Rr.277 Dicrtes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Samstag, 27. November (957
Volksschulen des Kreises Gießen im Leistungskampf.
Eine sehenswerte Ausstellung in der neuen pestalozzischule in Gießen.
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Gruppe.
Sachen tischen ständen lei aus sozialen
zu netten prak- Gebrauchsgegen- und noch vieler- dem Gebiete der Erziehung und
In einer ländlichen Schule sind dieses Schachspiel-Lehrbrett und dis einfachen Figuren geschaffen worden.
2n jorgfältiger Kleinarbeit wuchs unter geschickten Knaberchänden dieses. LfahlbaneruLorf heran.
In vielen Mappen und Bildern sind schöne Erinnerungen an die Schullandheimaufenthalte festgehalten.
Auch die Mädchen haben mit praktischer Arbeit Anteil an der Ausstellung. Viele Handarbeiten zeugen von ihrem Fleiß.
düngen von Flugzeugen, Schützengrabengeländemit allen Sicherungen im Vorfeld und mit ausgebauten Stellungen für'starke Feuerwaffen (Hersteller Schule in Großen-Lin- den), Attrappen von Maschinengewehren (Schule- in Lauter), altrömischer Wachtturm (Schule in Lich), die Bilder des Führers, Friedrichs des Großen und des Generalfeldmarschalls v. Blomberg, außerdem zahlreiche- gute Zeichnungen verdienen hier besondere Aufmerksamkeit.
Als Schlußglied dieser Gruppe ist die Abteilung „Luftschutz u. Schule" zu nennen. Hier sei besonders auf eine Arbeit der Volksschule in Lich hingewiesen, deren Schüler in trefflicher Weise an einem Modell zeigen, wie vom Standpunkt des
und gute Fortschritte zeigen. Ein „Fränkischer Bauernhof" hergestellt von der Schule zu Steinheim, bildet den guten Abschluß dieser netten
Grundschule mit vielen reizenden Sächelchen von Kinderhand, die zuerst ganz nach dem Wort „Aller Anfang ist schwer" und „Langsam, aber sicher" ausgefallen sind, dann aber schon besser sind
Die daneben aufgebauten Arbeiten der Oberstufe sind ganz auf das Geleitwort „Klar denken — scharf urteilen" eingestellt. Rechnen und Raumlehre, Schreiben und Schrift, Muttersprache und Mutterlaut, Erdkunde und geopolitische Arbeiten, „Unser Sachunterricht heißt Deutschland", Tagebücher der Schulen mit vielerlei schriftlichen, gemalten und bildlichen Aufzeichnungen usw. sind zusammen mit den ganzen Stößen von Arbeitsheften eindrucksvolle Zeugen des vortrefflichen Wirkens in diesen Klassen Eine besondere Gruppe von Schülerarbeiten behandelt hier Dinge der Heimatgeschichte; u, a. ist von der Schule in Langd ein hessischer Bauernhof in sauberer Arbeit angefertigt worden; unter dem Wort „Wenn alles schweigt, reden die Steine" sielst man vorgeschichtliche Funde zusammengetragen, dazu ein Pfahlbauerndorf und ein germanisches Gehöft geschickt dargestellt. Inmitten dieser Abteilung ist eine der bedeutsamsten Erinnerungen für uns und alle Zeiten angebracht: Unter dem Wort „Männer machen die Geschichte" Bilder des Führers und des Duc e.
Die Bühne der Turnhalle ist freigeblieben für Aufführungen und für öffentliche Unterrichtsproben. Zu diesem öffentlichen Unterricht hat jedermann als Zuschauer freien Zutritt.
Anschließend an die Bühne sehen wir in einer kleinen Gruppe das Schachspiel vertreten. Daneben folgt die große und vielseitige Schau der S ch u l l a n d h e i m a r b e i t. Aus der Fülle dieses Materials nur einige Stichproben: viele Bilder, d. h. interessante Photos, vor allem von Kesselbach und vom Vogelsberg (Hoherodskopss Herchenhain); aufschlußreiche Karten, aus denen man den Besuch der Schulen des Kreises Gießen im Schullandheim Kesselbach und den Besuch der Schulen in Schullandheimen bzw. Jugendherbergen des ganzen Gaugebiets ersehen kann. Daraus wird auch klar, wie weitgehend die Schullandheimbewegung das Ju- gendherbergswerk unterstützt. Uebrigens soll im Rahmen dieser Abteilung noch ein Photowettbewerb ausgeschrieben werden für solche Schulen, die den Schullandheim-Aufenthalt durchgeführt haben.
Die Abteilung Volksdeutsche Erziehung zeigt in fesselnder Weise die Arbeiten der Schule für den VDA. und seine Aufgaben. Von besonderem Interesse sind auch hier wieder mehrere Karten mit Erläuterungen, u. a. eine von der Schillerschule zu Gießen angefertigte Karte von Deutschland, rings umgeben von Plaketten der Gebiete, für die der VDA. gesammelt hat, ferner eine von der Schule in Obbornhofen hergestellte Karte, aus der man die Verbreitung des Deutschtums in der ganzen Welt feststellen kann. Bemerkenswert sind weiterhin Fahrtenberichte in Wort und Bild von den Grenzlandtagungen des, VDA. und eine Trachtenkarte; besonders fesselt noch eine von der Schule in Oppenrod geschaffene Karte „Oppenröder in aller Welt", aus der unter Zuhilfenahme von Erläuterungsblättern hervorgeht, wohin sich die einzelnen Söhne Oppenrods ins Ausland begeben haben.
Außerordentlich geschickt und lehrreich ist auch die Abteilung „Der deutsche Lebensraum e i n s ch l. Kolonien". Hier bringen die Schüler und Schülerinnen eindrucksvolle Beweise ihres Wissens um die hohe Bedeutung des deutschen Ostraumes und seiner Beziehungen zum gesamtdeutschen Leben, um den Segen der durch den Führer wiedererstandenen starken deutschen Wehr für das friedliche Arbeitswert unseres Volkes, aber auch Beweise ihrer Kenntnis und Erkenntnisse von dem Wert des Kolonialbesitzes und von der einstigen segenbringenden deutschen Arbeit dort draußen.
reiches Streben nach höchsten Unterrichtsleistungen zum Segen unseres Volkes das rühmendste Zeugnis aus. Die Besucher werden beim Anblick dieser ausgezeichneten Proben moderner Schularbeit bereit hohen Wert für die kommenden Generationen besonders ermessen können.
Dem Kreisschulamt Gießen und allen Schulen unseres Kreises gebühren Anerkennung und Dank für diese gute Arbeit an der Jugend und auch für die Herrichtung dieser interessanten Schau, deren sorgsame Besichtigung jedermann ein denkwürdiges Erkebms fein wird. B.
der Mithilfe am Vierjahresplan.
Die Abteilung „N a - tiona lpo litifche Arbeit en" zeigt als Werke von Kinderhand einige gute Modellarbeiten, u. a. von der Reichsautobahn (Neue Peftalozzi-Schule und Goethefchule), Ausschnitte aus der Arbeit des WHW. und des EHW., aus dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, aus dem Kampf gegen den Verderb usw. Weiterhin sieht man hier als schönes Modell eine gute Darstellung von nationalen Feiern (1. Mai), eine interessante Sammlung, wie die Jugend die Reichsparteitage miterlebt, Arbeiten über
Luftschutzes aus ein Dach
boden nicht aussehen soll, und wie er bei richtiger Entrümpelung beschaffen sein muß. Niemand lasse sich diese Belehrung entgehen!
Neben der Empore auf dem Flur ist ein Werk- raum eingerichtet, in dem an bestimmten Tagen während der Ausstellung für jedermann die Schüler bei der praktischen Modellbauarbeit zu sehen sein werden.
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In mehreren Klassenzimmern im Parterre ist ebenfalls viel Schönes zu sehen. Die Handarbeiten-Abteilung zeigt Erzeugnisse des Handfertigkeits-Unterrichts von den einfachsten bis zu den komplizierten und wertvollen Arbeiten, die Verwendung der neuen -deutschen Werkstoffe im Dienste des Vierjahresplans, Schulhandarbeiten für das Hilfswerk „Mutter und Kind", den Einsatz der Schülerinnen für die soziale Hilfstätigkeit des VDA., die Verwertung von alten
manchmal verbrenne ich es auch im Ofen. Allerdings, ich habe schon viel Aerger damit gehabt."
„Aha, wieso denn?"
„Ins Müll soll man nicht alles mögliche ein- stampfen, deswegen habe ich mich schon mit dem Hauswirt gestritten."
„Hm, sehen Sie mal an."
„Und das Verbrennen ist auch so eine Sache. Stopft man viel Papier in den Ofen, bann raucht er."
Auf ber Empore bes Turnsaales finden wir in der Abteilung „Luftfahrt u n d S ch u l e" eine Reihe von interessanten Arbeiten ber Segelflugzeug- Modellbaugruppen unserer Volksschulen. Bahnbrechend auf diesem Gebiete waren als erste im Jahre 1934 die Schulen in Großen-Linden und Rüddings- hausen. Mittlerweile ist über das Gebiet des ganzen Kreises Gießen ein ganzes Netz von Modellbaugruppen entstanden. In dieser Schau zeigen die Schulen hervorragende Leistungsproben ihrer Arbeit auf diesem Gebiet. Besondere Erwähnung verdienen die Modellbauten der Goetheschule (Steuermodell eines Segelflugzeuges) und der alten Pestalozzi- schule (Drachen mit Laufkatze und Segelflugzeug).
In der anschließenden Abteilung „W e h r g e - meinschaft — Volksgemeinschaft" können mir die sehr erfreuliche Feststellung machen, daß bei unserer Jugend die Erziehung zum- Wehrwillen reiche Früchte zum Segen unserer Volksgemeinschaft getragen hat. Vortreffliche Nachbil-
Uni> was tun Sie...?
,Und was tun Sie mit Ihrem Altpapier?" .Altpapier? Ach so, das schütte ich mit ins Müll.
„Weshalb geben Sie das Altpapier nicht dem Altwarensammler mit?"
„Ach, hören Sie auf, die paar Pfennige, die man da bekommt!"
„Nanu, was zahlt Ihnen denn Ihr Ofen dafür, oder der Mülleimer? Außerdem, liebe Volksgenossin, scheint Ihnen gar nicht bekannt zu sein, daß Altpapier jetzt überall im Deutschen Reich gesammelt wirb und gesammelt werden muß zum Zwecke ber Wie» beroerroertung unb zur Ersparnis von Rohstoffen."
„Ich hab' schon mal so was gehört, aber man benkt eben nicht immer baran."
„Das wäre allerdings sehr bedauerlich, wenn Sie es wieder vergessen sollten. Wenn ein ganzes Volk sich anstrengt unb sammelt, werden doch Sie kein« Werte vernichten wollen?" rashes.
jRegc Bautätigkeit im Südoiertel.
Im Stadtviertel zwischen Schiffenberger Weg unb Frankfurter Straße wird lebhaft gebaut.
Den Erdkauterwe.g entlang ziehen sich drei Baublocks einer Baufirma, deren 36 Zweizimmer- Wohnungen bezugsfertig sind. Drei weitere Blocks mit 33 Wohnungen gehen der Vollendung entgegen; die erforderlichen Einfriedigungen, Zugänge und Hausgärten werden schon angelegt.
Im bereits aufgeschütteten Fahrdamm der Wil. Helm st raße südlich des Aulwegs werden die Kanalrohre verlegt. Im Günthersgraben werden die Bürgersteige angelegt, anschließend daran wird die Fahrbahn befestigt werden. Im oberen Teil des Aulwegs wird ein Grundstück einge- friebigt unb bamit bie Eröffnung eines weiteren Straßenzuges zwischen Günthersgraben unb Leih- gefterner Weg in die Wege geleitet.
Südlich des Leihgesterner Weges, diesseits der Fahrbahn, ist ein neuer Fußsteig angelegt. In nächster Nähe ist mit den Abtragungsarbeiten für eine Parallelstraße zum Wartweg begonnen worden.
Am Betriebsamt der Reichsbahnoerwaltung in ber Frankfurter Straße, nahe dem Bahnübergang, wurde mit ber Ausführung eines umfangreichen Anbaues begonnen.
Branbverhütung, börfliche Sieblung, Vogelschutz und Schädlingsbekämpfung.
Der Familien- und Sippenkunde ist ein großes Zimmer gleich neben dem Eingang zym Schulgebäude eingeräumt, in dem sehr interessante Schülerarbeiten, insbesondere aus der Volksschule in Heuchelheim, dieses . bedeutungsvollen Gebiets zu sehen sind. Es ist außerordentlich bemerkenswert, hier feststellen zu können, wie erfolgreich und exakt von ber Jugend diese schwierige, aber dafür auch sehr fesselnde Arbeit geleistet wird. In diesem Raume haben auch Zeichnen und Kunsterziehung eine Stätte für ihre Arbeiten erhalten.
Ein Schulsaal für Filmvorführungen rft zum Schluß noch zu erwähnen. Hier werden während der Dauer der Ausstellung täglich von 17 bis 19 Uhr Unterrichtsfilme der verschiedensten Art vor- geführt. Der Zutritt zu diesen Vorführungen ist für alle Ausstellungsbesucher kostenlos.
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Zusammenfassenb ist zu sagen: Diese Leistungsschau der Volksschulen der Stadt und bes Kreises Gießen ist eine glänzenbe, eine große Tat! Allen Schulen stellt biefe Schau für ihr erfolg-
Segelflugzeug-Mobellbau — bie ganze Liebe ber Buben gehört biefer schönen Arbeit.
(Ausnahmen |5]: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Schularbeiten ber Kinber finden in der Retzel Überall Interesse. Vor allem die Väter und Mütter, ikber auch die Opas unb Omas bringen diesen Leistungen ihrer Buben und Mädels stets alle Aufmerksamkeit entgegen. Mancher kleine Racker mag ins gelegentlich übel vermerkt und bedauert haben, Ices auch künftighin wohl noch tun. Aber auch die Volksgemeinschaft wendet sich diesen Arbeiten immer □rne mit reger Anteilnahme zu. Selbst diejenigen, lie nicht durch eigene Kinder auf diesem Gebiete interessiert sind, werden gerne zu Betrachtern solcher lieiftungen der Schüler und ihrer Schulgemeinschaft. 5öo war es bisher bei den alljährlichen Ausstellun- :=en, bie einzelne Schulen für ihren Bereich oer- niftalteten. Und so wird es auch jetzt wieder fein 1 lei ber Schulausstellung, die in dieser Form und in i' Mfem Ausmaß erstmalig in Gießen gezeigt wird md bisher einzigartig aud^ für den ganzen Kreis ließen dasteht: bei' der „Volks'schule im ! eist ungskamp f", wie die Ausstellung aller ! olksschulen der Stadt und des Kreises Gießen, be vom 28. November bis 5. Dezember in der heuen Pestalozzischule in Gießen ftattfinbet, offiziell tenanni wird.
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Freitag abend in der neuen Pestalozzischule. In | i r großen Turnhalle und in zahlreichen Schul- z nmern wird mit größtem Eifer geschafft. Lehrer mb Lehrerinnen, Schuljungens und andere Helfer sind unermüdlich am Werk. Wir wandern während aJ dieser Arbeit unter Führung von Kreisschulrat 'J e b e 1 i n g — der selbst überall wacker mit- o beitet und berät und fördert; wo es nottut — d.irch die dis auf einige Kleinigkeiten bereits her- cirid)tete Schau, und an allen Stellen- können wir h Wahrnehmung machen, daß hier von den schulen eine Gemeinschaftsleistung vollbracht wurde, b-2 der höchsten Anerkennung wert ist.
Von unserem Rundgang sei einiges berichtet. Bei in Unmenge von Ausstellungsgegenständen ist eine r-Uftänbige Registrierung aller Dinge einfach un- i iliö gl ich Gewissermaßen als Anhaltspunkte unb
Umspiele für die Leistungshöhe seien einige Gegen- fiunbe. besonders erwähnt. Hervorzuheben ist aber, d?ß alle ausgestellten Arbeiten ausschließlich« von Schülern bzw. Schülerinnen stammen, wobei selbst- oo-ständlich ber Lehrer ober bie Lehrerin anregend, biratenb oder fördernd wirkten, aber auch vieles bm in allen Teilen ureigenen Schaffen des Kin- ba (juzufchreiben ist.
i| An der Turnhalle befindet sich der Hauptteil ■W Ausstellung. Zu beiden Seiten des Eingangs ist ein Ausschnitt aus den Aufgaben des Vieri ah - r s plans dargestellt. Es ist eine vielseitige überschau, die hier die Aufmerksamkeit auf sich lenkt: beispielsweise die Flachsverarbeitung, Spinn- rdb und Spinnrocken, Webstuhl, Steigerung ber Schafzucht, Waldgemeinschaft, Verwertung ber Kno- h n, außerdem Förderung bes Reiseverkehrs durch Üasbreitung der Kenntnis der landschaftlichen Schönheiten Deutschlands; in diesem Zusammen- hcmg ist ein Archiv von 7000 Bildern ber Volks- jdiile Ober-Hörgern bemerkenswert, bas in zweckmäßiger Weise angeordnet ist. Hinzu kommt eine zwße Fülle schriftlicher Schülerarbeiten.
Anschließend sieht man die Abteilung der


