2.
3.
Gedenket der hungrigen Vögel!
Wand zu.
*
mit bis-
Das Gießener Gymnasium
bleibt in seiner bisherigen Form erhalten.
Chemiker, der seinen Beruf meistert, eine gute Zukunft voraussagen. . „r. f
Wohl dauert das Studium verhältnismäßig lange «nd ist durch den Materialverbrauch auch etwas teurer als die Ausbildung der meisten anderen akademischen Berufe. Doch darf man nicht vergessen, daß der Chemiker nach bestandenem Examen auf eigenen Füßen stehen kann, ohne noch eine längere oder kürzere Ausbildungszeit durchmachen zu müssen, die nicht bezahlt wird und also lediglich eine Fortsetzung des Studiums bedeutet.
Diese Zeilen sollen nicht bezwecken, daß nun jeder aus dem Bestreben heraus, baldmöglichst unterzukommen, Chemie studiert; sondern demjenigen, der Lust und Liebe zur Naturwissenschaft und Be-
Zn welche Höhere Schule schicke ich mein Kind Ostern 1937?
mit einem raschen, lauernden Blick. Aber der Arzt verzog keine Miene, sondern erwiderte nur mit kalter Stimme:
„Ihre dunklen Drohungen imponieren mir nicht im geringsten, und Mitleid schinden können Sie bei mir erst recht nicht" — Alland zwang sich zu einem Ton unbefangenster Sicherheit — „aber wenn Sie gerade in den nächsten Tagen Besuch erwarten ... Wann? Am Dienstag also? Gut, dann können Sie meinetwegen noch so lange in der Klinik bleiben."
Er drehte Herrn Bertrand kurz den Rücken und ging zur Tür.
Bertrand folgte ihm mit einem heimtückischen Blick und pfiff leise durch die Zähne.
„Wir werden schon sehen, wer wem imponiert", brummte er vor sich hin und warf sich gähnend der
Gespräche, bei denen man ganz sicher weder belauscht noch beobachtet sein will, lassen sich bekanntlich nirgends so gut erledigen wie in einem fahrenden, geschlossenen Auto. Um das zu wissen, braucht man kein alter Praktiker zu sein wie Mr. Gallatin. Selbst einem Laien wie Dr. Alland hatte dieser Vorschlag eingeleuchtet, der ihm durch Bertrands Vermittlung gemacht worden war. Was konnte unauffälliger sein? Dr. Alland macht einen kleinen Autoausflug mit seiner Frau; irgendwo draußen auf der Landstraße begegnet er zwei Herren, die von ihm eigentlich ihm galt, sondern mehr der von Mr. im Wagen mitgenommen werden. Alland war sich sofort klar, daß diese zarte Rücksichtnahme nicht eigentlich ihm galt, sondern mehr der von Mr. Gallatin angestrebten Geschäftsverbindung, die ihrem Wesen nach nur völlig unsichtbar ihren eigentlichen Sinn und Zweck erfüllen konnte.
Trotzdem hatte Alland diese Lösung sehr begrüßt. Wenn man schon mit diesen Menschen reden mußte — und das war nun einmal unvermeidlich —, dann immer noch besser so, als sie etwa in seinem Hause zu empfangen. Herr Monno-Gallatin hatte den Treffpunkt vorzüglich gewählt, gerade in einer Doppelkurve, die, durch lichten Wald führend, den Wagen nach beiden Richtungen der Straße jedem Blick entzog. Alland brauchte kaum anzuhalten. Gal- lo.tin wie Bertrand schienen sehr geübt, sich in einen fahrenden Wagen zu schwingen.
Ein Mann vermißt.
Seit Sonntag vormittag roirb der unverhei^tete, 36 Jahre alte Landwirt und Hausschlachter Georg Laux aus Holzheim (Kreis Gießen) ver- mißt. Der Mann hatte sich von seinem Heimatort auf den Weg nach Reiskirchen gemacht, um dort für seine Tätigkeit als Hausschlachter Darme abzuholen Er ist aber bisher in Reiskirchen nicht am gekommen und ebensowenig nach Hause zuruckgekehrt. Man hat auch bis jetzt keinerlei Anhaltspunkte über seinen Verbleib. Mitteilungen über den Vermißten werden an die Gendarmerie, oder die Bürgermeisterei seines Heimatortes erbeten.
Gießener lvochenmarktpreise.
* Gießen, 26. Jan. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C IVA, Klasse D lOH, unge> zeichnete 10, Wirsing, % kg 8 bis 15, ^^.kraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Ruben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25 bis 30, Unterfo6i» rabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 60 Pf-, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, % kg 5 Pf-, 5 kg 42 Pf., 50 kg 3,35 bis 3,55 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 35, Birnen 10 bis 25, Nüsse 40 bis 55, Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 50, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.
diese in die bisherige Oberrealschule oder das jetzige Realgymnasium bringen. Der Lehrplan ist ab Ostern 1937 in beiden Gebäuden derselbe, und das Verlassen der einen Schule gibt dieselben Berechtigungen, wie das der anderen Schule. Der einzige Unterschied besteht darin, daß der gleiche Lehrst o f f in verschiedenen Gebäuden geboten wird. Mit Ostern 1937 ändert die bisherige Oberrealschule ihren Lehrplan und ihren Namen, nachdem sie am 28. April 1837 unter der Leitung des Reallchul- direktors Professor Dr. Braubach als Realschule ihre Pforten geöffnet und somit 100 Jahre bestanden hat. .
Die durch den erwähnten Erlaß angeordnete Lehrplanänderung bringt in dem Weiterbestehen und Arbeiten der bisherigen Oberrealschule und des jetzigen Realgymnasiums keinerlei Veränderung.
Neben den beiden Deutschen Oberschulen (bisher Oberrealschule und Realgymnasium) bleibt hier m Gießen das Gymnasium erhalten. Sein bisheriger Lehrplan wird nur bezüglich der ersten neuen Fremdsprache eine Aenderung erfahren. Die beiden alten Sprachen (Latein und Griechisch) bleiben nach dem bisherigen Lehrplan im großen und ganzen
Abends als Letztes Chlorodont - dann erst ins Bett!
erhalten. , ,,
Neben diesen beiden Schulformen bleiben auch die Aufbauschulen für Knaben erhalten. Diese nimmt Schüler aus der Volksschule vom 12^.. Lebensjahr ab auf und führt sie in einem sechsjährigen Lehrgang zur Reifeprüfung. Die Gießen am nächsten gelegene Aufbauschule ist in Friedberg.
Für die Eltern war bisher die Zeit vor Ostern eine Zeit der Sorgen und Qualen. Es galt eine Entscheidung zu treffen, die für das Leben des Kindes alles bedeuten konnte. Die Vielheit der Schulen machte die Wahl des Richtigen schwer. Jede Schule hatte als Erziehungsanstalt etwas Gutes. Und doch gab es bei dieser das und bei jener etwas anderes auszusetzen, weil keine Schule den Wünschen der Eltern und dem Verlangen des Kindes ganz entsprach. Der nationalsozialistische Staat, der den reinen Individualismus bekämpft, hat auch hier ganze Arbeit geleistet und das Schulwesen vereinfacht. Wir werden in Zukunft nur noch drei Arten höherer Schulen in Deutschland haben. Die Verfügung des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 28. Dezember 1936 sagt, daß als Hauptform die Deutsche Oberschule zu gelten hat. Sie wird überall da vorhanden sein, wo wir heute Oberrealschulen oder Realgymnasien finden. Der Lehrplan der Deutschen Oberschule ist einheitlich ausgerichtet und fängt auf den genannten Oberschulen in Sexta mit Englisch, in Quarta mit Latein und in Untersekunda mit Französisch an. Da in Hessen und damit auch in Gießen weder die Oberrealschule, noch das Realgymnasium diesen neuen Forderungen entsprachen, bleibt keine dieser Schulen in ihrer bisherigen Art erhalten. Beide müssen einen inneren Umbau vornehmen und ihren Lehrplan nach dem Erlaß des Ministers umformen. Damit ist es vollkommen einerlei, ob die Eltern, die ihre I Kinder nicht auf das Gymnasium schicken wollen,'
und Geselle zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden haben, um in ehrlichem Wettkampf um die Siegespalme zu kämpfen.
Als erste Arbeit begann Eisenondulation und Wasserwelle, als zweite Arbeit Historische Frisur. Sämtliche Teilnehmer setzten ihr ganzes Können ein und zeigten sehr gute Arbeiten und Leistungen. Ein Beweis dafür, daß auch das Gießener Fri- feurhandwerk auf der Höhe ist, war die Tatsache, daß die Preisrichter bei der Bewertung keine leichte Arbeit hatten.
Nach dem Spruch der Preisrichter gab der Obermeister die Resultate bekannt: Die Jnnungsmeister- schast errang Otto Wenninger mit 180 Punkten; 1. Preis Walter Wahl mit 175 Punkten, 2. Preis Willy Götz mit 173 Punkten, 3. Preis Gustav Thomas mit 164 Punkten; außerdem wurden noch Anerkennungsdiplome ausgegeben.
Bei der Überreichung der Diplome dankte der Obermeister für die Beteiligung und für die vorzügliche Arbeit und richtete die Bitte an die preisgekrönten Berufskameraden, wie seither weiterzuarbeiten im Interesse des Berufes und des gesamten Nachwuchses. Aber auch an die übrigen Berufs-
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fameraben richtete er die Mahnung — ganz besonders an die Jungmeister — nicht abseits zu stehen, sondern mitzuarbeiten und jede Gelegenheit zu be- nutzen, um sich weiterzubilden^.
Mit dem Sieg-Heil auf uGren Führer schloß Obermeister Götz die schon verlaufene Veranstal- tung. Jeder ging mit dem Gefühl nach Hause, hier Leistungsarbeit gesehen zu haben.
stellen.
Mitarbeit im Aufbauwerk der Frauen!
In dieser Woche hat in Gießen und im ganzen Kreis Wetterau eine Werbung zum Eintritt in das Deutsche Frauenwerk eingesetzt. Die Ortsfrauenschaft entsendet ihre Blockfrauen, um jede Frau persönlich zu unterrichten, sie zu werben und zu gewinnen für die Mitarbeit in dem großen Aufbauwerk der Frauen. Mögen recht viele sich bereit- finden und die Aufgaben unserer Zeit erkennen! Schulung in her Lehrküche her NSV.
Am Sonntag fand in der Lehrküche der NSV. eine Schulung der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk statt Aus allen Gruppen der Frauenschaft im Kreis Wetterau waren über 100 Vertrauensfrauen der Abteilung gekommen, um neues Rüstzeug für erfolgreiche Weiterarbeit zu erhalten.
Frau W r e d e begrüßte die Teilnehmerinnen und erklärte den Sinn dieser Schulung. Es gilt, die Aufgaben, die der neue Vierjahresplan den Frauen stellt, in die Tat umzusetzen. Die Anweisungen für die sparsame Wirtschaftsführung müssen von Frau zu Frau weitergegeben werden, nur so kann das Ziel: Ernährungsfretheit auf eignem Boden, erreicht werden. , , v.
Den praktischen Teil der Schulung hatte die Gewerbelehrerin Fräulein Bechtolsheimer übernommen. Die Speisen, deren Zubereitung den Frauen gezeigt wurde und üix?r die sie Wr ihren Orten Kurzkurse halten sollen, waren diesmal zeitgemäße Eintopfgerichte und verschiedene Speisen aus weißem Käse oder Matte.
Während die Gäste im geschmückten Eßsaal an langen, mit weißem Papier gedeckten Tischen saßen, herrschte in der Lehrküche selbst lebhafte Tätigkeit. Die Kreisabteilungsleiterin Frau M a t h y hatte alle Vorbereitungen getroffen. Galt es doch für den Eintopf alles zu richten, was die verschiedenen Kochoorschristen verlangten. Steckrüben und Kraut, Suppengrün und Zwiebel, alles stand sauber und gesondert in Schüsseln zur Verarbeitung bereit. Em Gang durch die blitzblanke Küche, vorbei an den Gas- und elektrischen Herden, an dem großen, neuen Glyzerinkessel, dem Stolz unserer Kuchenleiterin Frau Wagner, wobei die treuen Helferinnen erklärend und zeigend mitgiygen, gab den Frauen einen Einblick in die Tätigkeit der Abteilung.
fuhr er fort: ,Man kann aber auch zum Beispiel ein kleines Morphiumrezept drauf schreiben. Spritzen ist beinah ebenso gut wie Saufen, und schließlich gibts auch sonst noch Abnehmer dafür. Er lachte immer lauter. Die Narben in seinem Gesicht liefen grellrot an. Ein wahrer Paroxismus der Unverschämtheit schien ihn erfaßt zu haben. Er mochte Allands finsteres Schweigen als Verlegenheit oder Ratlosigkeit deutschen. Denn jetzt setzte er gar noch mit einem schmierig-vertraulichen Grinsen hinzu: „Seien Sie kein Frosch, Doktorchen, unterschreiben Sie mir das Päckchen — blanko natürlich! Ist doch einfacher, als wenn man die Unterschrift erst durchpausen muß."
Alland stand den Bruchteil einer Sekunde noch wie erstarrt, dann aber schoß ihm das Blut ins Gesicht, seine Hände ballten sich um die dicke Messingstange des Bettgestells, als wollte er sie zerbrechen.
'„Das ist doch der Gipfel der Unverschämtheit", brach er aus. „Was unterstehen Sie sich eigentlich! Wenn ich nicht wüßte, daß Sie wieder einmal betrunken sind, würfe ich Sie eigenhändig sofort hinaus. Aber jetzt hab' ich genug. Bis morgen vormittag zehn Uhr verlaufen Sie die Klinik. Haben Sie mich verstanden, Herr Bertrand! Andernfalls..."
Vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium wird uns geschrieben: „
In der Nr. 20 des „Gießener Anzeiger vom Montag, 25.1.1937, lesen wir in dem Bericht „Hundertjahrfeier des Realgymnasiums" folgendes: „Als künftige Hauptform wird das Realgymnasium feine seityerigen Klaffen nach dem alten Plan zur Hochschulreife führen." ... „Aehnlich wird bei Der Nebenform, dem Gymnasium, Griechisch 3ur zweiten Fremdsprache statt des seitherigen Französisch.
Um Mißverständnissen im Leserkreise vorzubeu- gen, stellen wir hiermit richtig:
1. An Stelle aller höheren Knabenschulen, mit Ausnahme des Gymnasiums, tritt als Haupt- form die Deutsche Oberschule mit Englisch als erste und Latein als zweite Fremdsprache.
Die einzige Anstalt, die in ihrer seitherigen Form erhalten bleibt, ist das Gymnasium mit Latein und Griechisch als Hauptsprachen, zu Denen von Quarta -b voraussichtlich an Stelle des Französischen Englisch tritt.
Es ist also irreführend, wenn in Dem Bericht erklärt wirD, Daß Griechisch als zweite Fremd- fprache an Stelle von Französisch tritt.
Wenn Das Gymnasium als Nebenform Der höheren Schulen bezeichnet mirD, so enthalt Das keineswegs ein Werturteil, fonDern beDeutet nur Die weniger häufig vorkommenDe Form Der höheren Schule.
Es ist erfreulich, daß unser Gymnasium feiner mehr als 330jährigen Geschichte m feiner herigen Form unserer Stadt erhalten bleibt.
qabunq für die Chemie mitbringt, soll gezeigt werden Datz er auch als Chemiker am Aufschwung unseres Vaterlandes teilnehmen und als Soldat Des Führers feine Pflicht tun kann.
Wie man weiß, wurden für Die größeren Städte StuDentenhöchstziffern festgesetzt. Ist es nun so, Daß man an Großinstituten eine bessere Ausbildung erhält? Im Gegenteil, Denn nie kann Dort eine solche wirklich kameradschaftliche Verbundenheit zwischen Dozent und Student herrschen, wie in einer kleinen Universitätsstadt. Bezüglich all Dieser Dmge, roie auch Ausstattung Der Institute usw. Darf sich unsere Alma Mater Ludoviciana, Der Wirkungsort Des Chemiealtmeifters I. v. Liebig, bestimmt feDer Der hohen Schulen unseres VaterlanDes zur Seite
„Was anDernfalls?" unterbrach ihn Bertrand, plötzlich merkwürdig wach geworden, in einem höhnisch-drohenden Ton. Ein Zug von haltloser Wildheit trat in sein Gesicht. „Was andernfalls ... Ich kann Ihnen bloß noch einmal sagen: Sehen Sie sich vor, Herr Doktor, sonst könnten Sie vielleicht noch allerhand Unnannehmlichkeiten erleben! Rauswerfen laß ich mich nicht. Mit Gewalt ist bei mir schon gar nichts zu.machen." Mit einmal klappte er wieder zusammen und verfiel in einen Ton weinerlicher Wut. „Ich bin ein schwerkranker Mann", ächzte er, Die HanD an Der Stirn, „unD Sie schnauzen einen hier an wie 'n Lausejungen, wenn man mal ’nen Scherz macht! Deswegen können Sie mich noch lange nicht vor Die Tür setzen ... Ueberhaupt —" Herrn Bertrand schien ein neuer Gedanke gekommen zu fein. Er machte eine rhetorische Pause und grinste verschlagen.
„Ueberhaupt wäre Das sehr ungeschickt van Ihnen, wo doch Ihr alter Gönner Mister Gallatin mich nächster Tage hier besuchen will." Er streifte Alland
Am Nachmittag wurde Die Zubereitung einzelner Quarkspeisen gezeigt. Auf langer Tafel standen Die appetitlichen Schaugerichte. UeberraschenD war Die Vielfältigkeit Der Speisen. Nachdem Das Praktische erledigt war, wurden noch wirtschaftliche Tages- fragen durchgesprochen, wobei von allen Seiten manche Anregung erfolgte.
So hatte Der Tag in Gießen alle Erwartungen erfüllt, und Die Frauen kehrten an ihre Arbeitsstätte zurück, um weiter zu wirken zum Wohl Des Volksganzen. K-
Meisterschastsfrisieren der Friseurinnung Gießen.
Man berichtet uns: Am Donnerstag, 21. Januar, hielt die Friseurinnung in ihrem Jnnungsheim (11. e.) das Frisieren um die Jnnungsmelsterschasl 1936/37 ab. Als Ausgaben waren gestellt: Elsen- ondulation, Wasserwelle und Historische Frisur. Obermeister Götz begrüßte die in großer Zahl erschienenen Berufskameraden — Meister, Gesellen und Lehrlinge — und wies in kurzen, einleitenden Worten auf Die BeDeutung Des AbenDs hin. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, Daß sich Meister
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T Lollar, 2 Leiter der hiesigen ren Ort, um nad) Lehrer an einer be. wo er jetjt wieder e. genommen hat, iik v. September 193' h Bor seiner 21 auch seiner Rück! foMe an der ki! u früheren 3c
Bieber in der W Schülern Wrühstück v 'Collar, 23. I cWMgenen K a i die Kriei J'n Wäuserbund^ «Zum Schwanen
** Gesangverein „Heiterkeit", Gießen. Man berichtet uns: Bei sehr guter Beteili« gung Der aktiven unD passiven MitglieDer hielt am SamstagabenD im Hotel Kobel Der Gesangverein „Heiterkeit" seine Jahres-Hauptversammlung ab. Vereinsführer A. Uhrhan gab in fernem Geschäftsbericht einen Ueberblick über Das verflossene Jahr, Der ein Beweis Dafür war, Daß Diese Gemeinschaft begeisterter FreunDe Deutschen LieDgutes mit Befriedigung auf Das 58. Jahr ihrer Zufam- mengehörigkeit zurückblicken kann. Ein wohlgelungenes, sehr gut besuchtes Konzert, Mitwirkung bet vielen kulturellen Veranstaltungen neben Der Pflege des Liedes innerhalb des Vereins sichern ihm einen wertvollen Platz unter Den Kulturträgern Des gesellschaftlichen Lebens unserer StaDt. Der Vereins- führerrat hat im vergangenen Jahr Die vielfältigen Aufgaben zur Zufriedenheit aller MitglieDer gelost. Dank und Bestätigung in den ihm anvertrauten Aemtern brachte diese Zufriedenheit zum Ausdruck. Die Mitwirkung des Vereins ist bis jetzt vorgesehen bei einem Heimatabend des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat, eine Verpflichtung beim Reichssender Frankfurt, Unterstützung des Winter- Hilfswerkes durch öffentliches Singen am Eintopf- fonntag im März, Teilnahme am Wertungssingen des Sängerkreises Gießen und ein Herbstkonzert. Frohe Lieder gaben Den anschliehenDen Stunden kameradschaftlichen Zusammenseins ihre besondere Note.
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft- 55: Nachnahmen mit Wareninhalt nach Frankreich und Algerien. — 56: Drucksachen zu ermäßigter Gebühr nach Jugoslawien. — 57: Ergänzende Bestimmungen über die Zeichnung von Teilschuldverschreibungen zu Lasten von Sperrguthaben, sowie über Den Umtausch von Schuldver- schreibungen. — 58: Fahrpreisermäßigungen unD SonDerzüge für Den innerdeutschen Fern- unD Nahverkehr zur kommenden Leipziger Frühjahrsmesse. — 59: Erhöhte Bewilligungen für Die rumänische Einfuhr im ersten Vierteljahr 1937. — 60: Neuregelung Der Zuteilung von Einfuhrgenehmigungen
AllanDs steinern strenge Miene schien Den Patienten plötzlich unerträglich zu reizen. Seine glasig schwimmenden Augen bekamen einen Ausdruck wütender Gehässigkeit. Mit einem bösartigen Kichern
Das fremde Gesicht.
Vornan von Laren.
26. Fortsetzung. (NachDruck verboten!)
„Nein, ausgegangen sinD Sie nicht", nickte Alland noch immer kuhl-freundlich, „aber Sie haben Mittel und Wege gefunden, sich auch so Alkohol zu verschaffen. Sie werden verstehen, daß ich keine Lust habe, mir mein Personal durch Sie verderben zu lassen. Ich habe es Ihnen ja außerdem schon einmal gesagt: Wenn Sie meine Anordnungen nicht befolgen, muß ich Sie bitten, die Klinik zu verlassen — und zwar möglichst bald", setzte Alland nach einer kleinen Pause in unvermutet energischem Ton hinzu. v -
Bertrand schien plötzlich munter zu werden. Er richtete sich langsam auf und blinzelte von unten Dem Arzt ins Gesicht, Der, noch immer stehend, sich leicht über Das Fußende Des Bettes beugte.
„Meinen Sie Das im Ernst?" fragte er mit einem lauernDen Lächeln.
AllanD nickte beftätigenD. „Ick pflege mit meinen Patienten nicht in solcher Weise zu scherzen, Herr Bertrand", entgegnete er vollkommen ruhig, „aber wenn Ihnen das noch nicht genügen sollte ..." Der Arzt zog plötzlich Den Rezeptblock aus Der Tasche, unD seine Frage kam wie aus her Pistole abgeschossen:
„Wozu haben Sie Diese Formulare gestohlen unD in Ihrem Bett versteckt?"
Bertrand war so verblüfft und verlegen, daß er zunächst kein Wort hervorbrachte. Aber gleich hatte er sich wieder gefaßt. Er lachte dem Arzt frech ins Gesicht, als ob es sich Da um einen ganz kapitalen Spaß hanDelte.
„Gestohlen — gestohlen!" krächzte er vergnügt. „Ich hab' mir ben Block eben mal mitgenommen — bloß so zum Hausgebrauch, als kleines Anhenken. Sinh Doch sehr praktisch, man kann Die Dinger als Notizzettel benützen."
AllanD hatte Den kleinen Spiegel an Der Windschutzscheibe so gestellt, Daß er Die beiDen Personen im Rücksitz beobachten konnte. Er fühlte sich, wie stets in entscheiDenhen Momenten, plötzlich völlig kühl unD klar. Alle Beängstigung unD Auflegung Der letzten Tage, Dies unablässige Umhertappen in einem Labyrinth, aus Dem es keinen Ausweg gab — all Das war vorbei. Er war ganz ruhig, und während er Den Wagen in mäßigem Tempo Die schnurgeraDe Chaussee entlanglaufen ließ, legte er einmal verstohlen, mit leichtem, beruhigenDem Druck, Die rechte Hand auf Evelyns Linke, Die er unter feiner Berührung zucken fühlte. Nur jetzt die Nerven nicht verlieren. Es galt die äußerste Kaltblütigkeit zu bewahren und Dem Gegner nicht Die geringste Bloße zu bieten. Vielleicht gab es Dann Doch noch irgenDeine Rettung, irgenDeine über« reichende Wendung, Die alles zum Guten führte ...
„Ein hübscher Wagen, Herr Doktor", hörte er plötzlich hinter sich die kühle Stimme des Herrn Gallatin. „Sie höben sich, wie ich zu meiner Freude sehe, brillant herausgemacht in Diesen paar Jahren, seit Sie mich Damals operiert haben. Kein WunDer freilich — ein so vorzüglicher Arzt ..." Er machte eine Pause und fuhr dann, da von Alland keine Antwort kam, in einem etwas geschäftlicheren Tone fort: „Ich weiß nicht, ob Ihre Frau Gemahlin Sie inzwischen schon genügend über meine Vorschläge orientiert hat ..."
Er machte wieder eine abwartende Pause, ab*r Alland hielt es für Das beste, zunächst völliges Schweigen zu bewahren und vor allem Den anDern reDen zu lassen, was Gallatin auch mit Der größten Bereitwilligkeit zu tun schien. Er bemühte sich Dabei offensichtlich, einen weltmännischen Ton anzuschlagen: „Frauen haben manchmal gewisse Vorurteile — Pardon, Gnädigste, Das soll weiter kein Vorwurf sein." Gallatin lachte kurz auf. „Aber ich habe manchmal behauert, Daß ich mich nicht gleich von Anfang an direkt an Sie, Herr Doktor, gewanDt habe. Es wäre Dann vermutlich alles viel einfacher gewesen — und fruchtbarer für alle Beteiligten. Der gerahe Weg ist im GrunDe Doch immer der beste, wenigstens unter Männern."
Es klang vollkommen ernsthaft, und gerade deshalb konnte Alland ein spöttisches Auflachen nicht unterdrücken.
(Fortsetzung folgt!)


