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der Vogelmensch stürzte mit rasender Geschwindig­keit in die Tiefe. In 150 Meter Höhe versuchte Clem Sohn seinen zweiten Fallschirm auszulösen, doch versagte auch dieser. Clem Sohn wurde tödlich ver­letzt. In Amerika und in England hatte er bereits über 300 Vogelflugabsprünge aufgeführt.

Europameisterschaft im Gesellschaftstanz 1937.

Die in Wiesbaden im Rahmen eines internatio­nalen Tanzturniers ausgetragene Europa­meisterschaft im Gesellschaftstanz 19 3 7 wurde stark umkämpft. Neun europäische Staaten hatten ihre Landesmeister, darunter große Könner, entsandt. Verdiente Sieger und damit Europameister 1937 wurde das deutsche Meisterpaar Herr Lottersberger -Frl. B ö s s l (München). Den zweiten und dritten Platz belegten Herr und Frau S a l k a (Oesterreich) und Herr und Frau And ressen (Dänemark).

Anerkennung unermüdlicher deutscher Jorscherarbeit.

NSG. Der Gauleiter übergab am Dienstag dem Deutschen Forschungsinstitut für Segelflug in Darmstadt, dessen Arbeitsstätte über Deutschland hinaus die ganze Welt erfaßt, die Betriebs- fa h n e.

Die Uebergabe der Fahne durch den Gauleiter ist eine Anerkennung für die stille und unermüd­liche, der friedlichen Arbeit der Menschheit dienende Tätigkeit des Deutschen Forschungsinstitutes für Segelflug. In den Worten des Gauleiters über die Gemeinschaft in diesem Betrieb hob er besonders die Verdienste des Betriebsführers Prof. G e o r g i i hervor. Das Institut, das heute der Technischen Hochschule angegliedert ist, hat durch seine Arbeit Weltruf errungen. Bedenken wir nur, daß wir die Spitzenleistung im Segelflug auf der ganzen Welt halten. Nach Worten über den ewigen Leistungs­kampf der Völker weihte der Gauleiter die Fahne dem Idealismus des deutschen Fliegergeistes, der nationalsozialistischen Weltanschauung und damit dem Führer.

Werkstättenfahrten

des LustschiffsHindenburgs.

Erhöhte Bequemlichkeit auf der Luftreise nach Nord­amerika. Neue Kabinen im LuftschiffHinden­burg".

LPD. F r a n k f u r t a. M., 27. April. Das Luft­schiffHindenburg" der Deutschen Zeppelin-Reederei stieg am Dienstag um 8.20 Uhr zu einer mehr­stündigen Werkstättenfahrt auf, die in die Umgebung non Frankfurt a. M. führte. Die Lan­dung erfolgte gegen 15 Uhr. Um 16 Uhr startete das Luftschif zu einer zweiten Fahrt, die ebenfalls in das Rhein-Main-Gebiet führte. Gegen 19 Uhr landete das Luftschiff glatt auf dem Heimathafen.

Erstmalig sind auf diesen Fahrten die während der Winterüberholungszeit neu eingebauten Kabinen m i t 2 2 zusätzlichen Betten den Fahrgästen zur Besichtigung freigegeben worden. Diese neuen Kabinen, die im Unterdeck des Luft­

schiffes liegen, haben die gleiche Ausstattung und Einrichtung wie die andern 25 Kabinen erhalten. Als eine wesentliche Neuerung haben sie jedoch gegenüber den andern Schlafräumen im Oberdeck eine direkte Sichtmöglichkeit und Beleuchtung durch Fenster. Hierdurch ist es den Fahrgästen möglich, sozusagen vom Bett aus in aller Bequemlichkeit die Landschaft zu genießen.

Auf der ersten diesjährigen Nordamerikareise, die am 3. Mai beginnt, werden die Kabinen zum erstenmal mit Fahrgästen belegt. Die Deutsche Zep­pelin-Reederei wird durch den Einbau der neuen Kabinen die starke Nachfrage nach den Uebersee- reisen besser bewältigen können. Gleichzeitig bietet sie ihren Fahrgästen damit noch mehr Bequemlich­keit während der kurzen Luftreise nach Nordamerika.

Aus der engeren Heimat.

Reichsautobahn durchschneidet denWald eines untergegangenen Dorfes.

ch Großen-Buseck, 28. April. Beim Bau der Reichsautobahn durch die Gemarkung Reis­kirchen wird auch der sogenannteW i l s h ä u s e r Wald" durchschnitten. Er gehört zur Gemarkung des ehemals im Busecker Tal liegenden Dörfchens Wilshausen, das zwischen Bersrod und Reis­kirchen lag, etwa 1,5 Kilometer nord-nord-öftlich von Reiskirchen. Im Jahre 1875 wurden hier verschie­dene tiefliegende Feuerstätten ausgegraben. Wils­hausen gehörte zu den unbedeutendsten Orten des ehemaligen GerichtsBusecker Tal" und ist wohl in dem Zeitraum vom 5. bis 8. Jahrhundert ent­standen. Das Gedenken an Wilshausen ist im Volke noch recht lebendig, da es unter allen ausgegange­nen Ortschaften der Umgegend am längsten bestan­den hat. Der Volksglaube freilich, daß es im Drei­ßigjährigen Kriege zerstört worden sei, ist irrig. Es lassen sich sichere Belege dafür aufbringen, daß es immerhin schon hundert Jahre früher nicht mehr da war. Seine Gemarkung ist an Bersrod und Reis­kirchen gekommen.

Der verstorbene Lehrer Neumann (Großen- Buseck) erzählte darüber folgende Sage:Ein Mann sollte mit verbundenen Augen durch den Wald reiten, um so die neue Grenze zwischen beiden Ge­markungen festzulegen. Die Reiskirchener hätten nun den Mann bestochen, daß er mit gelockerter Binde geritten und so auch tatsächlich nahe an der alten Bersröder Grenze entlang gekommen sei, wo­durch das meiste Gelände an Reiskirchen gefallen wäre. Zur Strafe für seinen Betrug müsse der Mann nun mit abgeschnittenem Kopf durch den Wald reiten".

Alte Tradition der Maifeier in Marburg lebt wieder auf.

Lpd. Marburg, 27. April. In der Universi­tätsstadt Marburg, in der seit Jahrzehnten die Studentenschaft in feierlicher Weise den Mai willkommen geheißen hat, wird in die­sem Jahr die Hitlerjugend die Tradition fort­führen. Der Maibaum wird in diesem Jahr auf dem Marktplatz Aufstellung finden. In feierlichem

Fackelzug werden die Einheiten der HI., des BDM. und des Jungvolks in weitem Rund auf dem Markt­platz aufmarschieren und bei abgeblendeter Beleuch­tung den Mai einsingen. Zum Schluß wer­den die Fackeln auf dem Marktplatz zusammen­geworfen. Nach der Feier wird in den umliegenden Kneipen frohes Leben und Treiben herrschen.

Kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 26. April. Im Rahmen der Dorfverfchöneruna werden auch bei uns die notwendigen Maßnahmen getroffen. Während einerseits die Volksgenossen ihr Teil dazu beitragen, indem sie baufällige Gebäudeteile be­seitigen oder erneu er n usw., läßt auch die Gemeinde allenthalben Ordnung schaffen. Insbeson­dere erhält der Platz am Wehrhügel, wo die Adolf- Hitler-Eiche ihren Standort hat, eine würdige Aus­gestaltung durch Bereinigung des Platzes und Schaf­fung einer paffenden Anlage. Die Umgebung des Gefallenen-Ehrenmals an der Kirche erhält durch gärtnerische Anlagen ein steundlicheres Bild.

00 Deckenbach , 27. April. Die Abholzung der großen Waldfläche, deren Grund und Boden für landwirtschaftliche Zwecke nutzbar gemacht werden fall, geht ihrem Ende entgegen. Die großen Holzmengen, die dabei anfallen, werden mit einer Zugmaschine an die Bahn gebracht und von dort nach dem hessischen Ried verladen, wo das Holz, wie man hört, für die Schaffung eines neuen Erbhöfedorfes Verwendung finden fall. Das durch die Abholzung freiwerdende Gelände wird mit dem Dampfpflug bearbeitet, damit es rasch der land­wirtschaftlichen Nutzung dienstbar gemacht wird.

# Ki rtorf, 27. April. Im hiesigen Rathaus­saal fand eine Bauernversammlung statt, in der Ortsbauernführer Liehr über Fragen der Erzeugungsschlacht und des Vierjahresplanes sprach, insbesondere über die Führung der Hofkarte Auf­schluß gab. Dieser Tage fand im Saale von Johannes Becker eine Theaterveranstal- tung der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" statt. Die hessen-nassauische Volksbühne Wiesbaden brachte das LustspielHilde und die 4 PS" zur Aufführung. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Landwirtschaftliche Be­zugs- und Absatzgenossenschaft Kir­torf hielt im Saale derKrone" ihre General­versammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichts­rates Otto F a u l d r a t h hieß die Teilnehmer will­kommen. Direktor Wolf erstattete den Geschäfts­bericht und gab Auskunft über den Ablauf der Geschäfte im vergangenen Jahre. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt .Die Bi­lanz wurde von Rechner Wilhelm Geißler vor- aetragen und von der Versammlung gut geheißen. Auch ihm wurde Entlastung zuteil. Vorstand und Aufsichtsrat wurden durch Zuruf wiedergewählt. Zum Schluß der Versammlung wurde noch Aus­kunft über die gesetzliche Revision gegeben.

Kreis Wehlar.

Groß-Rechtenbach, 27. April. In der letzten Sitzung beschäftigten sich die Gemeinde- r ä t e mit der Beratung des Haushaltsplans für 1937. Der ordentliche Haushaltsplan wurde in Einnahme und Ausgab: auf 40 550 Mark festge­

stellt. Die Grundoermögensteuer 1 und 2 wurde auf je 350 v. H. des staatlich veranlagten Grundbetra­ges festgesetzt; die Gewerbesteuer nach dem Ertrag und Kapital auf 125 v. H. des Meßbetrages, die Bürgersteuer auf 350 v. H. des Reichssatzes.

Beim Waschen in die Lahn gestürzt und ertrunken.

LPD. Nassau (Lahn), 27. April. Eine 27 Jahre alte Frau, Mutter zweier Kinder, war an der Lahn mit dem Auswaschen von Wäsche beschäf­tigt. Dabei bekam sie das Uebergewicht und stürzte in die kalte hochgehende Flut. Ein Schlaganfall führte den sofortigen Tod herbei. Die Leiche konnte wenige Stunden später geborgen werden.

Wetterbericht

des Neichswelterdiensles. Ausgabeork Frankfurt.

Die Großwetterlage hat eine Umgestaltung er­fahren, bei der vor allem die Zufuhr kalter Lust aus arktischen Gebieten abgestoppt wurde. Deutsch­land bleibt noch im Bereich flacher Tiefdruckstörun­gen, die sich bei der gleichförmigen Luftdruckoertei­lung auch immer wieder ausbilden werden. Damit ist auch für die Folge trotz des hohen Luftdrucks und häufigen Durchbruchs freundlicheren Wetters noch immer keine volle Beständigkeit gewährleistet. Die zu erwartenden Niederschläge werden beson­ders nach vorausgegangener stärkerer Erwärmung teilweise gewittriger Naur sein.

Aussichten für Donnerstag: Zeitweise heiter, doch immer noch unbeständig und zu ein­zelnen Niederschlägen geneigt, Mittagstemperaturen im Flachlande um etwa 15 Grad, veränderliche, teilweise östliche Winde.

Aussichten für Freitag: Im ganzen freundlich, doch noch nicht ganz beständig.

Lufttemperaturen am 27. April: mittags 8,7 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 28. April: morgens 5,9 Grad. Maximum 9,7 Grad, Minimum heute nacht 4,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. April: abends 8,9 Grad; am 28. April: morgens 6,3 Grad Niederschläge 0,4 mm. Sonnenschein­dauer 1,6 Stunden.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 oom 1. April 1937 gültig.

Plötzlich und unerwartet starb heute morgen in der Klinik zu Gießen unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote

Frau Ida Becker, geb. Langohr

Metzgerei und Gastwirtschaft

im 54. Lebensjahre.

Die trauernden Hinterbliebenen: Ernst Becker und Frau Alfred Becker und Frau und alle Angehörigen.

Bersrod, Gießen, den 27. April 1937.

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. April, nachmittags 2% Uhr, in Bersrod statt.

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