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Neffen verliebt. Sie war entschlossen, Selbstmord zu begehen, und hätte es auch ausgeführt, wenn nicht Freunde den jungen Mann'gewarnt hätten. Er kam gerade noch zur Zeit, um sie zu retten. Jetzt leben sie glücklich zusammen und sind oft in dem Kabarett zu sehen, wo sie einander zuerst gefunden haben.
Jedes Jahr gibt Schanhai rund 6 0 Millionen für Speisen und Tanzen in Lo'kalen aus. Es ist eine reiche Stadt, die aber auch die abgebrühtesten Verbrecher der ganzen Welt anzieht. Diese Verbrecher sind immer schwer bewaffnet und schießen ohne Zögern. Sie töten, um die geringste Dieberei auszuführen; ich habe einen Mann niederschießen sehen, damit der Mörder sein Rad stehlen konnte. Um die Ordnung aufrechtzuerhalten, hat die Fremdenstadt eine starke Polizeitruppe aus Europäern, Sikhs und Annamiten. Tag und Nacht sind zwei Einheiten von 200 Mann bereit, um zwei Minuten nach einem Anruf in ihrer „blutigen Marie" auszurücken, wie ihre rotgestrichenen Wagen heißen.
Diese Wagen sind mit drei mächtigen Scheinwerfern ausgestattet, mit elektrischen und Handsirenen, Feuerglocken, Maschinengewehren und einem Turm, von dem aus der Kommandant die Operation leiten kann. Innen sind die schwerbewaffneten Männer und noch weitere Ausrüstung wie zum Beispiel Leitern, Aexte, Brechstangen, Handschellen, Stricke, kugelfeste Westen und' Schilde, Reservemunition, Tränengas und Verbandskästen für erste Hilfe. So ausgerüstet hat die „Blutige Marie" schon einen Mob von 20 000 bis 40 000 Chinesen zerstreut.
Ein Beispiel war der Aufruhr am 4. Mai 1932, wo eine Handvoll Polizisten eine heulende, mit Bomben und Steinen bewaffnete Menge von 40 000 Chinesen auseinandertrieb. Es wurden Hunderte von Verhaftungen vorgenommen, aber nach ein paar Stunden war die Ruhe wieder hergestellt, ohne daß ein einziger Schuß abgefeuert worden wäre, und mit nur einem Verwundeten bei der Polizei. Hinter der Polizei stehen die internationalen Garnisonen der englischen, amerikanischen und französischen Truppen. Aber sie treten nur in Augenblicken ernster Krisis in Erscheinung und mehr als Warnung, daß das englische Eigentum von 720 000 000 Mark und das der anderen westlichen Nationen geschützt ist.
Von Morgengrauen bis zur Abendämmerung arbeitet Schanghai. Von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen erlöschen die Lichter jenes anderen Schanghai nicht. Um 5 Uhr morgens tanzt die Stadt sich noch ihre Sorgen weg. Um 7 Uhr frühstücken einige seiner Einwohner in den spätesten Kabaretts der französischen Niederlassung. Niemand denkt deswegen schlecht von ihnen. Und nicht der geringste Reichtum der Fabelstadt kommt von denen, die sich vom Tageslicht überraschen lassen, nachdem sie die Nacht zum Tage gemacht haben.
C. K
Diese Fabelstadt des Fernen Ostens, am Ufer des Whangpoo, auf Aufschwemmungsland des Jang-tse- Deltas erbaut, ist eigentlich nicht eine Stadt,'sondern zwei. Da ist einmal Schanghai, das bei Tage wacht und arbeitet, der s e ch st g r ö ß t e Hafen der Welt, eine internationale Geschäftsstadt mit riesigen Bürohäusern, Luxushotels, eleganten Läden, auf deren Pflaster der Millionär und der blutarme Kuli nebeneinander ihren Geschäften nachgehen. Dahinter und rings herum liegt das andere Schanghai, das bei Tage schläft und nachts um 11 Uhr erwacht, die ausgelassenste und grausamste Stadt der Welt. Der englische Schriftsteller H. Hessell Tilt- m a n, der Verfasser des Buches „Fernost kommt näher", plaudert nach einem kürzlichen längeren Aufenthalt in Schanghai über seine Eindrücke.
Die ganze Nacht sind in Schanghai Bars aller Schattierungen offen, solche, in ebenen der Gast sich betrinken kann und weiß, daß man sich um ihn kümmern wird, bis er wieder nüchtern ist, und solche, wo er bestimmt ausgeraubt werden wird, wenn er die Unvorsichtigkeit hat, sich anmerken zu zu lassen, daß er Geld in der Tasche hat. Es gibt Straßen in dieser Vergnügungsstadt, in denen nur ein Narr nach Mitternacht geht. Nicht etwa, daß Schanghais Nachtleben ganz und gar verkommen wäre. Was es einzigartig macht, ist, daß man die exklusive Atmosphäre des Ritz-Hotels und die Schlupfwinkel, wo dem Matrosen das Geld aus der Tasche gezogen wird, dicht nebeneinander finden kann. Zwischen diesen Extremen gibt es viele Dutzende von Kabaretts, die gutes Essen, Musik und für die Einsamen professionelle Tänzerinnen liefern.
Die internationalen Tanzpartnerinnen von Schanghai gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Sie sind fast ausschließlich Töchter von russischen Emigranten, die sich zuerst in den Städten der Mandschurei niederließen. Vor die Wahl gestellt, entweder für ein paar Schillinge in der Woche hinter einem Ladentisch zu arbeiten oder ihre einzige Aktiva zu gebrauchen — ihr gutes Aeußeres und ihr Tanzen — entschieden sie sich für das Zweite und strömten in Mengen südwärts, angelockt von den Lichtern von Schanghais Nachtlokalen. Mindestens tausend von ihnen verdienen ihr tägliches Brot, indem sie die ganze Nacht fox- trotten, und ein Heiteres Tausend beneidet sie darum. Diese Tanzpartnerinnen verdienen durchschnittlich 60 Mark in der Woche, die Begabtesten und am besten Ausgebildeten das Doppelte.
Es passieren auch Romane. Kürzlich verliebte sich eine dieser Tänzerinnen in einen Russen, der viel jünger war als sie selbst. Er wollte sie heiraten, aber längere Zeit weigerte sie sich, weil sie zu alt sei. Endlich gab sie nach. Zwei Tage vor der Hochzeit gab er ihr ein Bild seiner Mutter, von der er seit Ausbruch der Revolution nichts mehr gehört hatte. Es war ein Bild ihrer Schwester, vor 22 Jahren ausgenommen. Sie hatte sich in ihren
rete), Alexander Goth (Mephisto) stärksten Beifall. Besonders der Leiter der Vorstellung, Wüst en - Hagen, wurde mit Begeisterung gefeiert.
INodeschau des Frankfurter Wodeamtes in Florenz.
Das unter der Leitung von Frau Professor Klimt stehende Frankfurter städtische Modeamt ist von der Associazione Nazionale Faschista Donne Artiste Laureate, Gruppe Florenz, der faschistischen Frauenorganisation, eingeladen worden, in Florenz eine Modeschau zu veranstalten. Mit Rücksicht auf den Charakter der Veranstaltung, die in der Hauptsache die zwischen Deutschland und Italien bereits bestehende kulturelle Zusammenarbeit auch auf dem Gebiete der Modekultur pertiefen will, damit gleichzeitig werbend für modeschöpferische deutsche Wertarbeit wirken soll, hat Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs der Einladung stattgegeben. Die Vorführung findet am 30. April im Grand-Hotel Florenz statt. Das städtische Modeamt wird die Reise mit rund 25 Teilnehmern antreten und etwa 100 Modellkleider eigener Entwürfe mit sich führen.
Aus aller Weil.
„JlafurHonfe" und „Ne^rbraun".
Millionenstadt im Fernen Osten
Bunte Bilder aus dem Leben in Schanghai.
klart wird. Er ist mit erhobenem Arm obligatorisch beim Vorbeitragen der Nationalfahne und beim Gesang der Nationalhymne. Bei offiziellen Veranstaltungen behalten Heer und Marine ihre bisher geübte Grußart bei.
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Im Schweizer Kanton Neuenburg hatte die Bürgerschaft abzustimmen, ob das von Regierung und Parlament erlassene Verbot der kommu- nistischen Organisation auf dem Gebiete des Kantons endgültig sei. Die Kommunisten hatten eine Volksabstimmung beantragt. Mit starker Mehrheit haben nun so gut wie sämtliche Gemeinden das Verbot der Kommunisten angenommen.
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In Moskau wurde der Direktor des Großen Opernhauses, Mutnych, verhaftet. Mutnych stand im Range eines Armeekorpskommandeurs a. D. Auch der engste Vertraute Jagodas in der GPU. und spätere Postkommissar Prokowjeff soll verhaftet worden sein, ferner drei weitere Funktionäre der bisherigen obersten GPU.-Leitung.
Kunst und Wissenschaft.
Appell der Fachschast Bühne im Gau Heffen-Nastau.
Der erste Fachschaftsappell im Gau Hessen-Nassau der Fachschaft Bühne in der Rerchstheaterkam- mer fand im Deutschen Theater in Wiesbaden statt. Das Parkett war dicht gefüllt von den Vertretern der Partei, darunter Gaupropagandaleiter Müller-Scheid, der Wehrmacht und der Behörden. Gauleiter Frauenfeld, der Geschäftsführer der Reichstheaterkammer, sprach über die Bedeutung des deutschen Theaters im nationalsozialistischen Reich. Ausführlich schilderte er Aufbau und Aufgaben der Reichstheaterkammer, insbesondere der Fachschaft Bühne, und machte die erfreuliche Mitteilung, daß die Altersversorgung des deutschen Künstlers wahrscheinlich noch in diesem Jahr eine gesetzliche Regelung erfahren wird. Weiter kündigte er ein geregelteres Dermittlungswesen an. Ein Fortschritt zur Besserung der sozialen Stellung sei die vielfach verlängerte Spielzeit. Die Zahl der ganzjährig spielenden Theater ist von etwa 40 auf über 80 gestiegen. Bei 40 v. H. der deutschen Theater konnte die Spielzeit von einem halben bis zu 5V2 Monaten verlängert werden. Desgleichen konnten die Wanderbühnen auf 40 mit über 100 Spielgemeinschaften gesteigert werden. Der Redner wies nach, wie notwendig die Eignungsprüfungen für Anfänger sind und welche Fülle von Arbeit der nationalsozialistische Staat für das deutsche Theater und seine Künstler schon geleistet hat. Gauleiter Frauenfeld wies den deutschen Künstler auf seine große Mission für das Volksganze hin.
Um die geistige Erneuerung des deutschen Films.
Während der Kulturwoche des Gaues Westfalen- Nord sprach der Vizepräsident der Reichsfilmkammer Pg. Weidemann (Berlin) über die heutige Lage im Filmschaffen. Aufgabe sei es, den jungen Talenten den Weg frei zu machen, damit sie den Zeitgeist unseres Jahrhunderts im Filmkunstwerk gestalten können. Die Gesetze des Films als Kunstform seien die Voraussetzungen aller Bestrebungen, ihn auf ein höheres künstlerisches Niveau zu bringen. Es sei eine Selbstverständlichkeit, daß der Jahresdurchschnitt von ungefähr 150 deutschen Filmen nicht nur Kunstwerke allerhöchsten Ranges bringen könne; man könne aber im Jahre 20 ausgesprochen gute Filme schaffen und darüber hinaus ein Drittel der gesamten Produktion auf ein so gutes Geschmacksniveau bringen, daß der geldliche und geschmackliche Erfolg positiv sei. Um zu einer geistigen Erneuerung des deutschen Filmes zu kommen, müßten wir die auf dem Filmgebiete arbeitenden Menschen immer mehr mit den Aufgaben und den weltanschaulichen Grundsätzen unserer Zeit bekanntmachen. Der künstlerische Mensch des 20. Jahrhunderts stehe in Deutschland mitten im Volk.
INarburgec Festspiele.
Die Vorbereitungen für die 11. Spielzeit der Marburger Fe st spiele, welche vom 19. Juni bis 18. Juli stattfinden, sind im Gange. Der Spielplan beginnt mit der Aufführung des Schauspiels „Scharnhorst" von Gerhard Menzel. Als zweite Aufführung folgt Shakespeares Lustspiel „Viel Lärm um nichts". Besondere Anziehungskraft durste wieder Kleists Ritterschauspiel „Das Kathchen von Heilbronn" finden, das bereits im vergangenen Jahre gespielt wurde.
Der Pianist Willy Rehberg t-
Der bekannte Pianist Willy R e h b e r g ist in Mannheim, wo er lange Jahre hindurch gelebt hat, im Alter von 74 Jahren g e st o r b e nIn ihm verlieren die schweizerische und die deutsche Muslkw.ck einen würdigen Vertreter, der in seinem Wesen und seiner Kunst ein wertvolles Bindeglied zwischen die- en beiden Ländern verwandter Kultur darstellt. — Der Präsident der Reichsmusikkammer hat der Witwe und dem Sohn Rehbergs, der m Stuttgart als Musikprofessor wirkt, sein Beileid zum Ausdruck gebracht.
Deutsche „Faust"-Jnszeuierung im Ungarischen Nationaltheater.
Das Budapester Nationaltheater führte in einer Festvorstellung Goethes „Faust" in der Regie des Direktors des Hamburger Staatstheaters W u st e n- h a a e n auf. Der Vorstellung wohnten zahlreiche hohe Persönlichkeite bei, darunter Reichsoerweser von H o r t h y. Der Geschäftsträger der deutschen Gesandschaft, Legationsrat Werkmeister, war mit den Mitgliedern der Gesandtschaft erschienen. Der Reichsverweser wurde vom Kultus- und Unter- richtsmintster Vornan und dem Direktor des Na- tionaltheaters lernet empfangen Sr überreich e Direktor Wüstenhagen persönlich den ungarischen Verdienstorden zweiter Klasse mit dem Stern. Die Vorstellung stellte einen außerordentlichen künstlerischen Erfolg dar, und das Haus spendete den Künstlern, namentlich den Hauptdarstellern Ar- pab Lehotai (Faust), Anna Tokes (Marga-
ber Wirtschaft teil. Auch Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller war erschienen. Anschließend wurde die Erinnerungsschau „100 Jahre Leipzig—Dresdener Eisenbahn" im stadtgeschichtlichen Museum eröffnet. Im Hauptbahnhof fand ein Empfang statt, wobei .Reichsverkehrsminister Dorpmüller das Wort ergriff; er wies auf die ungeheuren Schwierigkeiten hin, die der damalige Bahnbau bereitete, und rühmte die bahnbrechenden Leistungen Sachsens auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens. Die Wege, die vom Führer gezeigt worden sind, seien die richtigen: Alles für das Volk, alles für den allgemeinen Nutzen. Das fei das Programm, nach dem der Eisenbahner sich in aller Zukunft richten werde.
Noch immer Neuschnee.
Bei heftigen Nordwestwinden hat es auch am Sonntag in den Allgäuer Bergen wieder stark g e - schneit. Am Montag früh setzte auch im Tal leichter Schneefall ein.
Neue Ueberfchwemmungen in Amerika.
Schwere, tagelang anhaltende Regenfälle haben weite Gebiete der Staaten Pennsylvanien, Ohio, Virginia, Maryland, Westvirginien, Nord- und Süd- karolina in Mitleidenschaft gezogen. Ein großer Teil der Flüsse in diesem Gebiete ist über die Ufer getreten und hat zahlreiche Brücken weggespült. Der Verkehr ist lahmgelegt. Der Sachschaden ist sehr groß. Bisher sind 12 Tote durch Ertrinken fest- gestellt worden. Auch nördlich vom Eriesee wird Hochwasser gemeldet. So ist in der Stadt London in der kanadischen Provinz Ontario der Fluß Thames weithin über die Ufer getreten. 6000 Einwohner mußten ihre Wohnungen räumen.
Waiplakelle aus deutschem Werkstoff.
Bei der diesjährigen Maiplakette handelt es sich um Elektrometall — bas ist der Sammelname für besondere Magnesiumlegierungen — eine sehr wertvolle und noch entwicklungsfähige Ergänzung der Leichtmetalle. Es ist im industriellen Sinn das jüngste Mitglied der Leichtmetallfamilie. Die Entwicklung der Magnesiumlegierungen als Werkstoff steht in Deutschland an erster Stelle, und dank diesem Vorsprung ist die Erzeugung davon in Deutschland allein weit höher als in der gesamten übrigen Welt zusammen. Sein Ausgangsstoff, das Magnesium, ist rein deutscher Rohstoff.
Tochter des paraguayischen Gesandten in Wien ermordet.
Ingrid Wiengreen, die Tochter des paraguayischen Gesagten in Wien, wurde in ihrem Kraftwagen drei Kilometer von Neunkirchen entfernt erschossen ausgefunden. Ingrid Wiengreen, die in Wandsbek geboren ist und längere Zeit in Stuttgart gelebt hat — ihr Vater weilt seit vorigem Jahr auf Urlaub in Paraguay — befand sich auf einer Wochenendfahrt. In Wiener-Neustadt hatte sie noch Bekannte aufgesucht. Kurz danach muß der Mord verübt worden sein. Ein Gendarmerieposten hörte Schüsse und fand Ingrid Wiengreen von drei Kugeln getroffen in ihrem Kraftwagen vor. Im Neunkirchener Krankenhaus ist sie den schweren Verletzungen erlegen. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Raubmord. Ein Koffer der Ermordeten wurde leer im Walde aufgefunden. Man vermutet, daß mehrere Täter in Frage kommen.
Die jüdische Korruption bei der „Phönix".
Einen Blick in die bodenlose jüdische Korruption bei der Wiener Lebensversicherungsanstalt „P h ö - n i x" vermittelte ein Prozeß gegen den organisatorischen Leiter der zusammengebrochenen Gesellschaft^ Masco Siperstein. Dieser Ostjude war der Freund des jüdischen Generaldirektors Berliner. Eine seiner Hauptaufgaben war es, Verbindung mit den österreichischen Marxisten herzu- stellen, eine Aufgabe, für die er als Schwiegersohn des sozialdemokratischen Abgeordneten Pick, auch eines Juden, besonders geeignet erschien. Diese Stellung ermöglichte es im Verlaufe einiger Jahre eine Summe von fast 1 Million Schilling zu veruntreuen. Einen großen Teil dieser Gelder verspielte er im Badener Kasino. Siperstein war schon vor dem Zusammenbruch der „Phönix" zu anderthalb Jahren schweren Kerkers verurteilt worden. In der neuerlichen Verhandlung kamen Verfehlungen zur Sprache, die erst während der gerichtlichen Untersuchung wegen des Zusammenbruchs der „Phönix" zutage kamen. Siperstein erhielt eine Zusatzstrafe von sieden Monaten schweren Kerkers.
Der Wiener Polizei ist es gelungen, eine weitverzweigte Devisenschieberbande aufzuheben, die feit vielen Monaten große Beträge in die Schweiz, Tschechoslowakei und nach Polen geschmuggelt hat. Bisher wurden 15 Verhaftungen vorgenommen. Soweit die Namen der Verhafteten : bekannt wurden, handelt es sich durchweg um Juden.
Eine Frau von Bulldoggen zerrissen.
Ein schreckliches Unglück ereignete sich in 1 einem Wiener Hundezwinger. Der Besitzer einer ■ Hundezüchterei war verreist und hatte die Pflege 1 seiner Tiere einer Bekannten übergeben. Als diese sich mittags in den Zwinger begab, um die Tiere - zu füttern, stürzten sich mehrere Bulldoggen und ; Boxer auf sie und zerfleischten die Unglückliche bei lebendigem Leibe. Mit großer Mühe ge- i lang es rasch herbeigeeilten Helfern, die rasenden : Tiere zu vertreiben, doch konnten sie das Leben der : Frau nicht mehr retten. Sie ft a r b bald nach der Einlieferung in das Krankenhaus.
„Graf Zeppelin" von feiner ersten diesjährigen Südamerikafahrt zurück.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am - Samstag von seiner ersten diesjährigenSüdamerika- : reise unter Führung von Kapitän W i 11 e m a n n ■ nach Friedrichshafen zurückgekehrt. 19.46 Uhr er- : folgte die glatte Landung. „Gras Zeppelin" wird : am Montag, 26. April, nachmittags, eine etwa : zweistündige Fahrt über dem Bodenseegebiet für die - Mitglieder des italienischen Jndustriellenverbandes unternehmen, die auf einer Deutschlandreise Fried- t richshasen besuchen. Am Dienstag, 27. April, tritt i das Luftschiff „Graf Zeppelin" seine zweite dies- । jährige Südamerikafahrt an.
linfarben und harnstoffähnliche Substanzen ins Gesicht schmierten, nur um den Eindruck einer „gesunden" braunen Gesichtshaut zu erwecken oder große Reisen vorzuspiegeln. Hier gebe es nur ein Mittel zur Abhilfe: daß man diese künstlichenSonnenbraun- Gigerl und negerfarbigen Mädchen und Frauen der Lächerlichkeit der gesund empfindenden Bevölkerung ausliefere. Heute werde die besondere Wertschätzung des nordischen Menschentyps angestrebt, im Wesen und im Aeußern. Deshalb seien jene „m i t Gewalt erblindeten" M ä d ch e n und Frauen genau so abzulehnen, wie jene Typen, die glaubten, mit Anilinbraun interessanter zu wirken. Die Heranwachsende. Jugend in der HI. und im BDM. werde diese Resterscheinungen einer degenerierten Bevölkerungsschicht nicht mehr mitmachen.
Raubübcrfall auf einsn deutschen Kapitän in Hlctfeille.
Auf den Kapitän des gegenwärtig im Hafen von Marseille ankernden deutschen Dampfers „Nordmark", Walter Tee gen, wurde in einer der letzten Nächte ein gemeiner Raubüberfall verübt. Der Kapitän hörte, daß jemand seine Kabinentür zu öffnen versuchte. Er stellte sich sofort dem Eindringling entgegen, und es entspann sich ein erbitterter Kampf. Der Verbrecher ging mit dem Messer auf den Kapitän los und verletzte ihn an Kehle, Brust und Armen. Infolge der entschlossenen Gegenwehr versuchte der Verbrecher schließlich zu flüchten , wurde aber von der inzwischen alarmierten Mannschaft auf den Kaianlagen gestellt und nach heftigem Kampf überwältigt. Er wurde später der Polizei übergeben, die ihn ins Krankenhaus brachte. Zwei Helfershelfer, die am Kai Schmiere gestanden hatten, konnten entkommen. Bei dem Verhafteten handelt es sich um einen rumänischen Staatsangehörigen. Politische Gründe haben nicht mitgespielt, sondern es handelt sich um einen gemeinen Raubüberfall. Der Kapitän der „Nordmark" hat das Kommando an den Ersten Offizier abgeben müssen und wird sofort nach Deutschland zurückkehren. Seine Verletzungen sind jedoch nicht lebensgefährlich.
Hundert Jahre Leipzig—Dresdener Eisenbahn.
Am 24. April jährte sich zum 100. Male der Tag, an dem die Teilstrecke Leipzig—Althen der Leipzig-Dresdener Eisenbahn, der e r st e n Fern- b ahn st recke Deutschlands, feierlich eröffnet wurde. Die Deutsche Reichsbahn und die Stadt Leipzig gedachten dieses Jubeltages, der eine neue Epoche der Verkehrsgeschichte einleitete, in festlicher Weise. Die Veranstaltungen begannen mit einer Ehrung Friedrich Lists, des genialen Vorkämpfers des Eisenbahngedankens, an dessen Denkmal Kränze niedergelegt wurden. An dem Festakt im neuen Rathaus nahmen zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten des Staates, der Bewegung und
Im Interesse der Volksgesundheit weist das Or- oan des Sachverständigenbeirats bei der Reichsleitung der NSDAP., „V o l k s g e s u n d h e i t s - wach t", gewisse Modetorheiten zurück, die em gewaltsames Erblonden und Erb rau - nen zum Ziele hätten. Ein Teil der gebräunten Gestalten, die man gegenwärtig in den Straßen der Großstädte sehe, seien richtige Svortsleute, die gesund und natürlich aussähen. Der weitaus überwiegende Teil aber dieser von indianerrot bis negerbraun gefärbten Gesichter, besonders des weiblichen Geschlechts, stelle einen ganz anderen und weniger erfreulichen Typ dar, der etwas Vortäuschen wolle, was in Wirklichkeit nicht vorhanden sei, nämlich das Gesunde und Sports- männische. In den harmlosen Fällen entstehe diese gesunde" Gesichtsfarbe durch Bestrahlungen mit der künstlichen Höhensonne oder stundenlanges „Braten" in der Sonne. Wir wußten heute wohl, daß die Sonnenbestrahlung, vorsichtig und mäßig oder nach ärztlichen Anweisungen gebraucht, em wunderbares Anregungs- und Heilmittel sei, aber auch, daß man sich durch unzweckmäßige und übertriebene Einwirkung schwer f d) a bi g e n könne. Künstliche Negerfärbung der Haut durch übermäßige Sonnenbestrahlung sei für einen Deutschen m Deutschland eine abnorme Hauterschemung und em pathologischer Zustand. Wer habe schon einen deut- e schen Bauern oder eine Bäuerin mit dunkelbrauner - Gesichtsfarbe gesehen? Noch unsinniger aber sei es, | wenn sich geistig normal scheinende Menschen Am- ————mb■""
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