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wißt gar nicht, wie euch das deutsche Volk lieb­gewonnen hat!"

Es würde aber ein einseitiges Bild geben, wenn wir hier nur der Arbeitsmänner gedächten und nicht der Arbeitsmaiden Erwähnung täten. Diese jungen Mädchen haben im vergangenen Jahre genau so ihre Pflicht getan wie ihre männlichen Kameraden. Sie haben durch ihre Hilfe beim Bauern und bei der deutschen Mutter gezeigt, daß sie anzupacken verstehen und sich vor keiner Arbeit scheuen. Auch hier muß es ebenso wie beim männ­lichen Arbeitsdienst als großer Gewinn bezeichnet werden, wenn diese Mädchen, die zum großen Teil aus den Städten kommen, einmal einen Einblick in die Lebensverhältnisse der Landbevölkerung erhiel­ten und durch die Arbeit bei dem Bauern erkann­ten, wie schwer und mühsam der Kampf um das tägliche Brot wirklich ist.

Auch der Arbeitsdienst für die weibliche Jugend wird vom April ab eine wesentliche Verstär­kung erfahren: statt 10 000 Arbeitsmaiden wird er 25 000 umfassen, und die Zahl der Lager wird

statt bisher 300 jetzt 600 betragen. So erfreulich diese Entwicklung auch ist, so darf sie uns doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß dies noch völlig unzu­reichend ist. Das Ziel bleibt die Einführung der Arbeitsdienstpflicht auch für die weibliche Jugend, und wir zweifeln nicht daran, daß diese Forderung in nicht zu ferner Zeit erfüllt sein wird. Wir müssen uns stets vor Augen halten, daß ebenso wie die Schulpflicht, so auch die Arbeitsdienstpflicht nicht auf das männliche Geschlecht allein beschränkt bleiben darf. Nahezu eineinhalb Millionen junge Deutsche sind bis jetzt durch die Schule des Ar­beitsdienstes gegangen. Ueberall, wo diese ehema­ligen Arbeitsmänner in ihrem Beruf tätig sind, hat es sich gezeigt, daß sie besser als diejenigen, die noch nicht durch diese Schule der Nation gegangen sind, den an sie gestellten Ansprüchen gerecht ge­worden sind. Denn sie bekennen sich, auch wenn sie äußerlich die Tracht des Arbeitsdienstes abgelegt haben, auch weiterhin zum Lebensgesetz der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft.

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ie sieht es in -er Wirtschaft aus?

DieReichsausstellung der deutschen Textil- und Bekleidungswirtschaft" wird alle Wißbegierigen über das Schaffen eines deutschen Wirtschaftszweiges aufklären, der mehr als drei Millionen Volksgenossen beschäftigt, aber mit seinem Schaffen das ganze Volk umspannt. Nach Schätzungen des Instituts für Konjunkturforschung betrug der Umsatzwert der Textilindustrie im Jahre 1936 rund 6,5 Milliarden Mark. Die Umsätze allein der Bekleidungsindustrie (ausschließlich Schuhe und Pelzwaren) dürften einschließlich der Umsätze des Handwerks gut 2,7 Milliarden Mark betragen haben. Mit über neun Milliarden Mk. ist die Textil- und Bekleidungswirtschaft zu etwa V? am Umsatz­wert der gesamten gewerblichen Wirtschaft beteiligt. Von 1933 bis 1936 hat sich der Umsatzwert in Tex- trlien und Bekleidungen um mehr als 2'/« Milliar­den Mark gehoben. Heute ist mengenmäßig der Pro­duktionsstand von 1928 erreicht, zum Teil sogar überschritten. Trotz dieser großen Umsätze führt die deutsche Textilindustrie keineswegs ein völlig sorgen­freies Leben. Die große Sorge, die sie bewegt, ist Die Frage der Beschaffung der notwendigen Roh­stoffe. Mit der K u n st s e i d e haben wir schon einmal einen wertvollen deutschen Rohstoff geschaf­fen. Die Zellwolle dürfte noch schneller heimisch und volkstümlich werden. Es ist schon ein bedeut­samer Fortschritt, daß in den letzten Jahren die Einfuhr an textilen Rohstoffen von 31,7 v. H. auf 25,9 vermindert werden konnte. Im Zusammenhang mit der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit nahm der Bekleidungsverbrauch zu, und zwar um etwa 16 v. H. Diesem erhöhten Bedarf hieß es gerecht zu werden bei gleichzeitig aus devisenwirtschaftlichen Gründen notwendiger Verminderung der Rohstoff- einfuhr. So wurde einmal durch die Steigerung der einheimischen Rohstoffgewinnung, zum anderen durch die Einführung neuer Roh- stoffe und schließlich durch die Sammlung von Abfällen der Textilindustrie das Angebot er­weitert. Entscheidend aber war ohne Zweifel die durchgreifende Steigerung der einheimischen Rah- stoffgewinnung. Der W o l l a n f a l l ist seit 1933 um rund ein Fünftel gewachsen. Die Gewinnung von Flachs hat sich mehr als verzehnfacht. Die Gewinnung von Hanf ist so gut wie neu aufae- baut worden und heute bereits höher als um die Jahrhundertwende. Gleichzeitig kam die Erzeugung der synthetischen Spinnstoffe rasch in Gang. Die Produktion an Kunstseide und Zellwolle ist von 32 800 Tonnen im Jahre 1933 auf rund 100 000 Tonen 1936 gewachsen. Die gesamte deut­sche Erzeugung an Textilrohstoffen dürfte demnach 1936 rund 147 000 Tonnen betragen haben. Schon heute, an der Schwelle des zweiten Vierjahres­planes, beträgt der Anteil der heimischen Rohstoffe am gesamten Rohstoffverbrauch der Textilindustrie rund 17 v. H. Bezieht man den einheimischen Lum­penanfall ein, so wird schon ein Drittel des Rohstoffbedarf der Textilindustrie aus einhei­mischen Quellen gedeckt. Mit dem weiteren Ausbau der Zellwollerzeugung wird sich die ein­heimische Rohstoffbasis der deutschen Textilindustrie noch weiter verbreitern.

Die deutschen S p a r k a s s e n haben sich im letzten Jahr wiederum als eine starke Säule unserer Volkswirtschaft erwiesen. Insgesamt hat der Ge­samteinlagenbestand der deutschen Spar- und Giro­kassen die 17 Milliardengrenze erreicht und damit einen neuen Höchststand seit der Stabilisierung der Währung. Gegenüber dem zweifellos besonders günstigen Vorjahr hat sich allerdings der Einlagen­zuwachs etwas verlangsamt. Diese Verringerung des Zuwachses ist ausschließlich auf die Entwicklung der Spareinlagen zurückzuführen, denn die Deposi­ten, Giro- und Kontokorrenteinlagen haben ihre . seit 1933 gleichmäßig aufsteigende Entwicklung fort­gesetzt und somit dazu beigetragen, den Minder­zugang auf den Sparkonten teilweise auszugleichen. Im großen ganzen liefen nach dem Geschäftsbericht des Deutschen Sparkassen- und Girooerbandes Ende 1936 rund 34 Millionen Sparkassen­bücher der öffentlichen Sparkassen um. Im neuen Geschäftsjahr 1936 kamen rund 1,6 Millionen hinzu, denen allerdings 1,5 Millionen Bücher gegenüber» stehen, die noch aus der Aufwertung stammen und aufgelöst wurden. Bei einem Spareinlagenbestand von 17 Milliarden Mark entfallen mithin auf jedes Sparbuch gegen 500 Mark. Erfreuliche Fort­schritte hatten im übrigen im letzten Jahre das Schul sparen und das W e r k s p a r e n zu ver­zeichnen. Gegen Ende 1936 dürfte die Zahl der Schulen, an denen im Anschluß an öffentliche Spar­kassen gespart wird, auf über 30 000 geschätzt wer­den könne, d. s. rd. 55 Prozent aller deutschen Schulen. Von rund 9 Millionen deutschen Schul­kindern sparten Ende 1936 fast zwei Millionen bei den Schulspareinrichtungen öffentlicher Sparkassen. 33 Millionen Werkspareinlagen wurden im Laufe des Jahres 1936 auf öffentliche Sparkassen über­geführt. *

Eine interessante Statistik über die Welter- zeugung an Kraftwagen wurde kürzlich in den Vereinigten Staaten von Amerika veröffentlicht. Danach stellte sich die Automobilerzeugung der Welt im Jahre 1936 auf 5 820 000 Wagen gegenüber 5 180 000 Wagen im Jahre 1935, 3 470 000 Wagen im Jahre 1934, 2 680 000 Wagen 1933 und nur 1970 000 Wagen 1932, dem Jahre der tiefsten Wirt­schaftskrise. In den letzten vier Jahren ist also die Welterzeugung im Vergleich zu dem Krisentiefstand um ein Dreifaches gestiegen. Trotzdem ist errechnet worden, daß die Erzeugung im Jahre 1936 noch rund um 8 v. H. geringer war als im Jahre 1929, das als bestes Jahr der Vorkrisenzeit eine Welterzeugung von 6 320 000 Personen- und Lastkraftwagen aufzuweisen hatte. Für Deutsch-

land interessant ist aber, wie stark sich in diesen Jahren die Rangfolge der automobilerzeugenden Länder zugunsten Deutschlands verschoben hat. An der Spitze der Erzeugung stehen nach wie vor die Vereinigten Staaten, die im Jahre 1936 insgesamt 4 466 000 Wagen fabriziert haben gegen­über 4 015 000 im Jahre 1935 und nur 1 371 000 im Krisenjahr 1932. Die Erzeugung aller übrigen Länder ist in den letzten Jahren nicht so stark an- geftiegen. Vor der Weltwirtschaftskrise waren K a - na da und Frankreich nach den Vereinigten Staaten die bedeutendsten Erzeugungsländer. Im Jahre 1929 wurden in Kanada 263 000 und in Frankreich 246 000 Kraftwagen hergestellt. Mit 239 000 Wagen folgte Großbritannien an vierter Stelle und erst in weitem Abstand kam Deutschland an fünfter Stelle mit 128000 Wa­gen. Diese Rangordnung hat sich inzwischen gewal­tig verschoben. An zweiter Stelle nach USA. kommt jetzt Großbritannien mit 472 000 Kraftwagen. Den stärksten Anstieg erlebte jedoch die deutsche Automobilerzeugung, die sich seit dem Jahre 1935 den dritten Platz erobert hat. Deutschlands Kraftwagenerzeugung ist von rund 52 000 Wagen im Jahre 1932 auf 106 000 im Jahre 1933, 175 000 im Jahre 1934, 243 000 im Jahre 1935 und 296 000 Wagen im vergangenen Jahre gestiegen und hat damit gegenüber dem Vorkrisen­stand eine Zunahme von über 130 d. 5). zu verzeichnen, steht also, rein die Steigerung be­trachtet, absolut und relativ an zweiter Stelle hinter der Zunahme in Amerika. An vierter Stelle steht jetzt Frankreich und an fünfter Stelle K a - nada.

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Zum erstenmal ist jetzt auf den Weltmärk­ten der Rohstoffe die Preisentwicklung zum Stillstand gekommen, vor allem auf den Metall- märften. Die Spekulation ist vorsichtiger ge­worden, und zunächst ging Kupfer in London im Preise zurück. Auch Zinn gab nach, dagegen blieb die Erhöhung der Ausfuhrquote auf 110 v. H. durch den internationalen Zinnausschuß ohne Wir­kung. Auf dem B l e i m a r k t lagen ruhigere Ver­hältnisse. Dagegen ist auf dem Baumwoll - markt noch keine Beruhigung eingetreten. Kaut­schuk notierte lebhaft. Auf dem Kafseemarkt behaupteten sich die Preise, ebenso auf dem Zucker­markt, dagegen war auf den internationalen Getreidemärkten, vor allem auf dem Weizen- markt, eine Preissteigerung zu verzeichnen. Ar­gentinien kündigte an, daß es durch die übergroße Weizenausfuhr eine Weizenknappheit befürchte, und diese Verlautbarung des argentinischen Getreide­amtes führte in Buenos Aires, danach auf den übrigen amerikanischen und den europäischen Märk­ten zu Preissteigerungen, zumal auch die Steige­rung der nordamerikanischen Weizenerzeugung, wie aus den Schätzungen über die Getreideanbauflächen hervorgeht, doch nicht den erwarteten Erfolg hat.

Lieber eine halbe Million Heimarbeiter in Deutschland.

Berlin, 25. März. (DNB.) Die Durchsetzung von Entgeltbeleben (Entgeltbücher oder Entgeltzettel) in der Heimarbeit ist soweit gediehen, daß die zahlenmäßige Erfassung der in Heimarbeit Beschäftigten nun ein annähernd zutreffendes Bild vermittelt. Die Aufstellung weist am 15. Februar 1937 als Stichtag 407 488 in Heimarbeit Beschäftigte, dazu 44 923 regelmäßig mit­arbeitende Familienangehörige und 81801 fremde Hilfskräfte bei Hausgewerbetreibenden auf. Hiervon gehören 245 812 dem Bekleidungsgewerbe und 142 812 dem Spinnstoffgewerbe an. Weitere bedeutende Heimgewerbezweige sind das Nahrungs- und Genußmittelgewerbe mit 35 599, das Holz- und Schnitzstoffgewerbe mit 23 413, die Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung usw. mit 23 286, die Musikinstrumenten- und Spielwaren­herstellung mit 22 717, die Papiererzeugung und -Verarbeitung mit 14 414, die Industrie der Steine und Erden (Glaswaren usw.) mit 12 828 und die Ledererzeugung und -Verarbeitung mit 8137 in Heimarbeit Schaffenden. Die wirtschaftliche und so­ziale Bedeutung der deutschen Heimarbeit geht schon aus diesen Zahlen eindeutig hervor.

Kleine politische Nachrichten.

Der Seniorchef der Demag, Generaldirektor Dr. h. c. Reuter, hat dem Oberbürgermeister der Stadt Duisburg eine Spende von 300 000 Mark übergeben, von denen 200 000 Mark für den Bau des Duisburger Hitlerjugendheims und 100 000 Mark für den Bau einer neuen Duisburger Berufsschule bestimmt sind.

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Der englische Kriegsminister, Duff Cooper, ist in Begleitung seiner Frau in Paris eingetroffen. Sein Aufenthalt ist rein privater Natur. Duff Coo­per wird vor allem eine Reihe von Loire-Schlös­sern besuchen.

Die japanische Regierung hat die Teilnahme an der geplanten Konferenz zur Beschränkung des Kalibers der Großkampfschiffe auf 14 Inch (35 Zentimeter) abgelehnt und be­tont, daß eine einseitige Maßnahme wie die Be­schränkung des Kalibers ohne gleichzeitige g e - m e i n f a m e Herabsetzung der Gesamt- tonnage vollkommen zwecklos und dem Ab­rüstungsgedanken schädlich sei.

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Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß der Osterfeiertage etwa 60 politische Gefangene begnadigt, darunter zehn Memelländer,

Krofdorf-Gleiberg, ein kräftig vorwärts strebendes Gemeinwesen.

Krofdorf-Gleiberg ist die größte preußische Ge­meinde in der Gießener Gegend, im Kreise Wetz­lar selbst die zweitgrößte. Krofdorf-Gleiberg zählt nach der letzten Personenstandsaufnahme 2532 Ein­wohner, die sich auf 678 Haushaltungen, davon 557 in Krofdorf und 121 in Gleiberg, verteilen. Im Ver­gleich hierzu und zur Kennzeichnung der bevölke- rungsstatistischen Entwicklung ein paar Zahlen aus der örtlichen Vergangenheit:

Im Jahre 1592 betrug die Einwohnerzahl Krof- dorf-Gleibergs 518 Personen. 1579 waren etwa 110 Häuser vorhanden. Hundert Jahre später zeigt sich ungefähr dieselbe Zahl, ein Beweis, daß der Dreißigjährige Krieg Stillstand in der Entwicklung bedeutete. 1835 lebten 1172 Einwohner in 203 Häu­sern, 1875 1498 Einwohner in 295 Häusern, 1880 1789 Einwohner in 311 Häusern, 1895 1897 Ein­wohner in 391 Haushaltungen.

Die Gemarkung der Gemeinde hat sich in den letzten hundert Jahren nur wenig vergrößert. An Kulturland sind gegenwärtig 3548 Morgen vorhan­den, das bedeutet 1,4 Morgen auf den Kopf der Be­völkerung. In Benutzung stehen: 2208 Morgen Ackerland, 55 Morgen Hausgärten, 730 Morgen Wiesen 1. und 2. Güte, 214 Morgen bewässerte Wiesen, 48 Morgen Oedland, 200 Morgen bebaute Hofräume, 360 Morgen Wege und Eisenbahnen, 6 Morgen Sportanlagen, 23 Morgen Gewässer, 1840 Morgen Gemeindewald, 4591 Morgen Staats­wald. Neben ganz leichten weist das Land sehr schwere Böden auf, der geschätzte sandige Lehm fehlt fast ganz. Intensive Bodenbearbeitung vermag den Mangel an Güte nur teilweise auszugleichen. Daher beträgt die Zahl der landwirtschaftlichen Be­triebe, die von ihren eigenen Einkünften bestehen können, nur 25, darunter 4 Erbhöfe. Folgende Statistik lehrt die landwirtschaftliche Besitzverteilung:

Es sind vorhanden

in Krafdorf:

53 Besitzer mit 812 Morgen 17 1216

17 1620

7 2024

7 2428

3. 2832

7 über 32

in Gleiberg:

8 Besitzer mit 812 Morgen

1 über 12

In Krofdorf beschäftigen sich zwei Fünftel der Bevölkerung mit Landwirtschaft, während drei Fünftel anderen Berufen nachgehen. In Gleiberg dagegen, durch feine Berglage, steht das Verhält­nis ein Mertel zu drei Viertel. Die Erwerbstätigen gehen zur Arbeit in den Ort, der 70 Gewerbe­betriebe aufweist, und nach auswärts. Die meist erfaßten Arbeitsstellen find die Eisenwerke in Lollar und Wetzlar. Auch die Stadt Gießekl bietet ausgedehnt vielseitige Arbeitsmöglichkeiten, die wegen der günstigen Verkehrsoerbindung zu Krof­dorf bevorzugt werden. Schon vor beinahe einem Jahrhundert gaben Zigarrenfabriken in Gießen vielen Einheimischen Arbeit und Brot, gingen doch beispielsweise im Jahre 1862 etwa 250 junge Leute dorthin. Seit im Ort selbst die Zigarrenindustrie stark Fuß gefaßt hat 1867 errichtete Klingspor die erste Fabrik in Krofdorf, finden Frauen und Mädchen, gegenwärtig 180, in drei Niederlassun­gen Verdienst, der mit zum Wohlstand beiträgt. Eine nicht weniger wichtige Nebenlohnquelle, haupt­sächlich für Klein-Lattdwirte, bietet in den Winter­

monaten die Holzhauerei in dem großen Gemeinde« und Staatswald. Der Wald bringt darüber hinaus weiblichen Arbeitskräften Beschäftigung im Saat­kamp, auf den Pflanzkulturen und in der Schutz- behandlung junger Nadelholzpflänzlinge gegen Wildverbiß. Den Pferde haltenden Landwirten steht als Verdienstquelle die Möglichkeit desHau- berns", d. h. des Stammholzfahrens, zur Verfü­gung. Auch der Wald-Wegebau wirft Verdienst ab. Don den allgemein in ländlichen Orten ansässi­gen Gewerbebetrieben ist in Krofdorf besonders das Pflastergewerbe beheimatet, das mit feinen Ar­beitskräften weit über die Heimat hinaus be­kannt ist.

Daß sich in einer Gemeinde wie Krofdorf-Glei­berg mit dem oben angegebenen hohen Prozent­satz der auf Erwerbstätigkeit eingestellten Bevölke­rung der wirtschaftliche Niedergang vor 1933 in kritischer Art auswirkte, ist nicht verwunderlich. Die Arbeitslosigkeit, besonders in Gleiberg, nahm er­schreckenden Umfang an. Ende des Jahres 1932 waren 400 Volksgenossen ohne Arbeit, darunter rund 200 Wohlfahrtserwerbslose, die ganz der Ge­meinde zur Last fielen. Es überrascht daher nicht, wenn die Gesamtwohlfahrtslasten der Gemeinde 1932/33 60 000 Mark betrugen.

Dieses trübe Bild mit feinem wirtschaftlichen und moralischen Schatten verblaßte seit der Machtüber­nahme Adolf Hitlers zusehends. Die Morgenröte der neuen Zeit brachte einen frischen, klaren Schein in die kommunale Lage, wie er sich am deutlichsten darin spiegelt, daß fast alle Beschäftigungslosen wieder in Arbeit und Brot gebracht werden konn­ten, so daß infolgedessen in den Haushaltsplan 1936/37 nur 11000 Mark in den Abschnitt Für­sorge eingestellt wurden. Trotz einer gewissen gesetz­lichen Erhöhung des an den Bezirksfursorgeverbaick) zu zahlenden Anteils konnten also im Vergleich zu 1932 auf diesem Gebiet rund 50 000 Mark gespart werden.

Meles ist im nationalsozialistischen Staat in Krof­dorf-Gleiberg an Aufbauarbeit schon geleistet wor­den. Die aus der Systemzeit herrührende Gemeinde- schuld in Höhe von 55 700 Mark sank 1935 auf 50 000 Mark und im Laufe des Jahres 1936 um weitere 40 000 auf 10 000 Mark. Bewerkstelligt wurden Wegebauten, Straßenoerbesserungen, Stein- aufbereitungen. Ohne jeglichen Zuschuß entstand das große und vorbildlich gestaltete Schwimmbad am Fohnbach mit einem Kostenaufwand von 22 000 Mark. In geradezu glücklicher Weise ist die segens­reiche Einrichtung der NSV.-Krankenschwesterstation eingeschlagen, nicht minder der Kindergarten. Dazu kommen wesentliche Verbesserungen im Feuerschutz.

Die Gemeinde scheut aber auch nicht die Inan­griffnahme umfangreicher Zukunstsaufgaben, von denen u. a. genannt seien: Erstellung eines Hitler- Jugendheimes zur Förderung staatspolitischer Er­ziehung der Dorfjugend. Diel zu tun gibt es noch im Wegebau. Die Wasserführung in Gleiberg be­darf einer mündlichen Regelung. Die Umgestaltung des elektrischen Lichttarifs mit der im Vertrag stehenden Stadt Gießen ist in die Wege geleitet.

Bis zum Uebergang des Kreises Wetzlar aus dem Rheinland an die Provinz Hessen-Nassau vor eini­gen Jahren war Krofdorf-Gleiberg der Sitz der Bürgermeisterämter Atzbach und Launsbach mit insgesamt 11 Gemeinden, denen Gemeindevorsteher vorstanden. Die nassauische Gemeindeordnung brachte den Orten die Selbstverwaltung durch einen Orts­bürgermeister. Die ehemalige Amtskasse blieb als Zweckoerbandskasse für den früheren Amtsbezirk in Krofdorf-Gleiberg bestehen.

die Anfang 1935 in dem großen Kriegsgerichtspro- zeß zu langjährigen /Zuchthausstrafen verurteilt worden waren. Unter ihnen auch den damaligen Führer der christlich-sozialen Arbeitsgemeinschaft, Freiherr von Saß.

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WieSvenska Dagblabet" meldet, findet im April eine Zusammenkunft der Außenminister der Nordstaaten in Helsinki statt.

Aus alter Wett.

Riesige Lawine im Orllergebiel.

In Trasoi im Drtfergebiet ging eine Lawine von ungeheuren Ausmaßen nieder, bei der jedoch glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kamen. Die Volksschule des Ortes wurde vollständig dem Boden gleichgemacht. Vier Häuser wurden abge­deckt und andere arg mitgenommen. Die Kirche und das Pfarrhaus erlitten schwere Beschädigungen. Neun Kinder, die in den Trümmern eines der be­schädigten Häuser eingeschlossen waren, konnten heil geborgen werden.

Ein Kind erstickt.

In Hünfeld ließen Eltern ihr anderthalbjähriges Kind allein in der Küche spielen. Als die Mutter von Besorgungen zurückkehrte, fand sie die Küche völlig verqualmt und das Kind t o t vor. Wahr­scheinlich war ein Funken aus dem Herd in einen gefüllten Waschkorb gefallen und hatte die Wäsche in Brand gesetzt; in dem sich entwickelnden Qualm erstickte das Kind. Der im Nebenzimmer schlafende Vater hatte von dem Unglück nichts gemerkt.

Sechs Todesopfer bei Autounfällen.

Ein folgenschweres Autounglück ereignete sich bei Mardorf im Kreise Fritzlar-Homberg. Ein über­holender Personenwagen fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Anprall war derart stark, daß der Baum entwurzelt wurde. Drei Insassen des Wagens erlitten so schwere Verletzungen, daß sie kurz nach dem Unglück st a r b e*n.

Vor der Ortschaft V a l e n (Westfalen) ereignete sich ein Kraftwagenunglück, das drei Menschen­leben forderte. Ein mit fünf Personen besetzter Kraft­wagen geriet infolge zu großer Geschwindigkeit in einer Kurve auf den Sommerweg, streifte zwei Straßenbäume und landete schließlich vollkommen zertrümmert im Straßengraben. Drei Insassen waren auf der Stelle tot, während der Wagenführer und ein Mitfahrer mit leichten Verletzungen davonkamen.

Schreckenstat eines Irrsinnigen.

Ein französischer Landwirt, der in einer Irren­anstalt untergebracht, dann als geheilt entlassen und auf den Gutshof seines Vaters bei Chateauroux zurückgekehrt war, hat in einem Anfall von Tob­sucht seinen Vater, seine Mutter und zwei Mägde erschossen und das Gut in Brand gesteckt. Von einer Anhöhe aus nahm er die Nachbarn, die an das brennende Gut herankommen wollten, mit seinem Jagdgewehr unter Feuer. Dann schoß sich der Täter selbst eine Kugel durch den Kopf. Bei dem Brand des Hofes find drei der vier Opfer des

Wahnsinnigen verbrannt, außerdem eine Kuh und 70 Schafe, die im Stall eingesperrt waren.

Unvorsichtiges hantieren mit einem Blindgänger.

In der Nähe von Conegliano in Venetien fand ein Bauer auf dem Grunde eines Baches einen Blindgänger aus dem Weltkriege, den er mit nach Hause nahm. Als er ihn dort öffnen wollte, explodierte d i e Granate. Der Bauer, feine neugierige Tochter und ein junger Bursche wurden auf der Stelle getötet, eine vierte Person erlitt schwere Verletzungen.

Zeitschriften.

In der Februarnummer derBerliner Monatshefte" (Quaderverlag, Berlin W15) veröffentlicht Professor Dr. von Srbik, Wien, eine eingehende Würdigung des neuen Werkes von Erich Marcks:Der Aufstieg des Reiches." Es ist von besonderem Interesse, die Gedanken des gro­ßen österreichischen Historikers zu diesem grund­legenden deutschen Geschichtswerk des 19. Jahr­hunderts zu erfahren. Der ehemalige deutsche Außenminister Reichsgerichtspräsident a. D. D. Dr. Simons zeichnet in einer ausführlichen Studie ein Bild der Persönlichkeit des südafrikanischen Staatsmannes General S m u t s. Aus dem poli­tischen Archiv des Auswärtigen Amtes werden als Ergänzung zu den 1920 erschienenenDeutschen Dokumenten zum Kriegsausbruch" einige inter­essante Schriftstücke aus dem diplomatischen Schrift- wechsel im Juli 1914 erstmalig wiedergegeben.

Im Aprilheft der bekannten Monatsschrift für Malerei, Plastik und WohnkulturDie Kun ft" aus dem Verlage F. Bruckmann AG., München bringt der einleitende Artikel über den Maler Ernst August Freiherr von Mandelsloh unter zahlreichen Bildbeigaben eine reizvolle farbige Reproduktion des BildesSchloß Ort bei Gmunden". Ebenso bilderreich sind auch die folgenden Aufsätze:Figur und Komposition. Zur Aufstellung in der Neuen Pinakothek, München" von Ulrich Christossel,Die Ordensburgen Vogelsang und Crossinsee" von Dr. Ewald Bender,Anto Carte" ein belgischer Maler, von Alfred Kuhn, lieber den Bildhauer Roland von Bohr schreibt Ludwig Praehauser. Der zweite Teil über Wohnkultur enthält zahlreiche Beispiele in Wort und Bild über angewandte Kunst in Architektur, Raum- und Gartenaestaltung, Handwerk und Dekora­tion. Hier bringt das neue Heft Räume in länd­lichem Stil, Schone Treppen, Bemaltes Glas u. a. m. Ein großer Nachrichtenteil vervollständigt die Fülle der Darbietungen. So ist auch dieses Heft wieder ein fachkundiger und interessanter Führer durch das Kunstgeschehen unserer Tage.