Ein Avslandsdenischer zum Vien'ahresplan.
Don Or. Zng e. h. Bohle, DOI -Professor an der Universität Kapstadt.
Jedem echten Ausländsdeutschen lacht heute das Herz im Leibe über die gewaltige Tatkraft, mit der sich das Dritte Reich unter seinem genialen Führer über alle ihm in den Weg gebrachten Hindernisse hinwegsetzt. Daß es heute die Hindernisse nehmen kann, verdankt es der Erneuerung des deutschen Geistes und den ausgezeichneten deutschen Arbeitern der Stirn und der Faust. Man wird uns aber deshalb draußen in der Welt — die uns notgedrungen wieder achten muß — nicht besonders lieben, sondern versuchen, uns unfern Aufstieg so schwer wie möglich zu machen. Man will nicht erkennen, daß die Kraft des deutschen Volkes mit den Schwierigkeiten wächst.
Besonders England kann es nicht begreifen, daß eine wirkliche Befriedung der Welt nur dann möglich ist, wenn Deutschland und England an demselben europäischen Seile ziehen. Es bangt um seine zehn Milliarden Pfund, die es im Fernen Osten angelegt hat und von Japan bedroht sieht und liebäugelt deshalb mit dem weltzerstörenden Bolschewismus. Es leiht ihm zehn Millionen Pfund, die wohl hauptsächlich den Roten in Spanien zugeflossen sind in der Hoffnung, eine Hilfe gegen den Japaner zu haben. Es sträubt sich gegen die Rückgabe unserer Kolonien, für die es gar keine Menschen 3ur Entwicklung hat, weil es fürchtet, damit den Aufstieg Deutschlands noch zu beschleunigen. Trotz seines ungeheuren Reichtums, seiner weltumspannenden Belange hat es heute mehr Arbeitslose als Deutsch! and, und trotz des Weißblutens des letzteren ist die tiefste Armut in England bedeutend schlimmer als bei uns.
England hat eigentlich gar kein Recht, Arbeitslose zu besitzen. Mehr als ein Viertel der Welt steht ihm offen. Welche Schwierigkeiten sind dagegen von uns zu überwinden, wenn wir unsere jungen Leute ins Ausland schicken wollen. Mit den Rohstoffen sieht es genau so aus. Man verkauft sie uns gerne für Gold und Devisen, die wir aber nicht haben, weil sie in den 67 Milliarden Mark an Reparationen längst verschwunden sind. Den Austausch mit Fertigwaren macht man uns durch das „buy British“ auch nicht leichter. Dazu kommt noch, daß der größte Teil des Wertes aller nach England gelieferter Waren zur Schuldentilgung benutzt werden muß. Die Abwertung des englischen Pfundes ist ein weiteres Mittel im wirtschaftlichen Kampf gegen Deutschland. England würde nur gewinnen, wenn es sich vom Gedankengange Sonar Laws: „daß die Welt besser fahren würde, wenn Deutschland in die Luft flöge", a b - w e n d en würde. Heute sieht es so aus, als ob England erst am eigenen Leibe den zerstörenden Geist des Bolschewismus erfahren müsse, bevor es sich auf seine Aufgaben besinnt. Roch wiegt es sich im Traume, daß diese zerstörende Macht chm ungefährlich sei. Von deutscher Seite ist die Hand oft genug ausgestreckt worden.
Für uns bleibt deshalb nichts anderes übrig, als daß wir uns in jeder Hinsicht selbst helfen. Der Vierjahresplan muß ein gewaltiger Erfolg werden. Im folgenden sollen einige Punkte erwähnt werden, wie sie ein Auslandsdeutscher nach 40jähriger Tätigkeit im Auslande, ein langjähriger Fach- und Hochschullehrer, sieht.
1. Fachausbildung. Die Vorbildung der deutschen Ingenieure und Chemiker dauert zu lange. Es kommt im Leben weniger darauf an, was man weiß, sondern was man kann. Es sollte möglich sein, in zehn Jahren die notwendige Vorbildung für den Besuch der Hochschulen und Universitäten zu erlangen. Mit 16 Jahren sollte ein guter Durchschnittsschüler die Berechtigung zum Studium erhalten haben. Ein vierjähriger Kursus auf der Hochschule sollte für Ingenieure und Chemiker genügen, um den Diplomingenieur zu erlangen. Kommen bann noch zwei Dienst- p f l i ch t j a h r e und zweiJahre praktischer T ä t i g k ei t hinzu, wobei die letzteren das Arbeitsdienstjahr einschließen, so ist der Ingenieur v i e r - u n d z w a nzig Jahre alt, wenn er seinen Beruf antritt. Auch dann wird es noch einige Jahre dauern, bis er heiraten und eine Familie gründen
Rudolf Huch.
Zum 75. Geburtstage des Dichters am 28. Februar.
„Aus einem engen Leben" heißt ein schmales Bändchen der Rückschau von Rudolf Huch. Dieser Titel schon ist bezeichnend für ihn. Eng war sein äußerer Lebensumkreis in der Tat: das Leben eines Rechtsanwaltes in Städten und Städtchen wie Braunschweig, Helmstedt oder Bad Harzburg, wo er nun schon seit 34 Jahren lebt. Huch hat es auch nie gelegen, sich vorzudrängen, und so kommt es, daß die meisten von ihm nur wissen als von dem älteren Bruder Ricarda Huchs. Diese Zurückhaltung und eine gewisse Gelassenheit dem Unabänderlichen gegenüber, so bitter es oft schmeckt, sind Wesensmerkmale Rudolf Huchs, der nicht schaffen könnte, wenn er nicht an seine Berufung glaubte und seines Wertes wohl gewiß sein darf, aber noch immer warten muß auf den Widerhall, der ihm gebührt. Die Literaturgeschichte hat ihn mit Raabe verglichen und den „Raabe des 20. Jahrhunderts" genannt. Möge er vor allem das Eine mit Wilhelm Raabe gemein haben, daß die Oeffent- lichkeit endlich in feinem achten Lebensjahrzehnt erkennt, welchen Dichter Deutschland in ihm besitzt!
Rudolf Huch vereinigt feinste Empfindsamkeit mit männlichster Haltung, Schicksalsgehorsam mit kämpferischem Bemühen, Angriffslust mit weisem Verstehen. Dieses alles allein macht das umfangreiche dichterische Werk, das in vier Jahrzehnten neben ber nicht immer angenehmen juristischen Tätigkeit entftanben ist, zu einer Kostbarkeit. Aber biefer vornehme, kluge unb seelisch zarte Mann ist zugleich ein Künstler ber Form, wie sie zu allen Zeiten selten waren, ohne je in Künstelei zu verfallen. Und wenn er sich in seinem zweiten kleinen Rechenschaftsbericht „Mein Leben" ausbrücklich zur Einheit von Mensch unb Werk bekennt, so bestätigt er nur noch die innere Wahrheit unb Echtheit feines Schaffens, bie jeder von selber b^i ihm spürt.
In diesem Bänbchen „Mein Leben" spricht Rudolf Huch auch von dem schottischen Tropfen in seinem niebersächsischen Blut unb von dem, was er ihm verdankt: einen „Hana zur Schwermut neben überschäumender Lebenslust", und den Witz, den er an seinem Vater rühmt, wird auch ihm niemand absprechen können, der auch nur eine seiner Kleinstadtsatiren wie etwa bie kürzlich erschienenen „Humoristischen Erzählungen" ober seinen köstlichen Roman „Wilhelm Brinkmeyers Abenteuer" kennt. Wesentlich aber ist, baß Huch sich nie mit Vorbergrundskomik begnügt, fonbern ohne Worte
kann. Es ist beshalb nicht nur wirtschaftlich, fonbern auch rassenpolitisch Unsinn, bie Ausbildung ber kommenben Generation so zu belasten, baß nur alte Männer einen Haushalt gründen können. Im englischen Weltreiche können junge Ingenieure mit 24 Jahren bereits vier Jahre praktische Tätigkeit hinter sich haben, also in ber Lage sein, sich zu verheiraten. Ein Ingenieur in biesen Ländern mag weniger grünbliches Wissen besitzen, aber bas heißt nicht, baß er als Ingenieur auch weniger leistet. Es ist nicht bie Ausbildung, welche ben beut- fchen Ingenieur oft an bie erste Stelle bringt, säubern sein Fleiß. Gewiß ist eine gute Allgernein- bilbung von großem Werte, aber schließlich ist es niemals bie Schule, bie uns bas wirkliche Wissen ober gar bas Können beibringt, sondern stets das Leben selbst. Das wirkliche Lernen kommt erst nach der Hochschule.
2. Rationalisierung. Es wird heute richtig rationalisiert, soweit bie Großbetriebe in Betracht kommen. In den kleineren unb kleinsten wirb zu wenig rationalisiert. Deutschland besitzt ein vorzügliches Normensystem, das für ben Dierjahresplan von ber allergrößten Wichtigkeit ist. Nach maß- gebenber Stelle finb aber noch keine 20 Prozent der Produzenten in Deutschland auf biefes System eingestellt. Das verteuert nicht allein bie Herstellung, fonbern auch ben Verkauf unb macht es fast unmöglich, bie Arbeiten ber verschiebenen Firmen auszutauschen. Es ist unbebingt erforderlich, baß jede Fabrikation nach vorgeschriebenen Normen geschieht, daß ein Austausch zwischen Königsberg unb Aachen, zwischen Kiel und Passau möglich ist. Daburch wirb weiterhin bie Einheitlichkeit gepflegt, es gibt weniger Muster, unb der Verkauf wirb vereinfacht. Wirb bies überall burchgeführt, dann ist bie beutsche Jnbustrie für alle Zwecke und zu jeber Zeit mobilisiert.
3. Lehrlingsausbilbung. Der Nachwuchs von Facharbeitern ist von ausschlaggebenber Bebeu- tung. In großen Werken ist bie Ausbildung vorbildlich. Es war ein Vergnügen zu sehen, wie den jungen Leuten Ordnung, Methode und Disziplin beigebracht wird. Mit dieser Art der Ausbildung marschiert Deutschland unzweifelhaft an der Spitze. Der Vierjahresplan verlangt aber, daß auch in den kleineren Betrieben bie Ausbildung ber Lehrlinge methodisch und gründlich stattfindet.
4. Verwaltungen. Von einer richtigen Rationalisierung ber Verwaltungen ist selbst in ben Großbetrieben wenig zu sehen. Die Verwaltungskörper sind fast überall unelastisch. Was bie Arbeiterschaft dem Auslande voraus ist, hinkt ber Verwaltungskörper nach. Die Verantwortung wird von einem auf ben anderen geschoben. Die einfachste Anfrage wird zumeist von zwei Personen bearbeitet, von einer dritten noch gegengezeichnet. Was innerhalb 24 Stunden in der Post sein sollte, braucht Tage ober gar Wochen. Die Aufträge, bie bem beut- schen Handel im Auslände durch diese deutsche Schwerfälligkeit verloren gehen, gehen in bie Millionen. In biefer Hinsicht muß langsam Wanbel geschaffen werben, wenn Deutschlanb sich auf bem Weltmärkte behaupten will. Neue Beamte sollten nur, wo unbebingt notwendig, angestellt werden und alles, was aus ben Schulen kommt, sollte so weit als möglich in bie Probuktion hinein. Das Hanbwerk hat heute wieder einen golbenen Boben, unb Facharbeiter finden überall Be- fchäftiguna. In ben Verwaltungen ist bie Grünblich- feit zur Last unb Klage geworben, unb ber Wirkungsgrab ist fast verschwunden.
5. Fachleute in Verwaltungsstellen. Die höheren Verwaltungsstellen befinden sich auch heute noch meistens in Hänben von Juristen. Im Zeitalter ber Technik gibt es aber kaum noch Verwaltungen, in bie b i e T e ch n i k nicht hineingreift. Es bleibt also nichts übrig, als baß neben dem Juristen noch ein Fachmann sitzt. Es ist an ber Zeit, daß Ingenieure unb Architekten, Techniker unb Chemiker zusehen, daß F a ch p v st e n von Fachleuten besetzt werden. Es muß in allen Verwaltungen bafür gesorgt werben, baß Leute in verantwortungsvollen Posten Fachleute sind, die
den Leser selber bie Kläglichkeit ober Lächerlichkeit ber Exemplare, die er vorsührt, messen läßt am ewigen Bilde bes Menschen. Wenn Rudolf Huch also bekennt: „Ich hatte als Schriftsteller keinen anderen Gegenstand als den Menschen", so bedeutet das in diesem Falle ein unermeßliches, unabschreitbares Feld.
Die „Familie Hellmann" oder „Die beiden Ritterhelm" gehören zweifellos zu den bedeutendsten Ent- wicklungs- unb Bilbungsromanen bes neueren Schrifttums. Auch ist ber so ungewöhnlich edel erzählte Roman „Talion", ber soeben in einer neuen Ausgabe erschienen ist, ein Erziehungsroman im besten Sinne, des Wortes! Huch selbst sagt, er habe in ihm schilbem wollen, „wie ein Mansch burch Schuld unb Sühne zum Charakter reift". Unb bas sagt er nicht etwa als Kommentar, ber sich völlig erübrigt, fonbern als Zusammenfassung feines Gehaltes, benn „kommentieren könnte ich meine Bücher sehr wohl, wenn etwas an ihnen zu kommentieren wäre". So ist es auch. Man braucht ben Deutschen unserer Tage nur zuzurufen: nehmt unb lest biesen echten Dichter, — er wirb jebem von euch etwas geben unb was, bas hängt mehr vom Leser ab als vom Verfasser! Der eine wirb sich von feiner Ironie angeregt unterhalten fühlen, ber anbere noch hinter ber Groteske von „Anno 1922" spüren: „Wir finb rings umfangen von Geheimnissen." Dieser Schilberer bes beutschen Bürgertums, besten Schwächen er scharf erkannte unb dessen besten Teil er selbst verkörpert, ist nicht zeit- gebunben: bas Wertvollste, was ihm gegeben warb, wirb grade jetzt erst geistig recht wirksam, da seine Epoche Geschichte geworden ist.
Herbert Günther.
Bärengeschichie.
Von Rudolf Huch.
Herr Rechtsanwalt, gestern habe ich natürlich einen Bären verkauft!
Mit diesen Worten führte sich vor einigen vierzig Jahren der Althändler Bierenbempel bei mir ein.
Natürlich, sagte ich verstört.
Ich wollte mir nicht als junger Anwalt bie Blöße geben, baß mir eine selbstverständliche Sache fremö sei, und diese war es mir durchaus. Ein Alt- händler, das war mir bekannt handelte mit alten Anzügen, Stiefeln. Eisen, Gebissen und Gott weiß was: aber mit alten Bären? Dies war jedenfalls ein Kunstausdruck, von dem ich beschämenderweise
.. Steinljägcr-
Urquell
Verantwortung zu über-seine weitere Verteuerung eintritt. Die Strom, ) unb elastisch gearbeitet preise für ben Familienverbrauch an St0J
bereit sind, die ganze
nehmen. Es muß einfach unb elastisch gearbeitet
werben. Anfragen, bie heute ankommen, müssen
Geschichten ans aller Welt
finb in Deutschlanb recht hoch. Daß es auch QJ bers geht, zeigt z. B. K a p st a b t, mit einer völkerung von runb 150 000 Weißen unb 10000)1 Farbigen, wobei letztere wohl runb 25 000 Wetze I gleichkommen. Man zahlt in biefer Stabt — Kohlenbergwerke runb 1500 Kilometer entfiJl liegen, so daß die Fracht allein 20 Mark für bj Tonne ist — nur einen halben Penny, also rtn'l vier Pfennige für bie K i l v w a ttst und! wozu eine Grunbgebühr von 1,50 Mark für bol Zimmer kommt. Hallen, Küchen ufro. werben bchD nicht gezählt. Dabei zahlt bie Zentrale in Kap kam jährlich eine Million Mark an bie Stabt als reine] Geschenk. Wie sehr sich biefes Entgegenkommen bl zahlt macht, zeigt bie Tatsache, baß eine neue K.asl ftation gebaut wirb, bie 1800 000 Pfunb kosten sol lieber ben Verberb burch R o st ist in (Wj. Zeitschriften bereits so viel geschrieben worben, öfl jebe weitere Bemerkung sich erübrigt. Vielfach H ber Ruß baran schulb. Würbe nur elektrisch kocht, nur elektrisch geheizt, unb verschwänbe Rauch, so würben ungeheure Summen jäbiliil gespart werben. Die Farbe würbe länger
(Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Ein Denkmal für eine Ente.
(sk.) Bombay.
In der neuaufgebauten indischen Stadt Quetta wird man im Park eines Hauses eine ungewöhnlich alt gewordene Ente begraben und ihr Grab mit einer schönen Entenstatue schmücken. Man pflegte sie bis zur letzten Stunde, weil sie in jener unheilvollen Nacht, als Quetta durch ein Erdbeben zerstört wurde, in das Haus eindrang und mit ihrem lauten Geschnatter alle Einwohner so rechtzeitig weckte, daß sie sich in Sicherheit bringen konnten, als das erste unterirdische Rollen das kommende Unglück ankündigte.
Träumereien an mandschurischen Kaminen.
(ht) Charbin.
Die Bahnwärter der kleinen abgelegenen mandschurischen Stationen haben keinen leichten Dienst, den sie in der gleichen Art und Weise versehen müssen, wie einst die Kolonisten im „Wilden Westen" Amerikas: den Spaten — soll heißen: den Schraubenschlüssel und die Winkerflagge in der einen und die scharfgeladene Knarre in der anderen Hand und alle Augenblicke eines Banditenüberfalls gewärtig. Kein Wunder, wenn unter diesen Umständen dem russischen Bahnwärter Bogdanoff ein schauerliches Mißgeschick zugestoßen ist: er lag nachts, friedlich schlafend in seiner Wärterbude, das geladene Gewehr wie üblich im Bett zu feinen Füßen. Plötzlich träumt er, Banditen hätten das Blockhaus überfallen, im Halbschlaf springt er auf, greift nach der Knarre und schießt feinen, in ber gleichen Bube schlafenben Kollegen Zimlinsky über
den Haufen. Wegen fahrläfsiger Tötung stani Bogdanoff jetzt in Charbin vor den Richtern, M ihn aber in Anbetracht ber eigenartigen UmftänM nur zu brei Monaten Gefängnis mit Strafaufschub verurteilten. Kenner ber Verhältnisse finben biefl Urteil gerecht, sie befürchten lebiglich, daß sM und ähnliche „Träumereien" an den manbfcburil schen „Kaminen" nur allzuleicht Mobe roeitd können.
Bienen im Wolkenkratzer.
(th) Neuyork.
Um den armen Neuyorkern etwas von dd „Natur unb Landwirtschaft" vorzuführen, hat mar in einem Wolkenkratzer einen Schweinestall eiitgtl richtet und in einem anderen eine Kuh zur äffend liehen Besichtigung „freigegeben". Aber das feit famfte Stück Natur dürften sich jene beiden Zvi otogen in ihre Zimmer gezaubert haben, die tod nicht weniger als 3000 Bienen beherbergen. Uri sprünglich waren es nur einige wenige, bie J Stubienzwecken und au zoologischen Beobachtung^ hierhin gebracht wurden. Aber dann gefiel es Bienen hinter einem Glasschrank so gut, daß ft sich dort ansiedelten. Den Winter über werden lii gut versorgt. Im Sommer treten sie jeden Morgen pünktlich ihren Ausflug an und kehren durch da- offengelasfene Fenster mit ihrer Nektarladung nach
das Eisen weniger rosten
Wenn ich einige Dinge hier kritisiert habe, möJ licherweise, weil ich nach vierzigjähriger Abwesend manchen Sachen fremd geworden bin, so freue \A mich trotzdem über das, was feit Januar M geleistet worden ist. Wenn man bedenkt, was fd ein Erbe das Dritte Reich antrat, so muß man übttl die gewaltigen Erfolge, die erzielt wurden, ftauneig Aber der Vierjahresplan verlangt, daß alles, wo-! das deutsche Volk an Kraft besitzt, eingesetzt tuet den muß, soll der Plan ein voller Erfolg roerbeü Es wird notwendig fein, in vielen Fällen rücksichiz. los vorzugehen. Es gibt auch heute noch Leute, dq einen hohen Profit allen anderen Dingen doJ ziehen, die vergessen, daß es die nativnalsvzialisiii^ Bewegung gewesen ist, die es chnen ermöglicht fJ überhaupt Gewinne zu buchen. Jede Kraft mu| richtig eingesetzt werden, damit keine beit verloren geht. Wenn dann noch die Arbeit^ der Stirn und der Faust ihr Bestes hergeben. fJ wohl in Quantität als in Qualität, dann erftejl ein so in sich geschlossenes Volk, das allen Sturmij trotzen wird.
heute beantwortet werden. Friedhöfe darf es nirgendwo geben.
6. Kraftfahren. — In Deutschland werden wöchentlich runb 140 Personen getötet unb einige Tausenb verletzt. Trotz aller Bestimmungen will bie Zahl nicht heruntergehen. Es ist nicht zu leugnen, daß diese Vergeubung an Gut unb Blut eine Vergeltung bes beutschen Volksgutes bebeutet. Unsere Besucher aus dem Auslanbe im Jahre 1936 waren fast restlos von Deutschlanb begeistert, ausgenommen von bem, was sie auf beutschen Fahrwegen sahen. Ich selbst habe einen großen Teil Deutschlanbs als Selbstfahrer bereift, unb es ist schon etwas an bem, was unsere Volksgenossen an beutschen Kraftfahrern kritisieren. Unglücksfälle werben niemals ganz aufhören, aber sie können auf ein erträgliches Maß gebracht werben. Vom Vierjahresplan betrachtet ist eine Gefchwinbigkeitsbegren- zung unbedingt erforderlich. Der Durchschnittswagen verbraucht am wenigsten Betriebsstoff, wenn er mit runb 40 bis 50 Kilometer Stundengefchwin- bigfeit fährt. Bei 80 Stunbenkilometer verbraucht er runb 15 bis 20 v. H. mehr. Der Verschleiß ber Reifen (unb auch ungefähr ber von Kalben unb Zy- linbern) ist fast proportional dem Quabrate der Geschwindigkeit. Bei 85 Stundenkilometer ist er also rund doppelt so h o ch als bei 60. Schon aus diesen Gründen sollten Geschwindigkeiten begrenzt werden. In Städten sollten Geschwindigkeiten auf 50 Stundenkilometer für Personenwagen und 40 für Lastwagen, auf offenen Landstraßen auf 80 und 50 erniedrigt werden und selbst auf den Autobahnen sollten 90 bzw. 60 die Höchstzahlen vorstellen. Es würden dadurch viele Menschen am Leben bleiben unb viel Volksgut gespart.
7. Kampf bem Verderb. Es wäre angebracht, die Mülleimer der größeren Wohnungen einer regelmäßigen Untersuchung zu unterziehen. Der Arbeiter sieht schon zu, daß ihm nichts verdirbt, aber in den Wohnungen mit Dienstpersonal ist der Verderb vielfach sehr groß. Viel könnte gerettet werden, wenn jede Wohnung einen Kühlschrank hätte. Leider sind diese noch zu teuer, und die Unterhaltung mit Lichtstrompreisen ist zu kostspielig. Wird aber ein Kraftmesser installiert, so kostet bie Installation 35 bis 50 Mark, woburch
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noch nichts gehört hatte. Man mußte ben Fall burch geschicktes Hin unb Her aufklären.
Das erwies sich inbeffen als überflüssig, Herr Bierenbempel hatte wirklich einen leibhaftigen Bären verkauft, wenn auch ausnahmsweise einen jungen. Die Verkäufer waren ein Trupp Zigeuner. Der Kaufpreis betrug fünfzig Mark, unb zwar hatte Bierenbempel einen nach brei Monaten zahlbaren Wechsel unterzeichnet unb bie Zigeuner hatten damit bie Rechnung des Gastwirts beglichen.. Am Vormittag war ber Kauf getätigt, am Nachmittag hatte Bierenbempel ben Bären für hunbert Mark weiter verkauft, beides am Biertisch. Der Käufer wollte aber natürlich nicht bezahlen, unb dies war es, was auch ich an ber Angelegenheit einigermaßen natürlich fanb. Ich reichte eine Klage ein, ohne mir in meiner Unerfahrenheit einen Vorschuß zahlen zu lassen, obwohl mir ein bunkles Gefühl sagte, bies könnte nicht gut enden.
Der Beklagte, ein Handarbeiter, wollte denn auch mit dem heiligen Eid bekräftigen, daß er den Kauf mcht abgeschlossen hätte; wie sollte er zu diesem Blödsinn kommen?
Zeugen beschworen ben Vertragsabschluß. Der Beklagte blieb babei, baß er bas Gegenteil mit reinem Gewissen beschwören könne. Die Zeugen wären bestochen, er wolle auf seinen Eib nehmen, baß er mit eigenen Augen gesehen hätte, wie jebem fünfunbsiebzig Pfennig in die Hand gedrückt wären. Uebrigens, führte er weiter aus, hätte ber Verkäufer bie Gewähr übernommen, baß ber Bär auf Bäume kletterte und aus der Hand fräße, und das täte er nicht. Daß man sich in dieser Weise verteidigen kann, hat das Reichsgericht entschieden.
Da mein Klient erklärte, er könne mit hundert Erden beschwören, daß er eine so irrsinnige Gewähr nicht übernommen hätte, beschloß das' Amtsgericht, Zeugen zu hören. Inzwischen war der Bär, den ja niemand haben wollte, bei einem Schlächter in einem zufällig leerstehenden Stall untergestellt. Das arme Viech mochte schlecht gefüttert roerben, es brüllte Tag und Nacht. Die Nachbarn beschwerten sich bei der Polizei, diese ordnete an, daß der Bär getötet werde, und ein tapferer Landjäger schoß ihn tot.
Die Zeugen beschworen, daß mein Klient jene Gewähr übernommen habe. Er blieb babei, er könne bas Gegenteil mit reinem Gewissen beschwören. Die Zeugen wären bestochen, er wolle auf feinen Eib nehmen, baß er mit eigenen Ohren gebärt hätte, wie ber Beklagte ihnen für ben Fall daß er den Prozeß gewönne, eine Runde helles Bier in Aussicht gestellt hätte. Wie sollte er als erfahrener Geschäftsmann eine fo irrsinnige Ge
währ übernehmen? Uebrigens, führte Herr Siertml dempel, gestützt auf die erwähnte Reichsgerichtseni> fcheidung, weiter aus, wäre der Bär auf 33äumi geklettert und hätte aus ber Hanb gefressen. 8b Beweismittel brachte er seine Kerntruppe ins ®e* fecht, wackere Kämpen, bie einen guten Kameraden niemals im Stich ließen. Sie beschworen Mann fw Mann, sie hätten gesehen, baß ber Bär, ber ja toi war, bei Lebzeiten auf bie Bäume geklettert wärt unb aus ber Hanb gefressen hätte. Der Bellas würbe verurteilt, bie hunbert Mark unb alle Kosten zu bezahlen, unb leistete den Offenbarungseid. $ sah mich genötigt, meinen Klienten wegen meiner Kosten zu verklagen; unter anderem hatte ber ft» richtsvollzieher feine Kosten von mir burch Nachnahme erhoben. Bierenbempel würbe nach eiiricfl Einwenbungen, die er nur ehrenhalber vorbraÄ kostenpflichtig verurteilt und leistete den Dff«! barungseid.
Dies verstand sich für die beiden Fechter ol selbst. Der ganze Prozeß war ein Ehrenha nkl gewesen, einen schnöden Gewinn durfte nieniaü davontragen, am allerwenigsten ein Dritter. 2)en zu Gefallen hatte man nicht gekämpft.
Die Parteien und ihre Zeugen söhnten sich riifrfr lich miteinander aus. Zu dem Versöhnunarifl wählte man aber, gewiß nach sorgfältigem Abia-s» fen des Für und Wider, ein anderes Wirtshuz als das, dessen Inhaber die Zigeuner mit dempels inzwischen mangels Zahlung proteftieddi Wechsel bezahlt hatten.
Hochschulnacbnchten.
Professor Dr. D. theol. Hans Ach elis, Ord ri« rius für Kirchengeschichte und christliche Archäola« an der Universität Leipzig, ist im Alter oom 1 Jahren gestorben. Achelis promovierte 188^ ® Marburg zum Dr. phil., 1893 in Göttingen M Lic. theol., wo er sich im gleichen Jahre für Kircki- geschichte habilitierte. Als Ordinarius hat er fp^ in Halle, Bonn und Königsberg, zuletzt (feit IS^ in Leipzig gewirkt, wo er 1932/33 das Rektorin bekleidete. In Achelis verliert die deutsche the.'!^ gische WissenschaU einen ihrer namhaftesten SM treter, die Sächsische Akademie der Wissenschoi'hl ein hochgeschätztes Mitglied. Von seinen Schri llt seien die Arbeiten über bie Symbolik bes Fischs über Hyppolit, über bas Frühchristentum, die Gr> Wicklung ber altchristlichen Kunst, auch die „KircLev geschichte" (1921) genannt.
Der D03ent Dr. habil. Hubert B l e i e r in ist beauftragt worben, in ber Mathematisch-No ul' wissenschaftlichen Fakultät ber Universität bie Pflanzenzüchtung zu vertreten.
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