frank­reich solle bei einer nüchternen und realpolitischen Prüfung der Lage einmal darüber Auskunft geben, was eigentlich Sowjetrußland im westlichen

Mittelmeer zu suchen habe.

Das Problem sei, ob Frankreich eine unab­hängige Außenpolitik treibe oder ob es auf feine Funktion einer Großmacht verzichten wolle, um gegen seine eigenen Lebens­

drohen könne. Die übrigen an der Bucht von Al­geciras stehenden Geschütze seien zweitrangig. Sie seien gering an Zahl, und weder ihre Anlage, noch ihr Kaliber bedrohten Gibral­tar, noch sehe man eine diesbezügliche Absicht.

Auf alle Fälle würden sowohl die Batterien stärkeren Kalibers, wie die zweitrangigen über­troffen von den Batterien von Gibraltar.

In Anbetracht der Kämpfe in Spanien sei die An­wesenheit solcher Batterien wohl verständlich. Es sei nicht nötig, irgend welche finsteren Absichten gegen England zu erfinden. Die Regierung habe sich sorgfältig mit der Angelegenheit befaßt, und es bestehe kein Grund dafür, diese Frage über­haupt aufzuwerfen oder aber Besorgnis über die

Lage zu hegen. Auf der anderen Seite fei Ceuta figuren. schon immer bewaffnet gewesen. Auch vor lirtei, dem Bürgerkrieg seien dort Geschütze gewesen. Os- , iritten fiziell wisse man nicht, daß zu den bestehenden Bat» ! |cmpfer

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