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Vlenrtag,27.ApriI 1957

Nr. 97 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Oberhessen)

SA. rüst zum Dankopser der Nation!

kleid

Die

schäft, Frankfurter Straße 1.

Steinheim, Rabertshausen. Ortsqruppenleiter m Lerdmdung m

Ettingshausen mit Röthges, Rieder-Bessmgen, I mit ihm die Ausgestaltung der Feier.

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schen Frauenwerkes werden erwartet.

Auf vielseitigen Wunsch veranstaltet der mütterdienst einen Lehrgang im Nähen und Hier wird das Nähen und Ausbessern von

Dorf-Gill.

Bettenhausen mit Langsdorf, Muschenheim, Birklar, Bellersheim, Obbornhofen.

Hungen mit Villingen und Langd.

Trais-Horloff mit Inheiden, Utphe, Rodheim,

1. Sonntag im Mai von der Führerin in der Orts­gruppe durchgeführt. Die Gruppenführerinnen, bzw. Standortführerinnen setzen sich jeweils mit dem Ortsgruppenleiter in Verbindung und besprechen

Nur noch wenige Tage läuft die Frist zur Ein­zeichnung in die Spendenlisten für das von der S-A. bei allen Volksgenossen gesammelte Dank­opfer der Nation. Die Einschreibungen kön­nen nur noch bis zum 1. Mai ein schließ - l i ch erfolgen. Das Ergebnis dieser Spende der deutschen Volksgemeinschaft wird dem Führer als Geburtstagsgabe und als Zeichen der Dankbarkeit aller deutschen Menschen überreicht werden. Die Mittel der Spende sollen wiederum Verwendung finden für den Bau von Siedlungen für verdiente alte Kämpfer der Bewegung, für Frontkämpfer des Weltkrieges und für kinderreiche Familien.

Es wird erwartet, daß jeder deutsche Volks­genosse sich an dieser Spende beteiligt. Dabei ist nicht die Gröhe des Spendeopfers entschei­dend, sondern vor allem bestimmend die Tat­sache, dah jeder deutsche Mann und jede deut­sche Frau sich überhaupt an dieser Opfergabe beteiligen.

Auch der kleinste Betrag wird gerne in den Spende­listen vermerkt werden, denn er gibt Kunde davon,

Sonntagssahrt an den Rhein.

Am Sonntag, 2. Mai, führen wir mit einem Om­nibus eine Tagesfahrt an den Rhein durch. Die Fahrt geht durch den Westerwald über Montabaur nach Ehrenbreitstein, von dort nach Braubach. Hier ist bei längerem Aufenthalt Gelegenheit gegeben, die Marksburg zu besichtigen. Abends fahren wir über Bad Ems zurück nach Gießen. Der Preis der Fahrt beträgt 5,50 RM. Fahrkarten sind auf der Kreis­dienststelle erhältlich.

Zehn Jahre Maienblasen in Gießen.

Am kommenden Freitag, 30. April, wird das alljährige Maienblasen vom Turm der Jobannes- kirche aus wieder seinen Anfang nehmen. Mit dem diesjährigen Maienblasen jährt sich der Tag der Einführung dieses schönen Brauches in unserer Stadt zum zehnten Male. Das Maienblasen in Gießen wurde auf Anregung von Amtsgerichtsrat Gros eingeführt, der diese schöne Sitte in Alsfeld während seiner dortigen Amtstätigkeit kennengelernt und dabei die starke Sympathie der Bevölkerung für diese Darbietungen beobachtet hatte. Im Jahre 1927 gab er imGießener Anzeiger" die öffentliche Anregung zur gleichen alljährlichen Veranstaltung in Gießen, für deren Durchführung alsbald von gemeinnützig gesinnten Volksgenossen Spenden ein-

NSLB., Kreis lSieken.

Fachschaft körperliche Erziehung.

Sommerkampsspiele 19 3 7 der Unter ft u f e.

Ausschreibungen sind im Besitz der Schulen.

Ober-Bessingen, Nonnenroth, Münster, Har­bach, Hattenrod.

Grünberg mit Queckborn, Lauter, Weickarts­hain, Saasen, Göbelnrod, Beltershain, Rein- hardshain, Stangenrod.

Großen-Buscck mit Oppenrod, Burkhardsfelden, Alten-Buseck, Rödgen, Trohe, Bersrod, Reis­kirchen, Beuern, Lindenstruth, Annerod.

Lollar mit Ruttershausen, Mainzlar, Stau­fenberg, Daubrinqen.

Londorf mit Kesselbach, Allertshausen, Allen- dorf, Trais, Climbach.

Geilshausen mit Lumda, Odenhausen, Wei- tershain. Rüddingshausen.

Betr.: Frühlingsansingen.

Das diesjährige Maisingen (auch Tänze), wird entweder am Vorabend des 1. Mai oder am

Betr.: Reichsführerfragebogen.

Die den Mädelgruppenführerinnen zugegangenen Reichsführerfragebogen für ihre Führerinnen sind umgehend an die Personalstelle des Untcrgaues einzusenden.

Betr.: B D M. ° T a n z k l e i d.

Geldstrafen und auch mit Geschäfts- schließungen zu rechnen.

Im Gegensatz zur liberalistischen Auffassung ist es mit nationalsozialistischen Grundsätzen unverein­bar, eintretende Warenverknappung durch Preis­erhöhungen auszugleichen. Wenn nach der Unter­bindung von Preiserhöhungen von gewissenlosen Geschäftemachern nunmehr versucht wird, beim Ver­kauf von vorübergehend verknappten Waren größere Gewinne durch Mitlieferung von anderen Gegen­ständen zu erzielen, dann wird der nationalsozia­listische Staat gegen solche Schädlinge unserer Volkswirtschaft energisch einschreiten. Wer also die Lieferung knapp gewordener Gegenstände, wie zum Beispiel die vorstehend angeführten, davon ab­hängig macht, daß ihm gleichzeitig andere Waren mitbestellt werden, macht sich strafbar und setzt sich der Gefahr einer empfindlichen Geldstrafe, in schwe­reren Fällen der Schließung des Betriebes aus. Ebenso strafbar macht sich aber auch der, der sich bereit erklärt, zur Erlangung von Rohstoffen oder Gegenständen, die zur Zeit schwer zu beschaffen sind, andere Waren aller Art mit abzunehmen.

Bei dieser Gelegenheit bitte ich die Leiter der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft, ihre Mitglieder vor dem Abschluß von derartigen Kop- pelgeschästcn eindringlich zu warnen.

Bund Deutscher Mädel, tintergoullG.

Dienstbefehl!

Betr.: Iugendkundgebungen am 1. Mai.

Im Bannbereich 116 finden am 1. Mai um 8.30 Uhr folgende Iugendkundgebungen statt. Die Mädelgruppen, sowie IM.-Gruppen haben daran teilzunehmen.

In Gießen am Oswaldsgarten.

Wieseck, in Klein-Linden, mit Allendorf und Heuchelheim.

Leihgestern mit Gr.-Linden und Lang Gons.

Watzenborn-Steinberg mit Garbenteich und Hausen.

Grüninaen mit Holzheim, Eberstadt und

und Kleidung gezeigt. Fräulein L u l e y , vorigen Jahre noch bei allen Teilnehmerinnen in bester Erinnerung ist, wird diesen Kurs durchführen. Anmeldungen nehmen die Ortsfrauenschaftsleiterin­nen entgegen oder die Geschäftsstelle der Kreisfrauen-

Die BezeichnungBDM.-Volkstanzkleid" wird in BDM.-Tanzkleid" abgeändert. Die Verwendung von Nessel für den Rock soll unterbleiben. Der Vier- und Sechsbahnrock sind in Zukunft aus Kunstseide mit matter Oberfläche herzustellen. Es ist weiterhin freigestellt, das Mieder für Schnürvelschluß, oder für Knopfverschluß einzurichten. Für den Schnür­verschluß ist die Verwendung schwarzer Schnur nicht mehr vorgeschrieben. Es kann eine beliebige Seidenschnur verwendet werden, deren Farbe zur Grundfarbe des Mieders passen muß. Das Tanz- kann zu Zivilzwecken getragen werden.

Warnung vor Koppelgeschästen

Von Gauwirtschastöberaier Karl EckardE

daß der zeichnende Volksgenosse auch mit seiner kleinen Spende nicht zurückstehen will bei diesem Akt der Dankbarkeit, die mit dieser Spende dem Führer dargebracht werden soll. Jedermann spende nach besten KräftenI

Die Einzeichnungsstellen in Gießen:

SA.-Brigade 147, Moltkestraße 27.

SA.-Standarte 116, Landgraf-Philipp-Platz 2.

11/116 Laden am Kreuzplatz (neben Winterhoff), oder Konto Sturm 11/116 Bezirkssparkasse.

14/116, Studentenhaus,Stuttgarter Hof" (Sel­tersweg), oder Dresdener Bank.

Pi. 11/116,Zum Löwen", Neuenweg.

R 41/116,Frankfurter Hof", Marktlaubcnftraße.

42/116,Aquarium", Walltorftraße.

43/116,Zum Burghof", Am Burggraben.

San./116,Bayerischer Hof". Bahnhofstraße.

Nachr./116,Zum Löwen", Neuenweg.

Marine-SA.: Sturmbüro, Ludwigstraße 56 p/Ecke Alicenstraße, ferner Sturmbannbüro, Frankfurter Straße 4, Hinterhaus.

Reiter-Standarte 147: Universitäts - Neitinstitut Schömbs, Brandplatz 5.

NSG. Gegen Koppelgeschäfte im Handel mit Nahrungsmitteln jeder Art sind bekanntlich die zu­ständigen Behörden seit geraumer Zeit energisch ein« geschritten. Das scharfe Vorgehen hat den erfreu­lichen Erfolg gehabt, daß solche Geschäfte im Nah­rungsmittelhandel nahezu beseitigt sind.

In letzter Zeit häufen sich nun in meinem Amt Beschwerden aus anderen Handelszweigen über Koppelgeschäfte, die in wachsendem Um­fange gefordert, angeboten und ausgeführt werden. Durch diese Entwicklung, die insbesondere im Han­del mit Baustoffen nachgerade zu einer Gefahr geworden ist, habe ich mich gezwungen gesehen, die Preisüberwachungsbehörden im Gau Hessen-Nassau zum Einschreiten zu veranlassen.

Demzufolge ist eine sanitäre Großhandlung in Strafe genommen roorbcn, weil sie die Abgabe von Abflußröhren, Eisenröhren, Verbindungsteilen, Ble'i- röhren, Zink, Armaturen usw. davon abhängig ge­macht hat, daß ihr gleichzeitig auch die Lieferung der sanitären Einrichtungsgegenstände übertragen wurde. In der Strafbegründung des Regierungs­präsidenten heißt es ausdrücklich, daß Koppel­geschäfte jeder Art unerwünscht und verboten sind und daß für derartige Geschäfte im Rahmen des Vierjahresplanes kein Platz ist. Für alle künf­tig bekanntwerdenden Fälle ist mit schweren

Die Bezirkseinteilung bleibt im großen und ganzen wie im Vorjahre. Änderungen werden durch die Bezirksspielwarte bekanntgegeben. Der Beginn her Spielreihen liegt noch nicht fest. Schulen, die aus triftigen Gründen nicht an den Spielen teilnehmen können, müssen dies umgehend dem Kreis- oder Stadtschulamt mitteilen.

Arbeitsgemeinschaft.

Ab Mai finden die Zusammenkünfte wieder regel­mäßig statt. Zeit und Ort werden rechtzeitig be­kanntgegeben.

NS -Zrauenschast.

Ortsgruppenabend der NS.-Frauenschaft Gießen- Mitte am Donnerstag, 29. April, 20 Uhr, im Gast­hausHindenburg". Auch die Mitglieder des Deut-

Aus der Stadt Gießen.

Der happige April.

Das Gespräch über das Wetter hat im allgemein j nen den Ruf eines Lückenbüßers oder für ver­liebte Paare eines Nothelfers, wenn die ande- 1 ren Gesprächsfäden zerrissen sind. Doch ist und ' bleibt es nicht ganz ungefährlich, über das Wetter ! ZU sprechen. Wenn ein richtiger Großstädter nach einem heftigen, aber verhältnismäßigen kurzen Gewitterregen nach längerer Trockenheit sofort ' wieder den Anspruch auf eine Reihe schöner Tage . anmeldet, so wird er beim Bauern als Gesprächs- Partner, zum mindesten innerlich, dafür kein Ver- ; ständnis finden. Sicher ist, daß der Tourist und der 1 Bauer meist ganz verschiedene Anschauungen über das Thema haben, wann es genug geregnet hat und wann nicht...

Nach dem bisherigen Verlauf dieses Aprils kom­men wir aber nicht in den Gefahrenbereich eines unerquicklichen Wetterstreits. Wir sind sicher, aus dem Herzen aller Leser zu sprechen, wenn wir die gewichtige und gewiß schon allgemein festgestellte Tatsache noch einmal bekräftigen, daß dieser happige ' April seinem Namen alle Ehre gemacht hat. In den höheren Gebirgen und zwar nicht nur in den Alpen, oder im Riesengebirge hat es am Sams­tag und Sonntag kräftig geschneit, die Temperatur ist teilweise unter den Nullpunkt gesunken, und so- aar Schneepflüge wurden wieder in Tätigkeit ge­setzt, um die Straßen freizubekommen. Wir haben schon im Spätherbst 1936 einige Wunderlichkeiten des damaligen Wetters dem bekannten alten Wetter­macher im Himmel angekreidet: als nämlich in zwei Dritteln von Deutschland das Thermometer stark unter Null, in Königsberg sogar auf unter 10 Grad stand, während sich einzelne Gaue West­deutschlands eines vorzeitigen Frühjahrs mit 10 Grad Wärme rühmen konnten. Jetzt hat der er­wähnte alte Herr im Himmel eine andere Schrulle aufgesetzt: Vom Nordkap und aus Finnland wer­den Temperaturen von 10 bis 12 Grad Wärme ge­meldet, während wir uns im gelobten Mitteleuropa mit viel bescheideneren Temperaturen abfinden mußten.

Der Städter, der seine Wünsche nach voller Baumblüte zurückstellen muß, ist aber noch weit besser daran, als der Landmann, der mit Sehnsucht der Tage harrt, da die Felder abqetrocknet und für die Aufnahme von Kartoffeln und Rübenstecklingen bereit sind. Gewiß sind landauf, landab alle ge­eigneten Stunden genutzt worden, um die Feld­arbeit vorwärts zu treiben. Aber das ist gar nicht leicht, wenn es jeglichen Tag regnet und sich die Arbeit auf eine ganz kurze Frist zusammendrängt. Die alten Bauernregeln trösten etwas und ver­heißen für einen nassen April einen trockenen Juni, was für die erste Heuernte sicherlich kein Nachteil ist, wenn diese Trockenheit sich nun nicht eben ehren­wörtlich verpflichtet fühlt, von der ersten Mitter­nachtsstunde des Juni bis zur letzten ohne jegliche Unterbrechung zu dauern.

IZsrnoiizen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 20 bis 22.45 Uhr:Die Dorothee". Gloria-Palast, Seltersweg:Gordian, der Tyrann". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Meine Frau, die Perle". Oberhefsischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 16 bis 18 Uhr Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen von Lotte Droefe. Verein Kreditreform 18 Uhr Generalversammlung im Büro des Vereins.

Stadtheater Gießen.

Heute abend findet eine Wiederholung des Er­folges Die Dorothee", Operette von Dätterling und Hermecke, statt. Musikalische Leitung: Kapellmeister Hans H. Hampel. Spielleitung: Paul W r e ö e. Einstudierung der Tänze und choreographische Lei­tung Tanzmeisterin Irmgard Z e n n e r. Leitung der Chöre Kapellmeister Ernst Bräuer. Die Vor­stellung findet als 28. Vorstellung der Dienstag- Miete 'statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr.

Coronation-©4tmmung.

Von unserem H. Cr.-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London, im April 1937.

Wenn man im vorigen Jahr die Vorbereitungen in Berlin für die Olympiade miterleben durfte und in diesem Jahr sieht, wie sich London für die Coronation, die Krönung des englischen Königspaares rüstet, dann erlebt man m beiden Städten stimmungsmaßig ungefähr Die gleiche Entwicklung mit. Man selber wird auch wenn man durch des Tages Last und Erbest noch so ehr davon abgehalten wird, doch von Tag zu Tag mehr in eine Stimmung mithineingezogen die man eine CoronatiomStimmung nennen kann. Ebenso, wie im vorigen Jahr das Olympladefieber von Ta-, zu Tu» ftieg, s° erlebt man -- auch als Nichtengländer hier, wie das gesamte englische Le den sich immer mehr um den e>n-n «roßen Festtag zu drehen beginnt. Das nimmt -uch nicht wunder, denn wohin man auch in London «eht. uberat be­gegnet man entweder unmittelbaren Bösere tun gen für die Krönung selbst, oder man sieht Ding, die in mittelbarem Zusammenhang damU stcheru Der Teil der Stadt, durch den sich der Umzug Der Krönung selbst bewegen wird, ist kaum noch wie- d-rzuerkennen. Parks und Bürgersteige oer djrom den hinter riesigen Tr,b UN en, di- Zehntau lende aufnehmen sollen, ja, selbst Wohn- und we chäftshäuser sind hinter riesigen Tribunen bis zum ersten, teilweise auch bis 3"M zweiten Stock völlig

ESSE LLWWSK

nation-Stimrnung, wohin man sieh.

Fremde Besucher tressen täglich au-d allen^Tell ^de ^n L^^n ' °r Engländer mn t^ Nalische UsLn aus den Straßen, Truppen-

kontingente aus Rhodesia marschieren durch Lon­don, dessen große Parks sich teilweise auch schon in Truppenlager verwandest haben oder verwandeln, um all die Militärabordnungen aus dem riesigen Empire aufzunehmen. £ ..

Diejenigen, die mit den Vorbereitungen für die Krönung selbst befaßt sind, sind um ihr Amt nicht zu beneiden, am wenigsten der Earl Marshall, denn bei dem strengen Festhalten an alter Ueber- lieferung muß sich die Krönung selbst und alles, was damit zusammenhängt, in alten Formen unh man kann sagen bis auf die Minute abgestoppt, abspie- len. Infolgedessen kann der Londoner wenn er hin­terher ist einen Teil des Krönungsglanzes bereits vorher erhaschen. Der Frühaufsteher am letzten Sonntag konnte in den Straßen des Festumzugs bereits eine volle Probe f ür b etnjC° r<>na tion-Umzuq selbst sehen. Sämtliches Militär, die Staatskarossen und nicht zuletzt auch die goldene Karosse des Königs selbst, durchfuhren auf dem vorgeschriebenen Wege London und gaben einen kleinen Vorgeschmack von dem, was die Krönung selbst zeigen wird. Selbst in der Westmmsterabtei, wo die feierliche Salbung des neuen Königs der Vereinigten Königreiche stattflnden wird, werden Proben mit den Beteiligten - ausgenommen Kö­nig und Königin abgehalten, und die Dauer des Krönungsaktes genau abgestoppt. Gewiß keine Kleinigkeit für die Organisatoren. Und nebenihnen selbst hat die Polizei alle Hande voll zu tun, um die Vorbereitungen zu treffen, des Massenandrangs am Krönungstage selbst Herr zu werden.

Um die Massen überhaupt einigermaßen dlrigie- ren ^u kön7en, wird am 12. Mm l°mMch°r Ver° tebr in der Innenstadt ruhen, ja, durch eine Art alter Stadttore werden die Zugangsstraßen zu dem Teil in dem sich der Krönungsumzug bewegen wird h-rm-tisch abgeriegelt. Innerhalb der F-st- stadt'leibst aber werden künstliche Gange mit ffle- ändern a schaff», um das Volk ohne allzu großes Gedränge in einer bestimmten Richtung fortbewe- ,u können Das alles gibt nur einen kleinen V°r- geichmack oon dem was an Vorbereitungen getan werden muß. Es kommt hinzu die Frage der u n " r b r g u n g der Befuchermaffen von außerhalb und schließlich gehören zu den Vorberei­tungen auch noch die Sorgen, die sich Peers und PeereSses um ihre vorgegebene Kronungskl-i. bU3rl 7imm allerdings - es jeden,alls

hie heute noch haben die Londoner sich doch : etwas verrechnet, das ist die Zahl der Besucher °0N > außerhalb. Man bekommt heute nach leicht Quak. ; Here, sogar zum Teil auch noch ,n Hotels. Die Die-

len, die geglaubt haben, zu nicht gerade niedrigen Preisen ihre ganze Wohnung oder sogar ein ganzes Haus während der Kröniingszelt vermieten zu kön­nen, haben sich zum Teil enttäuscht gesehen; längst nicht das ganze Angebot von Privatwohnungen hat man bisher in Anspruch nehmen müssen, um fremde Gäste unterzubringen. Andere allerdings machen ein recht gutes Geschäft. So ist mir ein Fall be­kannt, wo eine Ausländerin für eine Zweizimmer' wohnung, die sie an einer der Umzugsstraßen am Krönungstage selbst für 24 Stunden mieten wollte, mehr als 15 Pfund (etwa 180 Mark) abverlangt wurden. Ueberhaupt sind anfangs für Plätze an den Umzugsstraßen Riesensummen ver­langt worden. Wenn dann aber jetzt noch offiziell mitgeteilt wird, daß es zu einem für Londoner Ver­hältnisse tragbaren Preis auf den offiziellen Tribü­nen Sitzplätze gibt, dann darf man wohl folgern, daß im allgemeinen die, die ein Riesengeschäft zu machen hofften, nicht auf ihre Rechnung gekommen sein dürften.

Ueberhaupt gibt es die eigenartigsten Leute, die ein Geschäft aus der Coronation machen wollen. Daß Fahnenfabriken die Großverdiener dieser Tage und Wochen sind, ist verständlich. Für deutsche Be­griffe scheint es aber weniger verständlich, daß es auch Fabrikanten gibt, die glauben, mit Damen­wäsche ein Geschäft zu machen, die die englische Krone trägt, dgß man Käufer für Blumenvasen zu finden meint, die nicht nur äußerlich die Züge des Königs tragen, sondern auf Wunsch auch noch die Nationalhnrnne svielen, daß Schuhe mit K'wne oder in den Landesfarben ein besonders willkom­mener Kaufartikel sein werde, ganz zu schweioen von b?n sonstigen vielen großen und kleinen Ge­schmacklosigkeiten. Wenn man das miterlebt, wird man mit erleichtertem Aufatmen daran zurückden­ken, daß Deutschland dem nationalen Kitsch recht­zeitig den Garaus gemacht hat.

Eine Acht-Millionenstadt rüstet für de- großen Festtag, den das ganze Empire feiert und zum Teil auch miterlebt. Dieses Miterleben wird dem Weltreich durch den Rundfunk vermittelt werden, der nicht weniger als 5 8 Mikrophone am Krönungstage einsetzt, darunter eine große Zahl auch mit ausländischen Sprechern, unter denen sich auch ein deutscher befindet. Was der Rundfunk an Vorbereitungen hatte treffen müssen und noch treffen muß, geht vielleicht am besten daraus hervor, daß der Rundfunk Leitungen in Länge von insgesamt etwa 750 Kilometer für die Uebertragungen von den verschiedenen Stellen aus wird legen müssen. Und wenn dos Empire am Rundfunk diese Uebertragung gehört hat, dann

wird ip London das Volksfest einsetzen, bei dem nach altem Brauch auf den Straßen getanzt und in den Restaurants gefeiert wird. Man kann ja auch feiern, denn die Zeit, in der Alkohol aus- geschenkt wird, ist um eine Stunde verlängert!

Zweikampf zwischen Rhinozeros und Lokomot ve.

Aus Nairobi (Ostafrika) wird berichtet, daß ein Rhinozeros die Störungen, die ein von Mombasa nach Nairobi fahrender Zug in die Landschaft brachte, augenscheinlich iibelnahm und daher mit wilder Wut einen Angriff auf die Lokomotive un­ternahm. In diesem Zweikampf gewann die Ma­schine, aber der Zug erlitt doch einen größeren Aufenthalt, weil es lange dauerte, bis man den gewaltigen Kadaver von dem Schienenräumer ent­fernt hatte.

6od)fd)u1nacbrid)fen.

Kurz vor der Vollendung feines 83. Lebensjahres verschied der Senior des Lehrkörpers der Uni­versität Würzburg Geheimrat Professor Dr. jur. med. h. c. Friedrich Oetker. Mit ihm starb ein Strafrechtslehrer von internationalem Ruf. Er war viele Jahre Vorsitzender der Deutschen Strafrechts­gesellschaft sowie Mitglied der Internationalen Ver­einigung für Rechts- und Wirtschastsphilosophie und Mitglied der Akademie für deutsches Recht. Eine stattliche Reihe fachwissenschaftlicher Werke machten seinen Namen weit über Deutschlands Grenzen hin­aus bekannt. Geheimrat Oetker wurde am 6. Mai 1854 als Sohn eines Iustizrates in Kassel geboren. Er studierte an den Universitäten Göttingen und Leipzig. Später habilitierte er sich als Privatdozent an der Universität Marburg, war außerordentlicher Professor in Bonn und Ordinarius in Rostock. 1895 kam er an die Würzburger Universität, um dann vorübergehend einem Ruf nach Marburg zu folgen. Im Jahre 1902 kehrte er wieder als Nachfolger Fingers auf den Würzburger Lehrstuhl für Straf­recht zurück. Seit 1934 lebte er im Ruhestand.

Professor Dr. W i n k l e r, Ordinarius für Botanik an der Universität Hamburg, wurde dieser Tage 6 0 3 a f) r e alt. Professor Winkler, dessen Spezial­gebiet die Dererbunqswissenschaft ist, hat in Ham­burg eine reiche wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet; den wissenschaftlichen Gesellschaften in Berlin, Mün­chen, Halle, Kopenhagen und Stockholm gehört er als Mitglied an.