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m. ? 1 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch.27.Ottober |Q57

Aus dem Reiche der Krau

Führerinnen

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Dienstkleidung ein Anfangsgehalt von monatlich 50 Mark steigend bis 120 Mark bekommt, wird zuerst meist als Wirtschaftsgehilfin beschäftigt und hat als solche die Aufsicht über Haus und Küche des Lagers. Sie kann auch als Gesundheits­pflegerin tätig sein und muß als solche eine be­sondere Ausbildung erfahren haben Die dritte Ge­hilfin im Lager ist die Verwaltungsgehilfin, der die Büroarbeiten obliegen. Vielfach haben sich die Führerinnen als Gehilfinnen spezialisiert und blei­ben dann in dieser Rangstellung bis zu ihrem Ab-

Die L a g e r g e h i l f i n, die bereits besoldet wird und neben freier Unterkunft, Verpflegung und

gang.

Vei Bewährung aus allen Gebieten kann die Gehilfin im Bedarfsfälle zur L a g e r f ü h r e r i n aufsteigen. Im allgemeinen sollen die Lagerführe­rinnen nicht länger als etwa fünf Jahre auf ihrem Posten belassen werden. Diese Zeit wird aber so­wieso wohl selten erreicht werden, da besonders be­gabte Führerinnen in die höheren Stellen der Gruppen- und Bezirksführung aufrücken, die übri-

jemand zuhören oder Ratschläge erteilen kann, hemmt die Kinder. Ungeniertes, phantasieoolles Spiel gedeiht selten unter den Augen Erwachsener.

In so einem Spieleckchen kann auch so herrlich alles stehen und liegen bleiben, was manchmal mit viel Liebe und Ehrgeiz aufgebaut wurde. Das er­spart viel Tränen und Kummer, denn die mütter­liche MahnungSpielsachen abräumen, der Tisch wird gebraucht!" ist ein wirkliches Schreckenswort. Ein Hauptvergnügen ist für die Kinder, wenn sie Besuch in ihrem eigenen kleinen Reich empfangen und bewirten dürfen. Unbewußt wird da im Klei­nen nachgeahmt, was Mutti im Großen macht. Und ebenso spielend, wie sich im Puppenreich die kom­menden Mütter zeigen, so entwickeln sich auch schon hier im Spieleckchen die künftigen Gastgebe­rinnen.

So erfüllt die Spielecke den gleichen Zweck wie ein Kinderzimmer, denn sie wird nicht nur zum ungeteilten Vergnügen für das Kind, sondern sie bedeutet für die Mutter ein notwendiges Ergan- zungsmittel bei der Erziehung der Kleinen. Wo könnte man einem Kindspielender" Ordnung bei- bringen als in seinem eigenen Eckchen? Hier lernen sie die tiefe Bedeutung des Wortes kennen, daß jedes Ding im Leben seinen rechten Platz haben muß. Und selbst das verhaßte Aufräumen kann im Spieleckchen selbstverständlich und sogar vergnüg­lich werden. , r .

Und es ist seltsam, welch einen Zauber solch eine Spielecke noch in späteren Jahren ausstrahlt. Es scheint, als ob gerade sie der Mittelpunkt für all die ungetrübten Erinnerungen fröhlich-glückseliger Kin­derzeit sei.

Das kleine Abendkleid rechts aus braunem Velour-Transparent

Unsere Modeskizze zeigt heute zwei Abend­kleider für/das Winterhalbjahr 1937.

Das g r o ß-e Abendkleid links aus glän­zender, perlgrauer Seide ist für große Festlichkeiten gedacht. Es hat einen tiefen Rückenausschnitt und eine dem Rock ange­schnittene Schleppe. Der hochangesetzte und reich- qelesene Blusenteil ist in seiner Form typisch für die Linie des Winterhalbjahres 1937 Die er­gänzende kurze Jacke ist aus dem gleichen Ma­terial mit einem Besatz aus dunkelgrauem lang­haarigen Pelz. Sie entspricht in ihren Schnittlinien denen des Kleides und wird vorne mit einer Silberschließe gehalten. Silberleder­sandalen ergänzen den Anzug.

Dom sparsamen pserd, dem Auge und der Lampe.

Die Geschichte vom sparsamen Pferd ist einer der ältesten Schottenwitze. Da erzählt ein Schotte, es sei ihm ein Pferd eingegangen, und gerade bei diesem tue es ihm besonders leid. Er habe es näm­lich dressiert auf Sparsamkeit. Erst habe es eine Zeillang nur jeden zweiten Tag zu fressen be­kommen, dann, als es sich daran gewöhnt hatte, nur einmal jede Woche und jetzt, wo es gerade an­gefangen habe, nur noch einmal im Monat zu fressen, da sei es ihm ausgerechnet gestorben.

In Abwandlung einer Volksweisheit kann man dieser Geschichte nur sagen: Sparsamkeit, falsch geübt, schlägt ihren eigenen Herrn. Und man soll gar nicht so spöttisch über den Schotten mit dem sparsamen Pferd lachen: auch wir sparen ost zu unserem eigenen Nachteil oder gar, was schlimmer ist, auf Kosten unserer Mitmenschen, wenn wir vielleicht auch zu unserer Entschuldigung sagen können, daß wir uns nicht immer darüber im klaren sind.

Die ältere Generation entsinnt sich noch, wie stüher die Hausfrau in der Küche saß und nähte oder stopfte. Auf dem Tisch stand die berühmte Küchenlampe" mit dem Messingreflektor. Es war nicht immer möglich, sie so einzustellen, daß sie nicht blakte und doch einigermaßen hell brannte. Diese Lampe war eigentlich ein Muster eines Beleuch­tungskörpers, wie er nicht sein sollte. Erstens blen­dete sie, zweitens gab sie doch nicht Licht genug, wenigstens nicht entfernt genug für feine Arbeiten, wie Nähen und Stopfen. Schließlich aber ging noch ein gutes Teil Licht nach den Seiten ungenutzt ver­loren. Da stand sie, von oben bis unten ein Stück falscher Sparsamkeit.

Eine überwundene Erscheinung? Leider vielfach nicht! Sehen wir doch im Heim häufig Lampen zu niedriger Wattstufe verwendet, die auch nicht mehr Licht geben als die alte Petroleumlampe, und Leuchtgeräte, die weder Blendung verhindern, noch das an sich schwache Licht wenigstens so gut wie möglich für die Beleuchtung der Arbeit ausnutzen.

Die Hausfrau sitzt mit ihrer feinen Handarbeit am Eßtisch, über dem eine Schirmleuchte wohl eine für die Einnahme der Mahlzeit allenfalls aus­reichende, aber für Nähen und Stopfen, zumal von dunklen Stoffen, völlig unzulängliche Beleuch­tung gibt. Auch das Schulkind ist übel daran, das seine Lese-, Schreib- und Zeichenarbeiten am abge­räumten Eßtisch bei dieser Beleuchtung erledige.

AusSparsamkeit" verzichtet die Hausfrau nicht selten auf eine gute Arbeitsplatz-Leuchte, die mit einer Lampe von mindestens 60 oder 75 Watt aus­gerüstet sein müßte, und gibt auch ihrem Kinde keine solche Leuchte für seine Schularbeiten. Das ist aber keine Sparsamkeit, sondern Raubbau an der Sekraft. Wenn man dies bedenkt, wird man leb­haft an die Schottengeschichte erinnert.

Gutes Licht, gute Arbeit! Sollte man, eingedenk dieses Wortes, nicht doch beizeiten für die richtigen Lampen und Leuchten sorgen und seinem Pferde lieber zu fressen geben? O.

Gm SpMüchen für unser Kind.

von Margret Oihrberg-Sang

Natürlich ist ein Kinderzimmer, das. zugleich liebevoll und doch praktisch eingerichtet ist der Wunschtraum jeder Mutter.Aber in unserer Zwei- zimmer-Wohnung ist em Spielzimmer nicht mög­lich ... das kann man nicht ändern!" Mit dieser Feststellung ist der Fall aber noch lange nicht er­ledigt, denn jedes Kind hat einen Anspruch auf sein" Eckchen, genau wie der Vater auf seinen Schreibtisch und die Mutter auf ihr Nähtischchen. Es muß ja nicht immer gleich ein ganzes Kinder- zimmer sein. Versuchen mir es einmal mit einem. Spieleckchen.

Wie ein solches Spieleckchen aussieht? Selbstver­ständlich muß ein kleiner Schrank hinein, und wenn es nur ein einfaches Regal mit einem bunten Stoff- vorhang ist. Noch hübscher und praktischer ist eine Truhe zum Verstauen von Spielsachen, weil sie gleichzeitig als Sitzgelegenheit dienen kann. Die Truhe kann man selbst bemalen, nach Motiven der alten Bauerntruhen. Nun noch ein kleiner Tisch da­vor, ein oder zwei Stühle, und das ganze Liliput­heim ist bereits fertig. Irgendwo muß natürlich noch ein Plätzchen für das Puppenbett und den Puppenschrank bleiben.

Die Hauptsache an dieser Kinderspielecke aber ist, daß sie völlig für sich abgeschlossen bleibt. Das ist leicht mit Hilfe, eines Wandschirmes zu erreichen. Kinder müssen nämlich einen Platz haben, wo sie unbeobachtet und ungestört ihre Ideen im Spiel verwirklichen können. Die Vorstellung, daß immer

Die unentbehrliche Kartoffel.

Das wichtigste Nahrungsmittel für den Winter.

ZdR. Als vor nunmehr 200 Jahren die Kar­toffel in Preußen durch Friedrich den Großen eingeführt wurde, wurde sie nicht etwa mit Begeiste­rung ausgenommen, im Gegenteil, diese Wurzel­knollen gerieten sogar in den Verdacht, gesundheits­schädlich zu sein. Heute kommt uns das fast unver­ständlich vor, denn wir kennen keine Frucht, die uns willkommener wäre. Was finge die Hausfrau ohne die Kartoffel an, die immer noch ein Gericht ergibt, wenn am Monatsende das Wirtschaftsgeld knapper ist oder ein Mittagsgericht gestreckt wer­den muß.

In diesem Jahr ist uns eine reiche Kartoffelernte beschert, die uns bis zur nächsten Ernte als Nah­rung und nicht zu vergessen, was die Haus­frau oft nicht weiß, auch als Futtergrundlage für eine ganze Anzahl unserer Haustiere dienen soll. Eine gute Ernte soll aber nicht nur Freude aus­lösen, sondern verpflichtet auch Man darf nicht nach Belieben mit ihr schalten und walten, sie viel­leicht sogar nachlässig behandeln, sondern muß sie als wertvolles Geschenk sorgsam pflegen und bis zum Letzten erhalten. Auch die Haus­frau kann und muß dabei mithelfen Die Hausfrau legt sich ja gern Vorräte hin, hier ist ein Nahrungs­gut, das leicht gelagert werden kann Voraussetzung ist allerdings, daß geeignete, kühle, frostfreie, saubere, vor Tageslicht geschützte Räume vorhanden sind. Eine selbstverständliche Pflicht ist es natürlich auch, die Kartoffeln laufend zu kontrollieren, damit sich nicht durch zu hohes Aufschütten Fäulnis einschleicht oder ihnen doch Frost droht.

Die Kartoffel wird mit ihrem reichen Nähr- wertqehalt an Stärke, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen den ganzen Winter hindurch u n - entbehrlich fein. Die Kartoffel muß uns mit ihrem Vitamingehalt einen Teil der in dieser Jahreszeit fehlenden Gemüse ersetzen und vor allem den Küchenzettel abwechslungsreicher gestalten. Sie will mehr als nur eine mehr oder roeniger gern gegessene Beilage sein. Als verschiedenartig ange- richtete Suppe, mit allerlei Gemüsen-, Fisch- und Fleischresten vermischt, überbauen, in Form von Klößen, Puffern, Plätzchen, Pudding, Salat erhalten wir nicht nur Mittags-, sondern in gleicher Weise wohlschmeckende, bekömmliche Abendge- richte. Gerade für den Abendtisch ist die Kartoffel unentbehrlich, seit sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzt, daß belegte Scheiben Brot für den Abend weder das Gesündeste noch das Billigste sind Selbst auf dem Kaffeetisch vermag die Kartoffel in Form von mancherlei Gebäck zu erscheinen.

Aber nicht nur in ihrer eigentlichen Form essen wir die Kartoffel. Die Nahrungsmittelindustrie stellt uns noch manches aus ihr her: Kartoffelmehl, -graupen, -sago. Backwaren, Honig, Limonade, Kon­serven usw. werden unter Verwendung von Stärke­sirup und Stärkezucker aus Kartoffeln hergestellt. Auch für kosmetische, pharmazeutische Erzeugnisse, bei der Leder-, Papier-, Kunstseiden-, Leinenher­stellung und in den verschiedensten anderen Indu­strien wird die Kartoffel in mancherlei Form ge­braucht. So ist also die Kartoffel vielseitig ver­wendbar wie wohl kaum ein anderes Erzeugnis, ein Grund mehr, mit jeder Kartoffel sorgsam um­zugehen. Je weniger Kartoffeln wir infolge Un­achtsamkeit verderben lassen und damit für unsere Ernährung brauchen, desto mehr stehen der Futter­wirtschaft und Industrie zur Verfügung. H. O.

gen entweder in den Ehestand treten oder aber in einen zivilen Frauenberuf übergehen.

Die Aus- und Dorbildungszeit der Lagerführerin kürzt sich also je nach Begabung und Vorbildung erheblich ab. Besonders günstige Aufstiegsbedin­gungen sind für bereits fertig ausgebildete Dolks- pflegerinnen, Kindergärtnerinnen, NS.-Schwestern oder Mädel aus sonstigen sozialen ober land- und hauswirtschaftlichen Berufen gegeben Das G e - halt der Lagerführerin beginnt mit 80 Mark und steigt auf 150 Mark neben freier Unterkunft, Ver­pflegung und Dienstkleidung. Die jetzigen Lager­führerinnen stehen im Alter zwischen 22 und 32 Jahren. Die Mehrzahl ist etwa 25 Jahre alt. Zur Führung befähigte und mit dem nötigen Wissen ausgestattete junge Mädchen können also im weib­lichen Arbeitsdienst schon verhältnismäßig früh in eine nicht nur politisch wichtige, sondern auch sozial hochstehende Stellung gelangen. Eine bestimmte Schulbildung, die den Aufstieg naturgemäß erleich­tert, ist nicht Voraussetzung. E. S.

hell- schließt vorne noch und wird hinten durch kleine Gold­knöpfe geschlossen. Das Vorderteil ist am Halse reich gezogen, ebenso sind es der breite Gür- t e l und die halblangen Aermel. Auch der Gürtel wird im Rücken durch kleine Knöpfe geschlossen. Die weite, dreiviertellange Jacke ist aus dem gleichen Material und mit glänzender, dunkel­brauner Seide gefüttert. Ihr weiter, dreiviertellan­ger Aermel ist wie der des Kleides in Raglanform eingesetzt. Zu dem Kleide werden G o l d l eder- sandaletten oder braune Seidenpumps getragen H.

Die deutsche Mode führt.

Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft, Gaustelle Hessen- Nassau, Frankfurt a. M., schreibt:

Es ist noch nicht allzulange her, daß die mo­disch gekleidete Frau sich in der Wahl ihrer Klei« düng, der verarbeiteten Stoffe usw. nach auslän­dischen Vorbildern richtete. Paris, Wien, London waren die Städte, in denen die Frauenmode ge­macht wurde. Heute steht Berlin daneben, das auf dem besten Wege ist, die alten Herrinnen der Mode zu überflügeln. Paris ist freilich immer noch ton­angebend für das elegante, luxuriöse Abendkleid, wie es in den internationalen Bade- und Vergnü­gungsorten getragen wird. Das englische Schneider­kleid mit seinem strengen und doch so eleganten Schnitt gehört nach wie vor unerläßlich zu der Garderobe der eleaanten Frau. Die großen und kleinen Wiener Abendkleider bilden immer noch unser ganzes Entzücken in ihrer graziösen Art. Aber das Sportkleid, das Nachmittagskleid, das wir tragen, ist deutsches Modell, in deutscher Werk­statt von deutschen Könnern erdacht und gefertigt. Und dieses Sportkleid, dieses Nachmittagskleid trägt ebenso wie wir, die Engländerin: die Amerikane­rin, die Französin und die Wienerin, kurz in der ganzen Welt ist Deutschland heute schon unbe­stritten in der Gestaltung des Sportkleides und des eleganten wie des einfachen Nachmittagskleides führend.

Alle Veranstaltungen des deutschen Bekleidungs­gewerbes, sowohl die Exportmodenschau der Ma­denindustrie wie die der Handwerksmeister des Da- menschneidergewerbes in Ulm als auch die der Herrenschneider in München, die der internatio­nalen Welt Wintermodelle der verschiedensten Art vorgeführt haben, bewiesen aufs neue, daß das In­teresse der ausländischen B'kleidungsfachleute an der jungen deutschen Mode ständig wächst.

So stolz uns der Erfolg machen kann und soll, so wohlverdient ist er. Kein Land der Erde verfügt über eine so große Anzahl gründlich und vielseitig ausgebildeter Fachleute wie Deutschland. Nicht nur dem Nachwuchs gilt die Sorge um die Ausbildung in Lehrstätten, Schulen usw., auch der selbständige Unternehmer wird in Kursen, in denen unter an­derem auch auf die Kenntnis der neuen Stoffe und Stoffarten größtes Gewicht gelegt wird, stän­dig fortgebildet. Die Berliner Textil- und Mode­schule hat bereits internationalen Ruf. Wie der Name sagt, gliedert sie sich in zwei Abteilungen: die textile Entwurfsklasse und die Modeabteilung.

In der ersteren werden den Schülern in einem vierjährigen Lehrgang die Kenntnisse im Weben, Sticken, Stoffdruck, Material und Stofftechnik ver­mittelt. Neue Stoffmuster werden entworfen, neue Farben ausprobiert und eingefärbt, neue Stoff­arten hergestellt. Webhandwerker, Sticker und Wir­ker aber ebenso wichtig Schöpfer neuer Stoffe und Muster bildet die Textilklasse heran

Die Modeabteilung schult dagegen die künftigen Direktricen, Modezeichnerinnen und Theaterkostüm­bildnerinnen. Selbständiges Entwerfen ist Pflicht jeder Schülerin. Streng verboten ist alles Kopieren. Für die Ausbildung im Theaterkostümentwerfen und in Modegraphik bestehen Sonderklassen. Voraussetzung für die Ausnahme in die Modenabteilung mit all ihren Klassen ist die bestandene Gesellenprüfung.

Me wird man A brttEdienst- sührerin?

V. A. Arbeitsdienstführerin ist ein neuer Frauen­beruf, zu dem nicht nur Eignung, sondern auch Kenntnisse gehören. Die bloße Neigung reicht nicht aus, und viele junge Mädchen, die sich nach Ab­leistung des Arbeitsdienst-Halbjahres zur Führerin berufen fühlen, find deshalb noch nicht auserwählt. Die Aussichten sind aber für die Befähigten recht gut. Der weibliche Arbeitsdienst, der bereits über 500 Lager m\t mehr als 20 000 Arbeitsmaiden um­faßt, wird bekanntlich auf 600 Lager mit rund 25 000 Arbeitsmaiden erweitert. Dadurch ist auch der Bedarf an A r b e i t s d i e n ft f Ü h r e r i n - nen gestiegen. Neben den 600 Lagerführerin­nen werden etwa 1800 Lagergehilfinnen eingesetzt, lieber ihnen stehen die Gruppen- und Bezirksführe­rinnen; außerdem werden natürlich in den zentra­len Verwaltungsstellen noch geeignete Verwaltungs­gehilfinnen benötigt. Die Zahl der Anwärterinnen muß deshalb groß sein, weil etwa ein Drittel sämt­licher Führerinnen infolge Heirat immer wieder ausscheidet. e

Führeranwärterin im Arbeitsdienst kann jedes gesunde deutsche Mädel mit vollendetem 17 Lebensjahr werden Sie muß zunächst em halbes Jahr im Arbeitsdienst gewesen sein. Hat sie sich nicht bereits beim Eintritt als Führeranwartenn gemeldet - über 25jährige werden ia überhaupt nur als Führeranwärterin zum RAD. zugelassen dann kann sie bei erwiesener Eignung im Dienst sozusagen kapitulieren. Dann beginnt eine drei­jährige Ausbildungszeit, die mit einem (nod)mal5) halbjährigen Lagerdienst als K a m e r a d s ch a f ts- älteste eingeleitet wird. Jedes im ganzen aus 40 Maiden bestehende Lager schließt außer der Lagerführerin und drei Gehilfinnen drei Kamerad­schaftsälteste in sich ein. Sie erhalten als solche das doppelte Taschengeld der Arbeitsmaiden (täglich 40 Pfennig). Anschließend wird sie dann für Das Praktikum beurlaubt. Sofern sie noch keinerlei ähnliche berufliche Ausbildung erfahren hat mutz sie zunächst ein Jahr die Landfrauenschule besuchen. Auf dieses Jahr folgt eine halbjährige Tätigkeit in der sozialen Praxis; z. B. in der Wohlfahrts- pflege; sodann noch ein halbes Jahr tn einem Krankenhaus. .

Hat sie sich auf diesem Ausbildungsgang Der wie gesagt je nach der Art der Vorbildung auch kürzer sein kann bewährt, kommt sie ein halbes Jahr auf die sogenannte Bezirksführenn- n e n s ch u l e des Arbeitsdienstes und wird an­schließend einem Lager als Gehilfin zugeteiti. Im weiblichen Arbeitsdienstlager gibt es ja nicht Die weitgehende Ranggliederung wie 'm männlichen Arbeitsdienst, zumal da die weiblichen Lager auch kleiner sind.