546 D
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 74 aus statt.
Wieseck, 26. Januar 1937.
In tiefer Trauer:
Frau Marie Rau Wwe., geb. Schomber Familie Otto Schomber Familie Karl Schomber Ernst Schomber und Frau.
Nach kurzer, -schwerer Krankheit entschlief heute unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Katharine Schomber Witwe
geb. Schäfer im Alter von 63 Jahren.
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Der russische sich gerne als reich, in dem er in erreichbarer statt haust.
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darf — wie denn das Oldeani, nach den Versicherungen der dortigen Pflanzer, von Nashörnern wimmeln soll.
An dieser Stelle soll nur von den zwei deutschen Schulen gesprochen werden, die der Verfasser selbst kennen gelernt hat, nämlich von der deutschen Schule in Lushoto auf dem Westusambara-Ge- birge und der deutschen Schule auf d e m Olde- oni-Hochland, die schon seit 1931 besteht. Beide Schulen liegen sehr hoch, 1500 bzw. 1800 Meter, worauf bei den Turnübungen viel Rücksicht genommen werden muß; aber der Aufenthalt dort oben ist so gesund, wie er in Afrika nur sein kann.
Auf dem Oldcani-Hochland, das sich ungefähr 150 Kilometer westlich des Meru-Berges erhebt und die Massai-Steppe von der Serengeti scheidet, sitzen nach Angabe der dortigen Einwohner 7 0 Pflanzer-Familien, an Seelen ungefähr 300 Weiße, von denen über 95 v.H. Deutsche sind. Unsere Safari in Stärke von drei Autos mit elf Insassen platzte völlig unvorbereitet in die Schule hinein, eine halbe Stunde vorher war uns selbst noch nicht klar, daß wir die Schule besuchen würden. Es war also keine Rede davon, daß sie etwa für Besuch hergerichtet sein konnte; wir fanden sie aber trotzdem in einer deutschen, d. h. mustergültigen Ordnung vor. _________________________
getreten. Die Jungen, die stets stramm stehen, wenn der Lehrer oder sonst ein Erwachsener mit ihnen redet, zeigen die Hände her, ob sie gut gewaschen sind, und dann geht es zu zweien eingeschwenkt aus dem Haus hinaus in den sinkenden Abend hinüber zur alten Schule, die jetzt Mädcheninternat ist, mm Abendessen. Die alte Schule macht, mit ihrem Hof voll Geflügel, um den die Gebäude auf drei Seiten herurnftehen, mehr den Eindruck em es Bauernhofes, als den einer Schule, und wenn auch die Unterbringung der Kinder hier sauber ist, überall Blumen auf den Tischen standen und die Wände nett dekoriert waren, so ist sie doch, mit europäischen Augen gesehen, denkbar primitiv so daß es vollauf berechtigt erscheint, wenn neben dem neuen Schulgebäude sich bereits die Grundmauern eines zweiten Gebäudes zu erheben beginnen, in dem später 50 bis 60 Mädchen Unterkunft finden sollen. Ueberdies wird diese spartanische Einfachheit den Kindern durchaus nicht als etwas Besonderes erscheinen, wohnen doch alle Pflanzer, soweit sie es vernünftig anfangen, die ersten Monate in Afrika sogar nur im Zelt oder in einer schnell aufgeführten Lehmhütte.
Die Schule, die bis zur Untersekunda geht, beherbergt heute etwa 50 Kinder, darunter etliche, deren Eltern in Dar es Salaam oder gar in Beira, in Portugiesisch-Ostafrika wohnen, also sehr weit von hier. Der Unterricht dauert im allgemeinen von 7.30 bis 12.30 Uhr, wobei man berücksichtigen muß, daß man in diesem vergleichsweise kühlen Klima doch nicht solche Anforderungen an die Kinder stellen darf wie in Europa, denn man ist trotz allem immer noch in den Tropen. Die Ferien sind lang, wegen der weiten Wege, die die Kinder teilweise bis zum Wohnsitz ihrer Eltern haben, und möglichst so gelegt, daß sie in die trockenen Zeiten fallen, nämlich vom 15. Juni bis 15. Oktober und vom 10. Dezember bis 15. Januar. Im Gegensatz zu den englischen Schulen gibt diese Schule, wie auch die auf dem Oldeani, keinen Unterricht in Kisuaheli, der Umgangssprache mit den Farbigen. Zwei Engländer und vier Schweizer besuchten sie; sie ist also f a st rein deutsch.
Auf einem Wiesenhügel, der weit ins Land schaut, luftig und frei nach allen Seiten, steht em für dortige Verhältnisse ziemlich großes, einstöckiges Gebäude, aus zwei Flügeln bestehend und einer schmalen, überdachten Eingangshalle in der Mitte, unter der der Stundenplan angebracht ist. Er enthielt Bemerkungen wie Mittagsbettruhe, viele Stunden Deutsch und Englisch, Heimatkunde, dazu Physik, Chemie, Mathematik und Latein, kurz alles, was zu einer höheren Schule gehört. Dor dem Hause auf einer Art Sportplatz spielten etwa sieben oder acht größere Mädchen Ball, begrüßten uns sehr höflich und wohlerzogen und ließen sich dann nicht weiter stören. Es wird, wie ich auf beiden Schulen feststellen konnte, sehr auf sportliche Betätigung und auf einen gewissen Drill gesehen, damit die Jugend Disziplin lernt. Eine besondere afrikanische Regel dieser Disziplin lautet übrigens: nie ohne H ut ins Freie. Die Mädchen hatten denn auch, obwohl es erst gegen 9 Uhr morgens und der Himmel dicht bedeckt war, ihre doppelten Filzhute auf. Schon nach dem Wecken um 6 Uhr finden zehn Minuten Körperschule statt.
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Aber Schwierigkeiten hin, Entbehrungen her: Auch hier, sah man, wird das Beste geleistet, was die verfügbaren Mittel und die persönlichen Kräfte hergeben wollen, mit dem großen Ziel im Auge: für Deutschland.
Die innere Einrichtung der Schule war denkbar einfach und sehr sinnvoll. Links die Mädchen, rechts die Jungen, in der Mitte die Aula, die an der einen Schmalwand einen einfachen Altar aufwies, an der andern das Bild des Führers und ein Hakenkreuz. An dem dort stehenden Klavier übte ein Mädchen, ließ sich aber durch uns auch nicht stören. Im Klassenzimmer des linken Flügels schrieben die kleinen Mädchen gerade, unter Leitung des Lehrers, der tadellos sauber gekleidet war, hier mitten in der Wildnis, das Märchen vom Dornröschen auf, das also den deutschen Kindern im afrikanischen Pari nicht verlorengeht; rechts die Jungen in ihrer Klasse waren gerade mit irgendetwas Physikalischem beschäftigt, an der Wand hingen Unterrichtstafeln, darunter eine Darstellung des Werdegangs der deutschen Kunstseide. Dreizehn Kinder sind auf dem Oldeani im vorigen Jahr neu geboren worden, und in der Schule waren dreißig. Unten in einer Senke, etwa 100 Meter tiefer, konnte man das Wirtschaftsgebäude sehen. Das bedingt einen täglich mehrmals zu machenden Spaziergang, der ebenfalls für die nötige Bewegung sorgt, aber zur Regenzeit manchmal peinlich wird. Die Schlafräume der Kinder waren hoch und sehr hell, fo daß man trotz des sehr trüben Wetters Innenaufnahmen aus freier Hand machen konnte, einige der Betten standen übereinander. Der gemeinsame Was chraum enthielt eine große Zahl im Zement eingelassener Waschbecken und war geradezu militärisch sauber aufgeräumt. Jede Zahnbürste, jedes Handtuch lag am gehörigen Platz. So kurz unser Aufenthalt war, so nahmen wir doch die Ueberzeugung mit, daß hier im afrikanischen Pari die deutschen Kinder zu Deutschen erzogen werden, und zwar in einer modernen und durchaus den Richtlinien des neuen Deutsch-
Das neue Schulgebäude liegt schön und stattlich kurz vor dem Ort Lushoto. Man sieht es hell glänzend auf der andern Stzite des kleinen Tales liegen, wenn man von Mombo, aus der Steppe, nach Lushoto hinaufkommt, auf einer Straße, deren besonders gute, völlig europäische Bauart sich dadurch erklärt, daß sie noch von den Deutschen angelegt ist. — Es war erstaunlich zu sehen, mit welcher Liebe und mit welchem architektonischen Verständnis der den Schulbau leitende deutsche Farmer das von einem der Deutschen in der Umgegend geschenkte Terrain behandelte, um einen großen schönen Freiplatz für die gendlichen Turnübungen aus dem ziemlich steil zu dem kleinen Bach auf der Talsohle abfallenden Abhang herauszusparen, wie er sich Schritt für Schritt in den Urwald auf dem Hügel über dem Schulgebäude hineinarbeitete, um ihn zu einer entzückenden Parkanlage zu machen, indem er die schönsten Bäume und Baumgruppen jeweils stehen ließ, nachdem er sie von den Baumwürgem befreit hatte. Der Bach auf dem Talgrund sollte weiter oben aufgestaut werden, um einen Bade - platz zu bekommen und um ein kleines Kraftwerk für die Beleuchtung der Gebäude anlegen zu können. — Es ist, bei der Kargheit der Mittel auf diesen Schulen, immer sehr schwer und hält auch auf dieser sehr schwer, dem die Schule zusammen mit seiner Frau leitenden Lehrer eine kleine, abgeschlossene Wohnung zu schaffen, wo er sich des Abends von dem aufreibenden Zusammensein mit den vielen Kindern etwas erholen kann. Das zeigt sehr deutlich die Schwierigkeiten, die es für die Lehrer auf diesen doch so wichtigen Posten auf sich zu nehmen gilt.
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Die Großwetterlage befindet sich in einer Umgestaltung, während sich der Schwerpunkt des hohen Luftdrucks mehr und mehr oon Ost- nach Nordeuropa verlagert, die die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit nach Süden abdrängt. Mit dieser Entwicklung kommt auch der Zustrom kühlerer Meeresluft, der über Ost- und Südwestdeutschland Tauwetter' brachte, zum Stillstand. Es kann erwartet werden, daß auch in diesen Gebieten die von Norden nach Osten in Deutchland vordringende Kaltluft sich mehr und mehr durchsetzt.
Aussichten für Donnerstag: Veränderlich, mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch ein- zelne Niederschläge, voraussichtlich auch in den Niederungen Schnee, meist nördliche bis westliche Winde, leichter bis mäßiger Frost.
Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus Nord bis Ost Fortdauer der leicht unbeständigen und kalten Witterung.
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Vogelsberg, Herchenhainer Höhe: Heiter, — 5 Grad, 27 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 12 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten sehr gut. Hochwaldhausen: Bedeckt, —6 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut.
Sauerland, Winterberg: Nebel, — 3 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neu- 1 schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeiten gut.
Rhön, Wasserkuppe: Heiter, —4 Grad, 26 cm Gesamtschneehöhe, 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, , Sportmöglicheiten sehr gut.
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Deutsche Schulen in Deutsch-Ostaftika
Don Dr. Erich R Seilpflug.
Es ist eine bekannte Regel für alle in den Tropen lebenden Weißen, daß sie ihre Kinder nach Möglichkeit vorn 6. bis 8. Jahre ab nach Europa in ein Internat schicken sollen, um ihnen dort die nötige Schulbildung zuteil werden zu lassen. Die Gründe sind vielfältig. Die gewichtigsten liegen im Klima und der Gefährdung der Gesundheit durch d i e Tropen, ein Grund, der allerdings in den Hochländern des alten Deutsch-Ost- afrika fast wegfällt. Sodann wachsen die jungen Menschen unter der tropischen Sonne zu schnell heran, werden frühreif. „Unsere 12jährigen haben oft schon das Körpergewicht und die Größe eines 16jährigen daheim", sagte mir der Lehrer der Oldeani-Schule. In einem vielfach noch wilden Lande mit seinem ungebundenen Leben, in dem die jungen Weißen der herrschenden Kaste angehören und oon klein auf gewöhnt sind, sich bedienen zu lassen, lernen die jungen Menschen nicht, sich unterzuordnen, zu gehorchen, und sind, wenn sie ein Unstern dann für dauernd nach Europa verbannt, meist untauglich für unser Leben hier. Dem Vorteil der Erziehung in Europa steht allerdings der Nachteil entgegen, daß die Kinder jahrelang von den Eltern getrennt sind, so daß besonders in den gesunden Teilen des Landes viele Eltern sich nicht entschließen können, ihre Kinder nach Europa ober Südafrika zu schicken, von ben hohen Kosten ganz abgesehen, die das verursacht.
So bestehen im Tanganjika-Territorium, dem alten Deutsch-Ostafrika, eine ganze Anzahl von Schulen für Weiße, für die die Regierung jährlich 11 000 Pfund ausgibt, ebenso viel wie für die Jnderschulen im Lande, wogegen aUerbings die Negerschulen 71 000 Pfund kosten. Es bestehen für Weiße im Mandat 13 Schulen, deren Schülerzahl 1933 mit 462 angegen wurde. Unter diesen befanden sich fünfdeutsche Schulen mit insgesamt 152 Schülern im Jahre 1934, wobei ich bemerken mochte, daß ich die Kinder der Ostafrika-Deutfchen regelmäßig sehr gut Deutsch, aber mit gleicher Geläufigkeit auch Englisch habe sprechen hören.
Ausgesprochen deutsche Schulen bestehen natürlich nur in den Gebieten, wo genügend deutsche Familien in der Umgebung sitzen. Bei der Errichtung der Schulen ist aber immer ein hemmender und ziemliche Mehrkosten verursachender Umstand im Spiele: die Schulen müssen, von wenigen Orten abgesehen, Snternattf fein, da die Schulwege oft viele Meilen betragen würden und durch völliges Pori, völlige Wildnis führen, durch die man kleinere Kinder unter keinen Umständen schicken
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Die deutsche Schule in Lushoto auf den West- Usambara-Bergen liegt nicht so weltabgeschieden, ihr Charakter ist durch die Nähe eines größeren Ortes bedingt. Sie liegt außerdem in einer fast deutschen Umgebung: das Land da oben erinnert lebhaft an das obere Riesengebirge. Sicher ist sie ebenso bedeutungsvoll, vielleicht noch bedeutungsvoller als die Oldeani-Schule, und wenn ich sie trotzdem ein wenig stiefmütterlich behandeln sollte, so darum, weil wir sie gerade im Umbau antrafen und eigentlich mehr die Sorgen des Lehrers und der den Umbau leitenden deutschen Pflanzer miterlebten als ben Schulbetrieb, in dem zwar schon bezogenen und feierlich eingeweihten, aber noch immer im Ausbau befindlichen neuen Gebäude mit feinem soliden Mauerwerk und einem Dach aus Zementziegeln (nicht aus Wellblech). Außerdem wurde gerade, nach einem schrillen Pfiff des Lehrers auf einer Pfeife, in dem breiten Korridor an-
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