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Dividende an.

Nr. 120 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Donnerstag, 27. Mi 1937

schauspielerische Leistung zuteil wurde. Clark Gable ist der Leutnant Christians, Laughtons Gegen­spieler, männlich und menschlich zugleich, knapp und trocken, wie man ihn kennt; ihm gehören alle Sympathien des Zuschauers, wenn er das Kom­mando auf derBounty" an sich reißt, und auch das Jyll unter Palmen wird ihm jedermann ge­gönnt haben. Im Beiprogramm sieht man die neue Fox-Tonwoche mit Bildern von der Feier des 1. Mai in Berlin. Hans Thyriot.

Der in den Ardennen.

Von den Pariser Gerichten wurde kürzlich die Sache eines ungarischen Arbeiters Joseph Kovacs entschieden, der zum glücklichen Besitzer eines großen von ihm gefundenen Schatzes geworden ist. Der arme Holzfäller hatte sich nach Frankreich begeben, um dort Arbeit zu suchen. Er war in den Wäldern der Ardennen mit anderen beschäftigt, einen riesigen Baumstamm zu durchsägen, als er plötzlich in dessen Inneren eine große eiserne Kassette entdeckte. Da in dieser Gegend, in der im Weltkrieg heftige Kämpfe stattgefunden hatten, noch häufig Granaten und Bomben gefunden wurden, die nicht explodiert und hier liegengeblieben waren, so glaubte Kovacs größte Vorsicht 'anwenden zu müssen, und er zog mit Unterstützung seiner Arbeitsgenossen die Kassette, die von den Baumfasern dicht umschlungen war, mit großer Mühe heraus und setzte sie, wie er es nach den Weisungen der leitenden Beamten tun mußte, in einen nahen Bergbach. Während der Nacht konnte er infolge des Abenteuers keinen Schlaf finden und kehrte zu dem Bach zurück, fischte die Kassette wieder heraus und trug sie nach Hause. Nach stundenlanger Anstrengung gelang es ihm, sie zu öffnen, und nun stand er fast geblendet vor einem Haufen Brillanten, Smaragden, Diamanten und kostbaren Halsgeschmeiden, die einen großen Wert darstellten

Wem dieser Schatz einmal gehört hat, konnte nicht mehr festgestellt werden. Man nimmt an, daß die früheren Besitzer, die ihn in dem Baume ver­borgen hatten, in der Kriegszeit selbst den Tod ge­funden haben, so daß sie ihn nicht wieder abholen konnten. Das Pariser Gericht hat alle üblichen Mittel angewandt, den rechtmäßigen Besitzer auf­zufinden, aber die gesetzliche Frist ist verstrichen, ohne daß sich jemand gemeldet hat Die Kameraden von Kovacs haben versucht, durchzusetzen, daß der Schatz unter ihnen geteilt würde, da sie ja bei der Entdeckung zugegen waren. Das Gericht hat ihren Anspruch jedoch abgewiesen, so daß der kostbare Schatz, dessen Wert auf eine Million Franken ge­schätzt wird, jetzt endgültig in den Besitz von Kovacs übergegangen ist. _

116er üben zum Wehrsportfest in Gießen.

Mit der Kamera beim Training der Wetikampfmannschasten unseres Regiments 116 auf dem Trieb. Ein kleiner Bildausschnitt aus den Vorbereitungen des vielseitigen Sportprogramms für das Wehrfportfest am nächsten Sonntag.

Links: Soldaten bauen Pyramiden. Rechts: Medizinballspiel. (Aufnahmen [4]: Pfaff Rachf., Gießen.)

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Links:Reiterschlacht" um Mützen. Rechts: Der Sprung über den fahrenden Motorradler.

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entschieden wird. Das Wintersemester beginnt am 20. Oktober 1937.

Ohne Schwimmen kein BDM -Leistungsabzeichen.

Aus der Stadt Gießen.

3m Borüberfahren.

Im Vorüberfahren gibt es so viel kleine Erleb- niste, Sekundenausschnitte aus dem bunten Dasein.

Ein kleiner Knirps steht vor einer Häuserwand, die in der Hitze glüht; er schaut hinab ins Tal und sieht, wie da unten ein weißer Dampfer stromauf­wärts mahlt. Schaut er nach dem Kaptän? Will er einer werden?

Aus einem parkenden Wagen guckt ein junges Mädchen uns nach, einen Augenblick dreht man sich um, denn das Mädchen ist schön und es ist keine Schande, sich nach allem, was schön ist, umzu- schauen da hebt das Mädchen die Hand und winkt man ist schon weiter.

Man schaut in ein Wirtshausfenster. Die Gast­stube liegt kühl und voller Schatten. Zwei Männer sitzen an einem Tisch. Man sieht im Vorbeifahren doch noch: ein Oefchen, glimmerfarben angestrichen, die gelbgelackten Tische, Zeitungen im Halter, eine Vereinstafel, die Bierhähne, die Wirtschaft hat eine eigene Art von Gemütlichkeit. Sollte man nicht ...? Vorbei.

Vorbei und ein bildschöner Barsoy steht auf der Terrasse eines gelben Landhauses, zwischen Gly­zinen und wie verrückt duftenden Akazien und schaut uns mit seinem schmalen Kopf eine Weile unbewegt nach. Vorbei und in einem Vorgarten stehen jetzt blaßblaue Schwertlilien, vorbei, vorbei.

Wolken fliegen über die Landschaft. Der gelbe Raps blüht. Ein Radfahrer hetzt hinter einem an­deren her, schon von weitem ruft er und schreit und der vordere Fahrer springt jetzt ab und die zwei Leute gehen jetzt aufeinander zu, was ist passiert, was haben sie sich zu sagen? Vorbei.

Durch einen Garten geht eine junge Frau und gießt die Blumen. Es ist so heiß. Häuser stehen geheimnisreich mit geschlossenen Läden und verwil­derten Gärten. Kam nicht ein Lachen aus so einem Haus?

Vorbei. r. k.

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Die ganz großen Torheiten".Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Meu­terei auf der Bounty".

Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.

Am morgigen Freitagabend Vortrag von Prof. A n k e l mit Lichtbildern.

Zweisemestrige Grundausbildung der Lehrer an höheren Schulen.

NSG. Im Zuge der Vereinheitlichung der Lehrer­bildung im Reiche hat die Hessische Landesregierung bestimmt, daß vom Herbst dieses Jahres ab auch die künftigen Lehrer an höheren Schulen zwei Semester an der Hochschule für Lehrerbildung zu Darmstadt studieren. Damit hat sich Hessen der Regelung der übrigen Länder angeschlossen und den Grund zur Schaffung eines einheitlichen Erzieherstandes gelegt.

Die Meldungen zum Studium für das Lehramt an den höheren Schulen in Hessen sind bis späte­stens 31. Juli 1937 zu richten an den Herrn Reichs­statthalter in Hessen Landesregierung Abtei­lung VII, Darmstadt, Peter-Gemelnder-Straße 3.

Dem Gesuch um Zulassung zum Studium sind folgende Anlagen beizufügen: ein ausführlicher, eigenhändig geschriebener Lebenslauf mit Angabe des Religionsbekenntnisses. Drei Lichtbilder aus jüngster Zeit 2 ^Vorderansichten und 1 Seiten­ansicht mit Namen. Darstellung in bürgerlicher Kleidung, nicht in Uniform. Ein kreisärztliches Ge­sundheitszeugnis. (Vordruck ist bei der Geschäftsstelle der Hochschule für Lehrerbildung, Darmstadt, Bal­lonplatz 1, zu erhalten.) Reichsangeliörigkeitsausweis. Eine beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses. Den Nachweis der arischen Abstammung (Geburts-

urkunde des Bewerbers, Heiratsurkunde der Eltern, sowie der Großeltern, oder Geburtsurkunden der Großeltern, und zwar sämtlich mit Angabe des Re­ligionsbekenntnisses der Betreffenden.) Leistungs­zeugnisse und Nachweise über Zugehörigkeit und Betätigung in Partei, HI., BDM., SA., SS., NSKK., DLV. usw., über abgeleisteten Arbeitsdienst (Arbeitspaß). Nachweise über etwaige zwischen der Reifeprüfung und dem Zeitpunkt des Aufnahme­gesuchs ausgeübte Beschäftigungen. Ein polizeiliches Führungszeugnis für die Zeit seit dem Abgang von der Schule. Stempelgebühr von 1,50 RM (hessische Stempelmarken oder in bar, jedoch keine Briefmar­ken). Genaue Anschrift (Wohnort. Straße und Hausnummer).

Das Studium an der Hochschule für Lehrerbildung ist gebührenfrei. Es empfiehlt sich, die Bewerbung sobald als möglich einzureichen. Anfang Oktober fin­det ein Aufnahmelager statt, in dem über die end­gültige Zulassung zu der zweisemestrigen Grund­ausbildung an der Hochschule für Lehrerbildung

NSG. Jedes BDM.-Mädel, vor allem aber jede Führerin, ist sofern sie von der Aerztin für tauglich" erklärt wurde verpflichtet, das Lei­stungsabzeichen des BDM. zu erwerben. Unter den hierfür vorgeschriebenen Leistungen, wie Lauf, Hoch- und Weitsprung, Ballweitwerfen, Kugelstoßen und Wandern, nimmt das Schwimmen eine ganz we­sentliche Rolle ein. So sind als Mindestleistung vor­geschrieben: 200-Meter-Schwimmen und Sprung von Drei-Meter-Brett, der wo ein solches fehlt auch durch ein 10 Meter Strecken-Tauchen ersetzt werden kann.

Aus diesen Forderungen geht klar hervor, welche große Bedeutung der BDM. dem Schwimmsport beimißt, der.wie kein anderer geeignet ist, zu Mut

und Ausdauer zu erziehen, den Körper durchzu­bilden und abzuhärten.

In diesen Wochen werden darum für die Jung- mädel Sondersportdienstgruppen für Schwimmen gebildet, denn gerade die Altersstufen von 10 bis 14 Jahren sind am entwicklungsfähigsten. Außer­dem nehmen gute Schwimerinnen aus dem BDM. an den Kursen der DLRG. teil, um den Grund- und Lehrschein für Rettungsschwimmen zu er­werben.

Einen weiteren Fortschritt in der 932)^.=(5port:- arbeit bedeutet es, daß einige Untergaue auf ihren

wie stock kann man bräunen?

Nun - da gibfs keine feste Skala;

die natürliche Veranlagung ent­scheidet! Fest steht aber, daß Sie dasBraunwerden" ganz wesentlich fördern, wenn Sie sich vor jeder Sonnenbestrah­

lung gut mit Nivea einreiben.

Mozarts Vater.

Zum 150. Todestage am 28. Mai

Leopold Mozart traf das harte Schicksal, das sonst immer nur den Kindern großer Manner widerfährt: er stand im Schatten seines berühmten Sohnes Wolfgang, und sein Schaffen verblaßte vor dcm Ruhme des Genies. Es ist ja bekannt, was Wolfgang der strengen musikalischen Erziehung seines Vaters verdankt. Fleißiges Studium und die unerbittliche Härte des Vaters ließen m Dem Wunderkinde" den Genius bald zum vollen Durch­bruch kommen. Wohl selten hat ein Vater so klar die Bestimmung seines Kindes erkannt und sich. von Anfang an mit liebevollster Sorgfalt seiner Forde­rung und Leitung hingegeben. Aber neben dieser, seiner Lebensaufgabe stand das eigene Schaffen oes hervorragenden Mannes.

Leopold Mozart war 1719 in Augsburg als Sohn eines Buchbinders geboren. In Salzburg hatte er zunächst Jurisprudenz studiert, sich bald aber dem Studium der Musik gewidmet. Als Violinspieler gab er zunächst Privatunterricht, wurde aber bereits 1743 Hofvivlinist des Fürstbischofs von Salzburg. Kurze Zeit danach übernahm er auch die Leitung des fürstlichen Orchesters. Seine langjähriger Er­fahrungen und Studien legte er m fernerGründ­lichen Violinschule" nieder, die 1756 zum ersten Male im Druck erschien. Das Werk war mit zahl­reichen Notenbeispielen und Uebungsstucken ausge­stattet Mozart charakterisierte es selbst als das erste und einziae dieser Art. Bereits 1769 erschien eine zweite Auflage. Leider konnte Vater Mozart nicht in vollem Umfange die Früchte seiner ßebrarbeit genießen, da das Werk viele Nachahmungen er lebte. Einen bedeutenden Teil seines Schaffens wohl den wichtigsten, nehmen die Programmustken em. Va­ter Momrt kann als Gründer der deusichen Pro- arammustk gelten. Die Realistik der Darstellung läßt keinen Wunsch offen. In derMusikalischen Schlittenfahrt", die im 18 Jahrhundert wohl über­all gespielt wurde, schreibt Mozart nebenSchel­lengeläute" und Peitschen auch das Klimpern nut Geldbeuteln und Knollen mit zusammengefaltetem Papier vor. Das zwölfsätzige Werk schildert nicht nurP bL faufenbe Schlittenfahrt onbern natu rat- trp,. :psp einzelne Phase eines solchen Erlebnisses, das Schütteln und Schnaufen ber Pferde aber bas var Kalte klappernbe Frauenzimmer^ Zu eber dieser Rroarammusiken schrieb Vater Mozart |eiD) auskübrUck die Anweisungen und Erklärungen, ganz wie wir üe in den Programmustken ^rlioz oder Richard Strauß' wiederfinden. In der,,Bauernhoch- ,ejp verlangt Mozart nicht nur Dudesiack und Leierorgel sondern fordert auch von den Musikern, daß sie recht laut und fröhlich das Jauchzen und

Aber noch weiter geht Mozart. In derJagd­symphonie" soll das lebendige Bild einer wirk­lichen Jagdszene realistisch vor den Augen der Zu­hörer erstehen. Dazu gehört, daß die Hörner ganz rauh und starkgeploßen" werden sollen. Außer­dem soll eine Meute Hunde bereit gehalten werden, die laut bellen sollen, und dazu soll das frohe Ge­schrei der TreiberHo, ho" ertönen. Natürlich hat Leopold Mozart auch heftige Angriffe erfahren. So lesen wir in einem anonymen Briefe:Lasse sich der Herr doch gefallen, keine dergleichen Possen­stück, als Chineser und Türcken Music, Schlitten­fahrt, ja gar Bauernhochzeit und mehr zu machen, denn er bringet mehr Schänd und Verachtung vor dehro Person, als ehr zuwegen, welches ich als Kenner beöaure, sie hiermit warne und beharre Dero Herzensfreund".

Leopold Mozart aber hatte neben den Talenten der Pädagogik und der Komposition noch em drit­tes, das man dem feingeistigen Manne kaum zuge­traut hätte: das kaufmännische. Die Reklametexte für die Konzerte seiner Kinder muten fast amerika­nisch an. Aber der kluge Mann hat richtig gerech­net, wenn er weniger auf das Kunstverständnis des Publikums zählte, als auf die Sensationsgier aller Kreise. 1764 erschien in Frankfurt zum Beispiel folgende Anzeige:

,',Meine Tochter, 12 Jahre alt, mein Sohn der 7 Jahre zählt, werden die Konzerte der größten Mei­ster auf einem Clavizin mit und ohne Schweif aus- führen, mein Junge auch ein Konzert auf der Vio­line Mein Sohn wird die Tasten des Claoizins mit einem Tuche zudecken und auf demselben spielen, als wäre es nicht zugedeckt. Von weitem wie aus der Nähe wird er jeden Thon, jeöen Accord erraten, den man ihm auf den Clavizin oder an einer Glocke oder auf irgendeinem Instrument angeben wird. Zum Schlüsse wird er solange frei phanta­sieren als man nur will, und zwar nach Wahl auf der Orgel oder am Clavizin, in allen Thonarten in der allerschwierigsten, nach Wahl. Sem Orgel­spiel ist aber ganz anders als fein Clavizinspiel."

Leopold Mozart war ein Mann, ber von feinen Salzburger Mitbürgern sehr geehrt und geliebt wurde. Ein Pariser Kupferstich aus dem Jahre 1764 zeigt ihn uns mit feinen beiden Kindern Nannerl und Wolfgang. In dem feinen Gesicht des Vaters erkennen wir einen Mann von reicher Her­zens- und Wissensbildung, aber auch von scharfem Verstand. Auch aus feinen zahlreichen, stilvollen Briefen tritt uns dieser vortreffliche Charakter klar

Jodeln der Bauernburschen nachahmen; daßauch nach dem Jauchzen ein Pistolenschuß geschehen mag, wie es bet) den Hochzeiten gebräuchlich, und wer recht auf den Fingern pfeifen kann, mag auch un­ter dem Jauchzen darein pfeifen."

entgegen. Seinem Schaffen blieb der lohnende Bei­fall versagt; aber den schönsten Lohn seiner Ar­beit durfte er wohl mit in den Triumphen seines Sohnes empfangen, dessen künstlerischen Aufstieg er fast bis zu seinem Höhepunkt erleben durfte. Er starb 1787 in Salzburg im 68. Lebenjahr. H. O.

Lichtspielhaus:

Meuterei auf der Bounty."

Wenn man diesen amerikanischen Film, der in seinem Ursprungslande dreimal preisgekrönt wurde und übrigens seines ungewöhnlichen Umfanges wegen etwa zwei Stunden Laufzeit beansprucht, auf sich wirken läßt, fühlt man sich an mancherlei auf­regende Lektüre seiner Knabenzeit erinnert: die Ge­schichte der Fahrt des königlich englischen Drei­mastersBounty" von Portsmouth nach der Süd­fee zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts ist nach einer Romanvorlage entstanden: hier wird vieles, wenn nicht alles, von dem wieder lebendig, was wir vor Jahrzehnten in den Schmökern unse­rer Jugend von wilden Seeabenteuern klopfenden Herzens gelesen haben. Dies ist in der Tat ein romantischer, abenteuerlicher und spannender Film, strotzend von Handlung und erregenden Erlebnissen. Wir finden auf dieser Fahrt im Bilde wieder, was wir uns damals nur in unserer Phan­tasie auszumalen vermochten: Sturm und Schiff­bruch, Meuterei und wilden Kampf an Bord, ver­zweifelte Meerfahrt im offenen Boot, paradiesisches Idyll auf der Südseeinsel und spätes Kriegsgericht in der Heimat. Zuletzt wird sogar die Lehre^ aus dem Abenteuer gezogen: sie besteht in der Schaf­fung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Offi­zieren und Mannschaften der Flotte, denn die Meu­terei hatte ihre menschlich begründete Ursache in einer grausamen und quälerischen lieber) pannung des harten Kriegsrechtes, im maßlosen Mißbrauch uneingeschränkter Befehlsgewalt durch den Kapi­tän. Die Amerikaner verstehen, das muß man ihnen lassen, einen solchen Stoff lebendig zu machen und in Szene zu setzen. Man bestaunt nicht nur den materiellen Aufwand und die technische Geschicklichkeit der Spielführung, man muß auch die Dielen außerordentlich schönen und malerischen Aufnahmen ehrlich beroünbern. (Regie: Frank Lloyd.) Von den Darstellern heben sich zwei auch bei uns wohlbekannte Kräfte hervor: Charles L a u g h t o n , den wir vor längerer Zeit als- nia Heinrich VIII. von England sahen, spielt hier den Kapitän derBounty", hervorragenden See­mann, aber im übrigen einen wahren Satans­braten, der durch seine Menschenschinderei die Re­volte auf dem Schiff heraufbeschwört; e.r hat die Auszeichnung verdient, die ihm drüben für die beste