Nr. 21 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Dienstag, 26. Januar 1957
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Die englische presse zu den beiden Antwortnoten
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Wie die Anatolische Telegrapyenagentur meldet, wird die angekündigte Begegnung zwischen dem türkischen Außenminister Rüschtü-Aras und dem italienischen Außenminister (Tiana am 3. Februar in Mailand stattfinden.
die in diesen Tagen von der Presse der verschiedenen Länder veröffentlichten Nachrichten über eine sogenannte Massennaturalisation der Ausländer, die den Reihen einer der beiden in Konflikt stehenden Parteien zugeströmt sind, sich bewahrheiten sollten — eine derartige Maßnahme zweifellos im Gegensatz zu jeder Nichteinmischungspolitik stehen würde. Ein solch willkürlicher und einseitiger Schritt von einer der beiden Parteien könnte keinesfalls als Hindernis bei der Durchführung jener Vorschläge gelten, die dem Nichteinmischungsausschuß zur vollkommenen Räumung Spaniens von den Kriegs- und politischen Freiwilligen vorgelegt werden sollen. Andernfalls würden diese Vorschläge Gefahr laufen, unwirksam gemacht zu werden, noch bevor sie geprüft worden sind. Der erwähnte willkürliche Akt zeigt aber auf jeden Fall, wie groß tatsächlich die Rolle ist, die ausländische Freiwillige bei einer der beiden Parteien spielen. Er zeigt auch, welch großes Gewicht diese Partei auf diese Unterstützung legt.
Einberufung des Reichstags zum 30. Januar.
Das Programm für denVierjahrestag der nationalfozialistisckenMachtergreifung
Wort ist das der deutschen Ration. Allen Deutschen wird Gelegenheit gegeben werden, a m Lautsprecher diese Rede zu hören. 3n sämtlichen Betrieben, Geschäften und D i e n st st e l l e n werden die werktätigen geschlos- sen am Lautsprecher versammelt sein und in allen deutschen Häusern wird man am Rundfunkempfänger den Worten des Führers lauschen. Die zuständigen Stellen haben die vorbereitenden Maßnahmen für den Volksempfang eingeleitel.
Aus Anlaß des vierjährigen Bestehens des nationalsozialistischen Reiches werden alle Deutschen aufgefordert, am 30. Januar ihre Häuser und Wohnungen zu beflaggen.
Hinweis auf die Masscnnaturalisicrung der Bolschewiken.
Rom, 25. Ian. (DNB.) Die italienische Antwort auf das englische Memorandum vom 11. Januar ist ebenfalls in der Form eines Memorandums gehalten, in dem es u. a. heißt:
Die italienische Regierung ist bereit, die notwendigen gesetzgeberischen Maßnahmen zu erreichen, um auf ihrem Gebiete die Anwerbung, die Abreise und die Durchfahrt von Personen zu verbieten, die sich <yr Teilnahme an dem gegenwärtigen Konflikt nach. Spanien begeben. Diese Maßnahmen, die praktisch bereits ausgearbeitet sind.
Für den 30. Januar werden auf der Anfahrtstraße des Führers von der Reichskanzlei zur Krolloper Lautsprecher aufgestellt werden, über welche die Rede des Führers übertragen werden wird. Die Rede des Führers und Reichskanzlers am 30. Januar wird vom Deutschen Rundfunk am Sonntag, dem 31. Januar, 11 Uhr, über alle Sender mit Ausnahme des Deutschlandsenders wiederholt werden. Der große Fackelzug des Gaues Berlin der NSDAP., der am 30. Januar zur Erinnerung an die Huldigung am 30. Januar 1933 durchgeführt wird, nimmt seinen Weg von der Charlottenburger Chaussee durch das Brandenburger Tor und die Wilhelmstraße zur Reichskanzlei.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Goebbels, hat folgenden Aufru
Deutschland und Italien vorlegen würden. Der willkommenste Zug der Antworten sei, daß beide Staaten ohne Einschränkung den Grundsatz annehmen, wonach eine ausländische Einmischung den spanischen Konflikt nur verlängern würde. — „Daily Mail" schreibt, daß 'die deutsche und die italienische Antwortnoten die Erwartungen Londons überträfen. Einige Sachverständige seien der Ansicht, daß diese Noten ein Vorzeichen für eine Verständigung über die allgemeine europäische Lage bildeten. Der Nichteinmischungs-Ausschuß werde wahrscheinlich noch in dieser Woche zu einer Vollsitzung zusammentreten, um ein Problem der Frei- willigen-Kontrolle zu erörtern.
Günstiger Eindruck in Paris.
Paris, 26. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche und die italienische Antwortnote werden von der Pariser Presse günstig beurteilt. Figaro schlägt bereits den 1. Februar als Stichtag für Freiwilligenverbot vor und regt an, der Ausschuß solle auch gegen die bolschewistischen Massenmorde in Bilbao Stellung nehmen und dafür sorgen, daß keine weiteren derartigen Untaten vorkommen, die eine Schande für die Zivilisation seien. Auch die berüchtigte Außenpolitikerin des Oeuvre muß den guten Eindruck der deutschen und der italienischen Antwortnote verzeichnen, fetzt jedoch gleichzeitig ihre üble Brunnenvergiftung fort, indem sie sagt, die beiden Noten verfolgten den Zweck, „Zeit zu gewinnen". Sie erklimmt dann einen neuen Gipfelpunkt ihrer sattsam bekannten lügnerischen Verleumdungen durch die groteske Behauptung, daß „Mussolini und Göring.sich über die Notwendigkeit der Entsendung von 80 000 Mann geeinigt hätten" (!!). Madame Tabouis beweist damit erneut, daß ihr jeder, auch der stärkste Blödsinn recht ist, wenn er ihr nur dazu dienen kann, das finstere Werk internationaler Verhetzung fortzusetzen.
DasprogrammfürdevZO Januar
Berlin. 25. Jan. (DRV.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt nachfolgendes Programm für den 30. Januar 1937 bekannt, das in Gemeinschaft mit allen beteiligten Stellen festgelegt wurde.
8.00 1) -Wecken durch Musik- und Spielmannszüge der Bewegung im ganzen Reich.
9.00 Uhr: Der Reichsminisler für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. Goebbels, spricht in der Turnhalle der 1. und 29. Volksschule in Verlin-Reukölln zurdeulschenSchul- jugend. In allen Schulen des Reiches finden gleichzeitig Schulfeiern statl. in deren Mittelpunkt die Uebertragung der Reu- köllner Feier steht. Der Schulunterricht fällt danach aus.
10.00 Uhr: Vorbeimarsch der Leib standarte Adolf Hiller vor dem Führe r an der Reichskanzlei in der wilhelm-
slraße.
Uhr: SihungdesDeulschenReichs- tags. Abgabe einer Regierungserklärung durch den Führer und Reichskanzler.
Uhr: Zusammentritt des Reichs- k a b i n e l l s.
Uhr: Der Gau Berlin der RSDAP. bringt dem Führer zur Erinnerung an die huldi- gung am 30. Januar 1933 einen Fackel- 5 u g. Gleichzeitig werden im Reich von den Ortsgruppen der Partei Kamerad- s chaf t sa bende dnrchgeführt.
Berlin, 25. Jan. (DNB.) Die R e i ch s r e g i e- rn n g hat am Montagmittag dem hiesigen britischen Botschafter Sir Eric P h i p p s die deutsche Antwortnote auf die letzte englische Note i n d e r Freiwilligenfrage überreichen lassen. Die Note hat folgenden Wortlaut:
1. Die Deutsche Regierung hat mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß nach Ansicht der Königlich-Britischen Regierung die hauptbeteiligten Mächte nunmehr über die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen zur Verhinderung des Zustroms von Freiwilligen nach Spanien einig sind, und daß ferner auch grundsätzliches Einverständnis darüber besteht, daß diese Maßnahmen von allen beteiligten Regierungen gleichzeitig getroffen werden, daß das Gesamtproblem der indirekten Formen der Einmischung in Spanien eine aktive Behandlung erfährt und ein wirksames Kontrollsystem eingeführt wird. Damit würden die Voraussetzungen erfüllt sein, von denen die Deutsche Regierung in der Note vom 7. Januar ihre Bereitwilligkeit zur Anordnung der von ihr zu treffenden Maßnahmen abhängig gemacht hat.
2. Unter diesen Umständen Hal die Deutsche Regierung bereits ein Gesetz vorbereitet, das die Einreise von deutschen Staatsangehörigen nach Spanien zur Teilnahme am Bürgerkrieg, sowie die Anwerbung von Personen zu diesem Zwecke unter Strafandrohung verbieten und ferner die notwendigen Verwaltungsmaßnahmen in Aussicht nehmen würde, um die Ausreise und Durchreise aller Verfemen zu verhindern, die sich zur Teilnahme am Bürgerkrieg nach Spanien begeben wollen. Ls wird sich empfehlen, daß der Londoner Richlein- mifchungsausfchuß sofort die Uebereinstim- mung aller beteiligten Regierungen über den wesentlichen Inhalt der von ihnen zu treffenden Maßnahmen, über den Zeitpunkt ihrer Inkraftsetzung sowie endlich über die Grundlinien des einzuführenden konlrollsystems feslstellt. Sobald diese Feststellung erfolgt ist, wird die Deutsche Regierung unverzüglich das Erforderliche wegen der von ihr zu treffenden Maßnahmen veranlassen.
3. Was die Durchführung -der Kontrolle anlangt, so liegen der deutschen Regierung, und zwar 3um Teil erft seit wenigen Tagen, eine Reihe von Entwürfen des Londoner Ausschusses vor, deren Prüfung sie möglichst beschleunigen wird. Sie behält sich vor, durch ihren Vertreter dem Londoner Ausschuß das Ergebnis dieser Prüfung so- bald als möglich mitMeilen und dabei gegebenenfalls auch ergänzende Vorschläge zu machen.
4. Die Königlich-Britische Regierung hat sich bisher leider noch nicht zu dem in der Rote vom 7. Januar gemachten Vorschlag der Deutschen Regierung geäußert, alle nichtspanischen Teilnehmer an den Kämpfen in Spanien einschließlich der politischen Agitg^vren und Propagandisten aus anienzu entfernen, um so den Zustand vom August vorigen Jahres wieder- herzustellen. Die Deutsche Regierung legt auf diese Vorschläge nach wie vor besonderen Wert. Sie hat die ernste Befürchtung, daß es nach der ganzen bereits in der Rote vom 7. Januar geschilderten Entwicklung der Dinge z u einer einseitigen, dem Sinn der Richteinmischungspolitik zuwiderlaufenden Begünstigung der der nationalen spanischen Regierung im Kampfe gegenüber stehenden Elemente führen wird, wenn die Mächte den Zustrom von Freiwilligen nur für d i e Zukunft verhindern, sich aber damit ab- finben, die bereits in Spanien befindlichen landfremden Teilnehmer am Bürgerkrieg dort zu belassen. Es erscheint der Deutschen Regierung als das Gebot der Stunde, daß alle beteiligten Mächte jetzt endlich ernst damit machen, jede Möglichkeit einer Einmischung in Spanien zu unterbinden. Venn sie dazu entschlossen sind, werden sie auch Mittel und Wege finden, um den erwähnten Vorschlag der Deutschen Regierung zu verwirklichen.
Italiens Antwort.
Deutschland hat bereits ein Verbot der Freiwilligenwerbung und -ausreise vorbereitet
Die Gesandtschafisflüchtlmge in Madrid.
G e n f, 25. Januar. (DNB.) Im Dölkerbundsrat brachte der chilenische Vertreter Edwards die Frage der Flüchtlinge zur Sprache. Er wies darauf hin, daß unter diesen Flüchtlingen alle G e se l l s ch a ft s s ch i ch t e n und alle poli» tischen Richtungen vertreten sind. Jnsgesam.t seien in 14 Gesandtschaften annähernd 4000 Flüchtlinge untergebracht. Hätte die ärztliche Untersuchungs» kommission diese Gesandtschaften in Madrid besucht, fo hätte sie sich davon überzeugen können, daß die Verhältnisse notwendigerweise unbefriedigend seien. Die Flüchtlinge zögen diese Verhältnisse jedoch dem sicheren Tod v o r, der sie auf den Straßen erwarte. So hätten die meisten, die in der deutschen Botschaft untergebracht waren, den Tod gefunden. Auch seien „gute Demokraten" wie Salvador M a d a r i a g a, der langjährige Genfer Vertreter Spaniens und eifrige Mitarbeiter am Völkerbund, mit dem Tod bedroht worden und habe sich gezwungen gesehen, die Stadt zu verlassen. „G e l e i t s s ch e i n e" hätten nur einen beschränkten Wert angesichts der tatsächlichen Machtverhält- nisse. Der chilenische Vertreter schlug vor, einen internationalen Ausschuß zu beauftragen, im Benehmen mit den Bolschewisten in Valencia und dem Diplomatischen Korps den Abtransport der Flüchtlinge einzuleiten.
Der Vertreter Polens schloß sich den Anregungen des chilenischen Vertreters ausdrücklich an, während der Vertreter der spanischen Bolschewisten, Alvarez del V a y o , gegenüber diesen Vorwürfen nur leere Ausflüchte machte und haltlose Verdächtigungen gegen die Schutzbefohlenen der Gesandtschaften vorbrachte.
London, 26. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Antwort auf die letzte britische Note in der Freiwilligenfrage findet in der englischen Presse eine recht freundliche Aufnahme. Die Blätter begrüßen es insbesondere, daß Deutschland und Italien Maßnahmen vorbereitet haben, um die Entsendung von Freiwilligen nach Spanien zu verhindern, falls andere Staaten dasselbe tun. Die Wichtigkeit der wiederholten deutschen und italienischen Forderung, daß die bereits in Spanien befindlichen freiwilligen Agenten- zurückgezogen werden sollen, wird jedoch in London immer noch nicht voll gewürdigt. Die Blätter stellen sich auf den Standpunkt, daß dieser Vorschlag zur Zeit „nicht als vordringlich" (!) behandelt werden könne. Daily Telegraph behauptet, daß die bereits in Spanien befindlichen Freiwilligen, sowie die ausländischen Waffen und die Munition „von verschwindender Bedeutung" wären, wenn der Zuzug von neuen Menschen und neuem Material abgestoppt werden könnte. Die britische Regierung werde sicherlich alle Vorschläge für die gleichzeitige Entfernung kämpfender Ausländer aus Spanien begrüßen und befürworten. Aber die einfachere Aufgabe, ihre Verstärkung zu verhindern, könne zuerst und könne unabhängig davon behandelt werden. Wenn diese Frage einmal geklärt sei, dann könne der Nichteinmischungsausschuß seine ganze Energie und seinen ganzen Einfluß aufbieten, um die Kämpfenden in Spanien zu veranlassen, sich auswärtiger Unterstützung zu entledigen.
Die „Time s" bezeichnet die beiden Antworten als ermutigend und glaubt, daß es jetzt keine große Verzögerung mehr geben werde, bis ein Abkommen über die Hauptrichtlinien einer wirksamen Nichteinmischung getroffen werden könne. Die Zurückziehung aller bereits in Spanien befindlichen ausländischen Kämpfer wäre eine ideale Lösung. Ihre Durchführbarkeit könne jedoch erst nach Prüfung der genauen Vorschläge festgestellt werden, die
erlassen:
An das deutsche Volk!
Am 30. Januar um 13 Uhr spricht Führer zum Deutschen Reichstag.
Spanien den Spaniern!
Die Reichsregierung hat in ihrer Note an England von Maßnahmen zur Abstoppung des Frei- Willigenstromes nach Spanien Mitteilung gemacht. Sie hat gleichzeitig ihr Einverständnis mit der Schaffung eines wirksamen Kontrollsystems ausgedrückt. Von deutscher Seite ist damit das ge» chehen, was Frankreich wünschte, um die Gleichzeitigkeit des Einsetzens aller Nicht- einmischungsmaßnahmen sicherzustellen. Wir haben erneut gezeigt, daß mir stets bereit ind, an der Beseitigung entstandener Konflikte aktiv mitzuarbeiten. Allerdings ist das, was jetzt zur Debatte steht, bereits im Sommer des Vorjahres von uns in Vorschlag gebracht worden. Leider ohne Erfolg. Die Regierungen Eng- lands und Frankreichs glaubten eben damals, ohne ein Freiwilligenverbot und ohne sonstige Sicherungen auskommen zu können. Inzwischen ist der Begriff der Nichteinmischung in sein Gegenteil verkehrt worden. Diesen skandalösen Zustand glaubte man auf die Dauer nicht hinnehmen zu können, wenn er auch in der Hoffnung, daß die Zwischenzeit den spanischen Bolschewisten Vorteile bringen würde, vorerst geduldet wurde. Hätte man seinerzeit die deutschen Vorschläge angenommen, bann wäre der Menschheit der Glaube an politische Vereinbarungen nicht aufs neue geraubt worden. Denn als man sich im Nichteinmischungsausschuß zusammenfand und Nichteinmischungsbeschlüsse faßte, da war es auch an der Seit, jede Durchlöcherung oder Vergewaltigung dieses Begriffes sofort zu verhindern. Das ist nicht geschehen. Ja, es hat sich um die Nichteinmischung ein gegen uns und Italien gerichtetes Ränkespiel gelagert, das sich auf Lügen aufbaute und höchst gefährliche Formen anzunehmen drohte. Auch das wäre vermieden worden, wenn man beizeiten ehrliche Nichteinmischungspolitik getrieben hätte.
Wir haben uns den neuen Anregungen, den Bürgerkrieg in Spanien zu „lokalisieren", nicht verschlossen, obwohl wir allen Grund hatten, uns verärgert zurückzuziehen. Die deutsche Außenpolitik ist aber nicht darauf ab gestellt, sich von Stimmungen oder Verstimmungen leiten zu lassen. Sie wünscht ein friedliches Zusammenleben aller Nationen, sie wünscht, daß auch die Spanier Herren in ihrem Hause bleiben. Schon am 7. Januar wurde in unserer Note die Parole „Spanien den Spaniern!" eindringlich unterstrichen, sehr zum Mißbehagen ge» wisser Volksfrontler, die aus Spanien ein Sowjetgebilde machen möchten. Es hat uns denn auch nicht überrascht, daß Moskau in seiner letzten Note die neuen Nichteinmischungsoorschläge als „verfrüht" ablehnte. Man hofft eben in Moskau immer noch, mit Hilfe von Freiwilligen- und Waffensendungen den Sieg der bolschewistischen Sache erzwingen zu können. Dem Zustrom von Freiwilligen ebenso wie der Zufuhr von Waffen soll nun endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Aber wie steht es mit den fremden Agitatoren auf spanischem Boden? Man kann nur dann von einer wirklichen Nichteinmischung sprechen, wenn diese Fremden aus Spanien herausgezogen werden, also die Spanier unter sich bleiben. Alles bleibt auch weiterhin Halbheit, wenn Sowjetrussen und andere Staatsangehörige in Spanien mit der Waffe in der Hand und mit allen Mitteln der Propaganda kämpfen. Sie müssen unbedingt verschwinden, schon weil es dringend nötig ist, daß sie nicht irgendwann Ursache irgendwelcher neuer Streitigkeiten werden.
Sbt.
werden zur Anwendung gelangen, sobald alle anderen Regierungen ähnlichen Maßnahmen zugestimmt haben, sobald ferner Ueber- einftimmung über die allgemeinen Linien eines zureichenden Kontrollsystems besteht und sobald schließlich über den Londoner Ausschuß ein Datum für ihr gleichzeitiges Inkrafttreten festgesetzt ist.
Die italienische Regierung beehrt sich, daran zu erinnern, daß außer den verschiedenen bisher vorgebrachten Ideen und Vorschlägen, mit denen man eine wirksame Nichteinmischungspolitik sichern wollte, auch der Vorschlag gemacht worden ist, auf dem spanischen Gebiet alle nichtspanischen Kämpfer, alle politischen Freiwilligen, alle Propagandisten und Agitatoren, die sich zur Zeit in Spanien befinden, zurückzurufen, um dadurch das Problem wieder auf seine ursprüngliche Grundlage vom August 1936 zurückzuführen.
Die italienische Regierung kann nicht umhin, in diesem Zusammenhang heroorzuheben, daß — falls


