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- ifr.49 Zweites Blatt

EießenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, 27.Zebruar 1937

MBnuf und RaumpMk

mit Schottland und Nordirland etwa 39 Millionen,

Elsaß-Lothringen rund 41,5 Millionen. Im Der- während England und Frankreich die Menschen gleich dazu werden 1903 auf den japanischen Inseln suchen müssen, um das Kolonialreich zusammen­

zuhalten.

auf

Handwerk hat goldenen Boden

Der Friseurmeister

V. A.

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länzenüni Seftir

Aehnlich wie die nationale russische Musik erst

wacht wurden.

.Die Heiratskomödie mit ihren Intrigen stellt die "inzelnen Personen in scharf pointierte Situationen, wie den Musiker verlocken, sich je nach der Lage in Echtheit des Gefühls oder in feinsinnigem Humor . -u äußern. Besondere Anregung aber bieten noch ' mdividuell ausgeprägte Innen, wie etwa der ver­schmitzte Heiratsvermittler Ke^al oder der stotternde Wenzel. Wenn dann gar List und Verschlagenheit -ntlarot und geprellt werden, dann spricht die Musik vus der Komik der Szene heraus.

Diesem Volkserleben konnte nur eine Musik ent- Iprechen. die ganz aus dem Geiste des Volkes her­aus empfunden war, indem sie die unverbrauchten Kräfte der böhmischen Volksmusik ins Licht der Öffentlichkeit stellte und so die Anerkennung der gesamten Musikwelt errang. Der Volkstanz, die wolka, und etwa die rhythmischen Eigenheiten des ^Furiant" geben der Vartitur ein besonderes Ge- "cbt Visk?szk>nen, Trinkchöre und gar die wan-

K'instlertrüppe troinaen immer wieder neue, ursprüngliche, temperamentserfüllte Äußerungen

tragen. Mit ganz besonderer Note gab Paulus K u e n den Wenzel. Trotz der schwierigen darstellerischen Bindungen stellte er diese Figur mit letzter Konse­quenz auch im Gesanglichen hin. Wo die Möglich­keit der Entfaltung bestand, konnte man sich an seinen schönen Tönen erfreuen.

All die vielen Nebenfiguren standen mit voller Einsatzbereitschaft musikalisch-gesanglicher und dar­stellerischer Fähigkeiten für ihren Part ein: Maries Eltern: Hildegard I a ch n o w und Gustav Bley mit der Höhe gesanglicher Kunst; Wenzels Eltern: Marta Schadt, Alfons F o r st n e r. Ein Zirkus­direktor voll Künstlerstolz war Heinrich Hub, trefflich unterstützt durch die unwiderstehliche Esme­ralda von Friedel Fornallaz und die vielen erstklassigen Attraktionen.

Der ständig sich steigernde Beifall auf offener Szene, das sichtliche Mitgehen des gut besuchten Hauses bestätigten den durchschlagenden Erfolg des Abends. Dr. Hermann Hering.

es auf den japanischen Inseln 66 Millionen, in Korea und auf Formosa 26 Millionen. Setzt sich das Wachstum annähernd fort, so wird Japan in 30 Jahren die 100-Millionen-Grenze erreicht haben,

Anerhalb der europäischen Musikvölker gesichert; licht mit Unrecht hat man ihn deshalb als den Later der national-tschechischen Musik bezeichnet. Die Verbindung zur großen europäischen Musik- Mlt gab ihm der geistige Einfluß von Franz Liszt, >er auch u. a. den durch die Beteiligung an den Ztudentenunruhen des Jahres 1848 aus seinem .Studium gerissenen werdenden Klaviervirtuosen mit !iner größeren Summe unterstützt hat.

. Der neudeutschen Richtung zollte Smetana seinen : Tribut in symphonischen Dichtungen. War so bis | r^twa 1860 sein Musikerleben vornehmlich auf rein Deutscher Grundlage fundiert, so wendet er sich 'nun, Anregungen von Freundesseite folgend, mit pefonberem Interesse der slawischen, tschechischen

Musik ausschließlich zu.

Hatte man ihm bei seinem ersten Bühnenwerk .Die Brandenburger in Böhmen" Abhängigkeit von Wagner zum Vorwurf gemacht, so greift er jetzt mit seiner zweiten Oper (Die verkaufte Braut", 1866) einen Stoff auf, der das tschechische Volk in einer Urgewachsenheit, seiner Natürlichkeit und Unverfälschtheit auf die Bühne stellt, und damit :'iner Musik die Grundlage gibt, die den urtümlichen kchechischen Volksgeist atmet. So wurde dieses »eitere Werk zu einer Volksoper im wahren Sinne bes Wortes, ohne daß irgend welche Konzessionen n eine nicht dem Stil entsprechende Tendenz ge-

Die Kolonialpolitik hat im zwanzigsten Iahr- unbert einen anderen Inhalt und eine andere Be- | xutung gewonnen, als sie sie vordem besaß, ins- | «esondere aber in den Anfängen, also zu der Zeit, I -! der Spanien und später England und Mrankreich koloniale Eroberungen in anderen Erbteilen machten. So ist die Eroberung Indiens llfnit ihrer wechselvollen Geschichte sicher nicht des- I':alb geschehen, um Siedlungsland zu schaffen, was Iich noch nicht der Fall war, als England daran I ting, Australien zu nehmen und nach der I Eroberung der Burenstaaten die südafrika­nische Union zu gründen. Auch Kanada, I .cs von dem englischen Kolonialreich in Nordame- I äfa übrigblieb, war nicht als Siedlungsland erobert I □orben, denn die Einwanderung aus Europa I nachte wohl Jäger und Pfadfinder, schließlich auch I Farmer hinüber, aber das alles geschah nicht unter I fern Volksdruck, wie wir ihn heute kennen. Wozu j tiefer Volksdruck zwingt, das hat Italien in ! .cm Streitfall mit Abessinien gezeigt, wobei es I nimer wieder nützlich ist, daran zu erinnern, daß 11 Italien mit wachsendem Geburtenüberschuß I '32,75 Menschen auf dem Geviertkilometer wohnen, I Jährend die Bevölkerungsdichte Aethiopiens 20 auf I itn Geoiertkilometer ausmacht. Dabei ist zu berück- I tätigen, daß Italien mit Gebirgszügen ausgeftat- [l>t ist, die verhältnismäßig wenig Nahrungsspiel- itoum bieten. Das gilt auch für Äthiopien; aber Reden Wüsten und Hochgebirgen ist immerhin noch KSiedlungsland vorhanden, ganz abgesehen davon, die Technik heute Mittel und Wege kennt, um Mb st Wüsten zu bewässern und urbar zu machen. II Noch stärker als Italien steht Japan unter Ijinem Volksdruck, für den ein Vergleich in Europa Mhlt. Auf den japanischen Inseln, die 679 000 Ge- Liertfnometer umfassen, leben allein 66 Millionen, lüit einem Zuwachs von mehr als einer Million I m Jahre. Das ergibt für den Geviertkilometer zur | ,>eit etwa 167, was an sich schon eine Ueberbevöl- I lerung bedeutet, die nur dadurch einstw'eilen tragbar gemacht worden ist, daß Japan nach Korea, nach »Nandschukuo, nach Nordchina und nach Formosa FSolfsfräfte abströmen läßt. Nun ist das chinesische Festland, das den japanischen Inseln gegenüber; egt, zum Teil sehr stark bevölkert, sogar über- ilcDÖlfert, was wieder zum Ergebnis hat, daß der kuftrom aus Japan nicht nur Hindernisse findet. Wildern auch mit der Abneigung der im Lebens- liaum bedrohten Chinesen rechnen muß. Daß Ja- |;<m neues Siedlungsland sucht, daß die Kolonial- Tolitik für Japan zur Raumpolitik geworden l't, ist sicher, wenn auch die Taktik, die Japan da- [lei beobachtet, nicht immer richtig verstanden wird. I Japan sieht die Streitfragen im Fernen Osten s'iewiß nicht so, wie wir das mit europäischen Augen :nd mit den Vorstellungen einer Kolonialgeschichte Lu tun gewohnt sind, deren Lehren heute vielfach hid)t mehr zutreffen. Für diese Kolonialgeschichte int» Clive und ^Barren Hastings die Eroberer In­diens, die großen Vorbilder. Weniger schon Cecil lHodes und Kitchener, die Afrika für England er- merten. Ein Land, das wie Japan unter starkem ! Oolksdruck lebt, braucht zwar Handel und Wan­del, braucht auch Handels- und wirtschaftspolitische Beziehungen nach Ueberfee, aber es braucht noch

Das drängt sich um so mehr auf, als die Länder, die wie England und Frankreich über große Kolo­nialreiche verfügen, nicht unter Volksdruck stehen. England zählte um die Jahrhundertwende

kamen die Frauen ja nicht mehr zum Ondulieren und Waschen, die einzige Arbeit war nur noch das Schneiden. Außerdem brachte uns die Kurz­haarmode auch die Dauerwelle und das zu einer Zeit, in der infolge des Kriseneinbruchs allenthalben weniger verdient wurde, in der immer mehr Volksgenossen arbeitslos wurden und als Stammkunden aussielen. Jetzt wusch sich die Frau die Haare selbst und der Mann kaufte sich einen Rasierapparat.

Infolge dieser Entwicklung aing der Umsatz des Friseurhandwerks von den 400 Millionen Mark des Jahres 1928 bis 1933 sehr schnell auf etwa 220 Millionen Mark, d. h. auf fast die Hälfte zurück. In der gleichen Zeit und schon vorher war aber die Zahl der Betriebe von 55 000 auf 95 000 und die Zahl der im Friseurhandwerk arbeitenden Meister, Gesellen und Lehrlinge auf 203 000 (von 120 000) gestiegen. Das bedeutet, daß dort, wo noch 1928/29 ein Friseur 100 Mark eingenommen hatte, im Jahre 1933 zwei Friseure saßen, die jeder nur noch 25 Mark einnahmen. Es nimmt deshalb nicht wunder, daß jeder billiger als der andere sein wollte, um die wenigen Kunden zu sich zu holen. Infolgedessen sanken im Reichsdurchschnitt ge­sehen die Preise für Haarschneiden um etwa 20 v. H. und die für Rasieren um 10 v. H. ab, und ein Friseur, der 1929 bei einer Einnahme von 100 Mark noch 33,50 Mark verdient hatte, verdiente 1933 nur noch 19,50 Mark bei 100 Mark Ein­nahme. In nichts kommt der Preisverfall deut­licher zum Ausdruck.

Das Bild verschärft sich noch wesentlich, wenn mir uns daran erinnern, daß in den Krisenjahren über­all junge Mädchen sich als Friseusen niederließen, den Kunden in dessen Wohnung bedienten unh rjiit ihren Preisen den ordentlichen Faiseur soweit unter­boten, daß er einfach nicht mitmachen konnte, denn er mußte ja noch mindestens die Ladenmiete be­zahlen, von anderen Betriebsausgaben, die solch ein fliegender Friseur" natürlich niemals hatte, ganz zu schweigen.

Dem allem mußte nun nach der Machtergreifung ein Riegel vorgeschoben werden. Wie in allen Hand­werkszweigen, so wurde auch hier die Eröffnung eines Betriebes von der bestandenen Meisterprü­fung abhängig gemacht, und alle diejenigen, die die Meisterprüfung in den vergangenen Jahren nicht gemacht haben, müssen sie nachholen. Das allein hätte jedoch nicht genügt, um diesem Handwerk von Grund auf zu helfen, denn es gibt nun einmal 'uviel Friseure. Aus diesem Grunde erließ im Frühjahr 1935 der Reichskommissar für Preisüber­wachung bestimmte Kalkulationsvorschriften, damit wenigstens die Klagen über die dauernde Preis­unterbietung aufhören sollten, und regelte außerdem die Lehrlingsfrage dahin, daß das' Friseurhand­werk nicht mehr soviel Lehrlinge einstellen darf wie früher. Das ist natürlich eine Aufbauarbeit auf sehr lange Sicht, und um den Friseuren jetzt schon wieder zu helfen, veranstaltet der Reichsinnungsverband des Friseurhandwerks regelmäßige Schulungskurse seiner Mitglieder, große Fachwettbewerbe, an denen auch Ausländer teilnehmen, und die auf eine Stei­gerung der Leistungen des Friseurhandwerks durch gute Ausbildung des Nachwuchses hinzielen.

eine Dolkszahl, die bis 1935 auf 46 Millionen wuchs. Frankreichs Volkszahl betrug 1906 ahne Elsaß-Lothringen 39,2 Millionen, 1935 mit

alles genährt hat, was er in feinen Büchern ge­staltete.

Man könnte an Timmermans denken, mit dem man Waggerl verglichen hat, und mit dem er auch in manchem sich berührt, obwohl er feiner inneren Struktur nach bestimmt zarter, weicher und emp­findsamer ist oder sein kann als der Flame. Aus dem letzten seiner Bücher, demWagrainer Tagebuch", hörten wir das KapitelTheater im Dorf". Hier sind wir schon ganz inmitten der klei­nen, sehr in sich abgeschlossenen, bäuerlichen Welt, welche von jeher seine Erzählungen erregt und be­wegt hat. Diese Welt ist so spezifisch süddeutsch im wei­ten Sinne wie sie allgemein-menschlich gültig ist. Hier erleben wir auch eine der beglückendsten We­senszüge im Bilde des Dichters, die gütige und von Herzen kommende Heiterkeit; sie bewährt sich an einem schlechthin unerschöpflichen Motiv, dem un­sterblichen Komödiantentum, das, noch in feiner verdorbensten Form, fast so alt ist wie die Welt. Bezwingend ist hier nun diese innige und über- legen gelenkte, wechselseitige Durchdringung der sehr realen Wirklichkeit und der Welt des'Scheins, die sich unter dem scharfen Blick des Dichters auf eine ungemein aufschlußreiche Weise in der falschen Hin­tergründigkeit ihrer tränenerregenden Wirkungen demaskiert.

Schon hier spürte man übrigens hinter der Ge­lassenheit des Vortrages ein wiederum landschaftlich bedingtes Temperament, das der Lebendigkeit und Vlaftik gerade solcher Szenen ausgezeichnet zustatten kam. Erst recht natürlich jener unvergleichlichen Ge­schichte vom kleinen David, der beinahe keinen Firm- vaten bekommen hätte, aus demJahr des Herrn". Ach, es ist eine herrliche Geschichte, ganz erfüllt van stiller Heiterkeit, von großer Güte und von siebe­vollem Verständnis für die kleinen Freuden und Leiden eines armen und einfachen Kindes auf dem ®orfe. Nicht, daß sich in dieser, an sich umfänglichen szenenreihe schon die ganze Welt der großen bäuer­lichen Erzählung spiegelte es fehlte ganz und mit Bedacht das tödlich ernste und unheimlich finitere Widerspiel dieser im Grunde Hellen und ganz katho­lisch - süddeutschen Welt, auch jene innere Run­dung und Geschlossenheit des ewigen ländlichen Jahreskreises zwischen Aufgang und Niedergang, Aussaat und Ernte. Aber eine Reihe der schönsten und wesentlichsten Gestalten des Romans begegnen uns bicr auf eine Weife, die gewiß jeden, der das Buch noch nicht fmnt. begierig gemacht haben muß es zu lesen. Er wird sich nicht enttäuscht finden

Boch ein kleines Stück aus demWagrainer Tagebuch zum Schluß: es mündete wieder zum Ausgangspunkt zurück und war vielleicht zugleich das persönlichste Bekenntnis, das der Dichter' von sich und seinem Werk insgesamt zu geben ver- n?ochte. Ein schöner und an Eindrücken reicher Abend Die Hörergememde dankte mit herzlichem B-lfall. Hans Thyriot

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ßendem Schwung erfüllt, und hier wird der Tanz zum musikdramatischen Äusdrucksmittel. Und doch läßt dieser so leicht flüssige Stil den Symphoniker Smetana nicht verkennen. Schon die Ouvertüre kann als ein Meisterwerk für sich allein gelten. *

Die Aufführung gab dieser so eng an das Milieu gebundenen Oper ihr Lebenselement mit leuchten­der Farbigkeit der Szenenbilder (Karl Löffler) in malerischer Komposition, die, in sich belebt, Volkstreiben und Festestrubel aufs trefflichste in die Musik hineinspiegelten. So flössen Musik und Darstellung zur Einheit zusammen und rissen durch den inneren Schwung den Hörer mit sich. (Spiel­leitung: Paul W r e d e.) Die vielfachen Tänze (Irm­gard Zenner), ganz aus dem rhythmischen Im­puls geboren, fanden ihr Gegenstück in den Chö­ren (Ernst Bräuer), die, scharf pointierend, die Stimmung der Szene klangschön rundeten und aus­schwingen ließen. Das alles fand sichere Fundie­rung im Orchester. Kapellmeister Hans H. H a m- p e l kennzeichnete mit fachlicher Hand die Vielfäl­tigkeit der musikalischen Einzelsituationen in ihrem reichen Wechsel voll Sprühen, Hingerissensein und mit lyrischem Erfüllen; im 1. Akt hätten die Klang- massen leichte Zurückhaltung erfahren können. Satte, saftige Klangfreudigkeit strahlte aus der Par­titur: besonders aber gaben die Holzbläser ihr bestes im Erlebenlassen dieser unmittelbaren Klangwelt, die in Ursprünglichkeit, unbelastet durch Reflektion, musikantisch ihre Eigenwerte erschloß. Besonderer musikalischer Reiz lag über den fein ausgearbeite­ten Ensemblesätzen in ihrer Individualisierung wie in zusammenfassender Geschlossenheit; wie etwa in dem Quintett der Verwandten (Nur noch ein Weilchen".)

Die Darstellung der einzelnen Gestalten war in Haltung, Geste und Gebärde dem Typus ihres We­sens sorgsam abgelauscht. Vor allem war der Hei­ratsvermittler Kezal (Wilhelm Greif) treffend ge­zeichnet in seinen bestimmenden Einzelzügen, eine Kabinettfigur, in plastischer Lebensnähe, die seine gesangliche Charakterisierungskunst mit musikalischer Bereitschaft und Aufgeschlossenheit verband.

Den Hans hatte Heinz Janßen vom Hessischen Landestheater Darmstadt übernommen; er bewies sich als ein Sänger von vornehmem Stil und volu­minöser Fülle des Tones, der sich namentlich in dem Duett des zweiten Aktes siegreich, heldisch entfaltete, aber ebenso im Duett mit Maria lyrisch warm der inneren Haltung entsprach. Sein Spiel, namentlich im letzten Akt, war sich der Ueberlegen- heit der Vorausschau kommender Ereignisse bewußt.

Maria Perry stattete die Marie mit Zügen weiblicher Weichheit und gewinnender Anmut aus. Im Duett mit Wenzel war sie nicht ohne natürliche.

Goeibe-Bund.

Dichter-Abend: Karl Heinrich Waggerl.

Der dritte der vom Goethe-Bund zusammen mit dem Kaufmännischen Verein veranstalteten Dichter- Abende war dem Werke des Salzburgers Karl Hein­rich Waggerl gewidmet. Den Lesern des Feuille­tons und der Familienblätter ist Waggerl nicht mehr fremd: wir haben uns feit langem und aus innerster Ueberzeugung für diesen Dichter eingesetzt, eine Reihe kleinerer Erzählungen von ihm und vor nicht langer Zeit den RomanDas Jahr des Herrn" in der Unterhaltungsbeilage veröffentlicht, der uns als die Krone und das leuchtende Herzstück feines Schaffens erscheint; auch alle seine Bücher, vom Brot" bis zum kleinenWagrainer Tagebuch", sind an bie-fer Stelle gewürdigt worden, und jeder, der auf solche Weise nicht völlig fremd und unvorbe­reitet die persönliche Begegnung mit Waggerl er­lebte, wird, wie wir glauben, mit dopeltem Genuß die Eindrücke dieses Abends in sich aufgenommen haben.

Waggerl begann feine Vorlesung mit dem kleinen ProsastückLob der Wiese", und von Anfang ent­sprach der warme, tiefe und volle Klang der ge­lassenen Stimme dem Stil und dem Wesensbilde, das sich, mit geringen Abwandlungen, aus allen seinen Büchern entwickeln läßt. Die Liebe zu den kleinen Dingen der Welt, eine einfache Verbunden­heit mit der Natur, mit Blumen, Gräsern und Käfern spricht sich hier in klaren und schlichten Worten aus: da ist nichts gemacht oder anemp­funden, sondern alles erlebt und gesehen, und alles mündet auch ganz selbstverständlich ein in den süd­deutsch-österreichischen Lebenskreis dem Wagerl (was er schon in Sprachklang und Betonung nicht verleugnen könnte) entstammt, und der bisher noch

536 ®?riUjone.n- Den größten Teil Australiens e^'aPt der Australische Staatenbund mit 7,7 Ge- Dtertfilornetern, der als solcher zum Britischen Reich gehört; die Bevölkerung beträgt nur 6,6 Millionen.

kommen die Südseeinseln sowie Neuseeland mit einer Bevölkerung, die nur etwas dichter ist als im Australischen Bund. In diesem Staatenbund leben überhaupt nur 0,80 auf dem Geoiertkilome- :.er' f? daß die Siedlungsmöglichkeiten für das uberoolferte Europa nahezu unbegrenzt erscheinen mutzten. Daß sie es nicht sind, wissen wir; allein auch hier gilt, daß die Aufschließung nicht außer­halb der technischen Entwicklung liegt.

Wie wird sich nun der Volksdruck auswir­ken, wenn, immer von Europa aus gesehen, der 1Yn,<^un$ Lauf gelassen wird? Es ist ja nicht nur Australien allein, das im Raumbereich des Fernen Ostens liegt; es sind auch die Sunda- Jnfeln, vor allem Niederländisch-Jndien, dle mit ihren fast 2 Millionen Geviertkilometern unb einer Bevölkerung von 61 Millionen wenn "lcht als Siedlungsland, so doch als Rohstoffgebiete und Absatzmärkte einen starken Reiz ausüben. Nun bat Japan seit den 40 Jahren, in denen es im

Osten politisch und wirtschaftlich, aber auch militärisch aufgetreten ist, immer im Sinne jener japanischen Kampfart gehandelt, die zunächst zwei Schritte zurück macht, um bann drei Schritte mit aller Kraft nach vorwärts zu tun. Mit dieser Kampf- ?rt hat sich Japan 1895 nach dem Kriege mit China !{J Shimonoseki dem Machtspruch der eingreifenden Großmächte gebeugt, hat es neun Jahre später die Mandschurei den Russen weggenommen, um im Großen Kriege auf die Seite Englands und Frank­reichs zu treten, alles deshalb, um im Fernen Osten mittelbar oder unmittelbar freie Hand zu be­kommen. Das gelang nicht, denn der Versuch, China 1917 buchstäblich zu überrumpeln, scheiterte am Widerspruch der angelsächsischen Mächte und Frank­reichs, wozu damals auch noch Rußland kam. Japan hat weiter gewartet, ging wieder nach bewährter Kampfart zwei Schritte zurück, um zu gegebener Zeit Mandfchukuo zu gründen, sowie über die Große Mauer bis an die Grenzen derAeußeren Mongolei vorzustoßen.

46,7 Millionen Menschen gezählt, in Korea und f Formosa 12,5 Millionen. Im Jahre 1935 gab

Groh. (JachniM BaunM Gartapd Nähe Weg,M ob. Lck, zu vachlch auch M ein. gM anst.

Wenn wir einmalganz groß" ausgehen wollen, bann gehen wir vorher zum Friseur, lassen uns rasieren, frisieren ober onbuüeren manch­mal auch maniküren und dergleichen. Es ist bezeich­nend für unsere Zeit, daß wir diesebesseren" Künste des Friseurs eigentlich nur noch bei beson­deren Gelegenheiten in Anspruch nehmen, denn noch unsere Mutter ging in der Woche mindestens einmal zum Friseur und ließ sich die Haare wa­schen und ondulieren; unser Vater ging wenn nicht schon öfter wochentags bann doch bestimmt am Sonntagvormittag zum Rasieren, ließ sich bei

instinktive Frauenlift; es war ihr gegeben, mit v.v....v______,v ihrem Schicksal Mitgefühl zu erwecken. Von seeli-

nb/ Die Unale 'de'r^einzelnen Äkte sind mit hinrei-1 scher Inbrunst war die Arie des letzten Aktes ge-

bes°nde^M

der Gelegenheit den Bart beschneiden, bas Haar sonntäglich frisieren und hatte zudem seine gemüt­liche Plauderstunde mit den Nachbarn über allerlei Neuigkeiten. Das ist nun im wesentlichen vorbei wir tragen kaum noch Perücken oder falsche Zöpfe, wir haben uns die Haare kurz schneiden lassen und röfteren uns morgens selbst.

Wir spüren diesen scharfen Umschwung deutlich in der wirtschaftlichen Entwicklung des Frise urh and werks, das alle diese Arbeiten bis 1929 noch mit insgesamt rund 55 000 Betrieben bewältigte, in denen etwa 120 000 Meister, Gesellen und Lehrlinge arbeiteten. Damals wurden jedoch auch bei uns derHerrenschnitt" und derBubi­kopf" modern und deshalb hatten die Friseure plötz­lich eine Menge zu tun. Es wurden mehr Lehrlinge eingestellt, vorwärtsstrebende Gesellen machten sich selbständig. Wir wollen schließlich auch nicht ver­gessen, daß der Friseurberuf auch heute noch als einsauberer" Beruf gilt, und vor allem aus die­sem Grunde damals von der männlichen und weib­lichen Jugend mehr bevorzugt wurde als die Hand- werksberufe, in denen man körperlich schwer ar­beiten muß. Außerdem kann man sich in diesem Handwerkszweig sehr schnell selbständig machen, denn man braucht keine kostspieligen Maschinen, und den Kunden kann man zur Not in dessen Wohnung selbst bedienen.

Als aber alle Zöpfe abgeschnitten waren, ging der Arbeitsanfall sehr schnell zurück, denn nun

Gießener Gtaditheater.

Friedrich Smetana:Die verkaufte Braut'

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M, Fernruf U einem ob einet J ,®=i=nfcto| o Schulauzjü ' und Feiertages e Verteilung

teilt at- icht ihrung hinen- Schr. unter i.@iefe. erbet.

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Das alles ist Raumpolitik unter Volks­druck, denn worauf es ankommt, ist Siedlungs­land zu schaffen, das nicht nur die auf den japa­nischen Inseln stark wachsende Bevölkerung auf­nehmen kann, sondern sehr wahrscheinlich auch über gewaltige Rohstoffvorkommen verfügt. Es kann aber fein, daß sich dies Siedlungsland klimatisch oder aus anderen Gründen, die vielleicht militäri­scher Natur sein können, nicht eignet, so daß wie­der die Jagd nach Siedlungsland in anderer Rich­tung aufgenommen werden muß. Wir wissen heute nicht weniger, baß die Raumverteilung im Fernen Osten gewiß auch aus Gründen wirtschaftlicher und handelspolitischer Beziehungen, wie die Eroberung Indiens vor sich gegangen ist, daß aber auch später reine Machtpolitik eine Rolle gespielt hat, wie bei der Eroberung und Gründung Indo­ch i n a s. Es läßt sich weiter nicht verkennen, daß die Streitfragen des Fernen Ostens raumpolitisch über die Sunda-Jnseln bis nach dem Nahen Osten und bis nach Afrika hinübergreifen. Hier zeigt sich wieder, daß diese Raumverteilung vielfach getra­gen ist von Vorstellungen, die machtpolitisch aus dem 19., sogar aus dem 18. Jahrhundert stammen, , . die aber heute sich nicht mehr mit der Lagerung der

vielmehr Siedlungsland. Im Fernen Osten ist wirklichen Kräfte decken. Die Frage kann einmal bedeutsam, sogar lebenswichttg für Europa fein, denn es gilt, die Raumverteilung auch für Europa als Gesamtbegriff unter dem Volksdruck schon aus Gründen der Siedlung und der Rohstoffe zu verteidigen und zu sichern.

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durch atteDuchhM nun einmal durch Natur und Geschichte alles un- WeilOllili Aich verteilt, so daß Japan im Kern auf seine inilllllllllllllllllllllll I übervölkerten Inseln beschränkt ist, während im Silben die ungeheuren Ländermassen Australiens mb des indischen Archipels zwar nicht herrenlos, iber dünn bevölkert sind. Australien, das 8,5 Millionen Geviertkilometer umfaßt zum Ver- lIleich: Europa etwa 10 Millionen zählt nur iine Bevölkerung von zehn Millionen, Europa da-

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