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Deutschland nimmt den Schutz seiner Ehre und Sicherheit in seine eigenen Hande.
Deutschlands erstes Reichsseminar für Kindergärtnerinnen.
In Steinetal bei Ziegenhain (Kurhessen) wurde das Reichsseminar für Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen der NSV. seiner Bestimmung
Der Führer auf dem Gautag Main-Franken in Würzburg.
übergeben. Hauptamtsleiter Hilgenfeldt sagte: Durch den Kindergarten würden die Frauen entlastet, damit sie die Notwendigkeiten des Vierjahres-
Würzburg, 27.Juni. (DNB.) Den Höhepunkt des Gautages des Gaues Main-Franken, der sein zehnjähriges Bestehen feierte, bildete am Sonntag der Besuch des Führers und Reichskanzlers. Gegen 11 Uhr traf der Führer im Hauptbahnhof ein, wo ihm Gauleiter Dr. Hellmuth den Willkommensgruß des Gaues entbot. In der Begleitung des Führers sah man u. a. Botschafter SS.-Gruppenführer von Ribbentrop. Als der Führer zum Residenzplatz fuhr, umbrauste ihn unbeschreiblicher Jubel. Auch bei seinem Eintreffen auf dem Residenzplatz wurden ihm minutenlange Huldigungen zuteil. Die Kundgebung eröffnete Gauleiter Dr. Hellmuth Als der Führer hierauf an das Mikrophon trat wurde er wieder mit einem nicht endenwollenden Sturm der Begeisterung begrüßt.
Der Führer skizzierte in seiner Rede in kurzen Strichen die trostlose Lage und den wirtschaftlichen Ruin, den der Nationalsozialismus im Jahre 1933 vorfand. Er zeichnete den seitdem beschrittenen Weg, der ein Weg der Arbeit und der An- strengung, aber auch ein Weg des Erfolges war. So wurde ein neues Volk geboren — in Schmerzen, so wie alles, was geboren wird, nur unter Schmerzen geboren werden kann. Ich glaube aber, daß wir vor der Geschichte sagen können, daß in keinem der geschichtlichen Fälle dieser schmerzliche Prozeß klüger, vernünftiger, vorsichtiger und gefühlvoller vollzogen wurde, als bei uns. Die Zukunft wird diesen Prozeß einmal als einen der klügsten — ich darf wohl sagen — als einen der genial st en bezeichnen, die jemals stattfanden, als eine der gewaltig st en Revolutionen, die dabei in keinem Moment ihres Ablaufes den Roden der unbedingten Legalität verlassen hat.
Der Führer sprach von der nationalsozla- listischen Wirtschaflsauffassung. Entscheidend ist nicht, was eine Ration an Geld druckt und ausgibt, sondern was an Werken der Arbeit hinter diesem G e l d e st e h t. Rur die Steigerung der Produktion komme dem ganzen Volke zugute. Es sei dabei unser Entschluß, das ganze Volk immer mehr und steigend an den Ergebnissen dieser ungeheuren Arbeitsintensität teilnehmen zu lassen. Der Vierjahresplan verfolgt den Zweck, uns auf einer Reihe von Gebieten unabhängig zu machen von der Umwelt, nicht aber uns von ihr zurückzuziehen. Der Vierjahresplan soll Deutschland nur davor bewahren, von jedem Drillen nach Belieben erpreßt werden zu können. Wir wollen mit ihm gewisse Grundlagen unserer Rationalwirtschaft sicherstellen, und keine Wacht der Welt kann uns auch nur einen Zentimeter davon abbringen. Gegenüber den sinnlosen Vorwürfen, Deutschland wolle sich vom Welthandel zurückziehen, erklärte der Führer mit Rachdruck: Davon kann keine Rede sein! 3m Gegenteil, wir wollen mit dem Auslande noch mehr als bisher handel treiben und Geschäfte machen. Dafür sprechen schon unsere Handelsbilanzen. Die deutsche Ausfuhr und Einfuhr steigen fortgesetzt und werden, so Gott will, es auch weiterhin tun.
Das kollektive System hüt verkäst.
Eine Erfahrung, die wir niemals vergessen werden.
Ueberhaupt hat das nationalsozialistische Deutschland nur den einen Wunsch, unter Wahrung seiner eigenen Rechte mit der gesamten Umwelt friedlich zu leben Und freundschaftlich zusammenzuwirken. Allerdings haben wir begründete Zweifel an der Wirksamkeit gewisser internationaler Versprechungen oder Zusicherungen. Ich habe versucht, die Wirksamkeit solcher internationaler Abmachungen in der Praxis nun einmal in einem bestimmten Fall prüfen zu lassen. Sie wissen, daß neulich erst kommunistisch-bolschewistische, Verbrecher in einem heimtückischen Ueberfall e i n d e u t- sches Schiff mit Bomben bewarfen, was uns 31 Tote und 73 Verletzte gekostet hat. (Stürmische Entrüstungsrufe.) Ich habe mich damals entschlossen, von uns aus den Herren von Valencia sofort jeneWarnung zuteil werden zu lassen, die meiner Ueberzeugung nach allein geeignet ist, solche Verbrecher zur Ordnung zu rufen und ihnen klar zu machen, daß die Zeit, in der man die deutsche Nation in solcher Art behandelt, ein für alle Mal abgeschlossen und vorbei ist. (Begeisterter Beifall der Massen.)
Nun erklärte man, das würde ein ganz ungerechtfertigtes Vorgehen sein. In dieser modernen Zeit müßte man jene I n st i t u t i o n e n für solche Maßnahmen einschalten, die sich zur Zeit überall bemühen, die Verteidigung der Interessen der Völker von den einzelnen Staaten weg in kollektive H ä n d e zu legen. Ich habe diesem Verlangen stattgegeben, und gingen in die Kontrollkommission zurück mit dem guten Wunsch und der aufrichtigen Hoffnung, daß sich solche Pläne nun auch in der Praxis verwirklichen würden. Da nach unserer Erklärung, von jetzt ab jedes sich nähernde rote Flugzeug und Ueberseeschiff sofort unter Feuer zu nehmen, den bolschewistischen Verbrechern Angriffe über See nicht mehr möglich waren, sind die bolschewistischen Machthaber nun unter Die See gegangen und haben v i e r Torpedoangriffe auf die „Leipzig" unternommen. (Erregte Rufe der Massen.)
Wir haben nun erwartet, daß die internationale Solidarität eine kollektive gemeinsame Veschützung des Friedens veranlassen würde. Aber Sie haben es ja selbst erlebt: Es sollten Kommissionen gebildet werden zwecks Untersuchung, ob... usw. Wir haben nichts anderes verlangt, als daß den MaHthabern in Valencia wenigstens durch eine gemeinsame Kundgebung aller beteiligten Kontrollmächte gezeigt wird, daß sie es nicht mehr mit einer, sondern mit allen Mächten zu tun haben. -Aber selbst diese bescheidene Aktion war nicht mehr durchzuführen. Daraus können Sie ersehen, was wir Deutschen zu erwarten hätten, wenn wir jemals das Schicksal des Reiches den Händen derartiger Institutionen oder solchen Abmachungen ausliefern würden.
Davon aber kann man nun in London überzeugt sein. Die Erfahrungen, die wir dieses Wal gemacht haben, sind für uns eine Belehrung, die mir niemals mehr vergessen werden! Wir werden von jetzt ab in solchen Fällen doch lieber die Freiheit,
die Unabhängigkeit und Ehre und die Sicherheit der Ration in unsere eigenen Hände nehmen und uns selb st beschützen! (Begeisterter lang anhaltender Beifall.) Und Gott sei dank, wir sind heute auch stark genug, um uns selbst schützen zu können. (Erneuter Beifallssturm.) Wir haben aus diesem Vorgang Konsequenzen gezogen, die für die ganze Zukunft wirksam sein werden. Redensarten in Parlamenten oder von Staatsmännern werden uns in Zukunft nicht mehr einnebeln können. Wir haben einen Angriff erlebt, seine Behandlung gesehen und sind dadurch geheilt für immer! 3ch hatte getan, was man pflichtgemäß tun mußte. Es wurde versucht, und heute kann niemand mehr in der Welt erklären, daß wir böswilligerweise irgendwie voreingenommen seien gegen kollektive Abmachungen. Rein! hätte sich diese kollektive Abmachung vom 12. Juni bewährt, hätte man es sich vielleicht überlegen können, ob man nicht doch noch weitergeht. Rachdem sich aber s e l b st diese kleinste Abmachung in der Praxis als undurchführbar erwies, soll das für uns nun eine Warnung fein, eine ähnliche Enttäuschung eines Tages nicht vielleicht in einem schlimmeren Fall noch einmal zu erleben. Jede Katze kann sich einmal die Pfoten verbrennen und jeder Wenfch einmal Fehler machen, aber nur Hatten tun das gleiche zweimal! Weder ich noch die deutsche Ration haben nun Lust, sich ein zweites Wal in eine solche Gefahr zu begeben. (Lang anhaltende brausende Zustimmungskundgebungen.
Der Führer wandte sich dann den Zukunftsauf- aaben der inneren Einheit unseres Volkes zu. „Wir deutsche Nationalsozialisten glauben auf dieser Erde außer an unseren Herrgott im Himmel zunächst an unser deutsches Volk! (Lang anhaltende stürmische Zustimmung.) Das gibt uns die Kraft, ungeheure Aufgaben zu übernehmen mit dem Blick in eine ferne Zukunft. Das Allein ist die Ursache, warum wir so viel Projekte beginnen, die auf Jahrzehnte hinaus bemessen werden müssen. Ich glaube an den Nationalsozialismus und an die Partei als die Träger dieser Gedanken! Das ist die Stärke, die uns alle erfüllt, uns geleitet, und die uns immer wieder den Erfolg schenken wird! Dabei kann ich bestimmten Zweiflern auch noch folgendes sagen: Ich bin mir darüber klar, was ein Mensch kann und wo seine Begrenzung liegt, aber ich bin der Ueberzeugung, daß die Menschen, die von Gott geschaffen sind, auch dem Willen dieses Allmächtigen nachleben sollen. Gott hat die Völker nicht geschaffen, daß sie sich in Leichtsinn selbst aufgeben, vermanschen und ruinieren, sondern daß sie sich so erhalten, wie Gott sie geschaffen hat! (Stürmische Zustimmung.) Indem wir für ihre Erhaltung eintreten in der Form, wie
Gott es gewollt hat, glauben wir, daß wir auch dem Willen des Allmächtigen entsprechend handeln. So schwach der einzelne Mensch ist gegenüber der allmächtigen Vorsehung und ihrem Willen, so unermeßlich stark wird er in dem Augenblick, in dem er im Sinne dieser Vorsehung handelt. Dann strömt aus ihm jene Kraft hernieder, die alle großen Erscheinungen der Welt ausgezeichnet hat. Wenn uns nicht die Vorsehung geleitet hätte, würde ich diese schwindelnden Wege oft nicht gefunden haben. So sind wir Naionalsozia- listen auch im tiefsten Herzen gläubig! Wir können es gar nicht anders; es kann niemand Völker- oder Weltgeschichte machen, wenn er nicht zu seinem Wollen und Können den Segen dieser Vorsehung hat." Minutenlange Jubelstürme brausen über den weiten Platz vor der Residenz dem Führer entgegen, als er geendet hat.
planes erfüllen könnten. Wir können aber eine Tat immer nur aus der Idee des Nationalsozialismus heraus Wirklichkeit werden lassen. Deshalb habe auch der heutige Kindergarten eine andere Gestaltung erfahren. Wir müßten neben der Seele des Kindes auch den Körper erziehen. Wenn wir einmal Männer haben wollten, die hinter den Maschinen, hinter dem Pflug stark und gesund ihre Arbeit anpacken könnten, dann müßten wir beim Kleinkinde beginnen. Ebenso verhalte es sich, wenn wir gesunde Mütter haben wollten, die ihre Kinder richtig erziehen und die Lasten des Alltags zu tragen verständen. Die NSV. sei dabei, weitere Seminare zu schaffen. Nach dem Examen würden die Mädel hinausgehen, erfüllt von der Idee, die hier vermittelt worden sei, um am Volk und im Volk aus der Idee heraus die Zukunft zu gestalten.
Einführung des neuen GauproWandaleiters.
0er Gauleiter dankt dem pg. Müller-Scheld für seine Aufbauarbeit im Gau.
Im Spiel- und Festhaus der Stadt Worms, in dem zugleich zum letzten Male die Hebbelschen Nibelungen aufgeführt wurden, waren am Sonntag die Propagandaleiter aus dem Gau Hessen-Nassau versammelt, dazu die Männer des Gaurings, viele Gauamtsleiter und Kreisleiter und Hauptschriftleiter der rhein-mainischen Presse, um an der Verabschiedung des Gaupropagandaleiters und Landeskulturwalters Wilhelm Müller- Scheid und der Einführung des neuen Gaupropagandaleiters Willi S t ö h r teilzunehmen.
Parteigenosse Müller-Scheld,
der oum 1. Juli in den engsten Mitarbeiterkreis von Dr. Goebbels' berufen worden ist, entwarf die Grundzüge nationalsozialistischer Propaganda. An Beispielen aus der Geschichte zeigte er, daß immer das gleiche Mittel, mit dem die Macht aufgerichtet wurde, auch diese Macht wieder vernichtet. Das Mittel, das zum ersten Male der Führer angesetzt
Pg. Müller-Scheid. (Aufnahme: Rosenbauer.)
habe, sei, die Macht auf völlig legalem Wege zu erobern, denn nur d i e Macht hat Bestand, die natürlich wächst. Die nationalsozialistische Propaganda war darauf abgestimmt, das Volk zu gewinnen. Der Führer wußte als Soldat des großen Krieges, daß er das Volk nur dann mitreißen und überzeugen könne, wenn er selbst immer an der Spitze des Kampfes stünde. Daher komme bei der nationalsozialistischen Propaganda den Versammlungen so große Bedeutung zu. Von Versammlungswelle zu Versammlungswelle wuchs die Anhängerschaft, und nach dem Gesetz der Lawine mußten wir die Macht erringen. Immer aber stand als leuchtendes Vorbild der Führer an der Spitze. Die Propaganda ist die große Kunst, eine Idee in Szene zu setzen. Unsere Macht wird nur zu brechen fein, wenn andere Gruppen überzeugender mit dem Volke sprechen können als wir. Auch heute ergreift der Führer bei wichtigen Entscheidungen immer selbst das Wort. Jeder kann ihn hören. Nur so konnte die Bewegung das grenzenlose Vertrauen des Volkes gewinnen. Heute aber hat die Propaganda die Aufgabe, das' Feuer, das der Führer in den Herzen der Deutschen entfacht hat, immer neu zu schüren, daß es nie erlischt.
Parteigenosse Müller-Scheld dankte dann seinen vielen Mitarbeitern, auch den vielen ungenannten im letzten Ort, die immer ihre Pflicht getan haben.
Er sprach die Ueberzeugung aus, daß auch sein Nachfolger, als einer der besten Redner unseres Gaues, in der gleichen Art die Propaganda fortführen werde, und gab bekannt, daß der Gauleiter den bisherigen Gaustudentenführer Conrad zum Kulturreferenten berufen habe, der nun den Auftrag habe, in der kulturellen Arbeit, die mit der Wiesbadener Gaukulturtagung begonnen wurde, den neuen Gaupropagandaleiter zu unterstützen. Zum Schluß wandte er sich an den Gauleiter, dem er mit herzlichen Worten dafür dankte, daß er ihm in all der Zusammenarbeit seit 1932 nicht nur ein so vorbildlicher Vorgesetzter, sondern daß er ihm darüber hinaus väterlicher Freund war.
Der Gauleiter
erinnerte an den gewaltigen Aufbau, der nur dadurch möglich ist, daß der Führer mit seiner ungeheuren Kraft Mann um Mann eroberte, und führte weiter aus: Schon in der Kampfzeit wuchsen die Aufgaben riesig. Der Bedarf an Kräften als Politische Leiter, SA.- und SS.-Führer stieg immer mehr, als das Volk in Scharen kam und nun zu Soldaten Adolf Hitlers erzogen werden sollte. Als 1932 an mich die Frage herantrat, einen Profi a g a n d a l e i t e r zu suchen, mußte es ein Mann fein, der durch eigene Initiative die Arbeit forttragen konnte. Meine Wahl traf Müller-Scheld, der noch nicht, turmhoch in der Partei stand, der aber als junger Kriegsfreiwilliger feinen Mann gestanden hatte, in dem große Energien lagen und der das Leben feines Volkes und das der Welt kannte. Heute kann ich sagen, daß ich über Kampf, — Sieg und positive Gestaltung meine Wahl nicht zu bereuen hatte. „Ich danke Ihnen dafür", so sagte der Gauleiter weiter, „daß Sie Eckpfeiler für die Zukunft geschaffen haben, auf denen nun meitergebaut werden kann. Sie haben die Landesstelle organisiert und die Presse auf einen Nenner gebracht, so daß wir heute sagen können, daß die Presse des Gaues Hessen-Nassau so geht, wie es der Wille des Führers vorzeichnet. Die Presse ist wieder eine Einheit! Gerade auf kulturellem Gebiete bedauere ich Ihren Fortgang, aber Sie haben mir versprochen die Gaukultur woche noch durchzufuhren, und bei ihr völlig neue Wege zu beschreiten."
Der Gauleiter fuhr dann fort, bis 1933 hatten mir an allen Stellen Kerle stehen, sonst hätten wir
Pg. Stohr. (Aufnahme; Pictzel.)


