Aufsicht über die Geschäftsführung der einzelnen Kammern und ihren Organisationen im Gau Hessen- Nassau. 1935 wurde Müller-Scheld in den Reichskultursenat berufen und gleichzeitig zum Präsidialrat der R e i ch s t h e a t e r- kammer ernannt. Trotz der vielen Aufgaben und Arbeiten, die Tag für Tag an Müller-Scheld herantraten, hat er inzwischen in seinen wenigen freien Stunden eine neue Komödie geschrieben, die voraussichtlich bereits Anfang der kommenden Spielzeit zur Uraufführung gelangen wird. Wenn er nunmehr den Gau Hessen-Nassau verläßt, um in Berlin wieder neue und größere Aufgaben zu lösen, wird er doch, nach wie vor, seinem Heimatgau, in dem auch seine Geburtsstätte liegt, mit allen Fasern verbunden bleiben. Wie schon so oft, gibt unser Gau diesmal wieder einen seiner besten Aktivisten an die Führung des Reiches ab. Hessen- Nassau tut es im Bewußtsein der Ehre und des Stolzes, die damit verbunden sind.
Der neue Gaupropagandaleiler.
NSG. Der bisherige persönliche Adjutant des Gauleiters, Willi Stöhr, der jetzt vom Gauleiter zum Gaupropagandaleiter berufen wurde, ist am 6. November 1903 in Wuppertal geboren. Nachdem er die Volks-, Mittel- und Oberrealschule besucht hatte, erlernte er nach dem Abitur den Kauf-
mannsbevuf in einer Maschinenfabrik. Seme frühzeitige Beschäftigung mit der Politik führte ihn schon 1922 über den Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutzbund der NSDAP, zu. Nach Auflösung der NSDAP wurde er Mitglied der Verbotspartel. Anfang 1925 siedelte er nach Köln über, wo er einige Jahre als Werkstudent arbeitete. 1929 trat er dem NSDStB. bei; 1930 trat er wieder in die Partei ein und tat Dienst als SA.-Mann und als Gauredner. Seit 1931 studierte er an der Universität Frankfurt Volks- und Betriebswirtschaft. Eine Verhaftung bei einer Studentenoersammlung Ende 1932 bereitete seinem Studium ein frühes Ende. Im gleichen Jahre wurde er zum Ortsgruppenleiter Ffm.-Günthersburg berufen. Anfang 1933 erhielt er den Auftrag, am Aufbau der Hitlerjugend mitzu- arb eiten. Zunächst war er Standortführer in Frankfurt und Wiesbaden, dann Bannführer des Bannes 80 und Oberbannführer der HI. in Frankfurt a.M. Am 15. Oktober 1933 berief ihn dann der Gauleiter zu feinem persönlichen Adjutanten unter gleichzeitiger Ernennung zum Gauamtsleiter. Damals wurden zum erstenmal im Gau Hessen-Nassau den Hoheitträgern HJ.-Adjutanten zugeteilt, die so zur Mitarbeit in der politischen Leitung herangezo- gen werden. Anfang 1935 wurde Stöhr Mitglied | des Reichstags und Provinzialrat der Provinz Hes- , sen-Nassau. Ab 1936 auch Gauinspekteur.
Nationalsozialistische Sinngebung deutscher Wissenschaft.
Reichsminister Rust spricht zur 200-Zahrfeier der Universität Göttingen.
die Macht nie erobern können. Nach 1933 aber mußten wir den Kampfboden wechseln und viele Kräfte an die Verwaltung abgeben. Der Führer hat aber bestimmt, daß die Partei einen einheitlichen Körper darstellt, daher müssen wir für den Führernachwuchs sorgen. In der Partei wird es, wo es nötig ist, einige hauptamtliche Führer geben und dazu immer ehrenamtliche, die sich ausschließlich einer Arbeit widmen und nicht mehr als ein Amt haben, das sie als ihre Lebensaufgabe ansehen. Nur dadurch wird die Partei ein geschlossenes Ganzes. .
Die Wirtschaft muß immer mehr erkennen, daß nicht der Mammon, sondern der Geist regiert und der Führer allein auch ihr die Befehle erteilt. Ueberall regen sich schon die neuen Kräfte und nach einem Jahre schon werden wir sehen, daß unerhörtes geleistet worden ist, was wir heute noch nicht ahnen. Der Führer hat die Kraft und fuhrt uns so, daß wir führend in der ganzen Welt da- stehen. Wir helfen, wo es nur geht und werden dafür sorgen, daß die nationalsozialistische Wirtschaftsauffassung durchdringt. Die DAF. hat sich auf diesem Gebiete als außerordentlich segensreich ent wickelt. Alle Versuche, uns k o n f e s s i o n e l l zu spalten, werden Versuche bleiben. Wir sehen die Dinge so, wie sie sind. Im Nationalsozialismus hat der Führer eine große Einheit geschaffen, die alles umfaßt. Wir stehen Überall noch am Beginn der Erfüllung des Nationalsozialismus, aber überall kommen wir der Verwirklichung näher. Erst in der Zukunft wird er sich ganz entwickeln, wenn ein oder zwei Generationen unserer Jugend im Nationalsozialismus aufgezogen wurden. Die Erziehung ist eine schwerere Aufgabe, als die Aufgaben in der Kampfzeit waren. — Der neue Gaupropagandalei- ter übernimmt ein gutes Erbe, an dessen Entwicklung er Freude haben wird. Parteigenosse Stöhr gehörte schon 1922 der Partei an. Er stand lange an meiner Seite und wird auf den Säulen und Pfeilern, die Müller-Scheld gefügt hat, weiterbauen.
Gau-propagandaletter Stöhr führte dann etwa aus: „Vier Jahre hatte ich die Ehre, Gauleiter, ihr persönlicher Adjutant zu sein. Ich bin froh und glücklich gewesen, diese Jahre an Ihrer Seite zu erleben, in denen das Volk zur Einigkeit geführt und der Grundstein zu einem besseren Deutschland gelegt wurde. Ich kann wohl am besten das Ausmaß ermessen, wie Sie, als Gauleiter und als Reichsstatthalter in Hessen, dem Führer geholfen haben. Diese vier Jahre sind die bedeutungsvollsten Jahre meines Lebens. Ich danke Ihnen in dieser Stunde für alles, was ich bei Ihnen gelernt habe. Für die politische Schau und die weltanschauliche Festigung, für die Zähigkeit und den Fleiß, die Sie mich lehrten, ein Ziel zu erreichen. Ich danke Ihnen aber auch für das menschliche Verstehen, das Sie mir immer entgegengebracht haben. Dadurch allein wird das Vertrauen der Mitarbeiter auf Sie begründet und umgekehrt können auch Sie sich auf Ihre Mitarbeiter verlassen.
In dieser Stunde haben die Propagandaleiter im Gau ein Recht, zu erfahren, in welchem Geist und in welcher Gesinnung ich die Arbeit fortführen werde. Ich kann Ihnen versichern, es wird der Geist und die Gesinnung des Kämpfers fein, wie ihn der Gauleiter vorhin und Parteigenosse Müller-Scheld geschildert haben. Wir haben aus der Kampfzeit die großen Vorbilder, denen wir mit glühendem Herzen folgen, wie wir genau so das hassen, was irgend etwas mit Landesverrat zu tun hat. Wir glauben an das deutsche Volk und seinen Führer, in diesem Geist arbeiten wir weiter wie bisher. Helfen Sie mir mit in der gleichen Gesinnung. Als Kameraden wollen wir an dem 1000jährigen Reich arbeiten und unser Wahlspruch sei: alles für Deutschland, alles für den Führer!"
Wilhelm Müller-Scheld.
NSG. Wilhelm Müller-Scheld, der vor seiner im Sonner 1932 vom Gauleiter erhaltenen Berufung als Gaupropagandaleiter in die Gauleitung Hessen-Nassau in Idstein im Taunus als freier Schriftsteller lebte, wurde 1895 als vierter Sohn eines Dolksschullehrers geboren. Den Krieg machte Müller-Scheld vom 8. August 1914 bis zum Ende als Kriegsfreiwilliger mit, vom 31. August 1916 ab als Offizier. Neben den verschiedensten Kommandos, die er innehatte, war er längere Zeit Kompanieführer und zuletzt Bataillonsadjutant. Bereits für sein Verhalten im ersten Gefecht wurde ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Später kamen das Eiserne Kreuz 1. Klasse und die Hessische Tapferkeitsmedaille hinzu.
Müller-Scheld gehörte zu der Generation, die noch vor Abschluß der ersten inneren Entwicklung von den erschütternden Erlebnissen des Krieges derart innerlich berührt wurde, daß viele Jahre nötig waren, um sich aus dieser Fülle gegensätzlicher Eindrücke zu einer klaren Weltaufsassung durchzuringen. In sechs freien Studienjahren beschäftigte er sich mit den verschiedensten Interessengebieten. Zuerst hatte Müller-Scheld die Absicht, Journalist zu werden, um so aus der Fülle seiner Erlebnisse und Eindrücke an der Ueberwindung der Nachkriegsverwirrung mitzuhelfen. Aber immer mehr entwickelte sich bei ihm eine starke Neigung für das Theater. Von den zahlreichen Dramen, die er vor seiner Tätigkeit in der Gauleitung schrieb, wurden „Anna-Maria" und „Ein deutscher namens Stein" mit Erfolg aufgeführt. Das „Stein"-Schaufpiel ist inzwischen von sechs großen Theatern gespielt worden und wird demnächst auch in den Spielplan weiterer Theater ausgenommen.
Don dem Tage seiner Berufung als (9 a u p r o = pagandaleiter hat sich Müller-Scheld fast fünf Jahre lang mit aller Kraft den hier gestellten Aufgaben gewidmet. Außer seiner ausgedehnten Tätigkeit als Redner waren große organisatorische Aufgaben (Staatsfeiertage, Wahlen, der Gautag 1936, Fahrt der Alten Garde 1936 und vieles andere) zu lösen, ferner ist Müller-Scheld auf kulturellem Gebiet mit starken Anregungen heroorge- treten (so zuletzt die Nibelungen-Festspiele in Worms). Die Festhallen-Kundgebung mit dem Führer und mit Dr. Goebbels wurden in einer Weise entwickelt, daß sie wiederholt als Vorbild bezeichnet wurden. Der „Völkische Beobachter" schreibt schon am 31. Oktober 1933: „Wenn man von einem ois- herigen Höhepunkt des Deutschlandfluges sprechen kann, dann war es Frankfurt a. M. Diese überdimensionale Kundgebung dürfte die anderen Gaue anspornen, für die nächsten Etappen der Wahlkreise Kundgebungen aufzubauen, die mit Frankfurt a. M. in einem Atemzug genannt werden können."
Am 3. Juli 1933 wurde Müller-Scheld mit der Leitung der damals neu aufzubauenden Landes- stelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda beauftragt. Als Landeskultur walter hatte er außerdem die
Göttingen, 26. Juni. (DNB.) Der zweite der festlichen Göttinger Universitätstage brachte am Samstag die Feierstunde der Uniper fi3 t ä t. Bei herrlichem Sommerwetter zogen die Hochschullehrer unter Führung des Rektors Professor Dr. N e u m a n n und unter Dorantritt einer studentischen Kameradschaft von der Universitäts-Aula zum Adolf-Hitler-Platz. Hier emping der Rektor den Reichserziehungsminister und Gauleiter R u st. Der feierliche Zug, in dem man viele Vertreter in- und ausländischer Universitäten in ihrem Ornat sah, bewegte sich bann in die mit den Fahnen der Länder der ausländischen Gäste, des Dritten Reiches und des NSD.-Studentenbundes uusgeschmückte Halle. Hier hatten sich inzwischen die zahlreichen Ehrengäste eingefunden, darunter Generalfeldmarschall von Mackensen, Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der staatlichen und städtischen Behörden, der Wehrmacht und der alten Armee.
Eingeleitet wurde die Feierstunde mit der Uraufführung der von Wolfgang F o r t n e r - Heidelberg nach Worten von Wolfram Brockmeier komponierten Feierkantate unter Leitung des Dirigenten und unter Mitwirkung des Orchesters und des Ehors der Göttinger Händel-Festspiele. Der Rektor der Universität Gotftngen Prof. Dr. Neumann, gab darauf einen eingehenden Rückblick auf 'die Geschichte der Universität. Anschließend sprach der Göttinger Studentenführer cand. med. Werner Meyer, der darauf hinwies, daß die Jubelfeier der Universität in die Zeit eines großen geschichtlichen Aufbruches falle. Den Höhepunkt der Feierstunde bildete die große Rede des Reichsministers Rust, der wiederholt von starkem Beifall unterbrochen wurde.
Aeichsminister Aust führte u. a. folgendes aus:
200 Jahre Göttinger Universitätsgeschichte umschließen eine Epoche deutschen Geisteslebens, in der trotz einigen großartigen Schöpfungen von ausgesprochen deutscher Prägung sich doch im ganzen fortschreitend philosophische Lehren und politische Doktrinen auf deutschem Boden ausbreiten, die nicht auf ihm gewachsen sind. Doch diese Lehren hatten ihre Zeit, und nicht um ihrer zu gedenken sind wir heute zusammengekommen. Unvergänglich aber und auch für uns fruchtbar ist die Kraft, der die eigentümliche deutsche Wissenschaft der neueren Zeiten ihre Entstehung verdankt, und zu deren ersten selbständigen Schöpfungen auch die Georg-August- Uniüerfität gehört.
Die nationalsozialistische Bewegung war von ihrem Anbeginn auf nichts anderes gerichtet, als einem an sich selbst verzweifelnden und sich selbst entfremdeten deutschen Volke die ursprüngliche Richtung seines Wesens wiederzugeben und sein Leben aus der eigenen Nakur, frei von den verderblichen Einflüssen volksfremder Vorstellungen zu gestalten. So ist die Nationalsozialistische Bewegung der siegreiche Aufstand eines ganzen Volkes gegen fremdgeistige Unterwerfung, ein Selbstbefreiungswerk, wie es die Geschichte nicht kennt.
Nicht dieses ober jenes Mannes, dieses ober jenes Ereignisses also wollen wir heute gebenden, fonbern jener gewaltigen Bewegung ber Geister, welche biete erste nichtmittelalterliche deutsche Universität ihre Entstehung verdankt. Wenn auch nicht unmittelbar, so doch mittelbar verdanken wir die Göttinger Universität dem Kämpfermute der Männer, die die unabhängige moderne Wissen- chaft begründet haben.
Wie das 17. Jahrhundert im Kampfe stand um das richtige Bild vom Kosmos, so stehen wir heute im Kampfe um das der Wirklichkeit entsprechende Bild vom Menschen. Der Nationalsozialismus gründet sein ganzes Tun und Handeln auf der Erkenntnis ber ewigen Gesetze bes natürlichen Daseins. Daraus erklärt sich seine lebenbige Anteilnahme an einer neuen Wissenschaft, bereu Aufgabe keine anbere ist, als eben biese ewigen Gesetze zu erforschen.
hier zeigt sich der fruchtbare Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Nationalsozialismus: Wir sind nicht diejenigen, die sich darauf beschränken, die Wissenschaft zu dulden und uns mit ihr zu vertragen oder im äußersten Falle die Verträglichkeit unserer Weltanschauung mit der Haltung freier Wissenschaft unter Beweis zu stellen. Der Nationalsozialismus hinkt nicht hinter der Wissenschaft und ihren Leistungen her, sondern er schafft den schon vorhandenen Ansätzen der organischen Wissenschaft Raum zur Entfaltung und holt den wahren Sinn aus ihr heraus.
Gerade die Wissenschaft erhält von dieser Entdeckung einen entscheidenden reoolutio» nären Anstoß. Denn der Rassegedanke ist dazu berufen, die Scheidewände, die das Denken ber hinter uns liegenden Epochen zwischen dem Reich
des Geistes unb der Natur aufgerichtet hat, niederzureißen. So wird der Rassegedanke zu einem Stachel für die Wissenschaft, das Leben in seiner Ganzheit unb feiner Wirklichkeit zu begreifen.
Der deutschen Wissenschaft hat die nationalsozialistische Revolution der Weltanschauung eine Aufgabe von gleichfalls revolutionärem Ausmaß ge- tellt. Sie wirb diese Aufgabe nur lösen, wenn sie von Männern getrieben wirb, bie mit bem gleichen Mut und der gleichen unerschütterlichen Redlichkeit des Geistes bereit sind, die Grundlagen ber Erkenntnis aufzuführen und in neue Tiefen vorzudringen, wie wir sie an den Männern verehren, die seinerzeit der Wissenschaft gegenüber den überlieferten Vorstellungen Bahn brachen. So wollen wir in dem Augenblick, in dem unwissenschaftlicher Geist erneut zum Angriff antritt, gegen echtes und unbeirrbares Forschertum, an einer ehrwürdigen Stätte deutscher Wissenschaft jener Großen im Reiche der Erkenntnis gedenken.
Die Sonntagsveranstaltungen wurden eröffnet mit dem traditionellen Festgottesdienst in der Johanniskirche, bei dem Prof. D. @ o garten bie Festpredigt hielt. Dann begaben sich bie Ehrengäste in die mit den Fahnen des Reiches und der bei den Feierlichkeiten vertretenen Nationen geschmückte Festhalle. Nach den einleitenden Klängen der Ouvertüre D-dur von Johann Sebastian Bach begrüßte ber Rektor Prof. Neumann die Gäste. In seiner Festrede behandelte Pros. Dr. Heyse das Wesen der wissenschaftlichen Akademie in Europa. Es folgten die Begrüßungen durch die deutschen und ausländischen Ehrengäste und Abordnungen, bie Verkündung der Ehrenpromotionen und die Ernennungen zu Ehrenbürgern der Universität.
Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wurde das Haus der NS.-Frauenschaft in Göttingen mit einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben. Eine kleine Schau zeigt den Kulturkreis der niedersächsischen Frau unb soll insbesondere den ausländischen Gästen den starken Anteil der deutschen Frau am kulturpolitischen Leben ihres Volkes unter Beweis stellen. In einer Ansprache gab bie Reichsfrauenführerin Frau Scholtz - Klink bekannt, daß in der letzten Zeit 220 zusätzliche Häuser zu den Verwaltungsstellen der Frauenschaft hinzu- gekommen find, in denen bie praktische Arbeit der Frauen gezeigt wirb. In jeber bputschen Universitätsstab t, in der Frauen studieren, sollen Arbeitsgemeinschaften gebildet werden. Für den Aufgabenbereich der NS.-Frauenschaft bestehe ein starker Bedarf an wissenschaftlich ausgebildeten Frauen.
Glückwünsche
und Ehrenpromotionen.
Glückwünsche zum Universitätsjubiläum sprachen aus: Reichsminister Gauleiter Rust, Staatsminister a. D. Schmidt-Ott unb Professor Dr. Kölbel (München) für die beutschen Hochschulen, Akabemien unb wissenschaftlichen Vereinigungen; Professor Schulze (Gießen) als Reichsamtsleiter bes NS.-Dozentenbunbes; für Oesterreich: Professor Dr. Hirsch, Universität Wien, unb Professor Dr. B öd für bie Technischen Hochschulen; Professor Dr. Ganshof (Gent); Professor Dr. Maneff, Rektor ber Universität (Sofia; Professor Dr. Gal - vez von der Universität Santiago be Chile; Exzellenz Esseb Bey, Rektor ber mohammebani- schen Universität Kairo; Professor Dr. Nörre- gaarb (Kopenhagen); Professor Dr. Nevan- linna (Helsinki); Professor Dr. Juillarb (Paris); Professor Dr. Nuttall (Cambribge) unb Superintendent Perkins (Sheffield); Professor Dr. Kougsas (Athen); Professor Dr. Ry bar (Budapest); Professor Dr. Johannessen (Island); Professor Dr. Severi (Rom); Professor Dr. Straumanis und Professor Dr. Kl umberg (Riga); Professor Dr. Takenouchi (Tokio); Professor Dr. Seib, Rektor der Universität Oslo; Professor Dr. Snijder (Amsterdam); Professor Dr. K l o c z k o w s k i (Krakau); Professor Dr. Puscariu (Klausenburg); Professor Dr. Moncada (Coimbra); Profesessor Dr. von Hofften (Upsala); Professor Dr. Duerst, Rektor in Bern; Professor Dr. Stark, Rektor der Deutschen Universität in Prag; Professor Dr. Mont ar (Ankara); Profesfor Dr. Gausa aus Moscow (USA.).
Die Dekane verkündeten dann folgende Ehrenpromotionen der Georg-Auqust-Universität: Teo- logische Fakultät: Präsident Pastor Dohms, Rio Grande (Brasilien), Professor Johann Lind- b I o m , Lund (Schweden). Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät: Professor Salvatore Ricco - b o n o , Rom, Profefsor Dr. Oscar Almgren, Upsala (Schweden), Professor Dr. Lüben Di ko ff, Sofia. Medizinische Fakultät: Professor Dr. K r o g h, Kopenhagen, Dr. Jaksa Raccic, Split (Jugoslawien). Philosophische Fakultät: Dr. Heinrich Zill ich, Kronstadt, Professor Dr. Pasquali, Florenz, Professor Funai oli, Bologna, Professor F a u st, Jthaca. Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät: Professor Dr. Bruno Sander, Innsbruck, Professor Francesco Severi,. Rom,
Professor O. Bor ged al, Oslo unb Dr. O. E. Baker, Washington.
Zu Ehrenbürgern ber Universität mürben ernannt: Professor Oscar Hagen, Visconsin (USA.), Professor Dr, Nevanlinna, Helsinki, unb ber Kurator Ministerialrat i. R. Geheimrat Dr. Valentin er, Göttingen.
Ser Festakt der Stadt.
Im Stadtparksaal fand ber F e st a kt der Stadt statt. Anwesend waren u. a. Reichsminister und Gauleiter R u st, Reichsminister K e r r I, Stabschef unb Oberpräsibent Viktor Lutze, Staatsminister Prof. Dr. P o p i tz und ber Präsibent ber Deutschen Forschungsgesellschaft Dr. Menzel. Oberbürgermeister Dr. Jung betonte, baß tn ber geschichtlichen Entwicklung ber Stabt Göttingen bie Gründung der Georg-August-Universität ein überaus wichtiger Markstein sei. Die Festrede hielt Pros. Dr. Fricke (Kiel) über „Göttinger Ham und Göttinger Ballade". Aus Anlaß der Feier würbe das Ehrenbürgerrecht der Stadt Göttingen verliehen dem Stabschef und Oberpräsidenten ber Provinz Hannover, Viktor Lutze, bem Dichter Dr. jur. Dr. phil. h. c. Börries Freiherr von Münchhausen unb bem Göttinger Germanisten Geheimen Regierungsrat Dr. Ebwarb S ch r ö b e r. Ferner wurde einer Reihe von verbienstvollen Männern die aus Anlaß der 200-Jahrfeier von ber Stadt gestiftete Plakette verliehen.
Kunst und Wissenschaft.
Große deutsche Kulturwoche auf der pariser Weltausstellung.
Berlin, 25.Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat den Vizepräfibenten der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, beauftragt, eine deutsche Kulturwvche auf d e r P a - riferWeltausstellung vvrzubereiten und zu leiten. Diese wird vom 2. bis 12. September stattfinden. Die Eröffnung erfolgt mit der Welturaufführung des Ufa-Filmes „Patrioten". Gleichzeitig wird der Farbfilm „Deutschland" gezeigt. Der zweite Tag bringt Tanzvorführungen der Tanzgruppe Günther (München) und der Solotänzer und Solotänzerinnen des Deutschen Opernhauses Berlin. Als Solist wird Harald Kreutz berg auftreten. Der dritte Abend steht im Zeichen des d e u t s ch e n Liedes. Der Kölner Männergesangverein wird unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen P a p st Volkslieder und Lieder von Schubert, Schumann, Strauß, Silcher u. a. zum Vortrag bringen. Kammersänger Schlusnus singt Lieder von Schubert und der Bruno Kittelsche Chor unter Leitung von Professor Kittel mit Begleitung des Philharmonischen Orchesters das „Halleluja" von Händel, „Nänie" von Brahms und das „Tsdeum" von Bruckner.
Am 6. September findet eine Aufführung des „Rosenkavalier" durch die Berliner Staatsoper statt, die Dr. Richard Strauß leitet. Am 7. September wird Dr. Wilhelm Furtwängler die Neunte Sinfonie von Beethoven mit dem Philharmonischen Orchester und dem Kittelschen Chor dirigieren. Im Anschluß an die Aufführung wird ein offizieller Empfang stattfinden, bei dem Staatssekretär Funk eine Ansprache halten wird. Am 8. September wird bie „W a 1 küre" von Wagner in der Bayreuther Besetzung unter Leitung von Furtwängler zur Aufführung kommen. Am 9. September dirigiert Richard Strauß in der Besetzung der Berliner Staatsoper seine Oper „Ariadne auf Naxos". Am 10. September folgt eine Aufführung „Tristan und Isolde" durch die Berliner Staatsoper unter Leitung vom Dr. Karl Ellmendorf. Am 11. September werden die „Walküre" unter Furtwängler und am 12. September „Tristan und Isolde" unter Ellmendorf wiederholt. Die Durchführung der Operngastspiele liegt in den Händen von Generalintendant T i e t j e n. Den Tristan wird Karl Hartmann von der Münchener Staatsoper fingen.
Bedeutendes Filmangebot für die kommende Spielzeit.
Die Vorbereitungen der führenden deutschen Filmproduktionsfirmen sind für die b e - vorstehende Spielsaison ganz besonders umfangreich. Das Filmangebot der deutschen Verleihgesellschaften sieht wie folgt aus: Ufa-Leih 40 Filme; Tobis Filmverleih, bisher Tobis Filmverleih und Tobis Syndikatfilmverleih, ebenfalls 40 Filme; die neugegründete Terra-Filmkunst G. m. b. H., bisher Tobis-Rota Film AG. und Terra Filmverleih G. m. b. H., 25 Filme. Hierzu kommen noch etwa 15 „Ueberläufer". Das find Filme, die für den vergangenen Produk- tionsabfchnitt eingesetzt waren, aber nicht fertig wurden. Sie werden nun im neuen Abschnitt erscheinen. Das Programm der übrigen deutschen Verleiher umfaßt etwa 20 Filme.
Somit stehen den Theaterbesitzern in der bevorstehenden Filmsaison etwa 130 bis 140 deutsche Filme zur Verfügung, unter denen sich besonders große und künstlerisch bedeutsame Schöpfungen befinden, die zu einem erheblichen Teil sogar schon fertiggestellt sind. Zu dem deutschen Angebot kommt noch das Angebot der ausländischen, insbesondere ber amerikanischen Produktionsfirmen.
Die Terra-Filmkunst G. m. b. H. wurde mit einem bar ein gezahlten Gesellschaftskapital von 5 Millionen gegründet. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Fritz K a e I b e r , Willi Borchardt unb Alfred Greven als Produktionschef. — Die oben angeführten Zahlen lassen erkennen, daß den deutschen Theaterbesitzern in der kommenden Saison ein nicht nur ausreichendes, sondern auch publikumswirksames Filmangebot zur Verfügung steht.
Ausklang der Gutenberg-Festwoche in Mainz.
Die Gutenberg - Festwoche in Mainz fand am Samstagabend ihre Fortsetzung mit einer Feierstunde am Gutenberg-Denkmal. Mit ihr verbunden war das Gau-Jvhannisfest der Reichsbetriebsgemeinschaft „Druck" ber DAF. Oberbürgermeister Dr. Barth entbot ben Teilnehmern ben Gruß ber Stabt Mainz. Er gab ber Hoffnung Ausbruck, daß die Gutenberg-Festwoche das Bewußtsein von ber Größe Gutenbergs unb seines Werkes über Stabt unb Vaterlanb hinaus in aller Welt lebenbig werben lasse. Als Vertreter ber Reichsbetriebsgemeinschaft „Druck" sprach Hauptschriftleiter Preis (Berlin). Die Buchbrucker feierten ihr Fest mit gutem Recht zur Sonnenwenbe. Gutenberg habe burch seine Kunst bas Licht des Geistes über bie ganze Welt gebracht.
Nach einer Morgenfeier der graphischen Jugenb


